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Jede Familie hat einen Fluch, und der Fluch meiner Familie bin ich. Zitat
Aria Aber hat ein schmerzhaftes Buch mit dem Berliner Sound der 2000er Jahre geschrieben. Wir begleiten die Protagonistin Nila dabei, wie sie sich in Partys, Drogen und der toxischen und gewalttätigen Beziehung zu einem viel älteren Mann verliert. Nilas Eltern stammen aus Afghanistan, waren Ärzte und sind dort für Freiheit und Rechtstaatlichkeit auf die Straße gegangen. In Deutschland, in Berlin, in der Gropiusstadt waren sie nichts. Berufsabschlüsse wurden nicht anerkannt, Träume auf ein erfülltes Leben zerplatzten, was zählte war das Ansehen in der Familie und Nachbarschaft. Geld war kaum vorhanden und dennoch schafften sie es, Nila auf eine Schule in Niedersachsen zu schicken - in der Hoffnung, dass sie es einmal besser hat und Juristin oder Ärztin wird. Dann stirbt Nilas Mutter plötzlich und mit dem Schulabschluss und der Rückkehr in die Gropiusstadt wird das Partyleben von Nila noch exzessiver. Der Konsum von Drogen nimmt überhand und man fragt sich, wie ein Körper das aushalten kann ohne bleibende Schäden. Spannend geschildert fand ich den inneren Konflikt, den Nila mit sich aufträgt. Die Scham der eigenen Herkunft, die Angst, als Afghanin ständig mit den Anschlägen von 9/11 in Verbindung gebracht zu werden, die Scham über das arme Leben in der Gropiusstadt. Aria Aber stellt auch immer wieder aktuelle politische Bezüge her, die am Ende die NSU-Morde thematisieren. Eine Leseempfehlung für ein Buch, dass weh tut, aber wichtig ist.

24. Jan. 2026
Jede Familie hat einen Fluch, und der Fluch meiner Familie bin ich. Zitat
Aria Aber hat ein schmerzhaftes Buch mit dem Berliner Sound der 2000er Jahre geschrieben. Wir begleiten die Protagonistin Nila dabei, wie sie sich in Partys, Drogen und der toxischen und gewalttätigen Beziehung zu einem viel älteren Mann verliert. Nilas Eltern stammen aus Afghanistan, waren Ärzte und sind dort für Freiheit und Rechtstaatlichkeit auf die Straße gegangen. In Deutschland, in Berlin, in der Gropiusstadt waren sie nichts. Berufsabschlüsse wurden nicht anerkannt, Träume auf ein erfülltes Leben zerplatzten, was zählte war das Ansehen in der Familie und Nachbarschaft. Geld war kaum vorhanden und dennoch schafften sie es, Nila auf eine Schule in Niedersachsen zu schicken - in der Hoffnung, dass sie es einmal besser hat und Juristin oder Ärztin wird. Dann stirbt Nilas Mutter plötzlich und mit dem Schulabschluss und der Rückkehr in die Gropiusstadt wird das Partyleben von Nila noch exzessiver. Der Konsum von Drogen nimmt überhand und man fragt sich, wie ein Körper das aushalten kann ohne bleibende Schäden. Spannend geschildert fand ich den inneren Konflikt, den Nila mit sich aufträgt. Die Scham der eigenen Herkunft, die Angst, als Afghanin ständig mit den Anschlägen von 9/11 in Verbindung gebracht zu werden, die Scham über das arme Leben in der Gropiusstadt. Aria Aber stellt auch immer wieder aktuelle politische Bezüge her, die am Ende die NSU-Morde thematisieren. Eine Leseempfehlung für ein Buch, dass weh tut, aber wichtig ist.
24. Jan. 2026







