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Risse

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Über das Buch

Das Mädchen und wie es die Welt sah

Das Mädchen ist zurück: In zehn Geschichten entfaltet Angelika Klüssendorf ein Kinderleben in der DDR in den 60ern und 70ern, geprägt von Ungeborgenheit und Sehnsucht. Nach dem Tod der geliebten Großmutter muss das Mädchen Übergriffen und Teilnahmslosigkeit begegnen. Es ringt darum, seine Eltern auszuhalten und zu verstehen und die Schwester zu beschützen. Lichtblicke liefern Bücher, das Lesen bietet selbst im Kinderheim noch einen Ausweg.

Die Kaschnitz-Preisträgerin erzählt die Vorgeschichten zum Erfolgsroman »Das Mädchen« neu, die vor zwanzig Jahren erschienen und nicht mehr lieferbar sind. Und sie überprüft schonungslos, was nicht erzählt wurde und warum. Ist Wahrhaftigkeit im Erzählen von sich möglich?

Autofiktion, radikal und bewegend!

»Wenn ein Buch die Axt für das gefrorene Meer in uns sein muss, wie Kafka sagt, dann ist für mich eines davon „Risse“ von Angelika Klüssendorf. Warum? Weil sie ihren Figuren und uns eine Suche nach dem Abgrund in sich selbst zumutet - eine Suche, die schmerzt und Mitgefühl ermöglicht. Ich bewundere sie dafür.« Corinna Harfouch

Editionen (3)

ISBN9783492059916
VerlagPiper
Erscheinungsdatum31.08.23
Seitenzahl176

Rezensionen & Bewertungen

49 Bewertungen

15 Rezensionen

4,0

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  • 5,0

    Diese autofiktionalen Erzählungen nehmen einen schwer mit. Unglaublich schmerzhaft beschreibt die Autorin ihre Kindheit mit einem Vater, der "ein Trinker und Geschichtenerzähler, einer der sagte, seine Schläge seien ehrlich", ist und einer sadistischen Mutter. Nüchtern und ohne in genaue Details zu gehen, werden Episoden aus diesen frühen Jahren eines Lebens wiedergeben und werden dadurch um so grausamer. Geprägt waren diese Jahre auch durch Armut und Hunger. "Die Scham über die Armut war meine eigentliche Kleidung." Denn in der Schule wurde die namenlose Protagonistin ob ihrer schäbigen und schmutzigen Kleidung gehänselt. Das alles lässt den Vater und als sie später bei der Mutter lebt, auch diese kalt. Und wie traurig stimmt einen dieser Satz eines Kindes : "Nicht mal du kennst all die Schimpfnamen, die sie mir verpassen, und trotzdem habe ich Angst, nach Hause zu kommen. " Keine leichte Kost, die mich sehr bewegt hat!!

    30. Juni 2024

  • readingsalina
    readingsalina

    74 Follower

    4,0

    Hinterlässt mit zugeschnürter Kehle

    Die richtigen Worte kann man für dieses Buch kaum finden. Stellenweise nicht auszuhalten, wie hier Missbrauch und Gewalt einer Kindheit in der DDR beschrieben werden. Ein Kapitel der Geschichte, dass ich in der Form noch nicht gelesen hatte. Die Autorin schreibt nüchtern und doch treffen die Worte mit schmerzhafter Spitze ins Herz. Harter Lesestoff, der erstmal verdaut werden muss.

    17. Apr. 2024

  • _butterblume_
    _butterblume_

    594 Follower

    4,0

    Ich würde dieses Buch weniger als Roman bezeichnen, es ist eher eine Sammlung von Kurzgeschichten. Geschichten über eine sehr unglückliche und gewalttätige Kindheit. Aufgewachsen mit täglicher körperlicher und psychischer Gewalt sucht die Protagonistin, das namenlose Mädchen, nach Ruhe und Struktur im Leben. Nüchtern, schonungslos ehrlich geschrieben wird eine Kindheit beschrieben, die mich teilweise fassungslos und traurig zurücklässt.

    19. Sept. 2023

3 von 15 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 4626%
katwun
katwun23. Jan. 2026

Die Szene, in der Evi auf den Vater des Mädchens trifft, Wein mit ihm trinkt und was danach passiert. Es ist so schwer vorstellbar, dass ein Mensch so schlecht sein kann. Es gibt bis dahin im Buch nur schlimme Erinnerungen an die Eltern. Schwer auszuhalten, aber es ist ein Sog.

Autorin / Autor

Über Angelika Klüssendorf

Angelika Klüssendorf, geboren 1958 in Ahrensburg, lebte von 1961 bis zu ihrer Übersiedlung 1985 in Leipzig; heute wohnt sie auf dem Land in Mecklenburg. Sie veröffentlichte mehrere Erzählbände und Romane und die von Kritik und Lesepublikum begeistert aufgenommene Romantrilogie »Das Mädchen«, »April« und »Jahre später«, deren Einzeltitel alle für den Deutschen Buchpreis nominiert waren und zweimal auch auf der Shortlist standen. Zuletzt wurde sie mit dem Marie Luise Kaschnitz-Preis (2019) ausgezeichnet. Die französische Übersetzung ihres Romans »Vierunddreißigster September« stand auf der Longlist des Prix Femina 2022. Ihr Roman »Risse« wurde für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2023 nominiert.

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