Blick ins Buch

Romane

Stern 111

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Über das Buch

Zwei Tage nach dem Fall der Mauer verlässt das Ehepaar Bischoff sein altes Leben – die Wohnung, den Garten, seine Arbeit und das Land. Ihre Reise führt die beiden Fünfzigjährigen weit hinaus: Über Notaufnahmelager und Durchgangswohnheime folgen sie einem lange gehegten Traum, einem »Lebensgeheimnis«, von dem selbst ihr Sohn Carl nichts weiß. Carl wiederum, der den Auftrag verweigert, das elterliche Erbe zu übernehmen, flieht nach Berlin. Er lebt auf der Straße, bis er in den Kreis des »klugen Rudels« aufgenommen wird, einer Gruppe junger Frauen und Männer, die dunkle Geschäfte, einen Guerillakampf um leerstehende Häuser und die Kellerkneipe Assel betreibt. Im U-Boot der Assel schlingert Carl durch das archaische Chaos der Nachwendezeit, immer in der Hoffnung, Effi wiederzusehen, »die einzige Frau, in die er je verliebt gewesen war«.

Ein Panorama der ersten Nachwendejahre in Ost und West, ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse: Nach dem prämierten Bestseller Kruso führt Lutz Seiler die Geschichte in zwei großen Erzählbögen fort – in einem Roadtrip, der seine Bahn um den halben Erdball zieht, und in einem Berlin-Roman, der uns die ersten Tage einer neuen Welt vor Augen führt. Und ganz nebenbei wird die Geschichte einer Familie erzählt, die der Herbst 89 sprengt und die nun versuchen muss, neu zueinander zu finden.

Editionen (4)

ISBN9783518429259
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum04.03.20
Seitenzahl528

Merkmale

1 Bewertungen

MittelMittelAnschaulichEntwickelndInformativGlaubwürdig

Rezensionen & Bewertungen

41 Bewertungen

6 Rezensionen

4,1

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  • i_heart_books
    i_heart_books

    122 Follower

    5,0

    Stern 111 beginnt kurz nach dem Mauerfall in Gera, als Carls Eltern in den Westen gehen. Carl, der eigentlich die Wohnung seiner Eltern hüten soll, geht wenig später nach Berlin, wo er erst im Auto seiner Eltern lebt, aber durch Zufälle Anschluss an eine Gruppe Hausbesetzer findet und so an eine Wohnung im Prenzlauer Berg und Arbeit in einer Untergrundkneipe kommt (wobei er eigentlich Gedichte schreibt). Eines Tages trifft er auch seine Schulfreundin Effi wieder und beginnt mit ihr eine Beziehung. Währenddessen versuchen sich seine Eltern erst getrennt voneinander in Westdeutschland durchzuschlagen, bis sie es wieder zueinander schaffen und trotzdem der Weg zu einer Wohnung und Arbeit noch holprig ist. Mir hat dieses Buch gut gefallen, es beschreibt recht atmosphärisch die unmittelbare Nachwendezeit in Berlin, aber auch die Erlebnisse von Carls Eltern, die ein geheimes Ziel vor Augen haben, dass dem Leser und Carl erst spät enthüllt wird.

    20. Sept. 2025

  • xerxessia
    xerxessia

    7 Follower

    3,0

    Eine Beschreibung der Wendezeit aus einer ganz anderen Perspektive!

    25. Feb. 2024

  • agni
    agni

    158 Follower

    4,0

    Ein Suhrkamp zwischendurch 🤩

    Sehr skurril, irgendwie witzig, wahrscheinlich zu hoch für mich 🤪 Welche Bedeutung hat die Ziege oder ist es doch nur eine Ziege? Begonnen habe ich Stern 111 lange bevor Herr Seiler den Büchner Preis gewonnen hat. Aufgeben stand nie zur Debatte!

    24. Juli 2023

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Lutz Seiler

Lutz Seiler (geboren 1963) wuchs in Ostthüringen auf. Sein Heimatdorf Culmitzsch wurde 1968 für den Uranbergbau geschleift. In Gera schloss er eine Lehre als Baufacharbeiter ab und arbeitete als Zimmermann und Maurer. Während seiner Armeezeit begann er sich für Literatur zu interessieren und selbst zu schreiben. Bis Anfang 1990 studierte er Geschichte und Germanistik an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale). 1990 ging Seiler nach Berlin, wo er einige Jahre als Kellner arbeitete. Längere Auslandsaufenthalte in Rom, Los Angeles und Paris. Seit 1997 leitet er das literarische Programm im Peter-Huchel-Haus bei Potsdam. Seiler lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau in Wilhelmshorst und Stockholm. Von 1993 bis 1998 war Seiler Mitbegründer und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift moosbrand. Er schrieb zunächst vor allem Gedichte (fünf Gedichtsammlungen sind erschienen) und Essays, später auch Erzählungen und Romane. Für die Erzählung Turksib wurde Seiler 2007 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Für sein Romandebüt Kruso erhielt er 2014 den Deutschen Buchpreis. Der Roman wurde in 25 Sprachen übersetzt, mehrfach für das Theater adaptiert und von der UFA verfilmt. Sein zweiter Roman Stern 111 wurde 2020 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Im August 2021 erschien der Gedichtband schrift für blinde riesen. 2023 wird Lutz Seiler mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

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