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Romane

Monde vor der Landung

3,5(47)
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Über das Buch

Ein faszinierender, unorthodoxer Blick auf Querdenkertum und alternative Wahrheiten

Worms, Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Peter Bender, ehemals Fliegerleutnant des Deutschen Heeres, macht sich als Gründer einer neuen Religionsgemeinschaft und mit der Proklamation der sogenannten Hohlwelt-Theorie einen Namen: Die Menschheit, so diese Theorie, lebe nicht auf, sondern in einer Kugel, außerhalb derselben existiere nichts. Benders Gemeinde bleibt überschaubar, dennoch wird er wegen der Verbreitung aufwieglerischer und gotteslästerlicher Flugschriften zu einer mehrmonatigen Kerkerhaft verurteilt. Als sich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten herumspricht, dass seine Frau Jüdin ist, wenden sich selbst seine engsten Gefolgsleute von ihm ab. Die Benders verarmen, die Repressionen gegen seine Frau werden bald unerträglich, bis die Familie 1942 verhaftet und deportiert wird. Nur der Sohn überlebt das Konzentrationslager.

In seinem lange erwarteten neuen Roman rekonstruiert Clemens J. Setz eine reale, so bewegende wie verstörende Lebens- und Familiengeschichte. Mehr noch ist Monde vor der Landung aber die Untersuchung der zerstörerischen Wahnwelt eines manischen Egozentrikers und die Veranschaulichung eines Querdenkertums avant la lettre : bestürzend aktuell, von unüberbietbarer sprachlicher und gedanklicher Originalität.

Editionen (4)

ISBN9783518431092
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum15.02.23
Seitenzahl528

Rezensionen & Bewertungen

47 Bewertungen

10 Rezensionen

3,5

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  • dammes
    dammes

    139 Follower

    3,0

    Roman trifft historische Realität🌕

    Wie meine Vorredner schon sagten, ist das Buch eine reine Geschmackssache. Meinen Geschmack hat es nicht getroffen, weil mir die Grenzen zwischen dem historischen Roman und den real existierenden Personen, die der Autor mit historischen Quellen zu untermauern versucht, zu fließend sind. Fotos, Briefe, und andere Quellen sind zwar 1:1 in das Buch integriert, aber es wird nicht angegeben, woher sie stammen. Hinzu kommt, dass ich einfach nicht der Empfänger von Schwurbeleien oder Verschwörungstheorien bin. Letztendlich hat es Clemens Setz aber geschafft, mich durch seinen unglaublich starken und humorvollen Schreib- und Sprachstil bei der Stange zu halten. Wer also den historischen Teil ausblenden kann und Lust auf eine Geschichte über einen Schwurbler aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhundert hat, für den ist das Buch durchaus interessant.

    28. Jan. 2025

  • i_heart_books
    i_heart_books

    122 Follower

    5,0

    Dieses Buch erzählt die Lebensgeschichte von Peter Bender, Fliegerleutnant im Ersten Weltkrieg, der eine Religionsgemeinschaft gründet und dabei die Hohlwelttheorie vertritt, nach der die Menschen innerhalb einer Kugel leben. Dieses Buch ist sowohl vom Thema als auch vom Stil her etwas eigen, um nicht zu sagen versponnen bis verschroben, und scheint mir eines jener Bücher zu sein, die man entweder mag oder mit denen man gar nichts anfangen kann. Mir hat es gefallen, daher eben die 5 Sterne, aber ich kann auch jeden verstehen, der mit dem Buch gar nichts anfangen kann und es nach ein paar Seiten aus der Hand legt 😉

    10. Sept. 2024

  • spidercat
    spidercat

    54 Follower

    5,0

    Ich mag die schrägen Vögel am meisten

    Ich mag Bender und mir gefällt seine Geschichte. Zwar habe ich keine profunden Vorkenntnisse zur Hohlwelttheorie, aber ich mag Menschen, die bereit sind, über den Tellerrand hinauszuschauen – und genau das tut Bender. Ich finde auch nicht, dass er ein Spinner oder Verrückter ist. Leider werden Menschen, die außerhalb der üblichen Denkrahmen unterwegs sind und unbequeme Fragen stellen, viel zu schnell als Spinner oder Schwurbler abgestempelt. Dabei bedeutet ungewöhnliches Denken noch lange nicht, dass man mit allem recht haben muss. Es bedeutet lediglich, dass man den Mut hat, eigene Wege zu gehen. Besonders gefallen hat mir, dass der Autor seine Figur ernst nimmt und nicht der Versuchung erliegt, sie ins Lächerliche zu ziehen. Dadurch entsteht eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und die man aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann. Auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist anders, als man es von vielen modernen Romanen gewohnt ist, aber genau das macht für mich einen Teil des Reizes aus. Die gezielt gesetzten Pointen haben bei mir immer wieder für ein Schmunzeln gesorgt und lockern die Geschichte angenehm auf. Für mich war das ein ungewöhnlicher, interessanter und mutiger Roman, der sich wohltuend vom Mainstream abhebt. Garantiert nicht mein letztes Buch dieses Autors.

    11. Juni 2026

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Clemens J. Setz

Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik und Germanistik studierte. Heute lebt er mit seiner Frau und seiner Tochter als Übersetzer und freier Schriftsteller in Wien. 2011 wurde er für seinen Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Sein Roman Indigo stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2013 prämiert. 2014 erschien sein erster Gedichtband Die Vogelstraußtrompete. Für seinen Roman Die Stunde zwischen Frau und Gitarre erhielt Setz den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2015. Mit drei seiner Stücke war Setz bei den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Zuletzt 2023 mit Der Triumph der Waldrebe in Europa. Zuletzt wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis 2021 und dem Österreichischen Buchpreis 2023 geehrt.

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