Blick ins Buch

Romane

Paradise Beach

3,6(67)
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Über das Buch

Ada schläft kaum noch, seit sie nach ihrer Endometriose-OP Medikamente nimmt. Sie lauscht den Geräuschen ihres Wohnhauses und erinnert sich zurück: an den Sommer ihrer Jugend, den sie zusammen mit ihrer Cousine Lill in ihrer Heimat an der Ostseeküste verbringt. Die Tage sind bestimmt vom Perfektionieren des eigenen Körpers und der Begegnung mit Elja, die Adas Welt ins Wanken bringt. Doch mitten in diesem Jahrhundertsommer 2003 beginnt ein Schmerz, und mit ihm das Schweigen, das Ada zunehmend von ihrer Außenwelt trennt. Ein berührender Coming-of-Age-Roman über die Erinnerung an einen flirrenden Sommer, der bis in die Gegenwart wirkt. »PARADISE BEACH ist voller Körper. Dara Brexendorf zeigt sie aufrichtig in ihren kleinen wie großen Versehrtheiten. Mit eigener Sprache entgegnet sie der systemischen Sprachlosigkeit für weiblichen Schmerz und so wird der Text nicht nur zu einem literarischen Geschenk.« Paulina Czienskowski

Editionen (1)

ISBN9783847902379
VerlagEichborn
Erscheinungsdatum30.03.26
Seitenzahl256

Rezensionen & Bewertungen

67 Bewertungen

14 Rezensionen

3,6

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  • nicole10771
    nicole10771

    143 Follower

    5,0

    Mit Paradise Beach hat mich ein Buch getroffen, wie es nur selten passiert. Nicht laut, nicht effekthascherisch – sondern leise, schmerzhaft ehrlich und erschreckend nah an meiner eigenen Realität. Die Protagonistin Ada leidet an Endometriose. Und genau wie sie bin auch ich durch einen zermürbenden Ärztemarathon gegangen, wurde nicht ernst genommen, vertröstet, falsch eingeordnet. Deshalb fühlte sich dieses Buch beim Lesen nicht wie Fiktion an, sondern wie eine Erinnerung, die jemand anderes für mich aufgeschrieben hat. Ada befindet sich nach einer Operation in einer Phase der Heilung – körperlich wie emotional. Sie muss lernen, ihrem eigenen Körper wieder zu begegnen, nachdem dieser für so lange nur Schmerz bedeutet hat. Währenddessen treiben ihre Gedanken immer wieder zurück in den Sommer ihrer Jugend: den Sommer, in dem plötzlich alles anders wurde. Der Sommer, in dem die ersten Symptome auftauchten, ohne dass jemand verstand, was mit ihr geschah. Und genau dort entfaltet dieser Roman seine ganze Wucht. Zwischen Mädchenfreundschaften, Unsicherheiten, erster Liebe und dem verzweifelten Wunsch, dazuzugehören, schleicht sich etwas Dunkles in Adas Leben: ein Körper, der nicht funktioniert wie er sollte. Ein Schmerz, für den niemand Worte hat. Die Hilflosigkeit, nicht verstanden zu werden. Dieses langsame Gefühl, dem eigenen Körper fremd zu werden, beschreibt die Autorin mit einer solchen Feinfühligkeit, dass es beim Lesen beinahe weh tut. Gleichzeitig fängt der Roman die frühen 2000er unglaublich authentisch ein: Bravo-Girl-Tests, Vanille-Deo, MSN, die ersten zaghaften Schritte im Internet – all diese Details erzeugen eine Nostalgie, die warm beginnt und dann umso härter mit der Realität kollidiert, die Ada erlebt. Was mich aber am meisten bewegt hat: Dieses Buch gibt einer Krankheit Raum, die noch immer unterschätzt und viel zu oft ignoriert wird. Endometriose ist nicht einfach „starke Regelschmerzen“. Sie kann Leben zerstören, Beziehungen belasten und Menschen jahrelang ihrer Kraft berauben. Endometriose sichtbar zu machen, ohne Pathos und ohne Klischees, ist die große Stärke dieses Romans. „Paradise Beach“ ist keine Geschichte, die laut um Aufmerksamkeit kämpft. Sie kriecht langsam unter die Haut – und bleibt dort. Für mich war dieses Buch nicht nur bewegend, sondern auch schmerzhaft tröstlich. Weil ich mich gesehen gefühlt habe.

    8. Mai 2026

  • 4,0

    Ein Buch mit so einem wichtigen Thema. Endometriose. Ein Thema, was viel mehr besprechen werden muss. Dieses Buch sollten alle lesen!

    12. Apr. 2026

  • buchputtel
    buchputtel

    94 Follower

    4,0

    Gemischte Gefühle

    „Das bluten passiert nicht einfach. Es ist etwas, dass ihr passiert. Wie ein großes Unglück, das sie nicht verarbeiten kann. Zu groß ist der Widerspruch zwischen bestimmte Fuß. Wunsch danach, eine Frau werden zu wollen, um den Körper, der nicht dafür gemacht zu sein scheint.“ Seite 55 INHALT Das Thema Endometriose fand bis jetzt wenig Beachtung in der Literatur. (Zumindest ist mir nichts bekannt). In diesem Buch gehts um Ada. Ada ist frisch operiert, es geht um sie und ihre Gedanken. Eine Erzählebene im Hier und jetzt. In der zweiten Ebene geht es um die Vergangenheit, genauer gesagt um einen Sommer, in dem die Symptome beginnen. Ein Buch über Adas Leidensgeschichte, ein Leben voller Schmerzen. Aber es geht hierbei um so viel mehr, es geht auch um Erwachsenwerden, um Freundschaft und Liebe. „Männer weinen sechs bis siebzehn Mal pro Jahr, Frauen dreißig bis vierundsechzig Mal, Männer lassen zwei bis vier Minuten lang die Tränen kullern, Frauen dagegen sechs Minuten.“ Seite 122 EINDRUCK UND FAZIT Dieses Buch hat mich sehr interessiert! Eine Thematik, die man nicht häufig findet. Vorab: wie unglaublich gelungen ist dieses Cover bitte? Das Buch liest sich gut, man rutscht so durch. Lange war mir nicht klar, was fehlt. Ich finde es schwierig, dass wir nur vom Beginn und dem „Ende“ / der Op erfahren. Der Leidensweg zwischendrin fehlt gänzlich. Das wäre allerdings etwas, was mich am meisten interessiert hätte. Wie erging es Ada in der Zwischenzeit? Welche Behandlungen wurden ausprobiert, wie weit sind wir in der aktuellen Forschung?! Ada blieb mir leider etwas fremd! Dennoch ein lesenswertes Buch zu der Thematik (wenn auch für mich persönlich nicht ganz rund).

    12. Apr. 2026

3 von 14 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 5020%
ronja.rostock
ronja.rostock13. Juni 2026

Das Buch hat mich bereits auf den ersten Seiten in seinen Bann gezogen. Da mich das Thema Endometriose selbst betrifft, ist es super spannend diese Geschichte zu lesen. Bisher sind meine Erwartungen an das Buch voll erfüllt ⭐️

Autorin / Autor

Über Dara Brexendorf

Dara Brexendorf, geboren 1991, lebt als freie Autorin und Literaturvermittlerin in ihrer Heimatstadt Kiel. Sie moderiert die Lesebühne im Literaturhaus Schleswig-Holstein, ist Teil des Podcasts LITERARISCH, SOLIDARISCH und des Literaturmagazins DER SCHNIPSEL. Sie studierte Medien- und Literaturwissenschaften in Kiel und Mainz, anschließend Literarisches Schreiben in Hildesheim. 2025 erhielt sie den LILIENCRON-NACHWUCHSPREIS für Lyrik aus Schleswig-Holstein.

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