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Ein hartes Buch, ein gutes Buch, ein Buch voller unangenehmer Wahrheit, Schmerz und Hoffnung
"<Du bist kein Opfer>, hatte sie gesagt. <In unseren eigenen Geschichten sind wir keine Opfer. Issa, du hast lesen und schreiben gelernt, aber das Denken kann dir niemand beibringen, das musst du selbst erlernen. Denn dann kannst du deine Geschichte selbst schreiben. Du musst in die Vergangenheit schauen, um die Gegenwart zu verstehen, damit du deine Zukunft gestalten kannst (S. 260).>" Die schwangere Studentin Issa fliegt auf Drängen ihrer Mutter von Frankfurt zu ihrer Familie nach Kamerun, in das Land ihrer Ahninnen, um dort den Weg der Rituale zu gehen und sich dadurch für die Geburt und Ankunft ihres Kindes zu Wappen. Hin- und hergerissen zwischen den Leben in Deutschland und Kamerun, steht Issa vor der Frage wer sie ist und was für ein Leben sie selbst gestalten möchte. In sich abwechselnden Kapiteln erzählt Mirrianne Mahn (geb. 1989) nicht nur die Geschichte Issas in der Gegenwart in Kamerun, einem Land, in dem sich zunächst für sie alles vertraut und fremd zugleich anfühlt, sondern zugleich die Geschichten von Issas Ahninnen: ihrer Ururoma Enanga, ihrer Uroma Marijoh, ihrer Oma Namondo und ihrer Mutter Ayudele. Es sind Geschichten, so unterschiedlich wie die Frauen selbst, und doch ähnlich durch die immer wiederkehrenden Erfahrungen der Frauen, egal in welchen Jahrzehnten sie auch gelebt haben mögen. Verbunden durch Erfahrungen von Schmerz und Trauer, Diskriminierung und Rassismus, Kolonialismus und der Unterdrückung durch Männer gehen die Frauen ihren eigenen Weg und emanzipieren sich schließlich, indem sie Kraft aus ihrer Weiblichkeit ziehen, dem Wissen in die Fußstapfen ihrer Ahninnen zu treten und der Tatsache, dass sie es letztendlich sind die ihre Geschichte bestimmen und erzählen. So auch Issa, die am Ende zu sich selbst findet, beide Welten, Deutschland und Kamerun, in sich vereint und bereit ist die eigene Geschichte zu schreiben. In leicht verständlicher Sprache schafft es das Buch viele komplexe Themen anzuschneiden, wie den Alltagsrassismus in Deutschland, Kolonialimus durch die Deutschen in Afrika, so auch in Kamerun, und die ständige Unterdrückung der Frauen, ohne zu überladen zu wirken oder Themen nur unzufriedenstellend zu streifen. Das Buch war an vielen Stellen hart zu lesen, unangenehm in seinen Wahrheiten. Es hat mich traurig und wütend gemacht und ich habe mich vor den deutschen Kolonialherren bzw. den Männern generell in diesem Buch oft geekelt. Gleichzeitig ist es tiefgründig und irgendwie voller Hoffnung und voller Glaube an die Kraft der Frauen. Ein unglaublich gutes Buch, das mir viel gegeben hat, mit wunderschönem Cover in der Ausgabe der Büchergilde.

2 Tage vor
Ein hartes Buch, ein gutes Buch, ein Buch voller unangenehmer Wahrheit, Schmerz und Hoffnung
"<Du bist kein Opfer>, hatte sie gesagt. <In unseren eigenen Geschichten sind wir keine Opfer. Issa, du hast lesen und schreiben gelernt, aber das Denken kann dir niemand beibringen, das musst du selbst erlernen. Denn dann kannst du deine Geschichte selbst schreiben. Du musst in die Vergangenheit schauen, um die Gegenwart zu verstehen, damit du deine Zukunft gestalten kannst (S. 260).>" Die schwangere Studentin Issa fliegt auf Drängen ihrer Mutter von Frankfurt zu ihrer Familie nach Kamerun, in das Land ihrer Ahninnen, um dort den Weg der Rituale zu gehen und sich dadurch für die Geburt und Ankunft ihres Kindes zu Wappen. Hin- und hergerissen zwischen den Leben in Deutschland und Kamerun, steht Issa vor der Frage wer sie ist und was für ein Leben sie selbst gestalten möchte. In sich abwechselnden Kapiteln erzählt Mirrianne Mahn (geb. 1989) nicht nur die Geschichte Issas in der Gegenwart in Kamerun, einem Land, in dem sich zunächst für sie alles vertraut und fremd zugleich anfühlt, sondern zugleich die Geschichten von Issas Ahninnen: ihrer Ururoma Enanga, ihrer Uroma Marijoh, ihrer Oma Namondo und ihrer Mutter Ayudele. Es sind Geschichten, so unterschiedlich wie die Frauen selbst, und doch ähnlich durch die immer wiederkehrenden Erfahrungen der Frauen, egal in welchen Jahrzehnten sie auch gelebt haben mögen. Verbunden durch Erfahrungen von Schmerz und Trauer, Diskriminierung und Rassismus, Kolonialismus und der Unterdrückung durch Männer gehen die Frauen ihren eigenen Weg und emanzipieren sich schließlich, indem sie Kraft aus ihrer Weiblichkeit ziehen, dem Wissen in die Fußstapfen ihrer Ahninnen zu treten und der Tatsache, dass sie es letztendlich sind die ihre Geschichte bestimmen und erzählen. So auch Issa, die am Ende zu sich selbst findet, beide Welten, Deutschland und Kamerun, in sich vereint und bereit ist die eigene Geschichte zu schreiben. In leicht verständlicher Sprache schafft es das Buch viele komplexe Themen anzuschneiden, wie den Alltagsrassismus in Deutschland, Kolonialimus durch die Deutschen in Afrika, so auch in Kamerun, und die ständige Unterdrückung der Frauen, ohne zu überladen zu wirken oder Themen nur unzufriedenstellend zu streifen. Das Buch war an vielen Stellen hart zu lesen, unangenehm in seinen Wahrheiten. Es hat mich traurig und wütend gemacht und ich habe mich vor den deutschen Kolonialherren bzw. den Männern generell in diesem Buch oft geekelt. Gleichzeitig ist es tiefgründig und irgendwie voller Hoffnung und voller Glaube an die Kraft der Frauen. Ein unglaublich gutes Buch, das mir viel gegeben hat, mit wunderschönem Cover in der Ausgabe der Büchergilde.
2 Tage vor








