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Dora Zwickau hat mit ihrem Debütroman "Gesellschaftsspiel" ein interessantes und hochaktuelles Gedankenexperiment gewagt.
Der amerikanische Tech-Milliardär Double Z beabsichtigt in Weimar eine neue Gesellschaftsform namens Syndicate zu etablieren, die auf direkte Demokratie und Mitbestimmung setzt. Über eine App können die Bewohner*innen Weimars über den Verfassungsvorschlag von Double Z abstimmen, Änderungen einreichen und sich zu Vorschlägen austauschen. Klingt für die Schwestern Annika und Isabelle zunächst sehr spannend. Auch ihre Tante Dagmar, Geisteswissenschaftlerin, sieht darin eine große Chance und einen beruflichen Neuanfang. Isabell ist eine sehr engagierte Politiklehrerin an einer Oberschule und bespricht mit ihrer 11. Klasse sehr genau die Chancen und Risiken von Syndicate. Mit ihnen erarbeitet sie einen Änderungsvordchlag für den Verfassungsentwurf, der große Beachtung findet. Kurze Zeit später zeigt dann das Internet seine hässliche Fratze und eine ihrer Schülerinnen sieht sich einer Mobbingkampagne in den Sozialen Netzwerken ausgesetzt. Isabelle gibt Syndicate und der damit verbundenen Popularität die Schuld. Zweifel kommen auf, ob es überhaupt die Möglichkeit gibt, eine bessere Gesellschaft zu gründen. Es ist schwer zu sagen, quasi ich von dem Buch halte. Grundsätzlich finde ich die Idee sehr spannend. Allerdings konnte ich den eingestreuten Chatverläufen in der App oder anderen Medien nichts abgewinnen. Sie waren zum Teil mit Begriffen aus der Tech-Branche durchsetzt, die mir nichts sagten. Auch Nebenstraße in der Erzählung, z.B. zur Jugendliebe von Annika machten für mich keinen Sinn. Andere gesellschaftliche Themen, wie steigende Mieten in Weimar, weil alle Welt an dem Gesellschaft sspiel teilhaben wollte oder der Pflegenotstabd wurden aus meiner Sicht nur oberflächlich aufgegriffen. Ich empfehle das Buch allen, die an politischer Debatte und alternativen Möglichkeiten zu aktuellen Entwicklungen interessiert sind. Zitat: Mit einem Mal wird sie melancholisch bei dem Gedanken daran, dass sie, egal in welcher Stadt, egal ob mit Oma oder ohne, Alexander niemals eine Kindheit wie ihre eigene bieten kann. Auf ihn wird die Welt immer etwas lauter,gehetzter, unmittelbarer einprasseln, und es gibt keinen Weg, ihn davor zu schützen
7. Dez. 2025
Dora Zwickau hat mit ihrem Debütroman "Gesellschaftsspiel" ein interessantes und hochaktuelles Gedankenexperiment gewagt.
Der amerikanische Tech-Milliardär Double Z beabsichtigt in Weimar eine neue Gesellschaftsform namens Syndicate zu etablieren, die auf direkte Demokratie und Mitbestimmung setzt. Über eine App können die Bewohner*innen Weimars über den Verfassungsvorschlag von Double Z abstimmen, Änderungen einreichen und sich zu Vorschlägen austauschen. Klingt für die Schwestern Annika und Isabelle zunächst sehr spannend. Auch ihre Tante Dagmar, Geisteswissenschaftlerin, sieht darin eine große Chance und einen beruflichen Neuanfang. Isabell ist eine sehr engagierte Politiklehrerin an einer Oberschule und bespricht mit ihrer 11. Klasse sehr genau die Chancen und Risiken von Syndicate. Mit ihnen erarbeitet sie einen Änderungsvordchlag für den Verfassungsentwurf, der große Beachtung findet. Kurze Zeit später zeigt dann das Internet seine hässliche Fratze und eine ihrer Schülerinnen sieht sich einer Mobbingkampagne in den Sozialen Netzwerken ausgesetzt. Isabelle gibt Syndicate und der damit verbundenen Popularität die Schuld. Zweifel kommen auf, ob es überhaupt die Möglichkeit gibt, eine bessere Gesellschaft zu gründen. Es ist schwer zu sagen, quasi ich von dem Buch halte. Grundsätzlich finde ich die Idee sehr spannend. Allerdings konnte ich den eingestreuten Chatverläufen in der App oder anderen Medien nichts abgewinnen. Sie waren zum Teil mit Begriffen aus der Tech-Branche durchsetzt, die mir nichts sagten. Auch Nebenstraße in der Erzählung, z.B. zur Jugendliebe von Annika machten für mich keinen Sinn. Andere gesellschaftliche Themen, wie steigende Mieten in Weimar, weil alle Welt an dem Gesellschaft sspiel teilhaben wollte oder der Pflegenotstabd wurden aus meiner Sicht nur oberflächlich aufgegriffen. Ich empfehle das Buch allen, die an politischer Debatte und alternativen Möglichkeiten zu aktuellen Entwicklungen interessiert sind. Zitat: Mit einem Mal wird sie melancholisch bei dem Gedanken daran, dass sie, egal in welcher Stadt, egal ob mit Oma oder ohne, Alexander niemals eine Kindheit wie ihre eigene bieten kann. Auf ihn wird die Welt immer etwas lauter,gehetzter, unmittelbarer einprasseln, und es gibt keinen Weg, ihn davor zu schützen
7. Dez. 2025






