Romane

Die Vegetarierin

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Über das Buch

Nobelpreis für Literatur 2024.

Ein hypnotisierendes Buch über eine Frau, die sich gegen ihren Mann auflehnt, indem sie ihm verkündet, kein Fleisch mehr zu essen und von einem Leben als Pflanze träumt.

Yong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht seinem Bürojob nach und hegt keine Ambitionen. Sie ist eine leidenschaftslose, pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt wirft. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Und bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Editionen (8)

ISBN9783351042608
VerlagAufbau
Erscheinungsdatum28.10.24
Seitenzahl190

Rezensionen & Bewertungen

3,7k Bewertungen

627 Rezensionen

3,5

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  • lrsph_
    lrsph_

    15 Follower

    4,0

    Die Idee einer Frau vegetarisch zu werden und was das alles mit gesellschaftlichen Rollen zu tun hat.

    Die Kritik des Werkes an die Gesellschaft wurde hier sehr deutlich - das Abkommen vom Kurs der vorgesehenen Rolle einer (hier koreanischen) Frau ist nicht erwünscht und wir vor allem nicht toleriert. Wenn man trotzdem daran festhält - die Abkehr der eigenen Familie. Aber nicht nur der Aspekt der Familienmitglieder und der Umgang mit Veränderungen von Rollenbildern wird thematisiert. In diesem Roman geht es auch darum, wie egozentrisch sich Männer in einer Ehe sehen, wie sie Frauen in prekären Lebenssituationen zu ihrem Vorteil ausnutzen. Erschreckend zu lesen, wie viel Wahres daran sein kann. Am Ende wird aber vor allem die Liebe zweier Schwestern in den Fokus genommen. Und wie die „gesunde“ Schwester durch die ausgestoßene, labile Schwester erkennt, dass das Leben der Frau in der Gesellschaft fremdbestimmt und leer ist.

    Die Idee einer Frau vegetarisch zu werden und was das alles mit gesellschaftlichen Rollen zu tun hat.

    8. Jan. 2025

  • clafami
    clafami

    91 Follower

    4,0

    Ein unglaublich kluges, verstörendes Buch

    Ich habe die „Die Vegetarierin“ von Han Kang gehört und war im positiven Sinne verstört. In Kangs Geschichte geht es um Yeong-hye, die sich nach einem Albtraum dazu entscheidet keine tierischen Produkte mehr zu essen … aber es ist soviel mehr als das: Es ist eine bedrückende und tiefgründige Analyse über Körper, Autonomie und Gewalt in einer patriarchalen Gesellschaft. Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert, die aus der Perspektive verschiedener Personen erzählt werden: Yeong-hye Ehemanns, Schwager und Schwester kommen zu Wort. Allein das symbolisiert, wie wenig Autonomie Yeong-hye besitzt, denn der Versuch, durch die Verweigerung von Fleisch die Kontrolle über ihren Körper zu erlangen, scheitert am Widerstand der Außenwelt. Ihre Autonomie wird von ihrer Familie und der Gesellschaft systematisch untergraben, was sie schließlich in den Wahnsinn treibt. Mehr möchte ich nicht verraten und empfehle das besondere Werk an alle, die offen für Themen wie Feminismus sind.

    15. Okt. 2025

  • illi501
    illi501

    71 Follower

    5,0

    So ungewöhnlich wie faszinierend.

    Han Kang beschreibt ihre Protagonistin Yon-Hye aus Sicht ihres Mannes, ihres Schwagers und ihrer Schwester, alles zu unterschiedlichen Zeiten. Der Mann heiratet sie, weil sie so unscheinbar ist, dass er daneben glänzen kann. Der Schwager begehrt sie wegen des Mongolenfleckens. Die Schwester besucht sie in der Psychiatrie. Und so entsteht das Bild einer Frau, die zunächst Vegetarierin wird, dann aber Pflanze sein möchte. Ich habe lange kein Nobelpreisträger*innen mehr gelesen, aber diesmal bin ich begeistert.

    9. Nov. 2024

3 von 627 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

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bea777
bea77715. Feb. 2025

Mir geht es auch so. Frage mich, ob ich nicht klug genug bin, um zu verstehen, was ich da lese bzw. den tieferen Sinn zu erkennen

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Autorin / Autor

Über Han Kang

Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und ist die wichtigste literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für »Die Vegetarierin« wurde sie dafür gemeinsam mit ihrer Übersetzerin 2016 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet, für »Menschenwerk« mit dem renommierten italienischen Malaparte-Preis. »Weiß« war ebenfalls für den Booker Prize nominiert. 2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur. Sie lebt in Seoul. Zuletzt erschienen im Aufbau Verlag ihr Roman »Unmöglicher Abschied« und in Die Andere Bibliothek ihr Kinderbuch »Donnerfee und Blitzfee«.Alle lieferbaren Titel der Autorin sehen Sie unter aufbau-verlage.de.Mehr zur Autorin unter han-kang.net.

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