Blick ins Buch

Romane

Dankbarkeiten

4,4(101)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Michka, die stets ein unabhängiges Leben geführt hat, muss feststellen, dass sie nicht mehr allein leben kann. Geplagt von Albträumen glaubt sie ständig, wichtige Dinge zu verlieren. Tatsächlich verliert sie nach und nach Wörter, findet die richtigen nicht mehr und ersetzt sie durch ähnlich klingende. Die junge Marie, um die Michka sich oft gekümmert hat, bringt sie in einem Seniorenheim unter. Der alten Frau fällt es schwer, sich in der neuen Ordnung einzufinden. In hellen Momenten leidet sie unter dem Verlust ihrer Selbständigkeit. Doch was Michka am meisten beschäftigt, ist die bisher vergebliche Suche nach einem Ehepaar, dem sie ihr Leben zu verdanken hat. Daher gibt Marie erneut eine Suchanzeige auf, und Michka hofft, ihre tiefe Dankbarkeit endlich übermitteln zu können. Klarsichtig und scharfsinnig zeigt Delphine de Vigan, was uns am Ende bleibt: Zuneigung, Mitgefühl und Dankbarkeit.

Editionen (2)

ISBN9783832165802
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum12.04.21
Seitenzahl176

Rezensionen & Bewertungen

101 Bewertungen

27 Rezensionen

4,4

Tippen zum Filtern

  • vivireed
    vivireed

    112 Follower

    4,0

    Eine schöne Kurzgeschichte über das Altwerden und dem Danke sagen ❣️

    24. März 2024

  • missyliest
    missyliest

    312 Follower

    4,0

    Mishka kommt ins Pflegeheim. Ganz langsam fehlt ihr nämlich etwas. Sie sucht plötzlich ihre Worte. Marie, zu der sie ein Mutter-Tochter-Verhältnis hat, besucht sie regelmäßig. Außerdem kommt mindestens einmal pro Woche ein Logopäde namens Jérôme zu ihr, zu dem sie langsam ein freundschaftliches Verhältnis aufbaut. Delphine de Vigan nimmt uns mit auf Mishkas langsamem Weg in die Leere. Abwechselnd berichten Marie und Jérôme von ihren Erlebnissen und Gesprächen mit Mishka. Die Nähe zwischen den Figuren und Maries und Jérômes Versuche, Mishka zu helfen und den Dialog aufrechtzuerhalten, haben mich sehr angerührt. Mishka wiederum versucht stetig, den beiden jüngeren Menschen bewusst zu machen, dass familiäre und freundschaftliche Bindung sowie Dankbarkeit dafür sehr wichtig im Leben sind. Mich hat der Roman berührt und mir hat gut gefallen, wie Mishkas Ringen mit ihrer Situation dargestellt wird.

    6. Apr. 2024

  • readzilla
    readzilla

    146 Follower

    5,0

    Dieses Buch erinnert daran, dass die wichtigsten Worte oft die sind, die wir zu lange aufschieben

    Dieses Buch ist leise – und gerade deshalb so unglaublich kraftvoll. Ohne große Dramatik erzählt Delphine de Vigan eine Geschichte, die mitten ins Herz trifft. Es geht um Worte, die fehlen. Um Gefühle, die zu lange unausgesprochen bleiben. Und um die Dringlichkeit, genau das noch rechtzeitig zu ändern. Beim Lesen von "Dankbarkeiten" entsteht eine ganz besondere Nähe zu den Figuren. Man spürt ihre Unsicherheit, ihre Reue, aber auch ihre tiefe Menschlichkeit. Jeder Satz wirkt bewusst gesetzt, nichts ist zu viel, nichts lenkt ab. Und genau dadurch entfaltet das Buch eine emotionale Wucht, die man so schnell nicht erwartet. Es ist beeindruckend, wie präzise und ohne unnötige Ausschweifungen hier die wirklich wichtigen Themen des Lebens getroffen werden: Dankbarkeit, Erinnerung und die Frage, was wir einander eigentlich schulden. Mich hat dieses Buch tief bewegt. Eine große Empfehlung an alle, die leise, ehrliche Geschichten lieben, die nicht laut sein müssen, um alles zu sagen.

    Dieses Buch erinnert daran, dass die wichtigsten Worte oft die sind, die wir zu lange aufschieben

    31. März 2026

3 von 27 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Delphine de Vigan

DELPHINE DE VIGAN, geboren 1966, erreichte ihren endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin mit dem Roman ›No &ich‹ (2007), für den sie mit dem Prix des Libraires und dem Prix Rotary International 2008 ausgezeichnet wurde. Ihr Roman ›Nach einer wahren Geschichte‹ (DuMont 2016) stand wochenlang auf der Bestsellerliste in Frankreich und erhielt 2015 den Prix Renaudot. Zuletzt erschien bei DuMont ihre Romane ›Dankbarkeiten‹ (2019) und ›Das Lächeln meiner Mutter‹ (2020). Die Autorin lebt mit ihren Kindern in Paris.

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