Blick ins Buch

Romane

Tage ohne Hunger

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Über das Buch

Laure ist neunzehn Jahre alt und magersüchtig. Als die Krankheit ihr Leben bedroht, wird sie in eine Klinik eingewiesen. Dort taucht Laure in eine ganz eigene Welt ein und begreift, dass sie nicht die Einzige ist, die sich in eine Krankheit flüchtet. Und so beginnt sie zu schreiben: über Monsieur Hundertdreißigkilo, dem genau das Gegenteil von ihr gelingen muss, über die Blaue, ein grausam-gehässiges Klatschweib, deren Krankheit ihre Boshaftigkeit ist, über Fatima, die sich nicht zum ersten Mal in der Klinik aufhält. Alle kämpfen, so wie sie. Laure hasst die Kalorien, das Fett, das sie zunehmend auf ihrem Körper spürt. Es gibt Tage, da hasst sie ihren Arzt, der sie dafür lobt, dass sie allmählich wieder aussieht wie ein ‚normaler‘ Mensch. Sie weint, sie tobt, sie plant die Flucht zurück in die Krankheit. Doch sie bleibt, denn Dr. Brunel ist der Einzige, der wirkliches Interesse an ihr zeigt und der hartnäckig um sie ringt. Nach langer Zeit ist er der erste Mensch, dem sich Laure öffnet. Ihm erzählt sie, was die Ursache für ihren Zustand ist: das Zusammenleben mit ihrer psychisch kranken Mutter und die angstmachenden Auseinandersetzungen mit ihrem cholerischen Vater. Es sind nicht nur die Gespräche, sondern auch sein stilles Verstehen, seine behutsames Beharren, seine aufrichtige Verzweiflung, die ihren Lebenswillen wieder wecken.

Editionen (2)

ISBN9783832164690
VerlagDuMont Buchverlag
Erscheinungsdatum13.09.18
Seitenzahl176

Rezensionen & Bewertungen

50 Bewertungen

7 Rezensionen

3,7

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  • kapitelchaos
    kapitelchaos

    105 Follower

    4,0

    Laures Zustand ist lebensbedrohlich als sie sich freiwillig in eine Klinik begibt. Sie hat extremes Untergewicht und allerlei Ausfallerscheinungen. Diagnose: Magersucht. Mit einer Magensonde und regelmäßigen Mahlzeiten soll sie auf ein Gewicht von 50 Kilogramm aufgepäppelt werden. Kein leichtes Unterfangen, denn nicht nur der Körper stellt sich quer. - Delphine de Vigan beschreibt sehr eindrücklich den Heilungsprozess dieser heimtückischen Krankheit. Auf der einen Seite zeigt sie die körperlichen Beschwerden, angefangen beim ständigen Frieren, fehlendem Hungergefühl und Kreislaufzusammenbrüchen, bis hin zu Problemen in der Verdauuung, Schmerzen und Krämpfen auf Grund von Nahrungsaufnahme und der Unfähigkeit Nahrung zu schlucken, auf. Hinzu kommen die psychischen Probleme. Die ständige Stimme, die richtet, wenn Kalorien zugeführt werden, die Angst vor Erhöhung des Körpergewichts, der erlebte Kontrollverlust, das Schamgefühl und die Unfähigkeit ein reales Spiegelbild zu erzeugen. Die Auseiandersetzung ist sehr intensiv, die Darstellung explizit. Sehr gut herausgearbeitet fand ich die Tatsache, dass Magersucht sehr wenig mit dem Wunsch zu tun hat, wirklich dünn zu sein, sondern vielmehr ein Erlebnis von Kontrolle ist. Meist hervorgerufen durch die Unfähigkeit andere Situationen zu kontrollieren. Über das Warum können auf Grund der Ausführungen nur Spekulationen angestellt werden, da sich die Behandlung hier lediglich auf das Zunehmen fokussiert und eine psychotherapeutische Sichtweise nicht stattfindet. Lediglich ab und an wird ein Blick in die Vergangenheit geworfen. Um zu verstehen, wie es dazu gekommen ist, empfehle ich definitiv „Das Lächeln meiner Mutter“ zu lesen, wo die Kindheit und Jugend tief thematisiert wird. Ein starkes Buch das definitiv eine Empfehlung bekommt.

    3. Apr. 2025

  • _butterblume_
    _butterblume_

    594 Follower

    4,5

    "Sie brauchen nicht zu sterben, um wiedergeboren zu werden." Delphine der Vigan schreibt über Anorexie, eine furchtbare Krankheit, die sowohl den Körper als auch die Psyche betrifft. Laure durchlebt eine schwierige Kindheit, rutscht in die Magersucht ab und beginnt im letzten Moment eine Therapie. Der Prozess der Heilung und der Gewichtszunahme wird in klaren, schlichten und deutlichen Worten beschrieben. Ein sehr langer Weg zurück ins Leben und der Kampf um die Lebensfreude, der nach wie vor Arbeit bedeutet. Wieder ein sehr eindrucksvolles Buch der Autorin und eine absolute Leseempfehlung

    8. Nov. 2023

  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Follower

    4,0

    Magersucht sehr nah. Die 19jährige Laure geht in die Klinik, nachdem die Kälte sie fast aufrisst und sie bei einer Körpergröße von 1,75 nur noch 36 Kilo wiegt „Eines Morgens spürte sie, dass die Kälte bis in die Spitzen der Gliedmaßen vorgedrungen war, bis in die Fingernägel, bis in die Haare. Sie wählt die Nummer des Krankenhauses und bat, sie mit ihm zu verbinden. In ihrem Bauch klopft der Tod, sie konnte ihn berühren“ Dort versteht sie Dr. Brunel als einziger und „Er hat ihr das Leben gerettet“. Dieses Buch liest sich wie Tagebucheinträge. Sehr intim, nah und intensiv. Sehr zu empfehlen, wenn man die Krankheit verstehen mag.

    24. Juli 2023

3 von 7 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Delphine de Vigan

DELPHINE DE VIGAN, geboren 1966, erreichte ihren endgültigen Durchbruch als Schriftstellerin mit dem Roman ›No & ich‹ (2007), für den sie mit dem Prix des Libraires und dem Prix Rotary International 2008 ausgezeichnet wurde. Ihr Roman ›Nach einer wahren Geschichte‹ (DuMont 2016) stand wochenlang auf der Bestsellerliste in Frankreich und erhielt 2015 den Prix Renaudot. Zuletzt erschien bei DuMont ihre Romane ›Dankbarkeiten‹ (2019) und ›Das Lächeln meiner Mutter‹ (2020). Die Autorin lebt mit ihren

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