Blick ins Buch

Romane

Jacaranda

4,5(47)
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Über das Buch

Milan ist ein ganz normaler Junge aus Versailles. Bis zu dem Tag, an dem Claude auftaucht, ein Verwandter seiner Mutter aus Ruanda. Als Claude wieder verschwindet, lässt Milan die Erinnerung an den kleinen »Bruder« nicht mehr los. Warum hat die Mutter ihn nie erwähnt, warum kennt Milan Ruanda nur aus den Abendnachrichten? Erst als junger Mann reist er nach Kigali, freundet sich wieder mit Claude an und dem undurchsichtigen Sartre. Reise um Reise beginnt Milan das Familiengeheimnis aufzudecken, begreift, dass sich Ruanda noch immer vom Völkermord an den Tutsi erholen muss. Mit der für ihn typischen Sanftheit verfolgt Gaël Faye die Lebenswege seiner Figuren, erzählt von Dialog und Vergebung. Ein Buch, aus dem man verändert hervorgeht.

Ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot

»Zutiefst bewegend. Es gibt kein anderes Wort.« 20 minutes

ISBN9783492073974
VerlagPiper
Erscheinungsdatum29.08.25
Seitenzahl272

Rezensionen & Bewertungen

47 Bewertungen

9 Rezensionen

4,5

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  • mira20
    mira20

    106 Follower

    5,0

    Die Intensität und Schwere der Thematik forderten mich stark heraus. Trotzdem hat das Buch mich auch bereichert.

    1. Feb. 2026

  • jam
    jam

    42 Follower

    5,0

    Dieses Buch hat mich umgehauen - ein Highlight des bisherigen Jahres!

    Nach der Lektüre musste ich das Ganze erst mal sacken lassen bevor ich einen Beitrag schreiben konnte, da ich sehr aufgewühlt war von der Geschichte. Milan lebt in Frankreich und ist der Sohn einer Rwandesin und eines Franzosen. Er führt ein normales Leben bis er im Fernseher die Bilder von den Massakern in Rwanda 1994 sieht. Bald darauf taucht ein "Cousin" auf, der Unterschlupf bei Ihnen findet und aus Rwanda gekommen ist. Da beginnt er seine Mutter über Ihre Vergangenheit und ihr Mutterland zu befragen. Diese spricht jedoch gar nicht gerne darüber. Der "Cousin" reist dann auch bald wieder zurück. Ein paar Jahre später reist Milan selbst mit der Mutter nach Rwanda, da diese bestimmte administrative Dinge klären muss. Hier trifft er wieder auf Claude, den "Cousin", und beginnt langsam aber sicher das Land kennenzulernen. In der Folge reist er immer wieder dorthin und entdeckt mehr und mehr über die Menschen, das Land und auch sich selbst. Eine Geschichte übers Erwachsenwerden unter widrigen Umständen zwischen zwei Welten. Gaël Faye hat hier ein umwerfendes Buch geschrieben. Habe schon Petit Pays sehr gemocht. Hier ist es aber eine rundere und sehr viel literarischere Geschichte. Er schafft es mit der Figur von Milan einen Blick auf das Land und seine Geschichte zu werfen, der nach Aussen und nach Innen gerichtet ist. Dabei erfahren wir viel über die Geschichte und die Gefühle der Menschen eines Landes, das in seiner schwierigsten Zeit von der Welt alleine gelassen wurde. Gerade die letzten ca. 100 Seiten haben mich sehr berührt - war beim Lesen selten den Tränen so nahe, und das aus Trauer und Freude. Vielleicht hat es mich auch so berührt weil ich vor einigen Jahren in Rwanda war, und es mir sehr gefallen hat. Das Land, die Leute, die Stimmung. Das Buch bringt jedenfalls diesen Widerspruch von Schwere und Leichtigkeit, den man spürt, sehr gut rüber. Die Figuren sind alle sehr liebevoll gezeichnet und in ihrer Funktion schlau eingesetzt. Dabei lehrt er uns einiges, ohne belehrend zu sein. Hätte meiner Meinung nach den Prix Concourt verdient. Absolute Empfehlung für alle, die mit der Thematik etwas anfangen können. Es lohnt sich enorm dieses Buch zu lesen - ist jetzt auch auf Deutsch erschienen.

    7. Sept. 2025

  • _bettina_
    _bettina_

    44 Follower

    5,0

    Absolutes Lieblingsbuch Jänner 2026!

    Eine Familiengeschichte rund um den Genozid 1994 in Ruanda die mich sehr bewegt hat...

    1. Feb. 2026

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Gaël Faye

Gaël Faye, 1982 in Burundi geboren, wuchs als Kind einer ruandischen Mutter und eines französischen Vaters auf, bevor er 1994 infolge des in Burundi herrschenden Bürgerkriegs nach Frankreich flüchten musste. Nach dem Ende seines Wirtschaftsstudiums arbeitete er zwei Jahre als Investmentbanker in London und kehrte schließlich nach Frankreich zurück, wo er inzwischen als Musiker und Autor höchste Anerkennung genießt. Sein erster Roman »Kleines Land« war für den Prix Goncourt nominiert, erhielt den Prix Goncourt des Lycéens und zahlreiche andere literarische Auszeichnungen. »Jacaranda« wurde mit dem Prix Renaudot ausgezeichnet und stand viele Wochen auf der französischen Bestsellerliste.

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