Eine Frau will mit ihrer Cousine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Abends unternimmt das Paar noch einen Gang ins Dorf. Am Morgen stellt sich heraus, daß die beiden in der Nacht nicht zurückgekehrt sind. Zusammen mit dem Hund macht die Frau sich auf den Weg, um sie zu suchen. Doch plötzlich kehrt der Hund mit blutender Schnauze zu ihr zurück, und dann stößt sie selbst an ein unsichtbares Hindernis. Es ist eine riesige gläserne Wand, durch die sie, der Hund, eine Katze und eine trächtige Kuh in einem genau umgrenzten Stück Natur gefangen sind...
Einerseits wunderschön und eindrücklich geschrieben. Ich konnte mit stellenweise sehr gut in die Protagonistin hinein versetzen und habe gefühlt neben ihr auf der Bank der Jagdhütte gesessen. Leider, leider aber war es für mich insgesamt zu wenig abwechslungsreich, zu wenig Handlung. Deswegen leider nur 3,5 ⭐️, obwohl ich gerne mehr gegeben hätte.
23. Apr. 2026
3,5
Einerseits wunderschön und eindrücklich geschrieben. Ich konnte mit stellenweise sehr gut in die Protagonistin hinein versetzen und habe gefühlt neben ihr auf der Bank der Jagdhütte gesessen. Leider, leider aber war es für mich insgesamt zu wenig abwechslungsreich, zu wenig Handlung. Deswegen leider nur 3,5 ⭐️, obwohl ich gerne mehr gegeben hätte.
Nun habe ich die Wand beendet und was soll ich sagen, ein beeindruckender Roman, ich habe mich mit der namenlosen Frau, die diesen Bericht schrieb, absolut verbunden gefühlt.
Die Frage, die ich mir immer stellte, wie würde ich werden, was würde ich in so einer Situation tun? Könnte ich überleben?
In dem Roman die Wand geht es um eine, ich schätze, Anfang 40 jährige Frau, die morgens in einer Jagdhütte, in den Bergen, im Wald erwacht und feststellt, dass ihre Cousine Luise und deren Mann Hugo, aus dem Tal nicht zurückgekommen sind. Sie macht sich auf die Suche, aber merkt bald, dass sie nicht weit kommt, da sie gegen eine durchsichtige Wand stößt. Diese Wand trennt sie von einer Zivilisation, wo alles tot ist und nur sie noch lebt. Luchs, der Hund von Hugo ist zum Glück bei ihr geblieben und leistet ihr fortan Gesellschaft und die Kuh Bella. Auch einige Katzen sind immer wieder in ihrer Nähe. Die Frau erkundet den Wald und sorgt sich fortan nur ums Überleben, um Nahrung, Holz, Nahrungsreserven und Vermehrung. Körperlich kommt sie dabei an ihre Grenzen und merkt all zu oft ihre Schwächen, aber sie gewöhnt sich an das einsame Leben, dass allerdings immer wieder durch schreckliche Verluste ihrer Tiere überschattet wird. Immer wieder holt sich die Natur, die lieb gewordenen Gefährten zurück, die als einzige Verbündete mir ihr die Einsamkeit teilen.
Das Buch ist sehr naturverbunden, auf eine metaphorische Art geschrieben, die einem das Gefühl vermittelt, mit der Frau in dieser Hütte zu existieren. Im Prinzip passiert nicht wirklich viel, es ist einfach nur faszinierend zu lesen, wie sich die Einstellung eines Menschen verändert, wenn plötzlich nichts mehr so ist wie es mal war und wir wieder unsere Naturinstinkte mobilisieren müssen, wie wir uns verändern, ob geistig und körperlich. Es geht nur noch ums Überleben.
Beeindruckender Roman, der mir noch lange in Gedächtnis bleiben wird.
▪️Jagdhütte ▪️Alm ▪️Luchs ▪️Perle ▪️die Katze ▪️Tiger▪️Bella ▪️der Stier ▪️Überleben▪️Erdäpfel▪️Leben allein in der Natur
17. Mai 2026
4,5
Gefangen in der Natur, beeindruckend
Nun habe ich die Wand beendet und was soll ich sagen, ein beeindruckender Roman, ich habe mich mit der namenlosen Frau, die diesen Bericht schrieb, absolut verbunden gefühlt.
Die Frage, die ich mir immer stellte, wie würde ich werden, was würde ich in so einer Situation tun? Könnte ich überleben?
In dem Roman die Wand geht es um eine, ich schätze, Anfang 40 jährige Frau, die morgens in einer Jagdhütte, in den Bergen, im Wald erwacht und feststellt, dass ihre Cousine Luise und deren Mann Hugo, aus dem Tal nicht zurückgekommen sind. Sie macht sich auf die Suche, aber merkt bald, dass sie nicht weit kommt, da sie gegen eine durchsichtige Wand stößt. Diese Wand trennt sie von einer Zivilisation, wo alles tot ist und nur sie noch lebt. Luchs, der Hund von Hugo ist zum Glück bei ihr geblieben und leistet ihr fortan Gesellschaft und die Kuh Bella. Auch einige Katzen sind immer wieder in ihrer Nähe. Die Frau erkundet den Wald und sorgt sich fortan nur ums Überleben, um Nahrung, Holz, Nahrungsreserven und Vermehrung. Körperlich kommt sie dabei an ihre Grenzen und merkt all zu oft ihre Schwächen, aber sie gewöhnt sich an das einsame Leben, dass allerdings immer wieder durch schreckliche Verluste ihrer Tiere überschattet wird. Immer wieder holt sich die Natur, die lieb gewordenen Gefährten zurück, die als einzige Verbündete mir ihr die Einsamkeit teilen.
Das Buch ist sehr naturverbunden, auf eine metaphorische Art geschrieben, die einem das Gefühl vermittelt, mit der Frau in dieser Hütte zu existieren. Im Prinzip passiert nicht wirklich viel, es ist einfach nur faszinierend zu lesen, wie sich die Einstellung eines Menschen verändert, wenn plötzlich nichts mehr so ist wie es mal war und wir wieder unsere Naturinstinkte mobilisieren müssen, wie wir uns verändern, ob geistig und körperlich. Es geht nur noch ums Überleben.
Beeindruckender Roman, der mir noch lange in Gedächtnis bleiben wird.
▪️Jagdhütte ▪️Alm ▪️Luchs ▪️Perle ▪️die Katze ▪️Tiger▪️Bella ▪️der Stier ▪️Überleben▪️Erdäpfel▪️Leben allein in der Natur
Ein kraftvolles und tröstliches Buch über das Aushalten und Gestalten von Wirklichkeit
Die Wand von Marlen Haushofer ist mir in einer Phase begegnet, in der ich für genau dieses Buch besonders empfänglich war. Ich war einige Tage mit einer schweren Grippe ans Bett gebunden, körperlich erschöpft, aus dem gewohnten Leben herausgenommen und auf einen sehr kleinen Radius zurückgeworfen. In einem Gespräch bei Sternstunde Philosophie hatte Elke Heidenreich den Roman empfohlen, und so habe ich mich für das Hörbuch entschieden. Gelesen wird es von Elisabeth Schwarz, deren Stimme mich mit einer großen Ruhe und Genauigkeit durch diesen Text getragen hat. Gerade in meinem Zustand hatte diese Art des Vorlesens etwas außerordentlich Wohltuendes.
Zunächst gab es für mich allerdings eine gewisse Reibung. Ich hatte am Anfang durchaus Mühe, mich ganz in das Buch fallen zu lassen, weil die Ausgangslage in mir sofort einen anderen Impuls ausgelöst hat. Wäre ich plötzlich von einer unsichtbaren Wand eingeschlossen gewesen, hätte ich wohl zuerst alle denkbaren Versuche unternommen, sie zu zerstören, sie zu überwinden, über sie zu klettern, ihre Grenzen auszuloten und ihr mit Widerstand zu begegnen. Die Protagonistin verhält sich anders. Sie akzeptiert ihre Lage erstaunlich früh und richtet ihre Energie bald auf das Leben innerhalb dieser Gegebenheit. Gerade das hat mich zunächst irritiert.
Mit der Zeit wurde mir jedoch klar, dass dieser Punkt für mich zwar ein logischer Fallstrick war, für das eigentliche Wesen des Buches jedoch weit weniger entscheidend ist. Die Wand entfaltet seine Kraft nicht aus einer minutiösen Plausibilisierung der Ausnahmesituation, sondern aus der inneren Bewegung, die aus ihr hervorgeht. Es geht um die langsame Einrichtung in eine radikal veränderte Wirklichkeit, um Fürsorge, Arbeit, Rhythmus, Wahrnehmung und um die Frage, wie ein Mensch unter entleerten Bedingungen dennoch eine Form von Beziehung zur Welt aufrechterhält. In dem Moment, in dem ich das zugelassen habe, konnte ich mich auch in diese neue Lage hineinbegeben und dem Buch auf eine sehr viel tiefere Weise folgen.
Was mich dann besonders berührt hat, war das Lebensgefühl, das Haushofer aus einer objektiv trostlosen und fast aussichtslosen Situation gewinnt. Die Erzählerin erlebt Verlust, Einsamkeit, Frust und ein hohes Maß an Entbehrung, und doch entsteht aus ihrem Umgang damit etwas überraschend Klares und fast Tröstliches. Sie gibt ihrem Alltag Struktur, übernimmt Verantwortung, widmet sich den Tieren, der Nahrung, den Jahreszeiten, den kleinen Notwendigkeiten des Überlebens. Darin liegt eine stille konstruktive Kraft, die mich gerade während meiner Krankheit sehr erreicht hat. Ich habe dieses Buch nicht als düster empfunden, sondern in einer eigentümlichen Weise als hoffnungsvoll.
Vielleicht lag genau darin auch die eigentliche Synchronizität dieser Lektüre mit mir selbst. Während ich selbst ans Bett gebunden war und mein Körper mir enge Grenzen setzte, hat mich dieses Buch in eine Existenzform mitgenommen, die aus Begrenzung keine bloße Verarmung macht. Es zeigt, wie im Kleinen dennoch Welt entstehen kann. Diese Haltung, dieser nüchterne und zugleich zähe Umgang mit Frustration, Müdigkeit und Realität, war für mich in diesen Tagen ungemein bereichernd.
Der Roman entwickelt seinen Sog weniger aus dramatischen Ereignissen als aus Beobachtung, innerer Verdichtung und einer fast unspektakulären Konsequenz im Erzählen. Zusammen mit der sehr stimmigen Stimme von Elisabeth Schwarz ergibt sich daraus eine dichte und nachwirkende Hörerfahrung. Für mich war Die Wand in dieser Situation weit mehr als nur Literatur. Es war eine Begleitung durch einen Zustand der Einschränkung, und vielleicht gerade deshalb ein Buch, das mir auf sehr eindrucksvollen und nachhallende Weise Kraft gegeben hat.
23. Apr. 2026
5,0
Ein kraftvolles und tröstliches Buch über das Aushalten und Gestalten von Wirklichkeit
Die Wand von Marlen Haushofer ist mir in einer Phase begegnet, in der ich für genau dieses Buch besonders empfänglich war. Ich war einige Tage mit einer schweren Grippe ans Bett gebunden, körperlich erschöpft, aus dem gewohnten Leben herausgenommen und auf einen sehr kleinen Radius zurückgeworfen. In einem Gespräch bei Sternstunde Philosophie hatte Elke Heidenreich den Roman empfohlen, und so habe ich mich für das Hörbuch entschieden. Gelesen wird es von Elisabeth Schwarz, deren Stimme mich mit einer großen Ruhe und Genauigkeit durch diesen Text getragen hat. Gerade in meinem Zustand hatte diese Art des Vorlesens etwas außerordentlich Wohltuendes.
Zunächst gab es für mich allerdings eine gewisse Reibung. Ich hatte am Anfang durchaus Mühe, mich ganz in das Buch fallen zu lassen, weil die Ausgangslage in mir sofort einen anderen Impuls ausgelöst hat. Wäre ich plötzlich von einer unsichtbaren Wand eingeschlossen gewesen, hätte ich wohl zuerst alle denkbaren Versuche unternommen, sie zu zerstören, sie zu überwinden, über sie zu klettern, ihre Grenzen auszuloten und ihr mit Widerstand zu begegnen. Die Protagonistin verhält sich anders. Sie akzeptiert ihre Lage erstaunlich früh und richtet ihre Energie bald auf das Leben innerhalb dieser Gegebenheit. Gerade das hat mich zunächst irritiert.
Mit der Zeit wurde mir jedoch klar, dass dieser Punkt für mich zwar ein logischer Fallstrick war, für das eigentliche Wesen des Buches jedoch weit weniger entscheidend ist. Die Wand entfaltet seine Kraft nicht aus einer minutiösen Plausibilisierung der Ausnahmesituation, sondern aus der inneren Bewegung, die aus ihr hervorgeht. Es geht um die langsame Einrichtung in eine radikal veränderte Wirklichkeit, um Fürsorge, Arbeit, Rhythmus, Wahrnehmung und um die Frage, wie ein Mensch unter entleerten Bedingungen dennoch eine Form von Beziehung zur Welt aufrechterhält. In dem Moment, in dem ich das zugelassen habe, konnte ich mich auch in diese neue Lage hineinbegeben und dem Buch auf eine sehr viel tiefere Weise folgen.
Was mich dann besonders berührt hat, war das Lebensgefühl, das Haushofer aus einer objektiv trostlosen und fast aussichtslosen Situation gewinnt. Die Erzählerin erlebt Verlust, Einsamkeit, Frust und ein hohes Maß an Entbehrung, und doch entsteht aus ihrem Umgang damit etwas überraschend Klares und fast Tröstliches. Sie gibt ihrem Alltag Struktur, übernimmt Verantwortung, widmet sich den Tieren, der Nahrung, den Jahreszeiten, den kleinen Notwendigkeiten des Überlebens. Darin liegt eine stille konstruktive Kraft, die mich gerade während meiner Krankheit sehr erreicht hat. Ich habe dieses Buch nicht als düster empfunden, sondern in einer eigentümlichen Weise als hoffnungsvoll.
Vielleicht lag genau darin auch die eigentliche Synchronizität dieser Lektüre mit mir selbst. Während ich selbst ans Bett gebunden war und mein Körper mir enge Grenzen setzte, hat mich dieses Buch in eine Existenzform mitgenommen, die aus Begrenzung keine bloße Verarmung macht. Es zeigt, wie im Kleinen dennoch Welt entstehen kann. Diese Haltung, dieser nüchterne und zugleich zähe Umgang mit Frustration, Müdigkeit und Realität, war für mich in diesen Tagen ungemein bereichernd.
Der Roman entwickelt seinen Sog weniger aus dramatischen Ereignissen als aus Beobachtung, innerer Verdichtung und einer fast unspektakulären Konsequenz im Erzählen. Zusammen mit der sehr stimmigen Stimme von Elisabeth Schwarz ergibt sich daraus eine dichte und nachwirkende Hörerfahrung. Für mich war Die Wand in dieser Situation weit mehr als nur Literatur. Es war eine Begleitung durch einen Zustand der Einschränkung, und vielleicht gerade deshalb ein Buch, das mir auf sehr eindrucksvollen und nachhallende Weise Kraft gegeben hat.
Die tierische Gemeinschaft wächst... Aber ich bin gespannt, welche Gefahren (?) noch kommen. Zumindest wird das ja angedeutet durch den zukünftigen Tod des Hundes und dem Kommentar, dass die Erzählerin nun wisse, wofür das Messer seine Daseinsberechtigung hat. Kann natürlich auch eine falsche Fährte sein und es kommt ganz anders, aber stand jetzt wirkt es so
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Autorin / Autor
Über Marlen Haushofer
Marlen Haushofer wurde am 11. April 1920 in Oberösterreich geboren. Sie studierte Germanistik in Wien und Graz und lebte später mit ihrem Mann und zwei Kindern in Steyr. Am 21. März 1970 starb die Schriftstellerin in Wien. Obwohl sie 1968 mit dem Österreichischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet wurde, hatten ihre Bücher erst nach ihrem Tod großen Erfolg, als die Frauenbewegung sie für sich entdeckte. 2012 wurde ihr bekantestes Werk Die Wand mit Martina Gedeck in der Hauptrolle verfilmt.