Blick ins Buch

Humor

Lass uns noch mal los

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Über das Buch

»Zusammen wohnen, zusammen leben, zusammen feiern. Jetzt sind wir sogar zusammen alt geworden!«
In den Achtzigern flohen Susanne und ihre Freundinnen nach Berlin Kreuzberg, um dem spießigen Westdeutschland mit seinen Kleinfamilien und Kiesauffahrten zu entkommen. Vierzig Jahre später sitzen sie in der Abendsonne bei einem Glas Wein zusammen und erkennen ihr Viertel kaum wieder. Ihr buntes Leben wird von Reichtum, Müll und Touristenströmen erdrückt. Entschlossen starten die Heldinnen von damals eine neue Revolution. Ganz wörtlich "von unten". Ein aufrüttelnder Roman über Mut, Zuversicht und Zusammenhalt in einer sich verändernden Welt.

»Susanne Matthiessen ist die geborene Erzählerin. Man könnte ihr einfach ewig zuhören.« WDR5

Editionen (2)

ISBN9783548070513
VerlagUllstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum31.07.25
Seitenzahl336

Rezensionen & Bewertungen

55 Bewertungen

9 Rezensionen

3,8

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  • jtk_0701
    jtk_0701

    344 Follower

    5,0

    Das war Lesevergnügen pur. Ich muss gestehen, ich dachte erst, ich lese eine autofiktionale Geschichte, da die Protagonistin genauso wie die Autorin heißt und doch hab ich auch schnell gemerkt, hier liegt so viel Ironie in dem Text, so viel Humor, dass ist nicht ganz echt, aber doch auch nah dran an der Realität. Und nachdem auf Seite 21 Christiane F. erwähnt wird, wusste ich schnell, das wird ein Buch für mich. Susanne zieht in 80ern nach Berlin. Bei Unruhen in Kreuzberg lernt sie Gabriele und Dorothea kennen, die in einem Abbruchhaus mit vielen Frauen leben und für mehr Rechte für Frauen kämpfen. Sie werden Freundinnen fürs Leben und Jahre später leben sie immer noch alle in einem selbst gebauten und selbstverwalteten, feministisch geprägten Haus in Kreuzberg. Kurz vor Susannes sechzigstem Geburtstag verliert sie ihre Festeinstellung und muss ihre Wohnung untervermieten, um alle laufenden Kosten zu stemmen. Klingt alles ziemlich harmlos, aber ist einfach nur genial umgesetzt. Voller Leichtigkeit und mit viel Humor erzählt Susanne Matthiessen auf skurrile Art die Probleme von heute. Klug und mit ganz viel Ironie erzählt sie über Altersarmut, Wohnungsnot, Generationenkonflikt, Altersdiskriminierung und die immer noch vorhandenen Geschlechterungleichheiten. Für mich war es eine reine Freude, dieses schlaue und witzige Buch zu lesen. Wie oft hab ich hier geschmunzelt und oft auch die Doppelmoral der Menschen erkannt. Absolute Leseempfehlung! S.266 „Es war nie geplant, dass Frauen dasselbe Geld, dieselben Möglichkeiten, den ihnen zustehenden Anteil an Macht, Schutz und Einfluss erhalten. Selbst der Weg dorthin, die Zielgerade, war ein großer Schwindel. Alles Fake.“ S.267 „Man verkämpft sich jeden Tag in unzähligen Scharmützeln mit Ämtern, Behörden, Paketdiensten, Versicherungen, Krankenkassen, Banken, Online-Bezahldiensten, Bahn, Stromanbietern, Energieversorgern, Callcentern und Selbstbedienungskassen. Einmal vertippt in der Navigator-App der Bahn, weil man vielleicht nicht mehr so gut sieht? Bye-bye, fünfzig Euro.“

    4. Juni 2025

  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Follower

    3,0

    Ziemlich genau so fühlt sich für mich die Situation gerade an. Als wäre es unerheblich, wer wie in welcher Form da jetzt im Keller haust, als wäre mein Umzug automatisch mit einer Statusänderung verbunden. Ich steig ab und bin raus? "Ihr hättet mich wenigstens fragen können." "Du hast keinen Sonderstatus," belehrt mich Waltraud. "Du hast es selbst so gewollt. Inszenier dich hier nicht als Opfer." - Zitat, Seite 152 Gekommen, um zu bleiben. Das ist das Motto der jungen Ich-Erzählerin, die wie ihre Schöpferin zur Boomer Generation gehört und auf denselben Vornamen hört. Am 1. Mai 1987 erobert sie für sich den Kreuzberg (Berlin), mit Penatencreme im Haar und neu entdeckten Mitstreiterinnen. Dann folgt ein Zeitsprung in die vermüllte Gegenwart des Kreuzbergs. Susanne wohnt noch immer in der BURG, ein Haus, welches nur von Frauen bewohnt wird. Bald schon naht der 60. Geburtstag der Protagonistin und es wird Zeit, ein Resümee zu ziehen. Was ist aus dem großen Traum der Freiheit geworden? Aus der Forderung für mehr Geld, mehr Macht, mehr Einfluss mit dem Ziel eines unabhängigen Lebens nach ihrem Geschmack? Doch dann verliert Susanne unvermittelt ihren Job, muss untervermieten und in den Keller ziehen - und damit nehmen die unvorhergesehenen Ereignisse und die damit verbundenen Herausforderungen noch lange nicht ihr Ende ... Jedes Kapitel wird mit einer Abbildung aus einem alten Poesiealbum eingeleitet, dessen Spruch auch für die jeweilige Überschrift sorgt. Das ist eine originelle Idee. Susanne Matthiesen hat eine sehr authentische Geschichte geschrieben, die wahrscheinlich von ihrer eigenen Biografie geprägt ist. Ihr Schreibstil ist sehr lebendig und man kann sich die Bewohnerinnen richtig gut vorstellen. Auch weist die Autorin im Text mit Zahlen und Fakten auf aktuelle Missstände, vor allem auf die Wohnungsnot in Berlin, hin. Trotzdem: der ganz große Wumms, die versprochene Revolution, die der Klappentext ankündigt, bleibt irgendwie aus - oder hab ich am Ende was nicht mitgekriegt? FAZIT Zunächst war ich etwas enttäuscht, weil ich eine Geschichte aus den späten 1980er Jahren erwartet hatte, also aus den wilden und jungen Jahren der Protagonistin und ihrer feministischen Streiterinnen. Und als ich mich dann damit abgefunden hatte, ging mir in der Geschichte das Streitbare ab. Den "Kampf mit dem Fachmann" hab ich definitiv vermisst. Wer wissen will, was ich meine, dem sei unbedingt das gleichnamige Werk von Mechtilde Lichnowsky aus dem Jahr 1924 empfohlen.

    13. Juli 2025

  • brigitte0904
    brigitte0904

    134 Follower

    4,0

    Ein leichter, humorvoller Roman über ernste Themen wie Altersarmut, Wohnungsnot und Gleichbehandlung von Frauen und Männern . Hat Spaß gemacht!

    19. Juni 2025

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Susanne Matthiessen

Susanne Matthiessen, Jahrgang 1963, ist gebürtige Sylterin. Als Journalistin verarbeitet sie gesellschaftspolitische Entwicklungen zu Programmideen für Radio, Fernsehen und Internet. 15 Jahre lang war sie Kolumnenschreiberin für die Sylter Rundschau. Ihr Debüt Ozelot und Friesennerz. Roman einer Sylter Kindheit wurde auf Anhieb ein Bestseller. Susanne Matthiessen lebt gern in Berlin, lebt aber nur am Meer richtig auf.

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