Blick ins Buch

Romane

Mickey und Arlo

3,8(88)
Sprache
Deutsch
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Über das Buch

Zwei Schwestern. Sieben Therapiestunden. Ein Problem. Ein mitreißendes Debüt über die großen und kleinen Katastrophen des Alltags Als die 33-jährige Mickey die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhält, ist sie nicht sonderlich getroffen. Sie ist ohne ihn aufgewachsen, zeit ihres Lebens ist er ein Fremder geblieben. Umso überraschender, dass er ihr ein Vermögen hinterlassen hat. Der kuriose Haken dabei: Mickey muss sieben Therapiesitzungen absolvieren, bevor das Erbe freigegeben wird. Und so schlägt sie bei der Therapeutin Arlo auf, nicht ahnend, dass sie ihrer eigenen Halbschwester gegenübersitzt. Auch Arlo weiß nicht, wer sich hinter der neuen Patientin verbirgt, und schon bald befinden sich die beiden auf einem Kollisionskurs, der sie entweder zerstören oder retten wird.

Editionen (1)

ISBN9783446281097
Verlaghanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum18.02.25
Seitenzahl416

Rezensionen & Bewertungen

88 Bewertungen

23 Rezensionen

3,8

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  • i.smell.rain
    i.smell.rain

    187 Follower

    4,5

    "Manchmal. Aber bei anderen Gelegenheiten trinke ich, weil ich weiß, dass ich es sowieso tun werde - Es ist fast so, als wäre es schon passiert. Ich laufe nur mit. Wie es das Drehbuch vorschreibt."

    5,5 Millionen Dollar für 7 Therapiesitzungen, na wenn das nicht easy wird. Wird es aber nicht, denn die Sucht spielt nicht auf der Liega des Vorstandes. Gefangen in einer Urwunde des frühen Verlassen werden, erlebt Mickey alias Michelle ein absolutes Chaos zwischen liebevoller Hingabe für  ihremln Beruf und der ständigen Suche dem nächsten Suchtdruck möglichst schnell mit dem nächsten Schluck die Stimme zu entziehen. Arlo hingegen, hat sich vor dem Tod ihres Vaters hingebungsvoll um ihn gekümmert. Und auch der Alkohol wurde von ihr toleriert, der gehörte halt einfach zu ihm. Sie beschreibt recht ausführlich was es bedeutet sich um einen nahen Angehörigen zu kümmern. Das versetzte mir einen ziemlichen Stich, ich fühle jedes Wort als Erlebtes, es geht einen nahe. Pflege von Alten und dann noch Suchtkranken ist definitiv eine Hausnummer für sich und wird einen mental noch einige Zeit begleiten. Die Authentizität der Beschreibung war für mich also sehr greifbar. Als Therapeutin, verstand sie die tieferen Gedankengänge von Menschen. Zumindest dachte sie das bisher, bis sie auf Mickey trifft und zwei Leben sich miteinander vereinen. Gleichzeitig ist es locker geschrieben, so locker wie Mickey die Sache wahrnimmt -  S. 185 "Mit Sucht hatte Mickey nichts zu tun. Wie auch? Wie könnte eine gebildete, halbwegs erfolgreiche Frau mit einem Schongarer süchtig sein? Süchtige führten ein viel aufregenderes Leben als sie". An manchen Stellen ist es so lustig,  sehr überspitzt, manchmal auch unlogisch und etwas trashy, typisch amerikanisch, hat aber auch seinen Scharm. Dieses Buch zeigt wieder ein vermeintliches Tabuthema, welches wir thematisieren dürfen und müssen. 7,9 Millionen Menschen, so hoch ist die Zahl der Bevölkerung in Deutschland die Alkohol konsumieren im gesundheitlicher riskanter Form. Das sind 14,8% der Erwachsenen Bevölkerung zwischen 16 und 64 Jahren. Es ist so umgänglich so normal, immer und überall auf etwas anzustoßen. Eben eine Gesellschaftsdroge. Mich hat das Buch insgesamt sehr bewegt. Der Schreibstil ist nicht immer so fließend, des öfteren haben sich auch Übersetzungsfehler eingeschlichen. Dennoch kann ich das Buch insgesamt sehr empfehlen. Glaube aber es ist nicht für jeden was. Trigger: Alkoholsucht!

    "Manchmal. Aber bei anderen Gelegenheiten trinke ich, weil ich weiß, dass ich es sowieso tun werde - Es ist fast so, als wäre es schon passiert. Ich laufe nur mit. Wie es das Drehbuch vorschreibt."

    25. März 2025

  • schniepigram
    schniepigram

    139 Follower

    3,0

    War ganz ok! Nachdem mich die Leseprobe so sehr begeistert hat, war ich dann leider nach Beenden des Buches ein wenig enttäuscht. Die Themen sind wichtig, aber die Umsetzung war hier irgendwie nicht so geglückt. Ich hatte irgendwie eher weniger Emotionen beim Lesen. Es war an manchen Stellen mal witzig, und an anderen Stellen schon auch ernst. Aber es hat bei mir nichts an Gefühlen rauskitzeln können. Schade, wird wohl nicht so recht in meinem Kopf hängen bleiben die Geschichte.

    19. Apr. 2025

  • 4,0

    Ungewollte Familientherapie

    Was passiert, wenn der alkoholkranke Vater die eine Tochter verlässt, eine neue Familie gründet, und bei der anderen, neuen Tochter bleibt? Was passiert, wenn er dann stirbt und seine Millionen der ersten Tochter vererbt, aber unter einer Bedingung: sie muss eine Therapie machen um das Geld ausgezahlt zu bekommen- bei der zweiten Tochter. Beide kennen sich nicht. Beide mögen sich nicht und brauchen sich doch dringender, als sie ahnen können. Das Buch beschreibt ein wahnsinnig komplexes Thema, nämlich das der psychischen Erkrankungen und der Frage die wohl jeden Betroffenen beschäftigt: werde ich jemals ganz gesund? Diesem Thema in einem Roman gerecht zu werden, in dem gleich beide Schwestern mit ihren eigenen Dämonen kämpfen, ist sehr ambitioniert, zumal die Traumata der beiden bereits in der Kindheit mit dem alkoholabhängigem Vater beginnen. Hinzu kommt das Thema des Verlustes und der Trauer. Der Roman spricht diese Probleme aber mit sehr viel Authentizität an, der besonders die Dynamik der Rückschläge und doch immer wieder aufkeimenden Hoffnung sehr gut einfängt. Obwohl ich am Anfang meine Probleme mit den Charakteren hatte, der Achterbahnfahrt und der Selbstzerstörung besonders von Mickey und dadurch nur wenig Zugang zu den beiden Schwestern fand, führte die Geschichte im Verlauf dazu, dass ich mich immer weiter in sie hinein fühlte, mich sorgte und so dringend wollte, dass für sie alles gut wird. Dafür sorgte auch der Witz und die Leichtigkeit, die trotz der schweren Themen immer wieder Einzug in die Sprache des Romans fanden. Einige Szenen wirkten zwar etwas konstruiert und übertrieben angespannt, in der Gesamtheit aber doch annähernd realistisch. Und trotz ihres kaputten Lebens haben die beiden Charaktereigenschaften, die immer wieder verdeutlichen, dass ein Mensch nie in seiner Gesamtheit schlecht ist, dass es immer wieder Nuancen und Angewohnheiten gibt, innere Überzeugungen, die ihn doch liebenswert machen. Und das ist für mich auch eine der schönsten Aussagen des Romans: kein Mensch ist nur schlecht. Für mich ein schöner Roman, der vor allem den langen Weg der Heilung aufzeigt, der zeigt wieviel Kraft und Arbeit darin steckt und trotzdem die Hoffnung und den Optimismus dabei nicht erstickt.

    10. März 2025

3 von 23 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Morgan Dick

Morgan Dick, Jahrgang 1993, stammt aus Calgary, Kanada. Sie hat bereits zahlreiche Kurzgeschichten in renommierten Literaturzeitschriften veröffentlicht. Mickey und Arlo ist ihr Romandebüt.

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