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Was für ein Plot und welch gute Umsetzung! Ich hatte befürchtet, es könnte zu viel Kafka sein (auch wenn ich „Die Verwandlung“ mochte, war es jetzt nicht gerade der Schreibstil, der mich total umgehauen hat), aber Irrtum. Mohsin Hamid Schreibstil hat mich direkt in die Story reingezogen. Zwar hat es mich am Anfang wirklich stark an „Die Verwandlung“ erinnert, aber die Geschichte ist nicht in Anders Zimmer geblieben, sondern hat sich ausgeweitet auf die ganze (unbekannte) Stadt. Anders wacht eines Morgens auf und bemerkt, dass er sich in einen dunkelhäutigen Mann verwandelt hat. Er bekommt es mit der Angst zu tun und meldet sich krank. Geht kaum aus dem Haus und wenn, fühlt er sich bedroht, versteckt sein Gesicht, seine Hände und versucht niemanden anzuschauen. In seiner Panik ruft er Oona an, eine alte Highschool Liebe, die wieder zurück in die Stadt gezogen ist. Sie kommen sich näher und er fühlt sich nicht ganz so verlassen. Langsam verwandeln sich nach und nach immer mehr weiße Menschen in der Stadt. Es herrscht Panik, Angst, Unruhen und Gewalt auf den Straßen. Und neben all dem Chaos kommen die familiären Dramen von Anders und Oona langsam zur Ruhe. Trotz der langen Sätze war es ein leicht zu lesender Text. Es war eine Aneinanderreihung von Sätzen durch Kommata geteilt, wodurch der Text einen gewissen Rhythmus hatte, der in meinem Takt war. Mohsin Hamid hat hier nicht nur „die Absurdität des Konstrukts „Rasse““ beschrieben, sondern auch existenzielle Fragen des Menschen und Absurditäten im Ganzen (vielleicht musste ich deswegen kurz an Camus denken?!). Wie anpassungsfähig Menschen sind und das so eine Verwandlung auch ein Neuanfang sein kann. S.36 „[…]wie eisig kalt und unmenschlich das Weltall doch war, eine leblose Leere, genauso tot wie ihr Vater, und ihr Bruder, der ihm gefolgt war, der nie über ihn hinweggekommen war, und dieser Gedankengang riss ihr den Boden unter den Füßen weg, nahm ihr das Vertrauen an die Erde als Anker, sie spürte ihre Abwesenheit, ihr Bruder, ihr Vater, wie sie an ihr zerrten, das Nichts, das sie geholt hatte, das uns alle irgendwann holt, wie konnte es sein, dass es uns alle auslöscht, dann ein Klingeln, das Klingeln hörte auf, und Anders war dran.“ S.139 „[…]niemand in der Bar schien sich so richtig wohlfühlen, weder der Barkeeper noch die Männer am einzigen besetzten Tisch, und auch Anders und Oona nicht, keiner von ihnen, keiner dieser dunkelhäutigen, in Barlicht getauchten Menschen, die versuchten, sich in dieser vertrauten und doch so seltsamen Situation zurechtzufinden, und als Oona das merkte, fragte sie sich, ob es wirklich stimmte, oder ob die Leute automatisch unentspannt aussahen, wenn man dachte, sie wären unentspannt, so wie sie auch verrückt wirkten, wenn man dachte, sie wären verrückt, vielleicht sahen sie auch alle genauso aus wie immer, nur eben dunkelhäutig.“
13. Feb. 2025
Was für ein Plot und welch gute Umsetzung! Ich hatte befürchtet, es könnte zu viel Kafka sein (auch wenn ich „Die Verwandlung“ mochte, war es jetzt nicht gerade der Schreibstil, der mich total umgehauen hat), aber Irrtum. Mohsin Hamid Schreibstil hat mich direkt in die Story reingezogen. Zwar hat es mich am Anfang wirklich stark an „Die Verwandlung“ erinnert, aber die Geschichte ist nicht in Anders Zimmer geblieben, sondern hat sich ausgeweitet auf die ganze (unbekannte) Stadt. Anders wacht eines Morgens auf und bemerkt, dass er sich in einen dunkelhäutigen Mann verwandelt hat. Er bekommt es mit der Angst zu tun und meldet sich krank. Geht kaum aus dem Haus und wenn, fühlt er sich bedroht, versteckt sein Gesicht, seine Hände und versucht niemanden anzuschauen. In seiner Panik ruft er Oona an, eine alte Highschool Liebe, die wieder zurück in die Stadt gezogen ist. Sie kommen sich näher und er fühlt sich nicht ganz so verlassen. Langsam verwandeln sich nach und nach immer mehr weiße Menschen in der Stadt. Es herrscht Panik, Angst, Unruhen und Gewalt auf den Straßen. Und neben all dem Chaos kommen die familiären Dramen von Anders und Oona langsam zur Ruhe. Trotz der langen Sätze war es ein leicht zu lesender Text. Es war eine Aneinanderreihung von Sätzen durch Kommata geteilt, wodurch der Text einen gewissen Rhythmus hatte, der in meinem Takt war. Mohsin Hamid hat hier nicht nur „die Absurdität des Konstrukts „Rasse““ beschrieben, sondern auch existenzielle Fragen des Menschen und Absurditäten im Ganzen (vielleicht musste ich deswegen kurz an Camus denken?!). Wie anpassungsfähig Menschen sind und das so eine Verwandlung auch ein Neuanfang sein kann. S.36 „[…]wie eisig kalt und unmenschlich das Weltall doch war, eine leblose Leere, genauso tot wie ihr Vater, und ihr Bruder, der ihm gefolgt war, der nie über ihn hinweggekommen war, und dieser Gedankengang riss ihr den Boden unter den Füßen weg, nahm ihr das Vertrauen an die Erde als Anker, sie spürte ihre Abwesenheit, ihr Bruder, ihr Vater, wie sie an ihr zerrten, das Nichts, das sie geholt hatte, das uns alle irgendwann holt, wie konnte es sein, dass es uns alle auslöscht, dann ein Klingeln, das Klingeln hörte auf, und Anders war dran.“ S.139 „[…]niemand in der Bar schien sich so richtig wohlfühlen, weder der Barkeeper noch die Männer am einzigen besetzten Tisch, und auch Anders und Oona nicht, keiner von ihnen, keiner dieser dunkelhäutigen, in Barlicht getauchten Menschen, die versuchten, sich in dieser vertrauten und doch so seltsamen Situation zurechtzufinden, und als Oona das merkte, fragte sie sich, ob es wirklich stimmte, oder ob die Leute automatisch unentspannt aussahen, wenn man dachte, sie wären unentspannt, so wie sie auch verrückt wirkten, wenn man dachte, sie wären verrückt, vielleicht sahen sie auch alle genauso aus wie immer, nur eben dunkelhäutig.“
13. Feb. 2025






