Blick ins Buch

Liebesromane

Dshamilja

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Über das Buch

Im zentralasiatischen nordöstlichen Kirgisien, irgendwo im Tal des Kukureuflusses, im Sommer des dritten Kriegsjahres 1943, hat sie sich abgespielt, »die schönste Liebesgeschichte der Welt« (Aragon). Said, der damals Fünfzehnjährige, der nicht wußte, wie Liebe sich zuträgt, erzählt sie mit großem Erstaunen.
»Hier, in diesem hochmütigen Paris, das alles gesehen, alles gelesen, alles erlebt hat, merke ich plötzlich, daß mir Werther, Bérénice, Antonius und Kleopatra, Manon Lescaut, die Education sentimentale oder Dominique nichts bedeuten, weil ich Dshamilja gelesen habe«, schreibt Louis Aragon in seinem Vorwort.

Editionen (20)

ISBN9783518750643
VerlagSuhrkamp
Erscheinungsdatum14.12.17
Seitenzahl123

Rezensionen & Bewertungen

102 Bewertungen

12 Rezensionen

3,9

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  • oktoberkind
    oktoberkind

    118 Follower

    5,0

    Die Novelle “Dshamilja” ist das wohl bekannteste Werk des Autors Dschingis Aitmatov (ins Deutsche übersetzt von Gisela Drohla). Hierin geht es um den jugendlichen Said, der die Geschichte eines Sommers mit seiner jungen Schwägerin Dshamilja aufschreibt, die, während ihr Mann wie fast alle Männer in den Krieg ziehen musste, auf der Kolchose arbeitet und sich in den Außenseiter Danijar verliebt. Eine zarte Liebesgeschichte in einer wunderbaren poetischen Sprache, die die kirgisische Steppe vor dem inneren Auge aufleben lässt. Die Ausgabe des Insel-Verlags ist dazu wunderschön illustriert. Ganz großer Tipp für einen Klassiker der Weltliteratur, der das Gegenteil von angestaubt ist!

    16. Nov. 2025

  • 4,0

    Eine kurze poetische Reise ❤️

    Eine kurze poetische Reise ❤️

    30. Dez. 2024

  • jam
    jam

    42 Follower

    5,0

    Leicht und schwer zugleich - eine schöner Schreibstil, der die Weiten der Steppe vor dem inneren Auge zum Leben erweckt.

    Eine sehr poetisch verfasste Liebesgeschichte aus der Perspektive eines jungen Mannes, der noch gar nicht richtig weiss, was Liebe wirklich ist. Dshamilja ist eine bereits verheiratete junge Frau, deren Mann, wie so viele in diesem Dorf, im Zweiten Weltkrieg an der Front stationiert ist. Die täglichen Aufgaben des Dorfes fallen den jungen zurückgebliebenen zu, welche nicht mehr zur Schule gehen. Alle jungen Männer des Dorfes fühlen sich von der fröhlichen Dshamiljia angezogen, die nicht auf den Mund gefallen ist. Auch der kleine Bruder ihres Mannes, aus dessen Perspektive die Geschichte geschrieben ist, interessiert sich für sie. Zusammen mit einem Aussenseiter im Dorf, einem Rückkehrer von der Front, wird ihnen die Aufgabe zugeteilt die Weizenladungen für die Truppen an der Front zur Bahnstation zu transportieren. So kommen sich die drei näher - bis sich Dshamilija, obwohl sie weiss, dass sich das nicht gehört, für den angeblich ungeeignetsten Kandidaten entscheidet. Eine schöne Geschichte übers Erwachsenwerden, Eifersucht und natürlich die Liebe. Aitmatow bechreibt die Gefühlswelt und die Landschaft in gekonnten malerischen Bildern. Nebenbei erfährt die Leserschaft auch einiges über die Sitten und Bräuche der kirgisischen Steppe. Wer ruhige, tiefgründige Romane in diesem Setting mag kommt hier voll auf seine Kosten. PS: Es IST (eine der) die schönste/n Liebesgeschichte/n ;-)

    31. März 2024

3 von 12 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Tschingis Aitmatow

Tschingis Torekulowitsch Aitmatow wurde am 12. Dezember 1928 in Scheker im Talas-Tal, Kirgisistan geboren und starb am 10. Juni 2008 in Nürnberg. Sein Vater war Verwaltungsbeamter in Scheker, seine Mutter Nagima Chasijewna, eine gebürtige Tatarin, war Schauspielerin am örtlichen Theater. In seiner Kindheit zog er, wie damals die meisten Kirgisen, mit seiner Familie und den Tieren des Klans von Weide zu Weide. 1937 wurde sein Vater Torekul Aitmatow während der stalinistischen »Säuberungen« verhaftet und 1938 hingerichtet. Aitmatow begann sein Arbeitsleben mit 14 Jahren als Gehilfe des Sekretärs des Dorfsowjets. Darauf folgten Tätigkeiten als Steuereintreiber, Lagerarbeiter und Maschinistenassistent. Da Kirgisistan zu dieser Zeit zu einer Sowjetrepublik wurde, hatte Aitmatow die Gelegenheit, an der neu eingerichteten russischen Schule in Scheker zu lernen und sich für ein Studium zu qualifizieren. 1946 begann er mit dem Studium der Veterinärmedizin, zunächst an der Technischen Hochschule im nahe gelegenen kasachischen Dschambul, und dann bis 1953 am Kirgisischen Landwirtschaftsinstitut in Frunse. Seine literarische Tätigkeit begann 1951 mit Übersetzungen kirgisischer Prosa ins Russische; er arbeitete jedoch noch bis zum Erscheinen seiner ersten Erzählung Dshamilja am Wissenschaftlichen Forschungsinstitut von Kirgisistan. 1956 begann er mit einem Studium am Maxim-Gorki-Literaturinstitut in Moskau, wo er bis 1958 lebte. 1957 wurde er in den sowjetischen Schriftstellerverband aufgenommen. Danach arbeitet er acht Jahre für die Parteizeitung Prawda. Tschingis Aitmatow war letzter Botschafter der Sowjetunion in Brüssel und vertrat dann seine Republik diplomatisch bei der EU. Er starb 2008 an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.

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