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Das Vorkommnis

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Über das Buch

Lebenslinien – Liebeslinien – Liebesmuster

Eine Frau wird von einer Fremden angesprochen, die behauptet, sie hätten beide denselben Vater. Die überraschende Begegnung bleibt flüchtig, löst in ihr aber eine Welle von Emotionen aus. Fragen drängen sich auf, über Ehe und Mutterschaft, über Adoption und andere Familiengeheimnisse, über Wahrheit überhaupt. In ›Das Vorkommnis‹ erzählt Julia Schoch – eine der eindrücklichsten Stimmen autofiktionalen Erzählens in der deutschen Literatur – von einem Leben, das urplötzlich eine andere Richtung bekommt. Fesselnd und klarsichtig, so zieht sie hinein in den Strudel der ungeheuerlichen Dinge, die gleichzeitig auch alltäglich sind. Ein Roman von großer literarischer Tiefe und Schönheit, im Werk von Julia Schoch ein neuer Höhepunkt.

Editionen (2)

ISBN9783423290210
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum16.02.22
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

219 Bewertungen

33 Rezensionen

3,4

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  • pammypowers
    pammypowers

    36 Follower

    5,0

    Das Vorkommnis war wieder ein großartiges Buch von Julia Schoch, der 2. Teil einer Trilogie. Auch hier beschreibt Julia Schoch aus der Perspektive der Hauptperson „Der Frau“. Bei einer Lesereise spricht sie eine fremde Frau an und teilt ihr mit, dass sie ihre Halbschwester ist. Das beschäftigt „die Frau“ nachhaltig. Wir begleiten sie und ihr Innenleben auf 192 Seiten, auch auf ihrer längeren USA-Reise, die sie mit ihrer Mutter und ihren Kindern gemeinsam angetreten hat. Ich kann mich so gut in die Frau reinversetzen, wie sie über sich und ihrer Verbindungen zu anderen Menschen reflektiert, sie kommt wieder auf Gedanken, die ich so tiefsinnig finde. Das spannende an ihrem Erzählstil ist, dass alles so entrückt erscheint. Alle Menschen, die in ihrem Leben eine Rolle spielen werden nicht mit Namen benannt, sondern mit der Funktion: Das ältere Kind, das jüngere Kind usw. Nicht lenkt ab, von ihrem Spaziergängen in ihrer Gedankenwelt, das bleibt die eite Faden. Als lesende Person ist man ihr so nah, aber auch irgendwie fern. Toll.

    12. Mai 2026

  • i_heart_books
    i_heart_books

    122 Follower

    5,0

    Nach einer Lesung stellt sich der Protagonistin dieses autofiktionalen Romans eine ihr bisher fremde Frau als ihre Halbschwester vor, von der sie bisher nichts wusste. Kurz darauf geht die Protagonistin mit ihren beiden Kindern und ihrer Mutter, aber ohne ihren Mann, für einige Monate für einen Arbeitsaufenthalt an eine US-amerikanische Universität. Das plötzliche Wissen um die Schwester führt dazu, dass das Leben der Protagonistin ein wenig aus den Fugen gerät. Sie denkt viel über Themen wie Beziehungen, Ehe und Familie nach, aber auch über die eigene Geschichte, die Kindheit und Jugend. Letzten Endes fängt sie sogar an, die Beziehung zu ihrem Ehemann anzuzweifeln. Mir hat dieses an sich eher schmale Buch, dass doch auf unter 200 Seiten viele Gedanken und Überlegungen ausbreitet, sehr gut gefallen. Allerdings geht es vor allem um das Innenleben der Protagonistin und ihre vielfältigen Gedanken zu diversen Themen, während der USA-Aufenthalt eher eine lockere Rahmenhandlung ohne größere Geschehnisse darstellt. Salopp gesagt wenig Action und viel Nabelschau also, aber letzteres gut und interessant beschrieben.

    22. Mai 2025

  • johannamilena
    johannamilena

    33 Follower

    3,0

    Beim Schreiben des Fazits wollte ich mit dem Namen der Hauptfigur anfangen und konnte mich einfach nicht daran erinnern. Beim Durchblättern fällt mir noch einmal auf, dass man ihn tatsächlich nie erfährt. Ich würde behaupten, dass sich die Ich-Erzählung auch nicht primär um die Familiengeschichte dreht, sondern um die Gedanken zur Mutterschaft, Ehe und der neu gefundenen Schwester der erzählenden Person. Die Autorin schreibt das sogar selbst auf S. 89 mit den Worten: „Das hier ist nicht die Geschichte meiner Familie. Die Geschichte meiner Familie gibt es nicht. Da ist nur die Geschichte einer Verwirrung.“ Besonders auffällig: Es gibt im gesamten Buch keine einzige wörtliche Rede. Das gibt der Erzählerin viel Raum, Gespräche nicht nur zu schildern, sondern auch zu werten und einzuordnen. Die 191 Seiten nehmen uns mit auf eine Reise in die USA, nach Bowling Green. Wir erleben kühle, fast beiläufige Begegnungen mit der Mutter, dem großen und dem kleinen Kind. Wir sehen eine kaputte Beziehung zum Ehemann und werfen Blicke zurück in eine DDR-Kindheit, von der ich mir noch mehr Tiefe und Details gewünscht hätte. Vor allem schafft das Buch Raum zum Nachdenken über alltägliche, philosophische Fragen, die „in der Welt entstehen, [ ] auch in ihr gelöst [werden].“ (S. 134) DAS VORKOMMNIS bekommt von mir ⭐️⭐️⭐️ Sterne und diese drei beschreibenden Emojis: 👶🏻🌗🍂

    6. Apr. 2025

3 von 33 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Julia Schoch

Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, aufgewachsen in Eggesin in Mecklenburg, gilt als »Virtuosin des Erinnerungserzählens« (FAZ). Zuletzt veröffentlichte sie die Romane ›Das Vorkommnis‹, ›Das Liebespaar des Jahrhunderts‹ und ›Wild nach einem wilden Traum‹ als die drei Bücher ihrer gefeierten Trilogie ›Biographie einer Frau‹. 2022 wurde ihr die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung verliehen, 2023 der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen, 2024 der Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis. 2025 zeichnete man sie mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Sie lebt in Potsdam.

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