
106 Follower
„Wünschen“ ist ein tiefgründiges, bewegendes Debüt des nigerianischen Schriftstellers Chukwuebuka Ibeh. Er beschreibt darin das Heranwachsen des Jungen Obiefuna im konservativen, homophoben Nigeria der 2000er Jahre. Obiefuna entdeckt früh, dass er lieber tanzt als Fußball spielt. Als er beginnt zarte Bande zu einem älteren Jungen zu knüpfen, schickt ihn sein strenger Vater auf ein autoritäres Jungeninternat. Fern von seiner Familie muss er sich dort behaupten und sich den dortigen Regeln und Hierarchien unterordnen. Seine Internatszeit ist geprägt von Gewalt und der Suche nach Identität. Um im Internat zu überleben, muss er seine Gefühle unterdrücken und sich anpassen. Sehr einfühlsam wird die liebevolle, tiefgehende Beziehung zwischen Obiefuna und seiner Mutter beschrieben. Sie sorgt immer wieder für Lichtblicke innerhalb der Geschichte. Im letzten Viertel des Buchs geht Ibeh auf das 2014 verschärfte Gesetz gegen Homosexualität ein, das ein Leben in Nigeria für queere Personen fast unmöglich macht. Es drohen Haftstrafe, Auspeitschung oder gar die Todesstrafe. Die Regierung erzeugt eine Atmosphäre ständiger Angst. Hier fand ich es sehr spannend, wie unterschiedlich der queere Freundeskreis, dem Obiefuna angehört, auf die Gesetzesverschärfung reagiert. Dieser Aspekt hätte gerne noch ausführlicher vertieft werden können, aber leider endet das Buch recht schnell an dieser Stelle. Dem Autor ist ein tiefgründiges, detailliertes Portrait eines jungen Mannes gelungen, der auf der Suche nach Zugehörigkeit und Identität mit den Machtstrukturen und gesellschaftlichen Normen seines Landes kämpfen muss. Sehr sensibel beschreibt er die innere Zerrissenheit Obienfunas. Ibeh schreibt sehr locker, einfühlsam und beklemmend, so dass man sofort in die Geschichte hineingezogen wird und mitfühlt. Er schreibt über wichtige Themen, über die man hier in Europa (zumindest ging es mir so) viel zu wenig weiß. Mich hat der Roman sehr betroffen zurückgelassen. Ich empfehle ihn sehr gerne weiter!
27. Feb. 2026
„Wünschen“ ist ein tiefgründiges, bewegendes Debüt des nigerianischen Schriftstellers Chukwuebuka Ibeh. Er beschreibt darin das Heranwachsen des Jungen Obiefuna im konservativen, homophoben Nigeria der 2000er Jahre. Obiefuna entdeckt früh, dass er lieber tanzt als Fußball spielt. Als er beginnt zarte Bande zu einem älteren Jungen zu knüpfen, schickt ihn sein strenger Vater auf ein autoritäres Jungeninternat. Fern von seiner Familie muss er sich dort behaupten und sich den dortigen Regeln und Hierarchien unterordnen. Seine Internatszeit ist geprägt von Gewalt und der Suche nach Identität. Um im Internat zu überleben, muss er seine Gefühle unterdrücken und sich anpassen. Sehr einfühlsam wird die liebevolle, tiefgehende Beziehung zwischen Obiefuna und seiner Mutter beschrieben. Sie sorgt immer wieder für Lichtblicke innerhalb der Geschichte. Im letzten Viertel des Buchs geht Ibeh auf das 2014 verschärfte Gesetz gegen Homosexualität ein, das ein Leben in Nigeria für queere Personen fast unmöglich macht. Es drohen Haftstrafe, Auspeitschung oder gar die Todesstrafe. Die Regierung erzeugt eine Atmosphäre ständiger Angst. Hier fand ich es sehr spannend, wie unterschiedlich der queere Freundeskreis, dem Obiefuna angehört, auf die Gesetzesverschärfung reagiert. Dieser Aspekt hätte gerne noch ausführlicher vertieft werden können, aber leider endet das Buch recht schnell an dieser Stelle. Dem Autor ist ein tiefgründiges, detailliertes Portrait eines jungen Mannes gelungen, der auf der Suche nach Zugehörigkeit und Identität mit den Machtstrukturen und gesellschaftlichen Normen seines Landes kämpfen muss. Sehr sensibel beschreibt er die innere Zerrissenheit Obienfunas. Ibeh schreibt sehr locker, einfühlsam und beklemmend, so dass man sofort in die Geschichte hineingezogen wird und mitfühlt. Er schreibt über wichtige Themen, über die man hier in Europa (zumindest ging es mir so) viel zu wenig weiß. Mich hat der Roman sehr betroffen zurückgelassen. Ich empfehle ihn sehr gerne weiter!
27. Feb. 2026







