Wild nach einem wilden Traum
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Description
Über eine lang zurückliegende Liebe und das, was die Erinnerung daraus werden lässt
Die Erinnerung an eine Liebe kann intensiver sein als diese Liebe selbst
Eine Frau lernt fern von zu Hause einen Mann kennen, Katalane und Schriftsteller, und hat mit ihm eine Affäre. Diese Liebe bringt alles ins Wanken – nicht nur die Beziehung zu ihrem Ehemann, auch ihre Sicht auf die Dinge, ihre Arbeit. Was sie erlebt, lässt eine Entscheidung in ihr reifen, die mit Risiken verbunden ist: ganz bei sich zu sein und künftig als Schriftstellerin zu leben. Aber kann jemand, der ganz bei sich ist, noch bei anderen sein? Bei einem Ehemann, bei Kindern? Jahre später steht sie erneut an einem Kipppunkt ihres Lebens und begegnet dem Katalanen wieder: Ein Bogen schließt sich zwischen Vergangenheit und Jetzt. Julia Schoch krönt mit diesem Roman einer folgenreichen Begegnung ihre außergewöhnliche Trilogie.
Nach dem großen Erfolg von Julia Schochs Bestsellerroman ›Das Liebespaar des Jahrhunderts‹ nun der krönende Abschluss ihrer Trilogie.
»Was ich in der Trilogie erzähle? Dass wir unterschiedliche Rollen im Leben haben und oft nicht wissen, was wir für andere sind. In den drei Büchern möchte ich Gerechtigkeit walten lassen. Ein Wunschtraum, vielleicht. Aber ein schöner.« Julia Schoch
Book Information
Author Description
Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, aufgewachsen in Eggesin in Mecklenburg, gilt als »Virtuosin des Erinnerungserzählens« (FAZ). Zuletzt veröffentlichte sie die Romane ›Das Vorkommnis‹, ›Das Liebespaar des Jahrhunderts‹ und ›Wild nach einem wilden Traum‹ als die drei Bücher ihrer gefeierten Trilogie ›Biographie einer Frau‹. 2022 wurde ihr die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung verliehen, 2023 der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen, 2024 der Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis. 2025 zeichnete man sie mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Sie lebt in Potsdam.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
"Wild nach einem wilden Traum" ist der dritte Band aus Julia Schochs "Trilogie einer Frau", und auch hier wird wieder autofiktional erzählt: Die Protagonistin begegnet auf einem Arbeitsaufenthalt in den USA, am Anfang ihres Berufswegs als Schriftstellerin einem katalanischen Schriftsteller, und die beiden beginnen eine kurze Affäre miteinander. Zweites Ereignis der Rahmenhandlung ist die Begegnung der Protagonistin mit einem Soldaten, als sie nach heutiger Ausdrucksweise ein Prä-Teen war. Damals äußert sie bereits den Wunsch zu schreiben, und er Soldat bestärkt sie in ihrem Wunsch. Daneben gibt es in diesem Buch wie auch den anderen beiden Teilen viel Reflexion und viel Innerlichkeit. Mir hat dieser Band wie die ersten beiden auch sehr gut gefallen, aber die ganze Reihe zählt meiner Einschätzung nach zu den Büchern, die man entweder mag oder mit denen man gar nichts anfangen kann.
Versöhnlicher Abschluss
Nach den ersten beiden Teilen der dreiteiligen „Biographie einer Frau“ hatte ich ehrlich gesagt nicht sehr hohe Erwartungen an dieses Buch und wollte es eher der Vollständigkeit halber lesen. Allerdings hat mich Julia Schoch positiv überrascht und der dritte Teil hat sich zu meinem liebsten entwickelt. Die unbestreitbar einzigartige Sprache, die Reflexionen über das Schreiben und Erzählen sowie die selbstkritischen Gedanken über das Gestalten des eigenen Lebens haben mir auch in diesem autofiktionalen Buquet aus Erinnerungen und Anekdoten gut gefallen. Die Geschichten um den „Soldaten“ und den „Katalaner“ tauchten wie Bojen auf rauer See immer wieder in dem recht fragmentarischen Text auf und waren somit ein verlässlicher Leseanker. Überzeugt hat mich aber vor allem Schochs Erzählton, der auch hier wieder nüchtern, vielleicht auch abgebrüht, jedoch insgesamt viel weniger verdrießlich wirkte, als in ihren beiden anderen Texten aus der Reihe. Trotzdem würde ich die Reihe nicht uneingeschränkt empfehlen, da die Texte einen Menschen meiner Meinung nach zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt im Leben erreichen müssen, um ihre Wirkung zu entfalten.
Wilde Literatur, interessante Einblicke, neutrale Lesehaltung
**** Worum geht es? **** Die Lehren des Lebens – so oder so ähnlich. Eine Biografie im ganz eigenen Stil. **** Mein Eindruck **** Die Szenen sind teilweise so kurz, dass ich noch gar nicht in dem Moment angekommen war und schon wieder zu einem anderen sprang, der mir dann – so fühlte es sich zumindest an – exakt dasselbe erzählte wie Absätze zuvor, nur in anderen Worten. Ich denke, in dem Buch geht es vor allem um die feinen Nuancen und die kleinen Fortschritte in den Rückblicken sowie der Zuordnung von Bedeutung. Besonders die Rückblicke, in denen die Autorin dem Ganzen aus heutiger Sicht eine Bedeutung zuschrieb, fand ich interessant zu verfolgen. Sprachlich hat das Buch einiges zu bieten, und auch stilistisch fällt es auf. Leider trifft es nicht ganz meinen Geschmack. Es ist wirklich – wie im Titel integriert – wie ein wilder Traum, und ich wurde zunehmend unruhiger, anstatt mich den Worten der Autorin zu nähern. Einzelne Sätze stachen gelungen hervor, der Rest verblasste und sorgte für Fülle. Am Ende spürte ich jedoch die antizipierte Versöhnung mit der Vergangenheit, und das lohnte die Lesereise. **** Empfehlung? **** Ich denke, dass das Buch vor allem für Leser*innen geeignet ist, die sich der Autorin verbunden fühlen, sie schon länger verfolgen und auf gewisse Fragen Antworten suchen. Vielleicht möchte man sich hier auch zu einer Reise in die eigene Vergangenheit inspirieren lassen. Als neutrale Leserin blieb ich in dem Buch weitestgehend außen vor.
Ein literarisches Echolot der Introspektion
Dieses Buch ist keine Geschichte im herkömmlichen Sinne, sondern ein seismisches Protokoll innerer Erschütterungen. Es entfaltet sich nicht entlang eines klassischen Spannungsbogens, sondern pulsiert in Wellen der Reflexion, ein Bewusstseinsstrom, der sich selbst befragt. Die namenlose Erzählerin, eine Autorin, eine Suchende, durchstreift die Sedimente ihrer Vergangenheit, durchleuchtet ihr eigenes Fühlen mit der Präzision eines forensischen Blicks und zugleich der Wehmut einer, die weiß, dass Erkenntnis immer erst nachträglich eintritt. Es ist ein stilles, unaufgeregtes Buch – aber gerade in dieser Stille schwingt eine ungeheure Intensität. Kein Spektakel, keine dramatischen Kollisionen, sondern die fortwährende Selbstvergewisserung, eine Art introvertierte Archäologie des eigenen Daseins. Jeder Satz scheint eine Vermessung des eigenen Innenraums zu sein, eine tastende Annäherung an Fragen, die sich vielleicht nie ganz beantworten lassen. Die Protagonistin dekonstruiert ihre Erinnerungen – an eine Jugendbegegnung mit einem Soldaten, an eine Affäre mit einem katalanischen Schriftsteller, an ihre Ehe, an ihr Schreiben – und sucht in diesen Fragmenten nach einem roten Faden, der die Disparatheit ihres Seins zusammenhält. Die Erzählung oszilliert zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen verlorenen Möglichkeiten und resignativer Erkenntnis. Hier wird nichts aufgelöst, nichts wird abgeschlossen – es geht nicht um Antworten, sondern um die Bewegung des Fragens selbst. Diese introspektive Rastlosigkeit ist nicht an äußere Ereignisse gebunden, sondern an das unaufhörliche Pendeln zwischen Verstehen und Vergessen, zwischen Sehnsucht und Ernüchterung. Die Sprache ist luzide, aber niemals sezierend; sie wahrt Distanz und bleibt dennoch durchlässig für das Unausgesprochene. Es gibt Passagen, die in ihrer Lakonie erschüttern, weil sie nicht auf Affekt setzen, sondern auf die tiefe, kaum artikulierbare Erschütterung, die entsteht, wenn man sein eigenes Leben mit kühlem Blick betrachtet. Diese Erzählung ist nicht für Eilige, nicht für jene, die Handlung erwarten. Sie ist eine Chronik des inneren Wandels, eine Selbstbefragung, die bisweilen an den Rand der Sprachlosigkeit gerät – und genau dort ihre größte Kraft entfaltet. Wer sich darauf einlässt, taucht nicht in eine Geschichte ein, sondern in ein Bewusstsein. Und am Ende bleibt kein Fazit, sondern ein Nachhall.
Ein schönes Buch
Dies ist der Abschlussband der Trilogie "Biographie einer Frau". Und es war mein erstes Buch der Autorin. Man kann die drei Bücher unabhängig voneinander lesen und der Titel hat mich wirklich neugigierig gemacht. Und ja, jetzt möchte ich die Vorgänger Bücher auch gerne noch lesen. Unsere namenlose Ich Erzählerin lässt uns teilhaben an ihren Gedanken über ihre Vergangenheit. Wir lernen drei Männer kennen, die für unsere Protaginistin unheimlich wichtig waren. Jeder auf seine Weise. Wir erfahren welche Rolle diese Männer in ihrem Leben gespielt haben, aber auch, wie unsere Erzählerin sich mehr, oder weniger von diesen Männern abhängig gemacht hat und was vor allem diese Beziehungen mit ihr gemacht haben. Zurück in der Gegenwart sinniert sie darüber und Leute, ich konnte mich in so manchem ihrer Gedanken sowas von wiederfinden. Dies Buch ist ein Buch über die Rolle der Frau in vielerlei Hinsicht, aber es ist auch ein Buch über verpasste Chancen, oder nicht gesagtes. Dinge die einem widerfahren sind und uns für unser späteres Leben geprägt haben. Ich musste wärend des Lesens oft inne halten und gewisse Momente, die mir selber so bekannt vorkamen, einfach sacken lassen. Und mich wundern, fast schon erleichtert, dass es nicht nur mir so erging in diesen Situationen, sondern dass andere Menschen ähnliche Empfindungen in solchen Momenten hatten. Diese Geschichte ist ruhig erzählt. Es ist ein Buch zum inne halten und zum reflektieren. Wir haben keine Kapitel, der Text fließt ineinander. Und Trotzdem kann man die unterschiedlichen Erinnerungen wunderbar auseinanderhalten. Oder sie in einem großen Ganzen sehen. Auch ohne den Namen unserer Protagonistin zu kennen, konnte ich doch eine gewisse Verbundenheit zu ihr feststellen. Die ruhige und abgeklärte Art von ihren Erlebnissen zu berichten war wirklich ein Lesegenuss. Mich konnte das Buch abholen. Auch wenn gar nicht so viel passiert, konnte ich die Lektüre nicht aus der Hand legen und wollte einfach noch ein Weilchen Teil des Lebens unserer Erzählerin sein. Ein schönes Buch.

wieso kann julia schoch in meinen kopf schauen?
„i write better than i speak but i think better than i write.“ diesen satz habe ich letztens in einem reel gelesen und mir geht es oft genau so. dass ich gedanken nicht einfach in geschriebene worte verwandeln kann, wie ich es mir wünschte – sie gar nicht recht zu fassen bekomme. wie ein dunkler traum einer vergangenen nacht. julia schoch hingegen findet genau diese worte. fängt gedanken ein, die mir selbst, flüchtig wie sternschnuppen, durch den kopf schossen. und sie bringt sie in ihren büchern zu papier. das habe ich in “wild nach einem wilden traum“ genauso wahrgenommen wie in „das liebespaar des jahrhunderts“. ich möchte mehr von ihr lesen – mehr von meinen eigenen gedanken. mit 174 seiten ein kurzweiliger wie fesselnder read.
"Oft heißt es, man hätte die Wahl. Das man in bestimmten Momenten des Lebens eine klare Entscheidung treffen könnte. So liest man es, so stelle ich mir das vor." Die Liebe zu drei Männern. Zu einem Soldaten, zu einem Katalanen und zu ihrem Ehemann. Die Liebe zu dem Soldaten beginnt sehr früh, sie trifft ihn zwischen Birken und Kiefern, an einer umgefallen Eiche. Er, Soldat auf Abwegen, gibt ihr den ersten Kuss. Als sie das Land der Birken und Kiefern verlässt, verlässt sie auch ihn und er gerät in Vergessenheit. Die Liebe zum Katalanen beginnt irgendwo in den Catskill Mountains, in einer kleinen Künstler/Autoren Kommune. Das Motto, Sex oder Schreiben, hält sie vom Schreiben ab. Als sie die Staaten verlässt, verlässt sie auch ihn. Aber er bleibt in Erinnerung, bis sich auf einer Messe das letzte Mal wieder sehen. Die Liebe zum Ehemann ist anfangs stark, frei, wild, doch mit der Zeit wird alles lockerer, geschlossener, langweiliger. Sie leben sich auseinander, aber können nicht ohne sich. Aber es ist nur die Liebe zu den drei Männer, sondern am Ende auch die Liebe zu Literatur und dem Schreiben. Die Biographie einer Frau zeigt in drei Teilen, wie unterschiedlich, einsam, traurig, aber auch wild, hemmungslos und schöne Liebe sein kann.
Ich habe "Wild nach einem wilden Traum" gelesen, ohne die beiden Vorgängerbände zu kennen. Das machte es für mich schwierig, den vielen Zeit- und Gedankensprüngen zu folgen. Der Schreibstil gefiel mir allerdings sehr gut. Insgesamt ein sprachlich starkes, aber für Quereinsteiger schwer zugängliches Buch, das viele Fragen offen lässt und wahrscheinlich verständlicher wirkt, wenn man die gesamte Trilogie kennt.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Über eine lang zurückliegende Liebe und das, was die Erinnerung daraus werden lässt
Die Erinnerung an eine Liebe kann intensiver sein als diese Liebe selbst
Eine Frau lernt fern von zu Hause einen Mann kennen, Katalane und Schriftsteller, und hat mit ihm eine Affäre. Diese Liebe bringt alles ins Wanken – nicht nur die Beziehung zu ihrem Ehemann, auch ihre Sicht auf die Dinge, ihre Arbeit. Was sie erlebt, lässt eine Entscheidung in ihr reifen, die mit Risiken verbunden ist: ganz bei sich zu sein und künftig als Schriftstellerin zu leben. Aber kann jemand, der ganz bei sich ist, noch bei anderen sein? Bei einem Ehemann, bei Kindern? Jahre später steht sie erneut an einem Kipppunkt ihres Lebens und begegnet dem Katalanen wieder: Ein Bogen schließt sich zwischen Vergangenheit und Jetzt. Julia Schoch krönt mit diesem Roman einer folgenreichen Begegnung ihre außergewöhnliche Trilogie.
Nach dem großen Erfolg von Julia Schochs Bestsellerroman ›Das Liebespaar des Jahrhunderts‹ nun der krönende Abschluss ihrer Trilogie.
»Was ich in der Trilogie erzähle? Dass wir unterschiedliche Rollen im Leben haben und oft nicht wissen, was wir für andere sind. In den drei Büchern möchte ich Gerechtigkeit walten lassen. Ein Wunschtraum, vielleicht. Aber ein schöner.« Julia Schoch
Book Information
Author Description
Julia Schoch, 1974 in Bad Saarow geboren, aufgewachsen in Eggesin in Mecklenburg, gilt als »Virtuosin des Erinnerungserzählens« (FAZ). Zuletzt veröffentlichte sie die Romane ›Das Vorkommnis‹, ›Das Liebespaar des Jahrhunderts‹ und ›Wild nach einem wilden Traum‹ als die drei Bücher ihrer gefeierten Trilogie ›Biographie einer Frau‹. 2022 wurde ihr die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung verliehen, 2023 der Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen, 2024 der Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis. 2025 zeichnete man sie mit dem Bundesverdienstkreuz aus. Sie lebt in Potsdam.
Posts
"Wild nach einem wilden Traum" ist der dritte Band aus Julia Schochs "Trilogie einer Frau", und auch hier wird wieder autofiktional erzählt: Die Protagonistin begegnet auf einem Arbeitsaufenthalt in den USA, am Anfang ihres Berufswegs als Schriftstellerin einem katalanischen Schriftsteller, und die beiden beginnen eine kurze Affäre miteinander. Zweites Ereignis der Rahmenhandlung ist die Begegnung der Protagonistin mit einem Soldaten, als sie nach heutiger Ausdrucksweise ein Prä-Teen war. Damals äußert sie bereits den Wunsch zu schreiben, und er Soldat bestärkt sie in ihrem Wunsch. Daneben gibt es in diesem Buch wie auch den anderen beiden Teilen viel Reflexion und viel Innerlichkeit. Mir hat dieser Band wie die ersten beiden auch sehr gut gefallen, aber die ganze Reihe zählt meiner Einschätzung nach zu den Büchern, die man entweder mag oder mit denen man gar nichts anfangen kann.
Versöhnlicher Abschluss
Nach den ersten beiden Teilen der dreiteiligen „Biographie einer Frau“ hatte ich ehrlich gesagt nicht sehr hohe Erwartungen an dieses Buch und wollte es eher der Vollständigkeit halber lesen. Allerdings hat mich Julia Schoch positiv überrascht und der dritte Teil hat sich zu meinem liebsten entwickelt. Die unbestreitbar einzigartige Sprache, die Reflexionen über das Schreiben und Erzählen sowie die selbstkritischen Gedanken über das Gestalten des eigenen Lebens haben mir auch in diesem autofiktionalen Buquet aus Erinnerungen und Anekdoten gut gefallen. Die Geschichten um den „Soldaten“ und den „Katalaner“ tauchten wie Bojen auf rauer See immer wieder in dem recht fragmentarischen Text auf und waren somit ein verlässlicher Leseanker. Überzeugt hat mich aber vor allem Schochs Erzählton, der auch hier wieder nüchtern, vielleicht auch abgebrüht, jedoch insgesamt viel weniger verdrießlich wirkte, als in ihren beiden anderen Texten aus der Reihe. Trotzdem würde ich die Reihe nicht uneingeschränkt empfehlen, da die Texte einen Menschen meiner Meinung nach zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt im Leben erreichen müssen, um ihre Wirkung zu entfalten.
Wilde Literatur, interessante Einblicke, neutrale Lesehaltung
**** Worum geht es? **** Die Lehren des Lebens – so oder so ähnlich. Eine Biografie im ganz eigenen Stil. **** Mein Eindruck **** Die Szenen sind teilweise so kurz, dass ich noch gar nicht in dem Moment angekommen war und schon wieder zu einem anderen sprang, der mir dann – so fühlte es sich zumindest an – exakt dasselbe erzählte wie Absätze zuvor, nur in anderen Worten. Ich denke, in dem Buch geht es vor allem um die feinen Nuancen und die kleinen Fortschritte in den Rückblicken sowie der Zuordnung von Bedeutung. Besonders die Rückblicke, in denen die Autorin dem Ganzen aus heutiger Sicht eine Bedeutung zuschrieb, fand ich interessant zu verfolgen. Sprachlich hat das Buch einiges zu bieten, und auch stilistisch fällt es auf. Leider trifft es nicht ganz meinen Geschmack. Es ist wirklich – wie im Titel integriert – wie ein wilder Traum, und ich wurde zunehmend unruhiger, anstatt mich den Worten der Autorin zu nähern. Einzelne Sätze stachen gelungen hervor, der Rest verblasste und sorgte für Fülle. Am Ende spürte ich jedoch die antizipierte Versöhnung mit der Vergangenheit, und das lohnte die Lesereise. **** Empfehlung? **** Ich denke, dass das Buch vor allem für Leser*innen geeignet ist, die sich der Autorin verbunden fühlen, sie schon länger verfolgen und auf gewisse Fragen Antworten suchen. Vielleicht möchte man sich hier auch zu einer Reise in die eigene Vergangenheit inspirieren lassen. Als neutrale Leserin blieb ich in dem Buch weitestgehend außen vor.
Ein literarisches Echolot der Introspektion
Dieses Buch ist keine Geschichte im herkömmlichen Sinne, sondern ein seismisches Protokoll innerer Erschütterungen. Es entfaltet sich nicht entlang eines klassischen Spannungsbogens, sondern pulsiert in Wellen der Reflexion, ein Bewusstseinsstrom, der sich selbst befragt. Die namenlose Erzählerin, eine Autorin, eine Suchende, durchstreift die Sedimente ihrer Vergangenheit, durchleuchtet ihr eigenes Fühlen mit der Präzision eines forensischen Blicks und zugleich der Wehmut einer, die weiß, dass Erkenntnis immer erst nachträglich eintritt. Es ist ein stilles, unaufgeregtes Buch – aber gerade in dieser Stille schwingt eine ungeheure Intensität. Kein Spektakel, keine dramatischen Kollisionen, sondern die fortwährende Selbstvergewisserung, eine Art introvertierte Archäologie des eigenen Daseins. Jeder Satz scheint eine Vermessung des eigenen Innenraums zu sein, eine tastende Annäherung an Fragen, die sich vielleicht nie ganz beantworten lassen. Die Protagonistin dekonstruiert ihre Erinnerungen – an eine Jugendbegegnung mit einem Soldaten, an eine Affäre mit einem katalanischen Schriftsteller, an ihre Ehe, an ihr Schreiben – und sucht in diesen Fragmenten nach einem roten Faden, der die Disparatheit ihres Seins zusammenhält. Die Erzählung oszilliert zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen verlorenen Möglichkeiten und resignativer Erkenntnis. Hier wird nichts aufgelöst, nichts wird abgeschlossen – es geht nicht um Antworten, sondern um die Bewegung des Fragens selbst. Diese introspektive Rastlosigkeit ist nicht an äußere Ereignisse gebunden, sondern an das unaufhörliche Pendeln zwischen Verstehen und Vergessen, zwischen Sehnsucht und Ernüchterung. Die Sprache ist luzide, aber niemals sezierend; sie wahrt Distanz und bleibt dennoch durchlässig für das Unausgesprochene. Es gibt Passagen, die in ihrer Lakonie erschüttern, weil sie nicht auf Affekt setzen, sondern auf die tiefe, kaum artikulierbare Erschütterung, die entsteht, wenn man sein eigenes Leben mit kühlem Blick betrachtet. Diese Erzählung ist nicht für Eilige, nicht für jene, die Handlung erwarten. Sie ist eine Chronik des inneren Wandels, eine Selbstbefragung, die bisweilen an den Rand der Sprachlosigkeit gerät – und genau dort ihre größte Kraft entfaltet. Wer sich darauf einlässt, taucht nicht in eine Geschichte ein, sondern in ein Bewusstsein. Und am Ende bleibt kein Fazit, sondern ein Nachhall.
Ein schönes Buch
Dies ist der Abschlussband der Trilogie "Biographie einer Frau". Und es war mein erstes Buch der Autorin. Man kann die drei Bücher unabhängig voneinander lesen und der Titel hat mich wirklich neugigierig gemacht. Und ja, jetzt möchte ich die Vorgänger Bücher auch gerne noch lesen. Unsere namenlose Ich Erzählerin lässt uns teilhaben an ihren Gedanken über ihre Vergangenheit. Wir lernen drei Männer kennen, die für unsere Protaginistin unheimlich wichtig waren. Jeder auf seine Weise. Wir erfahren welche Rolle diese Männer in ihrem Leben gespielt haben, aber auch, wie unsere Erzählerin sich mehr, oder weniger von diesen Männern abhängig gemacht hat und was vor allem diese Beziehungen mit ihr gemacht haben. Zurück in der Gegenwart sinniert sie darüber und Leute, ich konnte mich in so manchem ihrer Gedanken sowas von wiederfinden. Dies Buch ist ein Buch über die Rolle der Frau in vielerlei Hinsicht, aber es ist auch ein Buch über verpasste Chancen, oder nicht gesagtes. Dinge die einem widerfahren sind und uns für unser späteres Leben geprägt haben. Ich musste wärend des Lesens oft inne halten und gewisse Momente, die mir selber so bekannt vorkamen, einfach sacken lassen. Und mich wundern, fast schon erleichtert, dass es nicht nur mir so erging in diesen Situationen, sondern dass andere Menschen ähnliche Empfindungen in solchen Momenten hatten. Diese Geschichte ist ruhig erzählt. Es ist ein Buch zum inne halten und zum reflektieren. Wir haben keine Kapitel, der Text fließt ineinander. Und Trotzdem kann man die unterschiedlichen Erinnerungen wunderbar auseinanderhalten. Oder sie in einem großen Ganzen sehen. Auch ohne den Namen unserer Protagonistin zu kennen, konnte ich doch eine gewisse Verbundenheit zu ihr feststellen. Die ruhige und abgeklärte Art von ihren Erlebnissen zu berichten war wirklich ein Lesegenuss. Mich konnte das Buch abholen. Auch wenn gar nicht so viel passiert, konnte ich die Lektüre nicht aus der Hand legen und wollte einfach noch ein Weilchen Teil des Lebens unserer Erzählerin sein. Ein schönes Buch.

wieso kann julia schoch in meinen kopf schauen?
„i write better than i speak but i think better than i write.“ diesen satz habe ich letztens in einem reel gelesen und mir geht es oft genau so. dass ich gedanken nicht einfach in geschriebene worte verwandeln kann, wie ich es mir wünschte – sie gar nicht recht zu fassen bekomme. wie ein dunkler traum einer vergangenen nacht. julia schoch hingegen findet genau diese worte. fängt gedanken ein, die mir selbst, flüchtig wie sternschnuppen, durch den kopf schossen. und sie bringt sie in ihren büchern zu papier. das habe ich in “wild nach einem wilden traum“ genauso wahrgenommen wie in „das liebespaar des jahrhunderts“. ich möchte mehr von ihr lesen – mehr von meinen eigenen gedanken. mit 174 seiten ein kurzweiliger wie fesselnder read.
"Oft heißt es, man hätte die Wahl. Das man in bestimmten Momenten des Lebens eine klare Entscheidung treffen könnte. So liest man es, so stelle ich mir das vor." Die Liebe zu drei Männern. Zu einem Soldaten, zu einem Katalanen und zu ihrem Ehemann. Die Liebe zu dem Soldaten beginnt sehr früh, sie trifft ihn zwischen Birken und Kiefern, an einer umgefallen Eiche. Er, Soldat auf Abwegen, gibt ihr den ersten Kuss. Als sie das Land der Birken und Kiefern verlässt, verlässt sie auch ihn und er gerät in Vergessenheit. Die Liebe zum Katalanen beginnt irgendwo in den Catskill Mountains, in einer kleinen Künstler/Autoren Kommune. Das Motto, Sex oder Schreiben, hält sie vom Schreiben ab. Als sie die Staaten verlässt, verlässt sie auch ihn. Aber er bleibt in Erinnerung, bis sich auf einer Messe das letzte Mal wieder sehen. Die Liebe zum Ehemann ist anfangs stark, frei, wild, doch mit der Zeit wird alles lockerer, geschlossener, langweiliger. Sie leben sich auseinander, aber können nicht ohne sich. Aber es ist nur die Liebe zu den drei Männer, sondern am Ende auch die Liebe zu Literatur und dem Schreiben. Die Biographie einer Frau zeigt in drei Teilen, wie unterschiedlich, einsam, traurig, aber auch wild, hemmungslos und schöne Liebe sein kann.
Ich habe "Wild nach einem wilden Traum" gelesen, ohne die beiden Vorgängerbände zu kennen. Das machte es für mich schwierig, den vielen Zeit- und Gedankensprüngen zu folgen. Der Schreibstil gefiel mir allerdings sehr gut. Insgesamt ein sprachlich starkes, aber für Quereinsteiger schwer zugängliches Buch, das viele Fragen offen lässt und wahrscheinlich verständlicher wirkt, wenn man die gesamte Trilogie kennt.

















