Vernichten

Vernichten

Hardback
3.899
UnterwerfungGeliebtePromiskuitätLobbyismus

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Description

Kurz vor den französischen Präsidentschaftswahlen 2027 taucht im Netz ein Video auf, das die Hinrichtung des möglichen Kandidaten Bruno Juge zu zeigen scheint. Paul Raison ist Absolvent einer Elitehochschule und arbeitet als Spitzenbeamter im Wirtschaftsministerium. Als Mitarbeiter und Vertrautem Juges fällt ihm die Aufgabe zu, die Urheber des Videos ausfindig zu machen. Im Laufe seiner Nachforschungen kommt es zu einer Serie mysteriöser terroristischer Anschläge, zwischen denen kein Zusammenhang zu erkennen ist. Aber nicht nur die Arbeit, auch das Privatleben von Paul Raison ist alles andere als einfach. Er und seine Frau Prudence leben zwar noch zusammen, aber sie teilen nichts mehr miteinander. Selbst die Fächer im Kühlschrank sind getrennt. Während Juge um seine Kandidatur kämpft, kann Paul entscheidende Hinweise für die Aufklärung der Anschläge liefern. Doch letztlich verliert Juge gegen einen volksnahen ehemaligen Fernsehmoderator, und die Erkenntnisse aus Pauls Recherche sind nicht minder niederschmetternd für die Politik des Landes. Als Paul von seiner Arbeit freigestellt wird, kommt es zu einer Annäherung zwischen ihm und seiner Frau und die beiden finden wieder zueinander. Ein unerwartetes, wenn auch fragiles Glück …

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Miscellaneous
Format
Hardback
Pages
624
Price
28.80 €

Author Description

MICHEL HOUELLEBECQ, 1958 geboren, gehört zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart. Seine Bücher werden in über vierzig Ländern veröffentlicht. Für den Roman ›Karte und Gebiet‹ (2011) erhielt er den renommierten Prix Goncourt. Sein Roman ›Unterwerfung‹ (2015) stand wochenlang auf den Bestsellerlisten und wurde mit großem Erfolg für die Theaterbühne adaptiert und verfilmt. Zuletzt erschien der Roman ›Vernichten‹ (2022).

Posts

14
All
5

Was für ein gigantisches Buch. Es werden so unfassbar viele Themen behandelt und das mit einer wahnsinnigen Tiefgründigkeit. Großes Kino!

3.5

Sehr viel Emotionen 2027 in Paris! Eine sehr interessanter Blick in eine mögliche Zukunft. Über Anschläge auf verschiedenen Einrichtungen in Europa, Wahlkampf hin zu einen schweren persönlichen Schicksal.

Trotz sehr vieler interessanter Themen hat mich das Buch nicht ganz so gefesselt. Habe etwas mehr erwartet.

Sehr viel Emotionen 2027 in Paris! Eine sehr interessanter Blick in eine mögliche Zukunft.  Über Anschläge auf verschiedenen Einrichtungen in Europa, Wahlkampf hin zu einen schweren persönlichen Schicksal.
5

Gute wie immer von ihm :)

Buch was viele Stile miteinander verbindet : provokant; spielend mit Namen der Kunst, Kultur und Politik; emotional und bewegend weil es das private , öffentliche und politische Leben miteinander vereint. Leicht futuristisch bzw. fantastisch.

Gute wie immer von ihm  :)
4

Houllebeques neunter Roman ist ein merkwürdiges Buch, aber sehr lesenwert.

Es ist kein Unterhaltungsroman, kein Politthriller, nicht einmal eine Gesellschaftskritik – sondern ein sperriges, manchmal mühsames, aber auf eine eigentümliche Weise ehrliches Buch über das Sterben, das Verlieren und darüber, wie sehr Politik und intimste Angst sich doch durchdringen. Natürlich greift er die gleichen Motive auf– die Verzweiflung über den modernen Menschen, die verkümmerte Sexualität, die verwahrloste Liebe, den politischen Zerfall –, und doch fühlt sich dieses Mal alles etwas anders an. Für Houllebeques Verhältnisse überraschend ist der positive Blick, dass eine erloschene Liebe wieder aufleben kann. Und dass diese Liebe Halt geben kann in einer verrückten Welt, in der die meisten nicht nur einsam sterben,sondern auch davor unverstanden durchs Leben gehen. Normalerweise beschreibt Houellebecq Einsamkeit in der modernen Gesellschaft nicht als bloßes Gefühl der Isolation, sondern als eine strukturelle Folge des neoliberalen Kapitalismus und des liberalisierten Sexualmarktes. Das ist hier seltsamerweise anders? Altersmilde? Keine Ahnung. Das Buch ist vielleicht etwas überfrachtet, aber regt damit zu Diskussionen und Nachdenken an, sehr lesenswert.

3

Es geht um Familie, Tod und bisschen Politik

Ich weiß ehrlich nicht was ich schreiben soll. Es ist spannend und belanglos zu gleich. Ich weiß auch nicht um was es ging. Irgendwie ne Mischung aus allem. Familiengeschichte Älterwerden Selbstmord Präsidentschaftswahlen Hightech-Terrorgruppe Krankheit und Tod

3.5

Normalerweise schreibe ich ja etwas lustigere Kurzbewertungen. Bei "Vernichten" ist das schwierig, zu ernsthaft kommt dieses Buch daher. Ich versuche es dennoch mit einem freien Zitat nach Kraftklub: Immer wenn du denkst "es geht" holt dich Krebs straight back in die Realität.

4

Anfangs hab ich nicht so recht den Sinn verstanden.. am Ende war es Politik, Philosophie, Religion und von allem etwas.. und eigentlich geht es die ganze Zeit um Paul, dessen Geschichte auf alle Fälle erzählens- und lesewert ist.. einzig die Passagen seiner Träume hab ich nicht verstanden und daher häufig überflogen..

4

Michel Houellebecqs Vernichten ist ein vielschichtiger, sprachlich beeindruckender Roman, der mich in vielerlei Hinsicht begeistert hat. Houellebecq schreibt mit einer Direktheit und Ehrlichkeit, die oft übertrieben, vulgär und bisweilen provokant unter die Gürtellinie geht – und trotzdem (oder gerade deshalb) wirkt alles unglaublich real. Sein Stil ist unverkennbar, seine Figuren sind greifbar, seine Themen mutig. Als Frankreich-Liebhaber fand ich es besonders spannend, wie Houellebecq die politischen und gesellschaftlichen Zustände seines Landes beleuchtet. Die Geschichte rund um Paul Raison, seinen Vater und dessen dramatischen Krankheitsverlauf sowie die familiären Konflikte mit Pauls Geschwistern wirkt dabei erschütternd authentisch – gerade in der Darstellung des Umgangs mit Pflegebedürftigkeit im Alter. Die Frage, ob das ein realistisches Bild des französischen (oder europäischen) Gesundheitssystems ist, lässt mich auch nach der Lektüre nicht los. Ebenso eindringlich ist der politische Hintergrund: Die geheimnisvollen globalen Anschläge, die undurchsichtigen Machtspiele hinter den Kulissen der Regierung, Pauls Rolle als Berater des Ministers Bruno – all das verleiht dem Roman stellenweise die Spannung eines Politthrillers. Ich war über viele Seiten hinweg gefesselt. Doch genau hier setzt meine Kritik an: Die letzten 100 Seiten schlagen eine völlig andere Tonart an. Der Roman endet nicht in der Aufklärung der mysteriösen Ereignisse, sondern in der Beschreibung eines langsamen, zutiefst tragischen Sterbens an Krebs. Es ist eine radikale Wendung, fast ein Bruch mit dem bisherigen Aufbau des Buches. Dieser Teil ist so eindringlich und realistisch geschildert, dass man ihn kaum erträgt – und dennoch fragt man sich: Warum? Was will Houellebecq damit sagen? Vielleicht ist genau das seine Botschaft: Dass die großen Welträtsel, die politischen Intrigen, die globalen Bedrohungen am Ende nichts zählen im Vergleich zum persönlichen Leid, zum körperlichen Verfall, zur Vergänglichkeit des Lebens. Das folgende Zitat bringt diese existenzielle Tiefe auf den Punkt: „Was er (Paul) nicht ertrug, stellte er besorgt fest, war die Vergänglichkeit an sich; es war die Vorstellung, dass eine Sache, worum auch immer es sich handeln mochte, endet; was er nicht ertragen konnte, war nichts anderes als eine der wesentlichen Bedingungen des Lebens.“ Trotz meiner Irritation über den Schluss bleibt Vernichten ein beeindruckendes literarisches Werk. Es ist ein Buch, das fordert, verstört und bewegt. Ein Buch, das ich fast mit der vollen Punktzahl bewerten würde – wären da nicht die offenen Fragen und der abrupte Perspektivwechsel am Ende. Deshalb: 4 von 5 Sternen. Chapeau!

5

Wider erwarten keine infantile Provokation, sondern ein zutiefst berührendes Buch über das Altern und Sterben

22. Abbruch

Fängt leider sehr langweilig an.

3

Auf dem Meer treiben...

3,5 Sterne Mein erstes Buch von dem Autor und ich muss sagen, es hat mich fast bis zum Schluss durch die Geschichte getragen. Wie wenn man auf dem Rücken im Meer liegt und ein ganz leichter Wellengang geht und du dich einfach treiben lässt. Ja, so ging es mir mit dem Buch. Ruhig, keine großen Wellen geschlagen, sehr angenehm...aber irgendwann ist es auch genug und es wird zeit wieder an Land zu gehen. Ich habe durchaus gesehen was das Buch vermittelt und anspricht. Z.b dass unsere Gesellschaft den "alten" Menschen keinerlei Wertschätzung mehr entgegen bringt und sie lieber alle an einem Ort steckt wo sie ohne dass wir es mit ansehen müssen, sterben. Wir schätzen lieber Kinder viel höher ohne zu wissen was aus ihnen wird - ob Massenmörder oder Präsident. Unser Respekt und Wertschätzung alten gegenüber, wie es zu vergangenen Zeiten noch war, gibt es immer weniger. Noch andere Themen wurden angesprochen und das durchaus gut. Auch ein Angriff übers Internet fand statt und wurde thematisiert - jedoch irgendwann total ignoriert und nicht mehr erörtert. Wer waren die nun die diese Anschläge gemacht haben??? Nix weiß man mehr. Okay. Geht ja um die Figuren. Die waren gut gezeichnet und vor allem der jüngste Bruder war sehr gelungen - im Zusammenspiel mit seiner Rolle und dem Hintergrund gefiel mir das echt gut. Aber letztlich muss ich sagen: irgendwann ist es halt genug mit dem dahintreiben und dann ist es schön dass es zu ende ist.

1

Sexissmus, Rassismus und Homophobie, einfach nur zum 🤮

5

Viele bekannte Elemente und Themen und doch überraschend und anders.

1

Für mich ein sehr enttäuschender Roman. Hier nur ein paar Gedanken: Der Roman hat zu viele lose Enden. Er weiß nicht recht, was er sein will: Polit-Thriller? Liebesroman? Familiendrama? Natürlich kann ein Roman all das zugleich sein. Aber keiner der diversen Handlungsstränge ist für sich allein genommen wirklich interessant und überzeugend ausgearbeitet. Die immer wiederkehrenden Traumpassagen - im Präsens gehalten - sind völlig belanglos und für den Handlungsablauf irrelevant. Selbes gilt für die Passagen, in denen der Protagonist, Paul, irgendwelche Dokumentationen schaut — diese werden genutzt, um kurz allgemeine Informationen im Stile eines Schulreferats aufzulisten (mal korrekt im Präsens, mal seltsamerweise im Präteritum), die dann so stehen gelassen und nie wieder aufgegriffen werden. Houellebecq findet kein gutes Maß, wenn es um die Gefühle seiner Charaktere geht. Beim Lesen einiger Passagen schaudert man vor Kitsch (Beispiel: Prudence läuft eine Träne über das Gesicht als Paul sie zum ersten Mal seit Jahren penetriert), bei anderen wundert man sich, wo denn die Fähigkeit der Figuren für das Empfinden geblieben ist (Siehe: Auréliens Suizid). Auf sprachlicher Ebene absolut blass — so wie es eigentlich jeder seiner Romane war. Nun bietet ‚Vernichten‘ aber nicht mal Reibungspotential auf inhaltlicher Ebene — wenigstens das konnte man von früheren Romanen behaupten. Somit bleibt das Fazit: sprachlich und inhaltlich ist dieser Roman eine Enttäuschung.

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