Unerhörte Stimmen

Unerhörte Stimmen

Softcover
4.2237
ProstitutionFreundschaftAusgestoßeneGemeinschaft

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Description

So sehr Leila es auch dreht und wendet: Sie wurde ermordet. Wie konnte es zu dieser Tat kommen? Fieberhaft denkt sie zurück an die Schlüsselmomente ihres aufreibenden Lebens, an den Geschmack von gewürztem Ziegeneintopf aus ihrer Kindheit, an den Gestank der Straße der Bordelle, wo sie arbeitete, und den Geruch von Kardamomkaffee, den sie mit einem jungen Mann teilte, der zu ihrer großen Liebe wurde.
Elif Shafak erzählt in ihrem neuen Roman von einer Frau, die am Rand der Gesellschaft Halt sucht, wo die Freundschaften tief ist, aber das Glück flüchtig.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
432
Price
15.50 €

Author Description

Elif Shafak, in Straßburg geboren, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Ihre Werke wurden in mehr als fünfzig Sprachen übersetzt. Die preisgekrönte Autorin zahlreicher Romane, darunter "Die vierzig Geheimnisse der Liebe" (2013), "Ehre" (2014) und "Der Geruch des Paradieses" (2016), schreibt auf Türkisch und Englisch. Mit "Unerhörte Stimmen" (2019) stand sie auf der Shortlist des Booker Prize. Mit "Das Flüstern der Feigenbäume" wurde sie 2022 für den Women’s Prize nominiert. Shafak wurde von der BBC zu einer der 100 inspirierendsten und einflussreichsten Frauen gewählt. Ihre vielbeachteten Aufritte, u.a. zweimal als Rednerin bei TEDGlobal, machten Shafak zum Sprachrohr für Gleichberechtigung und Frauen- und LGBTQ+-Rechte. Sie trägt weltweit zu wichtigen Publikationen bei und wurde mit dem Orden Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres ausgezeichnet. Sie ist Jurorin zahlreicher Literaturpreise, z.B. des PEN Nabokov-Preises.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
85%
43%
21%
N/A
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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Pace

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Writing Style

Simple0%
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Moderate100%
Bildhaft (100%)Poetisch (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

45
All
4

„Manchmal sind es nicht die Familien, in die wir hineingeboren werden, sondern die Freundschaften, die uns am Leben halten.“

Die Geschichte beginnt ungewöhnlich: Die Protagonistin Tequila Leila, eine Prostituierte in Istanbul, ist tot. In den zehn Minuten und 38 Sekunden nach ihrem Tod, der Zeitspanne, in der das menschliche Gehirn weiterhin aktiv bleibt, blickt sie zurück auf ihr Leben. In diesen Erinnerungen entfaltet sich ihr gesamtes bewegtes Leben: die harte Kindheit in einer konservativen Familie, die Flucht in die Großstadt, die schwierigen Lebensbedingungen am Rande der Gesellschaft und ihre großen, intensiven Beziehungen — besonders zu fünf engen Freund*innen, die ebenfalls Außenseiter sind.

5

Malerisch geschrieben und bewegend

Bewegend, erschütternd und voller Mitgefühl. Von Freundschaft, Liebe und den Irrwegen des Lebens. Von Menschlichkeit und unglaublicher Unmenschlichkeit. Und von der wunderschönen Stadt Istanbul mit ihrer widersprüchlichen Schönheit

Ein armes Leben reich an Freunden

Warum lerne ich Elif Shafak erst jetzt kennen? Was habe ich da bloß bisher verpasst? Auf der Fahrt zu Buchmesse habe ich 'Unerhörte Stimmen' begonnen und es hat mich schnell bewegt und erschüttert. Laila, die Protagonistin, lässt ihr Leben Revue passieren, während sich ihre Seele im Minutentakt verabschiedet. Mit dem Moment ihrer Geburt lernen wir Laila kennen, erleben ihr Aufwachsen und die ersten Schicksalsschläge. Mit viel Hoffnung im Gepäck und ihrer Familie und einer arrangierten Ehe entfliehend, landet sie jung und unerfahren in Istanbul und sehr schnell als Prostituierte in einem Bordell. Zwischendurch werden uns nacheinander die fünf Menschen vorgestellt, die Lailas kurzes Leben bereichern und auch nach ihrem Tod eine wichtige Rolle einnehmen werden. Jede einzelne dieser Personen ist besonders und einzigartig. Elif Shafak zeichnet die Charaktere unheimlich greifbar und authentisch. Jede einzelne Figur hat ihr eigenes, nicht leichtes, Päckchen zu tragen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum diese sechs Menschen zueinander finden und warum ich als Leserin sie so schmerzlich eindrucksvoll erachte. Elif Shafak schreibt, als ob alles genau so passiert ist, als ob jede einzelne der Figuren real ist. Beim Lesen vergesse ich, dass die Menschen in dem Buch Fiktion sind, auch wenn einzelne Handlungsstränge und Orte der Wahrheit entspringen. Während der Buchmesse, durfte ich mit Elif Shafak wenige kurze Worte wechseln. Ich empfand sie als nahbare und warmherzige Person. Ihre Empathie für Menschen spüre ich in jedem einzelnen Satz. Diese kurze Begegnung hat mir das Buch noch näher gebracht und ich freue mich darauf, ihren aktuellen Roman zu lesen.

Ein armes Leben reich an Freunden
5

📚 Inhalt Leila wurde ermordet. Daran kann sie nichts mehr ändern. Aber wie ist es dazu gekommen? Während ihr toter Körper in einer Mülltonne liegt, denkt sie an die Schlüsselmomente ihres Lebens, an ihre grosse Liebe und an ihre besten Freund:innen. Leila lebte am Rand der Gesellschaft, dort, wo die Freundschaften tief, aber das Glück nur flüchtig ist. 📖 Meinung Wir erfahren in diesem wunderbaren Roman die Geschichte von Leila, einer starken Frau, die fünf wahre Freundschaften knüpfen konnte. Sie erinnert sich an ihre früheste Kindheit, an ihre Familie und wie sie nach Istanbul gekommen ist. Aber wir lernen im Verlauf der Geschichte auch ihre fünf Freund:innen gut kennen. Sie alle sind selbst Aussenseiter:innen, die ihren Platz in der Gesellschaft nie richtig gefunden haben. Die Figuren sind alle individuell und mehrdimensional. Die Autorin hat sich viel Mühe gegeben, ihre Figuren echt und authentisch wirken zu lassen. Während man sie kennen lernt, ist es immer ganz klar, bei welcher Person man sich befindet. Das Tempo der Erzählung ist anders, die Atmosphäre und der Schreibstil verändern sich. Es ist wirklich meisterhaft geschrieben. Mich hat die Geschichte von Leila und ihren Freund:innen sehr berührt. Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung und wird euch bereichern.

5

Wunderschönes Buch, konnte es kaum aus der Hand legen.

5

Ein wunderbarer, zu Herzen gehender Roman. Shafak hat einmal die Türkei und Instanbul sehr beeindruckend eingefangen.

5

„Unerhöhte Stimmen“ von Elif Shafak war mein erstes Buch der Autorin und ganz sicher nicht mein letztes. Schon nach den ersten Seiten war ich von ihrem besonderen Schreibstil begeistert, der mich sofort in den Bann gezogen hat. Dass das Buch direkt mit dem Tod beginnt, ist ungewöhnlich und hat sofort meine Neugier geweckt. Dieser andere, fast schon mutige Anfang sorgt dafür, dass man direkt mitten im Geschehen ist und unbedingt weiterlesen möchte. Im Verlauf der Handlung entfaltet sich eine sehr berührende Geschichte. Sie geht unter die Haut, vor allem weil man spürt, dass die Themen, die angesprochen werden, viele Menschen betreffen. Genau das macht das Buch so eindringlich und bedeutungsvoll. Insgesamt hat mich „Unerhörte Stimmen“ tief beeindruckt. Ein bewegendes, außergewöhnlich erzähltes Buch, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. 🤍

Post image
4.5

Abwechslungsreicher Roman über Menschen am Rande der Gesellschaft und Zusammenhalt

Nachweislich arbeitet ein Gehirn nach dem Tod noch 8-10 Minuten. Was denkt es dann? Läuft der obligatorische Film des Lebens vor dem inneren Auge ab, macht man sich Gedanken darüber, was jetzt passiert, oder schwebt man auf das Licht am Ende des Tunnels zu? Wir Lebenden werden es nie erfahren. Elif Shafak hat uns aber den Blick in Leilas Kopf geschenkt. Tequila Leila ist tot, ihre Beine ragen aus einer Mülltonne im Rotlichtviertel Istanbuls. Sie wurde umgebracht und wartet nun darauf, dass man sie endlich findet. Nach ihrer Obduktion wird entschieden, dass sie als Prostituierte auf den Friedhof der Geächteten gehört, ohne Namen, ohne Grabstein, nur mit einer Nummer auf einer Holztafel. Ihre 5 Freunde wollen das verhindern. Die Komposition dieses Romans ist wirklich ganz besonders. Schauen wir zuerst in den Kopf einer Toten, so blicken wir mit ihr gemeinsam auf ihre Kindheit, ihre Familie und den Werdegang zurück, der sie zu dem gemacht hat, was sie zum Zeitpunkt ihres Todes war. Im zweiten Abschnitt sind wir Teil einer Art Truppe der „Unglaublichen“, oder wie es die Autorin betitelt, der Unerhörten. Sabotage Sinan, Nostalgie Nalan, Jamila, Zaynab122 und Hollywood Humeyra sind ihre Namen und die sind so besonders wie ihre Persönlichkeiten. Jede*r hat eine sozialgesellschaftliche „Superkraft“. Hier versammeln sich die Außenseiter: Ein Mann, der den traditionellen Rollenbildern nicht entsprechen möchte, eine Transperson, eine Ausländerin anderen Glaubens, eine Frau mit Behinderung und eine Verfolgte. In der Trauer um ihre Freundin sind sie vereint. Dieses bunte Sammelsurium an Biografien hat sich vor dem Hintergrund der Stadt Istanbul zu einer bunten Tragikomödie zusammengesetzt. Im zweiten Teil wusste ich nicht immer wohin die Reise geht. Manchmal mutete die Entwicklung der Geschichte an, als würde sie sich zu einem Krimi entwickeln. Aber genau das hat einen großen Reiz ausgeübt. Im Prinzip geht es hier um die Menschen, die am Rande einer Gesellschaft stehen, die tief in den Traditionen verwurzelt ist, und die mit ihren Handicaps zusammen eine starke Kraft entwickeln. Leila ist das verbindende Glied, das auch nach ihrem Tod Bestand hat und ihnen die Kraft verleiht, gegen ihre Ängste anzukämpfen. „Inzwischen war Nalan überzeugt, dass Religion – nicht anders als Macht, Ideologie und Politik – wie eine Falkenhaube funktionierte. All diese Prophezeiungen und Glaubenssätze raubten den Menschen die Sicht, brachten sie unter Kontrolle und schwächten ihr Selbstwertgefühl, bis sie sich vor allem und jedem fürchteten.“ DAS können wir uns für die Zukunft mal hinter die Ohren schreiben. Genauso vielfältig wie der Inhalt, war die Stimmung, die das Buch auf mich ausgeübt hat. Von Trauer und Mitgefühl bis zu Freude habe ich viele Emotionen beim Lesen erlebt. Sogar lachen musste ich des Öfteren und damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Auch wenn ich gerne sowas wie eine Aufklärung gehabt hätte, war der Plot am Ende für mich rund. Eine sehr dicht und unterhaltend geschriebene Geschichte bei der final nicht viel zu einem Highlight fehlt.

4

Sehr mitreissend

Eine so traurige Geschichte. Sehr gut geschrieben. Viele Einblicke in Instanbul. Leider hat mich das Ende irritiert. Deshalb 4 Sterne. Aber sehr interessante Story.

4

Eine eindrucksvolle Geschichte mit starken und facettenreichen Figuren. Den Text fand ich etwas überladen, obwohl man auch viele kulturelle Eindrücke und Informationen bekommen hat. Auf den letzten hundert Seiten hat mich die Geschichte leider fast verloren, da sie sich ab dann gezogen hat.

4

Skurril „ Vieles in diesem Buch ist wahr und alles erfunden.“ Dieser Satz aus den Anmerkungen am Ende des Buches trifft absolut zu. Elif Shafak hat eine sehr skurrile Geschichte geschrieben, in der unterschwellig ganz viel Gesellschaftskritik steckt. Es ist ein Buch über Menschen, die nicht hineinpassen in die Gesellschaft und Freunde, die die Ursprungsfamilie ersetzen, die „Wasserfamilie“ die verlässlicher und liebevoller ist als die „Blutfamilie“. Leila ist eine Prostituierte, die gleich auf der ersten Seite ermordet wird. In den letzten Minuten, in denen ihr Herz schon aufgehört hat zu schlagen und das Gehirn noch funktioniert, kommen die Erinnerungen an ihr Leben zurück, an ihre Kindheit im Dorf, an den Vater und seinen 2 Frauen, die Frau, die sie Tante nannte, obwohl sie ihre Mutter war, ihre Flucht in den Moloch der Großstadt Istanbul. Schnell ist sie in Istanbul in der Straße der Bordelle gelandet, denn verstoßen von der Familie, musste sie irgendwie überleben. Leila ist eine starke Frau und am Ende hat sie fünf Freunde, die ehrlich um sie trauern. Auch deren Geschichte erfahren wir in diesem Roman. Es sind wie Leila Außenseiter der Gesellschaft aber gemeinsam können sie sich vor dem Hass und den Beleidigungen im Alltag schützen. Elif Shafak zeichnet in ihrem Buch ein Bild der Türkei von heute mit Traditionen und Aberglauben von gestern. Es war teilweise etwas abgedreht aber eine durchaus interessante Lektüre.

4

Super Schreibstil, kleine Fragezeichen am Ende

Mein zweites Buch von Elif Shafak und wie auch schon "Das Flüstern der Feigenbäume" hab ich es sehr genossen. Der Schreibstil gefällt mir insgesamt sehr gut und auch die Personen und Themen finde ich spannend und wichtig. Aber auch hier, ebenso wie in dem anderen Buch, kann das Ende mich nicht so richtig mitnehmen und es gibt einen Funken magischen Realismus, mit dem ich nicht so richtig mitschwingen kann. Trotzdem: Elif Shafaks Bücher sind eine Empfehlung

4.5

Ich war bei diesem Buch hin und her gerissen zwischen Begeisterung und Entsetzen bzw Traurigkeit. Es ist wunderschön erzählt, aber Leilas Schicksal hat mich so unendlich traurig gemacht. Diese Kunst, beide Gefühle beim Lesen gleichermaßen zu erzeugen, kann ich gar nicht genug feiern.

5

Beeindruckte Erzählperspektive einer besonderen Geschichte über Freundschaft, Verlust und die Suche nach einem Platz in der Welt.

Elif Shafak taucht tief in die Geschichten von Menschen am Rande der Gesellschaft ein und zeichnet in poetischer Sprache das Porträt einer Frau, die trotz vieler Schicksalsschläge Würde und Menschlichkeit bewahrt. Neben deren Geschichte beleuchtet der Roman auch die Schicksale ihrer engsten Freunde, allesamt Außenseiter, die in einer feindlichen Welt zueinander halten. Mit großem Einfühlungsvermögen und einem Blick für die Nuancen der menschlichen Seele bringt Shafak die "unerhörten Stimmen" zum Klingen und fordert den Leser heraus, über gesellschaftliche Normen, Vorurteile und moralische Dilemma nachzudenken.

Beeindruckte Erzählperspektive einer besonderen Geschichte über Freundschaft, Verlust und die Suche nach einem Platz in der Welt.
5

Das einzige was zählt sind Freunde. Die auch über den Tod hinaus noch alles für den geliebten Menschen tun. Unter Freunden zählt die Meinung eines jeden. Jeder ist anders und wird respektiert. Egal ob transsexuell, kleinwüchsig, dick, dünn, abhängig … Anderssein bedeutet nicht abnormal !!! Ein Hoch auf die Vielfalt!

3

Abbruch nach 292 Seiten - leider

Abbruch nach 293 Seiten Die Geschichte um Leila die eine Prostituierte ist, ist an sich gut. Ich sehe auch all die Themen die angesprochen werden, sehe all das Leid und wie es soweit kommen konnte, wie sie damit umgeht usw. All das sehe ich. Ich sehe wo die Leser "abgeholt" werden sollen, was catchen soll. Ich sehe die Tiefe, ich sehe die Hoffnung und ich sehe die Tragik. Und doch konnte mich das Buch leider zu keinem einzigen Zeitpunkt packen. Es hat mich nie gecatched und gefesselt. Mir ist es egal wie das Buch weiter geht, egal wie die Geschichte endet und das ist dann der Punkt an dem ich sage, es tut mir leid für das Buch, da ich wie oben erwähnt all das sehe, aber leider null empfinde und mir das Buch egal ist. Leider.

3.5

Die Lebensgeschichten der Protagonisten sind teilweise unerträglich und ich musste das Buch mehrmals zur Seite legen und pausieren. Ich finde das Buch mit seinen Einblicken in das Leben von Menschen am Rande der Gesellschaft sehr interessant und wichtig. Lediglich das Ende fand ich etwas klamaukig und konnte mir keinen rechten Reim auf den extremen Wechsel des Schreibstils machen.

4.5

Ich musste mich erst mal auf das Buch einlassen, wusste nicht, wohin die Geschichte mit mir will, aber es hat sich sehr gelohnt, dranzubleiben. Hier geht es um an den Rand der Gesellschaft gedrängte Menschen in Istanbul, allen voran um die Sexarbeiterin Leila, ihr Leben und die Spuren, die sie nach ihrer Ermordung bei anderen zurücklässt. Besonders gelungen fand ich die Unterteilung der Geschichte in die Abschnitte „Geist“, „Körper“ und „Seele“. übersetzt von Michaela Grabinger

5

Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die Bedeutung von Freundschaft kommt schön zum Tragen. Ich mag auch die Schreibart von Elif Shafak. Kann ihre Bücher sehr empfehlen.

5

Spannendes Thema

Hat mir sowohl sprachlich als auch inhaltlich sehr gut gefallen.

5

Das erste Buch in diesem Jahr, was ich nicht aus der Hand legen konnte.

Leila ist Tod und liegt in einer Mülltonne. Damit beginnt ihre Geschichte. Viel Leid, Elend und Gewalt erfährt die Protagonisten, aber die kleinen Dinge in ihrem Leben machen es so spannend. Besonders ihre 5 Freunde, die im letzten Abschnitt des Buches wichtig sind, zeigen, dass Freundschaften über Familie stehen können. Es ist das 2. Buch von Elif Shafak. Ich bin ein Fan.

4

Eine Geschichte über Freundschaft und eine Hommage auf die tausend Facetten und Eigenheiten, die eine Persönlichkeit ausmacht!

Dieses Buch haut einen wahrlich mit seiner ehrlichen und absolut ungeschönigten Geschichte um. Alles beginnt hier mit dem Ende, und doch rollt sich die Geschichte von vorne bis hinten auf. Die einzelnen Freunde und Schicksale haben mich tief berührt. Und die verschiedenen Blickwinkel, Ansichten und Glaubenssätze haben mich ein ums andere Mal zum Denken und Philosophieren gebracht. Ein Buch zum Überdenken, Fühlen und der großen Frage:" Wie kann es nur so weit kommen?", die wir uns doch häufiger als vielleicht bewusst selber stellen. Ein kleiner Hinweis den ich dennoch für angebracht halte ist eine Triggerwarnung, da hier doch einige heftige Themen aufgegriffen werden.

4

Ein fesselndes Buch

Eine fesselnde Geschichte über eine Türkin, deren Schicksal durch die Zwängen der Gesellschaft seinen Weg in den Bordell finden. Es ist eine Kriminalgeschichte, aber der Wert guter Freunde steht im Vordergrund und mit historischen Hintergründen. Ich persönlich finde es stark, dass die Autorin so ein tolles Thema sich ausgesucht hat. Mich hat die Geschichte geprägt und dazu angetrieben mir Gedanken über mein Leben zu machen. Ich bin dankbarer geworden für all das was ich habe, nachdem ich die Geschichte Leilas gelesen habe.

5

Eine Geschichte über Freundschaft

Leila und ihre Freunde, Freundschaft, die über den Tod hinaus geht. Wundervoll erzählt, am Anfang habe ich etwas gebraucht reinzukommen, zum Ende konnte ich das Buch kaum weglegen.

5

Eine Geschichte über das Leben.

Leila ist tot. Sie wurde ermordet und in einem Müllcontainer entsorgt. Und während ihr Körper langsam kalt wird, erinnert sich ihr Gehirn mit letzter Energie an Episoden aus ihrem Leben. Mit "Unerhörte Stimmen" las ich zum ersten Mal einen Roman von Elif Shafak und ich bin sehr begeistert von ihrem märchenhaften und sanften Stil, mit dem sie uns die spannende Geschichte von Leila und ihren Freunden erzählt und wie sie es schafft Istanbul als Handlungsort auf so liebenswerte Weise lebendig werden zu lassen. Das Buch ist ein Highlight!

Eine Geschichte über das Leben.
4

Eine kreative und spannende Geschichte über Freund*innenschaft, liebe und das Leben und sterben in Istanbul - es ist so toll geschrieben und auch etwas irre

4

Unglaublich gut erzählt!

5

Schon auf den ersten Seiten hat mich die Geschichte oder vielmehr Elif Shafaks Sprache und ihre Art, eine Geschichte zu erzählen, in den Bann gezogen. Sie schreibt so herrlich ausufernd fantasievoll und gleichzeitig mit einem leicht ironischen Unterton, so dass es eine Freude ist, in die Erzählung einzutauchen. Eine Leiche, die noch etwas mehr als zehn Minuten hat, um sich an ihr Leben zu erinnern und wie es passieren konnte, dass sie ermordet wurde. Jedes Kapitel beginnt mit einer Erinnerung Leilas, einem Geruch oder einem Geschmack und dann erzählt sie über einen wichtigen Abschnitt in ihrem Leben. Gleichzeitig beschreibt sie das Leben in der Türkei zu Leilas Lebzeiten. Man erfährt ganz viel über den zu dieser Zeit verbreiteten Aberglauben. Leila musste einiges aushalten in ihrem Leben und wurde nicht gerade von Wärme umhüllt. Für die Wärme in ihrem Leben waren ihre fünf Freunde zuständig. Und das ist ein weiterer Punkt, der die Geschichte so lesenswert macht, diese besondere Freundschaft, die diese Menschen verbindet. Sie sind alle außerhalb der gesellschaftlichen Norm, ein erstes Band, dass sie miteinander verknüpft. Und ihre Freundschaft zu Leila ist ein weiteres Band ihrer Beziehung. Sie bilden eine Art Familie und geben Leila, aber auch einander Halt. Sie versuchen mit allem, was ihnen zur Verfügung steht, Leila angemessen die letzte Ehre zu erweisen. Und der Teil des Buches, in dem dies beschrieben wird, ist natürlich ernst, aber auch so abstrus, dass ich einige Male laut lachen musste. Ein ganz wunderbares Buch!

4

Erschreckend, wie schlimm Menschen sein können.

Markierungen gibt es in dem Buch vielzählige von mir, wie auch anders bei dieser Autorin. Die Geschichte der schönen Leila, die dem Elternhaus entfliehen muss um sein zu können, jedoch auf die harte Welt trifft und überleben will. Das einzige Glück das ihr wiederfährt, sind ihre Freundinnen. Sie alle kämpfen darum, da sein zu dürfen wie sie sind und am Leben zu bleiben. Ein sehr berührendes Buch über Freundschaft und Zusammenhalt.

5

Ist Wasser manchmal doch dicker als Blut?

Ein Buch über Diversität, Integration und Freundschaft. Laut Studien kann das Gehirn nach dem Tod noch bis zu 10 Min. und 38 Sek. aktiv sein. Elif Shafak stellt sich in diesem Roman u. a. die Frage, was in unserem Gehirn in diesem Zeitraum passiert. . Sie veranschaulicht uns ein mögliches Szenario mit der Protagonistin Leila. Wir lernen die Prostituierte kurz nach ihrem Tod kennen. Denn so leblos und kalt ihr Körper ermordet in einer Mülltonne liegt, so wach ist ihr Geist. Sie erinnert sich an Gerüche und Geschmäcker und assoziiert diese mit bestimmten Situationen in ihrem Leben, an denen sie uns teilhaben lässt. . Wir erfahren, in welchen Familienverhältnissen Leila in der Türkei aufwächst und wie wenig Stellenwert die Frau dort hat. Gleichzeitig fragen wir uns, wie es dazu kommen konnte, dass ihr Leben in Istanbul als Prostituierte in einer Mülltonne endet. . Leila erzählt aber trotz ihres Schicksals auch von den guten Begegnungen ihres Lebens, mit Charakteren, denen es ähnlich geht. Die auch Randfiguren dieser Gesellschaft sind. Die zu Freunden werden. Und die nun um sie trauern. . Man möchte meinen, dass eine Tote, die uns ihre Geschichte erzählt, leicht albern klingt, doch im Gegenteil: Leilas geistige Aktivität ist schlüssig, fundiert und Elif Shafak zieht uns mit feinfühligen Worten und großartigen Metaphern in diese Geschichte. Dabei nimmt sie sich Zeit, um Leilas Geschichte zu erzählen – statt Langeweile entsteht Mitgefühl und Nähe. Weiterhin begleiten wir neben Leila auch ihre 5 Freunde, die, als sie von Leilas Tod erfahren und, dass sie auf dem Friedhof der Geächteten begraben werden soll, einen mutigen Entschluss fassen. . Elif Shafak möchte mit diesem Buch die "Wasserfamilien", wie sie sie so schön bezeichnet, zelebrieren, die wir im Laufe des Lebens kreieren. Die besonderen Verbindungen, die uns Hoffnung und Inspiration geben. Und das ist ihr in allen Belangen mehr als gelungen.

Ist Wasser manchmal doch dicker als Blut?
4.5

Elif Shafaks Roman "Unerhörte Stimmen" macht seinem deutschen Titel alle Ehre. Shafak schafft es, uns nicht nur die Geschichte der Hauptperson Leila näherzubringen, sondern auch die der fünf Freunde. Aber auch die Geschichten vieler weiteren Personen werden angerissen und man erhält somit Einblicke in so viele verscheidene Leben und Realitäten, wenn auch oft nur sehr kurze Einblicke, wie in keinem anderen Roman. Man sieht praktisch von oben auf ganz viele verschiedene Menschen und deren Schicksale herab und ist trotzdem immer mitten im Geschehen. Die Handlung war nicht sonderlich spannend, da vor allem die erste Hälfte nur aus Erinnerungen bestand, aber trotzdem sehr interessant und fesselnd. Besonders fand ich auch die Rolle der Stadt Istanbul. Istanbul war nicht nur ein Schauplatz, sondern irgendwie auch ein Ort ständiger Wandlung, ein handelndes Subjekt und doch wieder nur ein Ort. Ganz klar eine Empfehlung. 

3

Mehr erwartet

Das Buch fing stark an. Ich möchte die Erzählperspektive von Leila. Auch die Charaktere die eingeführt wurden hatten viel Potenzial. Leider kippte das Buch ab dem zweiten Teil in eine Actionkomödie um. Ich hätte diesen rasanten Plott nicht gebraucht. Lieber hätte ich noch viel mehr über das Leben der „Fünf“ erfahren und sie bei ihrer Trauer begleitet.

5

Mitreißend und sehr spannende Perspektive…

Die Hauptprotagonistin Leila ist tot und wird aus genau dieser Perspektive erzählte. Die Vorstellung mag im ersten Moment kitschig klingen aber das ist es nicht. Die Story ist mitreißend. Ich habe gefühlt, geweint, war angeekelt und erschüttert aber habe Leilas sehr gern gemocht. Freundschaften die sich jeder wünscht. Menschen am Rande der Gesellschaft, die nicht gesehen oder gerne mal übersehen werden. Ich fand es großartig und wichtig! Wird nicht mein letztes Buch von Elif sein. 🧡

5

Da blutet einem das Herz … beeindruckend!

4

Fand’s in vielen Teilen sehr interessant, mochte den Schreibstil sehr gerne und bin echt schnell vorangekommen. Am Ende hatte es für mich schon auch ein paar Längen, aber hab’s trotzdem sehr gerne gelesen ☺️

5

"Unerhörte Stimmen" von Elif Shafak, übersetzt aus dem Englischen von Michaela Grabinger, ist für mich das erste Buch der Autorin und wird mit Sicherheit nicht das Letzte gewesen sein. Meine Meinung: Die Geschichte wird aus der soeben verstorbenen Tequila Leila erzählt, eine ganz ungewöhnliche Perspektive. Dabei erinnert sich Leila jede Minute nach dem Tod an bedeutsame Momente in ihrem Leben. Der Schreibstil hält einen gefangen, nimmt einen mit und bezaubert. Leila sowie ihre fünf Freunde sind sehr authentisch, lebendig und menschlich. Ich konnte in die Geschichte versinken, fühlte mich nach Istanbul versetzt - obwohl ich dort noch nie war -, konnte mich in die Charaktere hineinversetzen und mitleiden. Die Geschichte ist ein Appell, sich nicht seinem Schicksal zu ergeben sowie eine Geschichte über die Kraft der Freundschaft. Für mich ist dieses Buch bereits jetzt ein Jahreshighlight. Es bekommt eine ganz große Leseempfehlung.

3

Istanbul, oh Istanbul! Obwohl ich dort nur 6 Monate gewohnt habe, vermisse ich diese Stadt mit all ihren Widersprüchen, Geheimnissen, dunklen Ecken, mit all ihrer Schönheit, die durch Mark und Bein fährt. Vielleicht habe ich deshalb in letzter Zeit Bücher gestapelt, die in Istanbul spielen. Der Name ist ein Zauberwort, das mich sofort zum Buch greifen lässt. In Elif Shafaks Roman "Unerhörte Stimmen" ist Istanbul Hauptschauplatz, vielleicht sogar Protagonistin, deren Charakter der "durchgeknallten alten Stadt" in jeder Zeile mitschwingt. In dieser Stadt stirbt Leila, ermordet in eine Mülltonne gestopft, und wir begleiten sie im ersten Teil des Buchs durch die letzten 10 Minuten und 38 Sekunden, in denen ihr Gehirn noch nach ihrem Tod aktiv ist. Verschiedene Düfte steigen ihr in die Nase und wecken ihre Erinnerungen, denen wir vignettenhaft folgen: Kindheit und Jugend in einem anatolischen Dorf, unter patriarchaler Unterdrückung und Missbrauch leidend, Flucht und Ankunft in Istanbul, in die Prostitution gedrängt, Hoffnungen und Träumen, schlussendlich ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Immer sind wir ganz dicht an der politischen Entwicklung Istanbuls, an gesellschaftlichen Missständen und wichtigen historischen Ereignissen. Die Autorin lässt Menschen zu Wort kommen, die am Rande der Gesellschaft, verstoßen, ausgegrenzt und geächtet sind in einem Istanbul der 60er bis 80er Jahre, und zeichnet durch die fünf Freunde, die Leila im Laufe ihres Lebens findet, ein Kaleidoskop an Schicksalen und Lebensläufen, die alle in dieser "zweiten Familie" Zusammenhalt, Solidarität und Liebe erfahren. Die fünf Freunde versuchen im zweiten Teil Leila die letzte Ehre zu erweisen, die als Prostituierte und von ihrer Familie Verstoßene auf dem Friedhof der Geächteten außerhalb von Istanbul verscharrt wird. Hier wird die Erzählung meiner Meinung nach um einiges schwächer: In der Darstellung einer Nacht- und Nebelaktion tauchen beinahe slapstickartige Elemente auf, die ich irgendwie unpassend fand. Insgesamt kamen mir die Freunde Leilas sehr klischeehaft und zweidimensional vor. Dennoch verstehe ich die Intention der Autorin, ein vielstimmiges Bild für eine vernachlässigte Gesellschaftsschicht zu zeichnen und diesen Menschen, die so viel Hass und Gewalt ertragen müssen und gegen alle Widrigkeiten nach Liebe und Glück streben, ein Gesicht zu geben. Es bleibt am Ende trotzdem der Eindruck, dass etwas zu viele Themen angerissen wurden, über die ich gerne noch mehr erfahren hätte. Durch das unglaublich bildgewaltige und poetische Ende war ich aber schnell wieder versöhnt und kann das Buch wärmstens empfehlen, insbesondere Leuten, die das heutige Istanbul bereits kennen - man entdeckt viele Ecken wieder und saugt mit jeder Zeile diese faszinierende Stadt auf.

3

Alles in allem fand ich das Konzept gut, hätte mir an manchen Stellen aber mehr Vertrauen den Lesenden gegenüber gewünscht - nicht alles muss zwangsläufig aufgeschrieben werden, manches darf man auch der Interpretation überlassen.

Allem voran: das Buch ist wundervoll geschrieben, Elif Shafak schafft es, die Gedanken, die normalerweise nicht greifbar sind, die nur kurz aufblitzen und eher einer Stimmung gleichen als einem ausgereiften Statement, auszuformulieren. Außerdem interessant ist die Mischung von Wahrheit und Fiktion - ich war noch nie in Istanbul, habe aber das Gefühl, die Stadt durch dieses Buch kennengelernt zu haben. ABER: während die Charaktere in den dargestellten Situationen ziemlich konkret beschrieben wurden, habe ich nur abstrakte Bilder im Kopf. Ich hatte oft das Gefühl, obwohl so viel Zeit (zu viel?) für die introduction der Charaktere verwendet wurde, nicht wirklich gewusst zu haben, wen ich da vor mir habe. Nach der 5. Erwähnung musste ich auch einfach glauben, dass die Leute gute Freunde sind. Letztendlich zog es sich für meinen Geschmack im Mittelteil zu sehr und während ich gut fand, wie die einzelnen Protagonisten eingeführt wurden, hatte ich mir gewünscht, dass in dem Rahmen auch die Story weiter voranschreitet. Als die Geschichte dann weitergeführt wurde, wurde mir alles aber viel zu schnell aufgelöst. Das Ende hat mich dann aber nochmal abgeholt. Alles in allem fand ich das Konzept gut, hätte mir an manchen Stellen aber mehr Vertrauen den Lesenden gegenüber gewünscht - nicht alles muss zwangsläufig aufgeschrieben werden, manches darf man auch der Interpretation überlassen.

4

Eine Liebeserklärung an die Sprache - schon wieder.

Es ist mein viertes Buch von Elif Shafak, und wieder einmal verbindet sie Realität und Fiktion so gut, dass man das Gefühl hat, diese Geschichten könnten genau so passiert sein. Ich mag, wie sie Städte, Geschichte und gesellschaftliche Themen einbaut. Der erste Teil des Romans ist für mich der stärkste. Teil 2 und 3 fand ich etwas langatmig, vor allem weil die ganze Geschichte nur innerhalb von 24 Stunden spielt und vieles über Dialoge läuft. Etwas mehr Worldbuilding hätte mir gefallen, auch wenn Shafak eher für ihre starken Charaktere als für große Wendungen steht.

5

Ich liebe den Schreibstil. Das Buch hat mich so bewegt, jede Figur wurde so wundervoll beschrieben. Danke!

4.5

Elif Shafaks Roman "Unerhörte Stimmen" macht seinem deutschen Titel alle Ehre. Shafak schafft es, uns nicht nur die Geschichte der Hauptperson Leila näherzubringen, sondern auch die der fünf Freunde. Aber auch die Geschichten vieler weiteren Personen werden angerissen und man erhält somit Einblicke in so viele verscheidene Leben und Realitäten, wenn auch oft nur sehr kurze Einblicke, wie in keinem anderen Roman. Man sieht praktisch von oben auf ganz viele verschiedene Menschen und deren Schicksale herab und ist trotzdem immer mitten im Geschehen. Die Handlung war nicht sonderlich spannend, da vor allem die erste Hälfte nur aus Erinnerungen bestand, aber trotzdem sehr interessant und fesselnd. Besonders fand ich auch die Rolle der Stadt Istanbul. Istanbul war nicht nur ein Schauplatz, sondern irgendwie auch ein Ort ständiger Wandlung, ein handelndes Subjekt und doch wieder nur ein Ort. Ganz klar eine Empfehlung. 

4

Ein spannender Roman!!

4

als nachtrag 3 jahre später: hab das buch durch zufall bei thalia bei den sale büchern für 3€ gekauft und da es so gut war habe ich jedesmal hoffnung wenn ich wieder thalia bin einen weiteren gem. zu finden aber bisher blieb es mir verwehrt, daher denke ich noch oft an dieses buch und was ein glückstreffer es war

5

Was bleibt, wenn der Tod nur der Anfang ist? So beginnt dieser außergewöhnliche Roman – mit dem Ende. Denn Tequila Leila ist tot. Ermordet. Und während ihr Körper in einer Mülltonne liegt, rauschen die letzten Minuten ihrer Hirnaktivität durch ein ganzes Leben: Erinnerungen an Kindheit, Trauma, Gewürzduft und große Liebe. „So sehr Leila es auch dreht und wendet: Sie wurde ermordet.“ – Schon dieser Satz lässt ahnen, wie eindrucksvoll Elif Shafak sich dem Thema Feminizid nähert. Aber sie bleibt nicht bei der Gewalt stehen. Sie gibt Leila – und mit ihr all jenen, die in unserer Gesellschaft übersehen, vergessen, zum Schweigen gebracht werden – ihre Stimme zurück. In „Unerhörte Stimmen“ entfaltet sich eine zutiefst berührende, melancholisch-schöne und zugleich schmerzhafte Geschichte, die zwischen Istanbul, Kindheitserinnerungen, religiösen Riten und patriarchalen Systemen pendelt. Es geht um Freundschaft, Prostitution, Macht, Gewalt, Liebe, Geschlechterrollen – aber vor allem geht es darum, wie Menschen am Rande der Gesellschaft überleben. Und was es heißt, gesehen zu werden. „Sie konnte noch nicht wissen, dass das Ende der Kindheit nicht mit den körperlichen Veränderungen während der Pubertät einherging, sondern mit der plötzlich einsetzenden Fähigkeit, das eigene Leben mit den Augen eines Außenstehenden zu betrachten.“ (S. 69) Ein Satz, der bei mir lange nachgehallt hat – weil er so vieles über Leilas Geschichte und unsere Welt sagt. Auch stilistisch ist der Roman ein Erlebnis: voller Sinnlichkeit, voller Kontraste. Der Geschmack von Ziegeneintopf, der Geruch von Kardamomkaffee, das Flirren zwischen Tod und Leben – Shafaks Sprache ist atmosphärisch dicht und poetisch, ohne je überladen zu wirken. Zugleich scheut sie sich nicht, Gewalt und Machtmissbrauch zu zeigen – aber nie voyeuristisch, nie sensationsheischend. Und immer mit Empathie. Für Leila. Für ihre Freund:innen. Für jene, die an den Rändern leben. „Ich bin oft mit dem Körper eines Mannes in Berührung gekommen. Oder ist der Onkel kein Mann?“ (S. 154) 5 Gründe, warum dieses Buch gelesen werden muss:

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