Der Bastard von Istanbul
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Im heutigen Istanbul teilt die neunzehnjährige Asya Kazanci ihr Zuhause mit ihrer Großfamilie, einer bunten Ansammlung eigenwilliger Charaktere. Als Armanoush, Asyas armenisch-amerikanische Cousine, die Familie besucht, geraten jedoch die Grundmauern des Hauses ins Wanken. Denn sie hat keine Scheu, sich dem Familiengeheimnis zu widmen, das eng mit einem der dunkelsten Kapitel des Landes verbunden ist.
Book Information
Author Description
Elif Shafak, in Straßburg geboren, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Ihre Werke wurden in über fünfzig Sprachen übersetzt. Die preisgekrönte Autorin von siebzehn Büchern, darunter "Die vierzig Geheimnisse der Liebe" (2013), "Ehre" (2014) und "Der Geruch des Paradieses" (2016), schreibt auf Türkisch und Englisch. Mit ihren Artikeln und Auftritten wurde sie zum viel beachteten Sprachrohr für Gleichberechtigung und freiheitliche Werte zunächst in der Türkei, später in ganz Europa. Elif Shafak lebt in London. www.elifshafak.com
Posts
Nachdem ich "Unerhörte Stimmen" als erstes Buch von Elif Shafak gelesen habe und es mich sehr gerührt und begeistert hatte, wurde mir der "Bastard von Istanbul" von einer Bekannten empgohlen. Und auch wenn ich es nicht wie das andere Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen habe, bin ich nicht weniger begeistert. Elif Shafak verbindet Schicksal und Leben zweier Familien, die unterschiedlicher und gleicher nicht sein könnten...und verwebt das alles mit dem Hintergrund der armenisch-türkischen Geschichte zu einem passenden Gesamtbild und einer fesselnden Story. Notiz an mich: Weitere Bücher von Elif Shafak lesen. 😁
'The Bastard of Istanbul' ist mein erstes Buch von Elif Shafak, doch es wird sicherlich nicht das letzte bleiben. Es hat mich schwer beeindruckt, wie sie mehrere sehr schwere, tragische Themen in einem Roman unterbringt, der sich dennoch mehr nach Licht als nach Dunkelheit anfühlt und der Solidarität, vor allem unter Frauen, und Freundinnenschaft so positiv hervorhebt. Es handelt sich um einen Familienroman, der vier Generationen von Frauen in einem Haus in Istanbul vereint. Der titelgebende 'Bastard' ist Asya, die 19-jährige Tochter von Zeliha, die Asya nie verraten hat, wer ihr Vater ist und die von Asya nie Mama, sondern Tante genannt wird - ebenso wie die drei Schwestern von Zeliha, die alle unterschiedlicher nicht sein könnten. Dazu wohnt noch die Mutter der vier Schwestern, Gülsüm, und die Großmutter Petite-Ma im Haus. Sie alle haben ihre Geheimnisse und Verletzungen aus der Vergangenheit, nicht zuletzt, da die Männer der Familie verflucht sind und allesamt jung sterben. Der Alltag der acht Frauen wird durch den überraschenden Besuch der 19-jährigen Armanoush durcheinandergewirbelt, die aus den USA kommt und ihren armenischen Wurzeln nachspüren möchte. Ihre Familie hat einen Genozid überlebt und ist durch zarte Bande mit der Familie von Asya verbunden. Neben dem türkischen Genozid an der armenischen Bevölkerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Leugnung der Türkei, behandelt der Roman noch weitere heftige Themen, die ich aus Spoiler-Gefahr nicht alle nennen möchte (schaut unten in die Content Notes für mehr). Heftig ist auch, dass die Autorin für dieses Buch und der Thematisierung des Genozids fast ins Gefängnis gehen musste, die Anschuldigungen dann aber doch fallen gelassen wurden. Mir hat sehr imponiert, wie nahezu alle im Roman vorkommenden Frauen trotz ihrer Unterschiede unhinterfragt solidarisch miteinander sind und wie stark jede Frau auf ihre eigene Art ist. Trotz der Vielzahl an Personen haben sowohl die meisten Figuren als auch der Plot Tiefe. Es ist ein Roman, den man nicht gehen lassen möchte. Bei dem man über das Ende hinaus an der Seite der Frauen bleiben will. CN: Verg3waltigung, M0rd, T0d, Su1zid, Alkoh0labhängigkeit, Gen0zid, häusliche G3walt, Schwangerschaftsabb.ruch, Inzest, psychische Erkrankung, Able1smus, Kindst0d, Gen0zid, Blut, Z-Wort Ras$ismus

📚 Inhalt Armanoush ist 19 Jahre, intelligent, schön und unglücklich. Nach der Scheidung ihrer Eltern lebt sie zwischen zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihre Mutter erzieht sie nach dem American Way of Life, während ihr armenischer Vater seine Traditionen aufrecht erhalten möchte. Um ihrem Ex-Mann eins auszuwischen, heiratet Armanoushs Mutter einen Türken. Um sich selbst zu finden, reist Armanoush zur türkischen Familie ihres Stiefvaters und macht damit ihr Gefühlschaos komplett. Sie ahnt nicht, welche Geheimnisse ihre Reise ans Tageslicht bringen werden. 📖 Meinung Wie gewohnt erzählt Elif Shafak eine besondere Geschichte, die einen sofort in den Bann zieht. Geschickt verwebt sie die Geschichten zweier Familien miteinander, die durch einen Zufall miteinander verwandt sind. Aber es handelt sich nicht «nur» um ein Familiendrama. Die Autorin beschreibt den Konflikt zwischen Tradition und Moderne, der die Türkei zerreisst und nimmt dazu noch ein sehr wichtiges Thema auf: die armenische Vergangenheit. Die Geschichte mag zwischendurch verwirrend und verzweigend sein, man muss wirklich aufmerksam bleiben, damit man den Faden nicht verliert. Es lohnt sich allerdings sehr, an der Handlung dranzubleiben und zwischendurch zurück zu blättern, um nachzuschauen, ob man alles richtig verstanden hat. Das Ende hat mich überrascht, obwohl ich irgendwann in der Geschichte diese Wendung vermutet habe. Trotzdem hätte sich die Handlung noch in eine andere Richtung entwickeln können und konnte daher erneut den Spannungsbogen aufrecht erhalten. Es handelt sich um eine besondere Familiengeschichte, die sich zu lesen lohnt.
Sehr Empfehlenswert!!!
Vor dem Hintergrund des Türkisch-Armenischen- Kriegs und dessen Folgen, werden die Geschichten zweier Familien dargelegt, und wie diese durch Zufall miteinander verbunden sind. Ein vielschichtiger und bewegender Roman, aus dem man viel mitnehmen kann. Zudem ist Shafaks Schreibstil sehr außergewöhnlich und zutiefst beeindruckend.
Wie immer meisterhaft erzählt, jedoch mit leicht anfälligem Pace.
„Der Bastard von Istanbul“ von Elif Shafak Elif Shafak schreibt wieder einmal meisterhaft. Ihre Sprache ist so lebendig und detailreich, dass man sich mitten in Istanbul wähnt. Die Art, wie sie Orte, Stimmungen und Figuren beschreibt, ist bildlich und einnehmend. Das Buch verknüpft verschiedene Perspektiven auf berührende Weise und greift dabei auch das Thema des Genozids an den Armeniern auf – ein Aspekt, der das Werk kontrovers macht, aber für mich nicht der Hauptgrund war, es zu lesen. Ich schätze vor allem Shafaks besondere Erzählweise und wollte mir dieses Buch nicht entgehen lassen. Kritikpunkt: Wie bei einigen ihrer anderen Werke steigert sich die Handlung erst spät – die großen Wendungen kommen auf den letzten 30–50 Seiten. In diesem Roman funktioniert das zwar besser, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass sie entweder früher zum Punkt kommt oder den Ausgang ausführlicher weiterführt. An manchen Stellen wirkt der Mittelteil dadurch etwas langgezogen. Trotzdem ist „Der Bastard von Istanbul“ ein wunderschön erzählter Roman, der seine Leser*innen mit Atmosphäre, Tiefe und Vielfalt belohnt
Zwei junge Frauen, zwei Familien, zwei Familiengeschichten – durch einen Zufall des Lebens miteinander verbunden. Souverän entfaltet Elif Shafak in »Der Bastard von Istanbul« dieses doppelte Familienepos auf nur 464 Seiten. Armenische Vergangenheit und türkische Gegenwart treffen aufeinander; Exilerfahrungen der Armenier und der Kampf zwischen Moderne und Tradition in der Türkei fließen in die Erzählung ein. Ein sehr gutes, lesenswertes Buch! Mehr auf meinem BLog "Notizhefte": https://notizhefte.com/2019/01/06/schroedingers-vergangenheit-armenier-und-tuerken/
Description
Im heutigen Istanbul teilt die neunzehnjährige Asya Kazanci ihr Zuhause mit ihrer Großfamilie, einer bunten Ansammlung eigenwilliger Charaktere. Als Armanoush, Asyas armenisch-amerikanische Cousine, die Familie besucht, geraten jedoch die Grundmauern des Hauses ins Wanken. Denn sie hat keine Scheu, sich dem Familiengeheimnis zu widmen, das eng mit einem der dunkelsten Kapitel des Landes verbunden ist.
Book Information
Author Description
Elif Shafak, in Straßburg geboren, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Ihre Werke wurden in über fünfzig Sprachen übersetzt. Die preisgekrönte Autorin von siebzehn Büchern, darunter "Die vierzig Geheimnisse der Liebe" (2013), "Ehre" (2014) und "Der Geruch des Paradieses" (2016), schreibt auf Türkisch und Englisch. Mit ihren Artikeln und Auftritten wurde sie zum viel beachteten Sprachrohr für Gleichberechtigung und freiheitliche Werte zunächst in der Türkei, später in ganz Europa. Elif Shafak lebt in London. www.elifshafak.com
Posts
Nachdem ich "Unerhörte Stimmen" als erstes Buch von Elif Shafak gelesen habe und es mich sehr gerührt und begeistert hatte, wurde mir der "Bastard von Istanbul" von einer Bekannten empgohlen. Und auch wenn ich es nicht wie das andere Buch quasi in einem Rutsch durchgelesen habe, bin ich nicht weniger begeistert. Elif Shafak verbindet Schicksal und Leben zweier Familien, die unterschiedlicher und gleicher nicht sein könnten...und verwebt das alles mit dem Hintergrund der armenisch-türkischen Geschichte zu einem passenden Gesamtbild und einer fesselnden Story. Notiz an mich: Weitere Bücher von Elif Shafak lesen. 😁
'The Bastard of Istanbul' ist mein erstes Buch von Elif Shafak, doch es wird sicherlich nicht das letzte bleiben. Es hat mich schwer beeindruckt, wie sie mehrere sehr schwere, tragische Themen in einem Roman unterbringt, der sich dennoch mehr nach Licht als nach Dunkelheit anfühlt und der Solidarität, vor allem unter Frauen, und Freundinnenschaft so positiv hervorhebt. Es handelt sich um einen Familienroman, der vier Generationen von Frauen in einem Haus in Istanbul vereint. Der titelgebende 'Bastard' ist Asya, die 19-jährige Tochter von Zeliha, die Asya nie verraten hat, wer ihr Vater ist und die von Asya nie Mama, sondern Tante genannt wird - ebenso wie die drei Schwestern von Zeliha, die alle unterschiedlicher nicht sein könnten. Dazu wohnt noch die Mutter der vier Schwestern, Gülsüm, und die Großmutter Petite-Ma im Haus. Sie alle haben ihre Geheimnisse und Verletzungen aus der Vergangenheit, nicht zuletzt, da die Männer der Familie verflucht sind und allesamt jung sterben. Der Alltag der acht Frauen wird durch den überraschenden Besuch der 19-jährigen Armanoush durcheinandergewirbelt, die aus den USA kommt und ihren armenischen Wurzeln nachspüren möchte. Ihre Familie hat einen Genozid überlebt und ist durch zarte Bande mit der Familie von Asya verbunden. Neben dem türkischen Genozid an der armenischen Bevölkerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Leugnung der Türkei, behandelt der Roman noch weitere heftige Themen, die ich aus Spoiler-Gefahr nicht alle nennen möchte (schaut unten in die Content Notes für mehr). Heftig ist auch, dass die Autorin für dieses Buch und der Thematisierung des Genozids fast ins Gefängnis gehen musste, die Anschuldigungen dann aber doch fallen gelassen wurden. Mir hat sehr imponiert, wie nahezu alle im Roman vorkommenden Frauen trotz ihrer Unterschiede unhinterfragt solidarisch miteinander sind und wie stark jede Frau auf ihre eigene Art ist. Trotz der Vielzahl an Personen haben sowohl die meisten Figuren als auch der Plot Tiefe. Es ist ein Roman, den man nicht gehen lassen möchte. Bei dem man über das Ende hinaus an der Seite der Frauen bleiben will. CN: Verg3waltigung, M0rd, T0d, Su1zid, Alkoh0labhängigkeit, Gen0zid, häusliche G3walt, Schwangerschaftsabb.ruch, Inzest, psychische Erkrankung, Able1smus, Kindst0d, Gen0zid, Blut, Z-Wort Ras$ismus

📚 Inhalt Armanoush ist 19 Jahre, intelligent, schön und unglücklich. Nach der Scheidung ihrer Eltern lebt sie zwischen zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ihre Mutter erzieht sie nach dem American Way of Life, während ihr armenischer Vater seine Traditionen aufrecht erhalten möchte. Um ihrem Ex-Mann eins auszuwischen, heiratet Armanoushs Mutter einen Türken. Um sich selbst zu finden, reist Armanoush zur türkischen Familie ihres Stiefvaters und macht damit ihr Gefühlschaos komplett. Sie ahnt nicht, welche Geheimnisse ihre Reise ans Tageslicht bringen werden. 📖 Meinung Wie gewohnt erzählt Elif Shafak eine besondere Geschichte, die einen sofort in den Bann zieht. Geschickt verwebt sie die Geschichten zweier Familien miteinander, die durch einen Zufall miteinander verwandt sind. Aber es handelt sich nicht «nur» um ein Familiendrama. Die Autorin beschreibt den Konflikt zwischen Tradition und Moderne, der die Türkei zerreisst und nimmt dazu noch ein sehr wichtiges Thema auf: die armenische Vergangenheit. Die Geschichte mag zwischendurch verwirrend und verzweigend sein, man muss wirklich aufmerksam bleiben, damit man den Faden nicht verliert. Es lohnt sich allerdings sehr, an der Handlung dranzubleiben und zwischendurch zurück zu blättern, um nachzuschauen, ob man alles richtig verstanden hat. Das Ende hat mich überrascht, obwohl ich irgendwann in der Geschichte diese Wendung vermutet habe. Trotzdem hätte sich die Handlung noch in eine andere Richtung entwickeln können und konnte daher erneut den Spannungsbogen aufrecht erhalten. Es handelt sich um eine besondere Familiengeschichte, die sich zu lesen lohnt.
Sehr Empfehlenswert!!!
Vor dem Hintergrund des Türkisch-Armenischen- Kriegs und dessen Folgen, werden die Geschichten zweier Familien dargelegt, und wie diese durch Zufall miteinander verbunden sind. Ein vielschichtiger und bewegender Roman, aus dem man viel mitnehmen kann. Zudem ist Shafaks Schreibstil sehr außergewöhnlich und zutiefst beeindruckend.
Wie immer meisterhaft erzählt, jedoch mit leicht anfälligem Pace.
„Der Bastard von Istanbul“ von Elif Shafak Elif Shafak schreibt wieder einmal meisterhaft. Ihre Sprache ist so lebendig und detailreich, dass man sich mitten in Istanbul wähnt. Die Art, wie sie Orte, Stimmungen und Figuren beschreibt, ist bildlich und einnehmend. Das Buch verknüpft verschiedene Perspektiven auf berührende Weise und greift dabei auch das Thema des Genozids an den Armeniern auf – ein Aspekt, der das Werk kontrovers macht, aber für mich nicht der Hauptgrund war, es zu lesen. Ich schätze vor allem Shafaks besondere Erzählweise und wollte mir dieses Buch nicht entgehen lassen. Kritikpunkt: Wie bei einigen ihrer anderen Werke steigert sich die Handlung erst spät – die großen Wendungen kommen auf den letzten 30–50 Seiten. In diesem Roman funktioniert das zwar besser, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass sie entweder früher zum Punkt kommt oder den Ausgang ausführlicher weiterführt. An manchen Stellen wirkt der Mittelteil dadurch etwas langgezogen. Trotzdem ist „Der Bastard von Istanbul“ ein wunderschön erzählter Roman, der seine Leser*innen mit Atmosphäre, Tiefe und Vielfalt belohnt
Zwei junge Frauen, zwei Familien, zwei Familiengeschichten – durch einen Zufall des Lebens miteinander verbunden. Souverän entfaltet Elif Shafak in »Der Bastard von Istanbul« dieses doppelte Familienepos auf nur 464 Seiten. Armenische Vergangenheit und türkische Gegenwart treffen aufeinander; Exilerfahrungen der Armenier und der Kampf zwischen Moderne und Tradition in der Türkei fließen in die Erzählung ein. Ein sehr gutes, lesenswertes Buch! Mehr auf meinem BLog "Notizhefte": https://notizhefte.com/2019/01/06/schroedingers-vergangenheit-armenier-und-tuerken/

















