Streiten

Streiten

Hardback
2.975

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Description

Wie geht Streiten heute? Svenja Flaßpöhler, eine unserer streitbarsten Denkerinnen, appelliert persönlich, philosophisch und pointiert für mehr richtigen Streit „Warum also streite ich? Davon und von der Frage, was Streiten heißt, handelt dieses Buch.“ Svenja Flaßpöhler gilt als streitlustig, als jemand, der gerne angreifbare Positionen vertritt. Doch in ihr wohnt eine ganz andere Erfahrung: die eines Trennungskinds, das mit der Angst vor Streit und Eskalation aufgewachsen ist. In ihrem persönlich-philosophischen Essay zeigt sie, dass über das Streiten nachzudenken vor allem heißt, sich von Illusionen zu befreien. Ein Streit ist kein herrschaftsfreier Diskurs, sondern es geht um Macht: Der Abgrund der Vernichtung ist immer als Möglichkeit präsent. Gleichzeitig ist es gerade der Streit in seiner Unversöhnlichkeit, der uns vorantreibt und Veränderung bewirkt. Ein flammendes Plädoyer für Lebendigkeit, Mut und den Eros des Ringens.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
128
Price
20.60 €

Author Description

Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin und Chefredakteurin des Philosophie Magazins sowie Gründerin und Co-Geschäftsführerin des neuen Berliner Philosophie-Festivals Philo.live!. Zuletzt erschienen von ihr u. a. "Sensibel. Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren" und "Die potente Frau. Für eine neue Weiblichkeit". Für "Mein Wille geschehe. Sterben in Zeiten der Freitodhilfe" erhielt sie den Arthur-Koestler-Preis. Svenja Flaßpöhler lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Posts

13
All
4.5

Schweigen oder Streiten?

Was bedeutet es eigentlich, professionell zu streiten? Diese Frage habe ich mir vor der Lektüre des Essays von Svenja Flaßpöhler noch nie so direkt gestellt - und somit viel über eine der wichtigsten Gesprächsformen der Menschheit gelernt. Nicht nur die Herleitung des Streitbegriffs und des Verständnisses eines philosophisch „gelungenen“ Streits waren erhellend, sondern auch und vor allem die Frage danach, wie sich die Streitkultur im 21. Jahrhundert entwickelt hat. Denn es ist kaum beSTREITbar, dass Konflikte zunehmend feindseliger und immer weniger konstruktiv und im Sinne einer richtigen Streitdebatte geführt werden. Flaßpöhler lehnt sich insbesondere bei ihren politischen Thesen schonmal weit aus dem Fenster und erntet dafür vielleicht nicht nur Verständnis - im Sinne des Streitbegriffs konnte ich ihre Sicht auf einige Themenfelder aber gedanklich gut nachvollziehen. Trotzdem wurde die für mich drängendste - sogleich aber auch schwierigste Frage zum Thema - nur teilweise beantwortet. Denn wie geht man mit Personen oder Gruppen um, die sich ganz offen gegen eine kultivierte Streitkultur stellen - nicht streiten, sondern diffamieren und vernichten wollen? Sollte man angesichts dieser Entwicklungen nicht eher schweigen statt streiten? Diesem Problem sieht auch die Autorin ins hässliche Gesicht und kann keine Lösung, jedoch unterschiedliche philosophische Perspektiven gegenüberstellen. Ich werde auf jeden Fall ab nun anders auf Streitgespräche schauen und vielleicht auch mal kontern, wenn jemand sagt „Streitet euch doch nicht…“

4

Streiten von Svenja Flasspöhler Dieses Buch hat mich wirklich gefesselt, weil es das Thema Streiten nicht nur beleuchtet, sondern neu denkt. Besonders spannend fand ich die Haltung der Autorin, dass jede Position auch wenn man sie selbst nicht teilt – diskutiert und von allen Seiten betrachtet werden sollte. Das hat mir sehr imponiert, weil es zeigt, wie wichtig es ist, den Diskurs offen zu halten und nicht vorschnell in Schubladen zu denken. Sehr eindrücklich war für mich auch der Einblick in das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Mir war vorher nicht bewusst, wie wenig unparteiisch dort teilweise berichtet wird. Gerade deshalb ziehe ich den Hut vor Svenja Flasspöhler: Trotz ihrer eigenen Haltung scheut sie sich nicht, die unliebsamen Seiten zu beleuchten und Meinungen Raum zu geben, die sie selbst nicht vertritt – nicht, um diese zu rechtfertigen, sondern um zu ermöglichen, dass die Leser:innen und Zuschauer:innen sich ein eigenes Bild machen können. Das ist eine Qualität, die heutzutage leider selten geworden ist, und hat mir wirklich die Augen geöffnet. Einziger Kritikpunkt für mich war, dass die historischen Hintergründe zum Thema Streit an manchen Stellen sehr philosophisch geraten und für meinen Geschmack etwas kürzer hätten ausfallen dürfen. Dennoch bleibt das Buch insgesamt spannend, hochinteressant und absolut bereichernd. Es hat mich inspiriert, noch neutraler an Diskussionen heranzugehen und gleichzeitig kritischer die Berichterstattung zu hinterfragen. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

0.5

Fasspöhler argumentiert hier nach “Man darf ja gar nichts mehr sagen”, kritisiert durchgehend Habermas, verteidigt einen Diskurs bzw. Streit mit Rechten in Talkshows und Literatur und ist abschließend der Meinung, Opfer von Gewalt benötigen halt mehr Selbstbewusstsein. Das Buch dient zur Provokation und gelegentlich zur Opferinszenierung.

3

Die Reihe 'Das Leben lesen" hatte ich vor einigen Wochen mit Elke Heidenreichs "Altern" gestartet. Es gab durchaus Äußerungen, die ich nicht teile und doch hielt ich es für einen tollen Text. Nun also führt Svenja Flaßpöhlers "Streiten" genau in solche Situationen und Konflikte und ich bin wieder gleichzeitig ganz angetan und skeptisch zugleich. Müsste ich drei Worte zur Beschreibung wählen, dann wären es philosophisch, intellektuell und streitbar. Denn auch hier habe ich teilweise andere Ansichten als die Autorin. Gleichzeitig finde ich ihre Herangehensweise im Text gut. Anhand konkreter Beispiele aus ihrer persönlichen Erfahrung (u.a. aus Ihrer Arbeit bei den öffentlich Rechtlichen oder aus der Teilnahme an einem Talkshow- Format) zeigt die Autorin, wie existenziell streitbare Positionen für sie werden konnten. Ein Buch, dass man immer wieder zur Hand nehmen kann und sicher jedes mal noch ein wenig besser versteht. Es geht um den Unterschied zwischen Streit als Diskurs und Streit als Bruch, Feind oder Gegner, Nachdenken oder Abwehrrefkex. "In meiner Kindheit habe ich erlebt, wohin Streit führt, wenn der Affekt als reine Zerstörung agiert. Zur Auflösung aller Bindungen", schreibt sie und ich kann das gut nachempfinden. Aber es stimmt eben auch folgendes "Bindung entsteht nur, wo der Widerspruchsgeist nicht unterdrückt wird". Dieses Buch hat mir viele Denkanstöße gegeben. Auch trotz oder gerade durch den stark philosophischen Ansatz. Ein Aufruf, das Gegenüber in der Auseinandersetzung nicht pauschal zum Feind zu erklären, sondern die Mühlen der Argumentation auf sich zu nehmen. Lesens- und hörenswert!

3

"Wenn kein Streitraum möglich ist, dann braucht es eben einen Störenfried, der den falschen Frieden stört." Insgesamt liefert der Text einige interessante Denkanstöße. Berechtigung und Nutzen von Streitbarkeit anhand von Meinungen und Thesen verschiedener Wissenschaftler einzuordnen, ist mir persönlich allerdings zu einseitig, da hätte Flaßpöhler gerne mehr eigenes Gedankengut gegenüberstellen dürfen.

3

„Wer vernünftig ist, folgt ruhig und beflissen dem zwanglosen Zwang des besseren Arguments, bis sich alle einig sind.“ Nicht allen persönlichen Erfahrungen konnte ich folgen, doch mit der Auseinandersetzung mit dem Streiten hatte ich meine Freude.

3

Wie streitest du?

Die Autorin betrachtet unterschiedliche Aspekte von Streit in ihrem philosophischen Essay. Mithilfe diverser Philosophen zeigt sie die Interpretation von Streit auf, anhand von Beispielen wie Streitereien mit nahestehenden Menschen oder auch die Gefahr der Anonymität von Social Media. In jedem Streit gibt es den ganz kurzen Moment: Bleiben oder gehen. „Ein Streit ist nie frei von Herrschaft. Hier geht es um Macht.“ Ein weiteres Buch der Reihe „Das Leben lesen“ von Hanser Berlin Verlag, die ich total gerne lese. Ich hatte bei diesem Buch ein bisschen gehofft, dass es mehr um das Thema Streit mit liebenden Menschen geht und was das Motiv eines Menschen ist zu streiten - was ihn dazu antreibt und wieso man den anderen von der eigenen Meinung überzeugen will. Dies wurde leider nur sehr kurz angerissen, da es viel um Diskussionen in der Öffentlichkeit in politischen Auseinandersetzungen geht. Svenja Flasspöhler bringt ihre eigenen Erfahrungen mit rein, was ich gut finde. In ihrem Epilog sind einige sehr wichtige Gefühle angesprochen. Streiten darf nicht negativ gesehen werden. Er ist nie harmlos, die Kunst dabei ist, die Aggressionen auszubalancieren. „Nimm‘s sportlich.“

4

Ein herrlicher Exkurs in die Welt des Zankens. So unangenehm es auch sein mag, aber Streit ist unbedingt notwendig, so die zentrale Theorie. Von Beziehungen hin bis zur Politik schildert Flasspöhler den feinen Tanz auf der Rasierklinge zwischen Aggression und Passivität, wie und vor allem auch weshalb zwischenmenschliche Beziehungen so oft daran scheitern und auch, wie man mit bspw politisch radikal Andersdenkenden umgehen kann ohne dabei jede Chance auf Frieden an die Wand zu fahren. Aber keine Sorge, das hier ist kein Buch das alles besser weiß als du. Es beobachtet nur, stellt fest und hat auch ein winzig kleines bisschen Hoffnung. Für mich ist das außerordentlich faszinierend, und aus meiner Sicht bestimmt auch eine spannende Lektüre für alle, denen Streit nicht fremd ist. P.S. Ach ja und wer sich gar nicht streitet, könnte dieses Buch vielleicht sogar umso interessanter finden...

1

Problematische Ansichten, mit denen ich mich nicht identifizieren kann.

4

Ein sehr interessantes Buch, das sehr viel mehr als nur das zwischenmenschliche streiten umfasst. Gerade spannend, um sich dem eigenen Umgang mit Menschen anderer Meinung bewusst zu werden, egal wie moralisch verwerflich diese Position sein mag. Dazu kommt auch ein interessanter Einblick in Streitkultur im Internet und ein längerer Fokus auf die AfD und den Umgang mit ihren Ideologien und Rechtsextremismus auf eine ungewöhnlich differenzierte Weise. Is mir manchmal übel aufgestoßen, weil ich vielerlei anderer Ansicht und vielleicht weniger geneigt in Diskussion zu gehen bin, aber es hat mich auch auf vieles aufmerksam gemacht und einiges reflektieren lassen.

1

Ich weiß nicht, ob ich eine falsche Erwartungshaltung habe, aber ich habe mir einen vielschichtigen Essay übers Streiten erhofft, der gesellschaftliche, kulturelle, historische, politische, wissenschaftliche etc. Perspektiven und Entwicklungen aufzeigt, bekommen habe ich ein großes Mimimi der Autorin. Es geht beinahe die ganze Zeit nur um persönliche Erfahrungen, die sie mit teils problematischen Takes gemacht hat und das Buch liest sich wie eine einzige persönliche Verteidigung und Stellungnahme. Teilweise haben mich Aussagen wütend gemacht. Schade, ich habe wenig Gutes daraus mitgenommen, das Thema hätte so viel mehr hergegeben. Lieber was anderes lesen.

2

Text ist schwer zugänglich und zäh zu lesen. Hätte mir mehr eine literarische Zusammenfassung zu Streit gewünscht, keine Interpretation aus wissenschaftlicher Sicht.

4

3.5✨ Svenja Flaßpöhler gelingt es, mit „Streiten“ ein kluges und sprachlich starkes Plädoyer für eine neue Streitkultur zu formulieren. Besonders beeindruckt hat mich ihr guter Stil und die Art, wie sie komplexe gesellschaftliche Fragen mit klaren, anschaulichen Beispielen verknüpft. Ihre Perspektiven sind durchdacht und spiegeln ihre Herkunft aus den Geistes- und Sozialwissenschaften deutlich wider, die Argumentationen sind schlüssig und theoretisch fundiert. Gleichzeitig ist genau das auch eine Schwäche: Obwohl es kein wissenschaftliches Buch ist, verlangt es den Leser*innen einiges an Vorwissen und Aufmerksamkeit ab. Für eine breitere Zielgruppe könnten manche Passagen dadurch schwer zugänglich sein. Trotzdem ein lohnenswerter Beitrag zur Frage, wie wir heute (wieder) streiten sollten.

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