Sensibel

Sensibel

Hardback
3.420
EmpfindlichkeitEmpfindsamkeitVerletzlichkeitRassismus

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Description

»Sensibilität ist eine zivilisatorische Errungenschaft. Im Kampf um Anerkennung unterdrückter Gruppen spielt sie eine wichtige Rolle. Aber sie kann auch vom Progressiven ins Regressive kippen. Über diese Dialektik müssen wir nachdenken, um die gesellschaftliche Polarisierung zu überwinden.«
Svenja Flaßpöhler

Mehr denn je sind wir damit beschäftigt, das Limit des Zumutbaren neu zu justieren. Wo liegt die Grenze des Sagbaren? Ab wann ist eine Berührung eine Belästigung? Svenja Flaßpöhler tritt einen Schritt zurück und beleuchtet den Glutkern des Konflikts: die zunehmende Sensibilisierung des Selbst und der Gesellschaft.

Menschheitsgeschichtlich steht die Sensibilisierung für Fortschritt: Menschen schützen sich wechselseitig in ihrer Verletzlichkeit, werden empfänglicher für eigene und fremde Gefühle, lernen, sich in fremde Schicksale hineinzuversetzen und mit anderen zu solidarisieren. Doch diese Entwicklung hat eine Kehrseite: Anstatt uns zu verbinden, zersplittert die Sensibilität die Gesellschaft. Erleben wir gerade den Kipppunkt fortschreitender Sensibilisierung? Svenja Flaßpöhler erzählt die Geschichte des sensiblen Selbst aus philosophischer Perspektive, beleuchtet die zentralen Streitfragen der Zeit und arbeitet den Grund für die prekäre Schieflage heraus: Weil die Widerstandskraft bis heute mit kalter Verpanzerung assoziiert wird, gilt sie als Feindin der Sensibilität. Aber stimmt das? »Sensibel« ist ein hochaktuelles, philosophisches und gleichzeitig unterhaltsames Buch, das die Sensibilität dialektisch durchleuchtet und zu dem Schluss kommt: Die Resilienz ist die Schwester der Sensibilität. Die Zukunft meistern können sie nur gemeinsam.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Politics
Format
Hardback
Pages
240
Price
20.60 €

Author Description

Svenja Flaßpöhler ist promovierte Philosophin, Chefredakteurin des Philosophie Magazin sowie Gründerin des neuen Berliner Philosophie-Festivals »Philo.live!«. Ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt, zuletzt erschien bei Klett-Cotta ihr Bestseller „Sensibel“. Ihre Werke wurden u.a. für den Tractatus-Preis nominiert und mit dem Arthur-Koestler-Preis ausgezeichnet.

Posts

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All
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Brauchte es so viel Rückblick?

Hier wird sehr viel in die Vergangenheit geschaut um gesellschaftliche Entwicklungen zu durchleuchten und ins Verhältnis zu setzen. Darauf fußend wird das Thema der Sensibilität sehr philosophisch behandelt. Ich hatte mir erhofft, dass der Fokus dieses Buches noch mehr auf die Gegenwahrt gerichtet ist und das Spannungsfeld unserer Gesellschaft HEUTE noch stärker diskutiert wird. Stattdessen liefert dieses Buch eher ein Zusammenfassung der "Evolution der Sensibilität", wenn man so will. Auch gut, war aber nicht das, was ich jetzt hören wollte 😄

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360 Grad Blick: Sensibilität vs Resilienz

Darf man das N-Wort zitieren? Wenn ich frage „Wo kommst du her?“, ist das schon Rassismus oder nur eine interessierte Nachfrage? Wo fängt Sexismus an? Bei einem Kompliment, beim Griff an den Po oder beim Gebrauch des generischen Maskulinums? Auf dieses Buch habe ich mich lange gefreut! Vorab: Man muss in der richtigen Mood sein, um sich durchzuarbeiten. Daher hat mich das Lesen trotz der kurzen 240 Seiten knapp 1.5 Monate gekostet. ABER, es hat sich gelohnt! 📚 Buchinhalt: Menschheitsgeschichtlich steht die Sensibilisierung für Fortschritt: Menschen schützen sich wechselseitig in ihrer Verletzlichkeit, werden empfänglicher für eigene und fremde Gefühle, lernen, sich in fremde Schicksale hineinzuversetzen und mit anderen zu solidarisieren. Je „woker“, desto „besser“ der Mensch und alle anderen müssen „gecancelt“ werden. Bis wir ein einer Seifenblase leben, die bei jedem Atemhauch einer Fliege zerplatzen und „Traumata“ auslösen könnte? Was ist heute per Definition ein „Trauma“, wenn Kriegsveteranen und Menschen, die keine Nudeln sehen können, den Begriff identisch nutzen? Diese Entwicklung hat eine Kehrseite: Anstatt uns zu verbinden, zersplittert & atomisiert die Sensibilität die Gesellschaft. Wir erleben gerade den Kipppunkt fortschreitender Sensibilisierung. Svenja Flaßpöhler erzählt die Geschichte des sensiblen Selbst aus philosophisch-historischer Perspektive und beleuchtet die zentralen Streitfragen der Zeit. Nicht jeder Schmerz muss ausgehalten werden, aber auch nicht jeder muss gesellschaftlich verhindert werden. 👍🏽 PRO: Inhaltlich umfangreich, aber dennoch sehr kurzweilig und knackig geschrieben. Ein roter Faden führt von Kapitel zu Kapitel, was es einem leichter macht, bei der Informationsverarbeitung und die Herangehensweise der Analyse zu verfolgen. Wer es versteht, wird sehr viel mitnehmen können! 👎🏽 KONTRA: Die große Frage bleibt am Ende offen, wohin diese Entwicklung führen mag. Mir fehlte ein Ausblick der Autorin. Das Buch endet etwas abrupt. Ab und an ist es etwas zäh zu lesen (aufgrund der trockenen Schreibweise und dem information overload. ⭐⭐⭐⭐: Für alle gesellschaftsinteressierten eine klare Leseempfehlung. Präzise Ableitungen, logische Rückschlüsse und reflektierte Vergleiche.

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Mir hatten negative Ansätze hier einfach viel zu viel Platz, mir haben generell ganz oft Triggerwarnings gefehlt und ich konnte mich den abschließenden Worten einfach nicht warm werden. Not my case. Sicher nicht verkehrt, wenn man sich dem Thema neu nähert oder eben nicht mit einem stark linksfeministischen Standpunkt gesegnet ist.

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