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Dahye lebt mit ihren Eltern in Seoul und ist unsterblich in Hyukjoon verliebt – den millionenschweren Erben eines Medienimperiums. Er trägt sie auf Händen, kauft ihr teure Kleidung und führt sie in exklusive Restaurants aus, bis ein heimlich gefilmtes Video der beiden ins Internet gerät. Das intime Material verbreitet sich, und um den Ruf von Hyukjoon zu retten, schickt sein Vater ihn über den Pazifik. Dahye bleibt zurück – mit tief sitzendem Schock, stiller Verachtung gegenüber ihren Eltern und der Trauer um ihre Schwester, die vor einigen Jahren verloren hat. Im Kellerbüro ihrer Arbeitsstelle filmt der junge IT-Techniker Junyoung die Damentoiletten. Er besitzt ein Arsenal aus ungefähr vierzig Kameras und genießt das Wissen darüber, welche Kollegin welche Unterwäsche trägt. Als Dahye schließlich in sein Blickfeld gerät, entwickelt er eine noch intensivere Obsession. ➸ Das Wort "Molka" (Aussprache [ˈmɑeˌka], Abkürzung für mollae-kamera) ist ein koreanischer Begriff für illegal installierte und versteckte Minikameras und ein ernstes gesellschaftliches Problem in Südkorea. Bereits im Vorwort erwähnt Monika Kim, dass die Opfer vorwiegend Frauen sind, deren voyeuristische Aufnahmen aus Toiletten, Umkleidekabinen oder privaten Räumen im Internet verbreitet werden. Eine Molka-Epidemie also, die regelmäßig das Leben weiblicher Personen zerstört, während die eigentlichen Täter – überwiegend Männer – oft nur milde Strafen für die Aufnahmen und deren Verbreitung erhalten. Nichts davon ist neu für mich, aber es sorgt trotzdem für ein ungutes Gefühl in der Magengegend und lässt die Wut über diese Ungerechtigkeit wachsen. Als weitere Zutat verspricht die Story übernatürliche Elemente, und das sind eigentlich die besten Voraussetzungen, um dieses Buch zu einem Highlight für mich zu machen – nur leider war ich am Ende eher enttäuscht. Das lag zum einen daran, dass die von mir erhoffte Rachegeschichte weit hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Es gab auf den letzten Seiten durchaus Female-Rage-Momente, aber leider nur in sehr homöopathischer Dosis. Außerdem wirkt Dahye als Hauptprotagonistin zwar real, aber ihr Hass und ihre Wut waren eher beschrieben als spürbar. Mir hat das Bedürfnis gefehlt, sie anfeuern zu wollen, ebenso wie die Glaubwürdigkeit, dass sie tatsächlich für ihre Gerechtigkeit kämpft. Für mich lag es also weniger am Thema als an der fehlenden emotionalen Intensität. Stellenweise erinnerte mich "Molka" auch an Kylie Lee Bakers "Bat Eater", allerdings verwebt letzteres Buch gesellschaftliche Kritik und unheimliche Elemente deutlich stimmiger. Nichtsdestotrotz erreicht Monika Kim das, was sie erreichen wollte: Sie lenkt den Blick auf ein Thema, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Der Horror liegt hier in der Realität, und auch wenn das Buch kein Highlight war, gibt es dennoch eine Leseempfehlung von
May 12, 2026
Dahye lebt mit ihren Eltern in Seoul und ist unsterblich in Hyukjoon verliebt – den millionenschweren Erben eines Medienimperiums. Er trägt sie auf Händen, kauft ihr teure Kleidung und führt sie in exklusive Restaurants aus, bis ein heimlich gefilmtes Video der beiden ins Internet gerät. Das intime Material verbreitet sich, und um den Ruf von Hyukjoon zu retten, schickt sein Vater ihn über den Pazifik. Dahye bleibt zurück – mit tief sitzendem Schock, stiller Verachtung gegenüber ihren Eltern und der Trauer um ihre Schwester, die vor einigen Jahren verloren hat. Im Kellerbüro ihrer Arbeitsstelle filmt der junge IT-Techniker Junyoung die Damentoiletten. Er besitzt ein Arsenal aus ungefähr vierzig Kameras und genießt das Wissen darüber, welche Kollegin welche Unterwäsche trägt. Als Dahye schließlich in sein Blickfeld gerät, entwickelt er eine noch intensivere Obsession. ➸ Das Wort "Molka" (Aussprache [ˈmɑeˌka], Abkürzung für mollae-kamera) ist ein koreanischer Begriff für illegal installierte und versteckte Minikameras und ein ernstes gesellschaftliches Problem in Südkorea. Bereits im Vorwort erwähnt Monika Kim, dass die Opfer vorwiegend Frauen sind, deren voyeuristische Aufnahmen aus Toiletten, Umkleidekabinen oder privaten Räumen im Internet verbreitet werden. Eine Molka-Epidemie also, die regelmäßig das Leben weiblicher Personen zerstört, während die eigentlichen Täter – überwiegend Männer – oft nur milde Strafen für die Aufnahmen und deren Verbreitung erhalten. Nichts davon ist neu für mich, aber es sorgt trotzdem für ein ungutes Gefühl in der Magengegend und lässt die Wut über diese Ungerechtigkeit wachsen. Als weitere Zutat verspricht die Story übernatürliche Elemente, und das sind eigentlich die besten Voraussetzungen, um dieses Buch zu einem Highlight für mich zu machen – nur leider war ich am Ende eher enttäuscht. Das lag zum einen daran, dass die von mir erhoffte Rachegeschichte weit hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Es gab auf den letzten Seiten durchaus Female-Rage-Momente, aber leider nur in sehr homöopathischer Dosis. Außerdem wirkt Dahye als Hauptprotagonistin zwar real, aber ihr Hass und ihre Wut waren eher beschrieben als spürbar. Mir hat das Bedürfnis gefehlt, sie anfeuern zu wollen, ebenso wie die Glaubwürdigkeit, dass sie tatsächlich für ihre Gerechtigkeit kämpft. Für mich lag es also weniger am Thema als an der fehlenden emotionalen Intensität. Stellenweise erinnerte mich "Molka" auch an Kylie Lee Bakers "Bat Eater", allerdings verwebt letzteres Buch gesellschaftliche Kritik und unheimliche Elemente deutlich stimmiger. Nichtsdestotrotz erreicht Monika Kim das, was sie erreichen wollte: Sie lenkt den Blick auf ein Thema, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Der Horror liegt hier in der Realität, und auch wenn das Buch kein Highlight war, gibt es dennoch eine Leseempfehlung von
May 12, 2026






