MaddAddam
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Description
Toby, a survivor of the man-made plague that has swept the earth, is telling stories.
Stories left over from the old world, and stories that will determine a new one.
Listening hard is young Blackbeard, one of the innocent Crakers, the species designed to replace humanity. Their reluctant prophet, Jimmy-the-Snowman, is in a coma, so they've chosen a new hero - Zeb, the street-smart man Toby loves. As clever Pigoons attack their fragile garden and malevolent Painballers scheme, the small band of survivors will need more than stories.
Book Information
Posts
Der geheimnisvolle Zeb taucht in Toby's Erzählungen im zweiten Band bereits auf. Nun erfahren wir endlich seine Geschichte, was ihn umtreibt und warum er immer wieder so lange aus der Gemeinschaft der Gärtner verschwindet. Die Erzähldynamik ändert sich ein wenig im Vergleich zu den vorherigen Büchern. Zeb berichtet Toby von seinem Leben, die wiederum erzählt den Crakern in einer Art abendlichem Ritual in abgewandelter Form davon. Somit ist ein sehr großes Thema des Buchs wie sich Mythen und Sagen bilden. Toby entspinnt hier teilweise unfassbar komische, aber immer wieder wunderschöne Geschichten rund um Zeb, Orxy, Crake und die Entstehung der Craker. Die Craker nehmen diese Geschichten beinahe hungrig auf. Hier wird klar, dass egal wie gengespliced und modifiziert die Craker sind, der Wunsch an etwas zu glauben ist in ihnen ebenso unauslöschbar verankert, wie in den Menschen. Zwischen den Erzählungen von Toby und Zeb, stellen in der Gegenwart weitere Überlebende der Seuche, welche nicht zur Gruppe rund um Toby und Zeb gehören, eine ernsthafte Bedrohung für die kleine Gemeinde dar. Die letzten Seiten fielen mir so schwer. Nicht weil das Buch schlecht war, ganz im Gegenteil, es war in vielerlei Hinsicht einfach schrecklich schön. Ich habe jede der Figuren aus dieser Gemeinschaft so ins Herz geschlossen, dass mir der Abschied von dieser Reihe unfassbar schwer viel.
"Ich bin Blackbeard und dies ist meine Stimme, die ich hier aufschreibe, um Toby zu helfen. Wer sich ansieht, was ich hier geschrieben habe, kann mich in seinem Kopf sprechen hören. Das ist es, was Schreiben bedeutet." (S. 459) Drei Bände, drei Perspektiven, drei Facetten derselben Katastrophe, und drei völlig unterschiedliche Tonalitäten, die doch alle gleichermaßen beklemmend wie bittersüß hoffnungsvoll sind. In diesem Buch kommen die meisten Charaktere aus "Oryx und Crake" und "Das Jahr der Flut" zusammen, wobei es jetzt zeitlich fast nur nach der wasserlosen Flut spielt. Die Geschichte von Zeb, was er währenddessen und in den Jahren davor erlebt hat, ist zwar in die Handlung verwoben, als er sie Toby erzählt, aber stärker war für mich die Szenerie im Jetzt, das Zusammenleben mit den Crakern und die Frage, wie es weitergeht. Zwischendurch fand ich, dass es nicht an "Das Jahr der Flut" heranreicht, denn die Gottesgärtner besitzen die sympathischsten Figuren. In Band 3 geht es eher ruppig zu und Zeb gefiel mir wieder, ähnlich wie Jimmy in Band 1, nicht ganz so gut wie Ren und Toby und Amanda. Obwohl Toby die Geschichte von Zeb erzählt, bleibt sie hier doch recht passiv, als gäbe es nun, da sie mit Zeb vereint und endlich zusammen ist, nichts mehr, was sie antreibt, außer gelegentliche eifersüchtige Gedanken. Was die Figuren angeht, daher ganz klar ein Rückschritt, die haben mir in "Das Jahr der Flut" besser gefallen. Dafür geht es hier um das Danach, um die Craker, um die Organschweine, um das, was von der Welt noch übrig geblieben ist. Endlich wird das Bild der Geschehnisse vollständig und die Beklemmung noch viel realer. Mir hat es gut gefallen. In dieser Dystopie gibt es kein Regime, gegen das man kämpfen und gewinnen kann, keine eindeutigen Gegner, auch wenn die Painballer zeitweise so aufgebauscht werden, als wären sie die große Bedrohung. Stattdessen sind es die Menschen selbst und das, was aus ihnen und der Gesellschaft geworden ist.
Wie geht es weiter mit der Überlebenden-Gruppe und den Crakern? Zwischen erneuten Rückblicken entwirft Atwood Ausblicke auf eine Zukunft, die einen weiteren Fokus aufs Menschsein mit all seinen Fehlern (Besitzdenken, Eifersucht, Gewalt, Töten usw.), aber auch den Errungenschaften (Schreiben, Erzählen usw.) wirft. Am Ende steht die Frage im Raum, ob die Menschheit es diesmal schaffen wird. Wohl eher nicht!
Atmosphärisch, große Kunst, aber leider auch eine teilweise träge Handlung
Ein sprachgewaltiger und atmosphärischer Abschluss der Maddaddam-Trilogie. Atwood schafft es erneut, ihren ganz eigenen Ton zwischen Hoffnungslosigkeit und Zuversicht, zwischen brutaler Grausamkeit und absurder Komik zu treffen. Insbesondere die Geschichte von Zeb ist spannend und mitreißend. Interessant ist ebenfalls die Betrachtung von Religion (chruch of PetrOleum) und ihre Verbindung mit den großen, allein am Profit interessierten Unternehmen (ähnliches gibt es ja auch in der Realität, v. A. bei den Evangelikalen). Spannend ist ebenso die philosophische Betrachtung der Craker als neuer Spezies Mensch und die Frage, ob man sich eine solche friedliche, aber auch (noch) in ihrem Verständnis beschränkte neue Art des Menschen wünschen würde. Dabei ist besonders interessant, wie sich Zufälle zu Gewohnheiten, Gewohnheiten zu Ritualen und Ritale zu Dogmen entwickeln können. Leider ist die Handlung zeitweise träge, der Höhepunkt wird auf ein paar Seiten abgehandelt. Das Ende lässt einige Fragen offen und war für meinen Geschmack zu abrupt. Insgesamt eher der schwächste Teil der Maddaddam-Trilogie, da aber immer noch besser als vieles Vergleichbares: daher 4 Sterne.
Description
Toby, a survivor of the man-made plague that has swept the earth, is telling stories.
Stories left over from the old world, and stories that will determine a new one.
Listening hard is young Blackbeard, one of the innocent Crakers, the species designed to replace humanity. Their reluctant prophet, Jimmy-the-Snowman, is in a coma, so they've chosen a new hero - Zeb, the street-smart man Toby loves. As clever Pigoons attack their fragile garden and malevolent Painballers scheme, the small band of survivors will need more than stories.
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Der geheimnisvolle Zeb taucht in Toby's Erzählungen im zweiten Band bereits auf. Nun erfahren wir endlich seine Geschichte, was ihn umtreibt und warum er immer wieder so lange aus der Gemeinschaft der Gärtner verschwindet. Die Erzähldynamik ändert sich ein wenig im Vergleich zu den vorherigen Büchern. Zeb berichtet Toby von seinem Leben, die wiederum erzählt den Crakern in einer Art abendlichem Ritual in abgewandelter Form davon. Somit ist ein sehr großes Thema des Buchs wie sich Mythen und Sagen bilden. Toby entspinnt hier teilweise unfassbar komische, aber immer wieder wunderschöne Geschichten rund um Zeb, Orxy, Crake und die Entstehung der Craker. Die Craker nehmen diese Geschichten beinahe hungrig auf. Hier wird klar, dass egal wie gengespliced und modifiziert die Craker sind, der Wunsch an etwas zu glauben ist in ihnen ebenso unauslöschbar verankert, wie in den Menschen. Zwischen den Erzählungen von Toby und Zeb, stellen in der Gegenwart weitere Überlebende der Seuche, welche nicht zur Gruppe rund um Toby und Zeb gehören, eine ernsthafte Bedrohung für die kleine Gemeinde dar. Die letzten Seiten fielen mir so schwer. Nicht weil das Buch schlecht war, ganz im Gegenteil, es war in vielerlei Hinsicht einfach schrecklich schön. Ich habe jede der Figuren aus dieser Gemeinschaft so ins Herz geschlossen, dass mir der Abschied von dieser Reihe unfassbar schwer viel.
"Ich bin Blackbeard und dies ist meine Stimme, die ich hier aufschreibe, um Toby zu helfen. Wer sich ansieht, was ich hier geschrieben habe, kann mich in seinem Kopf sprechen hören. Das ist es, was Schreiben bedeutet." (S. 459) Drei Bände, drei Perspektiven, drei Facetten derselben Katastrophe, und drei völlig unterschiedliche Tonalitäten, die doch alle gleichermaßen beklemmend wie bittersüß hoffnungsvoll sind. In diesem Buch kommen die meisten Charaktere aus "Oryx und Crake" und "Das Jahr der Flut" zusammen, wobei es jetzt zeitlich fast nur nach der wasserlosen Flut spielt. Die Geschichte von Zeb, was er währenddessen und in den Jahren davor erlebt hat, ist zwar in die Handlung verwoben, als er sie Toby erzählt, aber stärker war für mich die Szenerie im Jetzt, das Zusammenleben mit den Crakern und die Frage, wie es weitergeht. Zwischendurch fand ich, dass es nicht an "Das Jahr der Flut" heranreicht, denn die Gottesgärtner besitzen die sympathischsten Figuren. In Band 3 geht es eher ruppig zu und Zeb gefiel mir wieder, ähnlich wie Jimmy in Band 1, nicht ganz so gut wie Ren und Toby und Amanda. Obwohl Toby die Geschichte von Zeb erzählt, bleibt sie hier doch recht passiv, als gäbe es nun, da sie mit Zeb vereint und endlich zusammen ist, nichts mehr, was sie antreibt, außer gelegentliche eifersüchtige Gedanken. Was die Figuren angeht, daher ganz klar ein Rückschritt, die haben mir in "Das Jahr der Flut" besser gefallen. Dafür geht es hier um das Danach, um die Craker, um die Organschweine, um das, was von der Welt noch übrig geblieben ist. Endlich wird das Bild der Geschehnisse vollständig und die Beklemmung noch viel realer. Mir hat es gut gefallen. In dieser Dystopie gibt es kein Regime, gegen das man kämpfen und gewinnen kann, keine eindeutigen Gegner, auch wenn die Painballer zeitweise so aufgebauscht werden, als wären sie die große Bedrohung. Stattdessen sind es die Menschen selbst und das, was aus ihnen und der Gesellschaft geworden ist.
Wie geht es weiter mit der Überlebenden-Gruppe und den Crakern? Zwischen erneuten Rückblicken entwirft Atwood Ausblicke auf eine Zukunft, die einen weiteren Fokus aufs Menschsein mit all seinen Fehlern (Besitzdenken, Eifersucht, Gewalt, Töten usw.), aber auch den Errungenschaften (Schreiben, Erzählen usw.) wirft. Am Ende steht die Frage im Raum, ob die Menschheit es diesmal schaffen wird. Wohl eher nicht!
Atmosphärisch, große Kunst, aber leider auch eine teilweise träge Handlung
Ein sprachgewaltiger und atmosphärischer Abschluss der Maddaddam-Trilogie. Atwood schafft es erneut, ihren ganz eigenen Ton zwischen Hoffnungslosigkeit und Zuversicht, zwischen brutaler Grausamkeit und absurder Komik zu treffen. Insbesondere die Geschichte von Zeb ist spannend und mitreißend. Interessant ist ebenfalls die Betrachtung von Religion (chruch of PetrOleum) und ihre Verbindung mit den großen, allein am Profit interessierten Unternehmen (ähnliches gibt es ja auch in der Realität, v. A. bei den Evangelikalen). Spannend ist ebenso die philosophische Betrachtung der Craker als neuer Spezies Mensch und die Frage, ob man sich eine solche friedliche, aber auch (noch) in ihrem Verständnis beschränkte neue Art des Menschen wünschen würde. Dabei ist besonders interessant, wie sich Zufälle zu Gewohnheiten, Gewohnheiten zu Ritualen und Ritale zu Dogmen entwickeln können. Leider ist die Handlung zeitweise träge, der Höhepunkt wird auf ein paar Seiten abgehandelt. Das Ende lässt einige Fragen offen und war für meinen Geschmack zu abrupt. Insgesamt eher der schwächste Teil der Maddaddam-Trilogie, da aber immer noch besser als vieles Vergleichbares: daher 4 Sterne.










