Stone Mattress

Stone Mattress

Softcover
3.615

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Description

BY THE AUTHOR OF THE HANDMAID'S TALE, THE TESTAMENTS AND ALIAS GRACE

'Dark and witty tales from the gleefully inventive Margaret Atwood. Witty verve, imaginative inventiveness and verbal sizzle vivify every page' Sunday Times

A recently widowed fantasy writer is guided through a stormy winter evening by the voice of her late husband. An elderly lady with Charles Bonnet syndrome comes to terms with the little people she keeps seeing, while a newly formed populist group gathers to burn down her retirement residence. A woman born with a genetic abnormality is mistaken for a vampire, and a crime committed long ago is revenged in the Arctic via a 1.9 billion-year-old stromatolite.

'A collection of nine acerbic, mischievous, gulpable short stories' Harper's Bazaar

'Atwood's prose is so sharp and sly that the effect is bracing rather than bleak' Guardian

'[Look at these tales] as eight icily refreshing arsenic Popsicles followed by a baked Alaska laced with anthrax, all served with impeccable style and aplomb. Enjoy!' Ursula K. Le Guin, Financial Times

'Atwood has characters here close to death, dead already, unwittingly doomed or - in one memorable case - freeze-dried; but her own curiosity, enthusiasm and sheer storytelling panache remain alive and kicking' Independent

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
320
Price
13.50 €

Posts

3
All
3.5

Älter werden, diverse Abgründe und eine Prise Humor

In diesem Buch finden sich neun Kurzgeschichten, in denen es um vieles geht und doch immer wieder um dasselbe: die Zeit des Altwerdens. Das Buch beschäftigt sich mit Menschen in ihren letzten Lebensjahren. Es geht um Mord, Intimität, Betrug, grenzenlose Liebe, Tod, Zeitverschwendung, Begierde, Hass und darum, was man letztlich aus seinem Leben macht. Mal wird das Ganze humorvoll erzählt, dann wieder schmerzhaft und bitter. Doch immer wirkt es vulgär und schonungslos ehrlich. Irgendwo zwischen Alltag und Niederlage. Besonders gut haben mir die ersten drei Geschichten gefallen, da sie miteinander verbunden waren. Danach konnten mich die weiteren Kurzgeschichten leider nicht mehr ganz so abholen. Der Mix aus Thriller und Krimielementen hat bei mir stellenweise das Gefühl erzeugt, dass künstlich Spannung aufgebaut werden sollte. Dabei hätte es mir völlig gereicht, einfach den Leben und "gewöhnlichen" Problemen der einzelnen Figuren zu folgen. An sich ist es jedoch ein charmantes Buch, das die Grenzen zwischen Alt und Jung, Ernst und einer Prise Humor sehr eindrücklich zeigt.

3

„In Alphinland gibt es keine Vergangenheit. Es gibt keine Zeit. Aber hier, wo wir jetzt sind, gibt es Zeit. Wir haben immer noch ein bisschen Zeit.“ (aus: „Dark Lady“) Bisher habe ich zu meiner Schande noch nichts von Margaret Atwood gelesen, „The Handmaid’s Tale“ steht bei mir seit Jahren ungelesen im Regal. Aber als ich die Beschreibung zur „steinernen Matratze“ gelesen habe, dachte ich, dass es doch interessant wäre, mit Kurzgeschichten in die Welt der Margaret Atwood einzutauchen. 9 Erzählungen sind in diesen Band gefasst, teilweise verknüpft, teilweise komplett anders als die anderen. Jede erzählt uns auf ein paar Seiten fast die ganze Lebensgeschichte der jeweiligen Personen, und das auf eine Art, die ganz wunderbar funktioniert: Bissig, verrückt und mit jede Menge trockenem Humor lässt Atwood uns an den Geschichten dieser Menschen teilhaben. Alle dieser Personen sind etwas besonderes, ob sie nun meisterhafte Fantasy-Literatur schreiben, winzige Persönchen sehen, ein großer Dichter gewesen sind oder einfach nur jemanden ermordet haben. Atwood schafft es, auf diesen wenigen Seiten, die sie für diese Geschichten nutzt, einen kleinen Mini-Kosmos zu schaffen, in den man sofort reingezogen wird, ob man will oder nicht. Man will unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht, und teilweise ist das Ende befriedigend, manchmal aber auch offen gelassen. "Sie fest in seinen Armen zu halten – nein, sie festzuhalten – ist das Elektrisierendste, was er je erlebt hat. Sie surrt vor Gefahr wie eine Hochspannungsleitung, sie ist eine offene Steckdose; sie ist die Summe seiner eigenen Unwissenheit, die Summe aus allem, was er nicht begreift und niemals begreifen wird. (aus: „Der gefriergetrocknete Bräutigam“)" Nicht alle der 9 Geschichten haben es geschafft, mich anzusprechen, manche waren einfach etwas wirr und ich musste zeitweise zurückblättern, um noch einmal die Namen nachzulesen, oder wer jetzt wer ist. Ich fand es schön, dass die ersten drei Geschichten lose aneinander geknüpft waren, und habe mich gefreut, dass die Geschichte der in „Alphinland“ erwähnten Personen noch weiter ausgeführt wird. Schon an der Inhaltsangabe sieht man jedoch, dass diese drei von den anderen Geschichten abgetrennt sind. Die Erzählungen nach den ersten dreien fand ich alle sehr unterschiedlich, die Erzählperspektiven wurden gewechselt, teilweise wurde leider auch gar nicht die gesamte Story aufgedeckt, die mich aber sehr interessiert hätte („Der gefriergetrocknete Bräutigam“), wieder andere waren jedoch auf ihre Art sehr wirr und ich konnte nicht wirklich etwas damit anfangen („Bezaubernde Zenia“). Im Nachwort wird erzählt, dass die „bezaubernde Zenia“ für ein Projekt gewesen sei, in dem eine Person aus einem früheren Werk wieder auferstehen sollte. Da ich das Werk („Die Räuberbraut“) leider nicht kenne, konnte ich dementsprechend auch nichts mit dieser Geschichte anfangen. Wiederum sehr gut fand ich, wie oben schon angedeutet, die ersten drei Erzählungen um die Fantasy-Schreiberin und ihren ehemaligen Geliebten, einen Dichter, gesponnenen Geschichtsstrang. Diese drei Kurzgeschichten konnten mich mit ihrem Humor gewinnen und machten hungrig auf die restlichen sechs: "„Ich werd jetzt mal Tee machen. Benimm dich, wenn Naveena kommt, sonst gibt’s keinen Keks.“ Die Sache mit dem Keks ist ein Scherz, ihr Versuch, die Dinge zu entkrampfen, aber er stellt mit Entsetzen fest, dass die Drohung mit Keksentzug ihn wirklich trifft. Keinen Keks! Eine Woge des Elends schlägt über ihm zusammen. (aus: „Wiedergänger“)" Dieser Humor war konstant durch den gesamten Erzählband gehalten, was mich sehr gefreut hat. Teilweise gab es auch romantische, traurige, und entsetzliche Momente, die alle wunderbar dargestellt wurden durch Atwoods tollen Schreibstil. „Verbrennt die Alten“ ist auch ein sehr gelungener Abschluss für dieses Buch, sein emotionales Ende schließt den Band perfekt ab. Alles in Allem konnten mich 7 von 9 Erzählungen überzeugen, mit zweien konnte ich leider nichts anfangen. Teilweise habe ich auch trotz des tollen Erzählstils geschaut, wie lange die Geschichte noch geht, und überlegt, ob ich das Buch nicht zur Seite lege. Mein erstes Leseerlebnis mit Margaret Atwood war jedoch sehr erfrischend, es war mal etwas anderes (es war auch mein erster Band mit Erzählungen

4

Geschichten übers Älterwerden: mal lustig, mal traurig - fast immer nachdenklich.

Insgesamt haben mir die Erzählungen gut gefallen, wenn auch nicht alle gleichermaßen. Es ist interessant, einen Blick auf die Lebensgeschichte der zumeist älteren Protagonist*innen zu werfen. Haben die ersten Geschichten noch Bezug zueinander, sind andere völlig losgelöst davon. Insgesamt lesenswert, wenn auch nicht das Allerbeste, was Atwood zu bieten hat.

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