Liebe! Ein Aufruf

Liebe! Ein Aufruf

Hardback
4.163

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Description

Ein persönlicher Aufruf des Bestsellerautors Daniel Schreiber zum aktiven Widerstand gegen eine Kultur des Hasses. Ohnmacht ist zum politischen Grundgefühl unserer Zeit geworden. Eine Rhetorik des Hasses und der Menschenverachtung hat den politischen Diskurs gekapert. Unser Zusammenleben ist wieder von mehr Gewalt geprägt. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen vom Glauben an politisches Handeln verabschieden und ins Private zurückziehen. Dabei wissen wir genau, dass es gerade jetzt auf aktiven Widerstand ankommt, auf gemeinschaftliches Handeln. Doch wie kann es gelingen, zu einer politischen Haltung zu finden, die dem sich ausbreitenden Klima des Hasses etwas entgegenzusetzen vermag? In seinem neuen Buch zeigt Daniel Schreiber einen radikalen Weg auf: Die Rückbesinnung auf eine Idee der Liebe als politische Kraft. Anhand politischer, philosophischer und sozialhistorischer Beispiele zeigt er, dass diese Vorstellung die größten politischen Revolutionen angestoßen hat. Ein Buch über Widerstand und Trost – und das Wiederfinden einer eigenen politischen Stimme.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Literary Essays
Format
Hardback
Pages
160
Price
22.70 €

Author Description

Daniel Schreiber, geboren 1977, ist Schriftsteller. Mit seinen Texten hat er eine neue Form des literarischen Essays geprägt. Seine Bücher – "Nüchtern" (2014), "Zuhause" (2017), "Allein" (2021) und "Die Zeit der Verluste" (2023) – wurden vom Feuilleton begeistert aufgenommen und standen teils monatelang auf der SPIEGEL-Bestseller und Sachbuch-Bestenliste. Er lebt in Berlin.

Posts

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»Manchmal hatte ich den Eindruck, dass ich die Welt nicht lieben konnte, weil dieser selbst jede Form von Liebe abhandengekommen war.«

Der autobiografische Erzähler dieses Buchs hält im Frühsommer zum wiederholten Male einen Schreibworkshop ab, welcher den Rahmen vorgibt. Davor, währenddessen und danach begibt er sich öfters auf Spaziergänge in die Natur – bei denen Schreibers bekannte Leidenschaft für und Wissen über die Natur auf die Leser*innen selbst überzugreifen scheint – sowie auf analytische Gedankenreisen in unsere Gesellschaft, die akut an einer Krise des demokratischen Miteinanders leidet und stützt diese mit philosophischen Überlegungen, bspw. von Hanna Arendt, Erich Fromm, Albert Schweitzer oder Martin Luther King Jr. Im Zentrum steht dabei die Suche nach einem Gemeinsinn, Solidarität, Mitgefühl und sozialer Gerechtigkeit, die uns, in Zeiten von so vielen Krisen – der Klimakatastrophe, der Allgegenwärtigkeit rechtsextremen Gedankenguts, immer stärker bedrohten Demokratien oder einer kapitalistischen Welt –, deren Bewältigung unabdingbar, jedoch kaum möglich erscheint, wieder mehr vereinen, statt noch mehr voneinander entfernen soll. Liebe – das ist ein großes Wort, aber auch das Bindeglied, welches uns – in Zeiten des Hasses – miteinander einen sollte. Auch wenn es schwer fällt. Anstelle mächtigen und korrupten Politiker*innen oder CEOs noch mehr Macht und Entscheidungen, die uns alle betreffen, zuzulassen, müssen wir als Gesellschaft entschlossen handeln und uns auf das zurückbesinnen, was uns seit jeher eint – unsere Menschlichkeit. Daniel Schreiber plädiert zu einer Politik der Versöhnung, der Vergebung und der Verbundenheit. Das alles endet und schließt mit einem mehrere Seiten umfassenden Appell. »Auch wenn wir uns gelähmt fühlen, ohnmächtig und hoffnungslos: Wir sind es nicht. Wir haben so viel, wofür es sich zu kämpfen lohnt. So viel mehr, als wir glauben.«

»Manchmal hatte ich den Eindruck, dass ich die Welt nicht lieben konnte, weil dieser selbst jede Form von Liebe abhandengekommen war.«
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Daniel Schreiber bietet immer wieder Schreibworkshops in einem Hotel mitten im Wald auf dem Land an. In den Pausen streift er durch die Wälder und genießt die Natur bei Wander- und Joggingrunden. Obwohl er dabei versucht, sich ganz auf seine Umwelt zu fokussieren, schweifen seine Gedanken stetig ab zur aktuellen Lage unserer Welt: politischem Rechtsruck, steigender sozialer Ungleichheit, gesellschaftlicher Spaltung und Klimakrise. Es fällt oft schwer, sich angesichts des desaströsen Zustands unserer Welt nicht ins Private zurückzuziehen und somit den Rechtspopulisten und Superreichen die Bühne zu überlassen. Daniel Schreiber plädiert in seinem neuen Essay "Liebe! Ein Aufruf" jedoch dafür, Hass und Spaltung Liebe und Gemeinschaft entgegen zu setzen. Er verbindet dabei die Rahmenhandlung - sein Schreibseminar im Wald samt Spaziergängen in der Natur - mit Werken und Worten großer Denker*innen und Philosoph*innen unserer Zeit wie Hannah Arendt, Erich Fromm und Martin Luther King. Er lässt so seine Gedanken schweifen, wirft einen ungeschönten Blick auf alles, was aktuell schief läuft, setzt diesem aber zugleich ein Aufruf zum Handeln, zum Nicht-Wegsehen, sich miteinander solidarisieren entgegen. "Liebe! Ein Aufruf" bietet zwar keine umfassenden Lösungsansätze für Rechtspopulismus, Klimakrise und Co., macht aber viel Mut beim Lesen, was mir gefallen hat. Ein perfektes Buch zum Jahresabschluss und -anfang!

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Ich fand die zwei vorherigen Bücher "Allein" und "Zeit der Verluste" und Daniel Schreiber richtig toll. Leider konnte ich mit seinem neuen Essay Buch absolut nichts anfangen. Vermutlich, weil es einfach nicht mein Thema war.

4.5

Liebe als Widerstand – ein leises, aber entschlossenes Trotzdem

In Liebe! Ein Aufruf schaut Daniel Schreiber auf eine Welt, in der viele sich ohnmächtig fühlen: Hass wird lauter, der Ton in Politik und Alltag rauer und nicht wenige ziehen sich frustriert ins Private zurück. Schreiber macht etwas, das erst fast naiv klingt und dann sehr radikal wirkt: Er nimmt die Liebe ernst, nicht als Kitsch oder romantisches Gefühl, sondern als politische Kraft, die unser Zusammenleben verändern kann.  Er verbindet persönliche Erfahrungen mit politischen, philosophischen und historischen Beispielen und zeigt, dass große Umbrüche oft mit der Frage begonnen haben, wie wir einander begegnen wollen. Das liest sich ruhig, klug und sehr zugänglich ,eher wie ein langes, sorgfältiges Gespräch als wie eine laute Streitschrift. Gleichzeitig spürt man seine Dringlichkeit: Wir können uns nicht leisten, die öffentliche Debatte den Lautesten und Verbittertesten zu überlassen.  Liebe! Ein Aufruf ist ein tröstliches, aber kein beschwichtigendes Buch. Es macht Mut, wieder an die eigene politische Stimme zu glauben – und daran, dass Zuwendung, Empathie und Solidarität keine „Privatsache“ sind, sondern vielleicht unsere stärkste Form von Widerstand.

4

Bücher von Daniel Schreiber sind immer ein Muss. Und dieses hier passt perfekt zur aktuellen Weltlage.

5

Sobald ich erfahre, dass Daniel Schreiber ein neues Buch veröffentlicht, bestelle ich es blind. Meiner Meinung nach, sollte jeder „Liebe! Ein Aufruf“ lesen. Ich selbst ertappe mich dabei, wie ich mich immer mal wieder von unserer Gesellschaft distanziere und dissoziiere, so wie Daniel Schreiber beschreibt. Und dieses Buch fängt mich wieder ein. Als ich letztens in einer Runde verschiedener Menschen saß und schon wieder so „genervt“ war, habe ich an dieses Buch gedacht. Ich habe daran gedacht, Gemeinsinn, Solidarität, soziale Gerechtigkeit und vor allem Menschlichkeit „regieren“ und nicht die polemischen Phrasen vorherrschen zu lassen. Ich mag es es, wie er die Philosophie einarbeitet und hier im Besonderen Hanna Arendt. Wie er historische Bezüge herstellt, seinen ganz persönlichen Gedanken freien Lauf lässt. Mir macht dieses Buch Mut! Deshalb eine ganz klare Leseempfehlung.

4.5

mehr amor mundi!

ich finde, dass ist bislang das bedeutenste buch von daniel schreiber. es hätte keinen besseren zeitpunkt geben können, als eine veröffentlichung zu dieser zeit. wie in all seinen büchern, die ich bisher gelesen habe, erzählt daniel schreiber eine kleine geschichte aus seinem leben, während er parallel über ein bestimmtes thema philosophiert und nachdenkt. dieses mal wurden seine gedanken über die liebe von einem seiner schreib-retreats umrahmt, was ich sehr schön und passend fand. in seinem essay beschreibt er nicht nur seine angst um die sich seit jahren entwickelnde weltweite politik hin zu menschenfeindlichkeit, ungleichheit und verachtung, sondern beruft sich den weisen worten vergangener revolutionär:innen, denker:innen und philosoph:innen wie arendt, fromm, nitschke, schweitzer oder martin luther king, um der frage auf den grund zu gehen, wie liebe auch in der politik wirkung findet und zum machtvollen tool der veränderung dienen kann. super eindringlich geschrieben und rüttelt wach. pflichtlektüre - gerade jetzt!

mehr amor mundi!
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Daniel Schreiber ist ein Autor, den ich sehr schätze, aber dieses Buch konnte mich nicht wirklich fesseln. Viele der Aussagen wirken im Angesicht des aktuellen Weltgeschehens wie leere Phrasen und verlieren an Bedeutung.

Daniel Schreiber ist ein Autor, den ich sehr schätze, aber dieses Buch konnte mich nicht wirklich fesseln.  Viele der Aussagen wirken im Angesicht des aktuellen Weltgeschehens wie leere Phrasen und verlieren an Bedeutung.
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Daniel Schreiber macht sich viele Gedanken über die Welt. Vor allem über die politische Lage. Es wäre einfach zu schreiben: mit Liebe wird alles besser. Aber Liebe braucht Aktion, bedeutet Arbeit, bedeutet Annehmen, bedeutet nicht den anderen komplett umkrempelen zu wollen. Was genau er damit meint beschreibt er in diesem Buch. Es rüttelt auf, erscheint logisch, aber auch wieder nicht. Ich werde vieles davon mitnehmen. Für mehr Liebe zu mir, zu meine Mitmenschen, zu dieser Welt und diesem Planeten. Es gibt viel zu tun. Packen wir es an.

3

Ein schönes, kurzweiliges Buch, was genau das macht, was es im Titel ansagt - aufrufen. Leider aber auch nicht viel mehr. Den Wunsch des Autors zur Versöhnung, zur Liebe gegenüber den auch anders Denkenden und Handelnden bzw ganz einfach allen Mitmenschen qua Mensch sein, teile ich sehr. Aber der Autor bleibt dann doch das schuldig, was ich mir von dem Buch erhofft habe, eine Vision, Perspektive oder vielleicht auch nur eine Anleitung, wie wir diese Politik der Liebe leben können. Den Hinweis auf die positiven Erfahrungen aus seinen Schreibworkshops sind nur bedingt überzeugend. Letztendlich sind die Teilnehmer:innen gebildet, wohlhabend, schreibend, lesend... So sehr er die Diversität der Gruppe betont, ist es doch eine ziemlich homogene Gemeinschaft. Die wirklich interessante Frage ist, wie wird diese Liebe umgesetzt werden, gelebt werden, wenn radikal unterschiedliche Menschen aufeinander treffen., was für eine wirkliche Annäherung und Versöhnung unumgänglich wäre. Und auch da wird es schon schwierig. Schon lange, und seit dem Smartphone erst Recht, wissen wir, "that we are bowling alone". Erst wenn es gelingt, dass unterschiedliche Menschen sich wieder mehr begegnen, werden sie auch die Möglichkeit haben sich zu versöhnen.

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