KAFF auch Mare Crisium
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Description
Book Information
Author Description
Arno Schmidt wurde 1914 in Hamburg als Sohn eines schlesischen Polizeibeamten geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Greiffenberg (Schlesien), Kriegseinsatz und Kriegsgefangenschaft debütierte er 1949 mit dem Erzählungsband »Leviathan«. Als Kriegsflüchtling lebte Schmidt in verschiedenen Orten der Bundesrepublik, ehe er und seine Frau sich 1958 in Bargfeld bei Celle niederließen. Die Debatte um seine formal avancierten Romane fand ihren Höhepunkt 1970 beim Erscheinen seines Hauptwerks »Zettel’s Traum«. Seine Rundfunkessays über vergessene Schriftsteller prägten eine Lesergeneration. Schmidt erhielt 1964 den Fontane-Preis der Stadt Berlin ebenso wie 1973 den Frankfurter Goethe-Preis. 1979 starb er in Celle.
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Mein erster Schmidt hat mir auf jeden Fall deutlich gemacht, dass es hier keine Grauzone gibt, sondern alles Schwarz oder weiß ist: Als Leser hasst man ihn - oder man liebt ihn. Für Literaturwissenschaftler und Nerds mag er ein gefundenes Fressen sein, aber als Leser habe ich im manchmal die empfundene Anstrengung während des Lesens PERSÖNLICH übel genommen. Das muss man als Autor ja auch erst einmal schaffen. Die Geschichte an sich wäre ohne unnötige Essays über Karl May und Silberschlag schneller erzählt, ohne die experimentelle Ortographie dann noch mal schneller: Karl Richter versucht Hertha mithilfe seiner Tante rumzukriegen, dass sie endlich mal locker wird. Dazwischen wird es mit dem Mond-LG dann auch mal politisch, oder psychologisch, wenn die Kriegstraumata behandelt werden. Zumindest muss ich Schmidt lassen, dass seine Charaktere herrlich ambivalent geschildert sind und somit uns armen Studis viel Stoff für Hausarbeiten bietet ;). Zuweilen hat es mich leider eher angekotzt, dass Hertha von ihren beiden Peinigern fast erpresst wird, endlich die Beine breit zu machen, dass niemand so richtig sagt, was Sache ist und alle ihre Problemchen haben... aber vielleicht war das Sinn und Zweck des Buches, dass es mich manchmal so nervt. Ich schätze mal, dass es trotzdem nicht mein letzter Schmidt gewesen sein wird. Ich meine, ein Buch, das wegen Gotteslästerung einen Prozess durchmachen musste, kann nur so edgy wie sein Autor sein, oder?
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Author Description
Arno Schmidt wurde 1914 in Hamburg als Sohn eines schlesischen Polizeibeamten geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in Greiffenberg (Schlesien), Kriegseinsatz und Kriegsgefangenschaft debütierte er 1949 mit dem Erzählungsband »Leviathan«. Als Kriegsflüchtling lebte Schmidt in verschiedenen Orten der Bundesrepublik, ehe er und seine Frau sich 1958 in Bargfeld bei Celle niederließen. Die Debatte um seine formal avancierten Romane fand ihren Höhepunkt 1970 beim Erscheinen seines Hauptwerks »Zettel’s Traum«. Seine Rundfunkessays über vergessene Schriftsteller prägten eine Lesergeneration. Schmidt erhielt 1964 den Fontane-Preis der Stadt Berlin ebenso wie 1973 den Frankfurter Goethe-Preis. 1979 starb er in Celle.
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Mein erster Schmidt hat mir auf jeden Fall deutlich gemacht, dass es hier keine Grauzone gibt, sondern alles Schwarz oder weiß ist: Als Leser hasst man ihn - oder man liebt ihn. Für Literaturwissenschaftler und Nerds mag er ein gefundenes Fressen sein, aber als Leser habe ich im manchmal die empfundene Anstrengung während des Lesens PERSÖNLICH übel genommen. Das muss man als Autor ja auch erst einmal schaffen. Die Geschichte an sich wäre ohne unnötige Essays über Karl May und Silberschlag schneller erzählt, ohne die experimentelle Ortographie dann noch mal schneller: Karl Richter versucht Hertha mithilfe seiner Tante rumzukriegen, dass sie endlich mal locker wird. Dazwischen wird es mit dem Mond-LG dann auch mal politisch, oder psychologisch, wenn die Kriegstraumata behandelt werden. Zumindest muss ich Schmidt lassen, dass seine Charaktere herrlich ambivalent geschildert sind und somit uns armen Studis viel Stoff für Hausarbeiten bietet ;). Zuweilen hat es mich leider eher angekotzt, dass Hertha von ihren beiden Peinigern fast erpresst wird, endlich die Beine breit zu machen, dass niemand so richtig sagt, was Sache ist und alle ihre Problemchen haben... aber vielleicht war das Sinn und Zweck des Buches, dass es mich manchmal so nervt. Ich schätze mal, dass es trotzdem nicht mein letzter Schmidt gewesen sein wird. Ich meine, ein Buch, das wegen Gotteslästerung einen Prozess durchmachen musste, kann nur so edgy wie sein Autor sein, oder?




