Im Herzen der Katze
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Description
»Anhand von drei Generationen iranischer Frauen, die im Wahnsinn der großen Geschichte gefangen sind, hinterfragt Jina Khayyer mit kraftvollem Atem die Vorstellungen von Exil, Erbe und Emanzipation.« Leïla Slimani
Es ist Nacht in Südfrankreich. Jina sitzt an ihrem Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Sie liest: »Jina Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.« Im nächsten Moment begreift sie: Die junge Frau, die so heißt wie sie, ist tot. Im Feed folgen die Bilder: der Protestzug Tausender Menschen auf den Straßen, Mädchen und Frauen, die ihre Haare unverdeckt tragen, darunter auch Jinas Schwester Roya und ihre Nichte Nika.
Was als Versuch beginnt, die Gegenwart zu begreifen, wird zur Reise in die Vergangenheit. Denn die Ereignisse wecken in Jina Erinnerungen an ihre eigenen Aufenthalte im Iran: an die Gastfreundschaft der Menschen, den reich gedeckten Tisch der Tanten, die Begegnungen im Sammeltaxi, den Roadtrip zu Zarathustras Feuertempel in Yazd – und an eine geheime Liebe. Aber auch an die Proteste während der Grünen Bewegung 2009, an denen Jina teilnahm und die zur einschneidenden Lebenserfahrung wurden.
Im Herzen der Katze
ist eine Familien- und Liebesgeschichte, die Vorstellungen von Nationalität und Zugehörigkeit, von Frausein und Freiheit hinterfragt. Mit poetischer Intensität erzählt Jina Khayyer von Mut, Solidarität und Verantwortung und vom Nachklingen einer Heimat, die sich nicht abschütteln lässt.
Book Information
Author Description
Jina Khayyer ist Schriftstellerin, Dichterin, Malerin und Journalistin. In Deutschland geboren, iranischer Abstammung lebt und arbeitet sie seit 2006 in Paris und in der Provence. Sie ist Autorin für die Zeitschriften The Gentlewoman, Fantastic Man und Apartamento. Zuletzt wurden ihre Gedichte und Zeichnungen in der Kunsthalle Baden-Baden im Rahmen der Gruppenausstellung Sea and Fog (2024) ausgestellt. Im Herzen der Katze ist ihr Romandebüt.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Aktueller denn je
Jina Khayyer erzählt über den Iran, über den Kampf der Frauen für ihre Rechte und das Recht auf Selbstbestimmung, der blutig niedergeschlagen wurde. Ebenso erzählt sie von einem Land schön wie tausend und eine Nacht, über Gastfreundschaft und einer Kultur im Einklang mit der Wüste/Natur, und einer verbotenen Liebe. Ein bewegendes und sehnsuchtsvolles Buch - man möchte den Iran kennenlernen und erleben, gleichzeitig bleibt soviel Wut auf das Regime. Unbedingt lesen.
An ihrem Schreibtisch in Frankreich sitzend liest, sieht und hört die Ich-Erzählerin Jina, in Deutschland geboren mit iranischen Eltern, bei Instagram von einer Demonstration der Frauen in Teheran. Eine junge iranisch, kurdische Frau wurde dort von der Sittenpolizei zu Tode geprügelt. Das löst Reaktionen aus, sie telefoniert mit ihrer im Iran lebenden Schwester und wir lernen ihre Familie, ihre Anschauungen, Probleme, Wünsche und Hoffnungen auf freieres Leben für ihr Land und seine Menschen kennen. Und so beginnt Jina aus der Erinnerung heraus ihre persischen Erlebnisse zu erzählen. Ausschweifend, blumig und dann wieder knapp auf den Punkt erzählt Jina Khayyer ihre Geschichte. Das Buch lässt sich nicht leicht lesen. Der Schreibstil fordert Konzentration und hat auch, besonders im Reisebericht, ein paar Längen, die es mir schwer machten dran zu bleiben, trotzdem gut sind und einen Blick auf ein unbekanntes wunderschönes und von seinen Bürgern heiß geliebtes Land ermöglichen. Trotz der unterdrückenden, grausamen Diktatur. Man spürt Jinas Sehnsucht nach dem Land in dem sie nicht leben kann, ihre Hoffnung auf freies Leben für jeden Menschen. Aber auch ihre Zerrissenheit: Wo gehört sie hin und zu wem gehört sie? Jina Khayyer lässt ein Land vor den Augen der Leser entstehen, das so sehr zwiegespalten und zerrüttet ist. Wir lesen von fürchterlichen Schicksalen und stehen ohnmächtig daneben. Ein tiefgründiges Buch, das mehr Verständnis für Menschen weckt, die nicht dort leben können, wo sie möchten. Aber auch ein Beispiel dafür, wie man sich in der Fremde integriert ohne sich selbst zu verlieren. Ihre Nichte, die den Iran nicht verlassen will, sagt: "Ich bin nicht frei, aber wenigstens bin ich nicht fremd." Bleibt nur: Danke Jina für dieses Buch und "mögen deine Hände niemals schmerzen" zu sagen.
"Ein Witz ist die Decke der Wahrheit, manche Leute erfrieren, wenn sie die Wahrheit hören, also muss man die Wahrheit warm zudecken."
Am 14.01. diesen Jahres wurde durch den iranischen Sicherheitsapparat ein sogenannter -Killswitch- ausgeführt. Die iranische Bevölkerung wurde dadurch weitestgehend von der Möglichkeit zur Internetnutzung abgekoppelt. Ausgelöst durch mutige Menschen, welche erneut und anhaltend Proteste organisieren, um für ihre Rechte, ihre Freiheit und auch für ihre Wahrheiten einzustehen. Dieses Buch kann demnach nicht aktueller sein. Ich bekam es geschenkt. Als Katzenmama sollte der Titel doch zu mir passen. In keiner Weise war ich auf den Inhalt vorbereitet. Ich möchte nicht versäumen, einzuräumen, dass dieser Roman sich sicherlich auch aus vielerlei Klischees speist. Welche vor allem westlich geprägt sind. Und doch macht er auf unfassbar wichtige Themen und Lebensumstände aufmerksam. Ich wurde gezwungen hinzusehen und mich in der realen Welt besser zu informieren. Mich kritisch mit dem Buch und der Autorin selbst auseinanderzusetzen. In Online-Reaktionen werden, sicherlich auch zu recht, -die dilettantischen Herleitungen persischer Begriffe- kritisiert. (Quelle: Omid Rezaee - iranischer Journalist). Ich maße mir auch nicht an ein Land und seine politischen Gegebenheiten zu kennen, nur weil ich einen an die Realität angelehnten und eben doch fiktionalen Roman gelesen habe. Der eindringlichen Poesie von Jina Khayyer kann ich mich nicht voll und ganz entziehen. Sie hat mich spürbar berührt. Die liebevollen, bildgewaltigen Formulierungen und Landschaftsbetrachtungen und auch die grausame und unwillkürlich beschriebene Gewalt, welche manchmal nur subtil zwischen den Zeilen vorhanden ist, mich andererseits jedoch schockiert innehalten lässt, hallen nach. Nicht nur einmal werde ich mit einer klaffenden Lücke zurückgelassen und die Gedankenbilder eines möglichen Ausganges spinnen sich automatisch weiter. Ich lasse euch selbst herausfinden, welchen tatsächlichen Bezug der Titel des Buches zum Inhalt hat. Sicherlich kein Buch für zwischendurch und doch eine klare Leseempfehlung. "Schenk dir nur schöne Gedanken. Denk ans Meer. Immer wenn mich etwas bedrückt, denke ich ans Meer, ich tauche unter und schwimme, ich schwimme, bis mein Herz wieder lacht. Die Gesundheit des Herzens ist das Wichtigste. Du darfst dir von nichts und niemandem das Herz zermalmen lassen. Du trägst das Meer in deinem Herzen. Deshalb wird dein Herz zu Wasser. Herzen, die sich beugen wie das Meer, können niemals brechen."

Dass die bloße Existenz iranischer Frauen bereits als reine Provokation gelten kann, die durch Verschleierung markiert wird, um von der „westlichen Welt“ möglichst ignoriert zu werden und Glück für sie bedeutet, „nur“ ausgepeitscht zu werden, macht wütend, sprach- und fassungslos! Grausam-schockierend aber ein gleichzeitig hoffnungsvoller Selbstfindungsprozess mit sehr passender Katzen-Symbolik!
Ein sehr bewegendes und berührendes Buch "Im Herzen der Katze" der Autorin Jina Khayyer ist eines von 20 Büchern, die im August für den Deutschen Buchpreis 2025 nominiert wurden, vollkommen zu Recht. Die Autorin nimmt uns in ihrem autofiktionalen Roman mit in den Iran der Vergangenheit und der Gegenwart, es geht um den mutigen Kampf der Frauen um ihr Recht auf Selbstbestimmung und Freiheit, der vor 3 Jahren in unseren Nachrichten sehr präsent war, danach von anderen Nachrichten verdrängt wurde, aber immer noch genauso existiert. Durch den mitreißenden Schreibstil und die poetische Sprache hatte ich das Gefühl, mittendrin zu sein in den Ereignissen 2009 als auch 2022. Das Hörbuch habe ich in der ARD-Audiothek gehört, ganz wunderbar gesprochen von der deutsch-iranischen Schauspielerin Pegah Ferydoni.
Auch hier wieder: Unheimlich wichtiges Buch mit wichtiger Thematik. Vermutlich haben die Meisten die schrecklichen Bilder auf Instagram gesehen. Haben gesehen, wie Frauen, Männer und Kinder im Iran inhaftiert, geschlagen und zu Tode gekommen sind. Sie haben gekämpft und werden für ihre Freiheit weiter kämpfen. Ich hoffe, dass die unzähligen Opfer eines Tages durch ihren unbändigen Mut, den nachfolgenden Generationen ein Leben in Freiheit ermöglichen können. Häufig musste ich auch während dieses Textes Pausen einlegen, da ich sofort schreckliche Bilder im Kopf hatte. Zu oft bleibt man sprachlos, wenn man an diese Brutalität denkt. Verarbeiten kann ich solche Videos bis heute nicht. Kann nicht glauben, dass Menschen anderen Menschen solche massive Gewalt antun können. Jina Khayyer schafft es dennoch, dass man Hoffnung schöpft. Dass es Menschen, vor allen Dingen viele junge Menschen, gibt, die im Iran für ein selbstbestimmtes Leben kämpfen. Die Autorin führt uns Land und Leute vor Augen. Zeigt auf, dass die Allermeisten in Frieden und Freiheit leben möchten, dass wir uns darin -überall auf der Welt- nicht unterscheiden. Und das wir diese essenziellen Gemeinsamkeiten nie vergessen dürfen. Ich wünschte, dieses Buch hätte es aufgrund seines Inhaltes auf die Short-List geschafft. Meines Erachtens sind diese Texte sehr viel wichtiger als experimentelle Literatur. Es ist unheimlich wichtig, dass die Menschen im Iran sichtbar bleiben und nicht vergessen werden❤️.
Vom Fisch bis zum Mond Ein literarisches Highlight!
Als Jina Mahsa Amini ermordet wird, ist es für die Erzählerin, als ob sie selbst getroffen wurde. Sie liest ihren eigenen Namen in den Schlagzeilen und wird von Erinnerungen an ihre Aufenthalte im Iran, an ihre Familie und die Gastfreundschaft der Menschen überwältigt. Sie denkt über ihre Wurzeln und ihre Zugehörigkeit nach und darüber, was Heimat für sie bedeutet. In Rückblenden erfahren wir von ihrem Besuch im Iran bei ihren Tanten, von denen sie mit offenen Armen und offen Herzen empfangen wird und dort mehr über ihre Familiengeschichte erfährt. Sie unternimmt gemeinsam mit ihrer Schwester Roya eine Reise durch den Iran, dessen Umriss wie eine Katze geformt ist und stößt dabei auf die Geschichte des Landes, auf politische Proteste und auf das mutige Auflehnen für Freiheit. Dieses Buch gewährt einen Einblick in die Vergangenheit und die Gegenwart des Irans. Es erzählt von der Kultur, dem Umgang der Menschen miteinander und von der Unterdrückung der Frauen durch das Regime. Es erzählt von den mutigen Menschen, die trotz der Gefahr auf die Straße gehen und für ein selbstbestimmtes Leben kämpfen. Die Autorin findet wunderbare, poetische Worte, um ihr Land zu beschreiben, selbst wenn sie von Gräueltaten berichtet. Die Sprache ist voller Bilder, voller Zärtlichkeit und Liebe. Sie bindet oft Zitate aus alltäglicher Sprache ein. Zum Beispiel sagt man „Vom Fisch bis zum Mond“, wenn man beschreiben möchte, wie lieb man jemanden hat. Oder sie beschreibt, dass die Perser nicht nur ein Wort für „Danke“ haben, sondern verschiedene Sätze je nachdem wofür man sich bedankt. Zum Beispiel sagt man „Mögen deine Hände niemals schmerzen“ als Dankeschön für eine ausgeführte Tätigkeit. „Im Herzen der Katze“ ist ein bewegendes Buch, das mir den Zugang zum Iran geöffnet hat. Es zeigt die Schönheit Irans ebenso wie den Schmerz und die Wut. Ich habe viel gelernt, Zusammenhänge besser verstanden und manchmal fassungslos pausieren müssen. Ein wichtiges Buch! Ich habe "Im Herzen der Katze" als Hörbuch in der ARD-Audiothek gehört, wunderbar eingesprochen von Pegah Ferydoni! Große Leseempfehlung!
Dieses Buch…. Puh…. Ein absoluter Banger! Es lies mich erstaunt, sprachlos, berindruckt und entsetzt zurück. Es ist viel mehr als ein normaler Roman oder eine Familiengeschichte. Ich habe sehr viel gelernt über den Iran, die Geschichte des Iran, das aktuelle politische System und wie es dazu kam, das totalitäre Sytem der Mullahs, die Unterdrückung der Frauen, das brutale Regime, den Befreiungskampf und das Leben im Geheimen. Ich bin schwer beeindruckt von diesem Buch. Stellenweise konnte ich nicht atmen, bin absolut beeindruckt von der Stärke und dem Willen der Frauen und fühle mich selbst total klein und feige. Wenn es mehr Sterne gegeben hätte, hätte ich noch mehr gegeben. Eines meiner Bücher des Jahres!
Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an Iran, beim Lesen möchte man sofort seine Tasche packen und sich auf den Weg dorthin machen, die wunderbaren Menschen mit ihrer Gastfreundschaft, ihrer emotionalen Intelligenz und ihrer Kultur kennen lernen, möchte das Essen dort essen, die Sprache hören und den Sonnenaufgang in der Wüste betrachten. Doch gleichzeitig ist es ein furchtbar trauriges und grausames Buch, es ist kaum erträglich, was die Bevölkerung und vor allem die Frauen dort durchmachen müssen. Mit welchem Mut sie sich der unbeschreiblichen Gewalt entgegenstellen. Die Autorin ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und beobachtet mit Entsetzen, Sorge, Trauer und Schuldgefühl das Leid ihrer Schwestern in Iran - ganz besonders ihrer eigenen Schwester und Nichte, die dort leben und sich dort der iranischen Revolution der Frauen angeschlossen haben. Ich wünsche diesem tollen Buch viele Leser*innen und den iranischen Frauen wünsche ich, dass die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit größer wird und sie ihre Ziele erreichen können - auch, wenn es jetzt fast unmöglich erscheint. Das Buch wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.
Einziger kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen waren mir die Beschreibungen etwas zu detailliert, insbesondere in Bezug auf Orte und Sprache. Abgesehen davon ist es jedoch ein äußerst lesenswerter Text über das eingeschränkte Leben von Frauen im Iran, der einen die eigene Freiheit umso mehr wertschätzen lässt.
Ein wichtiges politisches Buch, das mich trotz des schweren Inhalts gut unterhalten hat
Es ist ruhig geworden, wenn es um Nachrichten aus dem Iran geht. Doch der Schein trügt. Mindestens 17 Frauenrechtsaktivistinnen sind im Juli festgenommen worden, 3 starben in den Gefängnissen. Die Geschlechterpolitik des Iran kostet vielen Frauen das Leben, doch sie hören nicht auf zu protestieren! Jina Khayyer gibt diesen Frauen mit ihrem autofiktionalen Roman eine Stimme. Die Erzählerin heißt wie sie und sieht im Fernsehen, wie 2022 die gleichnamige Jina Mahsa Amini geprügelt und festgenommen wird, weil ihr Kopftuch nicht richtig sitzt. Tage später war sie tot. Daraufhin starten Proteste, die ihresgleichen suchen und die Jina macht sich Sorgen um ihre Schwester und ihre Nichte, die in Teheran leben. Während sie versucht mit Ihnen Kontakt aufzunehmen erinnert sie sich an eine Reise, 2009 in den Iran. Der Verwandtschaftsbesuch wird zu einer Suche nach der eigenen Identität, der Kultur und der Sprache für Dinge die unaussprechlich scheinen. Jina nahm damals auch an den Protesten der grünen Bewegung teil. Sie, eine offen lesbisch lebende Frau, muss in der Heimat ihrer Vorfahren viele Kompromisse machen. Sie kann es zuerst nicht glauben, wie restriktiv das Regime auf die Einhaltung absurder Ideen besteht und mit der geheimen Polizei gegen jede noch so kleine Verfehlung mit massiver Gewalt vorgeht. Eine als Mann verkleidete Taxifahrerin klärt sie ausführlich darüber auf und bringt sie an Plätze, wo das noch mal deutlich wird. Nichts ist erlaubt, kein Gespräch zwischen Mann und Frau, kein Alkohol, keine Musik. Kein Tanz, keine Sprache jenseits der eigenen. Augenöffnend, fand ich das Gespräch über Liebe, bei dem ihr Schwester analysiert, dass der Grund für das Verbot von Liebe und Sexualität mit Kontrolle zu tun hat. Ein Staat, der das verbietet weiß, dass Menschen die körperliche Bedürfnisse ausleben dürfen, Indoktrination viel leichter durchblicken. Menschen, denen das verwehrt wird, flüchten sich in extremistische religiöse Praktiken und Anbetung von Personen, die diese blinde Unterwerfung brauchen, um ihre Macht zu erhalten. Ein interessanter Gedanke, der auch auf andere Entwicklungen übertragen werden kann, zB Trump und die extremen Evangelikalen! Viele solcher für mich neuen Thesen findet man im Text, der nicht ganz Roman und nicht ganz Fiktion ist. Die Autorin scheint ihre eigenen Erlebnisse literarisch zu verarbeiten und das ist ihr exzellent gelungen. Sie verknüpft reale Ereignisse mit einer fiktiven Geschichte, die an ihr Leben angelehnt ist. Mir hat sehr gut gefallen, wie sie die Solidarität unter Frauen beschreibt. Während sie sich in ständiger Bedrohung befinden, schaffen Sie unter dem Radar ein Gemeinschaftsgefühl, dass sie gleichzeitig stark macht. Obwohl ihr Leben täglich in Gefahr ist, versuchen Sie eine Parallelwelt im Dunklen aufzubauen. Meist gelingt Ihnen das sogar, denn sie sind viele, und sie erfinden sich immer wieder neu. Ganz nebenbei erfährt man sehr viel über die Kultur, die Geschichte und die Traditionen des Iran. Mir war schon bekannt, dass die iranische Gesellschaft im Grunde genommen eine sehr offene ist. Sie lassen sich nicht abschotten, sondern suchen sich Informationen über die Welt jenseits ihrer Grenzen. Ich habe mich früher oft gewundert, wie anders Menschen aus dem Iran sind, wenn sie mir im beruflichen Kontext begegnen. Sie lernen oft sehr viel schneller als andere fast akzentfreies Deutsch und legen großen Wert auf ein kultiviertes und gebildetes Auftreten. Manchmal sind sie von deutschen Mitbürgern nicht zu unterscheiden. In diesem Text erkenne ich die Dynamik, die genau dazu führt. Der Hunger frei und offen und unbeschadet leben zu können, scheint im Iran noch ausgeprägter zu sein als in anderen Staaten. Wenn man die Geschichte des Irans betrachtet und die Bestrebungen, die der nicht minder brutale Schah von Persien an den Tag legte – in den Kontext eins zu werden mit dem Westen setzt, wundert das nicht. Auch solche Informationen sind Teil der Lektüre. Dabei bleibt der Stil leicht, und teilweise wirkt er sogar unbeschwert, was in Anbetracht des Inhalts bestimmt keine leichte Sache war. Jina Khayyer hat mit diesem Text etwas geschafft bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es überhaupt sein darf – mich zu unterhalten und gleichzeitig unglaubliche Wut in mir auszulösen. Ich finde, das Buch ist ein würdiger Kandidat für die Shortlist. Ein Highlight, eine große Empfehlung an alle. Ich bewundere die Frauen im Iran und wünsche mir, dass sie stark genug bleiben. Ich könnte es wahrscheinlich nicht. Und wenn wir angesichts der vielen Krisenherde auf der Welt zu schwach sind, mitzukämpfen, so lasst sie uns wenigstens nicht vergessen. „Jin, Jiyan, Azadî - Frau, Leben, Freiheit“
Wow wow wow
Solche Bücher sind so wichtig! Man darf Völker und schon gar nicht deren zum Teil versch…. Herrscher über einen Kamm scheren! Was muss das für ein tolles Land mit einer unglaublichen Kultur sein. Die Autorin hat einen super Roadtrip geschrieben. Eigentlich ist es wie eine Führung durch ein Museum, eine die bei aller Abscheulichkeit viel Spaß macht, weil man sehr viel lernen kann. Das Hörbuch wird von der Schauspielerin „Yagmur Öztürk“ aus Türkisch für Anfänger gesprochen und weil Pegah Ferydoni Perserin ist, hört sich die Sprache ganz wunderbar an.
Kein einfaches Buch - schmerzhaft, stark, gewaltig, mutig
Natürlich habe ich von der Bewegung und den Protesten im Iran nach dem Tod von Jina Mahsa Amini gehört, gelesen. Und dennoch hat dieses Buch noch einen näheren Blick auf das Land, die Menschen, die Sprache, den Mut gegeben. Dieses Buch hat mich beschäftigt und hallt auch nach. Sehr empfehlenswert!
Ganz große Empfehlung!!!
Ausgangspunkt des Romans ist der Tot von Jina Mahsa Amini - wir alle haben die Bilder der jungen Frau, die von der Sittenpolizei bewusstlos geprügelt und getötet wurde, in den Nachrichten gesehen. Und auch Jina, die Erzählerin, blickt fassungslos auf ihr Handy, als sie die Grausamkeiten des Regimes durch die Augen ihrer Nichte Nika im Iran live mitverfolgt. Jina selbst ist in Deutschland geboren und lebt in Frankreich, erinnert sich aber mit voller Kraft an ihre Reisen in den Iran. Ihre Schwester Roya lebt mit Mann und Tochter dort. Diese Erinnerungen an die Aufenthalte und allem, was dabei erlebt wird, macht den Hauptteil des Romans aus. Schönheit, Kultur, Geschichte und Gastfreundschaft treffen auf Gewalt, Unterdrückung und Widerstand. Ich habe so unglaublich viel gelernt. Wie wunderschön der Iran war, wie offen das Leben, wie gleichberechtigt und stark die Frauen. Dass westlich und doch tief traditionell keine Widersprüche sein mussten. Dass Musik, Tanz und die poetische Sprache ("mögen Deine Hände nicht schmerzen" als Ausdruck für Danke) das Leben zeichnen und Gastfreundschaft und Familie über allem steht. Ich rieche die Gewürze, schmecke die süßen Zitronen, Grantapfelkerne, Datteln, Walnüsse und Pistazien und bin gleichzeitig tief beeindruckt vom unbändigen Willen der iranischen Frauen, sich der Unterdrückung und Brutalität, die seit 1979 das Land regieren, zu widersetzen - selbstimmte Frauen und nicht Eigentum sein wollen. "Unser Körper gehört dem Vater, dem Ehemann, dem Staat. Und unsere einzige Aufgabe ist die Mutterschaft. Verstoßen wir gegen diese Aufgabe, bringt die Sittenpolizei uns auf den richtigen Weg." "Ein falsches Wort und Du wirst verhaftet oder verschwindest." ... "Wer sich wehrt, verschwindet." Doch die Iranischen Frauen stehen auf, kämpfen, verbünden sich! Immer im Wissen, dass es ihren Tod bedeuten kann. Diese Bewegung darf nicht abreißen, die Welt muss hinschauen. "They are trying to bury us, but they don't know we are seeds"
Volle Empfehlung. Ein Buch über die Frauen im Iran.
Die Geschichte Jinas, die in Deutschland aufgewachsen ist und jetzt in Frankreich lebt, im Austausch mit ihrer Schwester und Nichte, die im Iran leben und für ihre Freiheit demonstrieren. Im Rückblick erleben wir ihren ersten Besuch im Iran, bei ihren Tanten und dann auf einer Rundreise. Auf der einen Seite die schönen Seiten des Landes, der Sprache, die Gastfreundschaft und auf der anderen die Sittenwächter und die ständige Gefahr. Unbedingt lesen
Vielleicht DAS Jahreshighlight 2025
Drei Generationen von Frauen im Iran, anhand dieser Frau wird eine Geschichte erzählt von Feminismus, Emanzipation und dem starken Drang nach Freiheit. Aber auch die Suche nach Liebe und der große Drang nach Selbstbestimmung sowie die Zusammengehörigkeit und die Zugehörigkeit zur Familie sind Zentraleaspkekte in dieser Geschichte. Mich hatte diese Geschichte schlicht umgehauen. Zunächst war ich vom Verlauf der Geschichte verwirrt. Starten wir in dem Jahr als dieser brutale und tödliche Angriff auf Jina Mahsa Amini geschah, wechselt die Geschichte in eine Zeitebene einige Jahre zuvor. Die Protagonistin Jina besucht zum ersten Mal ihr Heimatland und ihre dort lebende Schwester mit ihrer Familie. Und sie lernt weitere Verwandte kennen. Jina ist in Deutschland aufgewachsen und muss sich mit den Regeln die für Frauen in ihrem Heimatland gelten zunächst zu recht finden und sich selbst somit komplett verstellen. Zum Schluss des Buchs wechselt die Geschichte dann wieder zurück. Die Geschichte der Frauen hat mich unglaublich berührt. Die Geschehnisse haben mein Herz zutiefst getroffen. Bei einer Szene war es dann einfach zu viel. Ich konnte nicht mehr weiterlesen und musste erstmal weinen. Ich spüre sofort wieder die Tränen wenn ich an diese Passagen im Buch denken. Das bebt noch alles in mir nach. Für mich ein sehr berührendes Highlight.
Schmerzhafte Sehnsucht
Das Buch ist ein absolutes Lesehighlight, denn es gibt die Möglichkeit, einen Eindruck von Iran zu bekommen, das wir meistens nur aus Schreckensbildern in der Tagesschau kennen. Bemerkenswert ist, wie viel Liebe für das Land und die Menschen die Autorin transportiert. Es ist, als würde man mit ihr zusammen eine kleine Rundreise machen und alles sofort in Herz schließen, insbesondere auch die Sprache, die so wunderbar poetisch ist. Das wird dann aber immer wieder schmerzhaft gebrochen, in dem die schrecklichen Bedingungen geschildert werden, unter denen gerade Frauen leben, dabei wirkt es wie ein Damoklesschwert, was ständig über allem schwebt. Man fragt sich, wie das wirklich die Realität sein kann, umso bewundernswerter ist dann von dem Mut zu lesen, den die Frauen bei der Revolution 2022 gezeigt haben.
"Mit 9 Jahren können wir verheiratet werden, wir müssen unseren Mann hörig sein. Unser Körper gehört unserem Vater, unserem Ehemann, dem Staat und unsere einzige Aufgabe ist die Mutterschaft. Verstoßen wir gegen diese Aufgabe bringt die Sittenpolizei uns auf den richtigen Weg ..." 🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤
Im Herzen der Katze ist ein Buch, das man nicht einfach liest, man kämpft sich hindurch und es hallt lange nach. Es ist die Geschichte einer Frau, die zwischen Südfrankreich und dem Iran lebt, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und dem Drang nach Freiheit. Ausgangspunkt ist der Tod von Jina Mahsa Amini, die im September 2022 von der iranischen Sittenpolizei festgenommen und so schwer misshandelt wurde, dass sie starb. Dieser Moment wird für Jina zu einem Wendepunkt. Die Sprache der Autorin ist poetisch und zugleich von einer ungeheuren Wucht. Sie beschreibt die Allgegenwart der iranischen Sittenpolizei, die über Frauenkörper wacht wie ein dunkler Schatten. Es reicht, wenn ein Kopftuch zu locker sitzt oder eine Haarsträhne sichtbar wird, um gedemütigt, kontrolliert oder verhaftet zu werden. Diese brutale Realität macht deutlich, hier geht es nicht um Stoff oder Mode, sondern um Macht. Die Sittenpolizei ist ein Werkzeug, um Frauen das Recht auf Selbstbestimmung zu verweigern, ein täglicher Angriff auf Würde, Freiheit und Leben. Und doch ist das Buch nicht nur ein Zeugnis der Unterdrückung, sondern auch eines des Widerstands. Es erzählt von Frauen, die nicht bereit sind, sich unsichtbar machen zu lassen. Von Töchtern, Schwestern, Müttern, die ihre Stimmen erheben, obwohl sie wissen, dass es ihnen das Leben kosten kann. Es erzählt von der Kraft kleiner Gesten, die im Alltag zum Zeichen der Rebellion werden. Und es zeigt, dass Freiheit mehr ist als ein politisches Ziel, es ist eine Entscheidung, sich nicht brechen zu lassen. Was Im Herzen der Katze so bewegend macht, ist die Mischung aus persönlicher Erinnerung und politischer Realität. Khayyer schreibt nicht von außen über den Iran, sondern von innen. Als Tochter, Schwester, Beobachterin und Betroffene. Ihre Worte tragen die Trauer einer Generation, aber auch die Hoffnung auf Freiheit. Dieses Buch hat mich tief berührt. Es ist schmerzhaft und wunderschön zugleich, voller Wut, aber auch voller Zärtlichkeit. Es erinnert uns daran, dass Freiheit niemals selbstverständlich ist und dass der Kampf darum immer im Herzen beginnt.

Nach der Lektüre schwanke ich zwischen dem tiefen Drang dieses wunderschöne königliche Land zu bereisen und dem Abscheu, was dort vor sich geht, wer an der Macht ist und welche Körper täglich gefoltert werden. Jina Khayyer hat mich mit "Im Herzen der Katze" (Iran sieht aus wie eine Katze) ein Land kennenlernen lassen, dass zwischen Extremen schwankt und von Extremen regiert wird. Es passiert eigentlich gar nicht so viel. Die Autorin erinnert sich an ihre erste Iranreise. Sie ist selbst Iranerin, aber in DE aufgewachsen. Ihre Schwester lebt dort. Sie lernt auf dieser Reise das reiche kulturelle Erbe der antiken Perser kennen, aber auch die strengen Regeln der Islamischen Republik. Ausgangspunkt ihrer Erinnerung ist die Ermordung von Jina Mahsa Amini, die die bisher größten Proteste gegen das iranischen Regime auslöste. Jin, Jiyan, Azadi ✊ Frau, Leben, Freiheit ✊
Dieses Buch sollte Schullektüre sein.
Jina, die in Frankreich lebt, sieht auf Insta einen Beitrag über Jina Mahsa Amini, die im Iran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt wurde. Sofort nimmt sie Kontakt zu ihrer Familie, erst zu der Mutter in Deutschland und dann zu ihrer Schwester Roya im Iran, auf. Berichtet über ihre erste Reise in den Iran. Das Kennenlernen ihrer Tanten und deren Geschichten. Über eine Rundreise mit ihrer Schwester. Alles ist so voller Liebe und mit so schönen Worten beschrieben, dass man dieses Land kennenlernen möchte. Und doch wird immer wieder von der Unterdrückung der Frauen berichtet. Die ersten Revolutionen, bis hin zu den Protesten der Frauen, die alle gewaltsam niedergeknüppelt werden. Den Gewalttaten, insbesondere an Frauen. Was sind das für mutige Frauen, die wissen, dass sie mit ihrem Leben bezahlen werden und doch für ihre Rechte auf der Straße gehen. Ich bin dankbar, in Freiheit leben zu dürfen. Dieses Buch bestärkt mich aber noch mehr, für die Rechte von Frauen einzustehen.
!!!LESEN!!!!
WOW. DAS ist eine Pflichtlektüre. Es ist....so poetisch, grausam, dann wieder so voller Hoffnung, tragisch, komisch, WUNDERVOLL und vor allem WICHTIG. Wichtig, um zu verstehen, WARUM wir uns solidarisieren MÜSSEN. Wir MÜSSEN gegen Regime- Paterichat- UNfreiheit KÄMPFEN, es anprangern. GLEICHSTELLUNG muss unser Ziel sein. Es muss. Lest es- dann ist alle Unklarheit beseitigt. Ich las es OHNE Unterbrechung. Ich KONNTE meine Augen nicht mehr vom Buch nehmen und euch wird es gleich ergehen. Taschentücher bereit halten. ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG. Nein, es ist ein LESEMUSS.

Der Umriss Irans erinnert an eine Katze - und die Ermordung der kurdisch stämmigen Iranerin Jina Mahsa Amini 2022 katapultieren die gleichnamige Protagonistin direkt von Frankreich in das Herz ihrer Heimat, das Herz der Katze. Von ihrem Handybildschirm aus beobachtet sie die landesweiten Proteste, die der Tod der jungen Frau ausgelöst haben. Ihre Schwester und ihre Nichte befinden sich indes mittendrin in den illegalen Demonstrationen, scheinbar furchtlos nehmen sie daran teil. Jina ist voller Angst um ihre Verwandten und erinnert sich zugleich zurück an ihre erste Reise in den Iran 2000, die Besuche bei ihrer Schwester und ihren Tanten, die Geschmäcker, Gerüche und Farben, die ihr bei ihrer Rundreise begegneten. Und sie denkt an Iman, ihre geheimnisvolle Reiseführerin. Jina Khayyer erzählt in ihrem autofiktionalen Debütroman "Im Herzen der Katze" gleichzeitig von den politischen Geschehnissen im Iran, das unter der Herrschaft eines islamischen Regimes leidet, und von einer persönlichen Familien- und Liebesgeschichte, was den Roman nahbar macht. Ihre Sprache ist poetisch, selbst wenn sie von schrecklichen Gräueltaten schreibt, trotzdem lässt sie keinen Raum, den Blick abzuwenden von der Unterdrückung der Frauen im Iran und dem willkürlichen politischen System der Mullahs. Mich hat sie mit Jinas Geschichte sehr berührt, ich konnte das Buch zeitweise kaum weglegen. Einzig der Mittelteil hat sich für meinen Geschmack ein wenig gezogen, der Reisebericht geriet für mich zu lange. Jina Khayyers Debüt ist ein Buch über das Sehnen nach einer fernen Heimat, die es so, wie man es sich wünscht, aktuell leider gar nicht gibt, ein wichtiger Beitrag zum Verstehen der Geschehnisse im Iran und eine Erinnerung, nicht wegzusehen, auch wenn die Proteste rund um Jina Mahsa Aminis Ermordung in unseren Köpfen bereits wieder an den äußeren Rand gerückt sind. Eine durch und durch lohnenswerte Lektüre! Noch ein kleiner Hinweis: "Im Herzen der Katze" gibt es gerade eingesprochen von Pegah Ferydoni kostenlos in der ARD-Audiothek als Hörbuch zu hören!

Wunderbarer Einblick, aber zu sanft
Ein Land könnte so schön sein, würde es nicht von engstirnigen, fanatischen, machtbesessenen alten Mönnern regiert!! Das Buch lässt tief in eine Zeit vor autokratischer Regierung blicken, wunderschöne Landschaft und Städte mit freien Menschen, wunderbaren Familienstrukturen, Essen, feiern, lieben…. and dann gegen Ende die Angst, das Kopftuch, eingeschränkte Meinung, Umgang mit Sexualität und die Angst im Schwester, Nichte, Familie…… leider war mir das Ende zu sanft, zu emotionslos, es brodelte viel mehr in mir, als dass ich es lesen konnte. Ich habe viel gelernt und wünsche allen Frauen im Iran : Frau- Leben-Freiheit!!! Zan- Zendegi-Asadi!! Das schöne am Hörbuch war die Sprecherin, die viele Passagen in Orginalsprache lesen konnte.
Ein Buch, das nachhallt. Weil es nicht nur informiert, sondern fühlen lässt.
Zan, Zendegi, Azadi Mit Im Herzen der Katze gelingt Jina Kayyer ein Buch, das sich nicht einfach lesen lässt wie ein Reisebericht oder ein politischer Essay – sondern wie ein unmittelbares Erleben. Es zieht einen hinein in eine Realität, die gleichzeitig weit entfernt wirkt und doch erschreckend nah ist. Was zunächst fast leicht beginnt, mit Eindrücken einer Reise durch den Iran, entfaltet schnell eine unterschwellige Spannung. Die Neugier auf ein Land, seine Menschen und seine Kultur wächst – begleitet von dem leisen Wissen um die politischen Umstände, die diese Faszination zugleich begrenzen. Genau darin liegt eine der großen Stärken des Buches: Es macht spürbar, wie widersprüchlich der Blick von außen sein kann – zwischen Sehnsucht und Distanz, zwischen Entdeckenwollen und realen Risiken. Besonders eindrücklich sind die Passagen, in denen die Autorin digitale Einblicke verarbeitet – Videos von Frauen, Unterstützer:innen und Gegner:innen des Regimes. Diese Momente sind nicht bloß eingefügt, sondern klug verwoben. Sie erzeugen das Gefühl, nicht nur Beobachterin zu sein, sondern mitten im Geschehen zu stehen. Der Ton kippt spürbar, als die persönliche Ebene stärker in den Vordergrund rückt. Die Sorge um die eigene Familie im Iran verleiht dem Text eine Dringlichkeit, die weit über eine journalistische Perspektive hinausgeht. Hier zeigt sich die emotionale Wucht des Buches: Es geht nicht mehr nur um ein Land oder eine Bewegung, sondern um konkrete Menschen, um Angst, Hoffnung und das Aushalten von Unsicherheit. Was bleibt, ist ein vielschichtiges Leseerlebnis. Im Herzen der Katze ist zugleich spannend und traurig, aufrüttelnd und berührend. Es erzählt von Mut – insbesondere von Frauen und jungen Menschen, die für Veränderung kämpfen – und macht dabei die Zerbrechlichkeit dieser Hoffnung sichtbar.
Über den Mut der unterdrückten Frauen in Iran. Der Anfang hat mich extrem gefesselt. Im zweiten Teil ging es um die Reise durch Iran, teils langatmig. Der dritte Teil schildert die brutale Niederschlagung der Aufstände. Es ist eine Aneinanderreihung der Brutalität gegen Frauen. Mir persönlich fehlt im Buch eine zweite Perspektive, so zum Beispiel wäre es interessant zu lesen, weshalb die regimtreuen Frauen so handeln, wie sie handeln. An entscheidenden Stellen bricht die Erzählung ab und überlässt das Weitere den Lesern und Leserinnen.
Ein starkes Buch über den Mut von Frauen im Iran die für ihre Freiheit kämpfen.
Anfangs haben mich die wechselnden Zeitebenen etwas verwirrt, doch die Geschehnisse haben mich tief berührt. Die Autorin beschreibt mit einer Sprache voller Sehnsucht die Schönheit und den Schmerz ihres Landes und hat mir so den Zugang zum Iran geöffnet. Ich habe viel gelernt und Zusammenhänge besser verstanden. Schade, dass das Buch es nicht auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat, denn es ist ein sehr wichtiges Buch das unbedingt gelesen werden sollte.
Die Autorin bringt dem Leser den Iran und seine Menschen näher. Sehr ergreifend und emotional.
Beim Lesen des Buches hat sehr oft mein Herz geschmerzt. Man taucht ein in den Iran, seine Geschichte, seine Schönheit aber auch in die brutale Unterdrückung der Frau. Mir war so vieles nicht bekannt und bewusst und lässt mich jetzt mit anderen Augen besonders auf iranische Fratzen blicken. Eine sehr emotionale Geschichte, die mich aber auch wütend zurück gelassen hat.
Starkes Buch mit grausamem Bezug zu den aktuellen Verhältnissen im Iran
Stellenweise konnte ich fast nicht weiterlesen. Khayyer schildert den Alltag der mutigen Frauen im Iran mit Bezügen zu ihrer eigenen Geschichte. Danach schaut man mit einem anderen Blick auf die tagesaktuellen Nachrichten von dort.
Wechselbad der Gefühle
Es ist so wunderschön wie unerträglich. Jina reißt in das Land ihrer Herkunft und begegnet ihrer Familie und dem Land ihrer Abstammung. Die Begegnungen sind so herzlich die Sprache so blumig die Landschaft so wunderschön. Aber schon bei dieser Reise erlebt sie die permanente Bedrohung der Terrorregims. Später hilft sie, die brutalen Videos die ihre Nichte von der Revolte der Frauen in Teheran schickt zu veröffentlichen. Ich habe eine Ahnung bekommen warum diese Frauen dort bleiben, gleichzeitig bin ich erschüttert was sie erdulden. Ein unbedingt empfehlenswertes Buch.
ZAN, ZENDEGI, AZADI Wer noch nicht begriffen hat worum es der großen Mehrheit der Menschen, besonders den Frauen, im Iran geht kann es in diesem Buch erleben. Die Geschichte ist wunderschön erzählt, bringt uns an einige schöne Orte (es gibt unendlich viele mehr)in diesem Land, lässt uns die Schönheit dieser Sprache begreifen und wir lernen diese so starken und außergewöhnlichen Menschen kennen. Wir sehen auch das was dieses Terrorregime mit den Menschen dort macht. Grausam, gnadenlos und für Europäer oft unbegreiflich. Ein Buch das klug macht und mich weinend zurück gelassen hat. ZAN, ZENDEGI AZADI
Ein Einblick ( Longlist Deutscher Buchpreis 2025)
Die Geschichte erzählt hauptsächlich die Reise einer in Deutschland aufgewachsenen Iranerin, die noch in einigermassen ruhigen Zeiten ihre Schwester und Familie in Teheran besucht. Das Regime beginnt immer mehr Druck auf die Gesellschaft aufzubauen, aber man bekommt auch Einblick in eine Zeit, bevor die Revolution begann. Am Ende natürlich die offene Frage: was passiert? Können die Frauen mit ihren Protesten und Aktionen etwas bewirken oder wieviele werden noch misshandelt, eingesperrt oder getötet werden??
Ein berührender Roman über das Erschütternde des Alltäglichen in einem Regime
Was für ein berührender, erschütternder Roman, der sich wie ein Memoire liest. Ich habe beim Lesen bzw. Hören geweint um dieses fremde, ferne Land, um seine Mütter und seine Töchter, um seine Sänger:innen, Tänzer:innen und seine Dichter:innen, um seine Schönheit und seine Weinberge. Einige Längen am Ende des ersten Drittels brachten meine Lektüre zwar ziemlich zum Stocken, doch der Wechsel zum Hörbuch hat die Lektüre für mich neu in Gang gebracht. Iran ist nur eines der vielen Länder, dessen Umgang mit Demokratie und vor allem Frauen mich oft, aber eben auch oft nur recht kurz aufgrund medialer Berichte berühren und erschrecken. Oft schon mit dem Wetterbericht lande ich wieder sanft in meiner kleinen, privilegierten Welt. Die Darstellung des Lebens der beschriebenen Charaktere (vor allem der Frauen, aber auch Männer) in Iran, das Selbstverständliche des Lebens unter dem Mullah-Regime, die permanente Präsenz der Revolutionsgarde - all das hat mir das Buch deutlich näher gebracht als jeder Nachrichtenbericht. Das Erschreckende im Alltäglichen hat mich tatsächlich mehr berührt als einzelne dramatische Ereignisse. Ich kann diesen bewegenden Debütroman (wie auch das Hörbuch) sehr empfehlen.
In Im Herzen der Katze von Jina Khayyer geraten Gegenwart und Erinnerung in Spannung: Als Jina Mahsa Amini ermordet wird, sieht die Protagonistin Bilder der Proteste und erkennt ihre eigene Familie wieder, und zugleich ihre eigene Geschichte. Eine poetische Reise zwischen Exil, Heimat und dem Mut zur Freiheit, die mich sehr in ihren Bann gezogen hat.
Ein Hommage an den Iran
‚Iran ist eine Katze. Das linke Ohr markiert die Grenze zur Türkei, auf der linken Ohrenspitze sitzt Armenien, auf dem rechten Ohr liegt Aserbaidschan… in ihrem Herzen schlägt die Wüste, die heißeste Wüste der Erde‘ Dieses Buch ist eine Hommage an den Iran, an seine Menschen und an den Freiheitskampf der Frauen. „Jina sitzt an ihrem Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Dann liest sie: ‚Jina Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.‘“ „Was zunächst als Versuch beginnt, die Gegenwart zu begreifen, wird zu einer Reise in die Vergangenheit. Die aktuellen Ereignisse wecken in Jina Erinnerungen an ihren Aufenthalt im Iran: an die Gastfreundschaft der Menschen, die reich gedeckten Tische ihrer Tanten, Begegnungen im Sammeltaxi, den Roadtrip zu Zarathustras Feuertempel in Yazd – und an eine geheime Liebe. Aber auch an die Proteste während der Grünen Bewegung 2009, an denen sie teilnahm und die zu einer prägenden Lebenserfahrung wurden.“ Besser hätte ich den Inhalt des Buches nicht zusammenfassen können – deshalb habe ich mich für dieses Zitat entschieden. Im Herzen der Katze erzählt eine Familiengeschichte und zugleich die Geschichte des Iran. Es geht um Wurzeln, um die Liebe zu einem Land, aber auch um Frausein und Freiheit im islamischen Staat. Das Buch öffnet den Blick für ein Land jenseits politischer Schlagzeilen – ein Land, das man lieben lernt. Die Passagen, in denen der Iran beschrieben wird, sind von poetischer Schönheit. In ihnen schwingt eine tiefe Verbundenheit mit dem Land und seinen Bewohner*innen mit. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, selbst auf Reisen zu sein – mittendrin. Ich spreche eine große Leseempfehlung für dieses wunderbare Buch aus.
Im Herzen der Katze ist so ein tolles Buch, das nicht nur den Nerv der Zeit trifft, sondern auch viel Mut macht, sich niemals einschüchtern zu lassen und sich nicht von den Ängsten und Ideologien anderer vom eigenen Weg abbringen zu lassen. Und dann beschreibt dieses Buch auch noch so schön den Iran, dass ich unbedingt einmal dorthin reisen möchte und mich durch die iranische Küche probieren möchte.
Eine berührende Geschichte über Familie, weibliche Solidarität und die Revolution der Frauen im Iran |
Im Herzen der Katze ist eine Familien- und Liebesgeschichte, die Vorstellungen von Nationalität und Zugehörigkeit, von Frausein und Freiheit hinterfragt. Mit poetischer Intensität erzählt Jina Khayyer von Mut, Solidarität und Verantwortung und vom Nachklingen einer Heimat, die sich nicht abschütteln lässt Es ist Nacht in Südfrankreich. Jina sitzt an ihrem Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Sie liest: »Jina Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.« Im nächsten Moment begreift sie: Die junge Frau, die so heißt wie sie, ist tot. Im Feed folgen die Bilder: der Protestzug Tausender Menschen auf den Straßen, Mädchen und Frauen, die ihre Haare unverdeckt tragen, darunter auch Jinas Schwester Roya und ihre Nichte Nika. Was als Versuch beginnt, die Gegenwart zu begreifen, wird zur Reise in die Vergangenheit. Denn die Ereignisse wecken in Jina Erinnerungen an ihre eigenen Aufenthalte im Iran: an die Gastfreundschaft der Menschen, den reich gedeckten Tisch der Tanten, die Begegnungen im Sammeltaxi, den Roadtrip zu Zarathustras Feuertempel in Yazd – und an eine geheime Liebe. Aber auch an die Proteste während der Grünen Bewegung 2009, an denen Jina teilnahm und die zur einschneidenden Lebenserfahrung wurden
Zwischen Safran, Straßenprotesten und Herzklopfen
Nachtgedanken, Instagram-Scrollen und plötzlich knallt dir die Realität mitten ins Gesicht – so startet Jina Khayyer in Im Herzen der Katze und das Ding hat mich sofort gepackt. Da sitzt man da, denkt an nichts Böses, und plötzlich stolpert man in eine Mischung aus Familiengeschichte, politischem Brennglas und poetischem Fiebertraum. Das liest sich wie eine Erinnerung, die man nie selbst hatte, die sich aber trotzdem in die eigene Haut brennt. Die Autorin zieht einen zwischen Südfrankreich und Iran hin und her, und ich schwöre, manchmal hatte ich das Gefühl, mit ihr im Taxi zu hocken oder am Esstisch der Tanten zu sitzen. Diese Bilder sind so plastisch, dass du fast den Duft von Safran und gegrilltem Fleisch in der Nase hast. Und dann wieder dieser Cut – Proteste, Straßendemonstrationen, die Gewalt der Sittenpolizei. Zack, Herzklopfen, Schweißhände. Es ist diese Spannung zwischen Wärme und Bedrohung, die den Text so krass lebendig macht. Humor blitzt immer wieder durch, manchmal still, manchmal bissig, als wollte Khayyer sagen: „Ja, das Leben ist ernst, aber wer den Witz darin nicht sieht, hat schon verloren.“ Und genau das rettet einen beim Lesen, weil die Schwere sonst wie Blei auf die Brust drückt. Was mich echt beeindruckt hat: Sie stellt große Fragen – Zugehörigkeit, Freiheit, Mut – ohne dass man sich belehrt fühlt. Stattdessen wird man reingezogen, denkt mit, fühlt mit, stolpert mit. Am Ende sitzt man da, schließt das Buch und weiß: Dieses Herz der Katze schlägt auch in mir nach. Keine Ahnung, wie sie das macht, aber es ist verdammt große Kunst. Fazit: Politisch, persönlich, poetisch – und trotzdem so nahbar, dass man beim Lesen eher einen Roadtrip mit einer Freundin als eine schwere Lektüre erlebt. Für mich ganz klar: fünf Sterne und ein dickes „Wow“.

Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
»Anhand von drei Generationen iranischer Frauen, die im Wahnsinn der großen Geschichte gefangen sind, hinterfragt Jina Khayyer mit kraftvollem Atem die Vorstellungen von Exil, Erbe und Emanzipation.« Leïla Slimani
Es ist Nacht in Südfrankreich. Jina sitzt an ihrem Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Sie liest: »Jina Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.« Im nächsten Moment begreift sie: Die junge Frau, die so heißt wie sie, ist tot. Im Feed folgen die Bilder: der Protestzug Tausender Menschen auf den Straßen, Mädchen und Frauen, die ihre Haare unverdeckt tragen, darunter auch Jinas Schwester Roya und ihre Nichte Nika.
Was als Versuch beginnt, die Gegenwart zu begreifen, wird zur Reise in die Vergangenheit. Denn die Ereignisse wecken in Jina Erinnerungen an ihre eigenen Aufenthalte im Iran: an die Gastfreundschaft der Menschen, den reich gedeckten Tisch der Tanten, die Begegnungen im Sammeltaxi, den Roadtrip zu Zarathustras Feuertempel in Yazd – und an eine geheime Liebe. Aber auch an die Proteste während der Grünen Bewegung 2009, an denen Jina teilnahm und die zur einschneidenden Lebenserfahrung wurden.
Im Herzen der Katze
ist eine Familien- und Liebesgeschichte, die Vorstellungen von Nationalität und Zugehörigkeit, von Frausein und Freiheit hinterfragt. Mit poetischer Intensität erzählt Jina Khayyer von Mut, Solidarität und Verantwortung und vom Nachklingen einer Heimat, die sich nicht abschütteln lässt.
Book Information
Author Description
Jina Khayyer ist Schriftstellerin, Dichterin, Malerin und Journalistin. In Deutschland geboren, iranischer Abstammung lebt und arbeitet sie seit 2006 in Paris und in der Provence. Sie ist Autorin für die Zeitschriften The Gentlewoman, Fantastic Man und Apartamento. Zuletzt wurden ihre Gedichte und Zeichnungen in der Kunsthalle Baden-Baden im Rahmen der Gruppenausstellung Sea and Fog (2024) ausgestellt. Im Herzen der Katze ist ihr Romandebüt.
Posts
Aktueller denn je
Jina Khayyer erzählt über den Iran, über den Kampf der Frauen für ihre Rechte und das Recht auf Selbstbestimmung, der blutig niedergeschlagen wurde. Ebenso erzählt sie von einem Land schön wie tausend und eine Nacht, über Gastfreundschaft und einer Kultur im Einklang mit der Wüste/Natur, und einer verbotenen Liebe. Ein bewegendes und sehnsuchtsvolles Buch - man möchte den Iran kennenlernen und erleben, gleichzeitig bleibt soviel Wut auf das Regime. Unbedingt lesen.
An ihrem Schreibtisch in Frankreich sitzend liest, sieht und hört die Ich-Erzählerin Jina, in Deutschland geboren mit iranischen Eltern, bei Instagram von einer Demonstration der Frauen in Teheran. Eine junge iranisch, kurdische Frau wurde dort von der Sittenpolizei zu Tode geprügelt. Das löst Reaktionen aus, sie telefoniert mit ihrer im Iran lebenden Schwester und wir lernen ihre Familie, ihre Anschauungen, Probleme, Wünsche und Hoffnungen auf freieres Leben für ihr Land und seine Menschen kennen. Und so beginnt Jina aus der Erinnerung heraus ihre persischen Erlebnisse zu erzählen. Ausschweifend, blumig und dann wieder knapp auf den Punkt erzählt Jina Khayyer ihre Geschichte. Das Buch lässt sich nicht leicht lesen. Der Schreibstil fordert Konzentration und hat auch, besonders im Reisebericht, ein paar Längen, die es mir schwer machten dran zu bleiben, trotzdem gut sind und einen Blick auf ein unbekanntes wunderschönes und von seinen Bürgern heiß geliebtes Land ermöglichen. Trotz der unterdrückenden, grausamen Diktatur. Man spürt Jinas Sehnsucht nach dem Land in dem sie nicht leben kann, ihre Hoffnung auf freies Leben für jeden Menschen. Aber auch ihre Zerrissenheit: Wo gehört sie hin und zu wem gehört sie? Jina Khayyer lässt ein Land vor den Augen der Leser entstehen, das so sehr zwiegespalten und zerrüttet ist. Wir lesen von fürchterlichen Schicksalen und stehen ohnmächtig daneben. Ein tiefgründiges Buch, das mehr Verständnis für Menschen weckt, die nicht dort leben können, wo sie möchten. Aber auch ein Beispiel dafür, wie man sich in der Fremde integriert ohne sich selbst zu verlieren. Ihre Nichte, die den Iran nicht verlassen will, sagt: "Ich bin nicht frei, aber wenigstens bin ich nicht fremd." Bleibt nur: Danke Jina für dieses Buch und "mögen deine Hände niemals schmerzen" zu sagen.
"Ein Witz ist die Decke der Wahrheit, manche Leute erfrieren, wenn sie die Wahrheit hören, also muss man die Wahrheit warm zudecken."
Am 14.01. diesen Jahres wurde durch den iranischen Sicherheitsapparat ein sogenannter -Killswitch- ausgeführt. Die iranische Bevölkerung wurde dadurch weitestgehend von der Möglichkeit zur Internetnutzung abgekoppelt. Ausgelöst durch mutige Menschen, welche erneut und anhaltend Proteste organisieren, um für ihre Rechte, ihre Freiheit und auch für ihre Wahrheiten einzustehen. Dieses Buch kann demnach nicht aktueller sein. Ich bekam es geschenkt. Als Katzenmama sollte der Titel doch zu mir passen. In keiner Weise war ich auf den Inhalt vorbereitet. Ich möchte nicht versäumen, einzuräumen, dass dieser Roman sich sicherlich auch aus vielerlei Klischees speist. Welche vor allem westlich geprägt sind. Und doch macht er auf unfassbar wichtige Themen und Lebensumstände aufmerksam. Ich wurde gezwungen hinzusehen und mich in der realen Welt besser zu informieren. Mich kritisch mit dem Buch und der Autorin selbst auseinanderzusetzen. In Online-Reaktionen werden, sicherlich auch zu recht, -die dilettantischen Herleitungen persischer Begriffe- kritisiert. (Quelle: Omid Rezaee - iranischer Journalist). Ich maße mir auch nicht an ein Land und seine politischen Gegebenheiten zu kennen, nur weil ich einen an die Realität angelehnten und eben doch fiktionalen Roman gelesen habe. Der eindringlichen Poesie von Jina Khayyer kann ich mich nicht voll und ganz entziehen. Sie hat mich spürbar berührt. Die liebevollen, bildgewaltigen Formulierungen und Landschaftsbetrachtungen und auch die grausame und unwillkürlich beschriebene Gewalt, welche manchmal nur subtil zwischen den Zeilen vorhanden ist, mich andererseits jedoch schockiert innehalten lässt, hallen nach. Nicht nur einmal werde ich mit einer klaffenden Lücke zurückgelassen und die Gedankenbilder eines möglichen Ausganges spinnen sich automatisch weiter. Ich lasse euch selbst herausfinden, welchen tatsächlichen Bezug der Titel des Buches zum Inhalt hat. Sicherlich kein Buch für zwischendurch und doch eine klare Leseempfehlung. "Schenk dir nur schöne Gedanken. Denk ans Meer. Immer wenn mich etwas bedrückt, denke ich ans Meer, ich tauche unter und schwimme, ich schwimme, bis mein Herz wieder lacht. Die Gesundheit des Herzens ist das Wichtigste. Du darfst dir von nichts und niemandem das Herz zermalmen lassen. Du trägst das Meer in deinem Herzen. Deshalb wird dein Herz zu Wasser. Herzen, die sich beugen wie das Meer, können niemals brechen."

Dass die bloße Existenz iranischer Frauen bereits als reine Provokation gelten kann, die durch Verschleierung markiert wird, um von der „westlichen Welt“ möglichst ignoriert zu werden und Glück für sie bedeutet, „nur“ ausgepeitscht zu werden, macht wütend, sprach- und fassungslos! Grausam-schockierend aber ein gleichzeitig hoffnungsvoller Selbstfindungsprozess mit sehr passender Katzen-Symbolik!
Ein sehr bewegendes und berührendes Buch "Im Herzen der Katze" der Autorin Jina Khayyer ist eines von 20 Büchern, die im August für den Deutschen Buchpreis 2025 nominiert wurden, vollkommen zu Recht. Die Autorin nimmt uns in ihrem autofiktionalen Roman mit in den Iran der Vergangenheit und der Gegenwart, es geht um den mutigen Kampf der Frauen um ihr Recht auf Selbstbestimmung und Freiheit, der vor 3 Jahren in unseren Nachrichten sehr präsent war, danach von anderen Nachrichten verdrängt wurde, aber immer noch genauso existiert. Durch den mitreißenden Schreibstil und die poetische Sprache hatte ich das Gefühl, mittendrin zu sein in den Ereignissen 2009 als auch 2022. Das Hörbuch habe ich in der ARD-Audiothek gehört, ganz wunderbar gesprochen von der deutsch-iranischen Schauspielerin Pegah Ferydoni.
Auch hier wieder: Unheimlich wichtiges Buch mit wichtiger Thematik. Vermutlich haben die Meisten die schrecklichen Bilder auf Instagram gesehen. Haben gesehen, wie Frauen, Männer und Kinder im Iran inhaftiert, geschlagen und zu Tode gekommen sind. Sie haben gekämpft und werden für ihre Freiheit weiter kämpfen. Ich hoffe, dass die unzähligen Opfer eines Tages durch ihren unbändigen Mut, den nachfolgenden Generationen ein Leben in Freiheit ermöglichen können. Häufig musste ich auch während dieses Textes Pausen einlegen, da ich sofort schreckliche Bilder im Kopf hatte. Zu oft bleibt man sprachlos, wenn man an diese Brutalität denkt. Verarbeiten kann ich solche Videos bis heute nicht. Kann nicht glauben, dass Menschen anderen Menschen solche massive Gewalt antun können. Jina Khayyer schafft es dennoch, dass man Hoffnung schöpft. Dass es Menschen, vor allen Dingen viele junge Menschen, gibt, die im Iran für ein selbstbestimmtes Leben kämpfen. Die Autorin führt uns Land und Leute vor Augen. Zeigt auf, dass die Allermeisten in Frieden und Freiheit leben möchten, dass wir uns darin -überall auf der Welt- nicht unterscheiden. Und das wir diese essenziellen Gemeinsamkeiten nie vergessen dürfen. Ich wünschte, dieses Buch hätte es aufgrund seines Inhaltes auf die Short-List geschafft. Meines Erachtens sind diese Texte sehr viel wichtiger als experimentelle Literatur. Es ist unheimlich wichtig, dass die Menschen im Iran sichtbar bleiben und nicht vergessen werden❤️.
Vom Fisch bis zum Mond Ein literarisches Highlight!
Als Jina Mahsa Amini ermordet wird, ist es für die Erzählerin, als ob sie selbst getroffen wurde. Sie liest ihren eigenen Namen in den Schlagzeilen und wird von Erinnerungen an ihre Aufenthalte im Iran, an ihre Familie und die Gastfreundschaft der Menschen überwältigt. Sie denkt über ihre Wurzeln und ihre Zugehörigkeit nach und darüber, was Heimat für sie bedeutet. In Rückblenden erfahren wir von ihrem Besuch im Iran bei ihren Tanten, von denen sie mit offenen Armen und offen Herzen empfangen wird und dort mehr über ihre Familiengeschichte erfährt. Sie unternimmt gemeinsam mit ihrer Schwester Roya eine Reise durch den Iran, dessen Umriss wie eine Katze geformt ist und stößt dabei auf die Geschichte des Landes, auf politische Proteste und auf das mutige Auflehnen für Freiheit. Dieses Buch gewährt einen Einblick in die Vergangenheit und die Gegenwart des Irans. Es erzählt von der Kultur, dem Umgang der Menschen miteinander und von der Unterdrückung der Frauen durch das Regime. Es erzählt von den mutigen Menschen, die trotz der Gefahr auf die Straße gehen und für ein selbstbestimmtes Leben kämpfen. Die Autorin findet wunderbare, poetische Worte, um ihr Land zu beschreiben, selbst wenn sie von Gräueltaten berichtet. Die Sprache ist voller Bilder, voller Zärtlichkeit und Liebe. Sie bindet oft Zitate aus alltäglicher Sprache ein. Zum Beispiel sagt man „Vom Fisch bis zum Mond“, wenn man beschreiben möchte, wie lieb man jemanden hat. Oder sie beschreibt, dass die Perser nicht nur ein Wort für „Danke“ haben, sondern verschiedene Sätze je nachdem wofür man sich bedankt. Zum Beispiel sagt man „Mögen deine Hände niemals schmerzen“ als Dankeschön für eine ausgeführte Tätigkeit. „Im Herzen der Katze“ ist ein bewegendes Buch, das mir den Zugang zum Iran geöffnet hat. Es zeigt die Schönheit Irans ebenso wie den Schmerz und die Wut. Ich habe viel gelernt, Zusammenhänge besser verstanden und manchmal fassungslos pausieren müssen. Ein wichtiges Buch! Ich habe "Im Herzen der Katze" als Hörbuch in der ARD-Audiothek gehört, wunderbar eingesprochen von Pegah Ferydoni! Große Leseempfehlung!
Dieses Buch…. Puh…. Ein absoluter Banger! Es lies mich erstaunt, sprachlos, berindruckt und entsetzt zurück. Es ist viel mehr als ein normaler Roman oder eine Familiengeschichte. Ich habe sehr viel gelernt über den Iran, die Geschichte des Iran, das aktuelle politische System und wie es dazu kam, das totalitäre Sytem der Mullahs, die Unterdrückung der Frauen, das brutale Regime, den Befreiungskampf und das Leben im Geheimen. Ich bin schwer beeindruckt von diesem Buch. Stellenweise konnte ich nicht atmen, bin absolut beeindruckt von der Stärke und dem Willen der Frauen und fühle mich selbst total klein und feige. Wenn es mehr Sterne gegeben hätte, hätte ich noch mehr gegeben. Eines meiner Bücher des Jahres!
Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an Iran, beim Lesen möchte man sofort seine Tasche packen und sich auf den Weg dorthin machen, die wunderbaren Menschen mit ihrer Gastfreundschaft, ihrer emotionalen Intelligenz und ihrer Kultur kennen lernen, möchte das Essen dort essen, die Sprache hören und den Sonnenaufgang in der Wüste betrachten. Doch gleichzeitig ist es ein furchtbar trauriges und grausames Buch, es ist kaum erträglich, was die Bevölkerung und vor allem die Frauen dort durchmachen müssen. Mit welchem Mut sie sich der unbeschreiblichen Gewalt entgegenstellen. Die Autorin ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und beobachtet mit Entsetzen, Sorge, Trauer und Schuldgefühl das Leid ihrer Schwestern in Iran - ganz besonders ihrer eigenen Schwester und Nichte, die dort leben und sich dort der iranischen Revolution der Frauen angeschlossen haben. Ich wünsche diesem tollen Buch viele Leser*innen und den iranischen Frauen wünsche ich, dass die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit größer wird und sie ihre Ziele erreichen können - auch, wenn es jetzt fast unmöglich erscheint. Das Buch wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.
Einziger kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen waren mir die Beschreibungen etwas zu detailliert, insbesondere in Bezug auf Orte und Sprache. Abgesehen davon ist es jedoch ein äußerst lesenswerter Text über das eingeschränkte Leben von Frauen im Iran, der einen die eigene Freiheit umso mehr wertschätzen lässt.
Ein wichtiges politisches Buch, das mich trotz des schweren Inhalts gut unterhalten hat
Es ist ruhig geworden, wenn es um Nachrichten aus dem Iran geht. Doch der Schein trügt. Mindestens 17 Frauenrechtsaktivistinnen sind im Juli festgenommen worden, 3 starben in den Gefängnissen. Die Geschlechterpolitik des Iran kostet vielen Frauen das Leben, doch sie hören nicht auf zu protestieren! Jina Khayyer gibt diesen Frauen mit ihrem autofiktionalen Roman eine Stimme. Die Erzählerin heißt wie sie und sieht im Fernsehen, wie 2022 die gleichnamige Jina Mahsa Amini geprügelt und festgenommen wird, weil ihr Kopftuch nicht richtig sitzt. Tage später war sie tot. Daraufhin starten Proteste, die ihresgleichen suchen und die Jina macht sich Sorgen um ihre Schwester und ihre Nichte, die in Teheran leben. Während sie versucht mit Ihnen Kontakt aufzunehmen erinnert sie sich an eine Reise, 2009 in den Iran. Der Verwandtschaftsbesuch wird zu einer Suche nach der eigenen Identität, der Kultur und der Sprache für Dinge die unaussprechlich scheinen. Jina nahm damals auch an den Protesten der grünen Bewegung teil. Sie, eine offen lesbisch lebende Frau, muss in der Heimat ihrer Vorfahren viele Kompromisse machen. Sie kann es zuerst nicht glauben, wie restriktiv das Regime auf die Einhaltung absurder Ideen besteht und mit der geheimen Polizei gegen jede noch so kleine Verfehlung mit massiver Gewalt vorgeht. Eine als Mann verkleidete Taxifahrerin klärt sie ausführlich darüber auf und bringt sie an Plätze, wo das noch mal deutlich wird. Nichts ist erlaubt, kein Gespräch zwischen Mann und Frau, kein Alkohol, keine Musik. Kein Tanz, keine Sprache jenseits der eigenen. Augenöffnend, fand ich das Gespräch über Liebe, bei dem ihr Schwester analysiert, dass der Grund für das Verbot von Liebe und Sexualität mit Kontrolle zu tun hat. Ein Staat, der das verbietet weiß, dass Menschen die körperliche Bedürfnisse ausleben dürfen, Indoktrination viel leichter durchblicken. Menschen, denen das verwehrt wird, flüchten sich in extremistische religiöse Praktiken und Anbetung von Personen, die diese blinde Unterwerfung brauchen, um ihre Macht zu erhalten. Ein interessanter Gedanke, der auch auf andere Entwicklungen übertragen werden kann, zB Trump und die extremen Evangelikalen! Viele solcher für mich neuen Thesen findet man im Text, der nicht ganz Roman und nicht ganz Fiktion ist. Die Autorin scheint ihre eigenen Erlebnisse literarisch zu verarbeiten und das ist ihr exzellent gelungen. Sie verknüpft reale Ereignisse mit einer fiktiven Geschichte, die an ihr Leben angelehnt ist. Mir hat sehr gut gefallen, wie sie die Solidarität unter Frauen beschreibt. Während sie sich in ständiger Bedrohung befinden, schaffen Sie unter dem Radar ein Gemeinschaftsgefühl, dass sie gleichzeitig stark macht. Obwohl ihr Leben täglich in Gefahr ist, versuchen Sie eine Parallelwelt im Dunklen aufzubauen. Meist gelingt Ihnen das sogar, denn sie sind viele, und sie erfinden sich immer wieder neu. Ganz nebenbei erfährt man sehr viel über die Kultur, die Geschichte und die Traditionen des Iran. Mir war schon bekannt, dass die iranische Gesellschaft im Grunde genommen eine sehr offene ist. Sie lassen sich nicht abschotten, sondern suchen sich Informationen über die Welt jenseits ihrer Grenzen. Ich habe mich früher oft gewundert, wie anders Menschen aus dem Iran sind, wenn sie mir im beruflichen Kontext begegnen. Sie lernen oft sehr viel schneller als andere fast akzentfreies Deutsch und legen großen Wert auf ein kultiviertes und gebildetes Auftreten. Manchmal sind sie von deutschen Mitbürgern nicht zu unterscheiden. In diesem Text erkenne ich die Dynamik, die genau dazu führt. Der Hunger frei und offen und unbeschadet leben zu können, scheint im Iran noch ausgeprägter zu sein als in anderen Staaten. Wenn man die Geschichte des Irans betrachtet und die Bestrebungen, die der nicht minder brutale Schah von Persien an den Tag legte – in den Kontext eins zu werden mit dem Westen setzt, wundert das nicht. Auch solche Informationen sind Teil der Lektüre. Dabei bleibt der Stil leicht, und teilweise wirkt er sogar unbeschwert, was in Anbetracht des Inhalts bestimmt keine leichte Sache war. Jina Khayyer hat mit diesem Text etwas geschafft bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es überhaupt sein darf – mich zu unterhalten und gleichzeitig unglaubliche Wut in mir auszulösen. Ich finde, das Buch ist ein würdiger Kandidat für die Shortlist. Ein Highlight, eine große Empfehlung an alle. Ich bewundere die Frauen im Iran und wünsche mir, dass sie stark genug bleiben. Ich könnte es wahrscheinlich nicht. Und wenn wir angesichts der vielen Krisenherde auf der Welt zu schwach sind, mitzukämpfen, so lasst sie uns wenigstens nicht vergessen. „Jin, Jiyan, Azadî - Frau, Leben, Freiheit“
Wow wow wow
Solche Bücher sind so wichtig! Man darf Völker und schon gar nicht deren zum Teil versch…. Herrscher über einen Kamm scheren! Was muss das für ein tolles Land mit einer unglaublichen Kultur sein. Die Autorin hat einen super Roadtrip geschrieben. Eigentlich ist es wie eine Führung durch ein Museum, eine die bei aller Abscheulichkeit viel Spaß macht, weil man sehr viel lernen kann. Das Hörbuch wird von der Schauspielerin „Yagmur Öztürk“ aus Türkisch für Anfänger gesprochen und weil Pegah Ferydoni Perserin ist, hört sich die Sprache ganz wunderbar an.
Kein einfaches Buch - schmerzhaft, stark, gewaltig, mutig
Natürlich habe ich von der Bewegung und den Protesten im Iran nach dem Tod von Jina Mahsa Amini gehört, gelesen. Und dennoch hat dieses Buch noch einen näheren Blick auf das Land, die Menschen, die Sprache, den Mut gegeben. Dieses Buch hat mich beschäftigt und hallt auch nach. Sehr empfehlenswert!
Ganz große Empfehlung!!!
Ausgangspunkt des Romans ist der Tot von Jina Mahsa Amini - wir alle haben die Bilder der jungen Frau, die von der Sittenpolizei bewusstlos geprügelt und getötet wurde, in den Nachrichten gesehen. Und auch Jina, die Erzählerin, blickt fassungslos auf ihr Handy, als sie die Grausamkeiten des Regimes durch die Augen ihrer Nichte Nika im Iran live mitverfolgt. Jina selbst ist in Deutschland geboren und lebt in Frankreich, erinnert sich aber mit voller Kraft an ihre Reisen in den Iran. Ihre Schwester Roya lebt mit Mann und Tochter dort. Diese Erinnerungen an die Aufenthalte und allem, was dabei erlebt wird, macht den Hauptteil des Romans aus. Schönheit, Kultur, Geschichte und Gastfreundschaft treffen auf Gewalt, Unterdrückung und Widerstand. Ich habe so unglaublich viel gelernt. Wie wunderschön der Iran war, wie offen das Leben, wie gleichberechtigt und stark die Frauen. Dass westlich und doch tief traditionell keine Widersprüche sein mussten. Dass Musik, Tanz und die poetische Sprache ("mögen Deine Hände nicht schmerzen" als Ausdruck für Danke) das Leben zeichnen und Gastfreundschaft und Familie über allem steht. Ich rieche die Gewürze, schmecke die süßen Zitronen, Grantapfelkerne, Datteln, Walnüsse und Pistazien und bin gleichzeitig tief beeindruckt vom unbändigen Willen der iranischen Frauen, sich der Unterdrückung und Brutalität, die seit 1979 das Land regieren, zu widersetzen - selbstimmte Frauen und nicht Eigentum sein wollen. "Unser Körper gehört dem Vater, dem Ehemann, dem Staat. Und unsere einzige Aufgabe ist die Mutterschaft. Verstoßen wir gegen diese Aufgabe, bringt die Sittenpolizei uns auf den richtigen Weg." "Ein falsches Wort und Du wirst verhaftet oder verschwindest." ... "Wer sich wehrt, verschwindet." Doch die Iranischen Frauen stehen auf, kämpfen, verbünden sich! Immer im Wissen, dass es ihren Tod bedeuten kann. Diese Bewegung darf nicht abreißen, die Welt muss hinschauen. "They are trying to bury us, but they don't know we are seeds"
Volle Empfehlung. Ein Buch über die Frauen im Iran.
Die Geschichte Jinas, die in Deutschland aufgewachsen ist und jetzt in Frankreich lebt, im Austausch mit ihrer Schwester und Nichte, die im Iran leben und für ihre Freiheit demonstrieren. Im Rückblick erleben wir ihren ersten Besuch im Iran, bei ihren Tanten und dann auf einer Rundreise. Auf der einen Seite die schönen Seiten des Landes, der Sprache, die Gastfreundschaft und auf der anderen die Sittenwächter und die ständige Gefahr. Unbedingt lesen
Vielleicht DAS Jahreshighlight 2025
Drei Generationen von Frauen im Iran, anhand dieser Frau wird eine Geschichte erzählt von Feminismus, Emanzipation und dem starken Drang nach Freiheit. Aber auch die Suche nach Liebe und der große Drang nach Selbstbestimmung sowie die Zusammengehörigkeit und die Zugehörigkeit zur Familie sind Zentraleaspkekte in dieser Geschichte. Mich hatte diese Geschichte schlicht umgehauen. Zunächst war ich vom Verlauf der Geschichte verwirrt. Starten wir in dem Jahr als dieser brutale und tödliche Angriff auf Jina Mahsa Amini geschah, wechselt die Geschichte in eine Zeitebene einige Jahre zuvor. Die Protagonistin Jina besucht zum ersten Mal ihr Heimatland und ihre dort lebende Schwester mit ihrer Familie. Und sie lernt weitere Verwandte kennen. Jina ist in Deutschland aufgewachsen und muss sich mit den Regeln die für Frauen in ihrem Heimatland gelten zunächst zu recht finden und sich selbst somit komplett verstellen. Zum Schluss des Buchs wechselt die Geschichte dann wieder zurück. Die Geschichte der Frauen hat mich unglaublich berührt. Die Geschehnisse haben mein Herz zutiefst getroffen. Bei einer Szene war es dann einfach zu viel. Ich konnte nicht mehr weiterlesen und musste erstmal weinen. Ich spüre sofort wieder die Tränen wenn ich an diese Passagen im Buch denken. Das bebt noch alles in mir nach. Für mich ein sehr berührendes Highlight.
Schmerzhafte Sehnsucht
Das Buch ist ein absolutes Lesehighlight, denn es gibt die Möglichkeit, einen Eindruck von Iran zu bekommen, das wir meistens nur aus Schreckensbildern in der Tagesschau kennen. Bemerkenswert ist, wie viel Liebe für das Land und die Menschen die Autorin transportiert. Es ist, als würde man mit ihr zusammen eine kleine Rundreise machen und alles sofort in Herz schließen, insbesondere auch die Sprache, die so wunderbar poetisch ist. Das wird dann aber immer wieder schmerzhaft gebrochen, in dem die schrecklichen Bedingungen geschildert werden, unter denen gerade Frauen leben, dabei wirkt es wie ein Damoklesschwert, was ständig über allem schwebt. Man fragt sich, wie das wirklich die Realität sein kann, umso bewundernswerter ist dann von dem Mut zu lesen, den die Frauen bei der Revolution 2022 gezeigt haben.
"Mit 9 Jahren können wir verheiratet werden, wir müssen unseren Mann hörig sein. Unser Körper gehört unserem Vater, unserem Ehemann, dem Staat und unsere einzige Aufgabe ist die Mutterschaft. Verstoßen wir gegen diese Aufgabe bringt die Sittenpolizei uns auf den richtigen Weg ..." 🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤🖤
Im Herzen der Katze ist ein Buch, das man nicht einfach liest, man kämpft sich hindurch und es hallt lange nach. Es ist die Geschichte einer Frau, die zwischen Südfrankreich und dem Iran lebt, zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und dem Drang nach Freiheit. Ausgangspunkt ist der Tod von Jina Mahsa Amini, die im September 2022 von der iranischen Sittenpolizei festgenommen und so schwer misshandelt wurde, dass sie starb. Dieser Moment wird für Jina zu einem Wendepunkt. Die Sprache der Autorin ist poetisch und zugleich von einer ungeheuren Wucht. Sie beschreibt die Allgegenwart der iranischen Sittenpolizei, die über Frauenkörper wacht wie ein dunkler Schatten. Es reicht, wenn ein Kopftuch zu locker sitzt oder eine Haarsträhne sichtbar wird, um gedemütigt, kontrolliert oder verhaftet zu werden. Diese brutale Realität macht deutlich, hier geht es nicht um Stoff oder Mode, sondern um Macht. Die Sittenpolizei ist ein Werkzeug, um Frauen das Recht auf Selbstbestimmung zu verweigern, ein täglicher Angriff auf Würde, Freiheit und Leben. Und doch ist das Buch nicht nur ein Zeugnis der Unterdrückung, sondern auch eines des Widerstands. Es erzählt von Frauen, die nicht bereit sind, sich unsichtbar machen zu lassen. Von Töchtern, Schwestern, Müttern, die ihre Stimmen erheben, obwohl sie wissen, dass es ihnen das Leben kosten kann. Es erzählt von der Kraft kleiner Gesten, die im Alltag zum Zeichen der Rebellion werden. Und es zeigt, dass Freiheit mehr ist als ein politisches Ziel, es ist eine Entscheidung, sich nicht brechen zu lassen. Was Im Herzen der Katze so bewegend macht, ist die Mischung aus persönlicher Erinnerung und politischer Realität. Khayyer schreibt nicht von außen über den Iran, sondern von innen. Als Tochter, Schwester, Beobachterin und Betroffene. Ihre Worte tragen die Trauer einer Generation, aber auch die Hoffnung auf Freiheit. Dieses Buch hat mich tief berührt. Es ist schmerzhaft und wunderschön zugleich, voller Wut, aber auch voller Zärtlichkeit. Es erinnert uns daran, dass Freiheit niemals selbstverständlich ist und dass der Kampf darum immer im Herzen beginnt.

Nach der Lektüre schwanke ich zwischen dem tiefen Drang dieses wunderschöne königliche Land zu bereisen und dem Abscheu, was dort vor sich geht, wer an der Macht ist und welche Körper täglich gefoltert werden. Jina Khayyer hat mich mit "Im Herzen der Katze" (Iran sieht aus wie eine Katze) ein Land kennenlernen lassen, dass zwischen Extremen schwankt und von Extremen regiert wird. Es passiert eigentlich gar nicht so viel. Die Autorin erinnert sich an ihre erste Iranreise. Sie ist selbst Iranerin, aber in DE aufgewachsen. Ihre Schwester lebt dort. Sie lernt auf dieser Reise das reiche kulturelle Erbe der antiken Perser kennen, aber auch die strengen Regeln der Islamischen Republik. Ausgangspunkt ihrer Erinnerung ist die Ermordung von Jina Mahsa Amini, die die bisher größten Proteste gegen das iranischen Regime auslöste. Jin, Jiyan, Azadi ✊ Frau, Leben, Freiheit ✊
Dieses Buch sollte Schullektüre sein.
Jina, die in Frankreich lebt, sieht auf Insta einen Beitrag über Jina Mahsa Amini, die im Iran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt wurde. Sofort nimmt sie Kontakt zu ihrer Familie, erst zu der Mutter in Deutschland und dann zu ihrer Schwester Roya im Iran, auf. Berichtet über ihre erste Reise in den Iran. Das Kennenlernen ihrer Tanten und deren Geschichten. Über eine Rundreise mit ihrer Schwester. Alles ist so voller Liebe und mit so schönen Worten beschrieben, dass man dieses Land kennenlernen möchte. Und doch wird immer wieder von der Unterdrückung der Frauen berichtet. Die ersten Revolutionen, bis hin zu den Protesten der Frauen, die alle gewaltsam niedergeknüppelt werden. Den Gewalttaten, insbesondere an Frauen. Was sind das für mutige Frauen, die wissen, dass sie mit ihrem Leben bezahlen werden und doch für ihre Rechte auf der Straße gehen. Ich bin dankbar, in Freiheit leben zu dürfen. Dieses Buch bestärkt mich aber noch mehr, für die Rechte von Frauen einzustehen.
!!!LESEN!!!!
WOW. DAS ist eine Pflichtlektüre. Es ist....so poetisch, grausam, dann wieder so voller Hoffnung, tragisch, komisch, WUNDERVOLL und vor allem WICHTIG. Wichtig, um zu verstehen, WARUM wir uns solidarisieren MÜSSEN. Wir MÜSSEN gegen Regime- Paterichat- UNfreiheit KÄMPFEN, es anprangern. GLEICHSTELLUNG muss unser Ziel sein. Es muss. Lest es- dann ist alle Unklarheit beseitigt. Ich las es OHNE Unterbrechung. Ich KONNTE meine Augen nicht mehr vom Buch nehmen und euch wird es gleich ergehen. Taschentücher bereit halten. ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG. Nein, es ist ein LESEMUSS.

Der Umriss Irans erinnert an eine Katze - und die Ermordung der kurdisch stämmigen Iranerin Jina Mahsa Amini 2022 katapultieren die gleichnamige Protagonistin direkt von Frankreich in das Herz ihrer Heimat, das Herz der Katze. Von ihrem Handybildschirm aus beobachtet sie die landesweiten Proteste, die der Tod der jungen Frau ausgelöst haben. Ihre Schwester und ihre Nichte befinden sich indes mittendrin in den illegalen Demonstrationen, scheinbar furchtlos nehmen sie daran teil. Jina ist voller Angst um ihre Verwandten und erinnert sich zugleich zurück an ihre erste Reise in den Iran 2000, die Besuche bei ihrer Schwester und ihren Tanten, die Geschmäcker, Gerüche und Farben, die ihr bei ihrer Rundreise begegneten. Und sie denkt an Iman, ihre geheimnisvolle Reiseführerin. Jina Khayyer erzählt in ihrem autofiktionalen Debütroman "Im Herzen der Katze" gleichzeitig von den politischen Geschehnissen im Iran, das unter der Herrschaft eines islamischen Regimes leidet, und von einer persönlichen Familien- und Liebesgeschichte, was den Roman nahbar macht. Ihre Sprache ist poetisch, selbst wenn sie von schrecklichen Gräueltaten schreibt, trotzdem lässt sie keinen Raum, den Blick abzuwenden von der Unterdrückung der Frauen im Iran und dem willkürlichen politischen System der Mullahs. Mich hat sie mit Jinas Geschichte sehr berührt, ich konnte das Buch zeitweise kaum weglegen. Einzig der Mittelteil hat sich für meinen Geschmack ein wenig gezogen, der Reisebericht geriet für mich zu lange. Jina Khayyers Debüt ist ein Buch über das Sehnen nach einer fernen Heimat, die es so, wie man es sich wünscht, aktuell leider gar nicht gibt, ein wichtiger Beitrag zum Verstehen der Geschehnisse im Iran und eine Erinnerung, nicht wegzusehen, auch wenn die Proteste rund um Jina Mahsa Aminis Ermordung in unseren Köpfen bereits wieder an den äußeren Rand gerückt sind. Eine durch und durch lohnenswerte Lektüre! Noch ein kleiner Hinweis: "Im Herzen der Katze" gibt es gerade eingesprochen von Pegah Ferydoni kostenlos in der ARD-Audiothek als Hörbuch zu hören!

Wunderbarer Einblick, aber zu sanft
Ein Land könnte so schön sein, würde es nicht von engstirnigen, fanatischen, machtbesessenen alten Mönnern regiert!! Das Buch lässt tief in eine Zeit vor autokratischer Regierung blicken, wunderschöne Landschaft und Städte mit freien Menschen, wunderbaren Familienstrukturen, Essen, feiern, lieben…. and dann gegen Ende die Angst, das Kopftuch, eingeschränkte Meinung, Umgang mit Sexualität und die Angst im Schwester, Nichte, Familie…… leider war mir das Ende zu sanft, zu emotionslos, es brodelte viel mehr in mir, als dass ich es lesen konnte. Ich habe viel gelernt und wünsche allen Frauen im Iran : Frau- Leben-Freiheit!!! Zan- Zendegi-Asadi!! Das schöne am Hörbuch war die Sprecherin, die viele Passagen in Orginalsprache lesen konnte.
Ein Buch, das nachhallt. Weil es nicht nur informiert, sondern fühlen lässt.
Zan, Zendegi, Azadi Mit Im Herzen der Katze gelingt Jina Kayyer ein Buch, das sich nicht einfach lesen lässt wie ein Reisebericht oder ein politischer Essay – sondern wie ein unmittelbares Erleben. Es zieht einen hinein in eine Realität, die gleichzeitig weit entfernt wirkt und doch erschreckend nah ist. Was zunächst fast leicht beginnt, mit Eindrücken einer Reise durch den Iran, entfaltet schnell eine unterschwellige Spannung. Die Neugier auf ein Land, seine Menschen und seine Kultur wächst – begleitet von dem leisen Wissen um die politischen Umstände, die diese Faszination zugleich begrenzen. Genau darin liegt eine der großen Stärken des Buches: Es macht spürbar, wie widersprüchlich der Blick von außen sein kann – zwischen Sehnsucht und Distanz, zwischen Entdeckenwollen und realen Risiken. Besonders eindrücklich sind die Passagen, in denen die Autorin digitale Einblicke verarbeitet – Videos von Frauen, Unterstützer:innen und Gegner:innen des Regimes. Diese Momente sind nicht bloß eingefügt, sondern klug verwoben. Sie erzeugen das Gefühl, nicht nur Beobachterin zu sein, sondern mitten im Geschehen zu stehen. Der Ton kippt spürbar, als die persönliche Ebene stärker in den Vordergrund rückt. Die Sorge um die eigene Familie im Iran verleiht dem Text eine Dringlichkeit, die weit über eine journalistische Perspektive hinausgeht. Hier zeigt sich die emotionale Wucht des Buches: Es geht nicht mehr nur um ein Land oder eine Bewegung, sondern um konkrete Menschen, um Angst, Hoffnung und das Aushalten von Unsicherheit. Was bleibt, ist ein vielschichtiges Leseerlebnis. Im Herzen der Katze ist zugleich spannend und traurig, aufrüttelnd und berührend. Es erzählt von Mut – insbesondere von Frauen und jungen Menschen, die für Veränderung kämpfen – und macht dabei die Zerbrechlichkeit dieser Hoffnung sichtbar.
Über den Mut der unterdrückten Frauen in Iran. Der Anfang hat mich extrem gefesselt. Im zweiten Teil ging es um die Reise durch Iran, teils langatmig. Der dritte Teil schildert die brutale Niederschlagung der Aufstände. Es ist eine Aneinanderreihung der Brutalität gegen Frauen. Mir persönlich fehlt im Buch eine zweite Perspektive, so zum Beispiel wäre es interessant zu lesen, weshalb die regimtreuen Frauen so handeln, wie sie handeln. An entscheidenden Stellen bricht die Erzählung ab und überlässt das Weitere den Lesern und Leserinnen.
Ein starkes Buch über den Mut von Frauen im Iran die für ihre Freiheit kämpfen.
Anfangs haben mich die wechselnden Zeitebenen etwas verwirrt, doch die Geschehnisse haben mich tief berührt. Die Autorin beschreibt mit einer Sprache voller Sehnsucht die Schönheit und den Schmerz ihres Landes und hat mir so den Zugang zum Iran geöffnet. Ich habe viel gelernt und Zusammenhänge besser verstanden. Schade, dass das Buch es nicht auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat, denn es ist ein sehr wichtiges Buch das unbedingt gelesen werden sollte.
Die Autorin bringt dem Leser den Iran und seine Menschen näher. Sehr ergreifend und emotional.
Beim Lesen des Buches hat sehr oft mein Herz geschmerzt. Man taucht ein in den Iran, seine Geschichte, seine Schönheit aber auch in die brutale Unterdrückung der Frau. Mir war so vieles nicht bekannt und bewusst und lässt mich jetzt mit anderen Augen besonders auf iranische Fratzen blicken. Eine sehr emotionale Geschichte, die mich aber auch wütend zurück gelassen hat.
Starkes Buch mit grausamem Bezug zu den aktuellen Verhältnissen im Iran
Stellenweise konnte ich fast nicht weiterlesen. Khayyer schildert den Alltag der mutigen Frauen im Iran mit Bezügen zu ihrer eigenen Geschichte. Danach schaut man mit einem anderen Blick auf die tagesaktuellen Nachrichten von dort.
Wechselbad der Gefühle
Es ist so wunderschön wie unerträglich. Jina reißt in das Land ihrer Herkunft und begegnet ihrer Familie und dem Land ihrer Abstammung. Die Begegnungen sind so herzlich die Sprache so blumig die Landschaft so wunderschön. Aber schon bei dieser Reise erlebt sie die permanente Bedrohung der Terrorregims. Später hilft sie, die brutalen Videos die ihre Nichte von der Revolte der Frauen in Teheran schickt zu veröffentlichen. Ich habe eine Ahnung bekommen warum diese Frauen dort bleiben, gleichzeitig bin ich erschüttert was sie erdulden. Ein unbedingt empfehlenswertes Buch.
ZAN, ZENDEGI, AZADI Wer noch nicht begriffen hat worum es der großen Mehrheit der Menschen, besonders den Frauen, im Iran geht kann es in diesem Buch erleben. Die Geschichte ist wunderschön erzählt, bringt uns an einige schöne Orte (es gibt unendlich viele mehr)in diesem Land, lässt uns die Schönheit dieser Sprache begreifen und wir lernen diese so starken und außergewöhnlichen Menschen kennen. Wir sehen auch das was dieses Terrorregime mit den Menschen dort macht. Grausam, gnadenlos und für Europäer oft unbegreiflich. Ein Buch das klug macht und mich weinend zurück gelassen hat. ZAN, ZENDEGI AZADI
Ein Einblick ( Longlist Deutscher Buchpreis 2025)
Die Geschichte erzählt hauptsächlich die Reise einer in Deutschland aufgewachsenen Iranerin, die noch in einigermassen ruhigen Zeiten ihre Schwester und Familie in Teheran besucht. Das Regime beginnt immer mehr Druck auf die Gesellschaft aufzubauen, aber man bekommt auch Einblick in eine Zeit, bevor die Revolution begann. Am Ende natürlich die offene Frage: was passiert? Können die Frauen mit ihren Protesten und Aktionen etwas bewirken oder wieviele werden noch misshandelt, eingesperrt oder getötet werden??
Ein berührender Roman über das Erschütternde des Alltäglichen in einem Regime
Was für ein berührender, erschütternder Roman, der sich wie ein Memoire liest. Ich habe beim Lesen bzw. Hören geweint um dieses fremde, ferne Land, um seine Mütter und seine Töchter, um seine Sänger:innen, Tänzer:innen und seine Dichter:innen, um seine Schönheit und seine Weinberge. Einige Längen am Ende des ersten Drittels brachten meine Lektüre zwar ziemlich zum Stocken, doch der Wechsel zum Hörbuch hat die Lektüre für mich neu in Gang gebracht. Iran ist nur eines der vielen Länder, dessen Umgang mit Demokratie und vor allem Frauen mich oft, aber eben auch oft nur recht kurz aufgrund medialer Berichte berühren und erschrecken. Oft schon mit dem Wetterbericht lande ich wieder sanft in meiner kleinen, privilegierten Welt. Die Darstellung des Lebens der beschriebenen Charaktere (vor allem der Frauen, aber auch Männer) in Iran, das Selbstverständliche des Lebens unter dem Mullah-Regime, die permanente Präsenz der Revolutionsgarde - all das hat mir das Buch deutlich näher gebracht als jeder Nachrichtenbericht. Das Erschreckende im Alltäglichen hat mich tatsächlich mehr berührt als einzelne dramatische Ereignisse. Ich kann diesen bewegenden Debütroman (wie auch das Hörbuch) sehr empfehlen.
In Im Herzen der Katze von Jina Khayyer geraten Gegenwart und Erinnerung in Spannung: Als Jina Mahsa Amini ermordet wird, sieht die Protagonistin Bilder der Proteste und erkennt ihre eigene Familie wieder, und zugleich ihre eigene Geschichte. Eine poetische Reise zwischen Exil, Heimat und dem Mut zur Freiheit, die mich sehr in ihren Bann gezogen hat.
Ein Hommage an den Iran
‚Iran ist eine Katze. Das linke Ohr markiert die Grenze zur Türkei, auf der linken Ohrenspitze sitzt Armenien, auf dem rechten Ohr liegt Aserbaidschan… in ihrem Herzen schlägt die Wüste, die heißeste Wüste der Erde‘ Dieses Buch ist eine Hommage an den Iran, an seine Menschen und an den Freiheitskampf der Frauen. „Jina sitzt an ihrem Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Dann liest sie: ‚Jina Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.‘“ „Was zunächst als Versuch beginnt, die Gegenwart zu begreifen, wird zu einer Reise in die Vergangenheit. Die aktuellen Ereignisse wecken in Jina Erinnerungen an ihren Aufenthalt im Iran: an die Gastfreundschaft der Menschen, die reich gedeckten Tische ihrer Tanten, Begegnungen im Sammeltaxi, den Roadtrip zu Zarathustras Feuertempel in Yazd – und an eine geheime Liebe. Aber auch an die Proteste während der Grünen Bewegung 2009, an denen sie teilnahm und die zu einer prägenden Lebenserfahrung wurden.“ Besser hätte ich den Inhalt des Buches nicht zusammenfassen können – deshalb habe ich mich für dieses Zitat entschieden. Im Herzen der Katze erzählt eine Familiengeschichte und zugleich die Geschichte des Iran. Es geht um Wurzeln, um die Liebe zu einem Land, aber auch um Frausein und Freiheit im islamischen Staat. Das Buch öffnet den Blick für ein Land jenseits politischer Schlagzeilen – ein Land, das man lieben lernt. Die Passagen, in denen der Iran beschrieben wird, sind von poetischer Schönheit. In ihnen schwingt eine tiefe Verbundenheit mit dem Land und seinen Bewohner*innen mit. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, selbst auf Reisen zu sein – mittendrin. Ich spreche eine große Leseempfehlung für dieses wunderbare Buch aus.
Im Herzen der Katze ist so ein tolles Buch, das nicht nur den Nerv der Zeit trifft, sondern auch viel Mut macht, sich niemals einschüchtern zu lassen und sich nicht von den Ängsten und Ideologien anderer vom eigenen Weg abbringen zu lassen. Und dann beschreibt dieses Buch auch noch so schön den Iran, dass ich unbedingt einmal dorthin reisen möchte und mich durch die iranische Küche probieren möchte.
Eine berührende Geschichte über Familie, weibliche Solidarität und die Revolution der Frauen im Iran |
Im Herzen der Katze ist eine Familien- und Liebesgeschichte, die Vorstellungen von Nationalität und Zugehörigkeit, von Frausein und Freiheit hinterfragt. Mit poetischer Intensität erzählt Jina Khayyer von Mut, Solidarität und Verantwortung und vom Nachklingen einer Heimat, die sich nicht abschütteln lässt Es ist Nacht in Südfrankreich. Jina sitzt an ihrem Schreibtisch, das Telefon in der Hand. Im Sekundentakt aktualisiert sich ihr Instagram-Feed. Sie liest: »Jina Mahsa Amini wurde in Teheran von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt.« Im nächsten Moment begreift sie: Die junge Frau, die so heißt wie sie, ist tot. Im Feed folgen die Bilder: der Protestzug Tausender Menschen auf den Straßen, Mädchen und Frauen, die ihre Haare unverdeckt tragen, darunter auch Jinas Schwester Roya und ihre Nichte Nika. Was als Versuch beginnt, die Gegenwart zu begreifen, wird zur Reise in die Vergangenheit. Denn die Ereignisse wecken in Jina Erinnerungen an ihre eigenen Aufenthalte im Iran: an die Gastfreundschaft der Menschen, den reich gedeckten Tisch der Tanten, die Begegnungen im Sammeltaxi, den Roadtrip zu Zarathustras Feuertempel in Yazd – und an eine geheime Liebe. Aber auch an die Proteste während der Grünen Bewegung 2009, an denen Jina teilnahm und die zur einschneidenden Lebenserfahrung wurden
Zwischen Safran, Straßenprotesten und Herzklopfen
Nachtgedanken, Instagram-Scrollen und plötzlich knallt dir die Realität mitten ins Gesicht – so startet Jina Khayyer in Im Herzen der Katze und das Ding hat mich sofort gepackt. Da sitzt man da, denkt an nichts Böses, und plötzlich stolpert man in eine Mischung aus Familiengeschichte, politischem Brennglas und poetischem Fiebertraum. Das liest sich wie eine Erinnerung, die man nie selbst hatte, die sich aber trotzdem in die eigene Haut brennt. Die Autorin zieht einen zwischen Südfrankreich und Iran hin und her, und ich schwöre, manchmal hatte ich das Gefühl, mit ihr im Taxi zu hocken oder am Esstisch der Tanten zu sitzen. Diese Bilder sind so plastisch, dass du fast den Duft von Safran und gegrilltem Fleisch in der Nase hast. Und dann wieder dieser Cut – Proteste, Straßendemonstrationen, die Gewalt der Sittenpolizei. Zack, Herzklopfen, Schweißhände. Es ist diese Spannung zwischen Wärme und Bedrohung, die den Text so krass lebendig macht. Humor blitzt immer wieder durch, manchmal still, manchmal bissig, als wollte Khayyer sagen: „Ja, das Leben ist ernst, aber wer den Witz darin nicht sieht, hat schon verloren.“ Und genau das rettet einen beim Lesen, weil die Schwere sonst wie Blei auf die Brust drückt. Was mich echt beeindruckt hat: Sie stellt große Fragen – Zugehörigkeit, Freiheit, Mut – ohne dass man sich belehrt fühlt. Stattdessen wird man reingezogen, denkt mit, fühlt mit, stolpert mit. Am Ende sitzt man da, schließt das Buch und weiß: Dieses Herz der Katze schlägt auch in mir nach. Keine Ahnung, wie sie das macht, aber es ist verdammt große Kunst. Fazit: Politisch, persönlich, poetisch – und trotzdem so nahbar, dass man beim Lesen eher einen Roadtrip mit einer Freundin als eine schwere Lektüre erlebt. Für mich ganz klar: fünf Sterne und ein dickes „Wow“.






















































