Ich bleibe hier

Ich bleibe hier

Hardback
4.1370
BergdorfWiderstandNationalsozialismusFlucht

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Description

Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Die Leute werden vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
288
Price
22.70 €

Author Description

Marco Balzano, geboren 1978 in Mailand, ist zurzeit einer der erfolgreichsten italienischen Autoren. Er schreibt, seit er denken kann: Gedichte und Essays, Erzählungen und Romane. Mit seinem Roman ›Das Leben wartet nicht‹ gewann er den Premio Campiello. Mit ›Ich bleibe hier‹ war er nominiert für den Premio Strega, in Italien und im deutschsprachigen Raum war das Buch ein großer Bestseller. Er lebt mit seiner Familie in Mailand.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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Pace

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Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%
Minimalistisch (100%)

Posts

76
All
4.5

Interessant. Die Geschichte Südtirols spiegelt sich hier im kleinen im bäuerlich geprägten Dorf wieder. Der Wechsel der Politik und Zugehörigkeiten, der 2. Weltkrieg, alles spiegelt sich hier in der Erzählung Trinas wieder. Zunächst kursorisch und zum Ende detaillierter spielt der Bau des Staudamms und der Verlust des Dorfes eine Rolle, dies hätte ich mir ausführlicher gewünscht aber als Bewohner des Ortes ist es wahrscheinlich auch erst am Ende ins Bewusstsein gerückt, dass man seine Heimat verliert.

4

"Ich bleibe hier" ist eine gelungene Mischung aus Historischem und Fiktion, ein interessantes Stück Zeitgeschichte, das einnimmt, schockt und berührt. Es stimmt sehr traurig, wenn man schon zu Anbeginn eines Buches weiß, dass die Geschichte für diese Region nicht gut ausgehen wird. Der eher nüchterne und klare Schreibstil passt hervorragend zu diesem Roman, der auf wahren Begebenheiten basiert und eine Geschichte erzählt, die berührt und aufwühlt.

5

Ganz ganz große Leseempfehlung für dieses Buch!!!! Ich war noch nie in Südtirol, aber der Kirchturm der aus dem See ragt ist mir natürlich von Bildern her bekannt. Mit der Geschichte dahinter habe ich mich allerdings noch nie befasst. Dieses Buch ist leicht zu lesen, sehr flüssig geschrieben und man lernt auch noch was dabei!!!

4

Der unaufgeregte Schreibstil steht in direktem Kontrast zu der tragischen Geschichte dieses Tiroler Landstrichs. Das Leid der Menschen berührt und der Autor nimmt den Leser mit in eine grauenvolle Zeit.

5

Das Cover stimmt mich bereits traurig, es nimmt einen Teil des Endes bereits vorweg. Balzano schreibt über den Verlust der Heimat, über die traurige Geschichte des Ortes Graun in Südtirol, über die verlustreiche Familiengeschichte von Trina. Starke Protagonistin, interessante ruhige Erzählweise.

5

Ein überaus gut recherchierter Roman in Form eines Briefes an die eigene Tochter, die das Dorf Graun vor der Überflutung / Bau des Staudammes verlassen hat, ohne den Eltern etwas zu sagen. Der Roman handelt von einer Region ( Alto Adige - Südtirol) und Zeit der einzigen in Europa, in der Faschismus und Nationalismus bruchlos aufeinanderfolgten. Wenn man wie ich selbst als Tourist 23 , wie der Autor anmerkt, als Sommerfrischler den im Stausee aus dem wasserragenden Kirchturm betrachtet und Fotos davor macht und unbekümmert weitergeht, machen sich wahrscheinlich viele keine Gedanken über die Schicksale der Menschen, die damals dort vertrieben wurden. " Als wären unter dem Wasser nicht die Wurzeln der alten Lärche, die Fundamente unserer Häuser, der Platz, auf dem wir uns versammelten. Als hätte es die Geschichte nicht gegeben. Der Autor schafft es in diesem geschichtsträchtigen Roman darüber nachzudenken was es bedeutet vertrieben zu werden, was es bedeutet zu kämpfen und dass es manchmal die einzige Lösung ist weiterzuleben, indem man sich verändert und nicht erstarrt. Ein Roman den ich als sehr lesenswert empfinde

5

"Anfang 1942 bekam ich keine Briefe mehr. In manchen Nächten träumte ich, ich sähe Erich gemeinsam mit dir zurückkehren. Hand in Hand kamt ihr die Straße entlang, die von der Schweiz herführte." Die emotionale Familiengeschichte, erzählt von der Mutter, gerichtet an die verlorene Tochter, ist ein zutiefst berührendes Drama der Kriegszeit in Südtirol. Es geht um Verlust, Misstrauen, Identität, Macht und verlorene Heimat. Eine sehr traurige Geschichte über einen untergegangenen Ort und seine Bewohner.

4

Historisch wirklich spannend wie anhand des tragischen Schicksals einer Bauernfamilie der Untergang eines Südtiroler Dorfes erzählt wird. Der eher neutral wirkende Schreibstil steht stark in Kontrast mit dem emotional aufgeladenen Inhalt. Insgesamt ein tolles, lehrreiches Buch!

4

Bewegend, teilweise sogar niederschmetternd

Ich wollte dieses Buch eigentlich schon im Urlaub am Reschensee lesen, den ich zuletzt gemacht habe. Aber auch ohne, dass ich da war um in der Gegend zu sein, indem die Dörfer Reschen und Graun einst standen, fand ich das Buch sehr bewegend. In der Zeit der Handlung des Buches stattfindet, ist wirklich viel Leid durch Faschismus, Nationalsozialismus und Bau des Stausees über die Menschen in Graun und Reschen ergangen. Falls ich noch mal da sein sollte werde ich sicherlich mit anderen Augen auf den Kirchturm im Wasser schauen.

5

Als Kind im Urlaub immer wieder dort gewesen, wollte ich die Geschichte dieses Ortes erfahren und habe mit dem Buch deutlich mehr als dies erhalten.

Eine Geschichte über Trennung, Verlust und Neuanfang. Und das unglaubliche Ereignis eines Stauseebaus. Ein tief berührend geschriebenes Buch, im Mittelpunkt die Hauptfigur Trina, die so beeindruckend stark ist in allem was sie erlebt, erleidet und erträgt. Ein Buch, das Faschismus und Nationalsozialismus in ihrer Grausamkeit ungeschönt darstellt und, dass Konzerne und Machthaber niemals auf Einzelschicksale Rücksicht nehmen, wenn es um Reichtum und Macht geht. Ein Buch, das nachhalt.

5

Ein stiller Roman, der bewegend die Geschichte der Dörfer Reschen und Graun anhand einer Familie erzählt. Eine Geschichte, die vor Unrecht schreit und die ich doch vorher nicht kannte. Kein Buch mit Sogwirkung. Aber ein lesenswertes stilles Plätschern.

5

Bewegendes Buch aus Südtirol

Trina lebt in Graun, einem kleinen Bauerndorf in Südtirol. Ihr Leben ist nicht leicht: die deutschsprachigen Tiroler werden unter Mussolini unterdrückt, sie darf nicht als Lehrerin arbeiten, ihre Tochter verschwindet. Dann kommt der Krieg und gefährdet Mann und Sohn, sie leben lange in Armut und Hunger. Und bleiben dennoch in ihrem Dorf, deren andere Einwohner fortwährend wegziehen und woanders ihr Glück versuchen. Das Alles geschieht im Schatten des Staudammbaus, der sich über Jahrzehnte hinzieht und immer wieder abgebrochen und verschoben wird. Erst als es zu spät ist, begreifen die Bewohner des Dorfes, was passiert und dass ihr Dorf untergehen wird. Die Geschichte des Dorfes Alt-Graun, deren Kirchturm noch immer im Rechensee steht, während das Dorf längst verschwunden ist. Ein bewegendes Buch, das sich wunderbar liest.

5

Ein sehr interessantes Buch über Südtirol

Trina wächst direkt am Reschenpass auf. Als Mussolini Südtirol in Beschlag nimmt, darf sie nicht mehr als Lehrerin arbeiten. Viele ihrer Bekannten wandern nach Österreich oder Deutschland aus, weil man als Südtiroler*in kaum noch Arbeit findet. Trina jedoch beschließt zu bleiben – sowohl als die Nazis kommen, als auch, als das Staudamm-Projekt immer konkreter wird. Marco Balzano ist ein höchst interessanter Roman gelungen, der historischen Hintergrund mit einem persönlichen Schicksal verbindet. Vieles war mir zuvor nicht bewusst! Das Buch ist flüssig und eindringlich geschrieben – man fliegt regelrecht durch die Seiten. Die Protagonisten wirken authentisch und sympathisch. Ein Werk, das einem ein wichtiges Stück Südtiroler Geschichte sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die Bewohner näherbringt. Große Leseempfehlung!

5

Lehrreicher Unterhaltungsroman

„Ich bleibe hier” erzählt die bewegende Geschichte von Trina, die in einem idyllischen Südtiroler Bergdorf lebt, das jedoch während der Jahre 1939 bis 1943 von politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt ist. Der Roman schildert eindrucksvoll, wie die Menschen vor die Wahl gestellt werden: nach Deutschland auszuwandern oder in Italien zu bleiben und als Bürger zweiter Klasse zu leben. Trina entscheidet sich für ihr Zuhause und kämpft auf ihre eigene Weise gegen die Unterdrückung. Der Roman ist ruhig erzählt und besticht durch eine eingängige Sprache, die den Leser in die Atmosphäre des Bergdorfs eintauchen lässt. Besonders beeindruckend ist die Darstellung von Trinas Widerstand, sei es durch heimlichen Unterricht oder den Kampf gegen den geplanten Stausee, der ihre Heimat bedroht. Die Geschichte spannt den Bogen von den Anfängen der Zwangsitalienisierung über den Zweiten Weltkrieg bis in die Nachkriegszeit und vermittelt dabei wichtige historische Hintergründe. Der Lehrreiche Unterhaltungsroman bietet nicht nur eine fesselnde Erzählung, sondern auch Einblicke in eine bewegte Zeit, die heute noch nachwirkt. Die ruhige Erzählweise macht das Buch zu einer angenehmen Lektüre, die zum Nachdenken anregt. Insgesamt ist “Ich bleibe hier” eine gelungene Mischung aus Historie, Heimatliebe und Widerstand, die sowohl unterhält als auch bildet. Für Leserinnen und Leser, die sich für die Geschichte Südtirols und persönliche Geschichten des Widerstands interessieren, ist dieses Buch sehr zu empfehlen.

Lehrreicher Unterhaltungsroman
4.5

Der Titel ist Programm: “Ich bleibe hier” beschreibt den erklärten Willen der Protagonistin, sich weder dem Willen der italienischen Faschisten noch Hitler-Deutschland zu beugen. Die dramatische Handlung von den aufrüttelnden Kriegsereignissen bis hin zur Flutung des Dorfes steht in krassem Gegensatz zur lakonischen Sprache des Romans, die immer wieder subtile Assoziationen hervorruft. Dieser Roman kommt leise daher - und erschüttert doch gleichermaßen. Ich fand es sehr spannend, die Perspektive der Menschen des Südtiroler Dorfes einzunehmen, die hin- und hergerissen zwischen Zwangsitalianisierung und Nazi-Regime letztlich alles verlieren. Ein historischer Kontext, mit dem es sich zu beschäftigen lohnt. Das individuelle Schicksal von Trina und ihrer Familie hat mich mitgenommen, nicht zuletzt durch die besondere Sprache des Romans.

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5

Vorbei mit der Idylle

Das Leben im Vinschgau könnte so unbeschwert sein. Ein kleines malerisches Dorf in den Südtiroler Bergen. Doch eines Tages werden die Bewohner vor die Wahl gestellt, entweder nach Deutschland auszuwandern, oder wenn sie hier bleiben wollen, nur noch italienisch zu sprechen. Dies sieht Trina, eine junge Lehrerin gar nicht ein, und unterrichtet heimlich in Verstecken, weiter Deutsch. Und dann soll auch noch ein Staudamm gebaut werden, und die Anwohner müssen ihre Häuser verlassen. Es entsteht Widerstand gegen die gierigen, rücksichtslosen Unternehmer. Wenn ich das Cover betrachte, mit dem im Wasser stehenden Kirchturm, stimmt mich das sehr traurig ob dieser Behandlung dieser Menschen in der ehemalig idyllischen Gegend. Ein Buch, leider authentisch, man will das gar nicht wahrhaben was damals passiert ist.

3

Der Kirchturm im Reschensee ist mir bestens bekannt, da ich hier schon oft vorbei gefahren bin. Auch die Geschichte dahinter war mir einigermaßen bekannt. Deshalb habe ich ein sehr dramatisches Buch erwartet aber irgendwie war es mir zu nüchtern und distanziert geschrieben. Erst die letzten beiden Kapitel waren sehr ergreifend. Ich selber würde mich einer Zwangsräumung wohl auch bis zum bitteren Ende widersetzen. Nur wenige Kilometer von meinem Heimatort entfernt gab es etwa zeitgleich ebenfalls eine Zwangsräumung. Hier musste der kleine Ort Gruorn der Erweiterung des Truppenübungsplatzes weichen.

4

Der Untergang eines südtiroler Dorfes erzählt anhand einer fiktiven Bauernfamilie, unterfüttert mit historischen Fakten. Sehr interessant!

5

Prägnante und kompakte Geschichtsvermittlung "Wörter konnten nichts ausrichten gegen die Mauern, die das Schweigen errichtet hatte. Sie sprachen nur von dem, was es nicht mehr gab. Also war es besser, wenn keine Spur davon blieb." (S. 203) Dieses Gefühl hatte ich mehrfach beim Lesen von "Ich bleibe hier" von Marco Balzano. Trifft es doch auch das im Kern, was Trina (Ich-Erzählerin) in ihrem Brief an ihre verschwundene Tochter (teilweise) empfindet und entsprechend handelt. Das ist nämlich einer der (Haupt-)Erzählstränge des Romans. Der andere Erzählstrang erzählt die Geschichte des „Kirchturms, der aus dem Wasser ragt“. Was jedes Jahr tausende von Touristen nach Norditalien lockt, hat eine durchaus tragische Hintergrundgeschichte, derer sich Marco Balzano angenommen hat – auf dass sie nie vergessen wird. Stecken doch Willkür, Gewalt und menschliche Schicksale hinter der vermeintlichen Idylle des Reschensees. Beide Erzählstränge verbindet Marco Balzano zu einem komplexen Ganzen, dass nur vordergründig durch leicht zu lesende Prosa – äh, leicht daherkommt. Erst im Detail, nämlich wenn die geneigte Leserschaft die Buchstaben, die zu Worten werden, die sich zu Sätzen vereinen, „entdecken“ und sezieren, offenbart sich das schwere Schicksal der Bewohner*innen von Graun. So wurden sie von 1939-1943 vor die Wahl gestellt: entweder auswandern oder sich den italienischen Faschisten unterordnen – und das mit allen Konsequenzen. (Die fiktive) Trina und ihre Familie sagt „Ich bleibe hier“ und richtet sich ihr Leben zwischen Faschismus, Arbeitsverbot und anderen Repressalien ein. Das bleibt nicht ohne Folgen… Nach dem Krieg wird ein vor dem Krieg begonnenes Projekt wiederaufgenommen: ein Staudamm soll gebaut werden und damit geht die Vertreibung der Bewohner Grauns weiter. Auch wenn Beteuerungen á la "Niemand hat je behauptet, dass wir es fluten werden." (S. 224) die Menschen beruhigen sollen – na, werden da Erinnerungen an einen ähnlich gelagerten Satz wach? Trina und ihre Familie stemmen sich vehement gegen dieses Projekt, doch was kann das „gemeine Volk“ schon gegen habgierige Unternehmer und korrupte Politiker ausrichten? Eben – nichts. Und so müssen sich die Grauner Einwohner mit läppischen Entschädigungen zufriedengeben, das Dorf verschwindet in den Fluten und es bleibt nur der aus dem Wasser ragende Kirchturm übrig… Marco Balzano gibt den Bewohnern von Graun eine Stimme, erschafft mit seinem Roman eine anerkennungswürdige Erinnerungskultur und schafft es so, dass sich (zukünftige) kritisch-fragende Touristen an die Schicksale derer erinnern, die dort eine Heimat hatten und vertrieben wurden. Glasklare 5*. ©kingofmusic

4

Spannend kurzweilig und historisch Interessant. Die Geschichte des "verschwundenen" Südtiroler Dorfes Graun wird anhand einer Familie erzählt. Die Bewohner des Dorfes sind Leid geplagt. Zwischen Italien und Südtirol, Mussolini und Hitler. Gehen oder Bleiben, zum Schluss nimmt der Staudamm die Antwort ab.

4

📝„Aus jener Zeit ist mir die Dunkelheit im Haus in Erinnerung geblieben“ (S.74) 📝„Es war Schicksal, dass [die Vergangenheit] eine offene Wunde bleiben würde.“ (S.216) 📖 „Ich bleibe hier“ handelt von Trina, einer Südtirolerin aus Graun, die in sorgenvollen Zeiten ihre persönlichen Berufsträume begraben muss und versucht, ihre Familie zusammenzuhalten. Sehr große Herausforderungen sind für sie und ihre Mitbürger die politischen Maßnahmen des faschistischen italienischen Regimes - vor allem dessen Pläne, einen Staudamm zu errichten und somit ihren Heimatort untergehen zu lassen. Zudem bringen die schlimmen Auswirkungen der anschließend aufkommenden Macht der deutschen Nationalsozialisten Dunkelheit in das Leben ihrer Familie. 💭 Ein eindringliches Werk von Balzano über Machtmissbrauch, Hoffnung sowie eine faszinierende Region. Der Roman liefert für mich als Außenstehenden eine Möglichkeit, etwas über diesen Konflikt zu verstehen. Daher aus meiner Sicht ein bereicherndes Buch und eine Leseempfehlung.

4.5

Beeindruckend

Ein wirklich beeindruckendes Büchlein, das schnell gelesen war, wollte man doch das Schicksal der Südtiroler rasch erfahren. Der Schreibstil war sehr angenehm, hat jedoch der Dramatik um die Orte Reschen und Graun keinen Abbruch getan.

5

Ganz toller Roman über die damaligen Geschehnisse am Reschensee und die politische Lage des Vinschgau. Mich hat es unheimlich bewegt wie sich die Menschen in dieser Zeit dort gefühlt haben müssen und wie mit ihnen umgegangen wurde. Sehr erschreckend.

5

Die Geschichte der Alpen Dörfer die dem Staudammbau in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu Opfer fielen erzählt aus der Sicht einer italienischen Familie. Sehr ergreifend und anschaulich geschrieben.

Heute kennen wir die riesigen Bauwerke im Alpenraum die als Staudämme dienen und die Grundlage für Wasserspeicher und Stromerzeugung bilden. Die Geschichte dahinter ist nicht bekannt und wie damals mit einer unfassbaren Anzahl von Arbeitern dieser Kraftakt erlegt wurde, welche Dörfer dadurch von der Landkarte verschwanden und mit ihm hunderte Einzelschicksale die einem größeren Anliegen geopfert wurden. Auch mit welcher Schnelligkeit die Bauwerke errichtet wurden ist heute, Angesicht dessen welche Fortschritte die maschinelle Unterstützung am Bau in den vergangenen Jahren gemacht hat ist es kaum begreiflich wie die Dämme so schnell errichtet wurden. Leider zählte die Meinung der Anwohner wenig und die Bürgerinitiativen hatten nicht den Stellenwert wie er heute ist. Der Familien Epos der sich im Vinschgau um die historischen Ereignisse rankt, ist keine reale Familiengeschichte sondern vom Autoren gut konstruiert und nach eigener Aussage an der Historie aber nicht an realen Personen orientiert. Klare Leseempfehlung, vor allem wenn man den Alpenraum und seine unbekannten Geschichten um die Bevölkerung, die mehrere Kriege und damit auch mehrere Wechsel der Nationalität und Identität erlebt haben, lesen möchte.

5

Ein tolles Buch, super interessantes Thema und sehr angenehm flüssig geschrieben. Ein Roman "zum reinziehen".

Interessante Geschichte, die ich bisher nur am Rande kannte.

4

Südtirol bringe ich immer in Verbindung mit gutem Essen, Urlauben, Berge und darin umher wandern. Ich weiß, dass die Südtiroler sich nicht als Italiener sehen, sondern eher uns Deutschen zugewandt sind. In Ich bleibe hier erzählt der Autor eine traurige Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Ich bin mir sicher fast jeder hat schon einmal vom Reschensee gehört. Oft sieht man ihn auf Urlaubsfotos mit lachenden Menschen, die sich vor dem Kirchturm, der aus dem Wasser ragt, fotografieren. In Ich bleibe hier geht es um Trina, die in dem Dorf Graun aufgewachsen ist, und lebt. Sie verbringt ihre freien Tage mit ihren Freundinnen am Fluss. Sie beginnen zusammen eine Ausbildung zu Lehrerinnen. Und dann kommt Mussolini. Die Faschisten verbieten ihnen deutsch zu sprechen. Ab diesem Zeitpunkt ist die Amtssprache Italienisch. Trina schließt sich dem Untergrund an und begehrt dagegen auf. Voller Vorfreude begrüßen die Menschen in Graun die Deutschen, die einmarschieren unter Hitler. Sie erhoffen sich die Befreiung von Mussolini und dass sie endlich wieder als Amtssprache Deutsch haben dürfen. Trina verliert ihr Kind, flieht in die Berge, überlebt grauenhafte Geschehnisse und kämpft immer wieder damit, dass sie hier geblieben ist. Wenn ihr euch nicht mit der Politik beschäftigt, beschäftigt sich die Politik mit euch! Seite 31 Es wird schon seinen Grund haben, wenn Gott uns die Augen vorne eingesetzt hat! Das ist die Richtung, in die wir schauen müssen, sonst hätten wir die Augen an der Seite wie die Fische! Seite 95

5

Erschienen bei Diogenes, aus dem Italienischen von Maja Pflug. 304 Seiten in der DIOGENES DELUXE Ausgabe. Als Berge- und Tirol-Liebhaber hatte ich dieses Buch sofort im Blick, als ich das Cover gesehen habe. Wer sich ein wenig mit der Geschichte Tirols und Südtirols auseinandergesetzt hat, der weiß, wofür dieser aus dem Wasser ragende Kirchturm steht; für ein Unding in der Geschichte Südtirols bzw. Italiens. Es führt hier zu weit, die Geschichte Südtirols auszuführen. Wer interessiert ist, schaut sich den WIKIPEDIA-Eintrag zu Südtirol an - und findet dort u.a. die Abschnitt „Kriegsjahre und Diktaturen“ sowie „Nachkriegszeit und Autonomie“. Diese umfassen im Wesentlichen die Zeit, in welchem die vorliegende Geschichte spielt. Dabei hat der Autor es geschafft, die private Geschichte von Trina einzubetten, in das politische Geschehen; in die Zeiten des italienischen Faschismus, des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit. Man erlebt die persönlichen Schicksale von Trina, ihren Freunden und ihrer Familie; Menschen werden schwer bestraft, weil sie Deutsch sprechen (ihre Muttersprache), weil sie ihre Kinder auf Deutsch unterichten möchten, weil sie in ihrer angestammten Heimat bleiben möchten…oder diese (im falschen Glauben an den Nationalsozialismus) verlassen. Der Leser begleitet Trina, zunächst in ihrer jugendlichen Unbekümmertheit, während sie Lehrerin wird (die unter den Italienern nicht lehren darf), während sie sich in Erich, den Eigenbrödler, verliebt und heiratet, während sie ihre Freundinnen verliert - und auch ihre geliebte Tochter; wie sie mit ihrem Mann in die Berge flieht (in der Angst vor Deutschen Soldaten), während sich ihr Sohn den Nationalsozialisten in Deutschland anschließt; und wie sie erlebt, dass Menschen, die ihr dort helfen getötet werden. Schließlich kehren sie und Erich in das Dorf Graun zurück. Und müssen nun erleben, wie die italienische Regierung einen lang gehegten Plan in die Tat umsetzt - und die Dörfer Reschen und Graun im Rahmen eines Wasserkraftwerk-Projektes komplett überflutet. Trotz des Aufbegehrens der Dorfbewohner sind schließlich Behelfshäuser oder die komplette Abwanderung die Alternativen - ihre Ländereien und ihre Häuser verlieren sie, so wie sie den Kampf gegen das Stauseeprojekt verloren haben. Eine eindringliche Geschichte, die ich sehr gern gelesen habe. Ich habe nochmals einiges dazu gelernt. Ich war sehr positiv überrascht, dass diese Geschichte nicht von einem Südtiroler, sondern von einem Mailänder stammt. Der Autor betont in seinem Nachwort, dass dieser Teil der Geschichte nicht nur ein schmerzlicher ist, sondern einer, der noch viel ausführlicher betrachtet werden muss. Eine Empfehlung mit 5/5 für alle, die interessiert sind an der Geschichte dieser Region sowie an einer dicht erzählten Lebensgeschichte einiger Menschen aus dieser Gegend.

4

Den Roman, den Marco Balzano rund um die bewegte Geschichte der Orte Graun und Reschen „gestrickt“ hat, fand ich wirklich spannend. Absolut zu empfehlen für alle, die eher ruhig erzählte Romane mögen und diejenigen, die wissen wollen, was es mit dem Kirchturm auf sich hat, der aus dem heutigen Reschensee in Südtirol herausragt ☺️

4

Wenn das Wasser die Erinnerung einholt

Dieses Buch ist so gewaltig wie der Kirchturm im Reschensee selbst. Eine reale Geschichte über Südtirol, die mich tief bewegt hat. 🏔️💧 Da es sich hier um eine reale Geschichte handel, in der die emotionale Tiefe sehr hoch ist und dies durch einen sehr ruhigen und dramatischen Schreibstil zusätzlich untermauert wird. Ist auch kaum eine Spannung im Buch zu finden. Für mich eher „langweilig“. Dennoch eine faszinierende Geschichte über ein Historisches Ereignis, das mir so nie bewusst war. Für alle die gerne Bücher mit historischem Hintergrund lesen, ein muss!

5

Eine Tragödie, in der Tragödie, in der Tragödie – so lässt sich diese Geschichte am ehesten berschreiben. Erlebt werden diese von Trina, der großes Leid widerfährt. Anstatt daran zugrunde zu gehen bleibt sie die liebende Frau, die ihrem Mann Erich im Hintergrund Halt gibt. Das Ganze passiert in der Kulisse der Südtiroler Alpen am Ufer des Reschensees. Wechselnde Regime wollen den See stauen und das Dorf Graun fluten. Und obwohl ich wusste dass es hoffnungslos ist, fieberte ich einer Rettung des Dorfes entgegen. Erzählt wird die Geschichte von Trina selbst, die die Worte an Ihre Tochter richtet. Ruhig und mit stillen Emotionen fließt die Erzählung dahin. Alle Figuren tragen etwas melancholisches und gleichzeitg verzweifelt trotziges in sich. Kämpfen und hinnehmen prägt ihr Leben. Dabei hat mir besonders die Mutter von Trina gut gefallen. Mit Pragmatismus versucht sie jede schwierige Situation zu meistern. Sie ist eine Künstlerin der Anpassung und mit sich im Reinen. Aber auch Erich hat mir imponiert. Seine ständige Auflehnung gegen die Obrigkeit ist wegweisend für die folgenden Generationen. Und doch trägt auch er eine tiefe Trauer in sich. Eine Stelle hat mich besonders berührt, die in der Trina entdeckt was Erich in einem Heftchen festhält. Ein tolles Buch das einen mitnimmt, in ein schweres Leben

5

Südtirol zur Zeit des italienischen Faschismus und des Zweiten Weltkriegs, ist ein histo-topografischer Bereich, mit dem ich mich noch nie zuvor beschäftigt habe. "Ich bleibe hier" von Marco Balzano hat diesen Umstand zum Glück geändert, denn die Geschichte zum berühmten Kirchturm im Reschensee mit den menschlichen Schicksalen dahinter, ist es mehr als wert, erzählt zu werden. Die Ich-Erzählerin Trina erzählt ihrer Tochter Marcia die Geschichte ihres Lebens, dessen geografischer Mittelpunkt Graun im Vinschgau, Südtirol, war. Eines Lebens, das geprägt war von den politischen Interessen der Faschisten, der Nationalsozialisten und später der Politik der Nachkriegsjahre. Mussolinis Schergen wollten die Dörfer im Dreiländereck Italien-Österreich-Schweiz italianisieren und kappten den einheimischen Tirolern ihren Zugang zu Arbeit und freier Bildung. Mit der Machtergreifung der Nazis entzweiten die "Heim ins Reich"-Parolen und falschen Versprechen des NS-Regimes die Bevölkerung. Die Familie der Erzählerin Trina gehört zu den "Dableibern" - bis auf Tochter Marica, die nach Deutschland verschleppt wird. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und dem Kriegseintritt Italiens gibt es Pläne, im Gebiet von Graun und Reschen einen Staudamm zu bauen, dessen "Opfer" die Dörfer selbst werden - und natürlich ihre Bewohner. Doch dann müssen Trina und ihr Mann vor den Nazis fliehen und später dann ihr Haus verlassen zugunsten des Stausees. Trotz des schwierigen, ernsten Themas, erzählt Marco Balzano die Geschichte mit einer bestechenden Leichtigkeit und einnehmenden Natürlichkeit. Die Wahl des Briefes als Erzählmedium und die Tatsache, dass es eine bestimmte Adressatin gibt, an die die Geschichte gerichtet ist - nämlich Trinas Tochter - verleiht dem Ganzen eine sehr persönliche Komponente. Niemals wirkt das Geschriebene artifiziell und immer wie eine wahrhaftige Lebensgeschichte einer Betroffenen. Das Leben in der deutschsprachigen Enklave, die von allen Seiten bedroht und eingeschüchtert wird, wird anschaulich dargestellt, die Atmosphäre im kleinen Südtiroler Bergdorf ist beklemmend. Vor allem die Flucht von Trina und Erich hat mich tief bedrückt und beeindruckt. Krieg ist einfach unglaublich schlimm für die betroffenen Menschen und das wird in "Ich bleibe hier" mehr als deutlich. Lange hat mich kein Buch mehr derart emotional berührt und aufgewühlt. Eine absolute Leseempfehlung!

5

ICH BLEIBE HIER Marco Balzano Selten hat mich ein Buch so tief berührt wie die Geschichte der Dörfer Graun und Reschen in Südtirol – Orte, die über Jahrzehnte hinweg von Fremdbestimmung geprägt wurden. Die Menschen dort wurden von den Faschisten gezwungen, ihre Muttersprache Deutsch nicht mehr zu sprechen – ein Eingriff, der zu Identitätsverlust und hoher Arbeitslosigkeit führte. Ständig schwebte die Drohung im Raum, einen Staudamm zu errichten, der die Dörfer überfluten würde. Und als die Deutschen kamen, traten sie zuerst als Helfer auf – später als Besatzer. Im Zentrum des Romans stehen Trina und Erich, ein Ehepaar mit zwei Kindern, Michael und Marica, das in Graun lebt. Er ist Bauer, sie Lehrerin – bis ihr das Unterrichten durch das Sprachverbot der Faschisten untersagt wird. Fortan schicken die Behörden italienische Lehrer ins Dorf; der Unterricht erfolgt nur noch auf Italienisch. Trina beginnt heimlich zu unterrichten – ein mutiger, gefährlicher Akt des Widerstands. Gleichzeitig erleben sie, was es heißt, Bürger zweiter Klasse zu sein. Die vermeintliche Alternative: ins Deutsche Reich auszuwandern, wo Hitler bereits Soldaten für seinen Krieg rekrutiert. Was für ein vielschichtiger und eindringlicher Roman! Das schwere Leben der Bewohner von Graun und ihr Widerstand gegen das Stauseeprojekt sind so lebendig, bildstark und atmosphärisch erzählt, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, selbst für einige Stunden in Südtirol zu sein. Ganz nebenbei habe ich viel über die Geschichte dieser Region gelernt – ein Stück europäischer Zeitgeschichte, das mir bislang kaum bekannt war. Warum dieses Buch so lange ungelesen auf meinem SuB lag, kann ich mir nicht erklären. Ich bin einfach nur froh, dass ich es nun gelesen habe – sonst wäre mir ein wichtiges Werk entgangen. Wusstet ihr, dass die Menschen zwar eine Entschädigung für die Enteignung ihrer Häuser und Felder erhielten, der Weg zur Bank in der nächsten Stadt jedoch mehr kostete als die Entschädigung selbst? Eine große Leseempfehlung für dieses bewegende Buch. 5/5

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5

„Zwischen Heimatweh und Wasser: Meine persönliche Reise mit Ich bleibe hier“

Ich bleibe hier hat mich auf eine Art getroffen, die ich nicht erwartet hatte. Vielleicht, weil ich selbst aus der Nähe stamme und dieser Turm im See für mich kein literarisches Symbol ist, sondern ein Stück Kindheit. Ich erinnere mich an Urlaube in Südtirol, an diesen seltsam stillen Moment, wenn man am Ufer steht und der Turm aus dem Wasser ragt – schön, ja, aber auch schmerzhaft. Ein Mahnmal, das man als Tiroler nicht einfach wegschiebt, egal wie oft man es sieht. Balzano schreibt über Graun und den Reschensee mit einer Ruhe, die fast trügerisch wirkt. Ich habe beim Lesen ständig das Gefühl gehabt, dass ich die Landschaft rieche, die Kälte spüre, die Stille höre – und gleichzeitig diesen Druck im Brustkorb, weil ich weiß, dass hinter dieser Idylle eine Geschichte steckt, die weh tut. Eine Geschichte, die man als jemand aus der Region nicht neutral lesen kann. Was mich besonders berührt hat, ist Balzanos Blick auf die Menschen. Keine Helden, keine Märtyrer, sondern Leute, die einfach leben wollen, während die Welt um sie herum entscheidet, dass ihr Dorf geopfert werden darf. Ich habe oft gedacht: Genau so erzählen es die Alten bei uns. Ohne Pathos, ohne großes Drama – und gerade deshalb so erschütternd. Die Figur der Trina hat mich mit ihrer stillen Beharrlichkeit gepackt. Dieses „Ich bleibe hier“ ist kein Schlachtruf, sondern ein trotziges, verletzliches Festhalten an Heimat, an Würde, an Erinnerung. Vielleicht hat es mich deshalb so getroffen: Weil ich weiß, wie tief dieses Gefühl sitzt, wenn man aus einer Gegend kommt, die so viel Schönheit trägt und gleichzeitig so viel Schmerz. Für mich ist Ich bleibe hier kein Roman, den man einfach liest und wieder weglegt. Es ist ein Buch, das nachhallt – besonders, wenn man den Turm im See nicht nur aus Fotos kennt, sondern aus der eigenen Kindheit. Balzano hat etwas geschafft, das selten gelingt: Er hat eine lokale Wunde literarisch geöffnet, ohne sie auszuschlachten. Und er hat mich daran erinnert, warum dieser Ort für mich immer ein bisschen weh tun wird. ---

5

Sehr empfehlenswert und voralem sehr lehrreich. Geschichtlich nocheinmal viel dazugelernt. Es ist eine interessante Perspektive gewählt für diesen Roman. Eine Person die all die Wandel miterlebt und sich doch immer an etwas anderem festhält.

4

Ich bleibe hier erzählt die Geschichte einer Südtiroler Familie vom 1. Weltkrieg bis zum Beginn der Fünfzigerjahre. Südtirol wurde nach dem Ende des österreichischen Kaiserreichs Teil Italiens. Dabei wurde alles italienisiert: die Orte bekamen italienische Namen, Deutsch wurde verboten und Italiener aus dem Süden des Landes wurden in die Bergregion umgesiedelt. Im Dorf Graun versuchen Trina und ihr Mann Erich Widerstand gegen Mussolini und später gegen Hitler zu leisten. Schließlich soll sogar ein Staudamm gebaut werden, in dessen Fluten das Dorf versinken wird. Die Geschichte lässt sich schnell und gut lesen und Trina und Erich sind sehr sympathische Charaktere. Allerdings ging mir vieles zu schnell und wurde nicht ausführlich genug erklärt und beschrieben. Der ganze Roman hat weniger als 200 Seiten, umfasst aber eine Zeitspanne von über 30 Jahren. Dass dabei vieles nur knapp beschrieben werden kann, ist klar. Ich fand auch den Teil mit der verlorenen Tochter nicht ganz gelungen. Einerseits schreibt Trina den Bericht an ihre Tochter, andererseits vernichtet sie alles, was sie noch für ihr hat und verdrängt sie ganz aus ihrem Leben. Dieses Verhalten finde ich ein wenig unschlüssig. Ich hätte mir insgesamt mehr von diesem Buch erwartet. Es ist aber gut geschrieben, sodass ich es dennoch empfehlen würde.

4.5

Die Menschen in diesem Buch sind fiktiv, allerdings alles mit historischem Hintergrund. Und gerade das lässt einen sprachlos zurück. Große Leseempfehlung von mir!

5

Fesselnde Geschichte über die Vergangenheit Südtirols, insbesondere der Orte Reschen und Graun. Wahre Begebenheiten berührend verpackt.

In Vorbereitung auf den Urlaub in Südtirol habe ich mit dem Buch angefangen und es nur einmal beiseite gelegt. Marco Balzano hat die Vergangenheit der Orte Reschen und Graun gut recherchiert und in eine packende Geschichte verwoben, auch wenn man den Ausgang bereits kennt. Lesende erfahren zudem die historischen Zusammenhänge Südtirols mit Österreich, Deutschland und Italien. Das Buch ging mir sehr nahe und hat mich neugierig auf weitere Bücher des Autors gemacht.

4.5

Eine mitreißende und mit leisen Tönen Familiengeschichte.

5

Sammlung von Tragödien

Die Protagonistin Trina erzählt im Buch „Ich bleibe hier“ von Marco Balzano ihre Geschichte. Die Geschichte eines Dorfes, was versinken soll, durch einen Stausee, welcher ihnen ihre Heimat nehmen soll. Sie versuchen zu kämpfen und die Gemeinschaft zu bewegen, nicht einfach nur zuzusehen. Ihr Leben in diesem Dorf soll ausgelöscht werden, ertränkt werden. Doch das sind nicht die einzigen Schicksale, die ihrer Familie und dem Dorf widerfahren. Der italienische Faschismus und der zweite Weltkrieg wollen ihnen ebenfalls ihre Heimat nehmen. Und dann ist da noch ihre ganz persönliche Tragödie, die ihr Leben verändert. Eine mitreißende Geschichte über Machtlosigkeit, Kämpfen und Aufgeben, Gemeinschaft und alleinigem Kampf. Die Realität hinter dem Touristenmagnet „Die Kirche im Wasser“.

5

Ein Roman über die Geschichte eines Dorfes und der Menschen, die dort wohnten. Einfach stark

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Ein Buch über das Leben der deutschsprachigen Bevölkerung in Südtirol zwischen den Weltkriegen bis in die Fünfzigerjahre, Balsano zeigt, in einer wunderschönen bildhaften Sprache, wieder Faschismus in die tiefsten Täler des Südtiroler Alpen kommt und droht, Familien zu spalten.

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Ich bleibe hier“ erzählt die Geschichte von Trina, die Graun im Vinschgau lebt. Ihr Vater ist Schreiner, das Leben ist einfach. Trina wird Lehrerin, doch bevor sie auch nur einen Tag unterrichten kann, nimmt ihr Mussolinis Faschismus diese Möglichkeit. In Südtirol wird alles verboten was deutsch ist, Trina kann zwar Kinder heimlich auf Deutsch unterrichten, allerdings ist das mit großen Gefahren verbunden. 1939 müssen die Südtiroler wählen, entweder bleiben und endgültig italienisch werden, oder die Heimat verlassen und ins Deutsche Reich ziehen. Im Laufe des zweiten Weltkriegs wird auch Südtirol von den Deutschen besetzt, doch auch das bringt keine Freiheit. Und als der Krieg zu Ende ist, gibt es speziell in Graun und in Reschen keinen Frieden. Die italienische Regierung setzt nun die jahrelangen Pläne eines Stausees um. Der Reschensee mit seinem einsamen Kirchenturm darin, ist mir seit meiner Kindheit ein Begriff, war doch der Reschenpass schon immer die bevorzugte Strecke meiner Eltern um nach Südtirol in den Urlaub zu fahren. Dass für diesen Stausee mehrere Dörfer geflutet wurden, wusste ich schon früh. Durch dieses Buch wurde mir der jahrelange Kampf der Bewohner dagegen, noch einmal näher gebracht. Wobei die Anwohner lange nicht glaubten, dass das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden würde. Marco Balzano erzählt hier nicht nur die Geschichte des Stausees, sondern auch die ganz Südtriols. Unter den Faschisten Mussolinis war alles deutsche verboten, Kinder wurden in sogenannten Kellerschulen auf Deutsch unterrichtet. Als dann die Option kam, wurde die Bevölkerung noch einmal zerrissen, in die, die bleiben wollte und die Optionierer, die ihre Heimat verließen. Als diese nach dem Krieg teilweise zurückkamen, wurde der Riss in der Gesellschafft noch einmal deutlich, das Gehen wurde ihnen lange vorgehalten. Ich fand das Buch sehr gut zu lesen, man hatte das Gefühl mit Trina zusammenzusitzen und ihr zu lauschen. Vielleicht braucht es aber auch eine Verbindung zu dieser Region und ein bisschen Vorkenntnis der Geschichte um das Buch interessant zu finden. Für mich war es ein wirklich interessantes Leseerlebnis, das den Blick auf diesen einsamen Turm im See verändert hat.

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Die Kirche im Reschensee habe ich schon oft gesehen - aber die Geschichte dahinter nie erfahren. Marco Balzano erzählt in "Ich bleibe hier" die Geschichte von Trina, die in Graun aufgewachsen und nie (wirklich) weggegangen ist bis zur Überflutung des Dorfes nach dem Bau des Staudamms. Es ist aber nicht nur die Geschichte eines Dorfes, sondern auch von radikalen politischen Strömen und den Auswirkungen auf Südtirol. Spannend und interessant erzählt!

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Bewegend, ruhig geschrieben, wunderschön

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Eines meiner Jahreshighlights, so gut geschrieben und ich werde den Reschensee und auch andere Stauseen künftig mit anderen Augen sehen.

3.5

„Ich bleibe hier“ von Marco Balzano erzählt die Geschichte von Trina, die in einem kleinen Bergdorf in Südtirol zwischen den Wirren des Zweiten Weltkriegs, Faschismus und nationalsozialistischer Besatzung versucht, ihr Zuhause zu bewahren. Vor die Wahl gestellt, entweder nach Deutschland auszuwandern oder in Italien als Bürger zweiter Klasse zu leben, entscheidet sie sich für ihr Dorf. Trotz Verbots unterrichtet sie heimlich und leistet Widerstand gegen einen Energiekonzern, der Felder und Häuser für einen Stausee überfluten will – zumindest, so der Klappentext. Tatsächlich erstreckt sich Trinas gesamtes Leben über die 300 Seiten des Romans, und dabei rast die Geschichte förmlich von einer Tragödie zur nächsten. Faschismus, Krieg, Flucht, Einsamkeit zwischen Ehepartnern, die unterschiedliche Erlebnisse im Krieg hatten – all das wird abgehandelt, bevor der eigentliche Konflikt um den Staudamm überhaupt richtig in den Fokus rückt. Das Ergebnis ist ein eher nüchterner, distanzierter Erzählstil mit schnell aufeinanderfolgenden Szenen, der Nähe zu den Figuren erschwert. Trina selbst, die im Klappentext so mutig und engagiert wirkt, wird in der Umsetzung teilweise entkräftet – oft ist es eher ihr Umfeld, das die entscheidenden Schritte unternimmt, während sie selbst passiver erscheint. Besonders ihr Ehemann Erich, den ich viel mehr als den Kämpfer wahrnehme. Ein weiterer Punkt ist die einseitige Darstellung des Konflikts zwischen Fortschritt und Heimatverlust. Der Roman schildert diesen aus Sicht der vertriebenen Dorfbevölkerung sehr eindringlich, eine Perspektive der „anderen Seite“ bleibt weitgehend außen vor. Balzano erwähnt im Nachwort, dass er vom beteiligten Energiekonzern keine Unterstützung bei der Recherche erhielt – das erklärt die starke Fokussierung, ist aber auch nicht verwunderlich. Gegen Ende scheint der Autor alle Informationen über den Staudammbau noch in den Roman einfließen lassen zu wollen, wodurch die erzählerische Verdichtung eher den emotionalen Bezug zu Trina und ihrer Umgebung schmälert. Insgesamt ist „Ich bleibe hier“ inhaltlich spannend und historisch gut recherchiert, doch der Roman konnte mich emotional nicht voll packen. Die Fülle an Themen und Tragödien auf engem Raum, gepaart mit einem distanzierten Schreibstil, lässt die Geschichte stellenweise gehetzt wirken. Besonders der Staudamm, der laut Klappentext das zentrale Motiv sein sollte, bleibt bis zum letzten Drittel eher Beiwerk. Hätte die Handlung etwas fokussierter auf diesen Konflikt gesetzt, hätte sich wohl auch der emotionale Kern stärker entfalten können. Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen – ein solider, informativ erzählter Roman, der jedoch nicht die emotionale Tiefe erreicht, die er anstrebt.

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Der Roman erzählt die Geschichte von Trina, die im Zweiten Weltkrieg gegen die Zwangsassimilation in Südtirol kämpft. Balzano schildert eindringlich Verlust, Widerstand und Heimatliebe in ruhigem Stil.

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Ich bleibe hier von Marco Balzano aus dem #diogenesverlag ⛪️ Das Bild auf dem Cover kennen viele. Ein Bergsee und aus dem Wasser guckt die Spitze einer Kirche. . Aber kennt irgendjemand die Geschichte dahinter? Ich wusste vorher nichts. . In diesem Buch wird die Geschichte der untergegangen Dörfer lebendig. Und persönlich. Wir begleiten Trina durch besondere Zeiten. . Mal gehörte ihr Dorf, in Tirol, zu Deutschland und mal zu Italien. Mal bestimmte der eine mal der andere. Sprache. Kultur. Was das für dieses Dorf bedeutet! Für die Menschen.? Eigentlich befinden sie sich am Ende der Welt. Weit weg. Und doch mitten im Wandel. . Dieses Buch wurde mir empfohlen und ich bin darüber sehr dankbar! . Die Protagonistin beschreibt alle Geschehnisse mit einfachen Worten. Fast kindlich aber dabei melancholisch. Diese Mischung ließ mich dieses Buch verschlingen. . Wirklich ein gutes Buch und ich habe viel gelernt, über ein Dorf in der Geschichte, das jetzt unter Wasser liegt. . Lesetipp 5 Sterne

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