Die Nacht von Lissabon
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Description
Die Nacht von Lissabon - Ein ergreifendes Gleichnis über Menschlichkeit und Unmenschlichkeit in Zeiten der Diktatur
In seinem bewegenden Roman Die Nacht von Lissabon erzählt E.M. Remarque eine Geschichte von Elend und Größe, Liebe und Leidenschaft im Angesicht des Zweiten Weltkriegs. Während das Nazi-Regime in Europa wütet, spielt sich in Portugal ein dramatisches Schicksal ab. Auf der Flucht vor Verfolgung und Nationalsozialismus suchen die Protagonisten verzweifelt nach einem Ausweg.
Remarque, berühmt für Meisterwerke wie Im Westen nichts Neues und Arc de Triomphe, entwirft ein eindringliches Bild der absurden menschlichen Situation in Zeiten der Unterdrückung. Die Nacht von Lissabon zeigt, dass es weder Belohnung für Menschlichkeit noch Strafe für Unmenschlichkeit gibt - nur individuelle Geschichten von Leid, Mut und Hoffnung.
Dieser zeitlose Klassiker der Kriegsliteratur berührt mit seiner Botschaft und mahnt uns, auch in dunkelsten Stunden die Menschlichkeit nicht zu verlieren. Eine unvergessliche Lektüre, die noch lange nachwirkt.
Book Information
Author Description
Erich Maria Remarque, 1898 in Osnabrück geboren, besuchte das katholische Lehrerseminar. 1916 als Soldat eingezogen, wurde er nach dem Krieg zunächst Aushilfslehrer, später Gelegenheitsarbeiter, schließlich Redakteur in Hannover und Berlin. 1932 verließ Remarque Deutschland und lebte zunächst im Tessin/Schweiz. Seine Bücher »Im Westen nichts Neues« und »Der Weg zurück« wurden 1933 von den Nazis verbrannt, er selber wurde 1938 ausgebürgert. Ab 1939 lebte Remarque in den USA und erlangte 1947 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1970 starb er in seiner Wahlheimat Tessin.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Der vorletze Roman von Erich Maria Remarque ist eine aktuelle Mahnung aus dem Jahr 1962
Remarque beschreibt in einer sehr poetischen Sprache das Aufeinandertreffen des Ich-Erzählers und Josef Baumann in einer Nacht in Lissabon zu Beginn der 1940er Jahre. Baumann ist aus Deutschland geflohen, weil er aufgrund seiner politischen Aktivitäten um sein Leben fürchten musste. Sein Schwager Georg, Mitglied der Gestapo, hatte ihn bereits einmal denunziert und ins Konzentrationslager deportieren lassen. Nach seiner Freilassung floh er nach Frankreich, wo er eine falsche Identität annahm und zu Josef Schwarz wurde. Zunehmend fühlte er sich zu seiner Frau Helen hingezogen, die noch immer in Osnabrück wohnte und von der er jahrelang nichts hörte. Über gefährliche Wege über die Grenze kehrt Schwarz zurück nach Osnabrück und flieht dann mit Helen über die Schweiz nach Paris. Zunächst führen sie noch ein relativ sicheres Leben, dennoch immer auf der Hut, denn sie wissen, Georg setzt alles daran, sie ausfindig zu machen. Das alles ( und noch viel mehr) erzählt Baumann/ Schwarz dem wildfremden Ich-Erzähler in dieser Nacht in Lissabon. Als Dank für sein offenes Ohr schenkt er ihm zwei Tickets für eine Schiffspassage nach Amerika, Visa und seine Identität. Was bewegt Schwarz das zu tun? Was passiert mit Helen? Auf diese Fragen gibt das Buch Antwort. Durch eine wunderbare Sprache spürt man die Verzweiflung, Trauer und Liebe. Die Lesenden erhalten Einblick in das Leben der Emigranten im Frankreich des Zweiten Weltkrieges. Am Ende des Buches gibt es Interviews Remarque und Einordnungen aus den 1960er Jahren. Besonders eindrücklich fand ich, dass er 20 Jahre nach Kriegsende anmahnte, sich erzählerisch mit der Nazizeit auseinander zu setzen. Leseempfehlung 📚
„Jeder hat mehrere Personen in sich. Ganz verschie-dene. Und manchmal werden sie selbständig und regieren eine Zeitlang, und man ist ein anderer Mensch , einer, den man vorher nie gekannt hat. Aber man kommt zurück!“ Selten hatte ich beim Lesen eines Buches so gemischte Gefühle. Der Anfang viel mir sehr schwer. Ich schlafe nie beim Lesen ein aber hier bin ich wirklich jedes Mal nach 15 Seiten einfach eingeschlafen. Nach den 100 Seiten hat es mich aber emotional gepackt. Und das auf eine so verwirrende Weise. Man wird Zeuge einer tragischen Geschichte, Zeuge von Kriegsverbrechen, Zeuge von Liebe und Zeuge von ganz viel Verzweiflung. Ich habe viele Bücher zum zweiten Weltkrieg gelesen. Aber meiner Meinung nach handelt dies nicht vom zweiten Weltkrieg. Sondern von einem Leben auf der Flucht, indem man sich immer wieder neu erfinden muss. Und nichts mehr wert ist als ein gültiger Pass, erst Recht kein Menschenleben.
Aufwühlend
Wie kaum ein anderer Roman stresst Die Nacht von Lissabon seine Leser. Ich hatte echt keine gute Zeit beim Lesen und das spricht FÜR das Buch. Inhalt und Wirkung sind ziemlich deckungsgleich. Was ist Liebe in Zeiten von Verfolgung? Intensiver weil flüchtiger? Intensiver weil notwendiger? Oder schwächer weil die Sinne aufs Überleben geschärft sind und kein Platz da ist für andere Sinne? Mise en abyme Struktur (Geschichte in der Geschichte) hier ganz besonders wichtig: Josef Schwarz braucht diese Erfahrung der Selbsterzählung und das Feedback eines Zuhörers. Vielleicht war die Zeit der Flucht und Verfolgung zu aufwühlend und fordernd, um dem Gefühl, im Hier und Jetzt geliebt zu werden, Raum zu bieten. Die Liebesgeschichte in Kontext der Flucht wühlt auf: Wie schön, dass sie wenigstens einander hatten. Wie schrecklich, dass sie neben der Sorge um sich selbst auch noch die Last der Fürsorge für ihren Liebsten tragen mussten. In kaum etwas sind wir so individuell, wie in unserer Neigung, einen Mitmenschen zu lieben. „Aber schon hing über allem die gespenstische Atmosphäre des verminderten Respekts vor dem Leben und der Individualität, die der Krieg mit sich bringt, wie die Pest. Menschen waren nicht mehr Menschen – sie wurden klassifiziert nach militärischen Grundsätzen in Soldaten, Taugliche, Untaugliche und Feinde".
Ein bewegender, zeitloser Roman über das Flüchtlingsdasein, voller persönlicher Tragik und politischer Relevanz. Sprachlich zurückhaltend, aber inhaltlich intensiv – Remarque auf der Höhe seiner Kunst. Der Roman lebt von Remarques typischem Stil: nüchtern, präzise, dabei zutiefst emotional. Die Atmosphäre ist melancholisch, fast trostlos, geprägt von Entwurzelung und Hoffnungslosigkeit, aber auch von Liebe und Menschlichkeit. Besonders stark ist die Darstellung des Lebens im Exil – geprägt von Bürokratie, Angst und Identitätsverlust.
Eine Zeitreise in eine erschütternde Zeit
So weit entfernt aber an Aktualität verliert dieses Buch leider nie. In diesem Buch wird der Leidensgang eine nicht geduldeten Ehepaars in der NS-Zeit geschildert. Remarque, wie schon von anderen Büchern gewohnt, beschreibt die Geschichte wieder auf seine eigene exzellent Art, dass man bei jedem Griff zum Buch eine wahre Zeitreise in dieser Zeit unternimmt. Man spürt was den Hauptprotagonisten bewegt, welchen Schmerz er durchlebt und welche Hoffnungen in dieser Zeit die verfolgten Menschen hatten. Meines Achtens ist dies wiedermal ein Mahnmal, dass es nie wieder bei uns so weit kommen darf, dass Menschen nur wegen Herkunft oder Religion ausgestoßen und verfolgt werden dürfen. Weiterhin ein toller Einblick wie die Emigration in dieser Zeit lief. Welches Ausmaß das ganze angenommen hat und wie gleichgültig Menschen wegschauen müssten, wenn solche Sachen geschehen sind. Remarque ist für mich einfach ein toller Autor wessen Schreibstil einfach nie altert. Ganz klare Leseempfehlung!
Intensiv
Neben der sprachlichen Präzession und Tiefe überzeugt der Roman mit den nachfühlbaren Erzählungen von Flucht, Angst und Identität. Dabei werden einige Szenen so schonungslos dargestellt, dass sie mir eine ganz neue Perspektive und Offenbarung auf oft Unaussprechliches geben, was kein Geschichtsbuch ermöglicht.
Wie ein Pass in der Diktatur mehr Wert hat, als ein Menschenleben. Ein Buch zum Durchlesen und zum Zeitreisen in eine Zeit in der es weder einen Preis für die Menschlichkeit gibt noch für die Unmenschlichkeit.
Ich habe vergessen, wann ich zuletzt ein Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe! Schon von der ersten Seite an hat Die Nacht von Lissabon von Erich Maria Remarque mich mitgerissen und nicht mehr losgelassen. Die Geschichte ist so unendlich traurig und schön zugleich. Der Schreibstil ist einladend und atmosphärisch – man hat das Gefühl, selbst in den Nachtcafés von Lissabon zu sitzen und Josef zuzuhören, während er seine Geschichte erzählt. Die Handlung spielt im Jahr 1942, während des Zweiten Weltkriegs. Lissabon wird dabei als letzter sicherer Hafen für Flüchtlinge aus dem von Krieg und Verfolgung gezeichneten Europa beschrieben. In dieser bedrückenden historischen Kulisse entfaltet sich die bewegende Geschichte von Josef und Helen – zwischen Angst, Hoffnung und der Suche nach einem Neubeginn. Helen ist meine Heldin. Ihr Lebenswille, ihr Streben nach Selbstbestimmung und Liebe sind unglaublich und inspirierend. Die tiefe Verbindung zwischen ihr und Josef, gepaart mit der ständigen Bedrohung durch die düstere Zeit, macht die Geschichte umso bewegender. Das Buch berührt auf eine Weise, die noch lange nachhallt – ein Meisterwerk über Liebe, Verlust und die Hoffnung auf ein neues Leben in Zeiten wo Hoffnung so schwer war …
Am Ende des Jahres noch ein Jahreshighlight 🌟🌟🌟🌟🌟🌟🌟
Es ist die Geschichte einer Liebe, die in Osnabrück beginnt, in Lissabon endet. Es ist aber auch viel mehr als eine Liebesgeschichte. Es ist Flucht , Vertreibung und Verzweiflung während des zweiten Weltkrieges. Und es ist noch soviel mehr. Unbedingt lesen!!
So düster, so wichtig, so wahr
"Ich war ein fremder Mensch , der für eine Nacht seinen Weg kreuzte und vor dem er keine Hemmungen zu haben brauchte. Eingehüllt in einen anonymen Mantel eines fernen, toten Namens - Schwarz - begegnete er mir, und wenn er den Mantel abwarf, warf er damit auch seine Persönlichkeit ab und verschwand wieder in der anonymen Menge, die dem schwarzen Tor an der letzten Grenze zuwandert, wo man keine Papiere braucht und von wo man niemals ausgewiesen und zurückgeschickt wird ( S. 110)." In einer Nacht in Portugal des Jahres 1942 trifft der Ich-Erzähler auf einen Unbekannten, der ihm zwei Schiffspassagen und amerikanische Visa für die Flucht vor den Nazis anbietet. Im Gegenzug möchte der Unbekannte ihm seine Geschichte über Flucht und Liebe, den Krieg, Verlust und Überleben erzählen. In seinem Roman schafft es Erich Maria Remarque (1898-1970), geboren in Osnabrück, die Essenz des Krieges, seine Düsternis, den Schmerz und den damit einhergehenden Verlust unser allerselbst einzufangen. Gleichzeitig verwebt er eine Geschichte der Liebe zwischen dem Unbekannten Schwarz und seiner Frau Helen in seine Zeilen, die schön und traurig zu gleich ist. Remarque benutzt eine unglaubliche Sprache, reiht nicht einfach nur aneinander, sondern malt geradezu Wörter. Wörter, die berühren, die betroffen machen, die teilweise so aktuell klingen als passiere alles heute und nicht damals, vielleicht tut es das ja auch. Ich bin tief beeindruckt von Remarque, der immer wieder über sein Deutschland schrieb. Ich möchte unbedingt noch mehr von ihm lesen!

Sehr gut!
Die Nacht von Lissabon ist ein Roman über Flucht, Verlust und die seelische Entwurzelung derer, die vor dem NS-Regime fliehen. In der Hafenstadt Lissabon, wo sich zahllose Flüchtlinge in der Hoffnung auf ein Visum versammeln, begegnet der Ich-Erzähler einem geheimnisvollen Mann. Dieser bietet ihm die rettenden Papiere für die Überfahrt nach Amerika – unter einer Bedingung: Er muss sich in dieser einen Nacht seine Geschichte anhören. Der Fremde, Josef Schwarz, erzählt von seiner Flucht aus Deutschland und seiner großen Liebe zu Helen. Gemeinsam versuchen sie, dem Krieg zu entkommen, doch ihr Weg ist geprägt von Angst, Verlust und der ständigen Ungewissheit. Ihre Liebe gibt ihnen Kraft, doch sie bleibt ein Kampf gegen eine übermächtige Realität, in der es für sie kaum eine Zukunft gibt. Schließlich wird deutlich, dass Hoffnung und Verzweiflung oft nur einen Moment auseinanderliegen. Remarque schildert mit melancholischer Intensität nicht nur die äußere Flucht, sondern auch die innere Rastlosigkeit seiner Figuren. Josef und Helen stehen für eine ganze Generation, die zwischen Vergangenheit und ungewisser Zukunft gefangen ist. Fazit: Ein zutiefst bewegender Roman über Liebe, Heimatlosigkeit und das Scheitern aller Hoffnungen im Angesicht des Krieges. Eindringlich, poetisch und von zeitloser Aktualität.
Eine Geschichte über eine Liebe in Zeiten der Emigration und der angsterfüllten Flucht durch halb Frankreich bis nach Lissabon. Remarque bettet dies als Binnenerzählung in einen Rahmen ein, der in einer Nacht in Lissabon im Jahr 1942 spielt. Ein Mann namens Schwarz schenkt dem namenlosen Ich-Erzähler zwei Schiffskarten für die Reise über den Atlantik unter der Bedingung, dass er ihm in der kommenden Nacht seine Lebensgeschichte erzählen darf. Sprachlich ist diese Erzählung aber nicht in indirekter Rede gehalten, sondern sehr dialog- und handlungslastig. So gehetzt wie die Flucht von Schwarz mit seiner Ehefrau vor der Gestapo ist, so gehetzt wirkt auch das Erzähltempo. Die Sprache ist auf das Mindestmaß reduziert und durch äußerst kurze Sätze geprägt. Dadurch gewinnt die Geschichte an Tempo und Spannung. Trotzdem blieb ich recht emotionslos bei der Lektüre, weil mich Remarques Erzählstil einfach nicht bewegt. Wenn ich es zum Beispiel mit der Fluchtgeschichte bei Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ vergleiche, dann ist da im Bezug auf Symbolik und Charakterdarstellung eine sehr großer Qualitätsunterschied.
Eine Geschichte über eine Liebe in Zeiten der Emigration und der angsterfüllten Flucht durch halb Frankreich bis nach Lissabon. Remarque bettet dies als Binnenerzählung in einen Rahmen ein, der in einer Nacht in Lissabon im Jahr 1942 spielt. Ein Mann namens Schwarz schenkt dem namenlosen Ich-Erzähler zwei Schiffskarten für die Reise über den Atlantik unter der Bedingung, dass er ihm in der kommenden Nacht seine Lebensgeschichte erzählen darf. Sprachlich ist diese Erzählung aber nicht in indirekter Rede gehalten, sondern sehr dialog- und handlungslastig. So gehetzt wie die Flucht von Schwarz mit seiner Ehefrau vor der Gestapo ist, so gehetzt wirkt auch das Erzähltempo. Die Sprache ist auf das Mindestmaß reduziert und durch äußerst kurze Sätze geprägt. Dadurch gewinnt die Geschichte an Tempo und Spannung. Trotzdem blieb ich recht emotionslos bei der Lektüre, weil mich Remarques Erzählstil einfach nicht bewegt. Wenn ich es zum Beispiel mit der Fluchtgeschichte bei Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ vergleiche, dann ist da im Bezug auf Symbolik und Charakterdarstellung eine sehr großer Qualitätsunterschied.
Eine Geschichte über eine Liebe in Zeiten der Emigration und der angsterfüllten Flucht durch halb Frankreich bis nach Lissabon. Remarque bettet dies als Binnenerzählung in einen Rahmen ein, der in einer Nacht in Lissabon im Jahr 1942 spielt. Ein Mann namens Schwarz schenkt dem namenlosen Ich-Erzähler zwei Schiffskarten für die Reise über den Atlantik unter der Bedingung, dass er ihm in der kommenden Nacht seine Lebensgeschichte erzählen darf. Sprachlich ist diese Erzählung aber nicht in indirekter Rede gehalten, sondern sehr dialog- und handlungslastig. So gehetzt wie die Flucht von Schwarz mit seiner Ehefrau vor der Gestapo ist, so gehetzt wirkt auch das Erzähltempo. Die Sprache ist auf das Mindestmaß reduziert und durch äußerst kurze Sätze geprägt. Dadurch gewinnt die Geschichte an Tempo und Spannung. Trotzdem blieb ich recht emotionslos bei der Lektüre, weil mich Remarques Erzählstil einfach nicht bewegt. Wenn ich es zum Beispiel mit der Fluchtgeschichte bei Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ vergleiche, dann ist da im Bezug auf Symbolik und Charakterdarstellung eine sehr großer Qualitätsunterschied.
Flucht und Schicksal - eine düstere Geschichte der Emigranten während der Hitlerzeit
Remarque thematisiert in diesem Roman zahlreiche wichtige Aspekte, die mit dem zweiten Weltkrieg und dessen Nachwirkungen zutun haben. Er spricht Themen an, wie das Schicksal der Flüchtlinge und ihren Leidensweg. Zeigt uns auf, dass Flüchtlinge unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit auch anders behandelt werden. Die Absurdität eines Krieges, welcher nicht nur auf dem Schlachtfeld stattfindet sondern auch bei den Zivilisten, die sich zahlreichen Bedrohungen und Ängsten aussetzen müssen. Remarque setzt sich auch mit der Frage nach der Identität und dem Verlust auseinander. Die Erfahrung einer Entwurzelung, die wiederum zu einer existenziellen Krise führt und der Menschlichkeit und Solidarität eines fremden Menschen, der einen wieder ins Leben holt und für einen kurzen, doch so wichtigen Moment Hoffnung schenkt. Allerdings müssen wir auch leider die Unausweichlichkeit des Schicksal erfahren und lernen damit umzugehen.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Die Nacht von Lissabon - Ein ergreifendes Gleichnis über Menschlichkeit und Unmenschlichkeit in Zeiten der Diktatur
In seinem bewegenden Roman Die Nacht von Lissabon erzählt E.M. Remarque eine Geschichte von Elend und Größe, Liebe und Leidenschaft im Angesicht des Zweiten Weltkriegs. Während das Nazi-Regime in Europa wütet, spielt sich in Portugal ein dramatisches Schicksal ab. Auf der Flucht vor Verfolgung und Nationalsozialismus suchen die Protagonisten verzweifelt nach einem Ausweg.
Remarque, berühmt für Meisterwerke wie Im Westen nichts Neues und Arc de Triomphe, entwirft ein eindringliches Bild der absurden menschlichen Situation in Zeiten der Unterdrückung. Die Nacht von Lissabon zeigt, dass es weder Belohnung für Menschlichkeit noch Strafe für Unmenschlichkeit gibt - nur individuelle Geschichten von Leid, Mut und Hoffnung.
Dieser zeitlose Klassiker der Kriegsliteratur berührt mit seiner Botschaft und mahnt uns, auch in dunkelsten Stunden die Menschlichkeit nicht zu verlieren. Eine unvergessliche Lektüre, die noch lange nachwirkt.
Book Information
Author Description
Erich Maria Remarque, 1898 in Osnabrück geboren, besuchte das katholische Lehrerseminar. 1916 als Soldat eingezogen, wurde er nach dem Krieg zunächst Aushilfslehrer, später Gelegenheitsarbeiter, schließlich Redakteur in Hannover und Berlin. 1932 verließ Remarque Deutschland und lebte zunächst im Tessin/Schweiz. Seine Bücher »Im Westen nichts Neues« und »Der Weg zurück« wurden 1933 von den Nazis verbrannt, er selber wurde 1938 ausgebürgert. Ab 1939 lebte Remarque in den USA und erlangte 1947 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1970 starb er in seiner Wahlheimat Tessin.
Posts
Der vorletze Roman von Erich Maria Remarque ist eine aktuelle Mahnung aus dem Jahr 1962
Remarque beschreibt in einer sehr poetischen Sprache das Aufeinandertreffen des Ich-Erzählers und Josef Baumann in einer Nacht in Lissabon zu Beginn der 1940er Jahre. Baumann ist aus Deutschland geflohen, weil er aufgrund seiner politischen Aktivitäten um sein Leben fürchten musste. Sein Schwager Georg, Mitglied der Gestapo, hatte ihn bereits einmal denunziert und ins Konzentrationslager deportieren lassen. Nach seiner Freilassung floh er nach Frankreich, wo er eine falsche Identität annahm und zu Josef Schwarz wurde. Zunehmend fühlte er sich zu seiner Frau Helen hingezogen, die noch immer in Osnabrück wohnte und von der er jahrelang nichts hörte. Über gefährliche Wege über die Grenze kehrt Schwarz zurück nach Osnabrück und flieht dann mit Helen über die Schweiz nach Paris. Zunächst führen sie noch ein relativ sicheres Leben, dennoch immer auf der Hut, denn sie wissen, Georg setzt alles daran, sie ausfindig zu machen. Das alles ( und noch viel mehr) erzählt Baumann/ Schwarz dem wildfremden Ich-Erzähler in dieser Nacht in Lissabon. Als Dank für sein offenes Ohr schenkt er ihm zwei Tickets für eine Schiffspassage nach Amerika, Visa und seine Identität. Was bewegt Schwarz das zu tun? Was passiert mit Helen? Auf diese Fragen gibt das Buch Antwort. Durch eine wunderbare Sprache spürt man die Verzweiflung, Trauer und Liebe. Die Lesenden erhalten Einblick in das Leben der Emigranten im Frankreich des Zweiten Weltkrieges. Am Ende des Buches gibt es Interviews Remarque und Einordnungen aus den 1960er Jahren. Besonders eindrücklich fand ich, dass er 20 Jahre nach Kriegsende anmahnte, sich erzählerisch mit der Nazizeit auseinander zu setzen. Leseempfehlung 📚
„Jeder hat mehrere Personen in sich. Ganz verschie-dene. Und manchmal werden sie selbständig und regieren eine Zeitlang, und man ist ein anderer Mensch , einer, den man vorher nie gekannt hat. Aber man kommt zurück!“ Selten hatte ich beim Lesen eines Buches so gemischte Gefühle. Der Anfang viel mir sehr schwer. Ich schlafe nie beim Lesen ein aber hier bin ich wirklich jedes Mal nach 15 Seiten einfach eingeschlafen. Nach den 100 Seiten hat es mich aber emotional gepackt. Und das auf eine so verwirrende Weise. Man wird Zeuge einer tragischen Geschichte, Zeuge von Kriegsverbrechen, Zeuge von Liebe und Zeuge von ganz viel Verzweiflung. Ich habe viele Bücher zum zweiten Weltkrieg gelesen. Aber meiner Meinung nach handelt dies nicht vom zweiten Weltkrieg. Sondern von einem Leben auf der Flucht, indem man sich immer wieder neu erfinden muss. Und nichts mehr wert ist als ein gültiger Pass, erst Recht kein Menschenleben.
Aufwühlend
Wie kaum ein anderer Roman stresst Die Nacht von Lissabon seine Leser. Ich hatte echt keine gute Zeit beim Lesen und das spricht FÜR das Buch. Inhalt und Wirkung sind ziemlich deckungsgleich. Was ist Liebe in Zeiten von Verfolgung? Intensiver weil flüchtiger? Intensiver weil notwendiger? Oder schwächer weil die Sinne aufs Überleben geschärft sind und kein Platz da ist für andere Sinne? Mise en abyme Struktur (Geschichte in der Geschichte) hier ganz besonders wichtig: Josef Schwarz braucht diese Erfahrung der Selbsterzählung und das Feedback eines Zuhörers. Vielleicht war die Zeit der Flucht und Verfolgung zu aufwühlend und fordernd, um dem Gefühl, im Hier und Jetzt geliebt zu werden, Raum zu bieten. Die Liebesgeschichte in Kontext der Flucht wühlt auf: Wie schön, dass sie wenigstens einander hatten. Wie schrecklich, dass sie neben der Sorge um sich selbst auch noch die Last der Fürsorge für ihren Liebsten tragen mussten. In kaum etwas sind wir so individuell, wie in unserer Neigung, einen Mitmenschen zu lieben. „Aber schon hing über allem die gespenstische Atmosphäre des verminderten Respekts vor dem Leben und der Individualität, die der Krieg mit sich bringt, wie die Pest. Menschen waren nicht mehr Menschen – sie wurden klassifiziert nach militärischen Grundsätzen in Soldaten, Taugliche, Untaugliche und Feinde".
Ein bewegender, zeitloser Roman über das Flüchtlingsdasein, voller persönlicher Tragik und politischer Relevanz. Sprachlich zurückhaltend, aber inhaltlich intensiv – Remarque auf der Höhe seiner Kunst. Der Roman lebt von Remarques typischem Stil: nüchtern, präzise, dabei zutiefst emotional. Die Atmosphäre ist melancholisch, fast trostlos, geprägt von Entwurzelung und Hoffnungslosigkeit, aber auch von Liebe und Menschlichkeit. Besonders stark ist die Darstellung des Lebens im Exil – geprägt von Bürokratie, Angst und Identitätsverlust.
Eine Zeitreise in eine erschütternde Zeit
So weit entfernt aber an Aktualität verliert dieses Buch leider nie. In diesem Buch wird der Leidensgang eine nicht geduldeten Ehepaars in der NS-Zeit geschildert. Remarque, wie schon von anderen Büchern gewohnt, beschreibt die Geschichte wieder auf seine eigene exzellent Art, dass man bei jedem Griff zum Buch eine wahre Zeitreise in dieser Zeit unternimmt. Man spürt was den Hauptprotagonisten bewegt, welchen Schmerz er durchlebt und welche Hoffnungen in dieser Zeit die verfolgten Menschen hatten. Meines Achtens ist dies wiedermal ein Mahnmal, dass es nie wieder bei uns so weit kommen darf, dass Menschen nur wegen Herkunft oder Religion ausgestoßen und verfolgt werden dürfen. Weiterhin ein toller Einblick wie die Emigration in dieser Zeit lief. Welches Ausmaß das ganze angenommen hat und wie gleichgültig Menschen wegschauen müssten, wenn solche Sachen geschehen sind. Remarque ist für mich einfach ein toller Autor wessen Schreibstil einfach nie altert. Ganz klare Leseempfehlung!
Intensiv
Neben der sprachlichen Präzession und Tiefe überzeugt der Roman mit den nachfühlbaren Erzählungen von Flucht, Angst und Identität. Dabei werden einige Szenen so schonungslos dargestellt, dass sie mir eine ganz neue Perspektive und Offenbarung auf oft Unaussprechliches geben, was kein Geschichtsbuch ermöglicht.
Wie ein Pass in der Diktatur mehr Wert hat, als ein Menschenleben. Ein Buch zum Durchlesen und zum Zeitreisen in eine Zeit in der es weder einen Preis für die Menschlichkeit gibt noch für die Unmenschlichkeit.
Ich habe vergessen, wann ich zuletzt ein Buch innerhalb eines Tages verschlungen habe! Schon von der ersten Seite an hat Die Nacht von Lissabon von Erich Maria Remarque mich mitgerissen und nicht mehr losgelassen. Die Geschichte ist so unendlich traurig und schön zugleich. Der Schreibstil ist einladend und atmosphärisch – man hat das Gefühl, selbst in den Nachtcafés von Lissabon zu sitzen und Josef zuzuhören, während er seine Geschichte erzählt. Die Handlung spielt im Jahr 1942, während des Zweiten Weltkriegs. Lissabon wird dabei als letzter sicherer Hafen für Flüchtlinge aus dem von Krieg und Verfolgung gezeichneten Europa beschrieben. In dieser bedrückenden historischen Kulisse entfaltet sich die bewegende Geschichte von Josef und Helen – zwischen Angst, Hoffnung und der Suche nach einem Neubeginn. Helen ist meine Heldin. Ihr Lebenswille, ihr Streben nach Selbstbestimmung und Liebe sind unglaublich und inspirierend. Die tiefe Verbindung zwischen ihr und Josef, gepaart mit der ständigen Bedrohung durch die düstere Zeit, macht die Geschichte umso bewegender. Das Buch berührt auf eine Weise, die noch lange nachhallt – ein Meisterwerk über Liebe, Verlust und die Hoffnung auf ein neues Leben in Zeiten wo Hoffnung so schwer war …
Am Ende des Jahres noch ein Jahreshighlight 🌟🌟🌟🌟🌟🌟🌟
Es ist die Geschichte einer Liebe, die in Osnabrück beginnt, in Lissabon endet. Es ist aber auch viel mehr als eine Liebesgeschichte. Es ist Flucht , Vertreibung und Verzweiflung während des zweiten Weltkrieges. Und es ist noch soviel mehr. Unbedingt lesen!!
So düster, so wichtig, so wahr
"Ich war ein fremder Mensch , der für eine Nacht seinen Weg kreuzte und vor dem er keine Hemmungen zu haben brauchte. Eingehüllt in einen anonymen Mantel eines fernen, toten Namens - Schwarz - begegnete er mir, und wenn er den Mantel abwarf, warf er damit auch seine Persönlichkeit ab und verschwand wieder in der anonymen Menge, die dem schwarzen Tor an der letzten Grenze zuwandert, wo man keine Papiere braucht und von wo man niemals ausgewiesen und zurückgeschickt wird ( S. 110)." In einer Nacht in Portugal des Jahres 1942 trifft der Ich-Erzähler auf einen Unbekannten, der ihm zwei Schiffspassagen und amerikanische Visa für die Flucht vor den Nazis anbietet. Im Gegenzug möchte der Unbekannte ihm seine Geschichte über Flucht und Liebe, den Krieg, Verlust und Überleben erzählen. In seinem Roman schafft es Erich Maria Remarque (1898-1970), geboren in Osnabrück, die Essenz des Krieges, seine Düsternis, den Schmerz und den damit einhergehenden Verlust unser allerselbst einzufangen. Gleichzeitig verwebt er eine Geschichte der Liebe zwischen dem Unbekannten Schwarz und seiner Frau Helen in seine Zeilen, die schön und traurig zu gleich ist. Remarque benutzt eine unglaubliche Sprache, reiht nicht einfach nur aneinander, sondern malt geradezu Wörter. Wörter, die berühren, die betroffen machen, die teilweise so aktuell klingen als passiere alles heute und nicht damals, vielleicht tut es das ja auch. Ich bin tief beeindruckt von Remarque, der immer wieder über sein Deutschland schrieb. Ich möchte unbedingt noch mehr von ihm lesen!

Sehr gut!
Die Nacht von Lissabon ist ein Roman über Flucht, Verlust und die seelische Entwurzelung derer, die vor dem NS-Regime fliehen. In der Hafenstadt Lissabon, wo sich zahllose Flüchtlinge in der Hoffnung auf ein Visum versammeln, begegnet der Ich-Erzähler einem geheimnisvollen Mann. Dieser bietet ihm die rettenden Papiere für die Überfahrt nach Amerika – unter einer Bedingung: Er muss sich in dieser einen Nacht seine Geschichte anhören. Der Fremde, Josef Schwarz, erzählt von seiner Flucht aus Deutschland und seiner großen Liebe zu Helen. Gemeinsam versuchen sie, dem Krieg zu entkommen, doch ihr Weg ist geprägt von Angst, Verlust und der ständigen Ungewissheit. Ihre Liebe gibt ihnen Kraft, doch sie bleibt ein Kampf gegen eine übermächtige Realität, in der es für sie kaum eine Zukunft gibt. Schließlich wird deutlich, dass Hoffnung und Verzweiflung oft nur einen Moment auseinanderliegen. Remarque schildert mit melancholischer Intensität nicht nur die äußere Flucht, sondern auch die innere Rastlosigkeit seiner Figuren. Josef und Helen stehen für eine ganze Generation, die zwischen Vergangenheit und ungewisser Zukunft gefangen ist. Fazit: Ein zutiefst bewegender Roman über Liebe, Heimatlosigkeit und das Scheitern aller Hoffnungen im Angesicht des Krieges. Eindringlich, poetisch und von zeitloser Aktualität.
Eine Geschichte über eine Liebe in Zeiten der Emigration und der angsterfüllten Flucht durch halb Frankreich bis nach Lissabon. Remarque bettet dies als Binnenerzählung in einen Rahmen ein, der in einer Nacht in Lissabon im Jahr 1942 spielt. Ein Mann namens Schwarz schenkt dem namenlosen Ich-Erzähler zwei Schiffskarten für die Reise über den Atlantik unter der Bedingung, dass er ihm in der kommenden Nacht seine Lebensgeschichte erzählen darf. Sprachlich ist diese Erzählung aber nicht in indirekter Rede gehalten, sondern sehr dialog- und handlungslastig. So gehetzt wie die Flucht von Schwarz mit seiner Ehefrau vor der Gestapo ist, so gehetzt wirkt auch das Erzähltempo. Die Sprache ist auf das Mindestmaß reduziert und durch äußerst kurze Sätze geprägt. Dadurch gewinnt die Geschichte an Tempo und Spannung. Trotzdem blieb ich recht emotionslos bei der Lektüre, weil mich Remarques Erzählstil einfach nicht bewegt. Wenn ich es zum Beispiel mit der Fluchtgeschichte bei Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ vergleiche, dann ist da im Bezug auf Symbolik und Charakterdarstellung eine sehr großer Qualitätsunterschied.
Eine Geschichte über eine Liebe in Zeiten der Emigration und der angsterfüllten Flucht durch halb Frankreich bis nach Lissabon. Remarque bettet dies als Binnenerzählung in einen Rahmen ein, der in einer Nacht in Lissabon im Jahr 1942 spielt. Ein Mann namens Schwarz schenkt dem namenlosen Ich-Erzähler zwei Schiffskarten für die Reise über den Atlantik unter der Bedingung, dass er ihm in der kommenden Nacht seine Lebensgeschichte erzählen darf. Sprachlich ist diese Erzählung aber nicht in indirekter Rede gehalten, sondern sehr dialog- und handlungslastig. So gehetzt wie die Flucht von Schwarz mit seiner Ehefrau vor der Gestapo ist, so gehetzt wirkt auch das Erzähltempo. Die Sprache ist auf das Mindestmaß reduziert und durch äußerst kurze Sätze geprägt. Dadurch gewinnt die Geschichte an Tempo und Spannung. Trotzdem blieb ich recht emotionslos bei der Lektüre, weil mich Remarques Erzählstil einfach nicht bewegt. Wenn ich es zum Beispiel mit der Fluchtgeschichte bei Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ vergleiche, dann ist da im Bezug auf Symbolik und Charakterdarstellung eine sehr großer Qualitätsunterschied.
Eine Geschichte über eine Liebe in Zeiten der Emigration und der angsterfüllten Flucht durch halb Frankreich bis nach Lissabon. Remarque bettet dies als Binnenerzählung in einen Rahmen ein, der in einer Nacht in Lissabon im Jahr 1942 spielt. Ein Mann namens Schwarz schenkt dem namenlosen Ich-Erzähler zwei Schiffskarten für die Reise über den Atlantik unter der Bedingung, dass er ihm in der kommenden Nacht seine Lebensgeschichte erzählen darf. Sprachlich ist diese Erzählung aber nicht in indirekter Rede gehalten, sondern sehr dialog- und handlungslastig. So gehetzt wie die Flucht von Schwarz mit seiner Ehefrau vor der Gestapo ist, so gehetzt wirkt auch das Erzähltempo. Die Sprache ist auf das Mindestmaß reduziert und durch äußerst kurze Sätze geprägt. Dadurch gewinnt die Geschichte an Tempo und Spannung. Trotzdem blieb ich recht emotionslos bei der Lektüre, weil mich Remarques Erzählstil einfach nicht bewegt. Wenn ich es zum Beispiel mit der Fluchtgeschichte bei Anna Seghers „Das siebte Kreuz“ vergleiche, dann ist da im Bezug auf Symbolik und Charakterdarstellung eine sehr großer Qualitätsunterschied.
Flucht und Schicksal - eine düstere Geschichte der Emigranten während der Hitlerzeit
Remarque thematisiert in diesem Roman zahlreiche wichtige Aspekte, die mit dem zweiten Weltkrieg und dessen Nachwirkungen zutun haben. Er spricht Themen an, wie das Schicksal der Flüchtlinge und ihren Leidensweg. Zeigt uns auf, dass Flüchtlinge unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit auch anders behandelt werden. Die Absurdität eines Krieges, welcher nicht nur auf dem Schlachtfeld stattfindet sondern auch bei den Zivilisten, die sich zahlreichen Bedrohungen und Ängsten aussetzen müssen. Remarque setzt sich auch mit der Frage nach der Identität und dem Verlust auseinander. Die Erfahrung einer Entwurzelung, die wiederum zu einer existenziellen Krise führt und der Menschlichkeit und Solidarität eines fremden Menschen, der einen wieder ins Leben holt und für einen kurzen, doch so wichtigen Moment Hoffnung schenkt. Allerdings müssen wir auch leider die Unausweichlichkeit des Schicksal erfahren und lernen damit umzugehen.






















