Arc de Triomphe

Arc de Triomphe

Softcover
3.919
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Description

Arc de Triomphe - Remarques zweiter Welterfolg nach Im Westen nichts Neues: Eine leidenschaftliche Chronik über Exil, Liebe und Widerstand im Paris der Vorkriegszeit.

In Arc de Triomphe erzählt Remarque die dramatische Geschichte des nach Paris emigrierten Arztes Ravic. Vor dem Hintergrund des nahenden Zweiten Weltkriegs entspinnt sich ein bewegendes Schicksal im Exil, geprägt von der Liebe zu zwei Frauen und dem erbitterten Hass auf einen Gestapo-Agenten. Ravics persönliche Geschichte spiegelt den Aufstand gegen den Terror einer ganzen Epoche wider.

Mit großer Intensität und Einfühlsamkeit schildert Remarque die Atmosphäre im Paris der späten 1930er Jahre. Er zeichnet das Porträt einer Generation, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung hin- und hergerissen ist, und schafft unvergessliche Charaktere. Arc de Triomphe ist eine ergreifende Liebesrhapsodie und ein zeitloses Zeugnis der Menschlichkeit im Angesicht von Krieg und Unterdrückung - »eine Chronik, wie die moderne Literatur nur wenige kennt« (FAZ).

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Softcover
Pages
704
Price
18.50 €

Author Description

Erich Maria Remarque, 1898 in Osnabrück geboren, besuchte das katholische Lehrerseminar. 1916 als Soldat eingezogen, wurde er nach dem Krieg zunächst Aushilfslehrer, später Gelegenheitsarbeiter, schließlich Redakteur in Hannover und Berlin. 1932 verließ Remarque Deutschland und lebte zunächst im Tessin/Schweiz. Seine Bücher »Im Westen nichts Neues« und »Der Weg zurück« wurden 1933 von den Nazis verbrannt, er selber wurde 1938 ausgebürgert. Ab 1939 lebte Remarque in den USA und erlangte 1947 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1970 starb er in seiner Wahlheimat Tessin.

Posts

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All
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„Arc de Triomphe” von Erich Maria Remarque ist für mich ein großartiger, melancholischer und zugleich sehr lebendiger Roman über das Leben im Exil, über Rache, Liebe und das Überleben am Rande der Geschichte – getragen von einer unvergleichlichen Pariser Atmosphäre und einem Protagonisten, der mich lange nicht losgelassen hat. …

Im Mittelpunkt steht Ravic, ein hochqualifizierter deutscher Chirurg, der unter falschem Namen illegal in Paris lebt, nachdem er aus einem Konzentrationslager geflohen ist. Er operiert heimlich in renommierten Kliniken, ohne Anerkennung und ohne Papiere, immer in der Gefahr, abgeschoben zu werden, und betäubt seine Vergangenheit mit Alkohol, Zynismus und der trostlosen Eleganz der Pariser Nachtlokale. Dann begegnet er Joan Madou, einer jungen Frau, die er an der Seine vom Selbstmord abhält, und mit ihr entsteht eine Liebe, von der beide wissen, dass sie nie auf festem Boden stehen kann. Gleichzeitig entdeckt Ravic eines Tages den Gestapoagenten Haake, der für die Folterung und den Tod seiner früheren Geliebten Sybil verantwortlich war – und seitdem kreisen seine Gedanken um Rache. Besonders beeindruckt hat mich, wie Remarque Paris als Ort der schwebenden Zwischenexistenz zeichnet: Die Stadt strahlt Eleganz und Genuss aus, aber für Ravic und die anderen Emigranten ist sie kein Zuhause, sondern ein Wartezimmer vor dem nächsten Absturz. Die Bars, Hotels und Straßen wirken fast filmisch – es überrascht nicht, dass der Roman 1948 mit Ingrid Bergman verfilmt wurde. Remarques Sprache ist direkt, bildstark und manchmal von einer fast lakonischen Traurigkeit, die sehr viel tiefer geht als vordergründige Sentimentalität. Die Liebesgeschichte zwischen Ravic und Joan ist leidenschaftlich und zärtlich, aber von Anfang an von einer wissenden Vergänglichkeit durchdrungen: Beide ahnen, dass ihnen die Zeit davonläuft, und genau diese Mischung aus Intensität und Unausweichlichkeit macht sie so berührend. Was mich nachhaltig beschäftigt, ist der Blick auf den Einzelnen im Angesicht von Geschichte und Terror. Ravic ist kein Held im klassischen Sinne: Er rächt sich, liebt, trinkt, hilft anderen, leidet still. Der Triumphbogen, nach dem der Roman benannt ist, steht dabei für die Remarque typische bittere Ironie – ein Denkmal des Sieges, das in Wirklichkeit die Besiegten, die Exilierten und die Toten beherbergt. Das Ende ist – ohne zu viel zu verraten – konsequent und ohne falsche Hoffnung, und doch endet der Roman nicht ohne eine letzte, zaghafte Geste des Weiterlebens. Für mich ist „Arc de Triomphe” ein großer, zeitloser Roman, der über seinen Entstehungskontext hinaus berührt – ein Buch über Würde im Exil, über Liebe unter Druck und über die unmögliche Sehnsucht nach einem normalen Leben, das die Geschichte einem nicht gönnt.

„Arc de Triomphe” von Erich Maria Remarque ist für mich ein großartiger, melancholischer und zugleich sehr lebendiger Roman über das Leben im Exil, über Rache, Liebe und das Überleben am Rande der Geschichte – getragen von einer unvergleichlichen Pariser Atmosphäre und einem Protagonisten, der mich lange nicht losgelassen hat.

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Eine perfekter Herbstklassiker

Der von der Gestapo gefolterte Ravic lebt in den 30er Jahren als passloser deutscher Refugié in Paris. Da er ein ausgezeichneter Chirurg ist, kann er sich mit anspruchsvollen Operationen, für die er schwarz bezahlt wird, über Wasser halten. Eines Nachts lernt er die Italienerin Joan auf den Straßen Paris kennen. Ravic, schwer traumatisiert durch die Folter, süchtig nach Alkohol und vom Beruf her schon eher emotionskalt, verliebt sich entgegen seiner Erwartung. Doch was wird aus einer Liebe, wenn Europa 1939 aufgeladen ist von Hass und Kriegstreiberei und Ravic ständig Angst haben muss, in ein Konzentrationslager verschleppt zu werden? Und dann begegnet Ravic eines Tages seinem Foltererer… Ich liebe Remarque, aber dieser Roman hat mich wieder ganz neu zum Fan werden lassen. „Arc de Triomphe“ ist ein zeitpolitischer Roman, der die Situation eines Exilanten vor Beginn des 2. Weltkriegs thematisiert. Remarque schreibt sehr zeitlos und lehrreich über Themen wie Flucht, Krieg und Armut. An vielen Stellen habe ich gruselige Aktualität feststellen können. Zeitlos ist auch die intensive Liebesbeziehung, die er zwischen Ravic und Joan entfaltet, und die von Remarques Liaison mit Marlene Dietrich inspiriert ist. Volle Leseempfehlung für einen humanistischen Roman, der an Bedeutsamkeit und Aktualität (bis auf das N*Wort) nichts verloren hat, der düster aber lebensbejahend ist, und das liebe ich so an Remarque! Wieder mal hat Remarque großartige Figuren erschaffen. Nie darf vergessen werden, dass der linke, pazifistische Remarque einst das Feindbild der Nazis war und seine Werke 1933 verbrannt wurden. Auch „Arc de Triomphe“ steht gegen alles Schlechte, was wir zur Zeit in unserer Welt so beobachten können.

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Das ganze Buch war wie der Schwebezustand, in dem sich die Hauptfigur auch befand. Er wusste nicht was passieren wird und genauso hat sich der Leser gefühlt. Ich hatte das Gefühl ich komme nicht voran mit dem Buch und dafür, dass es so viele Seiten hat, passiert ja auch erstaunlich wenig. Der Lesefluss war dank der Schreibweise von Remarque jedoch wieder sehr gut.

4

Nachdem mich "Im Westen Nichts Neues" bereits begeistert hatte, war ich umso gespannter darauf zu erfahren, wie es mir mit den anderen Titeln von Erich Maria Remarque ergehen würde. Enttäuscht wurde ich nicht. Schon vom ersten Satz an hat Remarque mich wieder in seinen Bann gezogen. Der Mann kann schreiben. Und den Menschen in die Seele blicken. Und das zu Papier bringen. Auf eine trockene, aber dennoch sehr berührende Art und Weise. Man kann dieses Buch als Liebesgeschichte bezeichnen, aber es ist so viel mehr. Es ist ein Bildnis des Lebens in einer Zeit, die in den Abgrund stürzt. Das Leben eines guten Menschen, der in diese Zeit geboren wurde und versucht, so weit wie möglich ein guter Mensch zu bleiben. Doch wie geht das, nach diesem Krieg, vor dem nächsten? Gibt es Seelenheil zwischen zwei Katastrophen? Ist es überhaupt sinnvoll, sich auf die Liebe einzulassen? Remarque kann wie kaum jemand sonst den Krieg beschreiben. Hemingway gehört für mich noch in diese Gruppe. Wobei ich mehr und mehr in die Remarqu'sche Richtung tendiere. Seine Texte gehen mir sehr nahe und rühren tief. Bewegen mich. Auch noch lange nach dem Lesen.

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