Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße
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Description
Michael Hartung bekommt überraschend Besuch von einem Journalisten, der über eine Massenflucht aus der DDR recherchiert, bei der 127 Menschen vom Bahnhof Friedrichstraße in den Westen gelangten. Der Journalist hat Stasi-Akten entdeckt, aus denen hervorgeht, dass Hartung, der früher als Stellwerksmeister gearbeitet hatte, die Flucht eingefädelt haben soll .
Hartung dementiert zunächst, ist aber nach Zahlung eines ordentlichen Honorars und ein paar Bieren bereit, die Geschichte zu bestätigen. Schließlich war er noch nie ein Held, und wenn es nun mal so in den Akten steht … Nur wenig später reißen sich die Medien um ihn, Hartung wird in Talkshows eingeladen, vom Bundespräsidenten empfangen, seine Geschichte soll Vorlage für ein Buch und einen Kinofilm werden. Doch dann trifft er Paula, sie war als Kind in jenem S-Bahn-Zug, der in den Westen umgeleitet wurde. Die beiden verlieben sich ineinander – und Hartung spürt, dass er einen Ausweg aus dem Dickicht der Lügen finden muss. Obwohl es dafür eigentlich schon zu spät ist.
Book Information
Author Description
Maxim Leo wurde 1970 in Ostberlin geboren. Er schreibt gemeinsam mit Jochen Gutsch Bestseller über Alterspubertierende und sprechende Katzen, außerdem Drehbücher für den »Tatort«. Für sein autobiografisches Buch »Haltet euer Herz bereit« wurde er 2011 mit dem Europäischen Buchpreis ausgezeichnet. 2014 erschien sein Krimi »Waidmannstod«, 2015 »Auentod«. 2019 erschien sein autobiografisches Buch »Wo wir zu Hause sind«, das wie der Roman »Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße« (2022) zum Bestseller wurde.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
"Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" ist ein kurzweiliger Roman, in dem sowohl die Politik als auch die Medienwelt gekonnt auf die Schippe genommen werden. Vor dem Hintergrund des 30. Jahrestages des Mauerfalls hat der Autor eine Geschichte um den Anti-Helden Michael Hartung entsponnen, die die Macht der Lüge zeigt und wie sich die Sichtweisen der Menschen verändern, wenn aus einem scheinbar unsichtbaren Mann ein "Held des Alltags" wird, der sogar Zeitgeschichte schreibt. Sehr unterhaltsam, gut lesbar, interessant, vielschichtig und humorvoll - von mir eine Leseempfehlung
Kurzweilige, humorvolle und unterhaltsame Geschichte eines Mannes, der gegen seinen Willen zum Helden wird, dabei war seine "Fluchthilfe aus der DDR" doch blanker Zufall. Mir hat die Geschichte ausnehmend gut gefallen, vor allem auch der humorvolle Blick auf Vorurteile und festgefahrene Meinungen zu Ost und West. Herzerwärmend, witzig und treffend.
Überraschend bekommt Michael Hartung Besuch von einem Journalisten, der eine spektakuläre Massenflucht aus der DDR recherchiert. 127 Menschen gelangten vom Bahnhof Friedrichstraße in den Westen. In neu entdeckten Stasi-Akten stößt er auf Hartung, der als ehemaliger Stellwerksmeister die Flucht eingefädelt haben soll. Die Geschichte lässt sich insgesamt gut und flüssig lesen. Allerdings blieb der erhoffte Humor für mich weitgehend aus. Auch die Liebesgeschichte konnte mich emotional nicht wirklich abholen. Interessanterweise hat mir die Verfilmung, die ich letzte Woche im Kino angesehen habe, hier deutlich besser gefallen als das Buch. Ich fand die Verfilmung tatsächlich von der Geschichte einfach runder, der Humor kam besser rüber und vor allem das Ende hat für da besser gefallen. Vielleicht lag es auch daran, dass im Film die Geschichte umstrukturiert wurde.

Etwas klamaukig, aber mit tiefgehender Botschaft.
Maxim Leo beschreibt das Spannungsverhältnis zwischen Ost und West 30 Jahre nach dem Fall der Mauer anhand der Lebensgeschichte von Michael Hartung. Hartung ist ein gescheiterter Charakter, der in der DDR durch Zufall 127 Menschen zur Flucht verholfen hat. Ca. 35 Jahre später wird er aufgrund von (gewollten) Missverständnissen zum Helden. Er lässt mit Unterstützung eines Journalisten Menschen aus Ost und West in dem Glauben, dass er mit Vorsatz und aus tiefer Überzeugung den Zug am Bahnhof Friedrichstraße in den Westen Berlins umgeleitet hat und damit zum uneigennützigen Fluchthelfer wurde. Im Laufe der Geschichte enttarnen ihn immer mehr Menschen, die z.T. aber auch kein Interesse an der Wahrheit haben. In der 2. Hälfte des Buches geht es dann darum, wie Hartung aus dieser Geschichte raus kommt. Das macht M. Leo wirklich gut. Ich habe mich beim Lesen mehrmals gefragt, wie die Geschichte enden wird. Manches muss man sich auch selbst beantworten. Das Buch habe ich gerne gelesen. An manchen Stellen war viel Klamauk dabei, aber es hat mich auch zum Schmunzeln gebracht. Hier ein Auszug aus Hartungs Rede im Bundestag zum 30. Mauerfalljubiläum bezogen auf West- und Ostdeutsche: "Wir sind wie Geschwister, die bei geschiedenen Eltern aufgewachsen sind, dasselbe Blut haben, aber keine gemeinsamen Erfahrungen. Seit 30 Jahren suchen wir nach einer Wahrheit, die uns allen wahr erscheint, aber je länger es dauert, desto komplizierter wird es. Manchmal denke ich, eine Liebesgeschichte würde uns gut tun. Aber vielleicht reicht es ja auch schon, wenn wir ein bisschen neugierig aufeinander sind. Wenn wir ein paar echte Fragen stellen und wirklich zuhören." (S. 295) Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
Mehr Geschichte als Story
Ich hab das Buch von der Schule aus gelesen und für ein Schulbuch war es ganz ok. Das Buch erzählt von einer Massenflucht aus der DDR, was teilweise auch sehr spannend an zu vielen Stellen aber zu langweilig und wiederholend erzählt wurde. Ich finde das Buch wurde auf den ersten 50 Seiten erzählt und den Rest des Buches hätte man sich auch sparen könnten da es insgesamt sehr vorausschauend war und man sich denken konnte wohin es hinauslaufen wird. Trotzdem muss man auch erwähnen, dass es mal was anderes ist und nicht unbedingt etwas schlechtes ist. Meiner Meinung nach keine direkte Empfehlung, außer wenn lust hat etwas über die DDR zu erfahren als Roman und nicht typisches Geschichtsbuch verpackt.
„Ich frage mich, warum wir nicht alle so sein können, wie wir sind. Was ist so toll daran, gleich zu sein? … Wir sind wie Geschwister, die bei geschiedenen Eltern aufgewachsen sind, dasselbe Blut haben, aber keine gemeinsamen Erfahrungen. Seit 30 Jahren suchen wir nach einer Wahrheit, die uns allen wahr erscheint, aber je länger es dauert, desto komplizierter wird es. … Vielleicht reicht es ja auch schon, wenn wir ein bisschen neugierig aufeinander sind. Wenn wir ein paar echte Fragen stellen und wirklich zuhören.“ Auszug aus der Rede vom Protagonisten Michael Hartung Eine wirklich humoristische Geschichte über das Thema DDR und wie heute immernoch in Ost und West gedacht wird. Ich bin noch ganz knapp in der DDR geboren worden, aber viel davon mitbekommen habe ich nicht mehr. Ich kann mich also nicht hineinversetzen in die Zeit und demzufolge fand ich die Geschichte nett und durchaus lesenswert, war für mich aber jetzt kein Knaller.
Es ist für mich unverständlich, warum einige Leute bei der Lektüre dieses Romans laut lachen müssen, aber mir hat er richtig gut gefallen, ich fand ihn gut erzählt, interessant zu lesen und irgendwie besonders. Was würdest du tun, wenn du die Chance bekommen würdest, ein Held zu sein? Wenn man deine Geschichte nur ein bisschen anders erzählen müsste und schon wärst du ein Held - ein gerngesehener Talkshowgast, eine Werbeikone, ein Redner im Bundestag…? Würdest du bei der Wahrheit bleiben oder die Lüge in Kauf nehmen? Dieser Frage muss sich der Ex-Eisenbahner und Videothekenbesitzer Michael Hartung in diesem Roman stellen und es macht total Spaß, ihn bei der Suche nach seiner Antwort zu begleiten. 😊
Don’t judge a book by it‘s cover - oder vielleicht ja doch
Es gibt in der deutschen Literaturgeschichte genug Helden, die schon beim ersten Auftreten glänzen: strahlend, tatkräftig, unerschütterlich. Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße ist das genaue Gegenteil – und man möchte ihm gerade deshalb sofort die Hand geben. Das Buch hat einen Helden, der so unheldenhaft ist, dass man ihn gerade deshalb von Anfang an ins Herz schließen und ein Bierchen mit ihm trinken möchte. Dieser Protagonist ist kein Rebell, kein Freiheitskämpfer, kein moralisches Denkmal. Er ist gemütlich, leicht trottelig, charmant, ungeschickt, oftmals auch alles in einem, ein Gesamtpaket wie er im Buche steht – kurz: ein Mensch wie es ihn wirklich geben könnte. Die Stärke des Romans liegt in dieser schiefen Balance: Komik und Geschichte reichen sich die Hand, ohne dass das eine das andere erdrückt. Was in vielen DDR-Romanen zur bleischweren Kulisse wird, verwandelt sich hier in eine Bühne für Situationskomik. Die Figuren? Sympathisch bis in die Nebenrollen hinein. Keine ostdeutsche Karikatur, kein „lustiger Ossi“ zum Abhaken. Sondern Menschen, die man sofort an den Küchentisch setzen und Zeit mit ihnen verbringen möchte. Sprachlich bewegt sich der Roman auf einer angenehm flüssigen Bahn (pardon), ohne literarischen Würgereiz zu erzeugen. Kein Satz zu viel, kein Satz zu schwer – und trotzdem genug Substanz, um nicht als Kiosklektüre durchzugehen. Dass sich das Buch leicht wegliest, ist gerade seine Kunst. Und schließlich das Offensichtliche: das Cover. „Don’t judge a book by its cover“ heißt es im Englischen. Zugegriffen habe ich hier nur, weil ich es unglaublich schön finde. Aber hier - hier darf man es ausnahmsweise doch „judgen“. Denn der Inhalt ist so stimmig, dass er das Versprechen des Äußeren nicht nur einlöst, sondern übertrifft. Fazit: Dieses Buch ist ein Geschenk. Intelligent, unterhaltsam, warmherzig – ein Stück Literatur, das beweist, dass sich Komik und Geschichte nicht ausschließen, sondern gegenseitig beflügeln. Also wer hier kein Feeling-Good-Vibes bekommt… Das Buch hier - das ist ganz klar eins, dass sich nun in die Sparte „Lieblingsbücher“ einreiht.
Gut zu lesen, guter Erzählstil. Story selbst wenig überzeugend.
Das Buch ist gut zu lesen, mir gefiel auch der Erzählstil von Maxim Leo gefällt mir. Die Story der „Massenflucht“ dagegen finde ich wenig überzeugend, es ist ein Märchen. Die Charaktere sind gut beschrieben, alle irgendwie auch sympathisch. Am besten finde ich die Geschichte, wie aus einer kleinen Lüge eine viel größere wird, aus der es kaum ein Entkommen gibt. Und die Rolle des Journalisten, der eine kleine Story zu einer Sensation aufbauscht. Die Humorvoll, wie manch andere hier fand ich das Buch zu keiner Zeit. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, daß ich einmal den Stasiknast in Hohenschönhausen besucht habe ( sehr zu empfehlen, unbedingt mit Führung) und ich selbst Erfahrungen mit der ehemaligen Grenze habe. Inzwischen sind es fast 35 Jahre her als die Mauer fiel. Ich wünsche mir, daß wir aufhören, immer noch in Ost-West-Schemata zu denken .Miteinander statt übereinander reden. Und neugierig auf den Anderen und das Andere zu sein.
„Vielleicht sollten wir damit aufhören von den Ostdeutschen und von den Westdeutschen zu sprechen. Ich meine, was hat ein Hamburger mit einem Oberbayern zu tun? Und ein Mecklenburger mit einem Sachsen? Wir sollten aufhören, uns gegenseitig zu beschuldigen und zu belehren." Michael Hartung, ein Videotheken-Besitzer, bekommt Besuch von einem Journalisten. Der Journalist hat Stasi-Akten in die Hände bekommen, in denen davon die Rede ist, dass Hartung 127 Menschen zur Flucht aus der DDR geholfen hat, in dem er einen Zug am Bahnhof Friedrichstraße in den Westen umgeleitet hat. Zunächst bestätigt er die Geschichte nicht, doch als er erfährt, dass das Honorar für die Story, die nächste Miete für die Videothek decken würde, ist er bereit ein Interview zu geben. Und Akten lügen ja nicht, oder? Es kommt, wie es kommen muss. Es ist kurz vor dem 30jährigen Mauerfalljubiläum und die Medien reißen sich, um den "neuen" Helden und seine Geschichte. Selbst der Bundespräsident lädt ein. Doch wie lange kann Hartung mit dieser Lüge vor ganz Deutschland bestehen. Und dann ist da auch noch Paula, die damals in dem Zug war und in die sich Hartung Hals über Kopf verliebt hat. Ein wirklich sehr, sehr gutes Buch. Und sehr klug. Tolles Personal. Da ist dieser wunderbare Anti-Held, der jetzt mit seinem Gewissen im Konflikt ist. Der Journalist, der auch mal Anerkennung haben will. Ein ehemaliger ostdeutscher Bürgerrechtler, der jedoch langsam Selbstzweifel bekommt und ein alter Stasioffizier mit einer Finnhütte am See. Um hier nur einige zu nennen. Die Charaktere sind einfach wirklich gut beschrieben und man schließt sie eigentlich alle ins Herz. Und immer wieder die Fragen: braucht Geschichte Helden und wer mach die Geschichte überhaupt? Und warum sind sich Ost-und West bis heute noch fremd? Das Buch findet natürlich nicht DIE Antwort, aber gibt einem gute Ansätze zum nachdenken. Ein kluges Buch zum schmunzeln, aber manchmal auch mit ernsten Tönen. Absolute Leseempfehlung.

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße - Zwischen Heldentum, Erinnerung und Wahrheit
Die Grundidee von „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ von Maxim Leo ist wirklich stark: Ein vermeintlicher Held aus dem Jahr 1989, dessen Geschichte Jahrzehnte später hinterfragt wird – das bietet enormes Potenzial. Gerade die Verbindung von historischer Realität und persönlicher Wahrheit macht neugierig und verspricht eigentlich einen tiefgründigen, spannenden Roman. Umso enttäuschender ist es, dass das Buch dieses Potenzial nur teilweise ausschöpft. Die Handlung bleibt über weite Strecken vorhersehbar und entwickelt kaum echte Spannung. Besonders die großen Themen – Schuld, Wahrheit und Selbstbild – werden zwar angesprochen, aber nicht konsequent vertieft. Hier hätte man sich deutlich mehr psychologische Tiefe und mutigere Zuspitzungen gewünscht. Auch der Ton wirkt nicht immer passend: Der oft leichte, ironische Stil nimmt der Geschichte an einigen Stellen die emotionale Wucht. Gerade angesichts des historischen Hintergrunds hätte ein ernsterer, intensiverer Zugang besser funktioniert. So bleibt vieles etwas zu glatt und verliert an Nachdruck. Positiv ist dennoch der zugängliche Schreibstil, der das Buch leicht lesbar macht, sowie die grundsätzlich interessante Perspektive auf die DDR-Vergangenheit und ihre Nachwirkungen. Allerdings reicht das nicht aus, um die inhaltlichen Schwächen vollständig auszugleichen. Besonders schade ist, dass die Geschichte rein fiktiv ist – sie wirkt so nah an der Realität, dass man sich unweigerlich fragt, wie stark ein solcher Stoff gewesen wäre, wenn er auf wahren Begebenheiten beruhen würde. Fazit: Eine sehr gute Idee, die leider nicht konsequent genug umgesetzt wird. Unterhaltsam, aber mit deutlich mehr verschenkten Möglichkeiten als echten Höhepunkten. Von mir daher 6 von 10 P. (abgeschlossen 10.04.2026)

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße Maxim Leo Sprecher: Peter Kurt Michael Hartung ist ein Loser, ambitionslos und ein Nichtstuer, aber er geniesst das herrliche Nichts, indem er stundenlang in seiner Videothek sitzt und in die Gegend starrt. Kundschaft bleibt seit langem aus, aber auch das würde ihn nicht stören, wenn das Geld nicht auch gleichzeitig ausbliebe. Er hatte kein Glück im Leben: Nach dem Mauerfall ist er in den Westen gezogen, Frau und Tochter haben ihn verlassen und beruflich hat er mit der Videothek auch aufs falsche Pferd gesetzt. Wovon jetzt also die Ladenmiete bezahlen? Sein Leben verändert sich schlagartig, als der Journalist Alexander Landmannn seinen Laden betritt. Dieser recherchiert über eine spektakuläre Massenflucht aus der DDR, bei der 127 Menschen in einem S-Bahnzug am Bahnhof Friedrichstraße in den Westen gelangten. Landmann hat Stasi-Akten entdeckt, aus denen hervorgeht, dass Hartung, der früher Stellwerksmeister am Bahnhof Friedrichstraße war, die Weiche so umstellte, das der Zug in den Westen gelangte. Hartung ist jedoch alles andere als ein Held und die Weiche hat er damals versehentlich zerbrochen und nicht absichtlich umgestellt. Das große Geld lockt und Landmann braucht dringend eine gute Story - warum also nicht die Geschichte ein wenig verändern und ausschmücken? Hartung wird über Nacht zum Held. Tritt in Shows auf und erzählt jedem, der es hören möchte, seine erfundene Geschichte. Das geht genau so lange gut, bis er Paula, die damals mit ihren Eltern in dem besagten Zug saß, trifft. Frage: Bleibt der Loser am Ende der Loser oder kann ein Loser auch zum Helden werden? Maxim Leo hat hier ein wunderbares, humorvolles Buch mit Tiefgang geschrieben. Er weist auf die noch immer komplizierte Beziehung zwischen Ost- und Westdeutschland hin. Den einsamen Protagonisten Hartung kann man mit seiner bescheidenen Art einfach nur ins Herz schliessen und ihm deshalb die eine oder andere „Umgestaltung der Wahrheit“ verzeihen. Auf jeden Fall muss auch der Sprecher des Hörbuchs hier erwähnt werden: Peter Kurt mit seiner unverwechselbaren Stimme wusste dieses großartige Buch zu verfeinern. Grosse Lese/Hörempfehlung von mir. 4½ Sterne
Klappentext hat viel versprochen, Buch aber nur wenig umgesetzt.
Der Klappentext hat mich total angesprochen. Eine Massenflucht aus der DDR nach Westdeutschland per Bahnverkehr. Klang super spannend, allerdings hat mir die Umsetzung überhaupt nicht gut gefallen. Der Fokus basierte auf der Ausschmückung einer Lüge und das ganze Drumherum der beteiligten Personen. Leider nicht mein Geschmack, hatte mir deutlich mehr erhofft.
Das Buch handelt von einem Held der gar kein Held ist, eine Heldentat wird 30 Jahre nach Ereignis aufgeblasen und er erhält alle möglichen Ehren und Aufmerksamkeiten wie FernsehShows, Treffen mit dem Bundespräsident etc. er bekommt Gewissensbisse und er trifft eine junge Dame, die von der Heldentat betroffen ist. Er verliebt sich und kann mit den Gewissensbissen nicht leben, ich glaube er öffnet sich ihr gegenüber, aber ich weiß nicht mehr wie sie reagiert.
Kurzweiliges Buch was mit den Vorurteilen der DDR spielt. Habe ich gerne gelesen
Michael Hartung bekommt überraschend Besuch von einem Journalisten, der über eine Massenflucht aus der DDR recherchiert, bei der 127 Menschen vom Bahnhof Friedrichstraße in den Westen gelangten. Der Journalist hat Stasi-Akten entdeckt, aus denen hervorgeht, dass Hartung, der früher als Stellwerksmeister gearbeitet hatte, die Flucht eingefädelt haben soll. Hartung dementiert zunächst, ist aber nach Zahlung eines ordentlichen Honorars und ein paar Bieren bereit, die Geschichte zu bestätigen. Schließlich war er noch nie ein Held, und wenn es nun mal so in den Akten steht … Nur wenig später reißen sich die Medien um ihn, Hartung wird in Talkshows eingeladen, vom Bundespräsidenten empfangen, seine Geschichte soll Vorlage für ein Buch und einen Kinofilm werden. Doch dann trifft er Paula, sie war als Kind in jenem S-Bahn-Zug, der in den Westen umgeleitet wurde. Die beiden verlieben sich ineinander – und Hartung spürt, dass er einen Ausweg aus dem Dickicht der Lügen finden muss. Obwohl es dafür eigentlich
“Warum lasen die Menschen Bücher? Warum gingen sie ins Kino und ins Theater? Doch nicht, weil sie die Wahrheit wollten. Sie wollten träumen, sich in den Geschichten der anderen wiedererkennen. Und er, Hartung, half ihnen dabei.” Michael Hartung, der “Held” dieses Romans, sieht sich als eine Art Geschichtenerzähler. Er will ja eigentlich gar kein Held sein. Im September 2019, kurz vor dem 30. Jubiläum des Mauerfalls, bekommt der Videothekbesitzer Besuch von einem Journalisten, der Hartungs Namen in alten Stasi Akten gefunden hat. Missverständnisse, Geldsorgen und die Hoffnung auf einen großen Scoop sorgen letztendlich dafür, dass ganz Deutschland glaubt, Hartung habe als Stellwerkmeister am Bahnhof Friedrichstraße eine spektakuläre Massenflucht aus der DDR eingefädelt, indem er einem S-Bahn-Zug in den Westen verhalf. Wirklich recht ist es Hartung nicht, als die Story plötzlich größer ist als gedacht. Aber plötzlich bekommt er, ein eher verschlafener Taugenichts, Anerkennung von allen Seiten. Dabei ist es ihm fast wichtiger, dass seine erwachsene Tochter plötzlich Kontakt zu ihm aufnimmt, als die Einladungen in Talkshows und beim Bundespräsidenten. Dann taucht auch noch eine Frau auf, die als Teenagerin mit ihren Eltern in jener S-Bahn saß und während sich Hartung immer weiter in Lügen verstrickt wird gleichzeitig klar, dass es unmöglich ist, sie weiter aufrecht zu erhalten. Ein wenig erinnerte mich das Grundthema dieser Hochstaplergeschichte an “Lila, lila” von Martin Suter; doch der Fokus von “Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße” ist auch immer wieder auf unserem Umgang mit Erinnerungskultur. Zwar ist die Betrachtungsweise häufig überspitzt, aber doch irgendwie recht zutreffend, zum Beispiel beim Umgang der Medien mit den Themen, denen es weniger um die tatsächlichen Inhalte geht, sondern es fast zu einem Überbietungswettkampf kommt, wer die reißerischste Story hat. Immer wieder gibt es richtige gute Szenen, aber irgendwie konnte mich die Geschichte als Ganze nicht richtig packen.
„Die Wahrheit war, dass er mit gar nichts rechnete. Hartung konnten stundenlang so dasitzen, umgeben vom herrlichen Nichts.“ Michael Hartung hatte bisher kein großes Glück im Leben. Er glitt von einer Erfolglosigkeit in die nächste. Im September 2019 sitzt er in seiner Videothek, die längst kaum noch Kunden hat, und schaut einer seiner Lieblingsfilme. Winnetou hat es ihm angetan, oder Egon Olson, aber sehr gern auch Louis de Funès. Es fühlt sich ein bisschen an, als würde er zwischen seinen Eltern auf der Couch sitzen. Aber dann öffnet sich die Tür und die verrückte Geschichte beginnt. Ein Journalist kommt herein und bittet ihn die Geschichte zu erzählen, wie Hartung 127 Menschen die Flucht von Ost- nach Westberlin ermöglicht hat. Damals in der DDR, als Hartung noch als Stellwerksmeister in aller Ruhe seine Nachtschichten verschlief. So wäre es nicht gewesen, aber wiederum läuft die Videothek schlecht und die Miete muss gezahlt werden. Und schon läuft alles aus dem Ruder. Eine großartige Geschichte erzählt Maxim Leo da wieder. Hartung, der ehemalige DDR-Bürger, der in die Fänge der Journaille gerät. Wie Münchhausen einst wird seine Geschichte immer größer. Der Reporter dekoriert das kleine Missgeschick, das Hartung damals passiert ist, zu einem Heldenepos der Vergangenheit. Der schnöde Mammon, der bunte Blätterwald der Presse, der Lügen einfach blumig verpackt für alle zum Leben erweckt, und der kleine Mann, der sich auch ein Stück von der Torte wünscht und es eben noch schafft, nicht daran zu ersticken. Ein humoriger Roman, der im Hintergrund die Frage nach dem Preis des Erfolges klingen lässt. Nach Anstand und Moral, und danach, ob man die Welt nicht viel öfter hinterfragen sollte. Ein Roman, der Lesefreude bringt.
Ich habe diesen Roman nicht gelesen, sondern als Hörbuch gehört und muss als Erster die Auswahl des Sprechers loben. Er passt wirklich perfekt zu dieser Geschichte und ich habe es genossen, ihm zuzuhören. Die Geschichte selbst hat mir grundsätzlich auch gefallen. Ich mag Geschichten, in denen sich Menschen immer weiter in Lügen verstricken, weil ich diese Dynamik sehr spannend finde. In diesem Buch geht es um einen Mann, der von einem Journalisten für einen Helden gehalten wird. Ein Held, weil er vor vielen Jahren einer S-Bahn voller Menschen die Flucht aus Ost-Berlin in den Westen ermöglicht hat. Doch in Wirklichkeit ist er gar nicht dieser Held. Für Geld ist er aber bereit, dem Journalisten nach dem Mund zu reden - ohne damit zu rechen, welche Wellen diese Lüge schlägt.... Geschrieben ist diese Geschichte wirklich gut, in gedruckter Form hätte ich sie auch nicht weggelegt. Was mich ein wenig gestört hat, war die Tatsache, dass nicht wirklich deutlich wurde, wie die Menschen in der DDR gelitten haben. Alles was damit zu tun hatte, wurde entweder durch die Erinnerungen des Protagonisten schön gemalt oder wurden recht emotionslos und oberflächlich dargestellt. Das hat mich gestört. Doch die Geschichte an und für sich hat mir Spaß gemacht.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Michael Hartung bekommt überraschend Besuch von einem Journalisten, der über eine Massenflucht aus der DDR recherchiert, bei der 127 Menschen vom Bahnhof Friedrichstraße in den Westen gelangten. Der Journalist hat Stasi-Akten entdeckt, aus denen hervorgeht, dass Hartung, der früher als Stellwerksmeister gearbeitet hatte, die Flucht eingefädelt haben soll .
Hartung dementiert zunächst, ist aber nach Zahlung eines ordentlichen Honorars und ein paar Bieren bereit, die Geschichte zu bestätigen. Schließlich war er noch nie ein Held, und wenn es nun mal so in den Akten steht … Nur wenig später reißen sich die Medien um ihn, Hartung wird in Talkshows eingeladen, vom Bundespräsidenten empfangen, seine Geschichte soll Vorlage für ein Buch und einen Kinofilm werden. Doch dann trifft er Paula, sie war als Kind in jenem S-Bahn-Zug, der in den Westen umgeleitet wurde. Die beiden verlieben sich ineinander – und Hartung spürt, dass er einen Ausweg aus dem Dickicht der Lügen finden muss. Obwohl es dafür eigentlich schon zu spät ist.
Book Information
Author Description
Maxim Leo wurde 1970 in Ostberlin geboren. Er schreibt gemeinsam mit Jochen Gutsch Bestseller über Alterspubertierende und sprechende Katzen, außerdem Drehbücher für den »Tatort«. Für sein autobiografisches Buch »Haltet euer Herz bereit« wurde er 2011 mit dem Europäischen Buchpreis ausgezeichnet. 2014 erschien sein Krimi »Waidmannstod«, 2015 »Auentod«. 2019 erschien sein autobiografisches Buch »Wo wir zu Hause sind«, das wie der Roman »Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße« (2022) zum Bestseller wurde.
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"Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" ist ein kurzweiliger Roman, in dem sowohl die Politik als auch die Medienwelt gekonnt auf die Schippe genommen werden. Vor dem Hintergrund des 30. Jahrestages des Mauerfalls hat der Autor eine Geschichte um den Anti-Helden Michael Hartung entsponnen, die die Macht der Lüge zeigt und wie sich die Sichtweisen der Menschen verändern, wenn aus einem scheinbar unsichtbaren Mann ein "Held des Alltags" wird, der sogar Zeitgeschichte schreibt. Sehr unterhaltsam, gut lesbar, interessant, vielschichtig und humorvoll - von mir eine Leseempfehlung
Kurzweilige, humorvolle und unterhaltsame Geschichte eines Mannes, der gegen seinen Willen zum Helden wird, dabei war seine "Fluchthilfe aus der DDR" doch blanker Zufall. Mir hat die Geschichte ausnehmend gut gefallen, vor allem auch der humorvolle Blick auf Vorurteile und festgefahrene Meinungen zu Ost und West. Herzerwärmend, witzig und treffend.
Überraschend bekommt Michael Hartung Besuch von einem Journalisten, der eine spektakuläre Massenflucht aus der DDR recherchiert. 127 Menschen gelangten vom Bahnhof Friedrichstraße in den Westen. In neu entdeckten Stasi-Akten stößt er auf Hartung, der als ehemaliger Stellwerksmeister die Flucht eingefädelt haben soll. Die Geschichte lässt sich insgesamt gut und flüssig lesen. Allerdings blieb der erhoffte Humor für mich weitgehend aus. Auch die Liebesgeschichte konnte mich emotional nicht wirklich abholen. Interessanterweise hat mir die Verfilmung, die ich letzte Woche im Kino angesehen habe, hier deutlich besser gefallen als das Buch. Ich fand die Verfilmung tatsächlich von der Geschichte einfach runder, der Humor kam besser rüber und vor allem das Ende hat für da besser gefallen. Vielleicht lag es auch daran, dass im Film die Geschichte umstrukturiert wurde.

Etwas klamaukig, aber mit tiefgehender Botschaft.
Maxim Leo beschreibt das Spannungsverhältnis zwischen Ost und West 30 Jahre nach dem Fall der Mauer anhand der Lebensgeschichte von Michael Hartung. Hartung ist ein gescheiterter Charakter, der in der DDR durch Zufall 127 Menschen zur Flucht verholfen hat. Ca. 35 Jahre später wird er aufgrund von (gewollten) Missverständnissen zum Helden. Er lässt mit Unterstützung eines Journalisten Menschen aus Ost und West in dem Glauben, dass er mit Vorsatz und aus tiefer Überzeugung den Zug am Bahnhof Friedrichstraße in den Westen Berlins umgeleitet hat und damit zum uneigennützigen Fluchthelfer wurde. Im Laufe der Geschichte enttarnen ihn immer mehr Menschen, die z.T. aber auch kein Interesse an der Wahrheit haben. In der 2. Hälfte des Buches geht es dann darum, wie Hartung aus dieser Geschichte raus kommt. Das macht M. Leo wirklich gut. Ich habe mich beim Lesen mehrmals gefragt, wie die Geschichte enden wird. Manches muss man sich auch selbst beantworten. Das Buch habe ich gerne gelesen. An manchen Stellen war viel Klamauk dabei, aber es hat mich auch zum Schmunzeln gebracht. Hier ein Auszug aus Hartungs Rede im Bundestag zum 30. Mauerfalljubiläum bezogen auf West- und Ostdeutsche: "Wir sind wie Geschwister, die bei geschiedenen Eltern aufgewachsen sind, dasselbe Blut haben, aber keine gemeinsamen Erfahrungen. Seit 30 Jahren suchen wir nach einer Wahrheit, die uns allen wahr erscheint, aber je länger es dauert, desto komplizierter wird es. Manchmal denke ich, eine Liebesgeschichte würde uns gut tun. Aber vielleicht reicht es ja auch schon, wenn wir ein bisschen neugierig aufeinander sind. Wenn wir ein paar echte Fragen stellen und wirklich zuhören." (S. 295) Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
Mehr Geschichte als Story
Ich hab das Buch von der Schule aus gelesen und für ein Schulbuch war es ganz ok. Das Buch erzählt von einer Massenflucht aus der DDR, was teilweise auch sehr spannend an zu vielen Stellen aber zu langweilig und wiederholend erzählt wurde. Ich finde das Buch wurde auf den ersten 50 Seiten erzählt und den Rest des Buches hätte man sich auch sparen könnten da es insgesamt sehr vorausschauend war und man sich denken konnte wohin es hinauslaufen wird. Trotzdem muss man auch erwähnen, dass es mal was anderes ist und nicht unbedingt etwas schlechtes ist. Meiner Meinung nach keine direkte Empfehlung, außer wenn lust hat etwas über die DDR zu erfahren als Roman und nicht typisches Geschichtsbuch verpackt.
„Ich frage mich, warum wir nicht alle so sein können, wie wir sind. Was ist so toll daran, gleich zu sein? … Wir sind wie Geschwister, die bei geschiedenen Eltern aufgewachsen sind, dasselbe Blut haben, aber keine gemeinsamen Erfahrungen. Seit 30 Jahren suchen wir nach einer Wahrheit, die uns allen wahr erscheint, aber je länger es dauert, desto komplizierter wird es. … Vielleicht reicht es ja auch schon, wenn wir ein bisschen neugierig aufeinander sind. Wenn wir ein paar echte Fragen stellen und wirklich zuhören.“ Auszug aus der Rede vom Protagonisten Michael Hartung Eine wirklich humoristische Geschichte über das Thema DDR und wie heute immernoch in Ost und West gedacht wird. Ich bin noch ganz knapp in der DDR geboren worden, aber viel davon mitbekommen habe ich nicht mehr. Ich kann mich also nicht hineinversetzen in die Zeit und demzufolge fand ich die Geschichte nett und durchaus lesenswert, war für mich aber jetzt kein Knaller.
Es ist für mich unverständlich, warum einige Leute bei der Lektüre dieses Romans laut lachen müssen, aber mir hat er richtig gut gefallen, ich fand ihn gut erzählt, interessant zu lesen und irgendwie besonders. Was würdest du tun, wenn du die Chance bekommen würdest, ein Held zu sein? Wenn man deine Geschichte nur ein bisschen anders erzählen müsste und schon wärst du ein Held - ein gerngesehener Talkshowgast, eine Werbeikone, ein Redner im Bundestag…? Würdest du bei der Wahrheit bleiben oder die Lüge in Kauf nehmen? Dieser Frage muss sich der Ex-Eisenbahner und Videothekenbesitzer Michael Hartung in diesem Roman stellen und es macht total Spaß, ihn bei der Suche nach seiner Antwort zu begleiten. 😊
Don’t judge a book by it‘s cover - oder vielleicht ja doch
Es gibt in der deutschen Literaturgeschichte genug Helden, die schon beim ersten Auftreten glänzen: strahlend, tatkräftig, unerschütterlich. Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße ist das genaue Gegenteil – und man möchte ihm gerade deshalb sofort die Hand geben. Das Buch hat einen Helden, der so unheldenhaft ist, dass man ihn gerade deshalb von Anfang an ins Herz schließen und ein Bierchen mit ihm trinken möchte. Dieser Protagonist ist kein Rebell, kein Freiheitskämpfer, kein moralisches Denkmal. Er ist gemütlich, leicht trottelig, charmant, ungeschickt, oftmals auch alles in einem, ein Gesamtpaket wie er im Buche steht – kurz: ein Mensch wie es ihn wirklich geben könnte. Die Stärke des Romans liegt in dieser schiefen Balance: Komik und Geschichte reichen sich die Hand, ohne dass das eine das andere erdrückt. Was in vielen DDR-Romanen zur bleischweren Kulisse wird, verwandelt sich hier in eine Bühne für Situationskomik. Die Figuren? Sympathisch bis in die Nebenrollen hinein. Keine ostdeutsche Karikatur, kein „lustiger Ossi“ zum Abhaken. Sondern Menschen, die man sofort an den Küchentisch setzen und Zeit mit ihnen verbringen möchte. Sprachlich bewegt sich der Roman auf einer angenehm flüssigen Bahn (pardon), ohne literarischen Würgereiz zu erzeugen. Kein Satz zu viel, kein Satz zu schwer – und trotzdem genug Substanz, um nicht als Kiosklektüre durchzugehen. Dass sich das Buch leicht wegliest, ist gerade seine Kunst. Und schließlich das Offensichtliche: das Cover. „Don’t judge a book by its cover“ heißt es im Englischen. Zugegriffen habe ich hier nur, weil ich es unglaublich schön finde. Aber hier - hier darf man es ausnahmsweise doch „judgen“. Denn der Inhalt ist so stimmig, dass er das Versprechen des Äußeren nicht nur einlöst, sondern übertrifft. Fazit: Dieses Buch ist ein Geschenk. Intelligent, unterhaltsam, warmherzig – ein Stück Literatur, das beweist, dass sich Komik und Geschichte nicht ausschließen, sondern gegenseitig beflügeln. Also wer hier kein Feeling-Good-Vibes bekommt… Das Buch hier - das ist ganz klar eins, dass sich nun in die Sparte „Lieblingsbücher“ einreiht.
Gut zu lesen, guter Erzählstil. Story selbst wenig überzeugend.
Das Buch ist gut zu lesen, mir gefiel auch der Erzählstil von Maxim Leo gefällt mir. Die Story der „Massenflucht“ dagegen finde ich wenig überzeugend, es ist ein Märchen. Die Charaktere sind gut beschrieben, alle irgendwie auch sympathisch. Am besten finde ich die Geschichte, wie aus einer kleinen Lüge eine viel größere wird, aus der es kaum ein Entkommen gibt. Und die Rolle des Journalisten, der eine kleine Story zu einer Sensation aufbauscht. Die Humorvoll, wie manch andere hier fand ich das Buch zu keiner Zeit. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, daß ich einmal den Stasiknast in Hohenschönhausen besucht habe ( sehr zu empfehlen, unbedingt mit Führung) und ich selbst Erfahrungen mit der ehemaligen Grenze habe. Inzwischen sind es fast 35 Jahre her als die Mauer fiel. Ich wünsche mir, daß wir aufhören, immer noch in Ost-West-Schemata zu denken .Miteinander statt übereinander reden. Und neugierig auf den Anderen und das Andere zu sein.
„Vielleicht sollten wir damit aufhören von den Ostdeutschen und von den Westdeutschen zu sprechen. Ich meine, was hat ein Hamburger mit einem Oberbayern zu tun? Und ein Mecklenburger mit einem Sachsen? Wir sollten aufhören, uns gegenseitig zu beschuldigen und zu belehren." Michael Hartung, ein Videotheken-Besitzer, bekommt Besuch von einem Journalisten. Der Journalist hat Stasi-Akten in die Hände bekommen, in denen davon die Rede ist, dass Hartung 127 Menschen zur Flucht aus der DDR geholfen hat, in dem er einen Zug am Bahnhof Friedrichstraße in den Westen umgeleitet hat. Zunächst bestätigt er die Geschichte nicht, doch als er erfährt, dass das Honorar für die Story, die nächste Miete für die Videothek decken würde, ist er bereit ein Interview zu geben. Und Akten lügen ja nicht, oder? Es kommt, wie es kommen muss. Es ist kurz vor dem 30jährigen Mauerfalljubiläum und die Medien reißen sich, um den "neuen" Helden und seine Geschichte. Selbst der Bundespräsident lädt ein. Doch wie lange kann Hartung mit dieser Lüge vor ganz Deutschland bestehen. Und dann ist da auch noch Paula, die damals in dem Zug war und in die sich Hartung Hals über Kopf verliebt hat. Ein wirklich sehr, sehr gutes Buch. Und sehr klug. Tolles Personal. Da ist dieser wunderbare Anti-Held, der jetzt mit seinem Gewissen im Konflikt ist. Der Journalist, der auch mal Anerkennung haben will. Ein ehemaliger ostdeutscher Bürgerrechtler, der jedoch langsam Selbstzweifel bekommt und ein alter Stasioffizier mit einer Finnhütte am See. Um hier nur einige zu nennen. Die Charaktere sind einfach wirklich gut beschrieben und man schließt sie eigentlich alle ins Herz. Und immer wieder die Fragen: braucht Geschichte Helden und wer mach die Geschichte überhaupt? Und warum sind sich Ost-und West bis heute noch fremd? Das Buch findet natürlich nicht DIE Antwort, aber gibt einem gute Ansätze zum nachdenken. Ein kluges Buch zum schmunzeln, aber manchmal auch mit ernsten Tönen. Absolute Leseempfehlung.

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße - Zwischen Heldentum, Erinnerung und Wahrheit
Die Grundidee von „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ von Maxim Leo ist wirklich stark: Ein vermeintlicher Held aus dem Jahr 1989, dessen Geschichte Jahrzehnte später hinterfragt wird – das bietet enormes Potenzial. Gerade die Verbindung von historischer Realität und persönlicher Wahrheit macht neugierig und verspricht eigentlich einen tiefgründigen, spannenden Roman. Umso enttäuschender ist es, dass das Buch dieses Potenzial nur teilweise ausschöpft. Die Handlung bleibt über weite Strecken vorhersehbar und entwickelt kaum echte Spannung. Besonders die großen Themen – Schuld, Wahrheit und Selbstbild – werden zwar angesprochen, aber nicht konsequent vertieft. Hier hätte man sich deutlich mehr psychologische Tiefe und mutigere Zuspitzungen gewünscht. Auch der Ton wirkt nicht immer passend: Der oft leichte, ironische Stil nimmt der Geschichte an einigen Stellen die emotionale Wucht. Gerade angesichts des historischen Hintergrunds hätte ein ernsterer, intensiverer Zugang besser funktioniert. So bleibt vieles etwas zu glatt und verliert an Nachdruck. Positiv ist dennoch der zugängliche Schreibstil, der das Buch leicht lesbar macht, sowie die grundsätzlich interessante Perspektive auf die DDR-Vergangenheit und ihre Nachwirkungen. Allerdings reicht das nicht aus, um die inhaltlichen Schwächen vollständig auszugleichen. Besonders schade ist, dass die Geschichte rein fiktiv ist – sie wirkt so nah an der Realität, dass man sich unweigerlich fragt, wie stark ein solcher Stoff gewesen wäre, wenn er auf wahren Begebenheiten beruhen würde. Fazit: Eine sehr gute Idee, die leider nicht konsequent genug umgesetzt wird. Unterhaltsam, aber mit deutlich mehr verschenkten Möglichkeiten als echten Höhepunkten. Von mir daher 6 von 10 P. (abgeschlossen 10.04.2026)

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße Maxim Leo Sprecher: Peter Kurt Michael Hartung ist ein Loser, ambitionslos und ein Nichtstuer, aber er geniesst das herrliche Nichts, indem er stundenlang in seiner Videothek sitzt und in die Gegend starrt. Kundschaft bleibt seit langem aus, aber auch das würde ihn nicht stören, wenn das Geld nicht auch gleichzeitig ausbliebe. Er hatte kein Glück im Leben: Nach dem Mauerfall ist er in den Westen gezogen, Frau und Tochter haben ihn verlassen und beruflich hat er mit der Videothek auch aufs falsche Pferd gesetzt. Wovon jetzt also die Ladenmiete bezahlen? Sein Leben verändert sich schlagartig, als der Journalist Alexander Landmannn seinen Laden betritt. Dieser recherchiert über eine spektakuläre Massenflucht aus der DDR, bei der 127 Menschen in einem S-Bahnzug am Bahnhof Friedrichstraße in den Westen gelangten. Landmann hat Stasi-Akten entdeckt, aus denen hervorgeht, dass Hartung, der früher Stellwerksmeister am Bahnhof Friedrichstraße war, die Weiche so umstellte, das der Zug in den Westen gelangte. Hartung ist jedoch alles andere als ein Held und die Weiche hat er damals versehentlich zerbrochen und nicht absichtlich umgestellt. Das große Geld lockt und Landmann braucht dringend eine gute Story - warum also nicht die Geschichte ein wenig verändern und ausschmücken? Hartung wird über Nacht zum Held. Tritt in Shows auf und erzählt jedem, der es hören möchte, seine erfundene Geschichte. Das geht genau so lange gut, bis er Paula, die damals mit ihren Eltern in dem besagten Zug saß, trifft. Frage: Bleibt der Loser am Ende der Loser oder kann ein Loser auch zum Helden werden? Maxim Leo hat hier ein wunderbares, humorvolles Buch mit Tiefgang geschrieben. Er weist auf die noch immer komplizierte Beziehung zwischen Ost- und Westdeutschland hin. Den einsamen Protagonisten Hartung kann man mit seiner bescheidenen Art einfach nur ins Herz schliessen und ihm deshalb die eine oder andere „Umgestaltung der Wahrheit“ verzeihen. Auf jeden Fall muss auch der Sprecher des Hörbuchs hier erwähnt werden: Peter Kurt mit seiner unverwechselbaren Stimme wusste dieses großartige Buch zu verfeinern. Grosse Lese/Hörempfehlung von mir. 4½ Sterne
Klappentext hat viel versprochen, Buch aber nur wenig umgesetzt.
Der Klappentext hat mich total angesprochen. Eine Massenflucht aus der DDR nach Westdeutschland per Bahnverkehr. Klang super spannend, allerdings hat mir die Umsetzung überhaupt nicht gut gefallen. Der Fokus basierte auf der Ausschmückung einer Lüge und das ganze Drumherum der beteiligten Personen. Leider nicht mein Geschmack, hatte mir deutlich mehr erhofft.
Das Buch handelt von einem Held der gar kein Held ist, eine Heldentat wird 30 Jahre nach Ereignis aufgeblasen und er erhält alle möglichen Ehren und Aufmerksamkeiten wie FernsehShows, Treffen mit dem Bundespräsident etc. er bekommt Gewissensbisse und er trifft eine junge Dame, die von der Heldentat betroffen ist. Er verliebt sich und kann mit den Gewissensbissen nicht leben, ich glaube er öffnet sich ihr gegenüber, aber ich weiß nicht mehr wie sie reagiert.
Kurzweiliges Buch was mit den Vorurteilen der DDR spielt. Habe ich gerne gelesen
Michael Hartung bekommt überraschend Besuch von einem Journalisten, der über eine Massenflucht aus der DDR recherchiert, bei der 127 Menschen vom Bahnhof Friedrichstraße in den Westen gelangten. Der Journalist hat Stasi-Akten entdeckt, aus denen hervorgeht, dass Hartung, der früher als Stellwerksmeister gearbeitet hatte, die Flucht eingefädelt haben soll. Hartung dementiert zunächst, ist aber nach Zahlung eines ordentlichen Honorars und ein paar Bieren bereit, die Geschichte zu bestätigen. Schließlich war er noch nie ein Held, und wenn es nun mal so in den Akten steht … Nur wenig später reißen sich die Medien um ihn, Hartung wird in Talkshows eingeladen, vom Bundespräsidenten empfangen, seine Geschichte soll Vorlage für ein Buch und einen Kinofilm werden. Doch dann trifft er Paula, sie war als Kind in jenem S-Bahn-Zug, der in den Westen umgeleitet wurde. Die beiden verlieben sich ineinander – und Hartung spürt, dass er einen Ausweg aus dem Dickicht der Lügen finden muss. Obwohl es dafür eigentlich
“Warum lasen die Menschen Bücher? Warum gingen sie ins Kino und ins Theater? Doch nicht, weil sie die Wahrheit wollten. Sie wollten träumen, sich in den Geschichten der anderen wiedererkennen. Und er, Hartung, half ihnen dabei.” Michael Hartung, der “Held” dieses Romans, sieht sich als eine Art Geschichtenerzähler. Er will ja eigentlich gar kein Held sein. Im September 2019, kurz vor dem 30. Jubiläum des Mauerfalls, bekommt der Videothekbesitzer Besuch von einem Journalisten, der Hartungs Namen in alten Stasi Akten gefunden hat. Missverständnisse, Geldsorgen und die Hoffnung auf einen großen Scoop sorgen letztendlich dafür, dass ganz Deutschland glaubt, Hartung habe als Stellwerkmeister am Bahnhof Friedrichstraße eine spektakuläre Massenflucht aus der DDR eingefädelt, indem er einem S-Bahn-Zug in den Westen verhalf. Wirklich recht ist es Hartung nicht, als die Story plötzlich größer ist als gedacht. Aber plötzlich bekommt er, ein eher verschlafener Taugenichts, Anerkennung von allen Seiten. Dabei ist es ihm fast wichtiger, dass seine erwachsene Tochter plötzlich Kontakt zu ihm aufnimmt, als die Einladungen in Talkshows und beim Bundespräsidenten. Dann taucht auch noch eine Frau auf, die als Teenagerin mit ihren Eltern in jener S-Bahn saß und während sich Hartung immer weiter in Lügen verstrickt wird gleichzeitig klar, dass es unmöglich ist, sie weiter aufrecht zu erhalten. Ein wenig erinnerte mich das Grundthema dieser Hochstaplergeschichte an “Lila, lila” von Martin Suter; doch der Fokus von “Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße” ist auch immer wieder auf unserem Umgang mit Erinnerungskultur. Zwar ist die Betrachtungsweise häufig überspitzt, aber doch irgendwie recht zutreffend, zum Beispiel beim Umgang der Medien mit den Themen, denen es weniger um die tatsächlichen Inhalte geht, sondern es fast zu einem Überbietungswettkampf kommt, wer die reißerischste Story hat. Immer wieder gibt es richtige gute Szenen, aber irgendwie konnte mich die Geschichte als Ganze nicht richtig packen.
„Die Wahrheit war, dass er mit gar nichts rechnete. Hartung konnten stundenlang so dasitzen, umgeben vom herrlichen Nichts.“ Michael Hartung hatte bisher kein großes Glück im Leben. Er glitt von einer Erfolglosigkeit in die nächste. Im September 2019 sitzt er in seiner Videothek, die längst kaum noch Kunden hat, und schaut einer seiner Lieblingsfilme. Winnetou hat es ihm angetan, oder Egon Olson, aber sehr gern auch Louis de Funès. Es fühlt sich ein bisschen an, als würde er zwischen seinen Eltern auf der Couch sitzen. Aber dann öffnet sich die Tür und die verrückte Geschichte beginnt. Ein Journalist kommt herein und bittet ihn die Geschichte zu erzählen, wie Hartung 127 Menschen die Flucht von Ost- nach Westberlin ermöglicht hat. Damals in der DDR, als Hartung noch als Stellwerksmeister in aller Ruhe seine Nachtschichten verschlief. So wäre es nicht gewesen, aber wiederum läuft die Videothek schlecht und die Miete muss gezahlt werden. Und schon läuft alles aus dem Ruder. Eine großartige Geschichte erzählt Maxim Leo da wieder. Hartung, der ehemalige DDR-Bürger, der in die Fänge der Journaille gerät. Wie Münchhausen einst wird seine Geschichte immer größer. Der Reporter dekoriert das kleine Missgeschick, das Hartung damals passiert ist, zu einem Heldenepos der Vergangenheit. Der schnöde Mammon, der bunte Blätterwald der Presse, der Lügen einfach blumig verpackt für alle zum Leben erweckt, und der kleine Mann, der sich auch ein Stück von der Torte wünscht und es eben noch schafft, nicht daran zu ersticken. Ein humoriger Roman, der im Hintergrund die Frage nach dem Preis des Erfolges klingen lässt. Nach Anstand und Moral, und danach, ob man die Welt nicht viel öfter hinterfragen sollte. Ein Roman, der Lesefreude bringt.
Ich habe diesen Roman nicht gelesen, sondern als Hörbuch gehört und muss als Erster die Auswahl des Sprechers loben. Er passt wirklich perfekt zu dieser Geschichte und ich habe es genossen, ihm zuzuhören. Die Geschichte selbst hat mir grundsätzlich auch gefallen. Ich mag Geschichten, in denen sich Menschen immer weiter in Lügen verstricken, weil ich diese Dynamik sehr spannend finde. In diesem Buch geht es um einen Mann, der von einem Journalisten für einen Helden gehalten wird. Ein Held, weil er vor vielen Jahren einer S-Bahn voller Menschen die Flucht aus Ost-Berlin in den Westen ermöglicht hat. Doch in Wirklichkeit ist er gar nicht dieser Held. Für Geld ist er aber bereit, dem Journalisten nach dem Mund zu reden - ohne damit zu rechen, welche Wellen diese Lüge schlägt.... Geschrieben ist diese Geschichte wirklich gut, in gedruckter Form hätte ich sie auch nicht weggelegt. Was mich ein wenig gestört hat, war die Tatsache, dass nicht wirklich deutlich wurde, wie die Menschen in der DDR gelitten haben. Alles was damit zu tun hatte, wurde entweder durch die Erinnerungen des Protagonisten schön gemalt oder wurden recht emotionslos und oberflächlich dargestellt. Das hat mich gestört. Doch die Geschichte an und für sich hat mir Spaß gemacht.































