Haltet euer Herz bereit

Haltet euer Herz bereit

Softcover
4.216
SozialismusSpionGenerationenFamiliengeschichte

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Der preisgekrönte Journalist erzählt kritisch, liebevoll und unsentimental

Die Familie von Maxim Leo war wie eine kleine DDR. In ihr konzentriert sich vieles, was in diesem Land einmal wichtig war: die Hoffnung und der Glaube der Gründerväter. Die Enttäuschung und das Lavieren ihrer Kinder, die den Traum vom Sozialismus nicht einfach so teilen wollten. Und die Erleichterung der Enkel, als es endlich vorbei war. In dieser Familie wurden im Kleinen die Kämpfe ausgetragen, die im Großen nicht stattfinden durften.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Generational Novels
Format
Softcover
Pages
272
Price
12.40 €

Author Description

Maxim Leo, geboren 1970 in Berlin, war lange Jahre Reporter bei der Berliner Zeitung. Für seine Familiengeschichte Haltet euer Herz bereit erhielt er den Europäischen Buchpreis.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
N/A
N/A
N/A
N/A
100%
N/A
76%
39%
100%
N/A

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
100%
100%
100%
100%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Bildhaft (100%)

Posts

4
All
5

Eingerahmt in die Familiengeschichte der Familie Leo zeigt das Buch die DDR mit ihrer Utopie und (fast) all ihrer Widersprüchlichkeit, an der dieser Staat auch zugrunde ging, Man könnte aber auch - vielleicht viel treffender - sagen, die Familiengeschichte der Leos erlebte die DDR als eine Episode, denn die Familie Leo gab es schon vor der DDR und es gibt sie auch nach ihrem Verschwinden. - Absolut lesenswert! - Man sollte dieses Buch zur Pflichtlektüre in den deutschen Schulen machen. Wenn ich schreibe, man könne vielleicht am Treffendsten sagen, die Familiengeschichte der Leo's enthält die Geschichte der DDR als eine Episode, dann ist das in gewisser Weise harter Tobak. Die Geschichte eines Staates als Episode einer Familiengeschichte. Punkt. Das erzürnt alle, die heute noch der DDR verliebt nachhängen. Das erzürnt auch jenen Teil in mir selbst, dem zumindest ein paar Errungenschaften der DDR nachhängen. Und doch ist es genau so. Maxim Leo geht im Buch durchaus behutsam mit dem Land um, in dem er geboren wurde. Es ist schließlich das Land, das aus den Trümmern des Zweiten Weltkrieges entstand, in dem zu Beginn jene das Sagen hatten, die unter der Nazidiktatur gelitten hatten und gegen sie zu Felde zogen. Wie der Großvater. Seine Eltern sind in ihrer - in gewisser Weise aberwitzigen - Grundverschiedenheit ein Glücksfall für den Literaten. Würden sei beide linientreu oder beide eher oppositionell zur DDR durch die Welt gewandelt sein, es hätte keinen Stoff für ein Buch. Aber so - meine Einschätzung - musste Maxim Leo einfach zum Autor werden! Was denn sonst? Doch zurück zur DDR als Episode. Was das Buch zeigt, ohne irgendwie darauf herumzureiten oder es in den Vordergrund zu stellen, ist der simple Fakt, dass Familiengeschichten in der Dauer mehrerer Generationen historische Zeiträume überdauern und so Ereignisse von historischer Tragweite einfach mal zu Terminen im Laufe des Lebens von Menschen schrumpfen können. Wir Menschen neigen dazu, Ereignisse von historischer Tragweite, wie die Gründung eines neuen Staates, die Machergreifung der Nazis, den Bau der Mauer und auch deren Fall, im Sinne "der Geschichte" irgendwie zu überhöhen. Das entspringt wohl unserer Fähigkeit, Geschichte zu begreifen und unserem Anspruch aus ihr zu lernen. Ich möchte die Dimension von solchen Ereignissen nicht klein reden. Ich möchte sie in Relation zu den Lebensläufen der Menschen stellen und den Perspektivenwechsel hin zu den konkreten Menschen und ihrem Lebens-Verlauf versuchen. Geschichte im Sinne der Wissenschaft von der Zeitgeschichte, den ökonomischen, sozialen und Machtverhältnissen ist - und bleibt wichtig. Doch da ist diese Dimension der Menschen, die es - mehr oder minder zufällig - schaffen, in der großen Geschichte irgendwie ihren Platz finden, zu leben und zu überleben und eine jeweils ganz eigene Sicht auf die sie umgebende Welt zu entwickeln, quasi eine persönliche Weltanschauung. Es ist ein Buch über eine Familie. Und die Geschichte Deutschlands seit den frühen dreißiger Jahren bis zur Wiedervereinigung kommt darin vor. Und darin liegt die Stärke dieses Buches. Die Geschichte Deutschlands wird anfassbar, wird persönlich, man kann sie sich vorstellen (oder nachfühlen, sofern man schon alt genug ist). Das eröffnet eine neue Perspektive: Die DDR ist in mancher Familiengeschichte eben nur eine Episode gewesen. Vielleicht hilft diese Perspektive auch ein wenig, manchen Streit in unserer Gesellschaft zumindest zu beruhigen. Vielleicht ist der Streit nämlich begründet in differenten Perspektiven.

5

Im Thalia gesehen. Mitgenommen. Ehrlich überrascht.

Noch nie habe ich ein Buch gelesen, dass die DDR tatsächlich so gut rüber bringt wie es Maxim tut. Vom Überlebenskampf seiner Großväter im zweiten Weltkrieg. Zum jeweils eigenen Leben in der DDR. Anne, die kurzzeitig am verzweifeln ist und die Partei verlässt. Wolf, dem eh alles zu doof ist mit der DDR und Maxim, der schlussendlich denn Zerfall selbst erlebt. Es war ein wirklich tolles Buch und ich danke Maxim für die Einblicke, in seine kleine Familien DDR.

4

Unheimlich interessante Familien-Geschichte. Es wird gezeigt, warum manche Wege und Situationen einfach unvermeidlich waren in der Deutschen Geschichte ab den 2. Weltkrieg. Die DDR als „Feind“ aber auch als Heimat. Und plötzlich war alles vorbei...

4

Wirklich tolles und rundum spannend sowie ergreifendes Buch

Create Post