Schwindende Welt

Schwindende Welt

Hardback
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Description

Japans Superstar Sayaka Murata ist zurück!

Ein überraschender Roman über sexuelle Begierde, künstliche Befruchtung und ein Leben außerhalb sozialer Normen

Amane stellt mit Entsetzen fest, dass ihre Eltern »kopuliert« haben, um sie zu zeugen, anstatt wie alle anderen die Vorteile künstlicher Befruchtung zu nutzen. Auch wenn ihre Mutter an der alten Welt festhält und das Konzept Liebe verzweifelt verteidigt, will Amane dazugehören in einer Gesellschaft, in der Sex und Romantik fast ganz verschwunden sind. Mit ihrem Mann Saku zieht Amane in die experimentelle Stadt in Chiba, wo auch Männer Kinder in künstlichen Gebärmüttern austragen und sich alle Menschen gleichermaßen um alle Kinder kümmern. Ist das die schöne neue Welt, nach der Amane sich gesehnt hat?

»Heiter, schräg und on point.« Sally Rooney

»Murata nimmt eine kindliche Idee und hält mit fantasievoller Inbrunst daran fest, wobei sie auf brillante Weise die Herzlosigkeit und Willkür der Konventionen entlarvt.« New Yorker

»Sayaka Murata zementiert ihre Position als Kafka unserer Generation.« Politics & Prose

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
267
Price
24.70 €

Author Description

Sayaka Murata wurde 1979 in der Präfektur Chiba, Japan, geboren. Für ihre literarische Arbeit erhielt sie bereits mehrere Auszeichnungen, zuletzt den Noma-Literaturpreis. Ihr Roman »Die Ladenhüterin« gewann 2016 mit dem Akutagawa-Preis den renommiertesten Literaturpreis Japans und war international mit drei Millionen verkauften Exemplaren weltweit ein großer Erfolg. Bei Aufbau liegen außerdem von ihr vor: »Das Seidenraupenzimmer«, »Zeremonie des Lebens« sowie »Schwindende Welt«.

Posts

25
All
3.5

Murata stellt in diesem Buch mal wieder unsere Vorstellung von Normalität in Frage, in Bezug auf Freundschaft, Familie und Liebesbeziehungen. Was ist Instinkt, Grundbedürfnis und was antrainiert? Wenn uns die Scham nicht im Weg stehen würde, würde es uns reichen, uns in eine Zeichentrickfigur zu verlieben? Ist es für ein Kind besser von sehr vielen Menschen geliebt zu werden oder ist weniger, dafür aber individuellere Liebe besser? Murata schafft es wieder, zum Nachdenken anzuregen, aber ich finde, ihre Erzählungen haben mehr Wucht dabei.

3

Das spannende aber wenig innovative Gedankenexperiment ist weitestgehend langatmig und zeigt erst am Ende die gewohnte Stärke der Autorin! Besitzt aber vergleichsweise wenig Nachhall.

3.5

Bisher habe ich alles von ihr gerne gelesen und gemocht, bei 'Schwindende Welt' hingegen fällt es mir schwer es zu bewerten. Ihre Idee und die Gedanken zu dieser Zukunftsvision sind spannend, interessant und provokativ, jedoch finde ich das Ende einfach nur schrecklich.

3.5

Wenn das Konzept „Familie“ zur verstörenden Religion erhoben wird

Wow, was für ein Abenteuer dieses Buch gewesen ist! Die Autorin Sayaka Murata entwirft ihre Szenerie in einer futuristischen Parallelwelt, in der Kinder nur noch mittels künstlicher Befruchtung zur Welt kommen. Natürliche Empfängnis gilt als unrein, romantische Beziehungen zwischen Ehepartnern sind gesetzlich Inzest. Die Protagonistin wandelt daher seit ihrer Kindheit zwischen Liebschaften zu Anime-Figuren aus der „Anderen Welt“, Verliebtheiten und Selbstfindung bis hin zu existenziellen und aktuellen Fragen, die auch „unsere“ Welt beschäftigen: Warum darf es keine gleichgeschlechtlichen Ehen geben? Was ist eine Familie? Wie wird die Welt, wenn Männer auch gebären können? Sehr spannendes Gedankenexperiment, aber nicht ganz logisch zuende gedacht für meinen Geschmack. „Auch das was heute als Normal gilt, wird vergehen. An alten Vorstellungen festzuhalten ist Wahnsinn.“

3

Ein interessanter Ansatz, aber leider durch ein unpassendes Ende getrübt. Die Geschichte hat Potential, die Grundidee ist interessant. Eine Gesellschaft, in der Liebe, Sexualität und körperliche Fortpflanzung als veraltet gelten. Stattdessen regieren Effizienz, Gleichheit und Kontrolle. Leider ist das Ende überhaupt nicht meins, ich finde das Ende musste wirklich nicht sein, enttäuschend. Wenn du ein Fan von Dystopien bist, könnte es trotzdem für dich interessant sein.

5

📚 Inhalt Amane ist entsetzt, als sie erfährt, dass sie durch Sex entstanden ist. Im Japan einer alternativen Realität ist Sex nicht mehr nötig, um Kinder zu zeugen. Künstliche Befruchtung ist viel effektiver und reinlicher. In dieser Welt ist kein Platz mehr für Sex und Romantik. Ehepaar leben in platonischen Gemeinschaften, Sex zwischen ihnen ist total verpönt. Es gibt sogar Experimente, die es Männern möglich machen soll, Kinder auszutragen. In einer experimentellen Stadt wird besonders intensiv an der künstlichen Gebärmutter geforscht. Amane und ihr Mann entschliessen sich, ihre Leben und Jobs aufzugeben, um in diese Stadt zu ziehen. Sie wollen sich beide künstlich befruchten lassen und zu den Kindchen schauen. Denn in dieser Stadt sind alle Mütter und die Kindchen gehören ihnen allen. Doch kann Amane in dieser vermeintlich perfekten Welt glücklich werden? 📖 Meinung Wow, was für ein spannendes Buch! Ich muss sagen, dass der Oktober bisher sehr gut läuft. Dafür war der Sommer für mich eher nur durchschnittlich. Wie bin ich bei diesem Buch gelandet? Ich kann es nicht mehr mit Sicherheit sagen, aber ich glaube, dass ich es bei Reado entdeckt habe. Diese Art der alternativen Realitäten und Gedankenexperimente mag ich besonders und so war ich eigentlich von der ersten Seite total in der Geschichte drin. Amane ist eine interessante Protagonistin, die man im Laufe der Geschichte gut kennen lernt. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich eine andere charakterliche Entwicklung bei ihr erwartet habe, als eingetroffen ist. Aber das finde ich super, ich wurde immer wieder von der Autorin überrascht und die Handlung blieb für mich unvorhersehbar. Es kann daran liegen, dass ich bisher noch nicht viele Werke aus dem japanischen Raum gelesen habe, doch die Bücher, die ich bisher lesen durfte, haben mir gut gefallen. Die Geschichten sind besonders und anders, sie unterhalten mich gut und ich kann in das Buch abtauchen. So auch hier bei Amanes Geschichte. Vor allem gefiel es mir, dass ich mich immer wieder fragen konnte, was würde ich tun? Was denke ich über dieses und jenes Thema? Ein Buch, über welches ich gerne reden und diskutieren würde. Gerade hier fände ich es spannend zu erfahren, was andere Menschen denken. Also wer Lust hat sich auszutauschen: ich freue mich auf Kommentare!

4.5

Ich bin ein totaler Mood Reader und Frühling bedeutet für mich: Asiatische Literatur und Science Fiction. Fragt mich nicht, wieso, aber es passt einfach. Grell bunte Cover, grell bunte Persönlichkeiten, schräge Geschichten, Melancholie, was will man mehr? SCHWINDENDE WELT war übrigens ein äußerst beeindruckendes und abgespacetes Buch, das ich euch wärmstens empfehlen möchte, denn es beleuchtet die Entwicklung des traditionellen Familienbildes, aber auch den Stellenwert der Sexualität in unserer Gesellschaft. Und das sehr direkt, was mir wirklich wahnsinnig zugesagt hat.

3.5

Ich weiß gar nicht genau, was ich dazu sagen soll. Die Sprecherin war wirklich gut, was die Geschichte wahrscheinlich packender machte, als sie wirklich war. Aber es war auch etwas verstörend 😅.

2

Schwindendes Interesse

Das Buch beginnt spannend und weckt zunächst echtes Interesse an der Geschichte. Leider verliert die Handlung im Verlauf deutlich an Kraft, die Spannung flacht ab, und zum Ende hin konnte mich das Buch gar nicht mehr überzeugen. Das enttäuschende Finale hat den ansonsten vielversprechenden Anfang für mich leider zunichtegemacht. Die Idee an sich hatte Potential. Vielleicht hab ich aber auch einfach zu viel erwartet.

4

„Schwindende Welt“ ist das zweite Buch, das ich von Sayaka Murata gelesen habe. Schon „Die Ladenhüterin“ hat mir sehr gut gefallen, aber auch „Schwindende Welt“ war ein wirklich starkes Buch. Es wäre für mich sogar ein echtes Highlight geworden, wenn das Ende nicht so gewesen wäre, wie es ist. Wir begleiten Amane, die in einer Welt lebt, in der das klassische Liebes- und Familienleben, wie wir es kennen, nicht mehr existiert. Zwar kann man sich noch in Menschen (oder auch in Fantasiewesen) verlieben, doch Sex gilt als unnormal und wird gesellschaftlich nicht mehr praktiziert. Kinder entstehen ausschließlich durch künstliche Befruchtung. Amane ist überrascht, als sie erfährt, dass sie selbst noch auf natürliche Weise gezeugt und geboren wurde. Wenn sich zwei Menschen dazu entscheiden, zusammenzuleben, heißt das nicht, dass sie einander treu sind. Im Gegenteil, es ist völlig normal, dass beide auch andere Beziehungen oder Verbindungen eingehen. Und auch Männer können inzwischen Kinder austragen. Das Buch ist mit seinen knapp 200 Seiten eine emotionale Achterbahnfahrt. Ich habe es zwar schon vor ein paar Tagen beendet, aber ich muss immer wieder an die Geschichte zurückdenken. Beim Lesen habe ich viele unterschiedliche Gefühle durchlebt. Einerseits fand ich es faszinierend, mir vorzustellen, wie so ein alternatives Gesellschaftsmodell aussehen könnte. Ohne feste Bindungen, ohne Körperlichkeit, mit völliger emotionaler und physischer Distanz. Andererseits hat es mich auch traurig gemacht. Vieles wirkte kalt, fast schon wie ein „Roboterleben“, ohne echte Nähe. Die Geschichte ist wirklich originell und regt stark zum Nachdenken an. Sie lässt sich flüssig lesen, aber ich habe immer wieder innegehalten, um über das Gelesene zu reflektieren. Mein einziger Kritikpunkt ist das Ende der Geschichte. Es hat mich ziemlich schockiert und mir das Leseerlebnis etwas getrübt. Gleichzeitig glaube ich aber, dass dieser Schockmoment von der Autorin ganz bewusst gesetzt wurde. Vielleicht soll genau das dazu führen, dass man die Geschichte noch einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

5

Mein erstes Buch der Autorin. Ich hatte bereits viel Gutes von ihr gehört, und so wurde es Zeit, endlich etwas von ihr zu lesen. Ich bin sofort gut in Schreibstil und Geschichte hineingekommen und konnte gar nicht mehr aufhören. Innerhalb von 24 Stunden war ich durch! Der Schreibstil ist kühl, distanziert und fast schon steril – absolut passend zur Handlung. Auch die Geschichte selbst bleibt im Umgang mit Se*ualität bewusst nüchtern und unnahbar. Genau das macht ihren Reiz aus. In einer Zeit, in der in Büchern oft Gefühle und 🌶️ im Vordergrund stehen, ist das ein erfrischend anderer Blickwinkel. Das Buch stellt so einiges infrage: das Konzept von Beziehungen, Familie, Kinderbekommen, den Umgang mit Gefühlen und Se*, und noch vieles mehr. Alles wird dabei – fast schon unangenehm – auf die Spitze und ins Surreale getrieben. Gerade dadurch regt es gekonnt zum Nachdenken an. Der Verlauf der Geschichte war für mich nicht vorhersehbar und hat mich immer wieder überrascht. Ich war fasziniert und gleichzeitig oft leicht irritiert. Die Charaktere wirken bewusst unnahbar, fast schon oberflächlich. Doch genau das unterstreicht die Thematik und lässt einen erneut nachdenken: Was bleibt, wenn man Beziehungen von tiefen Gefühlen und Intimität trennt? Oder wenn man sich nicht mehr in reale Menschen, sondern nur noch in fiktive Figuren verliebt? Das Ende war noch einmal komplett surreal und ließ mich ungläubig zurück. Ich war platt – und fand es zugleich einfach großartig. Es war überraschend, hat mich zum Grübeln gebracht, und insgesamt hatte ich großen Spaß beim Lesen.

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3.5

„Nur wenn ich mit dir zusammen bin, kann ich vergessen, dass es so etwas wie Liebe gibt“ (hahahaha)

„Schwindende Welt“ von Sayaka Murata zeigt eine Welt, in der unsere Vorstellungen von Liebe, Sex und Familie komplett auf den Kopf gestellt sind. Gerade diese Verschiebung von „normal“ und „abnormal“ fand ich extrem spannend. Besonders der Abschnitt über die Stadt „Experimenta“ war für mich richtig beklemmend. Irgendwie hat mich das Buch nicht losgelassen, gleichzeitig hat es mich stellenweise ermüdet, weil es sich sehr stark und wiederholend um Sexualität dreht.

„Nur wenn ich mit dir zusammen bin, kann ich vergessen, dass es so etwas wie Liebe gibt“ (hahahaha)
3

Interessante Grundidee und eine provokante Vision der Zukunft

Schwindende Welt von Sayaka Murata hat eine interessante Grundidee und eine provokante Vision gesellschaftlicher Normen. Leider enttäuscht der Plot, besonders das Ende: es wirkt für mich abstoßend und nimmt der Geschichte viel Zugkraft. Solide Idee, aber schwaches Storytelling zum Ende hin.

4

Gehirnwäsche oder Evolution? Puh, was für ein Buch. Die Geschichte spielt in Japan. Während des zweiten Weltkrieges wurden künstliche Befruchtungen eingeführt und so weiterentwickelt, dass eine natürliche Geburt altmodisch, nett ausgedrückt, wirkt. Das ist nicht die einzige Entwicklung, Sex unter Eheleuten ist verpönt und wird als Inzest gewertet. Ehepaare sehen sich nie nackt und im Bett kuscheln ist pervers. Währenddessen sind Affären Gang und gebe und die Ehepartner:innen unterstützen dies und wollen auch gern die Freund:innen kennen lernen. Auch hier ist Sex nicht normal. Wir begleiten Amane. Sie wurde noch normal gezeugt und geboren. Wie viele Jugendliche verliebt sie sich zunächst in Comicfiguren usw. diese werden bewusst so konzipiert, dass die Menschen sich in diese verlieben und werden so weg von den körperlichen "erzogen". Amane entdeckt ihren ersten Orgasmus und überredet die Männer in ihrem Leben auch zu klassischen Sex. Damit gilt sie als altmodisch oder merkwürdig. Sie heiratet, die beiden entscheiden sich ein Kind bekommen zu wollen. Schwanger werden, geht nur über künstliche Befruchtung, auch die künstliche Gebärmutter für den Mann wird entwickelt. Die beiden gehen in die "Kinderstadt" lassen sich befruchten, ja beide und leben dort ihr Leben. Dort sind alle, Frauen wie Männer, Mütter. Die Kinder wachsen in Zentren auf und die Bewohner bespassen diese. Diese Welt wirft natürlich viele Fragen auf. Ist es möglich Sex und die Gefühle die dazu gehören, ab zu erziehen? Sind die Menschen wirklich befreit von Liebesgefühlen? Was macht es mit den Kindern ohne ehrliche liebe der Eltern aufzuwachsen? Ein sehr spannender Einblick in eine Gefühllose Welt. Natürlich sind die Dystopien gerade aktueller denn je, wobei ich sehr hoffe, nie in solch eine Welt zu geraten.

4.5

Ein spannendes Gedankenspiel, das unserer Gesellschaft gekonnt den Spiegel vorhält und wieder wunderbar skurril wird.

Was habe ich da gelesen?

Also die ganze Zeit plätschert die Geschichte so dahin und dann dieses Ende?!?! Bis zum Ende hätte ich dem Buch solide 3 Sterne gegeben, aber das Ende hat mich so aus dem Konzept gebracht. Ich kann das nicht bewerten. Wirklich nicht. Das Thema an sich ist total interessant und die Umsetzung ist auch solide. Man begleitet die Protagonistin gespannt. Da bin ich wirklich gerne mitgegangen, aber am Ende bin ich irgendwie raus. Müsste es nicht eine Trigger-Warnung deswegen haben? Help pls

3.5

durchwachsen

das buch ist eine interessante auseinandersetzung mit weiblicher sexualität und der angst vor deren tabuisierung in der zukunft. diese themen waren auch sehr gut umgesetzt. das ende hat mich aber nicht gepackt, war etwas wirr und eher traumatisierend als ein runder abschluss. alles in allem ein durchwachsenes gedankenspiel, nicht wirklich gut, aber auch auf keinen fall schlecht

4

Schon der Klappentext lässt ein extrem schräges, futuristisches Szenario vermuten - Fortpflanzung auf natürlichem Wege gilt als barbarisch, Befruchtung geschieht im Labor und bald werden wohl auch Männer schwanger werden können; Familie ist nur mehr eine platonische Zweckgemeinschaft, deren Ablösung durch ein kollektives Caresystem für den Nachwuchs kurz bevorsteht. Lust und Sexualität wird zwar nicht ausschließlich aber bevorzugt mit Comicfiguren ausgelebt. Gerade bei einem so dystopischen Szenario, war es mir wichtig, möglichst ohne Erwartungen in das Buch zu starten und das hat sich definitiv gelohnt. Der Roman hat mich von Anfang an auf eine bizarre Art und Weise in seinen Bann gezogen; was auf den ersten Blick weit hergeholt wirkt, entpuppte sich beim genaueren Hinsehen als erschreckend realistisch. Zwar hat sich für mich nicht alles ganz stimmig ineinander gefügt und einiges ist offen geblieben, aber der Text lädt dazu ein die Zusammenhänge zwischen Sexualität, Fortpflanzung, Liebe und Familie zu hinterfragen und neu zu denken, ohne dabei auf übermäßige Analysen und Erklärungen für die Leser:innen zu bestehen. Einige der Fragen, die mit beim Lesen durch den Kopf gegangen sind: Welche Werte werden unsere Gesellschaft in Zukunft prägen? Ist das Konzept der Kernfamilie zukunftsfähig? Welchen Stellenwert haben Kinder und wie kann Care-Arbeit egalitärer gestaltet werden? Ein Gedankenexperiment, das mich auf jeden Fall gefesselt hat, aber auch einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat. Eine klare Leseempfehlung für alle, die experimentelle, gesellschaftskritische Literatur mögen und bereit dazu sind, sich auf diesen schräg, futuristischen und doch in vielen Bereichen unerwartet realistischen Roman einzulassen.

5

“Schwindende Welt” von Sayaka Murata (ins Deutsche übersetzt von Ursula Gräfe) handelt von Amane, die eine Exotin darstellt, weil ihre Eltern sie durch “kopulieren” gezeugt haben, anstatt wie üblich per künstlicher Befruchtung. Von Kindheit an leidet sie unter diesem Stigma und auch die Beziehung zu ihrer Mutter und deren Festhalten an der “alten Welt” wird dadurch gestört. Amane entwickelt jedoch selbst ein “unnatürliches” Interesse an sexuellen Begegnungen mit realen Menschen, die in der Realität des Romans für die Mehrheit abstoßend sind. Auf der Suche nach Familie und Geborgenheit zieht sie mit ihrem Ehemann schließlich in eine Versuchsstadt in Chiba, in der es keine familiären Konstrukte mehr gibt, Kinder von der Gemeinschaft aufgezogen werden und auch Männer mit Hilfe künstlicher Uteri schwanger werden können. Was als Rebellion im Geheimen geplant war, wird zur Assimilation. Der Roman beginnt als (sehr explizite) Gesellschaftssatire, in der das (vor allem in Japan vorherrschende) Phänomen, Beziehungen mit virtuellen Personen wie Manga-Charakteren zu führen, auf die Spitze getrieben und körperliche Intimität zwischen Ehepartner als abnorm und inzestuös gebrandmarkt wird. Im Laufe der Handlung wird daraus eine beklemmende Zukunftsvision dessen, was Normalität ausmacht und wie sich menschliche Beziehungen im Laufe der Zeiten wandeln und was das mit einer Gesellschaft macht. Sayaka Murata baut hier so viele Verweise auf Geschichte, Religion, Wissenschaft und Zeitgeist ein, dass ein dichter Teppich aus verhandelten Themen entsteht, der das Werk trotzdem nicht überfrachtet wirken lässt. Das grandiose, verstörende Finale tut dann sein übriges, um die Lesenden sprachlos zurück zu lassen. Das Hörbuch wurde von Uta Simone zehr zart und dennoch kraftvoll eingelesen. Ein fantastisches Buch, das man sacken lassen muss, damit es seine volle Schlagkraft entfalten kann. *Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.

4

Das war echt deep

Ich hatte vorher das Seitenraupenzimmer gelesen und habe tatsächlich mit einer ähnlichen Erfahrung gerechnet aber das war was ganz anderes. Es war sehr teifgründig und fühle sich nicht wie eine ausgedachte Geschichte an sondern wie eine alternative Realität in der das einzelne Individuum keine Relevanz hat und es nur noch ein ersetzbares Zahnrad des Systems ist. Die normale Fortpflanzung ist verpönt und es wird auf Grund des Krieges nur noch auf künstliche Befruchtung gesetzt. Ist echt düster und man muss öfter mal pausieren und nachdenken. Kann es empfehlen wenn man sich mit dem Thema mal auseinander setzen möchte.

Das war echt deep
5

ich will nie wieder sex und wehe ein mann mainsplaint mir schwangerschaft

2.5

Sehr weird!

Ein sehr eigenartiges Buch, das sich mit einer alternativen Welt und Sexualität auseinandersetzt. Trotz der teils sehr eigen beschriebenen Szenen hat sich das Buch gut und flüssig gelesen. Ich hätte wahrscheinlich einen Stern mehr gegeben, wenn nicht die letzten Seiten so extrem verstörend gewesen wären…

2

Viel mehr erwartet

Die Story ist gut, der Schreibstil hat m.E. viel Luft nach oben und verrät das Alter der Geschichte. Kann man lesen muss man nicht und das Ende hat mich auch nicht überzeugt.

3.5

Interessantes Gefankenexperiment

Dieses Buch regt stark zum Nachdenken an. Es stellt unsere heutigen gesellschaftlichen Normen rund um Liebe, Familie und Sexualität infrage und fühlt sich dabei wie ein großes Gedankenexperiment an. Was wäre, wenn das, was wir heute als normal betrachten, plötzlich als veraltet oder sogar pervers gelten würde? Wäre unser Leben dann besser oder schlechter? Oder könnten wir das gar nicht beurteilen, weil wir keine Alternative kennen? Trotz der Kürze, war es aber leider an wenigen Stellen etwas langatmig. Insgesamt werde ich sicherlich noch lange über die Geschichte nachdenken.

2.5

Gewöhnungsbedürftig

Das Buch war eine Empfehlung meiner Lieblingsbuchhändlerin. Diesmal hat sie leider nicht ins Schwarze getroffen. Das Buch ist langatmig und hat m.M. keine "richtige" Handlung. Der Grundgedanke ist gut, wird aber nicht gut verfolgt.

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