Barbara stirbt nicht
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Description
»Barbara stirbt nicht« ist das urkomische Porträt einer Ehe, deren jahrzehntelange Routinen mit einem Schlag außer Kraft gesetzt werden, und ein berührender Roman über die Chancen eines unfreiwilligen Neuanfangs.
Walter Schmidt ist ein Mann alter Schule: Er hat die Rente erreicht, ohne zu wissen, wie man sich eine Tütensuppe macht und ohne jemals einen Staubsauger bedient zu haben. Schließlich war da immer seine Ehefrau Barbara. Doch die steht eines Morgens nicht mehr auf. Und von da an wird alles anders.
Mit bitterbösem Witz und großer Warmherzigkeit zugleich erzählt Alina Bronsky, wie sich der unnahbare Walter Schmidt am Ende seines Lebens plötzlich neu erfinden muss: als Pflegekraft, als Hausmann und fürsorglicher Partner, der er nie gewesen ist in all den gemeinsamen Jahren mit Barbara. Und natürlich geht nicht nur in der Küche alles schief. Doch dann entdeckt Walter den Fernsehkoch Medinski und dessen Facebook-Seite, auf der er schon bald nicht nur Schritt-für-Schritt-Anleitungen findet, sondern auch unverhofften Beistand. Nach und nach beginnt Walters raue Fassade zu bröckeln – und mit ihr die alten Gewissheiten über sein Leben und seine Familie.
»Barbara war perfekt, dachte er überrascht. Natürlich gab es auf der Welt noch mehr alte Frauen, schon wegen der Statistik, aber Herr Schmidt hatte sie alle gesehen: kein Vergleich zu Barbara.«
Book Information
Author Description
Alina Bronsky, geboren 1978, lebt in Berlin. Ihr Debütroman »Scherbenpark« wurde zum Bestseller und fürs Kino verfilmt. »Baba Dunjas letzte Liebe« wurde für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert und ein großer Publikumserfolg. 2019 und 2021 erschienen ihre Bestseller »Der Zopf meiner Großmutter« und »Barbara stirbt nicht«, 2024 folgte ihr Roman »Pi mal Daumen«, der als Lieblingsbuch der Unabhängigen ausgezeichnet wurde.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Herrlich
Herr Schmidt, der in seinem Leben noch nie eine Tasse Kaffee gekocht hat oder irgendeine Care Arbeit übernommen hat, ist plötzlich auf sich alleine gestellt, weil seine Frau Barbara nicht mehr aufsteht. Anfangs konnte ich Herr Schmidt gar nicht leiden, aber der Schreibstil und Humor haben es mir schwer gemacht, ihn nicht ins Herz zu schließen. Er kommt immer mehr in seiner „neuen Rolle“ an und bekommt nach 50 Jahren Ehe den perfekten späten Neuanfang. Habs wirklich sehr genossen und kanns absolut empfehlen.
Alina Bronsky kann einfach unglaublich unterhaltsam schreiben - auch mein drittes Buch von ihr hat mir sehr gut gefallen. Das Thema ist dieses Mal nicht leicht - Barbara ist krank und ihr Mann Walter (ein absolut gefühlskalter Mensch mit schrecklichen Meinungen ) kann damit überhaupt nicht umgehen. Walter sagt den ganzen Roman hindurch schreckliche Dinge, lebt sein Leben unbeirrt weiter und ist auch zu seinen beiden Kindern nicht nett. Das Ende war mir ein wenig zu plötzlich und zu offen, wobei Walter dort immerhin eine erste gute, wenn auch deutlich zu späte Entscheidung trifft…
25 Frauen 2025 - Buch 31: Mir ist nicht ganz klar, wie Alina Bronsky es gelungen ist, ein amüsantes Buch mit einem SO unsympathischen Protagonisten zu schreiben! Walter Schmidt, ein Rentner, ist seit Jahrzehnten mit seiner Frau Barbara verheiratet. Immer herrschte die alte Rollenverteilung. Daran hat auch die Rente nichts geändert. Doch als es eines Morgens nicht nach dem täglich von Barbara zubereiteten Kaffee riecht, ändert sich für Herrn Schmidt alles. Zu jeder Zeit wollte ich wissen, wie es mit Herrn Schmidt weitergeht. Insgesamt hat mich der Roman gut unterhalten. Nur das Ende war mir etwas zu abrupt.
Walter Schmidt, sozial inkompetenter älterer Herr im Rentenstand, wurde sein Leben lang von seiner Frau Barbara versorgt. Er sagte an, wo es lang ging in der Familie und Barbara gehorchte. Dass sie nebenher noch eine zweite Seite hatte, entfaltet sich im Laufe der Geschichte. Nun ist Barbara krank und Herr Schmidt ist nicht in der Lage Kaffee oder ähnliches zu kochen. Ruppig im Umgangston mit allen Menschen um ihn her, muss er jetzt klar kommen. Das kommt so urtümlich und komisch rüber, dass ich beim Hören des Buches immer wieder lachen musste, obwohl ein tiefgehend, schweres Thema bearbeitet wird. Der Spagat zwischen guter, humorvoller Unterhaltung und der Entwicklung von Herrn Schmidts Charakter, seine Einsichten, die aus seinen Erinnerungen kommen und die daraus folgenden Handlungen haben mir gefallen und waren bewegend. Und auch wenn mir das Ende zu apprupt war, macht es gleichzeitig Sinn, denn so bin ich gefordert, weiterhin über die Geschichte nachzusinnen, die eigentlich die Geschichte einer langjährigen Liebe ist und davon zeugt, dass Änderung nicht leicht, aber möglich ist. Wunderbar gelesen! Hörempfehlung!
Walter und Barbara Schmidt sind seit Jahrzehnten verheiratet. Als Barbara eines Tages stürzt und sich nur langsam erholt, muss sich Walter plötzlich um sie und den Haushalt kümmern, was er bisher noch nie gemacht hat. Das ist oft wirklich witzig, manchmal rührend und sehr melancholisch. Das Besondere an "Barbara stirbt nicht" ist die Hauptfigur, aus deren Sicht erzählt wird. Walter ist ein zutiefst unsympathischer und egozentrischer Zeitgenosse, kein liebenswerter Griesgram, der langsam geläutert wird, sondern ein echtes unverbesserliches Arschloch. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, ob es solche Männer und solche Ehen heute wirklich noch gibt (ich befürchte schon...). Nach und nach erfährt man mehr aus seiner Vergangenheit und der Ehe mit Barbara und auch dieses Wissen macht ihn nicht gerade netter. Ich habe immer wieder versucht, mit ihm mitzufühlen, es ist mir aber nicht gelungen. Alina Bronsky gelingt hier mM nach ein echtes Kunststück, da man trotz dieser schrecklichen Figur immer weiter wissen will, was noch passiert und ob er doch noch Frieden findet. Ein wirklich toller Roman!
Zwischen Mitleid und Kopfschütteln
Eigentlich ist Herr Schmidt ein klassisches A...loch der alten Schule. Er ist stur, unfähig über Gefühle zu reden und hat sich jahrzehntelang im Haushalt auf seiner Frau Barbara ausruhen können. Und trotzdem habe ich ihn in mein Herz geschlossen ❤️ Alina Bronsky schafft es einfach diesen grantigen Charakter so zu beschreiben, dass man trotz seiner Art mit ihm mitfühlt während er plötzlich lernt, wie man eine Suppe kocht oder Kaffee aufsetzt. Es ist rührend, witzig und teilweise echt schmerzhaft ehrlich. Was mich gestört hat war das plötzliche Ende. Das kostet den letzten halben Stern.Ich habe mir hier doch ein rundes Ende gewünscht.
Ein sehr interessantes Buch, das sehr humorvoll daher kommt aber sehr tiefgründig ernste Themen behandelt. Walter und Barbara leben eine Ehe mit ganz klassisch konservativ verteilten Rollenbildern. Nun ist Barbara schwer krank und Walter muss sich im Alter radikal umstellen. Das Buch ist sehr lustig geschrieben, die Charaktere etwas überspitzt, aber doch realistisch. So im Hintergrund werden viele Themen behandelt: die Rolle Mann Frau, der Umgang in der Ehe miteinander, wie viel Verständnis oder auch nicht zeigt man für den anderen, Fremdenfeindlichkeit, unterdrückte Homophobie, etc Walter ist ein sehr schwieriger Charakter, wie ich finde. Das Ende war für mich etwas zu abrupt, deshalb ein Stern Abzug. Es gibt Bücher, die könnten mit 100 Seiten weniger gut auskommen. Hier hätte ich mir gern noch 50 Seiten mehr gewünscht.
Eines steht fest ..... Herr Schmidt ist nicht der Traummann, den sich Frau an seine Seite wünscht! 😆😅 Ich war mir lange nicht sicher, ob ich ihn verabscheuen oder mögen soll. 🙆🏼♀️ Für seinen unfreiwilligen Neuanfang und die Umsetzung hat er dann doch ein paar Sympathiepunkte bei mir gesammelt. 🥰 Besser späte Einsicht als nie würde ich da sagen. Das Ende hat mich dann doch erst einmal etwas ratlos hinterlassen. 🤷🏼♀️ Ich habe gesucht, aber keine fehlenden Seiten/Zeilen gefunden und kann mir jetzt dann selber denken, wie es wohl weitergangen ist. Es gibt also durchaus bessere Bücher der Autorin. 📚 Dieses Buch fällt daher unter 'kann man lesen, muss man aber nicht." 🤗

Abbruch auf Seite 145 Kann man lesen, muss man aber nicht. Ich habe da vielleicht etwas anderes erwartet. Urkomisches Porträt einer Ehe steht auf dem Klappentext. Na ja meinen Humor trifft es nicht, ich konnte bis jetzt noch nicht einmal lachen. In vielen Bewertungen wird Walter als Arschloch bezeichnet...ich finde er bemüht sich. Da gibt es wesentlich schlimmere Kandidaten (wie ich aus Erfahrung weiß). Für mich lohnt es sich nicht weiter zu lesen. Nicht mein Buch!
Okay. Herr Schmidt ist null sympathisch. Der Umgang mit seiner Frau - gruselig. Aber er entwickelt sich, versucht aus seiner Rolle, in der er wie gefangen scheint, auszubrechen. Letztlich bleiben viele Fragen. Und tatsächlich hätte ich gerne mehr über Barbara erfahren. Wer war diese Frau, die es mit solch einem Stinkstiefel ausgehalten hat? Warum ist sie überhaupt bei ihm geblieben? Gerne hätte ich mehr erfahren...
Besser als erwartet. Interessante Erzählweise der Autorin. Regt zum Nachdenken an und sorgt für ein besseres Verständnis für ältere Menschen. Für mich als Feministin und Person mit Migrationshintergrund teilweise schwierig zu lesen; aber die Hauptfigur hat eine gute Charakterentwicklung gemacht. Das Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen, daher der Sterneabzug.
"Vielleicht wusste sie wirklich alles, und alle anderen auch. Ja, vielleicht war er der Einzige, der glaubte, dass die Dinge verschwinden konnten, wenn man nur lange genug wegsah." Ein Buch mit einem Protagonisten, der mich wütend und traurig zugleich gemacht hat. Eigentlich will man Herrn Schmidt schütteln, um ihn aus seiner miesepetrigen, ungerechten, selbstgefälligen Haltung zu schubsen und dann merkt man, wie trostlos, unfähig und tieftraurig er in seiner Hilflosigkeit ist. Ein Roman, der irgendwie nachhallt, erst wenn man ihn aus den Händen gelegt hat. Abzug gibt es für das Ende-Alina Bronsky, was haben Sie sich dabei gedacht!?
Humorvoll, tiefgründig, bitterböse – Das Buch hält dir einen Spiegel vor, aber so, dass du zwischendurch laut lachen musst.
Also, ich sag’s mal grad raus: Walther ist ein Arschloch. Punkt. Bronsky schafft es, dass man ihn gleichzeitig verachtet und über ihn lacht, weil er so grotesk echt wirkt. Walter ist so einer, wo du denkst: „Jetzt hät er’s doch endlich kapiert!“ und im nächsten Satz reisst er wieder alles ein. Und dann dieses Setting: Barbara, die titelgebende Ehefrau, verschwindet quasi von der Bühne (und stirbt oder vielleicht auch nicht?) und Walther stolpert allein durch ein Leben, das er offenkundig gar nicht versteht. Plötzlich muss er kochen, Haushalt machen, Gefühle haben und alles, was nicht ins Weltbild „Frauen gehören an den Herd“ passt, irritiert ihn zutiefst. Und das Ende? Zack, einfach mittendrin Schluss. Was mach ich jetzt?!
Als Hörbuch gehört, empfehlenswert
Herr Schmidt (sehr treffend, dass Alina Bronsky immer nur von Herrn Schmidt spricht, da er respektiert und immer mit „Sie“ angesprochen werden möchte) ist nicht gerade emphatisch, hat sein ganzes Leben seine Familie schikaniert und sich nie im Haushalt oder Garten beteiligt. Ein sehr schroffer Mensch, der nun, da seine Frau krank ist, sich plötzlich kümmern muss. Sein Kaffee steht nicht mehr fix und fertig bereit, die Butter streichzart angewärmt… Ich habe das Buch sehr gerne angehört, die Stimme des Sprechers passt auch wirklich gut
Ein Unsympath, der einem irgendwie ans Herz wächst
Ich habe das Hörbuch gehört und kann dieses absolut empfehlen. Der Sprecher passt perfekt zu Herrn Schmidt und der Geschichte. Es ist kurzweilig erzählt und macht Spaß, auch wenn die Handlung selbst sowie vor allem der Protagonist einen oft und gerne nicht nur mit Unverständnis, sondern teils auch Ärger zurücklassen. Herr Schmidts Welt steht plötzlich Kopf, als seine Frau Barbara, die im Haushalt, in der Beziehung zu den mittlerweile erwachsenen Kindern, dem Hund und sozialen Kontakte in der Gemeinschaft im Ort alles geregelt und ihren Mann betüdelt hat, auf einmal umkippt und erst einmal "ausfällt". Wie soll er sie wieder gesund pflegen, den Hund füttern und selbst dabei vernünftig versorgt werden? Herr Schmidt, den schon das Kaffeekochen überfordert, steht vor der Aufgabe seines Lebens. Während er sich widerwillig dieser neuen Herausforderung stellt, erfahren wir nicht nur einiges über seine starre Weltsicht, festgefahrene Beziehung zu seinen Kindern, Komplexe in Bezug auf seine eigene Herkunft und die seiner Frau, sondern werden dabei auch köstlich unterhalten, wenn er dabei beispielsweise das Internet und die Forendiskussion für sich entdeckt, wo er doch bisher nicht einmal ein kabelloses Telefon verwenden wollte. Wieso Barbara diesem Mann jahrzehntelang so hingebungsvoll den Haushalt geschmissen und ihn nicht längst verlassen hat, können wir gegen Ende der Geschichte erahnen, wenn ein Familiengeheimnis "gelüftet" wird. Diesen Teil der Geschichte fand ich schwer einzuordnen und das Ende war mir dann etwas überhastet und fiel aus der Reihe. Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre.
Ein Buch mit bitterbösem Witz und zugleich großer Warmherzigkeit. Alina Bronsky hat eine tragische Familiengeschichte verfasst und gleichzeitig eine besondere, bodenständige, fast „derbe“, aber tiefgründige Liebesgeschichte. Ein absolut lesenswerter Roman mit unbequemer, streitbarer, herausfordernder Hauptfigur, der mich stark beeindruckt hat.
Wem ein Mann namens Ove gefällt, dem gefällt auch Barbara stirbt nicht. Der Protagonist macht einen wütend und gleichzeitig macht es Spaß seine Entwicklung mitzuerleben. An die Geschichte von Ove kommt es meiner Meinung nach nicht ran aber das Buch hat einen ähnlichen Stil und lässt sich leicht lesen.
Für mich war das ein tolles Buch. Ich konnte nicht aufhören, die Geschichte zu lesen. Barbara ist schwer krank, ihr Mann Walter möchte das nicht wahrhaben. Ich weiß gar nicht, warum mir das Buch so gut gefallen hat, vielleicht gerade, weil Walter so absolut und konsequent unsympathisch ist. Erst ignoriert er die Krankheit seiner Frau, möchte das Leben in den vorgegebenen Rollenverteilungen weiterleben. Das läuft so aber nicht mehr, also muss Walter sich unfreiwilligerweise weiterentwickeln, wobei er unerkannte Talente in sich entdeckt. Auf seine Weise wird er etwas netter, aber nur auf walteresker Ebene. Einerseits witzig, aber auch sehr nachdenklich stimmend.
Etwas ganz besonderes
Ein Buch, das mich durch sehr viele verschiedene Gefühlslagen gebracht hat. Ich hab gelacht, war wütend und hab gelitten. Im Fokus Herr Schmidt, der im Hohen Alter sein Leben überdenken muss. Das Buch bildet einen Auszug aus seinem Leben ab. Die Geschichte hat kein wirkliches Ende, aber genau das mochte ich sehr. So kann sich jeder selbst Gedanken machen. Der Leser erlebt ein Beispiel für eine Generation, die so anders lebt und denkt als die heutige. Und man erlebt einen Rentner der seine Weltanschauung nochmal überdenken muss.

Während mich das Buch zu Anfang noch unterhalten hat, weil mich der knurrige alte Mann an Alfred Tetzlaff erinnert, hat das Ende mich jetzt komplett unbefriedigt zurückgelassen. Das war’s jetzt?? Man hätte noch soo viel mehr aus der Geschichte rausholen können, unheimlich schade. Gehört also zur Kategorie, kann man lesen, muss man aber nicht.
Sehr berührende, aber gleichzeitig auch unterhaltsame Geschichte über einen Mann, der aufgrund der Krankheit seiner Frau nicht nur lernen muss sich selbst, sondern auch seine Frau zu versorgen. Dabei entwickelt er sich vom Grießkram zum fürsorgenden Ehemann. Das Buch hat mich sehr berührt, vor allem gegen Ende. War an keiner Stelle kitschig.
Ich musste so sehr an so viele (alte) Männer denken, die ohne ihre Frauen plötzlich aufgeschmissen wären. Wie viele würden wohl versuchen so stoisch am Alltag festzuhalten wie Walter? Ich fühlte mich gut unterhalten. Ich musste öfter schmunzeln und manchmal nachdenken. Das Buch kann man in einem Rutsch lesen. Einzig das Ende hätte ich mir geschlossener gewünscht.
urkomisch, wie im Klappentext beschieben, finde ich übertrieben, die Figur Walter ist ein Kauz, ein Mann der in den Jahren ein klassisches Rollenbild verinnetlicht hat , wird durch die Krankgeit seiner Frau und eine neue Welt katapultiert. Knurrig ignoriert er Tatsachen und wurstelt sich irgendwie durch das Leben , selbst seine Kinder hält er auf Distanz und sie versuchen ihm näher zu komnen, schaffen es aber nie wirklich. Der Schreibstil ist locker, dennoch hinterlässt die Geschichte einen schalen Nachgeschmack.
Mein Gott Walter, was für ein Leben hat er seiner Frau zugemutet. Aber sie hat auch alles zugelassen bzw. mit sich machen lassen. Da macht auch sein rührendes Kümmern jetzt nicht besser. Natürlich war diese Generation noch sehr geprägt von dem was Männer machen und dürfen und was Frauen zu Tun oder zu Lassen haben, aber Walter war wohl sein ganzes Leben ein Mann, den Frau nicht haben sollte.
Das erste gute Buch von Alina Bronsky
Es hat mich geärgert und den Kopf schütteln lassen und dennoch war ich die meiste Zeit beim Lesen am Schmunzeln, ganz gespannt auf Herrn Schmidts nächste Experimente und wie er verlernt, in einer selbstverständlichen Welt zu leben. Nur das Ende kam mir sehr willkürlich vor.
Ich fange bei meiner Rezension ausnahmsweise mal hinten an, denn ich hasse das Ende dieses Buches! Ich bin wirklich ein Fan von offenen Ende, aber dieses Ende wirkte auf mich, als hätte die Autorin aus Versehen mitten im Schreiben auf "abschicken" gedrückt. Ich habe wirklich erstmal gedacht, mein Buch sei ein Fehldruck. Wer solche Rabatten offenen Enden nicht mag, sollte von diesem Buch besser die Finger lassen. Dennoch möchte ich es empfehlen, denn für mich gehört es dieses Jahr definitiv zu meinen Bücher-Highlights! Die Geschichte ist erstmal recht banal. Herr Schmidt und seine Frau Barbara sind seit 52 Jahren verheiratet und ein ganz typisches altes Ehepaar. Er ist stock-konservativ und bei ihnen war es immer so, dass er das Geld verdient hat und seine Frau für Küche, Kinder und Haushalt zuständig war. Und plötzlich wird Barbara krank. So krank, dass sie nicht mehr wie gewohnt "funktioniert " und Herr Schmidt gezwungen ist, seine Komfortzone zu verlassen... Ich habe viel gelacht und geschmunzelt bei diesem Buch. Gerade am Anfang, als sogar Herr Schmidts Versuche scheitern, Kaffee zu kochen, war es echt lustig. Aber dennoch auch ein bißchen traurig, denn diese Situation gibt es tatsächlich öfter. Ich habe es vor kurzem noch erlebt, als meine Tante gestorben ist. Herr Schmidt ist konservativ, festgefahren in seinen Ansichten, voller Vorurteile und Intoleranz. Aber dennoch muss man ihn als Leser einfach mögen, denn trotz seiner ruppige Art wirkt er hilflos. Und man spürt, wie sehr er seine Barbara liebt, auch wenn das nie ausgesprochen wird. Ein wundervolles Buch, und es ist auch ganz wunderbar geschrieben. Ich habe es in einem Rutsch gelesen, ohne zu merken, wie die Zeit dabei vergangen ist.
Der neuste Roman von Alina Bronsky „Barbara stirbt nicht“ war eine richtige Wundertüte für mich. Ich habe vorher noch nie ein Buch der Autorin gelesen und bin mit dem Gedanken an die Lektüre gegangen, dass ich ein humoristisches Buch lesen werde. Humor hat dieser Roman, jedoch auch noch viel mehr. Der Protagonist ist Walter Schmidt, ein traditioneller Mann im Ruhestand, dessen Frau Barbara von einem Tag auf den anderen schwer erkrankt. Komplett überfordert und genervt in der plötzlichen Rolle des Versorgers, steht Walter vor ihm komplett fremden Herausforderungen, die bereits beim Kochen eines Kaffees beginnen. Auf der einen Seite haben wir diese durchaus amüsanten Szenen des alteingesessenen Familienvaters, der immer wenig mit dem Haushalt zu tun hatte, diesen jetzt aber alleine führen muss. Um Barbara zu versorgen, stürzt er sich sogar zum ersten Mal in seinem Leben ins Internet. Die Geschichte ist aber nicht nur zum Schmunzeln. Barbaras Krankheit schwebt über allem und Walter verdrängt die Ernsthaftigkeit dieser konsequent. „Barbara stirbt nicht“ ist vieles auf einmal. Familiendrama und -komödie, eine Sammlung interessanter und realistischer Charaktere, die sich um diesen zuerst so eingefahrenen Protagonisten, der dann doch über sich hinaus wächst, sammeln. Alles in allem ein Buch, das mich an vielen Ecken überrascht, begeistert und auch emotional mitgerissen hat.
Liebevoll, irritierend, komisch, herzzerreißend
„Barbara stirbt nicht“ - ein kurzer Roman über eine sehr lange Ehe, in der plötzlich Barbara, die immer alles, wirklich alles, für ihren Mann erledigt hat, nicht mehr aufstehen kann. Der Rentner Walter wird nun konfrontiert mit Dingen, die notwendig sind, aber von denen er keine Ahnung hat. Wie kocht man Kartoffeln? Wie bedient man eine Kaffeemaschine? Wann ist es notwendig, Wäsche zu waschen? In einer Mischung aus Komik, Traurigkeit, und auch viel Liebe taucht man ein in die allzu altmodische, irgendwann stehengebliebene Welt von Walter, der sich nun ohne die Hilfe seiner Frau zurechtfinden muss und sich nun um sie kümmert - mal mehr, mal weniger erfolgreich. Walter macht wütend, den Leser und auch sein Umfeld, er verdrängt, ist gemein aber immer wieder bekommt man auch Mitleid und spürt, das er aus seiner Haut will, aber nicht kann, was ihn wiederum liebenswürdig macht. Ich hab den Roman innerhalb von 2 Tagen durchgelesen, die Figuren haben mich teilweise an meine eigenen Großeltern und Eltern erinnert und es hat mich richtig mitgenommen. Tolles Buch.
Gleichzeitig witzig, tragisch und berührend. ♥️
Ein Buch, das sich mit dem Altern beschäftigt und dabei gleichzeitig schonungslos, aber auch äußerst humorvoll und einfühlsam ist. Große Empfehlung! Es hat mich wirklich berührt, aber auch oft schmunzeln lassen. „Barbara stirbt nicht“ lässt einen etwas traurig zurück. Vielleicht sogar mit einer Träne auf der Wange. Aber gleichzeitig auch ermutigt und mit Liebe im Herzen.

Als Herr Schmidt aufwacht ist es still, zu still. Auch der Kaffeeduft, der sonst um diese Zeit längst durchs Haus zieht, fehlt. Ob Barbara tot ist? Oder gestürzt? Nein, er hätte es gehört. Was Walter Schmidt noch nicht ahnt, sein Leben hat bereits eine jähe Wendung genommen. Gleich wird er seine Frau auf dem Badezimmerboden finden und nach 52 Ehejahren herausfinden müssen, wie man Kaffee kocht. Oder eine Kartoffel. Der Haushalt war nie seine Aufgabe, er wollte auch nicht stören. Sein Tagesablauf war seit seinem Eintritt in den Ruhestand von den Geräuschen, die seine Ehefrau mit der täglichen Erledigung des Haushaltes hervorrief, getaktet. Allenfalls Schäferhund Helmut zwang ihn zur täglichen Pflicht. Aber nun war es Zeit, das Leben in die Hand zu nehmen, denn jetzt brauchte ihn Barbara. Lange Zeit hat es kein Buch mehr geschafft, mich gleich auf den ersten Seiten zum Lachen zu bringen. Walter Schmidt konnte mich mit seiner Unbeholfenheit und seinem schwarzen Humor sofort für sich gewinnen. Aber der Hintergrund des Romans ist ein ernster und so durften auch die nachdenklichen, leisen Töne nicht fehlen. Alina Brodsky ist es ganz charmant gelungen, die Geschichte einer Ehe zu erzählen, die nicht mit der großen Liebe begann und auch im Laufe der Zeit Barbara und Walter Schmidt große Zugeständnisse abverlangt hat. Doch für Walter ist es keine Frage, er wird Barbara zur Seite stehen. „Ja, vielleicht war er der Einzige der glaubte, dass die Dinge verschwinden konnten, wenn man nur lange genug wegsah.“ Für mich war besonders bewegend der Schluss. Verraten wird natürlich nichts, schließlich sollen alle den Roman lesen. Absolute Leseempfehlung von mir!
Im Zwiespalt der Verständnislosigkeit
Das Buch begleitet die Gedankenwelt und Ansichten eines empathielosen, sexistischen, rassistischen und abgestumpften alten Mannes, der seine Ehefrau als viel zu selbstverständlich betrachtet. Und auch wenn er die Welt, die seine Ansichten teilt nicht geschaffen hat, bedient er sich der Bequemlichkeitshalber gerne daran. Über alle Seiten hinweg war ich stark im Zwiespalt und bin mir nach Abschluss noch sehr unsicher, wie ich zu Herrn Schmidt stehe. Dennoch musste ich an vielen Stellen Schmunzeln und mit den Augen Rollen. Ich hätte mir ein runderes Ende Gewünscht mit mehr Tiefe und Einsicht.
Unerwartet.
Dieses Buch hat mich wirklich überraschen können. Humorvoll auf seine ganz eigene Art und absolut berührend. Aber auch unbequem und das vor allem durch Herrn Schmidt. Denn Herr Schmidt, unser Erzähler, ist ein durch und durch unsympathischer Mensch. Egozentrisch, unhöflich und schon fast abgestumpft. Er ist gegen alles, hat seine festgefahrenen Meinungen und hält daran fest. In Herrn Schmidts Ehe herrscht die klassische Rollenverteilung: der Mann verdient das Geld und die Frau ist für den Rest zuständig. Kinder, Haushalt, Garten, Einkaufen, Wäsche usw.. Als Barbara, die Frau von Herrn Schmidt, krank und bettlägerig wird, steht die Welt von Herrn Schmidt Kopf. Nun ist Herr Schmidt auf sich selbst gestellt. Muss die kleinen, alltäglichen Dinge selber verrichten, die er sonst seiner Frau überlassen hat. Eine völlig neue Welt eröffnet sich ihm und über so manch bissigen seiner Gedanken musste ich wirklich schmunzeln. Die Krankheit von Barbara erfahren wir nur indirekt, durch das Lesen zwischen den Zeilen. Auf seine ganz eigene Art liebt und sorgt Herr Schmidt sich um seine Frau. Auch wenn er ansonsten eine wandelnde „Red Flag“ ist. Ja, Herr Schmidt ist ein unbequemer Protagonist. Ein Mann der in veralteten, erlernten Strukturen festsitzt. Aber so ganz still und leise, hat er sich in mein Herz gegrummelt. Das Buch ist auf eine so unverblümte Art echt. Und so wunderbar. Es zeigt uns die Schattenseiten des Lebens. Wie wir als Menschen, so unterschiedlich wir sind, auch unterschiedlich auf bestimmte Ereignisse reagieren. Immer richtig? Oder auch mal falsch? Und wer sagt eigentlich, was richtig und was falsch ist? Und wer legt fest, wie wir mit bestimmten Dingen umzugehen haben? Dieses Buch hat mir einfach gut getan. Einfach weil es zeigt, wie unterschiedlich wir Menschen sind. Wie wir an manchen Dingen scheitern und an anderen über uns hinauswachsen. Und das alles mit einem leichten Zwinkern auf das alltägliche Leben. Von mir gibt es für dieses Buch eine absolute Leseempfehlung.

An der Autobahn ausgesetzt nach einer schönen Fahrt Der trockene Humor von Alina Bronsky ist genau mein Fall. Ich schätze ihre messerscharfe Beobachtungsgabe was Alltagsunzulänglichkeiten im Allgemeinen und menschliche Schwächen im Besonderen betrifft. Während sie im "Zopf meiner Großmutter" stark satirische Töne anschlug, ist "Barbara stirbt nicht" hingegen relativ zahm. Zwar ist der Protagonist Herr Schmidt ein liebenswerter Sancho Pansa, der tapfer gegen die Windmühlen seines unfreiwilligen späten "Hausmann-Daseins" kämpft, aber er wird zu keiner Zeit von der Autorin bloßgestellt. Es geht in dem Buch viel darum, welche Lieblingsrezepte von Barbara sich ihr Ehemann Walter aneignen muss, während seine Frau in einem mysteriösen Zustand zwischen Krankheit und Rekonvaleszenz verweilt. LeserInnen werden über die eigentliche Natur von Barbaras Zustand im Unklaren gelassen. Den ganzen Roman durchzieht eine eigentümliche Melancholie, eine Sehnsucht nach dem vergangenen Gestern. Bronsky zeigt an ihrem Protagonisten Herrn Schmidt exemplarisch auf was das plötzliche Bewusstsein über das Vergehen der Zeit mit uns Menschen macht. Gestern noch waren wir jung und heute sind es nicht mal mehr unsere Kinder. Herrn Schmidt, der bis zu Barbaras Krankheit in den Tag hinein gelebt zu haben scheint, trifft diese Erkenntnis wie ein Schlag. Was soll er nun anfangen mit den Resten seines alten Lebens? Wie soll er umgehen mit der bruchstückhaften Gegenwart? Und noch dazu mit der verschwiegenen Familientragödie, die erst im letzten Drittel des Buches ans Licht kommt? Das offene Ende ist mir persönlich etwas zu abrupt, lässt viele Fragen offen, die ich noch an den Roman gehabt hätte. Leider erfahren wir nicht, unter welcher Krankheit Barbara eigentlich leidet. Ich hätte Herrn Schmidt und Barbara gerne noch eine Weile weiter begleitet. Bronsky wägt ihre LeserInnen bis zum Ende in der trügerischen Sicherheit sie würden auf ein tragikomisches versöhnliches Ende zusteuern, nur um sie dann ohne Vorwarnung an der Autobahnraststätte auszusetzen. Das ist mein Hauptkritikpunkt an diesem schönen, traurigkomischen Roman, der ein Gefühl der Unvollständigkeit zurücklässt.
Beschreibung Seit über fünfzig Jahren ist Walter Schmidt, ein Herr der althergebrachten Schule, mit Barbara verheiratet. Eines schönen Morgens kann Barbara jedoch nicht mehr ihren Aufgaben im Haushalt nachkommen. Herr Schmidt ist zum ersten Mal in seinem Leben im Haushalt auf sich alleine gestellt und muss sich um die kleinen Dinge des Lebens kümmern. Die Schwierigkeiten beginnen bereits beim Kaffee kochen und nehmen mit der Organisation des Einkaufs bis hin zum Wäschewaschen und Saubermachen ihren Lauf. Bei alldem sorgt sich Herr Schmidt zum ersten Mal um seine Ehefrau und ist der Meinung, wenn sie nur wieder genug isst, kommt sie schon wieder auf die Beine, und so versucht er sich mithilfe seines Sohns über die Facebook-Seite eines Fernsehkochs das Kochen beizubringen. Im ungewohnten Austausch mit Anderen findet er Beistand und die Traumfassade gerät ins Wanken… Meine Meinung Zugegeben ist »Barbara stirbt nicht« mein erster Roman der erfolgreichen Autorin Alina Bronsky, und damit hat sie meinen Lesenerv sogleich absolut getroffen. Mit Finesse und einem fesselnd klaren Erzählstil zeichnet Alina Bronsky eine Geschichte mitten aus dem Leben nach und das mit so viel Gefühl und Biss, dass man einfach nicht aufhören kann, Seite um Seite zu verschlingen. Im Mittelpunkt steht der Rentner Herr Schmidt, welcher seit zweiundfünfzig Jahren mit seiner Barbara verheiratet ist und weder Kaffee kochen noch zu anderweitigen Arbeiten im Haushalt fähig ist. Warum auch? Bis jetzt hat Barbara das alles übernommen, doch als sie eines Morgens nicht mehr wie gewohnt funktioniert ändert sich für Herrn Schmidt einfach alles. Kaffee machen und Kartoffeln kochen sind nur die leichtesten der Aufgaben, denen sich Herr Schmidt in seiner Unbeholfenheit nun stellen muss. Schritt für Schritt begleitet man den Rentner dabei, wie er sich den Auswirkungen seines Lebens nach alter Schule stellt, denn er gehört einer Generation an, bei der der Mann das Oberhaupt der Familie und die Frau für alle Tätigkeiten im Haushalt und der Kindererziehung zuständig ist. Absolut begeistert hat mich, wie authentisch Alina Bronsky den raubeinigen und stoffeligen Charakter von Herrn Schmidt geformt und mit Leben erfüllt hat. Zudem beweist die Autorin mit ihrer dargebrachten Szenerie ein Händchen für bewegende und anrührende Dinge, die das Leben ausmacht und lässt dabei unweigerlich den Humor der Situationskomik spielen, wenn sich z. B. Herr Schmidt bei der Bäckereiverkäuferin danach erkundigt, wie man denn einen Rührkuchen hinbekommt. Hinter den lustigen Anekdoten steckt jedoch eine traurige Ursache, denn tief in sich ahnt Herr Schmidt, dass es um die Gesundheit seiner Barbara nicht gut bestellt ist. Mit einem fast manischen Eifer versucht Herr Schmidt die Jahre seiner Ehe aufzuarbeiten und dabei wird ihm so einiges bewusst – vor allen Dingen aber, was er an seiner Frau überhaupt hat – und ein lange unterdrücktes Familiengeheimnis bahnt sich zurück an die Oberfläche. »Barbara stirbt nicht« ist ein Roman, bei dem Lachen und Traurigkeit nahe beieinander liegen und durch Alina Bronskys Erzähltalent unheimlich berührt. Das Ende der Geschichte hat mich jedoch kalt erwischt, denn hier lässt die Autorin alles offen und zurückbleiben unzählige Möglichkeiten über das abschließende Schicksal von Herrn Schmidt, den man tatsächlich über die Zeit sehr liebgewonnen hat. Fazit Eine berührend-bissige Geschichte über das Älter werden, die durch das Wunder eines Neuanfangs zu begeistern weiß und einer gewissen Komik nicht entbehrt. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 25.10.2021
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
»Barbara stirbt nicht« ist das urkomische Porträt einer Ehe, deren jahrzehntelange Routinen mit einem Schlag außer Kraft gesetzt werden, und ein berührender Roman über die Chancen eines unfreiwilligen Neuanfangs.
Walter Schmidt ist ein Mann alter Schule: Er hat die Rente erreicht, ohne zu wissen, wie man sich eine Tütensuppe macht und ohne jemals einen Staubsauger bedient zu haben. Schließlich war da immer seine Ehefrau Barbara. Doch die steht eines Morgens nicht mehr auf. Und von da an wird alles anders.
Mit bitterbösem Witz und großer Warmherzigkeit zugleich erzählt Alina Bronsky, wie sich der unnahbare Walter Schmidt am Ende seines Lebens plötzlich neu erfinden muss: als Pflegekraft, als Hausmann und fürsorglicher Partner, der er nie gewesen ist in all den gemeinsamen Jahren mit Barbara. Und natürlich geht nicht nur in der Küche alles schief. Doch dann entdeckt Walter den Fernsehkoch Medinski und dessen Facebook-Seite, auf der er schon bald nicht nur Schritt-für-Schritt-Anleitungen findet, sondern auch unverhofften Beistand. Nach und nach beginnt Walters raue Fassade zu bröckeln – und mit ihr die alten Gewissheiten über sein Leben und seine Familie.
»Barbara war perfekt, dachte er überrascht. Natürlich gab es auf der Welt noch mehr alte Frauen, schon wegen der Statistik, aber Herr Schmidt hatte sie alle gesehen: kein Vergleich zu Barbara.«
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Author Description
Alina Bronsky, geboren 1978, lebt in Berlin. Ihr Debütroman »Scherbenpark« wurde zum Bestseller und fürs Kino verfilmt. »Baba Dunjas letzte Liebe« wurde für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert und ein großer Publikumserfolg. 2019 und 2021 erschienen ihre Bestseller »Der Zopf meiner Großmutter« und »Barbara stirbt nicht«, 2024 folgte ihr Roman »Pi mal Daumen«, der als Lieblingsbuch der Unabhängigen ausgezeichnet wurde.
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Herrlich
Herr Schmidt, der in seinem Leben noch nie eine Tasse Kaffee gekocht hat oder irgendeine Care Arbeit übernommen hat, ist plötzlich auf sich alleine gestellt, weil seine Frau Barbara nicht mehr aufsteht. Anfangs konnte ich Herr Schmidt gar nicht leiden, aber der Schreibstil und Humor haben es mir schwer gemacht, ihn nicht ins Herz zu schließen. Er kommt immer mehr in seiner „neuen Rolle“ an und bekommt nach 50 Jahren Ehe den perfekten späten Neuanfang. Habs wirklich sehr genossen und kanns absolut empfehlen.
Alina Bronsky kann einfach unglaublich unterhaltsam schreiben - auch mein drittes Buch von ihr hat mir sehr gut gefallen. Das Thema ist dieses Mal nicht leicht - Barbara ist krank und ihr Mann Walter (ein absolut gefühlskalter Mensch mit schrecklichen Meinungen ) kann damit überhaupt nicht umgehen. Walter sagt den ganzen Roman hindurch schreckliche Dinge, lebt sein Leben unbeirrt weiter und ist auch zu seinen beiden Kindern nicht nett. Das Ende war mir ein wenig zu plötzlich und zu offen, wobei Walter dort immerhin eine erste gute, wenn auch deutlich zu späte Entscheidung trifft…
25 Frauen 2025 - Buch 31: Mir ist nicht ganz klar, wie Alina Bronsky es gelungen ist, ein amüsantes Buch mit einem SO unsympathischen Protagonisten zu schreiben! Walter Schmidt, ein Rentner, ist seit Jahrzehnten mit seiner Frau Barbara verheiratet. Immer herrschte die alte Rollenverteilung. Daran hat auch die Rente nichts geändert. Doch als es eines Morgens nicht nach dem täglich von Barbara zubereiteten Kaffee riecht, ändert sich für Herrn Schmidt alles. Zu jeder Zeit wollte ich wissen, wie es mit Herrn Schmidt weitergeht. Insgesamt hat mich der Roman gut unterhalten. Nur das Ende war mir etwas zu abrupt.
Walter Schmidt, sozial inkompetenter älterer Herr im Rentenstand, wurde sein Leben lang von seiner Frau Barbara versorgt. Er sagte an, wo es lang ging in der Familie und Barbara gehorchte. Dass sie nebenher noch eine zweite Seite hatte, entfaltet sich im Laufe der Geschichte. Nun ist Barbara krank und Herr Schmidt ist nicht in der Lage Kaffee oder ähnliches zu kochen. Ruppig im Umgangston mit allen Menschen um ihn her, muss er jetzt klar kommen. Das kommt so urtümlich und komisch rüber, dass ich beim Hören des Buches immer wieder lachen musste, obwohl ein tiefgehend, schweres Thema bearbeitet wird. Der Spagat zwischen guter, humorvoller Unterhaltung und der Entwicklung von Herrn Schmidts Charakter, seine Einsichten, die aus seinen Erinnerungen kommen und die daraus folgenden Handlungen haben mir gefallen und waren bewegend. Und auch wenn mir das Ende zu apprupt war, macht es gleichzeitig Sinn, denn so bin ich gefordert, weiterhin über die Geschichte nachzusinnen, die eigentlich die Geschichte einer langjährigen Liebe ist und davon zeugt, dass Änderung nicht leicht, aber möglich ist. Wunderbar gelesen! Hörempfehlung!
Walter und Barbara Schmidt sind seit Jahrzehnten verheiratet. Als Barbara eines Tages stürzt und sich nur langsam erholt, muss sich Walter plötzlich um sie und den Haushalt kümmern, was er bisher noch nie gemacht hat. Das ist oft wirklich witzig, manchmal rührend und sehr melancholisch. Das Besondere an "Barbara stirbt nicht" ist die Hauptfigur, aus deren Sicht erzählt wird. Walter ist ein zutiefst unsympathischer und egozentrischer Zeitgenosse, kein liebenswerter Griesgram, der langsam geläutert wird, sondern ein echtes unverbesserliches Arschloch. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, ob es solche Männer und solche Ehen heute wirklich noch gibt (ich befürchte schon...). Nach und nach erfährt man mehr aus seiner Vergangenheit und der Ehe mit Barbara und auch dieses Wissen macht ihn nicht gerade netter. Ich habe immer wieder versucht, mit ihm mitzufühlen, es ist mir aber nicht gelungen. Alina Bronsky gelingt hier mM nach ein echtes Kunststück, da man trotz dieser schrecklichen Figur immer weiter wissen will, was noch passiert und ob er doch noch Frieden findet. Ein wirklich toller Roman!
Zwischen Mitleid und Kopfschütteln
Eigentlich ist Herr Schmidt ein klassisches A...loch der alten Schule. Er ist stur, unfähig über Gefühle zu reden und hat sich jahrzehntelang im Haushalt auf seiner Frau Barbara ausruhen können. Und trotzdem habe ich ihn in mein Herz geschlossen ❤️ Alina Bronsky schafft es einfach diesen grantigen Charakter so zu beschreiben, dass man trotz seiner Art mit ihm mitfühlt während er plötzlich lernt, wie man eine Suppe kocht oder Kaffee aufsetzt. Es ist rührend, witzig und teilweise echt schmerzhaft ehrlich. Was mich gestört hat war das plötzliche Ende. Das kostet den letzten halben Stern.Ich habe mir hier doch ein rundes Ende gewünscht.
Ein sehr interessantes Buch, das sehr humorvoll daher kommt aber sehr tiefgründig ernste Themen behandelt. Walter und Barbara leben eine Ehe mit ganz klassisch konservativ verteilten Rollenbildern. Nun ist Barbara schwer krank und Walter muss sich im Alter radikal umstellen. Das Buch ist sehr lustig geschrieben, die Charaktere etwas überspitzt, aber doch realistisch. So im Hintergrund werden viele Themen behandelt: die Rolle Mann Frau, der Umgang in der Ehe miteinander, wie viel Verständnis oder auch nicht zeigt man für den anderen, Fremdenfeindlichkeit, unterdrückte Homophobie, etc Walter ist ein sehr schwieriger Charakter, wie ich finde. Das Ende war für mich etwas zu abrupt, deshalb ein Stern Abzug. Es gibt Bücher, die könnten mit 100 Seiten weniger gut auskommen. Hier hätte ich mir gern noch 50 Seiten mehr gewünscht.
Eines steht fest ..... Herr Schmidt ist nicht der Traummann, den sich Frau an seine Seite wünscht! 😆😅 Ich war mir lange nicht sicher, ob ich ihn verabscheuen oder mögen soll. 🙆🏼♀️ Für seinen unfreiwilligen Neuanfang und die Umsetzung hat er dann doch ein paar Sympathiepunkte bei mir gesammelt. 🥰 Besser späte Einsicht als nie würde ich da sagen. Das Ende hat mich dann doch erst einmal etwas ratlos hinterlassen. 🤷🏼♀️ Ich habe gesucht, aber keine fehlenden Seiten/Zeilen gefunden und kann mir jetzt dann selber denken, wie es wohl weitergangen ist. Es gibt also durchaus bessere Bücher der Autorin. 📚 Dieses Buch fällt daher unter 'kann man lesen, muss man aber nicht." 🤗

Abbruch auf Seite 145 Kann man lesen, muss man aber nicht. Ich habe da vielleicht etwas anderes erwartet. Urkomisches Porträt einer Ehe steht auf dem Klappentext. Na ja meinen Humor trifft es nicht, ich konnte bis jetzt noch nicht einmal lachen. In vielen Bewertungen wird Walter als Arschloch bezeichnet...ich finde er bemüht sich. Da gibt es wesentlich schlimmere Kandidaten (wie ich aus Erfahrung weiß). Für mich lohnt es sich nicht weiter zu lesen. Nicht mein Buch!
Okay. Herr Schmidt ist null sympathisch. Der Umgang mit seiner Frau - gruselig. Aber er entwickelt sich, versucht aus seiner Rolle, in der er wie gefangen scheint, auszubrechen. Letztlich bleiben viele Fragen. Und tatsächlich hätte ich gerne mehr über Barbara erfahren. Wer war diese Frau, die es mit solch einem Stinkstiefel ausgehalten hat? Warum ist sie überhaupt bei ihm geblieben? Gerne hätte ich mehr erfahren...
Besser als erwartet. Interessante Erzählweise der Autorin. Regt zum Nachdenken an und sorgt für ein besseres Verständnis für ältere Menschen. Für mich als Feministin und Person mit Migrationshintergrund teilweise schwierig zu lesen; aber die Hauptfigur hat eine gute Charakterentwicklung gemacht. Das Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen, daher der Sterneabzug.
"Vielleicht wusste sie wirklich alles, und alle anderen auch. Ja, vielleicht war er der Einzige, der glaubte, dass die Dinge verschwinden konnten, wenn man nur lange genug wegsah." Ein Buch mit einem Protagonisten, der mich wütend und traurig zugleich gemacht hat. Eigentlich will man Herrn Schmidt schütteln, um ihn aus seiner miesepetrigen, ungerechten, selbstgefälligen Haltung zu schubsen und dann merkt man, wie trostlos, unfähig und tieftraurig er in seiner Hilflosigkeit ist. Ein Roman, der irgendwie nachhallt, erst wenn man ihn aus den Händen gelegt hat. Abzug gibt es für das Ende-Alina Bronsky, was haben Sie sich dabei gedacht!?
Humorvoll, tiefgründig, bitterböse – Das Buch hält dir einen Spiegel vor, aber so, dass du zwischendurch laut lachen musst.
Also, ich sag’s mal grad raus: Walther ist ein Arschloch. Punkt. Bronsky schafft es, dass man ihn gleichzeitig verachtet und über ihn lacht, weil er so grotesk echt wirkt. Walter ist so einer, wo du denkst: „Jetzt hät er’s doch endlich kapiert!“ und im nächsten Satz reisst er wieder alles ein. Und dann dieses Setting: Barbara, die titelgebende Ehefrau, verschwindet quasi von der Bühne (und stirbt oder vielleicht auch nicht?) und Walther stolpert allein durch ein Leben, das er offenkundig gar nicht versteht. Plötzlich muss er kochen, Haushalt machen, Gefühle haben und alles, was nicht ins Weltbild „Frauen gehören an den Herd“ passt, irritiert ihn zutiefst. Und das Ende? Zack, einfach mittendrin Schluss. Was mach ich jetzt?!
Als Hörbuch gehört, empfehlenswert
Herr Schmidt (sehr treffend, dass Alina Bronsky immer nur von Herrn Schmidt spricht, da er respektiert und immer mit „Sie“ angesprochen werden möchte) ist nicht gerade emphatisch, hat sein ganzes Leben seine Familie schikaniert und sich nie im Haushalt oder Garten beteiligt. Ein sehr schroffer Mensch, der nun, da seine Frau krank ist, sich plötzlich kümmern muss. Sein Kaffee steht nicht mehr fix und fertig bereit, die Butter streichzart angewärmt… Ich habe das Buch sehr gerne angehört, die Stimme des Sprechers passt auch wirklich gut
Ein Unsympath, der einem irgendwie ans Herz wächst
Ich habe das Hörbuch gehört und kann dieses absolut empfehlen. Der Sprecher passt perfekt zu Herrn Schmidt und der Geschichte. Es ist kurzweilig erzählt und macht Spaß, auch wenn die Handlung selbst sowie vor allem der Protagonist einen oft und gerne nicht nur mit Unverständnis, sondern teils auch Ärger zurücklassen. Herr Schmidts Welt steht plötzlich Kopf, als seine Frau Barbara, die im Haushalt, in der Beziehung zu den mittlerweile erwachsenen Kindern, dem Hund und sozialen Kontakte in der Gemeinschaft im Ort alles geregelt und ihren Mann betüdelt hat, auf einmal umkippt und erst einmal "ausfällt". Wie soll er sie wieder gesund pflegen, den Hund füttern und selbst dabei vernünftig versorgt werden? Herr Schmidt, den schon das Kaffeekochen überfordert, steht vor der Aufgabe seines Lebens. Während er sich widerwillig dieser neuen Herausforderung stellt, erfahren wir nicht nur einiges über seine starre Weltsicht, festgefahrene Beziehung zu seinen Kindern, Komplexe in Bezug auf seine eigene Herkunft und die seiner Frau, sondern werden dabei auch köstlich unterhalten, wenn er dabei beispielsweise das Internet und die Forendiskussion für sich entdeckt, wo er doch bisher nicht einmal ein kabelloses Telefon verwenden wollte. Wieso Barbara diesem Mann jahrzehntelang so hingebungsvoll den Haushalt geschmissen und ihn nicht längst verlassen hat, können wir gegen Ende der Geschichte erahnen, wenn ein Familiengeheimnis "gelüftet" wird. Diesen Teil der Geschichte fand ich schwer einzuordnen und das Ende war mir dann etwas überhastet und fiel aus der Reihe. Insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre.
Ein Buch mit bitterbösem Witz und zugleich großer Warmherzigkeit. Alina Bronsky hat eine tragische Familiengeschichte verfasst und gleichzeitig eine besondere, bodenständige, fast „derbe“, aber tiefgründige Liebesgeschichte. Ein absolut lesenswerter Roman mit unbequemer, streitbarer, herausfordernder Hauptfigur, der mich stark beeindruckt hat.
Wem ein Mann namens Ove gefällt, dem gefällt auch Barbara stirbt nicht. Der Protagonist macht einen wütend und gleichzeitig macht es Spaß seine Entwicklung mitzuerleben. An die Geschichte von Ove kommt es meiner Meinung nach nicht ran aber das Buch hat einen ähnlichen Stil und lässt sich leicht lesen.
Für mich war das ein tolles Buch. Ich konnte nicht aufhören, die Geschichte zu lesen. Barbara ist schwer krank, ihr Mann Walter möchte das nicht wahrhaben. Ich weiß gar nicht, warum mir das Buch so gut gefallen hat, vielleicht gerade, weil Walter so absolut und konsequent unsympathisch ist. Erst ignoriert er die Krankheit seiner Frau, möchte das Leben in den vorgegebenen Rollenverteilungen weiterleben. Das läuft so aber nicht mehr, also muss Walter sich unfreiwilligerweise weiterentwickeln, wobei er unerkannte Talente in sich entdeckt. Auf seine Weise wird er etwas netter, aber nur auf walteresker Ebene. Einerseits witzig, aber auch sehr nachdenklich stimmend.
Etwas ganz besonderes
Ein Buch, das mich durch sehr viele verschiedene Gefühlslagen gebracht hat. Ich hab gelacht, war wütend und hab gelitten. Im Fokus Herr Schmidt, der im Hohen Alter sein Leben überdenken muss. Das Buch bildet einen Auszug aus seinem Leben ab. Die Geschichte hat kein wirkliches Ende, aber genau das mochte ich sehr. So kann sich jeder selbst Gedanken machen. Der Leser erlebt ein Beispiel für eine Generation, die so anders lebt und denkt als die heutige. Und man erlebt einen Rentner der seine Weltanschauung nochmal überdenken muss.

Während mich das Buch zu Anfang noch unterhalten hat, weil mich der knurrige alte Mann an Alfred Tetzlaff erinnert, hat das Ende mich jetzt komplett unbefriedigt zurückgelassen. Das war’s jetzt?? Man hätte noch soo viel mehr aus der Geschichte rausholen können, unheimlich schade. Gehört also zur Kategorie, kann man lesen, muss man aber nicht.
Sehr berührende, aber gleichzeitig auch unterhaltsame Geschichte über einen Mann, der aufgrund der Krankheit seiner Frau nicht nur lernen muss sich selbst, sondern auch seine Frau zu versorgen. Dabei entwickelt er sich vom Grießkram zum fürsorgenden Ehemann. Das Buch hat mich sehr berührt, vor allem gegen Ende. War an keiner Stelle kitschig.
Ich musste so sehr an so viele (alte) Männer denken, die ohne ihre Frauen plötzlich aufgeschmissen wären. Wie viele würden wohl versuchen so stoisch am Alltag festzuhalten wie Walter? Ich fühlte mich gut unterhalten. Ich musste öfter schmunzeln und manchmal nachdenken. Das Buch kann man in einem Rutsch lesen. Einzig das Ende hätte ich mir geschlossener gewünscht.
urkomisch, wie im Klappentext beschieben, finde ich übertrieben, die Figur Walter ist ein Kauz, ein Mann der in den Jahren ein klassisches Rollenbild verinnetlicht hat , wird durch die Krankgeit seiner Frau und eine neue Welt katapultiert. Knurrig ignoriert er Tatsachen und wurstelt sich irgendwie durch das Leben , selbst seine Kinder hält er auf Distanz und sie versuchen ihm näher zu komnen, schaffen es aber nie wirklich. Der Schreibstil ist locker, dennoch hinterlässt die Geschichte einen schalen Nachgeschmack.
Mein Gott Walter, was für ein Leben hat er seiner Frau zugemutet. Aber sie hat auch alles zugelassen bzw. mit sich machen lassen. Da macht auch sein rührendes Kümmern jetzt nicht besser. Natürlich war diese Generation noch sehr geprägt von dem was Männer machen und dürfen und was Frauen zu Tun oder zu Lassen haben, aber Walter war wohl sein ganzes Leben ein Mann, den Frau nicht haben sollte.
Das erste gute Buch von Alina Bronsky
Es hat mich geärgert und den Kopf schütteln lassen und dennoch war ich die meiste Zeit beim Lesen am Schmunzeln, ganz gespannt auf Herrn Schmidts nächste Experimente und wie er verlernt, in einer selbstverständlichen Welt zu leben. Nur das Ende kam mir sehr willkürlich vor.
Ich fange bei meiner Rezension ausnahmsweise mal hinten an, denn ich hasse das Ende dieses Buches! Ich bin wirklich ein Fan von offenen Ende, aber dieses Ende wirkte auf mich, als hätte die Autorin aus Versehen mitten im Schreiben auf "abschicken" gedrückt. Ich habe wirklich erstmal gedacht, mein Buch sei ein Fehldruck. Wer solche Rabatten offenen Enden nicht mag, sollte von diesem Buch besser die Finger lassen. Dennoch möchte ich es empfehlen, denn für mich gehört es dieses Jahr definitiv zu meinen Bücher-Highlights! Die Geschichte ist erstmal recht banal. Herr Schmidt und seine Frau Barbara sind seit 52 Jahren verheiratet und ein ganz typisches altes Ehepaar. Er ist stock-konservativ und bei ihnen war es immer so, dass er das Geld verdient hat und seine Frau für Küche, Kinder und Haushalt zuständig war. Und plötzlich wird Barbara krank. So krank, dass sie nicht mehr wie gewohnt "funktioniert " und Herr Schmidt gezwungen ist, seine Komfortzone zu verlassen... Ich habe viel gelacht und geschmunzelt bei diesem Buch. Gerade am Anfang, als sogar Herr Schmidts Versuche scheitern, Kaffee zu kochen, war es echt lustig. Aber dennoch auch ein bißchen traurig, denn diese Situation gibt es tatsächlich öfter. Ich habe es vor kurzem noch erlebt, als meine Tante gestorben ist. Herr Schmidt ist konservativ, festgefahren in seinen Ansichten, voller Vorurteile und Intoleranz. Aber dennoch muss man ihn als Leser einfach mögen, denn trotz seiner ruppige Art wirkt er hilflos. Und man spürt, wie sehr er seine Barbara liebt, auch wenn das nie ausgesprochen wird. Ein wundervolles Buch, und es ist auch ganz wunderbar geschrieben. Ich habe es in einem Rutsch gelesen, ohne zu merken, wie die Zeit dabei vergangen ist.
Der neuste Roman von Alina Bronsky „Barbara stirbt nicht“ war eine richtige Wundertüte für mich. Ich habe vorher noch nie ein Buch der Autorin gelesen und bin mit dem Gedanken an die Lektüre gegangen, dass ich ein humoristisches Buch lesen werde. Humor hat dieser Roman, jedoch auch noch viel mehr. Der Protagonist ist Walter Schmidt, ein traditioneller Mann im Ruhestand, dessen Frau Barbara von einem Tag auf den anderen schwer erkrankt. Komplett überfordert und genervt in der plötzlichen Rolle des Versorgers, steht Walter vor ihm komplett fremden Herausforderungen, die bereits beim Kochen eines Kaffees beginnen. Auf der einen Seite haben wir diese durchaus amüsanten Szenen des alteingesessenen Familienvaters, der immer wenig mit dem Haushalt zu tun hatte, diesen jetzt aber alleine führen muss. Um Barbara zu versorgen, stürzt er sich sogar zum ersten Mal in seinem Leben ins Internet. Die Geschichte ist aber nicht nur zum Schmunzeln. Barbaras Krankheit schwebt über allem und Walter verdrängt die Ernsthaftigkeit dieser konsequent. „Barbara stirbt nicht“ ist vieles auf einmal. Familiendrama und -komödie, eine Sammlung interessanter und realistischer Charaktere, die sich um diesen zuerst so eingefahrenen Protagonisten, der dann doch über sich hinaus wächst, sammeln. Alles in allem ein Buch, das mich an vielen Ecken überrascht, begeistert und auch emotional mitgerissen hat.
Liebevoll, irritierend, komisch, herzzerreißend
„Barbara stirbt nicht“ - ein kurzer Roman über eine sehr lange Ehe, in der plötzlich Barbara, die immer alles, wirklich alles, für ihren Mann erledigt hat, nicht mehr aufstehen kann. Der Rentner Walter wird nun konfrontiert mit Dingen, die notwendig sind, aber von denen er keine Ahnung hat. Wie kocht man Kartoffeln? Wie bedient man eine Kaffeemaschine? Wann ist es notwendig, Wäsche zu waschen? In einer Mischung aus Komik, Traurigkeit, und auch viel Liebe taucht man ein in die allzu altmodische, irgendwann stehengebliebene Welt von Walter, der sich nun ohne die Hilfe seiner Frau zurechtfinden muss und sich nun um sie kümmert - mal mehr, mal weniger erfolgreich. Walter macht wütend, den Leser und auch sein Umfeld, er verdrängt, ist gemein aber immer wieder bekommt man auch Mitleid und spürt, das er aus seiner Haut will, aber nicht kann, was ihn wiederum liebenswürdig macht. Ich hab den Roman innerhalb von 2 Tagen durchgelesen, die Figuren haben mich teilweise an meine eigenen Großeltern und Eltern erinnert und es hat mich richtig mitgenommen. Tolles Buch.
Gleichzeitig witzig, tragisch und berührend. ♥️
Ein Buch, das sich mit dem Altern beschäftigt und dabei gleichzeitig schonungslos, aber auch äußerst humorvoll und einfühlsam ist. Große Empfehlung! Es hat mich wirklich berührt, aber auch oft schmunzeln lassen. „Barbara stirbt nicht“ lässt einen etwas traurig zurück. Vielleicht sogar mit einer Träne auf der Wange. Aber gleichzeitig auch ermutigt und mit Liebe im Herzen.

Als Herr Schmidt aufwacht ist es still, zu still. Auch der Kaffeeduft, der sonst um diese Zeit längst durchs Haus zieht, fehlt. Ob Barbara tot ist? Oder gestürzt? Nein, er hätte es gehört. Was Walter Schmidt noch nicht ahnt, sein Leben hat bereits eine jähe Wendung genommen. Gleich wird er seine Frau auf dem Badezimmerboden finden und nach 52 Ehejahren herausfinden müssen, wie man Kaffee kocht. Oder eine Kartoffel. Der Haushalt war nie seine Aufgabe, er wollte auch nicht stören. Sein Tagesablauf war seit seinem Eintritt in den Ruhestand von den Geräuschen, die seine Ehefrau mit der täglichen Erledigung des Haushaltes hervorrief, getaktet. Allenfalls Schäferhund Helmut zwang ihn zur täglichen Pflicht. Aber nun war es Zeit, das Leben in die Hand zu nehmen, denn jetzt brauchte ihn Barbara. Lange Zeit hat es kein Buch mehr geschafft, mich gleich auf den ersten Seiten zum Lachen zu bringen. Walter Schmidt konnte mich mit seiner Unbeholfenheit und seinem schwarzen Humor sofort für sich gewinnen. Aber der Hintergrund des Romans ist ein ernster und so durften auch die nachdenklichen, leisen Töne nicht fehlen. Alina Brodsky ist es ganz charmant gelungen, die Geschichte einer Ehe zu erzählen, die nicht mit der großen Liebe begann und auch im Laufe der Zeit Barbara und Walter Schmidt große Zugeständnisse abverlangt hat. Doch für Walter ist es keine Frage, er wird Barbara zur Seite stehen. „Ja, vielleicht war er der Einzige der glaubte, dass die Dinge verschwinden konnten, wenn man nur lange genug wegsah.“ Für mich war besonders bewegend der Schluss. Verraten wird natürlich nichts, schließlich sollen alle den Roman lesen. Absolute Leseempfehlung von mir!
Im Zwiespalt der Verständnislosigkeit
Das Buch begleitet die Gedankenwelt und Ansichten eines empathielosen, sexistischen, rassistischen und abgestumpften alten Mannes, der seine Ehefrau als viel zu selbstverständlich betrachtet. Und auch wenn er die Welt, die seine Ansichten teilt nicht geschaffen hat, bedient er sich der Bequemlichkeitshalber gerne daran. Über alle Seiten hinweg war ich stark im Zwiespalt und bin mir nach Abschluss noch sehr unsicher, wie ich zu Herrn Schmidt stehe. Dennoch musste ich an vielen Stellen Schmunzeln und mit den Augen Rollen. Ich hätte mir ein runderes Ende Gewünscht mit mehr Tiefe und Einsicht.
Unerwartet.
Dieses Buch hat mich wirklich überraschen können. Humorvoll auf seine ganz eigene Art und absolut berührend. Aber auch unbequem und das vor allem durch Herrn Schmidt. Denn Herr Schmidt, unser Erzähler, ist ein durch und durch unsympathischer Mensch. Egozentrisch, unhöflich und schon fast abgestumpft. Er ist gegen alles, hat seine festgefahrenen Meinungen und hält daran fest. In Herrn Schmidts Ehe herrscht die klassische Rollenverteilung: der Mann verdient das Geld und die Frau ist für den Rest zuständig. Kinder, Haushalt, Garten, Einkaufen, Wäsche usw.. Als Barbara, die Frau von Herrn Schmidt, krank und bettlägerig wird, steht die Welt von Herrn Schmidt Kopf. Nun ist Herr Schmidt auf sich selbst gestellt. Muss die kleinen, alltäglichen Dinge selber verrichten, die er sonst seiner Frau überlassen hat. Eine völlig neue Welt eröffnet sich ihm und über so manch bissigen seiner Gedanken musste ich wirklich schmunzeln. Die Krankheit von Barbara erfahren wir nur indirekt, durch das Lesen zwischen den Zeilen. Auf seine ganz eigene Art liebt und sorgt Herr Schmidt sich um seine Frau. Auch wenn er ansonsten eine wandelnde „Red Flag“ ist. Ja, Herr Schmidt ist ein unbequemer Protagonist. Ein Mann der in veralteten, erlernten Strukturen festsitzt. Aber so ganz still und leise, hat er sich in mein Herz gegrummelt. Das Buch ist auf eine so unverblümte Art echt. Und so wunderbar. Es zeigt uns die Schattenseiten des Lebens. Wie wir als Menschen, so unterschiedlich wir sind, auch unterschiedlich auf bestimmte Ereignisse reagieren. Immer richtig? Oder auch mal falsch? Und wer sagt eigentlich, was richtig und was falsch ist? Und wer legt fest, wie wir mit bestimmten Dingen umzugehen haben? Dieses Buch hat mir einfach gut getan. Einfach weil es zeigt, wie unterschiedlich wir Menschen sind. Wie wir an manchen Dingen scheitern und an anderen über uns hinauswachsen. Und das alles mit einem leichten Zwinkern auf das alltägliche Leben. Von mir gibt es für dieses Buch eine absolute Leseempfehlung.

An der Autobahn ausgesetzt nach einer schönen Fahrt Der trockene Humor von Alina Bronsky ist genau mein Fall. Ich schätze ihre messerscharfe Beobachtungsgabe was Alltagsunzulänglichkeiten im Allgemeinen und menschliche Schwächen im Besonderen betrifft. Während sie im "Zopf meiner Großmutter" stark satirische Töne anschlug, ist "Barbara stirbt nicht" hingegen relativ zahm. Zwar ist der Protagonist Herr Schmidt ein liebenswerter Sancho Pansa, der tapfer gegen die Windmühlen seines unfreiwilligen späten "Hausmann-Daseins" kämpft, aber er wird zu keiner Zeit von der Autorin bloßgestellt. Es geht in dem Buch viel darum, welche Lieblingsrezepte von Barbara sich ihr Ehemann Walter aneignen muss, während seine Frau in einem mysteriösen Zustand zwischen Krankheit und Rekonvaleszenz verweilt. LeserInnen werden über die eigentliche Natur von Barbaras Zustand im Unklaren gelassen. Den ganzen Roman durchzieht eine eigentümliche Melancholie, eine Sehnsucht nach dem vergangenen Gestern. Bronsky zeigt an ihrem Protagonisten Herrn Schmidt exemplarisch auf was das plötzliche Bewusstsein über das Vergehen der Zeit mit uns Menschen macht. Gestern noch waren wir jung und heute sind es nicht mal mehr unsere Kinder. Herrn Schmidt, der bis zu Barbaras Krankheit in den Tag hinein gelebt zu haben scheint, trifft diese Erkenntnis wie ein Schlag. Was soll er nun anfangen mit den Resten seines alten Lebens? Wie soll er umgehen mit der bruchstückhaften Gegenwart? Und noch dazu mit der verschwiegenen Familientragödie, die erst im letzten Drittel des Buches ans Licht kommt? Das offene Ende ist mir persönlich etwas zu abrupt, lässt viele Fragen offen, die ich noch an den Roman gehabt hätte. Leider erfahren wir nicht, unter welcher Krankheit Barbara eigentlich leidet. Ich hätte Herrn Schmidt und Barbara gerne noch eine Weile weiter begleitet. Bronsky wägt ihre LeserInnen bis zum Ende in der trügerischen Sicherheit sie würden auf ein tragikomisches versöhnliches Ende zusteuern, nur um sie dann ohne Vorwarnung an der Autobahnraststätte auszusetzen. Das ist mein Hauptkritikpunkt an diesem schönen, traurigkomischen Roman, der ein Gefühl der Unvollständigkeit zurücklässt.
Beschreibung Seit über fünfzig Jahren ist Walter Schmidt, ein Herr der althergebrachten Schule, mit Barbara verheiratet. Eines schönen Morgens kann Barbara jedoch nicht mehr ihren Aufgaben im Haushalt nachkommen. Herr Schmidt ist zum ersten Mal in seinem Leben im Haushalt auf sich alleine gestellt und muss sich um die kleinen Dinge des Lebens kümmern. Die Schwierigkeiten beginnen bereits beim Kaffee kochen und nehmen mit der Organisation des Einkaufs bis hin zum Wäschewaschen und Saubermachen ihren Lauf. Bei alldem sorgt sich Herr Schmidt zum ersten Mal um seine Ehefrau und ist der Meinung, wenn sie nur wieder genug isst, kommt sie schon wieder auf die Beine, und so versucht er sich mithilfe seines Sohns über die Facebook-Seite eines Fernsehkochs das Kochen beizubringen. Im ungewohnten Austausch mit Anderen findet er Beistand und die Traumfassade gerät ins Wanken… Meine Meinung Zugegeben ist »Barbara stirbt nicht« mein erster Roman der erfolgreichen Autorin Alina Bronsky, und damit hat sie meinen Lesenerv sogleich absolut getroffen. Mit Finesse und einem fesselnd klaren Erzählstil zeichnet Alina Bronsky eine Geschichte mitten aus dem Leben nach und das mit so viel Gefühl und Biss, dass man einfach nicht aufhören kann, Seite um Seite zu verschlingen. Im Mittelpunkt steht der Rentner Herr Schmidt, welcher seit zweiundfünfzig Jahren mit seiner Barbara verheiratet ist und weder Kaffee kochen noch zu anderweitigen Arbeiten im Haushalt fähig ist. Warum auch? Bis jetzt hat Barbara das alles übernommen, doch als sie eines Morgens nicht mehr wie gewohnt funktioniert ändert sich für Herrn Schmidt einfach alles. Kaffee machen und Kartoffeln kochen sind nur die leichtesten der Aufgaben, denen sich Herr Schmidt in seiner Unbeholfenheit nun stellen muss. Schritt für Schritt begleitet man den Rentner dabei, wie er sich den Auswirkungen seines Lebens nach alter Schule stellt, denn er gehört einer Generation an, bei der der Mann das Oberhaupt der Familie und die Frau für alle Tätigkeiten im Haushalt und der Kindererziehung zuständig ist. Absolut begeistert hat mich, wie authentisch Alina Bronsky den raubeinigen und stoffeligen Charakter von Herrn Schmidt geformt und mit Leben erfüllt hat. Zudem beweist die Autorin mit ihrer dargebrachten Szenerie ein Händchen für bewegende und anrührende Dinge, die das Leben ausmacht und lässt dabei unweigerlich den Humor der Situationskomik spielen, wenn sich z. B. Herr Schmidt bei der Bäckereiverkäuferin danach erkundigt, wie man denn einen Rührkuchen hinbekommt. Hinter den lustigen Anekdoten steckt jedoch eine traurige Ursache, denn tief in sich ahnt Herr Schmidt, dass es um die Gesundheit seiner Barbara nicht gut bestellt ist. Mit einem fast manischen Eifer versucht Herr Schmidt die Jahre seiner Ehe aufzuarbeiten und dabei wird ihm so einiges bewusst – vor allen Dingen aber, was er an seiner Frau überhaupt hat – und ein lange unterdrücktes Familiengeheimnis bahnt sich zurück an die Oberfläche. »Barbara stirbt nicht« ist ein Roman, bei dem Lachen und Traurigkeit nahe beieinander liegen und durch Alina Bronskys Erzähltalent unheimlich berührt. Das Ende der Geschichte hat mich jedoch kalt erwischt, denn hier lässt die Autorin alles offen und zurückbleiben unzählige Möglichkeiten über das abschließende Schicksal von Herrn Schmidt, den man tatsächlich über die Zeit sehr liebgewonnen hat. Fazit Eine berührend-bissige Geschichte über das Älter werden, die durch das Wunder eines Neuanfangs zu begeistern weiß und einer gewissen Komik nicht entbehrt. -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 25.10.2021






















































