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Nullerjahre

4.0(287)
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About the book

Die Nachwendezeit zwischen den Stralsunder Plattenbauten – während viele Erwachsene die Suche nach einem Platz im neuen System aufgeben, suchen sich Hendrik und seine Freunde Auswege aus der Langeweile. Und andere Vorbilder.

Langsam zerfallen die Frontlinien der Baseballschlägerjahre, die Springerstiefel werden von Turnschuhen abgelöst, Rechtsrock von Gangsterrap, die Optionen bleiben dieselben: Fressen oder gefressen werden. Im Kindergarten, in der Schule und im Fußballverein haben sie gelernt, dass der Klügere nur so lange nachgibt, bis er der Dümmere ist. Und so ist das Ziel klar: härter werden. Stumpfer werden. Die Mittel finden sich – Kraftsport, Drogen, Rap.

Hendrik Bolz erzählt von den ostdeutschen Nullerjahren, und erklärt uns ein Stück bundesrepublikanische Gegenwart.

»Eine Mischung aus Popliteratur, Coming-of-Age-Geschichte, Memoiren und sozialwissenschaftlicher Recherche« Bayerischer Rundfunk

Editions (3)

ISBN9783462005240
PublisherKiepenheuer & Witsch
Publication Date11/02/23
Pages352

Reviews & Ratings

287 ratings

49 reviews

4.0

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  • weinphilosoph
    weinphilosoph

    578 Followers

    4.5

    Dieses Buch lässt mich ein wenig sprachlos zurück. Nachdem ich kürzlich bereits an der Premiere von „Mit der Faust in die Welt schlagen“ im Kino teilnehmen durfte, war mir die Thematik einer trostlosen Jugend in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung nicht fremd. Nichtsdestotrotz ist es immer wieder erschreckend zu lesen, wie sich so eine Perspektivlosigkeit, gepaart mit der Tristesse der Umgebung aus Arbeitslosigkeit, rassistischem und sexistischem Gedankengut, auf das Sozialverhalten junger Menschen auswirkt. Diese Umstände beschreibt Hendrik Bolz in Nullerjahre so anschaulich, dass man durchgängig das Gefühl hat, selbst in diesen Plattenbauten in Stralsund zu verwahrlosen. Dieses Verhalten findet in den Gedanken der Protagonisten keine Reflexion oder ein Umlenken, auch wenn das Outro dieses bei Hendrik selbst vermuten lässt. Das macht dieses Buch jedoch nur umso ehrlicher, kann aber auf bestimmte Personengruppen sicherlich verstörend wirken. Eine sehr anschauliche Erzählweise aus der Ich-Perspektive lässt dieses Buch und die Jugend von Hendrik Bolz sehr einfach in die Köpfe der lesenden Person kommen. Umso mehr man sich mit einer derartigen Thematik beschäftigt, desto klarer kann man sich vorstellen, warum es auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung noch so eine gedankliche Kluft zwischen West- und Ostdeutschland gibt und man lange noch nicht in den Köpfen der Menschen ein geeintes Deutschland hat. Auch wenn politische Themen eher grob angerissen werden, ist dieses Buch ein interessantes Fallbeispiel für die Politisierung von jungen Menschen außerhalb der eigenen sozialen Sphären; jedenfalls wenn man nicht gerade aus einer Drogen, Alkohol und Gewalt verherrlichenden Szene kommt. Kein Buch für jemanden mit schwachen Nerven, aber mehr als aufschlussreich. Einzig die Zeitsprünge in einigen Kapiteln scheinen ein wenig verworren und lassen einen daran zweifeln, ob diese wirklich so zusammengehören. Aber die Gesamtgeschichte lässt vermuten, dass es die Umstände der berauschenden Substanzen auch wenig zulassen, einen reinen Kopf zu haben.

    Mar 5, 2025

  • hiekemia
    hiekemia

    220 Followers

    3.0

    Ein Blick in die raue Seele der Nullerjahre

    Ein Buch, das mich neugierig gemacht hat – weil ich selbst ein Nullerjahre-Kind bin, weil auch ich mit sechs nach Neubrandenburg gezogen bin, weil ich den Osten von innen kenne. Einige der Erfahrungen, die Henrik Bolz beschreibt, sind mir tatsächlich vertraut. Die grauen Fassaden, die orientierungslose Wut, die suchende Jugend. Aber vieles war für mich auch weit weg: Die Gewalt, der harte Drogenkonsum, diese ständige Aggression. Meine Welt war ruhiger, reflektierter, vielleicht auch geschützter. Was mir gefehlt hat, war die Sprache. Sie hat mich nicht mitgenommen – zu direkt, zu plakativ, manchmal fast atemlos. Vielleicht war das Absicht, vielleicht sollte genau das den Takt dieser verlorenen Jahre abbilden. Für mich blieb es trotzdem oft zu flach. Nullerjahre war für mich deshalb weniger ein literarisches Erlebnis als ein Wiedersehen mit einem Ort – aber ohne das Gefühl, wirklich angekommen zu sein.

    Ein Blick in die raue Seele der Nullerjahre

    Jun 21, 2025

  • lui26.9
    lui26.9

    782 Followers

    5.0

    MV und seine gruseligsten Seiten

    Hendrik Bolz erzählt beeindruckend über die seiner Jugend, zwischen Nazis, Drogen, Gewalt und irgendwie bisschen Selbstfindung. Es war sehr gut geschrieben, man konnte es flüssig lesen und es sehr gut verstehen, vor allem , wenn man auch Mv kommt (wie ich). Die gleichen Probleme gab es 10 Jahre später nämlich auch noch, wenn auch nicht mehr ganz so extrem, wie im Buch beschrieben. Super Buch.

    Jan 21, 2025

3 of 49 reviews

Author

About Hendrik Bolz

Hendrik Bolz wurde 1988 in Leipzig geboren, wuchs in Stralsund auf und zog später nach Berlin. Er setzte ein Studium in den Sand, schloss ein anderes ab und schaffte schließlich den Durchbruch mit der Band Zugezogen Maskulin. Heute ist er u. a. Host des preisgekrönten Podcasts »Springerstiefel« und freier Autor. Sein Debüt »Nullerjahre« war ein Bestseller.

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