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Dieses Buch lässt mich ein wenig sprachlos zurück. Nachdem ich kürzlich bereits an der Premiere von „Mit der Faust in die Welt schlagen“ im Kino teilnehmen durfte, war mir die Thematik einer trostlosen Jugend in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung nicht fremd. Nichtsdestotrotz ist es immer wieder erschreckend zu lesen, wie sich so eine Perspektivlosigkeit, gepaart mit der Tristesse der Umgebung aus Arbeitslosigkeit, rassistischem und sexistischem Gedankengut, auf das Sozialverhalten junger Menschen auswirkt. Diese Umstände beschreibt Hendrik Bolz in Nullerjahre so anschaulich, dass man durchgängig das Gefühl hat, selbst in diesen Plattenbauten in Stralsund zu verwahrlosen. Dieses Verhalten findet in den Gedanken der Protagonisten keine Reflexion oder ein Umlenken, auch wenn das Outro dieses bei Hendrik selbst vermuten lässt. Das macht dieses Buch jedoch nur umso ehrlicher, kann aber auf bestimmte Personengruppen sicherlich verstörend wirken. Eine sehr anschauliche Erzählweise aus der Ich-Perspektive lässt dieses Buch und die Jugend von Hendrik Bolz sehr einfach in die Köpfe der lesenden Person kommen. Umso mehr man sich mit einer derartigen Thematik beschäftigt, desto klarer kann man sich vorstellen, warum es auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung noch so eine gedankliche Kluft zwischen West- und Ostdeutschland gibt und man lange noch nicht in den Köpfen der Menschen ein geeintes Deutschland hat. Auch wenn politische Themen eher grob angerissen werden, ist dieses Buch ein interessantes Fallbeispiel für die Politisierung von jungen Menschen außerhalb der eigenen sozialen Sphären; jedenfalls wenn man nicht gerade aus einer Drogen, Alkohol und Gewalt verherrlichenden Szene kommt. Kein Buch für jemanden mit schwachen Nerven, aber mehr als aufschlussreich. Einzig die Zeitsprünge in einigen Kapiteln scheinen ein wenig verworren und lassen einen daran zweifeln, ob diese wirklich so zusammengehören. Aber die Gesamtgeschichte lässt vermuten, dass es die Umstände der berauschenden Substanzen auch wenig zulassen, einen reinen Kopf zu haben.
Mar 5, 2025
Dieses Buch lässt mich ein wenig sprachlos zurück. Nachdem ich kürzlich bereits an der Premiere von „Mit der Faust in die Welt schlagen“ im Kino teilnehmen durfte, war mir die Thematik einer trostlosen Jugend in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung nicht fremd. Nichtsdestotrotz ist es immer wieder erschreckend zu lesen, wie sich so eine Perspektivlosigkeit, gepaart mit der Tristesse der Umgebung aus Arbeitslosigkeit, rassistischem und sexistischem Gedankengut, auf das Sozialverhalten junger Menschen auswirkt. Diese Umstände beschreibt Hendrik Bolz in Nullerjahre so anschaulich, dass man durchgängig das Gefühl hat, selbst in diesen Plattenbauten in Stralsund zu verwahrlosen. Dieses Verhalten findet in den Gedanken der Protagonisten keine Reflexion oder ein Umlenken, auch wenn das Outro dieses bei Hendrik selbst vermuten lässt. Das macht dieses Buch jedoch nur umso ehrlicher, kann aber auf bestimmte Personengruppen sicherlich verstörend wirken. Eine sehr anschauliche Erzählweise aus der Ich-Perspektive lässt dieses Buch und die Jugend von Hendrik Bolz sehr einfach in die Köpfe der lesenden Person kommen. Umso mehr man sich mit einer derartigen Thematik beschäftigt, desto klarer kann man sich vorstellen, warum es auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung noch so eine gedankliche Kluft zwischen West- und Ostdeutschland gibt und man lange noch nicht in den Köpfen der Menschen ein geeintes Deutschland hat. Auch wenn politische Themen eher grob angerissen werden, ist dieses Buch ein interessantes Fallbeispiel für die Politisierung von jungen Menschen außerhalb der eigenen sozialen Sphären; jedenfalls wenn man nicht gerade aus einer Drogen, Alkohol und Gewalt verherrlichenden Szene kommt. Kein Buch für jemanden mit schwachen Nerven, aber mehr als aufschlussreich. Einzig die Zeitsprünge in einigen Kapiteln scheinen ein wenig verworren und lassen einen daran zweifeln, ob diese wirklich so zusammengehören. Aber die Gesamtgeschichte lässt vermuten, dass es die Umstände der berauschenden Substanzen auch wenig zulassen, einen reinen Kopf zu haben.
Mar 5, 2025







