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Gnade

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Über das Buch

"Als ich herkam", sagt Florens, die Erzählerin dieses Romans, "war ich, nach meinen Zähnen zu urteilen, sieben oder acht. Seither haben wir achtmal Pflaumenmarmelade gekocht. Also muss ich sechzehn sein." Milton, Delaware, 1682: Den Sklavenhandel gibt es noch nicht lange. Jacob Vaark, Farmer und Geldverleiher, nimmt Florens gegen seine Überzeugung von einem Pflanzer in Zahlung für eine nicht einbringbare Schuld. Doch bald stirbt er an den Blattern. Neben Florens bleiben drei Frauen zurück und bilden eine kuriose Familie: Rebekka, Jacobs in England gekaufte Frau, nur nominell die Gutsherrin; Lina, ihre indianische Dienerin und heimliche Drahtzieherin; und das kranke Waisenkind Sorrow, das ein Schiffbruch dorthin verschlagen hat. Zusammen kämpfen sie gegen die Rückkehr der Wildnis auf die Farm. Alle vier haben ihre eigene Geschichte, und alle werden verfolgt von den Geistern ihrer Vergangenheit... Verschiedene Formen von Abhängigkeit und Unterdrückung, aber auch von Liebe und gesellschaftlichem Zusammenhalt werden hier in einer Sprache beleuchtet, die reine Poesie ist. Und über allem glänzt das Erbarmen der Autorin mit den Menschen in diesem großen Roman, der von der US-Kritik neben ihren Welterfolg "Menschenkind" gestellt wurde.

Editionen (4)

ISBN9783644002661
VerlagROWOHLT E-Book
Erscheinungsdatum19.02.19
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

40 Bewertungen

4 Rezensionen

3,7

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  • sarahbuchling
    sarahbuchling

    56 Follower

    4,0

    Der Roman Gnade von Toni Morrison spielt im 17. Jahrhundert in Nordamerika. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Florens, das von seiner Mutter an den Siedler Jacob Vaark gegeben wird. Auf Vaarks Farm leben Menschen unterschiedlicher Herkunft: Sklaven, Dienstboten und eine indigene Frau. Nach Vaarks Tod zerfällt die Gemeinschaft, und Florens macht sich auf eine gefährliche Reise, um Hilfe zu holen.

    11. Jan. 2026

  • wildeskopfkino
    wildeskopfkino

    148 Follower

    4,0

    Ein Roman wie raues Land unter nackten Füßen

    Manchmal fühlt sich Lesen an wie durch kalten Schlamm laufen – schwer, langsam, aber unmöglich stehen zu bleiben. Genau dieses Gefühl stellt sich bei Gnade ein. Toni Morrison wirft einen ohne Vorwarnung in die nordamerikanischen Kolonien des 17. Jahrhunderts und lässt einen dort nicht mehr los. Keine Schonung, keine hübsche Historienkulisse, sondern ein Leben, das von Schuld, Abhängigkeit und nacktem Überleben geprägt ist. Florens ist noch ein Kind, als sie verkauft wird. Dieser Moment sitzt wie ein Splitter im Kopf und hört nie auf zu stechen. Um sie herum Frauen, die alle auf ihre Weise verloren gegangen sind: Rebekka, Lina, Sorrow. Keine Heldinnen im klassischen Sinn, sondern Figuren mit Rissen, Wunden und Erinnerungen, die nachts lauter sind als der Wind draußen. Morrison erzählt ihre Geschichten leise, aber mit einer Wucht, die sich erst nach und nach entfaltet. Die Sprache ist dicht, manchmal sperrig, dann wieder erschreckend klar. Hier wird nichts erklärt, nichts entschuldigt. Alles fühlt sich roh an, als hätte jemand den Lack der Geschichte abgekratzt. Beim Lesen ertappt man sich ständig bei dem Gedanken, wie wenig Freiheit ein Menschenleben wert sein kann, wenn Herkunft, Hautfarbe und Zufall darüber entscheiden. Trotz der Härte liegt etwas Zärtliches in diesem Buch. Kleine Gesten, flüchtige Nähe, ein Blick zu viel – das alles zählt plötzlich mehr als große Worte. Gnade ist kein Wohlfühlroman, sondern ein stiller Schlag in die Magengrube, der lange nachwirkt. Eines dieser Bücher, die man zuklappt und erst mal aus dem Fenster schaut, weil man kurz sortieren muss, was da gerade passiert ist.

    Ein Roman wie raues Land unter nackten Füßen

    8. Jan. 2026

  • Unknown User
    Unknown User

    5 Follower

    4,0

    Uff. Das war eine Herausforderung. Ich denke nochmal über die Bewertung nach...

    4. Jan. 2024

3 von 4 Rezensionen

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