Blick ins Buch

Historische Romane

Gnade

3,7(40)
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Über das Buch

Milton, Delaware, 1682: Den Sklavenhandel gibt es noch nicht lange. Jacob Vaark, Farmer und Geldverleiher, nimmt gegen seine Überzeugung und aus Mitleid das junge Sklavenmädchen Florens von einem Pflanzer in Zahlung. Doch bald stirbt er an den Blattern. Mit Florens bleiben drei Frauen auf der Farm zurück: Rebekka, Jacobs in England gekaufte Frau, nur nominell die Gutsherrin; Lina, ihre indianische Dienerin und heimliche Herrin im Haus; und das kranke Waisenkind Sorrow, das ein Schiffbruch dorthin verschlagen hat. Zusammen kämpfen sie gegen die Rückkehr der Wildnis auf die Farm. Alle werden verfolgt von den Geistern ihrer Vergangenheit ...

Editionen (4)

ISBN9783869520650
VerlagOSTERWOLDaudio
Erscheinungsdatum20.07.10

Rezensionen & Bewertungen

40 Bewertungen

4 Rezensionen

3,7

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  • sarahbuchling
    sarahbuchling

    56 Follower

    4,0

    Der Roman Gnade von Toni Morrison spielt im 17. Jahrhundert in Nordamerika. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Florens, das von seiner Mutter an den Siedler Jacob Vaark gegeben wird. Auf Vaarks Farm leben Menschen unterschiedlicher Herkunft: Sklaven, Dienstboten und eine indigene Frau. Nach Vaarks Tod zerfällt die Gemeinschaft, und Florens macht sich auf eine gefährliche Reise, um Hilfe zu holen.

    11. Jan. 2026

  • wildeskopfkino
    wildeskopfkino

    148 Follower

    4,0

    Ein Roman wie raues Land unter nackten Füßen

    Manchmal fühlt sich Lesen an wie durch kalten Schlamm laufen – schwer, langsam, aber unmöglich stehen zu bleiben. Genau dieses Gefühl stellt sich bei Gnade ein. Toni Morrison wirft einen ohne Vorwarnung in die nordamerikanischen Kolonien des 17. Jahrhunderts und lässt einen dort nicht mehr los. Keine Schonung, keine hübsche Historienkulisse, sondern ein Leben, das von Schuld, Abhängigkeit und nacktem Überleben geprägt ist. Florens ist noch ein Kind, als sie verkauft wird. Dieser Moment sitzt wie ein Splitter im Kopf und hört nie auf zu stechen. Um sie herum Frauen, die alle auf ihre Weise verloren gegangen sind: Rebekka, Lina, Sorrow. Keine Heldinnen im klassischen Sinn, sondern Figuren mit Rissen, Wunden und Erinnerungen, die nachts lauter sind als der Wind draußen. Morrison erzählt ihre Geschichten leise, aber mit einer Wucht, die sich erst nach und nach entfaltet. Die Sprache ist dicht, manchmal sperrig, dann wieder erschreckend klar. Hier wird nichts erklärt, nichts entschuldigt. Alles fühlt sich roh an, als hätte jemand den Lack der Geschichte abgekratzt. Beim Lesen ertappt man sich ständig bei dem Gedanken, wie wenig Freiheit ein Menschenleben wert sein kann, wenn Herkunft, Hautfarbe und Zufall darüber entscheiden. Trotz der Härte liegt etwas Zärtliches in diesem Buch. Kleine Gesten, flüchtige Nähe, ein Blick zu viel – das alles zählt plötzlich mehr als große Worte. Gnade ist kein Wohlfühlroman, sondern ein stiller Schlag in die Magengrube, der lange nachwirkt. Eines dieser Bücher, die man zuklappt und erst mal aus dem Fenster schaut, weil man kurz sortieren muss, was da gerade passiert ist.

    Ein Roman wie raues Land unter nackten Füßen

    8. Jan. 2026

  • Unknown User
    Unknown User

    5 Follower

    4,0

    Uff. Das war eine Herausforderung. Ich denke nochmal über die Bewertung nach...

    4. Jan. 2024

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Toni Morrison

Toni Morrison erhielt 1993 den Nobelpreis für Literatur. Die Autorin zahlreicher Romane lehrt an der Princeton University. Ihr Werk wurde auch mit dem National Book Critics Circle Award und dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. 2009 wählte die New York Times Menschenkind zum besten Roman der letzten 25 Jahre.

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