Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
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Description
Eine erste Liebe zwischen Festhalten und Vernichten, Aussterben und Weiterleben
Es brennt. In den Wäldern und auf den Screens. Die 15-jährige Era lebt mit ihrer Mutter am Waldrand und versucht dem schleichenden Prozess der Zerstörung etwas entgegenzusetzen, indem sie das Aussterben der Vögel dokumentiert. In einem Stream beobachtet sie ihre Mitschülerin Maja und deren Schwester Merle, die auf der benachbarten Lichtung Festplatten in die Luft jagen. Maja ist die Tochter zweier Momfluencerinnen, die versucht, die Erinnerungen an eine öffentliche Kindheit auszulöschen. Während Era Notizbücher führt, Zeichnungen anfertigt und all das Wissen, auf das sie Zugriff hat, zu ordnen versucht, bildet Maja eine zerstörerische Gegenkraft. Dennoch sind Era und Maja verbunden in ihrer Suche nach Intimität und analogen Reizen. Während die Turteltaube ausstirbt, verlieben die beiden sich ineinander. Aber nicht nur die Vögel sind bedroht: Als ein großflächiger Brand den Wald zerstört, verlieren auch die Mädchen einen bedeutenden Teil ihres Lebensraums.
Souverän und klug überzeugt Sironic mit einer neuen literarischen Stimme.
»Eine wilde, witzige, weise Expedition in unsere Zukunft.« Julia von Lucadou, Autorin von Die Hochhausspringerin
»Ein dichtes und vielschichtiges Debüt, dessen rund 200 Seiten in Nullkommanichts weg gelesen sind, aber umso länger nachhallen und zum Nachdenken anregen.« Alexandra Friedrich, NDR
»Unruhig, einfallsreich, konfliktfreudig und komisch hält uns dieses Buch durch seine Geistesgegenwart bis zur letzten Seite in Atem.« Jury des Deutschen Buchpreises 2025
Book Information
Author Description
Fiona Sironic (*1995 in Neuss) studierte Sprachkunst, Kreatives Schreiben und Gender Studies in Hildesheim und Wien, wo sie inzwischen als freie Schriftstellerin lebt. Sie gibt außerdem Workshops und beschäftigt sich in ihrem journalistischen Schreiben mit digitalen Spielen. Für ihre literarischen Texte erhielt Sironic diverse Preise, Stipendien und Nominierungen. Sie war beispielsweise nominiert für den Wortmeldungen Förderpreis, gewann den Open Mike 2019 und erhielt sowohl das Arbeits- als auch das Startstipendium des BMKÖS, war außerdem Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses und der Kölner Schmiede und erhielt im Rahmen des Deutschen Preises für Nature Writing 2024 eines der Werkstatt-Stipendien für einen Auszug aus ihrem Debütroman. Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025.
Characteristics
12 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Nicht so meins, trotzdem wichtig
Das war mein erstes Buch der Autorin und ich war sehr gespannt darauf, es zu lesen: Wir befinden uns in einer fiktiven, aber erschreckend realitätsnahen Zukunft. Era lebt mit ihrer Mutter am Waldrand und der Wald brennt… Während Era dokumentiert, welche Vögel aussterben, sind da noch die Schwestern Maja und Merle - traumatisierte durch öffentliches aufwachsen, denn ihre Mütter sind Influencer. Ehrlich gesagt, muss man das Buch tatsächlich selbst lesen, um es irgendwie greifen zu können, es ist sehr ungewöhnlich geschrieben und obwohl alles vorkommt, was im Klappentext erwähnt wird, ist es auf jeden Fall sehr viel mehr. Die aufgegriffenen Themen sind wichtig, sei es die Zerstörung der Erde, Artensterben, Übermacht des Internets, queerness, so so viel kommt in dieser Geschichte zur Sprache. Era und Maja, die beiden Protagonistinnen, blieben für mich nicht greifbar und deshalb konnte ich keine richtige Beziehung zu ihnen aufbauen. Finde es wichtig, regelmäßig außerhalb der eigenen Komfortzone zu lesen, da lernt man einiges dazu und kann diese so auch erweitern. Deshalb habe ich nicht bereut, das Buch gelesen zu haben, auch wenn es meinen persönlichen Geschmack nicht getroffen hat. In jedem Fall bietet es viele Gedankenanstösse. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 3/5⭐️⭐️⭐️

𝘈𝘮 𝘚𝘢𝘮𝘴𝘵𝘢𝘨 𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘔𝘢̈𝘥𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘯 𝘞𝘢𝘭𝘥 𝘶𝘯𝘥 𝘫𝘢𝘨𝘦𝘯 𝘚𝘢𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘓𝘶𝘧𝘵 ist zweifellos ein mutiges Buch mit einer klaren Haltung und einer unverwechselbaren Stimme. Aber es überzeugt nicht auf ganzer Linie.
💥 𝘔𝘪𝘵 𝘥𝘦𝘮 𝘞𝘢𝘭𝘥 𝘴𝘤𝘩𝘳𝘶𝘮𝘱𝘧𝘵 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘬𝘰𝘯𝘬𝘳𝘦𝘵 𝘦𝘳𝘧𝘢𝘩𝘳𝘣𝘢𝘳𝘦 𝘞𝘦𝘭𝘵, 𝘸𝘢̈𝘩𝘳𝘦𝘯𝘥 𝘥𝘢𝘴 𝘉𝘦𝘸𝘶𝘴𝘴𝘵𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘧𝘶̈𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦, 𝘥𝘪𝘦 𝘷𝘪𝘦𝘭𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘪𝘳𝘨𝘦𝘯𝘥𝘸𝘰 𝘥𝘢𝘩𝘪𝘯𝘵𝘦𝘳 𝘭𝘪𝘦𝘨𝘵, 𝘴𝘤𝘩𝘰𝘯 𝘥𝘢 𝘪𝘴𝘵. 𝘐𝘤𝘩 𝘩𝘢𝘣𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘯𝘶𝘳 𝘯𝘰𝘤𝘩 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘨𝘦𝘴𝘦𝘩𝘦𝘯. ⁽ᵁᴺᴮᴱᶻᴬᴴᴸᵀᴱ ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ ⁻ ˢᴱᴸᴮˢᵀᴷᴬᵁᶠ⁾ 💭 Schon der Titel schreit förmlich danach, gelesen zu werden – wild, provokant und ungewöhnlich. Und genau das verspricht auch der Inhalt: eine Geschichte über junge Mädchen, die sich gegen das Enge ihrer Welt auflehnen, mit Trotz, Wut und Explosionen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Fiona Sironic gelingt es, eine kraftvolle Stimmung aufzubauen. Die Sprache ist roh, poetisch, manchmal fast fiebrig – und transportiert sehr eindringlich das Lebensgefühl ihrer Protagonistinnen. Diese Mädchen wollen nicht erklären, sie wollen schreien, kämpfen, sich Luft machen. Ihre Wut, ihr inneres Brodeln sind spürbar und prägen jede Seite. Doch so sehr der Stil beeindruckt, er kann auf Dauer auch ermüden. So stark der Einstieg auch ist, das Buch konnte mich nicht ganz abholen. Es ist, als würde mir etwas entgleiten – schwer zu fassen, aber deutlich spürbar. Vielleicht liegt es daran, dass sich der Text zu sehr auf Atmosphäre verlässt. Was anfangs kraftvoll wirkt, beginnt sich mit der Zeit zu wiederholen. Der fragmentarische Stil, der zu Beginn als Ausdruck jugendlicher Unruhe funktioniert, wird im Verlauf zu einer Distanz, die schwer zu durchdringen ist. 𝘈𝘮 𝘚𝘢𝘮𝘴𝘵𝘢𝘨 𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘔𝘢̈𝘥𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘯 𝘞𝘢𝘭𝘥 𝘶𝘯𝘥 𝘫𝘢𝘨𝘦𝘯 𝘚𝘢𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘓𝘶𝘧𝘵 ist zweifellos ein mutiges Buch mit einer klaren Haltung und einer unverwechselbaren Stimme. Aber es überzeugt nicht auf ganzer Linie. Wer sprachliche Experimente und dichte Atmosphäre mag, wird hier sicherlich etwas finden. ⭐️⭐️⭐️☆☆,₅ 𝘌𝘴 𝘨𝘪𝘣𝘵 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦𝘯 𝘴𝘦𝘭𝘵𝘴𝘢𝘮𝘦𝘯 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘩𝘢𝘭𝘭 𝘢𝘯 𝘫𝘦𝘥𝘦𝘮 𝘚𝘢𝘮𝘴𝘵𝘢𝘨. 𝘌𝘪𝘯 𝘒𝘯𝘢𝘭𝘭. 𝘌𝘪𝘯 𝘌𝘤𝘩𝘰: 𝘐𝘤𝘩 𝘩𝘰̈𝘳𝘦 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘻𝘸𝘦𝘪𝘵𝘦𝘯, 𝘬𝘭𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳𝘦𝘯 𝘒𝘯𝘢𝘭𝘭.

Eine bedrückende Dystoppie über den Klimawandel
Die Icherzählerin lebt in einer fiktiven Welt in der 2. Hälfte des 21. Jahrhunderts, in der es durch den Klimawandel zu einem großen Artensterben gekommen ist und Waldbrände infolge von Dürre die Lebensräume immer mehr bedrohen. Bei einem Streifzug im Wald lernt die Icherzählerin, die beiden Mädchen Maja und Merle kennen, die von ihren beiden Müttern als Social Media Stars in ihrer frühen Kindheit ausgebeutet wurden. Mittels Explosionen versuchen diese Mädchen das Datenmaterial aus dieser Zeit Stück für Stück zu zerstören. Fiona Sironics Roman Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft steht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025. Der Roman ist ein Dystopie, die tief unter die Haut geht und durchaus auf den Leser verstörend wirkt. Das kurze Buch liest sich aber nicht flüssig am Stück, ich musste es immer wieder nach 20 bis 30 Seiten weglegen. Wer Dystopien mag, dem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Freunde von Pageturnern werden eventuell keinen puren Lesegenuss haben.
Was man glaubt gleich zu lesen und was man dann tatsächlich liest sind wahrlich zwei Paar Schuhe.
Wenn man glaubt hier reinen Feminismus zu finden. I'm sorry 🤷wir finden uns wieder in einer Zukunfts Version der Erde welche kurz vor dem Kollaps steht. Was das ganze ausgelöst hat, kann man anhand der Ereignisse und Beschreibungen nur erahnen. Klima Krise hätte ich gesagt. Aber es geht darum des es immer Hoffnung gibt, in allem Schrecklichen. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig man braucht bis man vor allem checkt keine Männer und alle Nebendarsteller nur Geschlechtsneutral. Sonst kurzweilig und ein abruptes Ende. Auch das wir immer zwischen Vergangenheit und Gegenwart springen braucht seine Zeit.
Erschreckend realitätsnahe und doch fiktive Welt🌍
Fiona Sironics Schreibstil ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Sie springt von kurzen 5-Wort-Sätzen zu Sätzen, die mal über sieben Zeilen lang werden können. Hat man sich jedoch erst einmal an den Schreibstil gewöhnt, zeichnet sie eine erschreckende Dystopie, in der der Klimawandel die Verhältnisse über den Kopf geworfen hat und Influencer*innen ihre Kinder für Fame ausbeuten. Inmitten dieses Chaos lernen sich die Teenager Maja und Era kennen und verlieben sich ineinander. Das Buch wird vermutlich aufgrund des Sprachsstils nicht jedem gefallen, aber sie regt auf jeden Fall dazu an, länger über Gesellschaftsthemen nachzudenken.
Das Buch spielt in einer nahen Zukunft nach den Folgen des Klimawandels. Era dokumentiert das Verschwinden der Natur, während Maja, geprägt von einer oberflächlichen Influencer-Welt, eher zerstörerisch mit allem umgeht. Zwischen den beiden entsteht eine besondere Verbindung. Die Idee fand ich sehr spannend, aber leider hat mich das Buch etwas enttäuscht. Irgendwie hat es mich nie so richtig gepackt.
Ungewöhnliche, spannende und atmosphärische Dystopie!
Era beobachtet Maja und Merle schon länger. Die Schwestern sind Töchter eines berühmten Influencer-Duos und sprengen in ihrer Freizeit Dinge in die Luft und streamen dies. Bald wird Era in ihre Aktivitäten einbezogen. Um die Mädchen spitzen sich die Klimakatastrophen zu- Wälder brennen, Tierarten sterben aus, die Luft wird gefährlich - und auch die persönliche Lage ihrer Familie wird immer prekärer: bald sind Wohnraum und Essen knapp. Und es zeigt sich, dass die Mädchen unterschiedliche Ziele verfolgen. Mir hat diese Dystopie sehr gefallen. Sie ist ungewöhnlich und eindrücklich. Der Schreibstil braucht etwas Gewöhnung. Ich fand ihn aber besonders und sehr passend.
Fesselnde Endzeitstimmung die schon beinahe zu greifbar ist. Gesamt: ⭐️ 5/5 Spannung: 📈 5/5 Charaktere: 👤 5/5 Schreibstil: 🖊️ 5/5 Ende: 📗 5/5 Anzeige | Rezensionsexemplar über NetgalleyDE
In Fiona Sironics Roman 'Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft' geht es um die 16-Jährige Era, die in einer nicht all zu weit entfernten Zukunft, versucht dem schleichenden Prozess der weltlichen Zerstörung durch die Dokumentation aussterbender Vogelarten etwas entgegenzusetzen. Währenddessen verliebt Era sich in Maja, die auf einer Waldlichtung Festplatten sprengt um die Erinnerungen ihrer öffentlichen Kindheit auszulöschen. Die Autorin skizziert dabei auf gelungen Art eine normalisierende Endzeitstimmung. Unaufhaltsam und verursacht durch zuvor gescheiterte Generationen. Das Buch thematisiert dabei die Lebensrealität zweier Jugendliche, bestimmt durch ein kollabierendes Ökosystem, Klimakatastrophen, den Höhepunkt sozialer Ungleichheit und den Konsequenzen des Internets. Es geht aber auch um Radikalisierung, Resignation und um das erste mal Verliebtsein. Fiona Sironic hat es geschafft, die Probleme unserer Zeit nur so leicht zu überspitzen, dass sie eine glaubwürdigen und greifbaren Blick in unsere nahende Zukunft erlauben. Das Buch ist daher in seiner Thematik sehr bedrückend, durch Sironics gelungenen Humor und den Blickwinkel einer heranwachsenden Person, dennoch unglaublich unterhaltsam. Durch ihren Schreibstil, den ich als bildhaft und doch prägnant bezeichnen würde, sowie die eher schlanken 208 Seiten, lässt sich das Buch kontinuierlich und schnell durchlesen. Somit eigenen es sich besonders gut als eine kurzweilige Lektüre für zwischendurch. Ich persönlich bin mit relativ hohen Ansprüchen an das Buch gegangen. Nicht zuletzt durch die vielen positiven Rezensionen und der Nominierung für die Longlist des Deutschen Buchpreise 2025. Dennoch wusste ich nicht zurecht was genau mich erwartet. In die Geschichte bin ich aber blitzschnell eingestiegen und konnten von Anfang an mit den Hauptprotagonistinnen sympathisieren. Insbesondere der Kontrast zwischen Era & Majas jeweiligen Bewältigungsstrategien empfand ich als besonders gelungen. Auch die Charakterisierung der einzelnen Erwachsenen, zu denen sowohl die Mütter von Maja, als auch Eras Mutter und Tante zählen, sind ein voller Erfolg. Hierbei stach insbesondere heraus, dass alle Bezugspersonen in dem Buch ausschließlich weiblich sind und wir daher auch ausschließlich weibliche Perspektiven erleben, was das Buch zusätzlich zu einem feministischen Meisterstück macht. Auch wenn das Ende de Buches die Geschichte stimmungsvoll abrundet, bleibt die offensichtliche Mahnung lange im Kopf. Zusammenfassend lässt es sich nicht anders sagen, als das dieses Buch für mich ein allumfassender 5-Sterne-Read war und nicht grundlos auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2025 steht. Das Buch geht über einfache Unterhaltung hinaus, bewegt etwas bei den Lesenden und klingt auch noch anschließend lange nach. Für mich persönliche, eine Leseempfehlung für Jede*n!
Ich habe für das Buch einige Anläufe und viel Konzentration gebraucht, es war nichts zum schnellen Weglesen. Es ist aber ein spannendes und außergewöhnliches Buch, das eine Dystopie etwa im Zeitalter unserer erwachsenen Kinder beschreibt, also nicht in ferner Zukunft. Die Geschichte schwankt die ganze Zeit zwischen einer im Text verankerten Distanziertheit, aber auch Nähe dadurch, dass alles doch auch denkbar und irgendwann realistisch erscheint. Inhaltlich dreht es sich um Klima (Waldbrände) und digitale Selbstbestimmung (aufbegehren gegen die Elterngeneration mit all ihrer digitalen Sichtbarkeit). Ein zentrales Motiv ist die Dokumentation des Aussterbens der Vogelarten.
Dystopie, die sehr realistisch ist (und das ist heftig!)
Der Titel vom Buch (zwar sehr lang) hat mich sofort gecatched! Es geht um Era und Maja. Majas Mütter sind bekannte Momfluencerinnen, die Majas gesamte Kindheit online auf Social Media geteilt und dokumentiert haben. Maja wird also überall erkannt und fühlt sich „nackt“. Allein das fand ich schon wahnsinnig spannend, denn das wird leider die Realität von vielen Kindern in den nächsten Jahren sein. Era dokumentiert das Artensterben. Ständig wird bekanntgegeben, dass schon wieder ein Tier ausgestorben ist. Gleichzeitig wird das Wetter immer heißer, es entstehen Waldbrände, Pandemien, Obst gibt es nicht mehr zu kaufen und Kinder kommen auch kaum mehr auf die Welt. Es ist ein sehr erschreckendes Szenario, gerade weil es einfach absolut realistisch erscheint. Habe es mit großem Interesse gelesen und habe viel über das Buch nachgedacht, auch wenn ich gerade nicht am Lesen war.

Bedrückend reale Dystopie - poetisch intellektuelle Sprache - komplex verwebte Themen
Fiona Sironics Debütroman „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ ist ein stilles, poetisches Buch über Wut, Verlust und die Suche nach Bedeutung in einer überreizten, digitalen Welt. Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Era, die in einer von Umweltzerstörung und Orientierungslosigkeit geprägten Gegenwart aufwächst. Als sie die Schwestern Maja und Merle entdeckt – Mädchen, die im Wald Dinge in die Luft sprengen, um Spuren der digitalen Vergangenheit zu löschen – wird Era Teil eines stillen Aufbegehrens gegen das Vergessen und die Überforderung ihrer Generation. Sironic verbindet zarte Sprache mit radikalen Bildern. Ihr Roman liest sich wie ein Tagebuch aus Fragmenten, poetisch und zugleich verstörend klar. Zwischen den Zeilen verhandelt sie Themen wie Klimaangst, Selbstbestimmung und die Sehnsucht nach echter Verbindung in einer Welt, die ständig sendet, aber selten zuhört. Die aufkeimende Beziehung zwischen Era und Maja bringt eine berührende, queere Dimension ins Spiel – ein Gefühl von Nähe und Identität inmitten der Leere. Besonders eindrucksvoll ist die Atmosphäre: der Wald als Rückzugsort und zugleich als bedrohte Welt. Das Sprengen wird zum Symbol – für Befreiung, Zerstörung und vielleicht auch für das Erwachsenwerden selbst. Thematisch arbeitet der Roman mit starken Gegensätzen: Zerstörung vs. Erhalt, Digitales vs. Analoges, Privatheit vs. Öffentlichkeit und Widerstand vs. Resignation. Der Text ist in Ich-Form gehalten, fragmentarisch und poetisch, eine Mischung aus Umweltkritik, Medienreflexion und Coming-of-Age Bedrückend, wie real sich diese Welt anfühlt, sie ist fast greifbar. Das Buch lässt mich gespalten zurück, zeitweise hat es mich in den Bann gezogen, zeitweise durch die sehr anspruchsvolle poetische Sprache sowie den Wiederholungen verloren. Mir fehlt Tiefe in den Figuren, was aber auch als Stilelement der Autorin verstanden werden kann.
Der Titel ist sensationell gut, das Buch kann die dadurch geweckten Erwartungen leider nicht vollständig erfüllen. Jedenfalls für mich nicht. Klar, die Themen sind super wichtig und der Ausblick in diese - wohl gar nicht mehr so sehr entfernte Zukunft - ist beängstigend und verstörend. Aber der letzte Funken ist bei mir irgendwie nicht übergesprungen.
Allein der Titel macht schon neugierig und die Geschichte konnte mich überzeugen. Wir erleben hier eine dystopische Welt in nicht allzu ferner Zukunft und der Titel ist Programm. Wut, Perspektivlosigkeit und Unzufriedenheit machen sich buchstäblich Luft. Erschreckend war für mich, dass ich direkt Bilder im Kopf zu den Szenarien hatte und mir auch durchaus vorstellen kann, dass es ähnlich ablaufen könnte. Viele interessante Themen die hier aufkommen und sich in unserer Zeit bereits anbahnen. Neben Klimawandel, Umweltkatastrophen u. Ä. geht es auch um die Verletzung von Persönlichkeitsrechten, wie hier durch sog. ' mom influencerinnen' die ihr Kind digital vermarkten. Insgesamt eine gute Geschichte mit unerwartetem Schluss, die ich nur schwer zusammen fassen kann, merke jch gerade. (Auffallend finde ich, dass in der Geschichte ausschließlich Mädchen/ Frauen vorkommen. )
Ausgelöschte Vergangenheit
Era ist 15 und lebt in einer Welt voller Hitze, Waldbränden, Artensterben, rationiertem Wasser und zu wenig Lebensraum für die Menschen, der noch bewohnbar ist. Doch in ihrer Welt lebt auch Maja, Maja die mit ihrer Schwester Merle Dinge in die Luft jagt (was man halt am Samstag so macht). Die beiden verlieben sich, obwohl Era versucht all die Erinnerungen an ihre geliebten ausgestorbenen Vögel zu erhalten und Maja die komplette digitale Vergangenheit unwiderruflich auslöschen will. Die emotionale Katastrophe ist hier also vorprogrammiert. Es ist eine besondere Art der Dystopie, weil sie leider gar nicht so unwahrscheinlich und weit weg scheint, wie es eine Dystopie eigentlich sollte. Der Klimawandel und das Massensterben sind daher zentrale Themen des Romans. Das andere ist der Umgang mit unseren Daten und die Selbstbestimmung, die damit einher geht. Welches digitale Erbe von uns soll die Zeit überdauern? Was soll die Nachwelt von uns sehen? Welche Informationen im Internet sind wichtig für die Gemeinschaft? Und was macht es besonders mit Kindern, wenn diese viel zu schnell in der Öffentlichkeit der sozialen Medien stehen? Es sind zentrale Fragen, die sich unsere Generation stellen sollte und dieses Buch hilft, sie zu stellen und eine eigene Meinung zu haben. Der Ton ist dabei kurz und prägnant, abgehackt und fast ein bisschen kühl. So wird die Zerrissenheit der Beiden gut dargestellt, die lebensbedrohend Umstände, das permanente Bereitsein zur Flucht vor dem Nächsten Feuer. Doch dadurch entwickelte sich für mich auch eine emotionale Distanz zu den Protagonistinnen. Trotzdem ein lesenswerter Roman über die Suche nach Hoffnung, in einer Zukunft, in der vieles aussichtslos erscheint.
Was für ein besonderes Buch!
Die Geschichte um Era, Maja und Merle hat mich direkt gefesselt! Ich habe das Buch an einem Nachmittag gelesen und konnte es nicht aus der Hand legen. Kurz zum Inhalt: Wir befinden uns in einer Welt der Klimakatastrophe, geprägt durch Waldbrände, Überschwemmungen und Extremwetterereignisse. Das Internet hat sich verändert seit den Early-Internet -Zeiten der großen Influencerinnen und Influencer - was bleibt, sind Menschen, die um ihr Überleben und das Recht auf Vergessen kämpfen: Als Influencerinnentochter möchte Maja ihre digitalen Spuren beseitigen, als Hobbyornothologin kämpft Era gegen das eigene Aussterben und das Vergessen verschwindender Tierarten. Und dann gibt es Explosionen, in deren Nachhall sich die beiden jungen Frauen begegnen. Was für ein ungewöhnlicher, stilistisch wunderbarer Roman. Die präapokalyptische Zivilisation, die kurz vorm Kollaps steht, ist so atmosphärisch erzählt, dass ich ganz darin versunken bin. Ich liebe solche Bücher!
Gesellschaftskritische Relevanz
Als ich im Sommer in Südfrankreich im Urlaub war, hat mir alles richtig gut gefallen – bis auf eines: ständig brannte es irgendwo in der Nähe. Viele Menschen verloren ihre Häuser. An so etwas kann man sich nicht gewöhnen, doch für die Einwohner der kleinen Orte rund um Narbonne gehört diese Gefahr zum Alltag. Ich habe mich oft gefragt, ob der Klimawandel mich irgendwann damit auch in meiner Heimat konfrontieren wird. In der dystopischen Gegenwart von Era ist die Gefahr ständiger Waldbrände real geworden. Sie führt zu einer hohen Arbeitslosenquote und extremer Wohnungsnot. Die allgegenwärtige und durch große Hitze ausgelöste Feuergefahr ist unberechenbar und verleiten ihre überforderte Mutter dazu einen feuersicheren Safe anzuschaffen, damit sie die Dinge, die ihr wichtig sind, darin lagern und vor plötzlich Feuer schützen kann. Sie legt ihre Aufzeichnungen über ausgestorbene Tiere, insbesondere Vogelarten hinein. Die Tiere sind schon lange, verschwunden und täglich kommen neue hinzu. Die Dokumentationen aber können nun alles überleben. Doch Era hat noch eine andere Leidenschaft, Maja! Sie beobachtet wie diese mit ihrer jüngeren Schwester Merle im Wald Festplatten mit Datenmaterial in die Luft jagt und das ganze Live streamt. Auf den Datenträger finden sich Aufzeichnungen aus dem Lebens von Maja und Merle. Beide sind die Töchter eines Influencerinnen Ehepaar, das sein Leben professionell vermarktet und damit zu großem Reichtum geraten sind. Sie leben in schierem Luxus, doch vieles ist, wie man sich denken kann, mehr Schein als Sein. Maja lehnt sich dagegen auf. Sie weigert sich nicht nur Teil dieser Daily Vlogs zu sein, sondern möchte auch jegliches gespeicherte Datenmaterial vernichten. Die beiden verlieben sich ineinander. Es entsteht eine Beziehung, ganz zart, doch auch sehr fragil. Die zerstörerische Lebensrealität macht es ihnen nicht leicht gut zueinander zu sein. Sironic hat ihr Werk mit Figuren gefüllt, die anders sind. Sie strampeln gegen Vernichtung an, und die Kraft, die sie dafür aufbringen müssen, ist förmlich spürbar. Beeindruckend fand ich auch die Darstellung von Merle, die den großen Knall braucht, um sich selbst erden zu können. Das Thema der mangelnde Privatsphäre von Kindern, die sich nun gegen ihre Eltern auflehnen, die alles von Ihnen ungefragt der Öffentlichkeit preisgeben, wird in Zukunft noch Gerichte beschäftigen. Denn Kinder haben ein Recht an ihrem Bild. Und auch wenn Eltern dieses Recht stellvertretend wahrnehmen, bedeutet das nicht, dass sie unverantwortlich handeln dürfen. Sie müssen immer das Interesse der Kinder im Auge haben. Ich kenne nicht wenige, die aus voller Überzeugung ihre Kinder im Netz zeigen (auch hier in unserer Buch Bubble) , und sie damit der Bewertung durch Ihnen völlig fremde Personen ausliefern. Dabei spielt es keine Rolle, dass das Geld und Klicks generiert und die Kinder vielleicht sogar fröhlich in die Kamera lächeln. An Maja ist eindrücklich dargestellt in welche Richtung es kippen kann, wenn sich der Verstand zur Gänze entwickelt und man alt genug ist sich seines Lebens selbst zu ermächtigen. Die Sprache, die die Autorin anwendet, hat es mir nicht leicht gemacht. Sie ist gleichzeitig frisch und modern, doch auch sperrig. Ich hatte große Probleme, mich in die Gedanken der Protagonistinnen einzufühlen. Sironic versucht scheinbar ihren eigenen Stil als Markenzeichen zu etablieren. Sie benutzt zum Beispiel des Öfteren „ /„ statt dem Wort „Oder“ und nennt die Mutter, der ich Erzählerin Era Mama (ohne Artikel) während Eras Tante immer als „die Tante“ genannt wird. Ohne diese gewöhnungsbedürftigen Stilmittel wäre der Plot genauso gut konstruiert. Insgesamt hatte ich aber nicht das Gefühl eines glatten Leserflusses, und das hat mir den Inhalt schwerer zugänglich gemacht. Ich kann durchaus nachvollziehen, warum die Jury das Buch auf die Shortlist gesetzt hat, ist es doch mit einem gesellschaftskritischen Thema gefüllt und in experimentellem sprachlichen Gewand gekleidet. Ich empfehle das Buch allen, die etwas Neues ausprobieren möchten und bereit sind, sich auf neue sprachliche Finessen einzulassen. Als Kinderschutzbeauftragte und Multiplikatoren für Partizipation von Kindern und Jugendlichen kann ich nur einmal mehr sagen: Kinder aus dem Netz!
Ich greife selten zu Dystopien. Häufig machen mir die Entwicklungen der Gegenwart bereits zur Genüge Angst. Bei diesem Shortlist nominierten Buch bin ich allerdings froh, eine Ausnahme gemacht zu haben. Wir begleiten Era im Rahmen der alternativen Coming Off Age Geschichte durch ihren Alltag in einer von Klimawandel und Digitalisierung gezeichneten Zukunft. Es geht um den Verlust der Privatsphäre im Kindesalter, um Klassenunterschiede, um Streben nach Erhalt und Zerstörung, um die erste Liebe und um den Verlust von Lebensraum für die Natur und den Menschen. Das Beängstigende: aktuelle Gegebenheiten werden wie beiläufig als kausaler Ausgangspunkt für die in der Dystopie herrschenden Zustände genannt und all das klingt verdammt schlüssig. Einer meiner Top3 Favoriten für das Rennen um den Deutschen Buchpreis. Einen halben Bonusstern gibt es für den grandiosen Titel 🔥
In dieser Dystopie, die zeitlich ungefähr 2040/2050 angesiedelt ist, ist der Klimawandel weit fortgeschritten, die Aktivist*innen der letzten Generation inzwischen erwachsen und resigniert. Die Kinder der letzten Generation haben ihre ganz eigenen Probleme. Nicht wenige von ihnen wurden von ihren Eltern von klein auf im Internet vermarktet, die einstigen Momfluencerinnen stehen stark in der Kritik. Und während die einen versuchen, alle archivierten Daten zur eigenen Kindheit zu löschen, kämpfen alle ums Überleben in einer Welt, in der Platz, Nahrung und Wasser knapp ist und die Sommer unerträglich Die Geschichte ist so beklemmend wie gut erzählt, als Zeitstrahl dient das Aussterben einzelner Vogelarten, was die Katastrophe sehr greifbar macht. Ich hätte allerdings gerne mehr zu den einzelnen Charakteren erfahren, die blieben für mich leider hinter der Geschichte zurück. Trotzdem finde ich das Buch sehr lesenswert.
Es gibt so Bücher, da liest man den Titel oder sieht das Cover und sofort ist klar: Will ich haben. So auch geschehen mit „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“. Aber nicht nur der Titel, auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Era ist 15, lebt mit ihrer Mutter abgeschieden an einem Waldrand. Eines Tages beobachtet sie Mia und ihre kleine Schwester Merle dabei, wie die beiden im Wald Dinge explodieren lassen. Mia und Era freunden sich an, empfinden bald mehr füreinander, aber die Beziehung leidet unter den Unterschiedlichkeiten und den äußeren Umständen. Denn während Era, in einer Welt die am Abgrund steht, versucht Dinge zu erhalten und zu dokumentieren, hat Mia den Drang alles zu zerstören, was an die Vergangenheit erinnert und löst somit eine Katastrophe für Era aus. - In Fiona Sironics dystopischen Roman rücken gleich zwei Themen massiv in den Vordergrund: zum einen der Klimawandel. Die Geschichte spielt in einer Welt, die vollkommen überhitzt ist, in der Wasser rationiert wird, die ein nie dagewesenes Artensterben zeigt, in der die meisten Menschen sich von Fertignahrumg in Pulverform ernähren, da frische Lebensmittel Mangelware sind und nur die Reichen sie sich leisten können. Der Klassenunterschied wird auch an anderen Stellen sichtbar… wer das nötige Kleingeld hat, lebt in klimatisierten Häusern mit Luftfiltern, alle anderen schwitzen, sterben reihenweise an Dehydration oder leiden unter dem geringen Sauerstoffgehalt der Luft. Auf der anderen Seite wird der Fokus auf die informationelle Selbstbestimmung gelegt. Am Beispiel von Mia wird gezeigt, wie es sich auf Kinder auswirken kann, wenn ihr Leben in der Öffentlichkeit stattfindet. Mia‘s Mütter sind bekannt Momfluencerinnen, verdienen damit ihren Lebensunterhalt, Mia‘s gesamte Kindheit lässt sich auf Plattformen verfolgen… Als sie in ein Alter kommt, wo sie beginnt die Ausmaße zu begreifen, entwickelt sie einen regelrechten Hass auf digitale Inhalte, womit auch ihre Zerstörungswut erklärt wird. Das Internet vergisst nicht… und auch wenn es das Internet, so wie wir es kennen, in der Form nicht mehr gibt, gibt es das Archiv. Riesengroße Serverfarmem, die sämtliche, je ins Netzt gestellte Inhalte, aufbewahren. Ein Szenario was leider gar nicht so weit weg ist. Während Mia gern alle digitalen Spuren beseitigen würde und sich ein vollkommen analoges Leben wünscht, stellt Era eine wunderbare Gegenspielerin dar. Sie will nicht vergessen, sie will dokumentieren, denn die Welt wird immer weniger, es gibt immer mehr Lebewesen und Sachen die verschwinden. Ich finde es ist der Autorin hier sehr gut gelungen die Pros und Kontras einer zunehmend digitalisierten Welt aufzuzeigen. Sprachlich ist es auf den Punkt. Mit kurzen, prägnanten Sätzen führt Sironic durch das Erzählte, versetzt die Lesenden direkt in Era‘s Kopf. Zu Anfang hatte ich ein bisschen ein Problem mit der teils unbeholfen und für eine 15jährige viel zu kindlichen Ausdrucksweise, aber man gewöhnt sich schnell dran und es passt sehr gut zu Era‘s Charakterzeichnung. In meinen Augen ist es sogar sehr passend, da es irgendwie die soziale Isolation und damit einhergehende eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit skizziert. Von mir gibt’s eine klare Empfehlung.
Es geht um Era, sie ist 15 und lebt mit ihrer Mutter am Waldrand. Und es geht um die Geschwister Maja und Merle. Maja und Merle sind die Töchter zwei Influencerinnen. Die auch ihre Töchter in die Kamera halten und hielten. Era beobachtet im Internet Mädchen die Samstags in den Wald gehen und Sachen während eines Live Streams in die Luft jagen. Era, Maja und Merle gehen gemeinsam auf eine Schule. Die Geschichte spielt in einer nicht unwahrscheinlichen dystopischen Zukunft. Klimawandel und Artensterben spielen eine Rolle. Das Erwachsenwerden in einer Welt die immer mehr kaputt geht wird ebenso thematisiert wie auch die erste Liebe. Die Autorin erzählt völlig selbstverständlich von einer queeren Lieben und führt den Lesenden unerbittlich vor Augen, was mit der Erde passieren wird, wenn die Menschheit weiterhin so handelt wie es im Jahr 2025 der Fall ist. Mich hat die Geschichte völlig in ihren Bann gezogen. Die Erzählerin Era ist zwar noch sehr jung aber in der Welt in der sie aufwächst ist sie gezwungen schneller erwachsen zu werden und das kommt sehr glaubwürdig rüber. Ich habe Maja und Era sehr gefühlt und das Ende hat mich sehr überzeugt, mit einem minimalen Abzug. Aber das würde jetzt natürlich massiv spoilern. Nach dem lesen des Buchs hab ich auch das sehr merkwürdige Cover verstanden. Es passt perfekt zu einem wichtigen Aspekt des Buchs. Aber naja, lasst euch davon nicht abschrecken. Der Inhalt ist echt grandios.
Gemischte Gefühle
Ich war durch das Hörbuch gut unterhalten (super vorgelesen!), aber die Welt war einfach nicht gut ausgearbeitet. Ständig erklärt die Protagonistin, was normal ist in ihrer Gegenwart im Vergleich zu der Kindheit ihrer Mutter (unsere jetzige Gegenwart). Wenn man aber bedenkt, dass die Protagonistin eigentlich nur für sich aufschreibt, wie sie die beiden Schwestern kennengelernte, ist es schon sehr abwegig, dass sie sich notiert, was normal ist. Checkt ihr was ich meine? Würde ich jetzt für mich aufschreiben, wie ich meinen Partner kennengelernt habe, erwähne ich doch nicht, dass es heutzutage normal ist Ubahn zu fahren und durch Insta zu scrollen, weil - duh I know!!! Die Protagonistin weiß ja nicht, dass sie ein fiktionaler Charakter in einer dystopischen Welt ist.... Naja, oder ich habe etwas nicht gecheckt. Dann sagt mir das gern :D
Die Realität von Jugendlichen spielt sich zukünftig zwischen überhitzten Asphaltflächen und Streams, die wiederkehrende Waldbrände broadcasten, ab. Dazu verliebt sich die Erzählerin in ein Mädchen, das die Kontrolle über die Zerstörung zu erlangen versucht, indem sie die Explosionen selbst in die Hand nimmt. Hängen bleibt, dass die dystopische Zukunft, die die Autorin zeichnet, erschreckend einfach vorzustellen ist.

Era lebt in unserer Zukunft, die von Waldbränden und Artensterben geprägt ist. Wie ist es in einer Zeit, in der Vergänglichkeit so präsent ist? In der wir gleichzeitig so viel Wert auf unsere Performance in Online-Foren legen, während die Welt langsam vor sich hin stirbt? Diese Frage müssen wir uns stellen, denn diese Dystopie scheint leider nicht allzuweit in der Ferne zu liegen. Mit erschreckend kaltem Ton schreibt die Autorin von Mom-Influencern, ausgestopften, lang verstorbenen Tieren in Naturkundemuseen und Waldbränden, die unser Hab und Gut mit sich reißen. Wird das unsere Zukunft sein?
Wie es werden könnte...
Vögel sterben aus, Wälder brennen, und mittendrin entsteht eine vorsichtige Liebe, die zum Scheitern verurteilt ist. Es werden Themen wie der Einfluss auf unsere Daten und ihre Verwaltung, der Einfluß von Vermögen auf unser Leben, der Rückblick auf eine vergangene Welt beleuchtet. Sehr düster und doch mit viel Wärme geschrieben. "Der Sommer ist vorbei, und das Laub fällt jetzt aus einem anderen Grund ab als wegen der normalen Trockenheit. Das Jahr wird bald enden. "
Packend geschrieben, jung und dynamisch. Spannendes Thema- Folgen von Verhalten sog.Momfluencer Contentcreator*innen, die durch die Verbreitung von Videos ihrer Kinder Geld verdienen. Hier aus Sicht der Kinder- welche Rebellion ist Ihnen überhaupt möglich? Zum ende hin leider etwas schwächer, bzw bin ich da ausgestiegen, aber in weiten Teilen spannende Umsetzung, auch sprachlich fand ich es ansprechend.
Was für ein Titel...
und was für eine tolle Geschichte. Alles in allem fand ich die Story sehr spannend, wenn auch sehr erschreckend nah an der Realität. Hatte am Anfang ein wenig Probleme um mich richtig auf die Geschichte einzulassen. Das Buch bleibt im Gedächtnis, regt noch lange nachdem man es beendet hat zum Nachdenken an.
Vorweg: Lasst euch nicht von den etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil abhalten, dieses Buch zu lesen. Erstens gewöhnt man sich schnell daran. Zweitens passt der Stil zur Hauptprotagonistin. Die Geschichte spielt in einer Zukunft, die leider nach heutiger Sicht, gar nicht so unwahrscheinlich ist. Eine Welt, die unter anderem durch die Klimakrise, Artensterben und Mamainfluencer geprägt ist. Ein starkes Buch, was nachdenklich und auch traurig stimmt.
Ein Buch, welches wichtige Themen behandelt aber…
…leider nicht gut umgesetzt sind. Dieses Buch mit dem längsten Titel, dem man sich vorstellen kann behandelt unter anderem den Klimawandel und die Auswirkungen von dem Zeigen seiner Kinder im Internet. Beides Themen, die uns jetzt schon betreffen und auch wichtig sind. Ich bin leider absolut nicht mit dem Schreibstil klargekommen. Es war teilweise sehr anstrengend dieses Buch zu lesen. Für mich waren die Sätze sehr abgehakt formuliert, sodass ich sie öfter lesen musste. Die Protagonisten waren mir zu oberflächlich beschrieben worden, zum Ende hin waren sie mir relativ egal. Ist sehr schade, denn ich war extrem gehyped auf dieses Buch 🥺🤷🏻♀️
Leider hat mich das Buch nicht erreicht
Die Bücher auf der Short List 2025 könnten unterschiedlicher nicht sein! Dieses sticht besonders durch seinen Titel heraus! Ich war super gespannt was mich erwarten würde! Era ist 15 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter am Waldrand. Era erlebt der den Verschleiß der Natur am lebendigen Leibe. Irgendwann entdeckt sie auf einem Stream die beiden Mädchen Maja und Merle, die super gerne Dinge in die Luft sprengen. Puh, tatsächlich hab ich bisher nur wenige Bücher abgebrochen. Aber dieses hier war absolut gar nicht mein Fall. Die Thematik und auch der Titel bekommen von mir jeweils einen Stern, das war’s dann aber auch schon. Ich bin nicht in die Geschichte reingekommen. Es war echt sehr zäh und langweilig. Also wie schon erwähnt, gefällt mir die Idee! Auch wenn es ein katastrophaler Ausblick in die Zukunft ist. Die Möchtegern coole Sprache, die komische Schreibweise und der fehlende Spannungsbogen haben aber leider dazu geführt das ich das Buch letztendlich abbrechen musste!
Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft von Fiona Sironic Fiona Sironics Roman behandelt wichtige und hochaktuelle Themen – von jugendlicher Wut über weibliche Selbstermächtigung bis hin zu gesellschaftlicher Ohnmacht und Protest. Genau diese inhaltliche Relevanz hat mich auch sehr angesprochen und neugierig auf das Buch gemacht. Leider konnte mich die Umsetzung jedoch nicht überzeugen. Der Schreibstil war für mich sehr abgehackt, fast fragmentarisch, was es mir unglaublich schwer gemacht hat, in die Geschichte hineinzufinden. Ich habe lange gebraucht, um das Buch zu lesen – nicht, weil es zu komplex gewesen wäre, sondern weil ich mich sprachlich immer wieder daran gestoßen habe. Es hat sich vieles eher wie Skizzen als wie ausgearbeitete Szenen angefühlt. Trotz der Dringlichkeit der behandelten Themen blieb die Erzählweise für mich überraschend oberflächlich. Ich hatte das Gefühl, dass vieles nur angerissen, aber nicht wirklich vertieft wurde – als würde das Buch mehr andeuten wollen, als es tatsächlich erzählt.
Einfühlsam und düster
Wie wächst man auf in einer Welt voller Waldbrände, Artensterben und Momfluencerinnen? Diese Geschichte ist uns wirklich nicht so fern ... Die Mischung aus Dystopie, Coming-of-Age, Queer Romance und Gesellschaftskritik ist für mich in diesem Buch gelungen. Besonders angenehm fand ich, dass in der Geschichte fast nur Frauen vorkamen. Allein der Sprachstil war für mich anfangs herausfordernd, aber letztendlich auch sehr passend zum Buch.
Ich fand das Buch gut. Ich mochte, wie sich alles immer weiter zuspitzte, mochte, dass es eine Dystopie war — aber keine, die weit in der Zukunft liegt sondern leider um die Ecke stehen kann, wenn wir nicht jetzt endlich auf die Bremse drücken. Die Art, wie das Buch erzählt wurde, mochte ich auch sehr. Ehrlich gesagt, fand ich den "Momfluencer" Aspekt, der immer wieder vorgeholt wurde, ziemlich unnötig. Er hat mMn nicht wirklich zur Handlung beigetragen, ich vermute, dass Maja auch gut ohne "Hintergrund" funktioniert hätte. Das ist der einzige Grund, weshalb es keine vollen fünf Sterne von mir gibt 🤭.
„Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald, jagen Dinge in die Luft, trauern, küssen, zünden die Welt an – und sind dabei seltsam nostalgisch.“
In Fiona Sironics Dystopie treffen wir auf Era, die in einer nahen, überhitzten Zukunft lebt. Dort lernt sie Maja kennen – ein Kind zweier Influencer-Mütter, deren gesamtes Leben im Netz nachvollziehbar ist. Ihre ersten Schritte, ihr erstes Wort – alles wurde gestreamt. Nun versucht Maja, diese gläserne Kindheit hinter sich zu lassen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Merle und später auch mit Era sprengt sie die alten Festplatten im Wald. Ein Akt der Befreiung, ein stiller Protest gegen eine Welt, die zu viel sieht und zu wenig fühlt. Der Roman greift Themen auf, die aktueller kaum sein könnten: jugendliche Wut, weibliche Selbstermächtigung, Klimakrise, Überwachung und gesellschaftliche Ohnmacht. Diese Mischung hat mich sofort angesprochen – laut, radikal, politisch. Leider konnte mich die sprachliche Umsetzung nicht überzeugen. Der Stil ist sehr abgehackt, sehr viele Sätze bleiben unvollständig oder Enden auf „etc.“ , durchsetzt von Abkürzungen und pseudo-jugendlichen Ausdrücken. Das hat es mir schwer gemacht, in die Geschichte hineinzufinden, auch wenn ich es als Stilmittel natürlich verstehe. Gefallen hat es mir aber nicht. Vieles wirkt eher wie Skizzen als ausgearbeitete Szenen, wodurch auch die Figuren für mich leider die meiste Zeit über blass bleiben. Trotzdem gibt es starke Bilder: das Motiv der ausgestorbenen Dinosaurier und Vögel, die Verbindung von Verlust, Wut und Zärtlichkeit. Diese Ideen hätten für mich mehr Tiefe verdient. Bei etwa der Hälfte des Romans ist mir aufgefallen, dass cis-Männer oder männlich gelesene Personen in dieser Erzählung komplett fehlen. Das fand ich sehr spannend und irgendwie erfrischend. Das hätte beispielsweise auch ausgearbeitet werden können für eine noch feministischere Tiefe. Insgesamt ein spannender, mutiger Stoff – wichtig inhaltlich, aber sprachlich nicht meins.
„Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ von Fiona Sironi hat mich ehrlich gesagt eher ratlos zurückgelassen. Der fragmentarische Stil war anstrengend, ich konnte keine echte Nähe zu den Protagonistinnen aufbauen. Trotzdem fand ich einige Ansätze spannend. Besonders die dystopischen Themen wie Klimakatastrophe, Auflehnung gegen das System und Datenschutz, die bereits an der Oberfläche brodeln. Am Ende blieb das Buch für mich aber mehr interessant gedacht als wirklich mitreißend.
Was für ein wilder Titel eines Buches... So wild wie der Titel so wild ist auch die Geschichte. Es handelt sich um eine Dystopie die irgendwie doch realistisch ist. Klimawandel, Artensterben, Lebensmittelknappheit und Momfluencerinnen sind die Themen. Die Protagonistinnen sind wütend und das spürt man auch. Der Schreibstil ist außergewöhnlich..Mal kühl und mal etwas nahbarer. Passte aber perfekt zur Thematik des Buches. Ich mochte das Buch und würde es empfehlen, denke aber das es eher eine bestimmte Zielgruppe anspricht und nicht für die breite Masse passt.
"Der Tyrannosaurus Rex, der jahrelang als dunkel geschuppter König der Kreidezeit und gefährlicher Jäger galt, hatte jetzt über eine lange Lebensphase hinweg weiche Federn und soll gegurrt haben. Damit war der Dinosaurier kein Jungsspielzeug mehr. Es gab einen Aufschrei unter Incels und anderen Maskulinisten, die die Aktualisierung des Dinosaurierspielzeugs als besonders krassen Terrorakt der 'Feminazis' aus der Paläontologie empfanden, allerdings fühlte sich auf der imaginierten Gegenseite niemand angesprochen." Der Roman spielt in einer Klimadystopie, nicht allzu weit von unserer aktuellen Gegenwart entfernt, in der Waldbrände zur Tagesordnung gehören. Nahrung existiert hauptsächlich in Pulverform, weil es kaum noch frisches Gemüse und Obst gibt. Era lebt mit ihrer Mutter in einem Tiny House und hört sich aus dem digitalen Archiv immer wieder die Gesänge von bereits ausgestorbenen Vogelarten an, wovon es Monat für Monat immer mehr gibt. Als Kontrast dazu leben ein paar reiche Familien in abgeschotteten Villen und haben nach wie vor Zugriff auf den gleichen Luxus wie Generationen vor ihnen. Ebenso die Momfluencerinnen Alice & Emily mit ihren Töchtern Maja und Merle. Zufällig begegnet Era Maja & ihrer Schwester im Wald, als diese grade Sachen in die Luft jagen - und schließt sich ihnen an, auch, weil sie einen immer größer werdenden Crush auf Maja hat. Während das Buch zu Beginn viele witzige Stellen aufweist (siehe Zitat am Anfang), wird die Stimmung mit Zunahme der Waldbrände und dem Zuspitzen der bedrohlichen Lebenslage immer bedrückender. Nicht nur liest man das sehr realistische Zukunftsszenario, in dem der Mensch völligst darin versagt hat, die Natur am Leben zu halten und sich mehr schlecht als recht daran versucht, sich nicht selbst auszulöschen. Auch die drastischen Folgen des Online-Zeitalters sind beklemmend, mit Jugendlichen, die als Kinder der Influencer*innen-Generationen genug haben von der ständigen Beobachtung und nicht nur ausbrechen, sondern gleich sämtliche digitalen Spuren auslöschen wollen. Zu Beginn hat es etwas gedauert, bis ich richtig in die Geschichte reingekommen bin und diese an Fahrt aufgenommen hat. Insgesamt hat es mir aber gut gefallen, da die Autorin die Bedrohungsszenarien authentisch dargestellt hat und auch aufzeigen konnte, welche Konsequenzen so eine Dystopie für Arme und für Reiche hätte. Besonders gefallen hat mir die Dynamik zwischen Era, ihrer Mutter und Tante, die sehr solidarisch und verständnisvoll geprägt ist. Hätte aufgrund des Blurbs und des Titels noch eine Prise mehr Lustigkeit erwartet, aber wie witzig kann eine uns sehr wahrscheinlich bevorstehende Klimadystopie schon sein? CN: Panikattacke, Su1zid

Ein distopischer Roman über das Ende von Social Media
Era, eine 16-jährige Schülerin verfolgt im Stream ihre beiden Schulkameradinnen Maja und Merle. M & M sind die Töchter der beiden berühmten Mum-Influencerinnen Alice und Emily. Die beiden Mädels zündeln gerne und fangen nach und nach an die Festplatten ihrer Mütter zu zerstören. Jedoch wissen sie nicht, dass ihre Daten noch im Archiv für jeden frei zugänglich gespeichert sind. Die Story wird aus Sicht von Era erzählt. Ers lebt mit ihrer Mutter und Tante in einer Welt, in der Hitzeperioden auch außerhalb des Sommers normal sin. Vögel aussterben und täglich die Angst vor einem neuen Waldbrand mitschwingt. Der Roman plätschert so vor sich hin. Es ist ein spannend entworfenes Szenario. Ich fand das Thema interessant und war deswegen doch sehr interessiert an dem Buch. Jedoch muss ich immer wieder feststellen, dass ich mit den Schreibstilen der Autor*innen des Studiengangs Kreatives Schreiben der Universität Hildesheim einfach nicht warm werde. Für mich las sich der Roman zu holprig und es gar zu viele Wiederholungen. Die Story war jedoch gut, so dass wir im Mittel bei 3 Sternen landen.
Fiona Sironic, geboren 1995 in Neuss, ist längst keine Unbekannte mehr in der deutschsprachigen Literaturlandschaft. Die Gewinnerin des Open Mike 2019 und Shortlist-Finalistin des Deutschen Buchpreises 2025 legt mit „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ (ecco Verlag) ein Debüt vor, das gleichzeitig Coming-of-Age, Dystopie und Medienessay ist. Das Buch stand außerdem auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis 2025. Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Era, die mit ihrer Mutter am Waldrand lebt und das Aussterben der Vögel dokumentiert. Im Netz begegnet sie Maja, deren Kindheit in den Feeds und Videos ihrer Momfluencerinnen-Eltern archiviert ist und die versucht, ihre eigene Geschichte zu löschen. Zwischen beiden entsteht eine zarte, analoge Nähe in einer digitalen Welt, die längst überhitzt ist – auf den Servern, in den Köpfen, in den Wäldern. Meine Meinung Sironic schreibt mit einer beeindruckenden Sprachmacht: analytisch, gleichzeitig poetisch, manchmal fast überfordernd, aber genau das passt zu dieser Welt, in der Informationen und Emotionen permanent kollidieren. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Passagen, in denen sich das Private mit dem Politischen verschränkt: „Die Riesenechsen würden gerne Gebrauch von einem Recht auf Vergessenwerden machen, das es so nicht gibt“ (S. 65). Dieser Satz allein fasst den Schmerz einer Generation, die nichts mehr löschen kann, zusammen. Thematisch wagt Sironic viel, vielleicht zu viel (?). Von Influencer-Kultur über ökologische Katastrophen, Klassismus, queere Familienstrukturen bis hin zu digitaler Erinnerung, das alles in rund 200 Seiten. Ich gebe zu: Ich habe Zeit gebraucht, um reinzufinden. Manches blieb für mich abstrakt, manches musste ich zweimal lesen. Aber dann entfaltet das Buch eine Sogwirkung, die man kaum erklären kann. Es ist weniger ein Roman zum „Verstehen“ als einer zum Erfahren, Fühlen, Mitdenken. Sironic zeigt, was Literatur kann, wenn sie sich nicht scheut, unbequem zu sein. Fazit Ein herausforderndes, kluges Debüt voller Ideen, Spuren und Funken. Für alle, die Sprache lieben, die mehr will als nur erzählen und die bereit sind, sich auf Komplexität einzulassen. Nichts für schnelle Lesestunden, aber ein echtes Erlebnis für geduldige Leser:innen mit Lust auf literarisches Experiment. Danke an den ecco Verlag und netgalleyde für das Rezensionsexemplar.
ein wirklich einzigartiges Buch über das Ende der Welt
Eine unbestimmte Zukunft: Alles ist heiß. Es kommt permanent zu Bränden. In der Stadt geht es nicht mehr lange gut. Und dann gibt es zwei Mädchen, Maja & Merle. Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft. Als Töchter zweier Momfluencerinnen wollen sie ihre mediale Präsenz vernichten, sprengen das letzte Back-Up der alten Videos in Form von Festplatten. Dabei treffen sie auf Era. Era, die das Aussterben von Vogelarten dokumentiert. Eine erste Liebe entsteht und ein immer größer werdender Konflikt zwischen Zerstörungswut und dem Willen, doch noch etwas zu retten. Sprachlich und inhaltlich ist dieses Buch eine echte Wucht, auch nicht ganz einfach zu lesen. Meiner Ansicht nach aber absolut verdient nominiert für den deutschen Buchpreis 2025 und definitiv einer meiner Favoriten im Rennen.
So richtig weiß ich nicht, was ich von diesem Buch halten soll. Nachdem ich mich an den anfangs stockend wirkenden Schreibstil gewöhnt hatte, ging es recht flüssig zu lesen. Auf der einen Seite denke ich, dass das Buch sehr lesenswert ist und Beachtung geschenkt bekommen sollte. Auf der anderen Seite war das Lesen an sich für mich keine Erfahrung, die sich gut angefühlt hat: ich hatte keinen Spaß am Lesen, habe mich emotional nicht so wirklich mitgenommen, sondern eher etwas gelangweilt-distanziert gefühlt, und konnte mit den beiden Hauptfiguren nicht so warm werden. Das, was mich zum Weiterlesen motiviert hat, war der außergewöhnliche und gesellschaftlich relevante Inhalt, der zum Nachdenken und Reflektieren angeregt hat. Je nachdem, wie engagiert, hoffnungsvoll, zynisch und abgestumpft man selbst ist, wird sich der Inhalt dieses Buches sicherlich auf das eigene Leseerlebnis auswirken. (Kleiner Hinweis, der wahrscheinlich für die meisten unerheblich ist, mir aber trotzdem am Herzen liegt: einige Aussagen über Pokémon, die im Buch gemacht werden, sind nicht korrekt.)
Die 15-jährige Era lebt zusammen mit ihrer Mutter am Waldrand. Die Welt verändert sich, die Wälder brennen und Era dokumentiert in ihrem Notizbuch nach und nach das Aussterben verschiedener Vogelarten. In einem Stream namens FOAMO (eine Kombination aus FOAM/Schaum und FOMO) beobachtet sie ihre Mitschülerinnen Maja und Merle, die samstags im Wald Festplatten in die Luft jagen. Die beiden Mädchen sind Töchter zweier lesbischer Momfluencerinnen. Maja versucht verzweifelt, alle Erinnerungen an ihre öffentlich gemachte Kindheit auszulöschen. „Die Geschichte ihrer Mütter hatte immer mit Vermarktung zu tun. Was aber wie vermarktet wird, das verändert sich. Während es mal ganz normal war, sein Privatleben öffentlich zu teilen, nimmt das während ihrer Karriere immer mehr ab“ Zwischen Era und Maja entwickeln sich Gefühle, die beiden verlieben sich ineinander. Jenseits von Streams und Zurschaustellung suchen sie analog ihr Glück, in der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Als ein großer Flächenbrand den Wald zerstört, sind nicht nur die Vögel, sondern auch der Lebensraum der Mädchen bedroht. Der Titel „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ ist natürlich ein Hingucker und war auch der Hauptgrund, weshalb ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, welches ja auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2025 war (und zu Recht). Ich muss aber sagen, dass meine Erwartungen an das Buch wohl anders waren. Das dystopische Szenario konnte mich leider nicht so abholen. Der ungewöhnliche Schreibstil ist interessant, aber schwer zugänglich. Die Geschichte ist recht kühl und distanziert erzählt; ich konnte keinen wirklichen Bezug zu den Frauen herstellen. Die Geschichte versammelt viele aktuelle (vielleicht auch zu viele) aktuelle Themen, ist aber insgesamt sehr bedrückend. Gut gefallen hat mir die Kritik an öffentlicher Selbstdarstellung in den sozialen Medien, besonders was Kinder angeht.
Hätte nicht erwartet, dass es mir so gut gefällt
Allein der Titel hätte schon einen Preis verdient. Von allen Buchpreis-Nominierungen hat dieses Buch auf jeden Fall mein Interesse am meisten geweckt. In dieser Dystopie und Coming of Age Geschichte geht es um vieles. Um Klimawandel/Umweltkatastrophen, Klassenunterschiede, Rebellion und die erste große, queere Liebe. Ein Mädchen, was Daten & Informationen behalten & verewigen will und ein Mädchen, was am liebsten diese für immer auslöschen möchte. Diese kurze aber einprägsame Geschichte ist zwar in der Ich-Perspektive geschrieben, jedoch ungewöhnlich sachlich zugleich. Möglicherweise hat mir dadurch der Bezug zu Era auch etwas gefehlt. Trotzdem fand ich das Buch sehr unterhaltsam und spannend. Interessant war auch wie dieses Buch ganz ohne männliche Charaktere auskam (außer der Opa, der manchmal erwähnt wurde, aber nicht aktiv vorkommt).
Fiona Sironic hat mit ihrem Buch einen Blick in eine mögliche Zukunft geworfen, auf die wir zusteuern könnten. Im Zentrum der Geschichte steht die Jugendliche Era, die eine Faszination für die Onlinestreams ihrer Mitschülerin Maya entwickelt und dann auch mehr und mehr eine Faszination für Maya selbst. Die Zukunft, die die Autorin hier zeigt, scheint ziemlich genau so zu sein, wie es aktuell in düsteren Prognosen zum Klimawandel vorhergesagt wird. Immer mehr Wälder brennen, immer weniger Lebensraum für die Menschen bleibt, immer größere und längere Hitze, immer mehr Wasserknappheit, Naturkatastrophen usw. Einerseits gut, dass ein möglichst realistisches Bild gezeichnet wird andererseits, hatte es dadurch als dystopisches Konzept an sich, für mich, nichts aufrüttelndes. Hier hätte es richtig gute Figuren gebraucht, mit viel psychologischen Tiefgang, dann hätte das Buch, glaube ich, echt mehr bei mir auslösen können. Sehr gut haben mir allerdings die sich durch ziehende Thematik der Dinosaurier (insbesondere der gefiederte T-Rex) und der Vögel (rettet die Stadttauben und die Kakapos bitte!) gefallen. Auch der Schluss ist, meines Erachtens, gut geglückt.
Realistische Climate Fiction mit Gesellschaftskritik
Era lebt in einer nahen Zukunft, in der der Klimawandel bereits große Auswirkungen auf das Leben hat, mit ihrer Mutter in einem Tiny House im Wald. Maja kennt sie vom Sehen an der Schule. Maja und ihre kleine Schwester Merle sind die Kinder zweier erfolgreicher Mumfluencerinnen, haben jedoch begonnen, sich gegen ihre eigene "Verwertung" in den sozialen Medien aufzulehnen. Sie klauen heimlich Datenträger, auf denen ihre Mütter den bisher produzierten Content gespeichert haben, und sprengen sie im Wald in die Luft. Nachdem Era sie dabei beobachtet hat, freundet sie sich mit Maja an. Fiona Sironics Debütroman hat mich mehr deprimiert als die meisten anderen Dystopien, die ich bisher gelesen habe. Und das ist keine Kritik, sondern ein Lob. Die Darstellung dessen, was uns in den nächsten 30 Jahren erwarten könnte, ist so realistisch, dass ich mich selbst frage, ob ich wie Eras Opa irgendwann in der Sommerhitze einfach tot umfallen werde. Nicht, dass ich solche Gedanken nicht schon vorher gehabt hätte, aber das Buch stellt das Leben in der Klimakatastrophe unwiderstehlich anschaulich da. Ich hoffe, diese Aussagen halten euch jetzt nicht davon ab, das Buch zu lesen, denn ich will es euch im Gegenteil empfehlen. Es gibt durchaus positive Aspekte, wie das Wohnprojekt "Gewächshaus", das so voller Pflanzen ist, dass man es darin trotz der Glasflächen aushalten kann, und das seine Bewohner mit Obst- und Gemüseanbau miternährt. Wir erfahren nicht viel über das politische System, aber es ist offensichtlich, dass es den Bach runtergeht mit dem Lebensstandard. Das zweite große Thema des Buchs ist die Kritik an den sozialen Medien und Influencern, die ihre eigenen Datenschutzrechte und die ihrer Kinder dem "Fame" und dem Geld opfern. Die Reaktion der nachwachsenden Generation in Sironics Geschichte fand ich sehr spannend. Sprachlich ist das Buch sehr einfach gehalten, weist aber durchaus ein paar Ideen für künftige Entwicklungen auf. Die Charaktere hätten für mich etwas deeper sein können, was ich aber nicht als großen Schwachpunkt sehe. Was mir auch gefallen hat, ist die Benennung der Kapitel nach ausgestorbenen Vogelarten (mit wenigen Ausnahmen), denn Eras Opa war Tierpräparator und Era besitzt eine Sammlung seiner Werke. Darin hat das Buch mich ein wenig an "Schwere Lasten" von Annett Gröschner erinnert, die Ähnliches mit Blumennamen macht. Sehr lesenswerte, fesselnde Climate Fiction mit Gesellschaftskritik und queerer Repräsentation.
Characteristics
12 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Eine erste Liebe zwischen Festhalten und Vernichten, Aussterben und Weiterleben
Es brennt. In den Wäldern und auf den Screens. Die 15-jährige Era lebt mit ihrer Mutter am Waldrand und versucht dem schleichenden Prozess der Zerstörung etwas entgegenzusetzen, indem sie das Aussterben der Vögel dokumentiert. In einem Stream beobachtet sie ihre Mitschülerin Maja und deren Schwester Merle, die auf der benachbarten Lichtung Festplatten in die Luft jagen. Maja ist die Tochter zweier Momfluencerinnen, die versucht, die Erinnerungen an eine öffentliche Kindheit auszulöschen. Während Era Notizbücher führt, Zeichnungen anfertigt und all das Wissen, auf das sie Zugriff hat, zu ordnen versucht, bildet Maja eine zerstörerische Gegenkraft. Dennoch sind Era und Maja verbunden in ihrer Suche nach Intimität und analogen Reizen. Während die Turteltaube ausstirbt, verlieben die beiden sich ineinander. Aber nicht nur die Vögel sind bedroht: Als ein großflächiger Brand den Wald zerstört, verlieren auch die Mädchen einen bedeutenden Teil ihres Lebensraums.
Souverän und klug überzeugt Sironic mit einer neuen literarischen Stimme.
»Eine wilde, witzige, weise Expedition in unsere Zukunft.« Julia von Lucadou, Autorin von Die Hochhausspringerin
»Ein dichtes und vielschichtiges Debüt, dessen rund 200 Seiten in Nullkommanichts weg gelesen sind, aber umso länger nachhallen und zum Nachdenken anregen.« Alexandra Friedrich, NDR
»Unruhig, einfallsreich, konfliktfreudig und komisch hält uns dieses Buch durch seine Geistesgegenwart bis zur letzten Seite in Atem.« Jury des Deutschen Buchpreises 2025
Book Information
Author Description
Fiona Sironic (*1995 in Neuss) studierte Sprachkunst, Kreatives Schreiben und Gender Studies in Hildesheim und Wien, wo sie inzwischen als freie Schriftstellerin lebt. Sie gibt außerdem Workshops und beschäftigt sich in ihrem journalistischen Schreiben mit digitalen Spielen. Für ihre literarischen Texte erhielt Sironic diverse Preise, Stipendien und Nominierungen. Sie war beispielsweise nominiert für den Wortmeldungen Förderpreis, gewann den Open Mike 2019 und erhielt sowohl das Arbeits- als auch das Startstipendium des BMKÖS, war außerdem Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses und der Kölner Schmiede und erhielt im Rahmen des Deutschen Preises für Nature Writing 2024 eines der Werkstatt-Stipendien für einen Auszug aus ihrem Debütroman. Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025.
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Nicht so meins, trotzdem wichtig
Das war mein erstes Buch der Autorin und ich war sehr gespannt darauf, es zu lesen: Wir befinden uns in einer fiktiven, aber erschreckend realitätsnahen Zukunft. Era lebt mit ihrer Mutter am Waldrand und der Wald brennt… Während Era dokumentiert, welche Vögel aussterben, sind da noch die Schwestern Maja und Merle - traumatisierte durch öffentliches aufwachsen, denn ihre Mütter sind Influencer. Ehrlich gesagt, muss man das Buch tatsächlich selbst lesen, um es irgendwie greifen zu können, es ist sehr ungewöhnlich geschrieben und obwohl alles vorkommt, was im Klappentext erwähnt wird, ist es auf jeden Fall sehr viel mehr. Die aufgegriffenen Themen sind wichtig, sei es die Zerstörung der Erde, Artensterben, Übermacht des Internets, queerness, so so viel kommt in dieser Geschichte zur Sprache. Era und Maja, die beiden Protagonistinnen, blieben für mich nicht greifbar und deshalb konnte ich keine richtige Beziehung zu ihnen aufbauen. Finde es wichtig, regelmäßig außerhalb der eigenen Komfortzone zu lesen, da lernt man einiges dazu und kann diese so auch erweitern. Deshalb habe ich nicht bereut, das Buch gelesen zu haben, auch wenn es meinen persönlichen Geschmack nicht getroffen hat. In jedem Fall bietet es viele Gedankenanstösse. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 3/5⭐️⭐️⭐️

𝘈𝘮 𝘚𝘢𝘮𝘴𝘵𝘢𝘨 𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘔𝘢̈𝘥𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘯 𝘞𝘢𝘭𝘥 𝘶𝘯𝘥 𝘫𝘢𝘨𝘦𝘯 𝘚𝘢𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘓𝘶𝘧𝘵 ist zweifellos ein mutiges Buch mit einer klaren Haltung und einer unverwechselbaren Stimme. Aber es überzeugt nicht auf ganzer Linie.
💥 𝘔𝘪𝘵 𝘥𝘦𝘮 𝘞𝘢𝘭𝘥 𝘴𝘤𝘩𝘳𝘶𝘮𝘱𝘧𝘵 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘬𝘰𝘯𝘬𝘳𝘦𝘵 𝘦𝘳𝘧𝘢𝘩𝘳𝘣𝘢𝘳𝘦 𝘞𝘦𝘭𝘵, 𝘸𝘢̈𝘩𝘳𝘦𝘯𝘥 𝘥𝘢𝘴 𝘉𝘦𝘸𝘶𝘴𝘴𝘵𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘧𝘶̈𝘳 𝘦𝘪𝘯𝘦, 𝘥𝘪𝘦 𝘷𝘪𝘦𝘭𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘪𝘳𝘨𝘦𝘯𝘥𝘸𝘰 𝘥𝘢𝘩𝘪𝘯𝘵𝘦𝘳 𝘭𝘪𝘦𝘨𝘵, 𝘴𝘤𝘩𝘰𝘯 𝘥𝘢 𝘪𝘴𝘵. 𝘐𝘤𝘩 𝘩𝘢𝘣𝘦 𝘴𝘪𝘦 𝘯𝘶𝘳 𝘯𝘰𝘤𝘩 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘨𝘦𝘴𝘦𝘩𝘦𝘯. ⁽ᵁᴺᴮᴱᶻᴬᴴᴸᵀᴱ ᵂᴱᴿᴮᵁᴺᴳ ⁻ ˢᴱᴸᴮˢᵀᴷᴬᵁᶠ⁾ 💭 Schon der Titel schreit förmlich danach, gelesen zu werden – wild, provokant und ungewöhnlich. Und genau das verspricht auch der Inhalt: eine Geschichte über junge Mädchen, die sich gegen das Enge ihrer Welt auflehnen, mit Trotz, Wut und Explosionen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Fiona Sironic gelingt es, eine kraftvolle Stimmung aufzubauen. Die Sprache ist roh, poetisch, manchmal fast fiebrig – und transportiert sehr eindringlich das Lebensgefühl ihrer Protagonistinnen. Diese Mädchen wollen nicht erklären, sie wollen schreien, kämpfen, sich Luft machen. Ihre Wut, ihr inneres Brodeln sind spürbar und prägen jede Seite. Doch so sehr der Stil beeindruckt, er kann auf Dauer auch ermüden. So stark der Einstieg auch ist, das Buch konnte mich nicht ganz abholen. Es ist, als würde mir etwas entgleiten – schwer zu fassen, aber deutlich spürbar. Vielleicht liegt es daran, dass sich der Text zu sehr auf Atmosphäre verlässt. Was anfangs kraftvoll wirkt, beginnt sich mit der Zeit zu wiederholen. Der fragmentarische Stil, der zu Beginn als Ausdruck jugendlicher Unruhe funktioniert, wird im Verlauf zu einer Distanz, die schwer zu durchdringen ist. 𝘈𝘮 𝘚𝘢𝘮𝘴𝘵𝘢𝘨 𝘨𝘦𝘩𝘦𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘔𝘢̈𝘥𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘯 𝘞𝘢𝘭𝘥 𝘶𝘯𝘥 𝘫𝘢𝘨𝘦𝘯 𝘚𝘢𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘪𝘦 𝘓𝘶𝘧𝘵 ist zweifellos ein mutiges Buch mit einer klaren Haltung und einer unverwechselbaren Stimme. Aber es überzeugt nicht auf ganzer Linie. Wer sprachliche Experimente und dichte Atmosphäre mag, wird hier sicherlich etwas finden. ⭐️⭐️⭐️☆☆,₅ 𝘌𝘴 𝘨𝘪𝘣𝘵 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦𝘯 𝘴𝘦𝘭𝘵𝘴𝘢𝘮𝘦𝘯 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘩𝘢𝘭𝘭 𝘢𝘯 𝘫𝘦𝘥𝘦𝘮 𝘚𝘢𝘮𝘴𝘵𝘢𝘨. 𝘌𝘪𝘯 𝘒𝘯𝘢𝘭𝘭. 𝘌𝘪𝘯 𝘌𝘤𝘩𝘰: 𝘐𝘤𝘩 𝘩𝘰̈𝘳𝘦 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘯 𝘻𝘸𝘦𝘪𝘵𝘦𝘯, 𝘬𝘭𝘦𝘪𝘯𝘦𝘳𝘦𝘯 𝘒𝘯𝘢𝘭𝘭.

Eine bedrückende Dystoppie über den Klimawandel
Die Icherzählerin lebt in einer fiktiven Welt in der 2. Hälfte des 21. Jahrhunderts, in der es durch den Klimawandel zu einem großen Artensterben gekommen ist und Waldbrände infolge von Dürre die Lebensräume immer mehr bedrohen. Bei einem Streifzug im Wald lernt die Icherzählerin, die beiden Mädchen Maja und Merle kennen, die von ihren beiden Müttern als Social Media Stars in ihrer frühen Kindheit ausgebeutet wurden. Mittels Explosionen versuchen diese Mädchen das Datenmaterial aus dieser Zeit Stück für Stück zu zerstören. Fiona Sironics Roman Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft steht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025. Der Roman ist ein Dystopie, die tief unter die Haut geht und durchaus auf den Leser verstörend wirkt. Das kurze Buch liest sich aber nicht flüssig am Stück, ich musste es immer wieder nach 20 bis 30 Seiten weglegen. Wer Dystopien mag, dem kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Freunde von Pageturnern werden eventuell keinen puren Lesegenuss haben.
Was man glaubt gleich zu lesen und was man dann tatsächlich liest sind wahrlich zwei Paar Schuhe.
Wenn man glaubt hier reinen Feminismus zu finden. I'm sorry 🤷wir finden uns wieder in einer Zukunfts Version der Erde welche kurz vor dem Kollaps steht. Was das ganze ausgelöst hat, kann man anhand der Ereignisse und Beschreibungen nur erahnen. Klima Krise hätte ich gesagt. Aber es geht darum des es immer Hoffnung gibt, in allem Schrecklichen. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig man braucht bis man vor allem checkt keine Männer und alle Nebendarsteller nur Geschlechtsneutral. Sonst kurzweilig und ein abruptes Ende. Auch das wir immer zwischen Vergangenheit und Gegenwart springen braucht seine Zeit.
Erschreckend realitätsnahe und doch fiktive Welt🌍
Fiona Sironics Schreibstil ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Sie springt von kurzen 5-Wort-Sätzen zu Sätzen, die mal über sieben Zeilen lang werden können. Hat man sich jedoch erst einmal an den Schreibstil gewöhnt, zeichnet sie eine erschreckende Dystopie, in der der Klimawandel die Verhältnisse über den Kopf geworfen hat und Influencer*innen ihre Kinder für Fame ausbeuten. Inmitten dieses Chaos lernen sich die Teenager Maja und Era kennen und verlieben sich ineinander. Das Buch wird vermutlich aufgrund des Sprachsstils nicht jedem gefallen, aber sie regt auf jeden Fall dazu an, länger über Gesellschaftsthemen nachzudenken.
Das Buch spielt in einer nahen Zukunft nach den Folgen des Klimawandels. Era dokumentiert das Verschwinden der Natur, während Maja, geprägt von einer oberflächlichen Influencer-Welt, eher zerstörerisch mit allem umgeht. Zwischen den beiden entsteht eine besondere Verbindung. Die Idee fand ich sehr spannend, aber leider hat mich das Buch etwas enttäuscht. Irgendwie hat es mich nie so richtig gepackt.
Ungewöhnliche, spannende und atmosphärische Dystopie!
Era beobachtet Maja und Merle schon länger. Die Schwestern sind Töchter eines berühmten Influencer-Duos und sprengen in ihrer Freizeit Dinge in die Luft und streamen dies. Bald wird Era in ihre Aktivitäten einbezogen. Um die Mädchen spitzen sich die Klimakatastrophen zu- Wälder brennen, Tierarten sterben aus, die Luft wird gefährlich - und auch die persönliche Lage ihrer Familie wird immer prekärer: bald sind Wohnraum und Essen knapp. Und es zeigt sich, dass die Mädchen unterschiedliche Ziele verfolgen. Mir hat diese Dystopie sehr gefallen. Sie ist ungewöhnlich und eindrücklich. Der Schreibstil braucht etwas Gewöhnung. Ich fand ihn aber besonders und sehr passend.
Fesselnde Endzeitstimmung die schon beinahe zu greifbar ist. Gesamt: ⭐️ 5/5 Spannung: 📈 5/5 Charaktere: 👤 5/5 Schreibstil: 🖊️ 5/5 Ende: 📗 5/5 Anzeige | Rezensionsexemplar über NetgalleyDE
In Fiona Sironics Roman 'Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft' geht es um die 16-Jährige Era, die in einer nicht all zu weit entfernten Zukunft, versucht dem schleichenden Prozess der weltlichen Zerstörung durch die Dokumentation aussterbender Vogelarten etwas entgegenzusetzen. Währenddessen verliebt Era sich in Maja, die auf einer Waldlichtung Festplatten sprengt um die Erinnerungen ihrer öffentlichen Kindheit auszulöschen. Die Autorin skizziert dabei auf gelungen Art eine normalisierende Endzeitstimmung. Unaufhaltsam und verursacht durch zuvor gescheiterte Generationen. Das Buch thematisiert dabei die Lebensrealität zweier Jugendliche, bestimmt durch ein kollabierendes Ökosystem, Klimakatastrophen, den Höhepunkt sozialer Ungleichheit und den Konsequenzen des Internets. Es geht aber auch um Radikalisierung, Resignation und um das erste mal Verliebtsein. Fiona Sironic hat es geschafft, die Probleme unserer Zeit nur so leicht zu überspitzen, dass sie eine glaubwürdigen und greifbaren Blick in unsere nahende Zukunft erlauben. Das Buch ist daher in seiner Thematik sehr bedrückend, durch Sironics gelungenen Humor und den Blickwinkel einer heranwachsenden Person, dennoch unglaublich unterhaltsam. Durch ihren Schreibstil, den ich als bildhaft und doch prägnant bezeichnen würde, sowie die eher schlanken 208 Seiten, lässt sich das Buch kontinuierlich und schnell durchlesen. Somit eigenen es sich besonders gut als eine kurzweilige Lektüre für zwischendurch. Ich persönlich bin mit relativ hohen Ansprüchen an das Buch gegangen. Nicht zuletzt durch die vielen positiven Rezensionen und der Nominierung für die Longlist des Deutschen Buchpreise 2025. Dennoch wusste ich nicht zurecht was genau mich erwartet. In die Geschichte bin ich aber blitzschnell eingestiegen und konnten von Anfang an mit den Hauptprotagonistinnen sympathisieren. Insbesondere der Kontrast zwischen Era & Majas jeweiligen Bewältigungsstrategien empfand ich als besonders gelungen. Auch die Charakterisierung der einzelnen Erwachsenen, zu denen sowohl die Mütter von Maja, als auch Eras Mutter und Tante zählen, sind ein voller Erfolg. Hierbei stach insbesondere heraus, dass alle Bezugspersonen in dem Buch ausschließlich weiblich sind und wir daher auch ausschließlich weibliche Perspektiven erleben, was das Buch zusätzlich zu einem feministischen Meisterstück macht. Auch wenn das Ende de Buches die Geschichte stimmungsvoll abrundet, bleibt die offensichtliche Mahnung lange im Kopf. Zusammenfassend lässt es sich nicht anders sagen, als das dieses Buch für mich ein allumfassender 5-Sterne-Read war und nicht grundlos auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2025 steht. Das Buch geht über einfache Unterhaltung hinaus, bewegt etwas bei den Lesenden und klingt auch noch anschließend lange nach. Für mich persönliche, eine Leseempfehlung für Jede*n!
Ich habe für das Buch einige Anläufe und viel Konzentration gebraucht, es war nichts zum schnellen Weglesen. Es ist aber ein spannendes und außergewöhnliches Buch, das eine Dystopie etwa im Zeitalter unserer erwachsenen Kinder beschreibt, also nicht in ferner Zukunft. Die Geschichte schwankt die ganze Zeit zwischen einer im Text verankerten Distanziertheit, aber auch Nähe dadurch, dass alles doch auch denkbar und irgendwann realistisch erscheint. Inhaltlich dreht es sich um Klima (Waldbrände) und digitale Selbstbestimmung (aufbegehren gegen die Elterngeneration mit all ihrer digitalen Sichtbarkeit). Ein zentrales Motiv ist die Dokumentation des Aussterbens der Vogelarten.
Dystopie, die sehr realistisch ist (und das ist heftig!)
Der Titel vom Buch (zwar sehr lang) hat mich sofort gecatched! Es geht um Era und Maja. Majas Mütter sind bekannte Momfluencerinnen, die Majas gesamte Kindheit online auf Social Media geteilt und dokumentiert haben. Maja wird also überall erkannt und fühlt sich „nackt“. Allein das fand ich schon wahnsinnig spannend, denn das wird leider die Realität von vielen Kindern in den nächsten Jahren sein. Era dokumentiert das Artensterben. Ständig wird bekanntgegeben, dass schon wieder ein Tier ausgestorben ist. Gleichzeitig wird das Wetter immer heißer, es entstehen Waldbrände, Pandemien, Obst gibt es nicht mehr zu kaufen und Kinder kommen auch kaum mehr auf die Welt. Es ist ein sehr erschreckendes Szenario, gerade weil es einfach absolut realistisch erscheint. Habe es mit großem Interesse gelesen und habe viel über das Buch nachgedacht, auch wenn ich gerade nicht am Lesen war.

Bedrückend reale Dystopie - poetisch intellektuelle Sprache - komplex verwebte Themen
Fiona Sironics Debütroman „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ ist ein stilles, poetisches Buch über Wut, Verlust und die Suche nach Bedeutung in einer überreizten, digitalen Welt. Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Era, die in einer von Umweltzerstörung und Orientierungslosigkeit geprägten Gegenwart aufwächst. Als sie die Schwestern Maja und Merle entdeckt – Mädchen, die im Wald Dinge in die Luft sprengen, um Spuren der digitalen Vergangenheit zu löschen – wird Era Teil eines stillen Aufbegehrens gegen das Vergessen und die Überforderung ihrer Generation. Sironic verbindet zarte Sprache mit radikalen Bildern. Ihr Roman liest sich wie ein Tagebuch aus Fragmenten, poetisch und zugleich verstörend klar. Zwischen den Zeilen verhandelt sie Themen wie Klimaangst, Selbstbestimmung und die Sehnsucht nach echter Verbindung in einer Welt, die ständig sendet, aber selten zuhört. Die aufkeimende Beziehung zwischen Era und Maja bringt eine berührende, queere Dimension ins Spiel – ein Gefühl von Nähe und Identität inmitten der Leere. Besonders eindrucksvoll ist die Atmosphäre: der Wald als Rückzugsort und zugleich als bedrohte Welt. Das Sprengen wird zum Symbol – für Befreiung, Zerstörung und vielleicht auch für das Erwachsenwerden selbst. Thematisch arbeitet der Roman mit starken Gegensätzen: Zerstörung vs. Erhalt, Digitales vs. Analoges, Privatheit vs. Öffentlichkeit und Widerstand vs. Resignation. Der Text ist in Ich-Form gehalten, fragmentarisch und poetisch, eine Mischung aus Umweltkritik, Medienreflexion und Coming-of-Age Bedrückend, wie real sich diese Welt anfühlt, sie ist fast greifbar. Das Buch lässt mich gespalten zurück, zeitweise hat es mich in den Bann gezogen, zeitweise durch die sehr anspruchsvolle poetische Sprache sowie den Wiederholungen verloren. Mir fehlt Tiefe in den Figuren, was aber auch als Stilelement der Autorin verstanden werden kann.
Der Titel ist sensationell gut, das Buch kann die dadurch geweckten Erwartungen leider nicht vollständig erfüllen. Jedenfalls für mich nicht. Klar, die Themen sind super wichtig und der Ausblick in diese - wohl gar nicht mehr so sehr entfernte Zukunft - ist beängstigend und verstörend. Aber der letzte Funken ist bei mir irgendwie nicht übergesprungen.
Allein der Titel macht schon neugierig und die Geschichte konnte mich überzeugen. Wir erleben hier eine dystopische Welt in nicht allzu ferner Zukunft und der Titel ist Programm. Wut, Perspektivlosigkeit und Unzufriedenheit machen sich buchstäblich Luft. Erschreckend war für mich, dass ich direkt Bilder im Kopf zu den Szenarien hatte und mir auch durchaus vorstellen kann, dass es ähnlich ablaufen könnte. Viele interessante Themen die hier aufkommen und sich in unserer Zeit bereits anbahnen. Neben Klimawandel, Umweltkatastrophen u. Ä. geht es auch um die Verletzung von Persönlichkeitsrechten, wie hier durch sog. ' mom influencerinnen' die ihr Kind digital vermarkten. Insgesamt eine gute Geschichte mit unerwartetem Schluss, die ich nur schwer zusammen fassen kann, merke jch gerade. (Auffallend finde ich, dass in der Geschichte ausschließlich Mädchen/ Frauen vorkommen. )
Ausgelöschte Vergangenheit
Era ist 15 und lebt in einer Welt voller Hitze, Waldbränden, Artensterben, rationiertem Wasser und zu wenig Lebensraum für die Menschen, der noch bewohnbar ist. Doch in ihrer Welt lebt auch Maja, Maja die mit ihrer Schwester Merle Dinge in die Luft jagt (was man halt am Samstag so macht). Die beiden verlieben sich, obwohl Era versucht all die Erinnerungen an ihre geliebten ausgestorbenen Vögel zu erhalten und Maja die komplette digitale Vergangenheit unwiderruflich auslöschen will. Die emotionale Katastrophe ist hier also vorprogrammiert. Es ist eine besondere Art der Dystopie, weil sie leider gar nicht so unwahrscheinlich und weit weg scheint, wie es eine Dystopie eigentlich sollte. Der Klimawandel und das Massensterben sind daher zentrale Themen des Romans. Das andere ist der Umgang mit unseren Daten und die Selbstbestimmung, die damit einher geht. Welches digitale Erbe von uns soll die Zeit überdauern? Was soll die Nachwelt von uns sehen? Welche Informationen im Internet sind wichtig für die Gemeinschaft? Und was macht es besonders mit Kindern, wenn diese viel zu schnell in der Öffentlichkeit der sozialen Medien stehen? Es sind zentrale Fragen, die sich unsere Generation stellen sollte und dieses Buch hilft, sie zu stellen und eine eigene Meinung zu haben. Der Ton ist dabei kurz und prägnant, abgehackt und fast ein bisschen kühl. So wird die Zerrissenheit der Beiden gut dargestellt, die lebensbedrohend Umstände, das permanente Bereitsein zur Flucht vor dem Nächsten Feuer. Doch dadurch entwickelte sich für mich auch eine emotionale Distanz zu den Protagonistinnen. Trotzdem ein lesenswerter Roman über die Suche nach Hoffnung, in einer Zukunft, in der vieles aussichtslos erscheint.
Was für ein besonderes Buch!
Die Geschichte um Era, Maja und Merle hat mich direkt gefesselt! Ich habe das Buch an einem Nachmittag gelesen und konnte es nicht aus der Hand legen. Kurz zum Inhalt: Wir befinden uns in einer Welt der Klimakatastrophe, geprägt durch Waldbrände, Überschwemmungen und Extremwetterereignisse. Das Internet hat sich verändert seit den Early-Internet -Zeiten der großen Influencerinnen und Influencer - was bleibt, sind Menschen, die um ihr Überleben und das Recht auf Vergessen kämpfen: Als Influencerinnentochter möchte Maja ihre digitalen Spuren beseitigen, als Hobbyornothologin kämpft Era gegen das eigene Aussterben und das Vergessen verschwindender Tierarten. Und dann gibt es Explosionen, in deren Nachhall sich die beiden jungen Frauen begegnen. Was für ein ungewöhnlicher, stilistisch wunderbarer Roman. Die präapokalyptische Zivilisation, die kurz vorm Kollaps steht, ist so atmosphärisch erzählt, dass ich ganz darin versunken bin. Ich liebe solche Bücher!
Gesellschaftskritische Relevanz
Als ich im Sommer in Südfrankreich im Urlaub war, hat mir alles richtig gut gefallen – bis auf eines: ständig brannte es irgendwo in der Nähe. Viele Menschen verloren ihre Häuser. An so etwas kann man sich nicht gewöhnen, doch für die Einwohner der kleinen Orte rund um Narbonne gehört diese Gefahr zum Alltag. Ich habe mich oft gefragt, ob der Klimawandel mich irgendwann damit auch in meiner Heimat konfrontieren wird. In der dystopischen Gegenwart von Era ist die Gefahr ständiger Waldbrände real geworden. Sie führt zu einer hohen Arbeitslosenquote und extremer Wohnungsnot. Die allgegenwärtige und durch große Hitze ausgelöste Feuergefahr ist unberechenbar und verleiten ihre überforderte Mutter dazu einen feuersicheren Safe anzuschaffen, damit sie die Dinge, die ihr wichtig sind, darin lagern und vor plötzlich Feuer schützen kann. Sie legt ihre Aufzeichnungen über ausgestorbene Tiere, insbesondere Vogelarten hinein. Die Tiere sind schon lange, verschwunden und täglich kommen neue hinzu. Die Dokumentationen aber können nun alles überleben. Doch Era hat noch eine andere Leidenschaft, Maja! Sie beobachtet wie diese mit ihrer jüngeren Schwester Merle im Wald Festplatten mit Datenmaterial in die Luft jagt und das ganze Live streamt. Auf den Datenträger finden sich Aufzeichnungen aus dem Lebens von Maja und Merle. Beide sind die Töchter eines Influencerinnen Ehepaar, das sein Leben professionell vermarktet und damit zu großem Reichtum geraten sind. Sie leben in schierem Luxus, doch vieles ist, wie man sich denken kann, mehr Schein als Sein. Maja lehnt sich dagegen auf. Sie weigert sich nicht nur Teil dieser Daily Vlogs zu sein, sondern möchte auch jegliches gespeicherte Datenmaterial vernichten. Die beiden verlieben sich ineinander. Es entsteht eine Beziehung, ganz zart, doch auch sehr fragil. Die zerstörerische Lebensrealität macht es ihnen nicht leicht gut zueinander zu sein. Sironic hat ihr Werk mit Figuren gefüllt, die anders sind. Sie strampeln gegen Vernichtung an, und die Kraft, die sie dafür aufbringen müssen, ist förmlich spürbar. Beeindruckend fand ich auch die Darstellung von Merle, die den großen Knall braucht, um sich selbst erden zu können. Das Thema der mangelnde Privatsphäre von Kindern, die sich nun gegen ihre Eltern auflehnen, die alles von Ihnen ungefragt der Öffentlichkeit preisgeben, wird in Zukunft noch Gerichte beschäftigen. Denn Kinder haben ein Recht an ihrem Bild. Und auch wenn Eltern dieses Recht stellvertretend wahrnehmen, bedeutet das nicht, dass sie unverantwortlich handeln dürfen. Sie müssen immer das Interesse der Kinder im Auge haben. Ich kenne nicht wenige, die aus voller Überzeugung ihre Kinder im Netz zeigen (auch hier in unserer Buch Bubble) , und sie damit der Bewertung durch Ihnen völlig fremde Personen ausliefern. Dabei spielt es keine Rolle, dass das Geld und Klicks generiert und die Kinder vielleicht sogar fröhlich in die Kamera lächeln. An Maja ist eindrücklich dargestellt in welche Richtung es kippen kann, wenn sich der Verstand zur Gänze entwickelt und man alt genug ist sich seines Lebens selbst zu ermächtigen. Die Sprache, die die Autorin anwendet, hat es mir nicht leicht gemacht. Sie ist gleichzeitig frisch und modern, doch auch sperrig. Ich hatte große Probleme, mich in die Gedanken der Protagonistinnen einzufühlen. Sironic versucht scheinbar ihren eigenen Stil als Markenzeichen zu etablieren. Sie benutzt zum Beispiel des Öfteren „ /„ statt dem Wort „Oder“ und nennt die Mutter, der ich Erzählerin Era Mama (ohne Artikel) während Eras Tante immer als „die Tante“ genannt wird. Ohne diese gewöhnungsbedürftigen Stilmittel wäre der Plot genauso gut konstruiert. Insgesamt hatte ich aber nicht das Gefühl eines glatten Leserflusses, und das hat mir den Inhalt schwerer zugänglich gemacht. Ich kann durchaus nachvollziehen, warum die Jury das Buch auf die Shortlist gesetzt hat, ist es doch mit einem gesellschaftskritischen Thema gefüllt und in experimentellem sprachlichen Gewand gekleidet. Ich empfehle das Buch allen, die etwas Neues ausprobieren möchten und bereit sind, sich auf neue sprachliche Finessen einzulassen. Als Kinderschutzbeauftragte und Multiplikatoren für Partizipation von Kindern und Jugendlichen kann ich nur einmal mehr sagen: Kinder aus dem Netz!
Ich greife selten zu Dystopien. Häufig machen mir die Entwicklungen der Gegenwart bereits zur Genüge Angst. Bei diesem Shortlist nominierten Buch bin ich allerdings froh, eine Ausnahme gemacht zu haben. Wir begleiten Era im Rahmen der alternativen Coming Off Age Geschichte durch ihren Alltag in einer von Klimawandel und Digitalisierung gezeichneten Zukunft. Es geht um den Verlust der Privatsphäre im Kindesalter, um Klassenunterschiede, um Streben nach Erhalt und Zerstörung, um die erste Liebe und um den Verlust von Lebensraum für die Natur und den Menschen. Das Beängstigende: aktuelle Gegebenheiten werden wie beiläufig als kausaler Ausgangspunkt für die in der Dystopie herrschenden Zustände genannt und all das klingt verdammt schlüssig. Einer meiner Top3 Favoriten für das Rennen um den Deutschen Buchpreis. Einen halben Bonusstern gibt es für den grandiosen Titel 🔥
In dieser Dystopie, die zeitlich ungefähr 2040/2050 angesiedelt ist, ist der Klimawandel weit fortgeschritten, die Aktivist*innen der letzten Generation inzwischen erwachsen und resigniert. Die Kinder der letzten Generation haben ihre ganz eigenen Probleme. Nicht wenige von ihnen wurden von ihren Eltern von klein auf im Internet vermarktet, die einstigen Momfluencerinnen stehen stark in der Kritik. Und während die einen versuchen, alle archivierten Daten zur eigenen Kindheit zu löschen, kämpfen alle ums Überleben in einer Welt, in der Platz, Nahrung und Wasser knapp ist und die Sommer unerträglich Die Geschichte ist so beklemmend wie gut erzählt, als Zeitstrahl dient das Aussterben einzelner Vogelarten, was die Katastrophe sehr greifbar macht. Ich hätte allerdings gerne mehr zu den einzelnen Charakteren erfahren, die blieben für mich leider hinter der Geschichte zurück. Trotzdem finde ich das Buch sehr lesenswert.
Es gibt so Bücher, da liest man den Titel oder sieht das Cover und sofort ist klar: Will ich haben. So auch geschehen mit „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“. Aber nicht nur der Titel, auch der Inhalt konnte mich überzeugen. Era ist 15, lebt mit ihrer Mutter abgeschieden an einem Waldrand. Eines Tages beobachtet sie Mia und ihre kleine Schwester Merle dabei, wie die beiden im Wald Dinge explodieren lassen. Mia und Era freunden sich an, empfinden bald mehr füreinander, aber die Beziehung leidet unter den Unterschiedlichkeiten und den äußeren Umständen. Denn während Era, in einer Welt die am Abgrund steht, versucht Dinge zu erhalten und zu dokumentieren, hat Mia den Drang alles zu zerstören, was an die Vergangenheit erinnert und löst somit eine Katastrophe für Era aus. - In Fiona Sironics dystopischen Roman rücken gleich zwei Themen massiv in den Vordergrund: zum einen der Klimawandel. Die Geschichte spielt in einer Welt, die vollkommen überhitzt ist, in der Wasser rationiert wird, die ein nie dagewesenes Artensterben zeigt, in der die meisten Menschen sich von Fertignahrumg in Pulverform ernähren, da frische Lebensmittel Mangelware sind und nur die Reichen sie sich leisten können. Der Klassenunterschied wird auch an anderen Stellen sichtbar… wer das nötige Kleingeld hat, lebt in klimatisierten Häusern mit Luftfiltern, alle anderen schwitzen, sterben reihenweise an Dehydration oder leiden unter dem geringen Sauerstoffgehalt der Luft. Auf der anderen Seite wird der Fokus auf die informationelle Selbstbestimmung gelegt. Am Beispiel von Mia wird gezeigt, wie es sich auf Kinder auswirken kann, wenn ihr Leben in der Öffentlichkeit stattfindet. Mia‘s Mütter sind bekannt Momfluencerinnen, verdienen damit ihren Lebensunterhalt, Mia‘s gesamte Kindheit lässt sich auf Plattformen verfolgen… Als sie in ein Alter kommt, wo sie beginnt die Ausmaße zu begreifen, entwickelt sie einen regelrechten Hass auf digitale Inhalte, womit auch ihre Zerstörungswut erklärt wird. Das Internet vergisst nicht… und auch wenn es das Internet, so wie wir es kennen, in der Form nicht mehr gibt, gibt es das Archiv. Riesengroße Serverfarmem, die sämtliche, je ins Netzt gestellte Inhalte, aufbewahren. Ein Szenario was leider gar nicht so weit weg ist. Während Mia gern alle digitalen Spuren beseitigen würde und sich ein vollkommen analoges Leben wünscht, stellt Era eine wunderbare Gegenspielerin dar. Sie will nicht vergessen, sie will dokumentieren, denn die Welt wird immer weniger, es gibt immer mehr Lebewesen und Sachen die verschwinden. Ich finde es ist der Autorin hier sehr gut gelungen die Pros und Kontras einer zunehmend digitalisierten Welt aufzuzeigen. Sprachlich ist es auf den Punkt. Mit kurzen, prägnanten Sätzen führt Sironic durch das Erzählte, versetzt die Lesenden direkt in Era‘s Kopf. Zu Anfang hatte ich ein bisschen ein Problem mit der teils unbeholfen und für eine 15jährige viel zu kindlichen Ausdrucksweise, aber man gewöhnt sich schnell dran und es passt sehr gut zu Era‘s Charakterzeichnung. In meinen Augen ist es sogar sehr passend, da es irgendwie die soziale Isolation und damit einhergehende eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit skizziert. Von mir gibt’s eine klare Empfehlung.
Es geht um Era, sie ist 15 und lebt mit ihrer Mutter am Waldrand. Und es geht um die Geschwister Maja und Merle. Maja und Merle sind die Töchter zwei Influencerinnen. Die auch ihre Töchter in die Kamera halten und hielten. Era beobachtet im Internet Mädchen die Samstags in den Wald gehen und Sachen während eines Live Streams in die Luft jagen. Era, Maja und Merle gehen gemeinsam auf eine Schule. Die Geschichte spielt in einer nicht unwahrscheinlichen dystopischen Zukunft. Klimawandel und Artensterben spielen eine Rolle. Das Erwachsenwerden in einer Welt die immer mehr kaputt geht wird ebenso thematisiert wie auch die erste Liebe. Die Autorin erzählt völlig selbstverständlich von einer queeren Lieben und führt den Lesenden unerbittlich vor Augen, was mit der Erde passieren wird, wenn die Menschheit weiterhin so handelt wie es im Jahr 2025 der Fall ist. Mich hat die Geschichte völlig in ihren Bann gezogen. Die Erzählerin Era ist zwar noch sehr jung aber in der Welt in der sie aufwächst ist sie gezwungen schneller erwachsen zu werden und das kommt sehr glaubwürdig rüber. Ich habe Maja und Era sehr gefühlt und das Ende hat mich sehr überzeugt, mit einem minimalen Abzug. Aber das würde jetzt natürlich massiv spoilern. Nach dem lesen des Buchs hab ich auch das sehr merkwürdige Cover verstanden. Es passt perfekt zu einem wichtigen Aspekt des Buchs. Aber naja, lasst euch davon nicht abschrecken. Der Inhalt ist echt grandios.
Gemischte Gefühle
Ich war durch das Hörbuch gut unterhalten (super vorgelesen!), aber die Welt war einfach nicht gut ausgearbeitet. Ständig erklärt die Protagonistin, was normal ist in ihrer Gegenwart im Vergleich zu der Kindheit ihrer Mutter (unsere jetzige Gegenwart). Wenn man aber bedenkt, dass die Protagonistin eigentlich nur für sich aufschreibt, wie sie die beiden Schwestern kennengelernte, ist es schon sehr abwegig, dass sie sich notiert, was normal ist. Checkt ihr was ich meine? Würde ich jetzt für mich aufschreiben, wie ich meinen Partner kennengelernt habe, erwähne ich doch nicht, dass es heutzutage normal ist Ubahn zu fahren und durch Insta zu scrollen, weil - duh I know!!! Die Protagonistin weiß ja nicht, dass sie ein fiktionaler Charakter in einer dystopischen Welt ist.... Naja, oder ich habe etwas nicht gecheckt. Dann sagt mir das gern :D
Die Realität von Jugendlichen spielt sich zukünftig zwischen überhitzten Asphaltflächen und Streams, die wiederkehrende Waldbrände broadcasten, ab. Dazu verliebt sich die Erzählerin in ein Mädchen, das die Kontrolle über die Zerstörung zu erlangen versucht, indem sie die Explosionen selbst in die Hand nimmt. Hängen bleibt, dass die dystopische Zukunft, die die Autorin zeichnet, erschreckend einfach vorzustellen ist.

Era lebt in unserer Zukunft, die von Waldbränden und Artensterben geprägt ist. Wie ist es in einer Zeit, in der Vergänglichkeit so präsent ist? In der wir gleichzeitig so viel Wert auf unsere Performance in Online-Foren legen, während die Welt langsam vor sich hin stirbt? Diese Frage müssen wir uns stellen, denn diese Dystopie scheint leider nicht allzuweit in der Ferne zu liegen. Mit erschreckend kaltem Ton schreibt die Autorin von Mom-Influencern, ausgestopften, lang verstorbenen Tieren in Naturkundemuseen und Waldbränden, die unser Hab und Gut mit sich reißen. Wird das unsere Zukunft sein?
Wie es werden könnte...
Vögel sterben aus, Wälder brennen, und mittendrin entsteht eine vorsichtige Liebe, die zum Scheitern verurteilt ist. Es werden Themen wie der Einfluss auf unsere Daten und ihre Verwaltung, der Einfluß von Vermögen auf unser Leben, der Rückblick auf eine vergangene Welt beleuchtet. Sehr düster und doch mit viel Wärme geschrieben. "Der Sommer ist vorbei, und das Laub fällt jetzt aus einem anderen Grund ab als wegen der normalen Trockenheit. Das Jahr wird bald enden. "
Packend geschrieben, jung und dynamisch. Spannendes Thema- Folgen von Verhalten sog.Momfluencer Contentcreator*innen, die durch die Verbreitung von Videos ihrer Kinder Geld verdienen. Hier aus Sicht der Kinder- welche Rebellion ist Ihnen überhaupt möglich? Zum ende hin leider etwas schwächer, bzw bin ich da ausgestiegen, aber in weiten Teilen spannende Umsetzung, auch sprachlich fand ich es ansprechend.
Was für ein Titel...
und was für eine tolle Geschichte. Alles in allem fand ich die Story sehr spannend, wenn auch sehr erschreckend nah an der Realität. Hatte am Anfang ein wenig Probleme um mich richtig auf die Geschichte einzulassen. Das Buch bleibt im Gedächtnis, regt noch lange nachdem man es beendet hat zum Nachdenken an.
Vorweg: Lasst euch nicht von den etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil abhalten, dieses Buch zu lesen. Erstens gewöhnt man sich schnell daran. Zweitens passt der Stil zur Hauptprotagonistin. Die Geschichte spielt in einer Zukunft, die leider nach heutiger Sicht, gar nicht so unwahrscheinlich ist. Eine Welt, die unter anderem durch die Klimakrise, Artensterben und Mamainfluencer geprägt ist. Ein starkes Buch, was nachdenklich und auch traurig stimmt.
Ein Buch, welches wichtige Themen behandelt aber…
…leider nicht gut umgesetzt sind. Dieses Buch mit dem längsten Titel, dem man sich vorstellen kann behandelt unter anderem den Klimawandel und die Auswirkungen von dem Zeigen seiner Kinder im Internet. Beides Themen, die uns jetzt schon betreffen und auch wichtig sind. Ich bin leider absolut nicht mit dem Schreibstil klargekommen. Es war teilweise sehr anstrengend dieses Buch zu lesen. Für mich waren die Sätze sehr abgehakt formuliert, sodass ich sie öfter lesen musste. Die Protagonisten waren mir zu oberflächlich beschrieben worden, zum Ende hin waren sie mir relativ egal. Ist sehr schade, denn ich war extrem gehyped auf dieses Buch 🥺🤷🏻♀️
Leider hat mich das Buch nicht erreicht
Die Bücher auf der Short List 2025 könnten unterschiedlicher nicht sein! Dieses sticht besonders durch seinen Titel heraus! Ich war super gespannt was mich erwarten würde! Era ist 15 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter am Waldrand. Era erlebt der den Verschleiß der Natur am lebendigen Leibe. Irgendwann entdeckt sie auf einem Stream die beiden Mädchen Maja und Merle, die super gerne Dinge in die Luft sprengen. Puh, tatsächlich hab ich bisher nur wenige Bücher abgebrochen. Aber dieses hier war absolut gar nicht mein Fall. Die Thematik und auch der Titel bekommen von mir jeweils einen Stern, das war’s dann aber auch schon. Ich bin nicht in die Geschichte reingekommen. Es war echt sehr zäh und langweilig. Also wie schon erwähnt, gefällt mir die Idee! Auch wenn es ein katastrophaler Ausblick in die Zukunft ist. Die Möchtegern coole Sprache, die komische Schreibweise und der fehlende Spannungsbogen haben aber leider dazu geführt das ich das Buch letztendlich abbrechen musste!
Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft von Fiona Sironic Fiona Sironics Roman behandelt wichtige und hochaktuelle Themen – von jugendlicher Wut über weibliche Selbstermächtigung bis hin zu gesellschaftlicher Ohnmacht und Protest. Genau diese inhaltliche Relevanz hat mich auch sehr angesprochen und neugierig auf das Buch gemacht. Leider konnte mich die Umsetzung jedoch nicht überzeugen. Der Schreibstil war für mich sehr abgehackt, fast fragmentarisch, was es mir unglaublich schwer gemacht hat, in die Geschichte hineinzufinden. Ich habe lange gebraucht, um das Buch zu lesen – nicht, weil es zu komplex gewesen wäre, sondern weil ich mich sprachlich immer wieder daran gestoßen habe. Es hat sich vieles eher wie Skizzen als wie ausgearbeitete Szenen angefühlt. Trotz der Dringlichkeit der behandelten Themen blieb die Erzählweise für mich überraschend oberflächlich. Ich hatte das Gefühl, dass vieles nur angerissen, aber nicht wirklich vertieft wurde – als würde das Buch mehr andeuten wollen, als es tatsächlich erzählt.
Einfühlsam und düster
Wie wächst man auf in einer Welt voller Waldbrände, Artensterben und Momfluencerinnen? Diese Geschichte ist uns wirklich nicht so fern ... Die Mischung aus Dystopie, Coming-of-Age, Queer Romance und Gesellschaftskritik ist für mich in diesem Buch gelungen. Besonders angenehm fand ich, dass in der Geschichte fast nur Frauen vorkamen. Allein der Sprachstil war für mich anfangs herausfordernd, aber letztendlich auch sehr passend zum Buch.
Ich fand das Buch gut. Ich mochte, wie sich alles immer weiter zuspitzte, mochte, dass es eine Dystopie war — aber keine, die weit in der Zukunft liegt sondern leider um die Ecke stehen kann, wenn wir nicht jetzt endlich auf die Bremse drücken. Die Art, wie das Buch erzählt wurde, mochte ich auch sehr. Ehrlich gesagt, fand ich den "Momfluencer" Aspekt, der immer wieder vorgeholt wurde, ziemlich unnötig. Er hat mMn nicht wirklich zur Handlung beigetragen, ich vermute, dass Maja auch gut ohne "Hintergrund" funktioniert hätte. Das ist der einzige Grund, weshalb es keine vollen fünf Sterne von mir gibt 🤭.
„Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald, jagen Dinge in die Luft, trauern, küssen, zünden die Welt an – und sind dabei seltsam nostalgisch.“
In Fiona Sironics Dystopie treffen wir auf Era, die in einer nahen, überhitzten Zukunft lebt. Dort lernt sie Maja kennen – ein Kind zweier Influencer-Mütter, deren gesamtes Leben im Netz nachvollziehbar ist. Ihre ersten Schritte, ihr erstes Wort – alles wurde gestreamt. Nun versucht Maja, diese gläserne Kindheit hinter sich zu lassen. Gemeinsam mit ihrer Schwester Merle und später auch mit Era sprengt sie die alten Festplatten im Wald. Ein Akt der Befreiung, ein stiller Protest gegen eine Welt, die zu viel sieht und zu wenig fühlt. Der Roman greift Themen auf, die aktueller kaum sein könnten: jugendliche Wut, weibliche Selbstermächtigung, Klimakrise, Überwachung und gesellschaftliche Ohnmacht. Diese Mischung hat mich sofort angesprochen – laut, radikal, politisch. Leider konnte mich die sprachliche Umsetzung nicht überzeugen. Der Stil ist sehr abgehackt, sehr viele Sätze bleiben unvollständig oder Enden auf „etc.“ , durchsetzt von Abkürzungen und pseudo-jugendlichen Ausdrücken. Das hat es mir schwer gemacht, in die Geschichte hineinzufinden, auch wenn ich es als Stilmittel natürlich verstehe. Gefallen hat es mir aber nicht. Vieles wirkt eher wie Skizzen als ausgearbeitete Szenen, wodurch auch die Figuren für mich leider die meiste Zeit über blass bleiben. Trotzdem gibt es starke Bilder: das Motiv der ausgestorbenen Dinosaurier und Vögel, die Verbindung von Verlust, Wut und Zärtlichkeit. Diese Ideen hätten für mich mehr Tiefe verdient. Bei etwa der Hälfte des Romans ist mir aufgefallen, dass cis-Männer oder männlich gelesene Personen in dieser Erzählung komplett fehlen. Das fand ich sehr spannend und irgendwie erfrischend. Das hätte beispielsweise auch ausgearbeitet werden können für eine noch feministischere Tiefe. Insgesamt ein spannender, mutiger Stoff – wichtig inhaltlich, aber sprachlich nicht meins.
„Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ von Fiona Sironi hat mich ehrlich gesagt eher ratlos zurückgelassen. Der fragmentarische Stil war anstrengend, ich konnte keine echte Nähe zu den Protagonistinnen aufbauen. Trotzdem fand ich einige Ansätze spannend. Besonders die dystopischen Themen wie Klimakatastrophe, Auflehnung gegen das System und Datenschutz, die bereits an der Oberfläche brodeln. Am Ende blieb das Buch für mich aber mehr interessant gedacht als wirklich mitreißend.
Was für ein wilder Titel eines Buches... So wild wie der Titel so wild ist auch die Geschichte. Es handelt sich um eine Dystopie die irgendwie doch realistisch ist. Klimawandel, Artensterben, Lebensmittelknappheit und Momfluencerinnen sind die Themen. Die Protagonistinnen sind wütend und das spürt man auch. Der Schreibstil ist außergewöhnlich..Mal kühl und mal etwas nahbarer. Passte aber perfekt zur Thematik des Buches. Ich mochte das Buch und würde es empfehlen, denke aber das es eher eine bestimmte Zielgruppe anspricht und nicht für die breite Masse passt.
"Der Tyrannosaurus Rex, der jahrelang als dunkel geschuppter König der Kreidezeit und gefährlicher Jäger galt, hatte jetzt über eine lange Lebensphase hinweg weiche Federn und soll gegurrt haben. Damit war der Dinosaurier kein Jungsspielzeug mehr. Es gab einen Aufschrei unter Incels und anderen Maskulinisten, die die Aktualisierung des Dinosaurierspielzeugs als besonders krassen Terrorakt der 'Feminazis' aus der Paläontologie empfanden, allerdings fühlte sich auf der imaginierten Gegenseite niemand angesprochen." Der Roman spielt in einer Klimadystopie, nicht allzu weit von unserer aktuellen Gegenwart entfernt, in der Waldbrände zur Tagesordnung gehören. Nahrung existiert hauptsächlich in Pulverform, weil es kaum noch frisches Gemüse und Obst gibt. Era lebt mit ihrer Mutter in einem Tiny House und hört sich aus dem digitalen Archiv immer wieder die Gesänge von bereits ausgestorbenen Vogelarten an, wovon es Monat für Monat immer mehr gibt. Als Kontrast dazu leben ein paar reiche Familien in abgeschotteten Villen und haben nach wie vor Zugriff auf den gleichen Luxus wie Generationen vor ihnen. Ebenso die Momfluencerinnen Alice & Emily mit ihren Töchtern Maja und Merle. Zufällig begegnet Era Maja & ihrer Schwester im Wald, als diese grade Sachen in die Luft jagen - und schließt sich ihnen an, auch, weil sie einen immer größer werdenden Crush auf Maja hat. Während das Buch zu Beginn viele witzige Stellen aufweist (siehe Zitat am Anfang), wird die Stimmung mit Zunahme der Waldbrände und dem Zuspitzen der bedrohlichen Lebenslage immer bedrückender. Nicht nur liest man das sehr realistische Zukunftsszenario, in dem der Mensch völligst darin versagt hat, die Natur am Leben zu halten und sich mehr schlecht als recht daran versucht, sich nicht selbst auszulöschen. Auch die drastischen Folgen des Online-Zeitalters sind beklemmend, mit Jugendlichen, die als Kinder der Influencer*innen-Generationen genug haben von der ständigen Beobachtung und nicht nur ausbrechen, sondern gleich sämtliche digitalen Spuren auslöschen wollen. Zu Beginn hat es etwas gedauert, bis ich richtig in die Geschichte reingekommen bin und diese an Fahrt aufgenommen hat. Insgesamt hat es mir aber gut gefallen, da die Autorin die Bedrohungsszenarien authentisch dargestellt hat und auch aufzeigen konnte, welche Konsequenzen so eine Dystopie für Arme und für Reiche hätte. Besonders gefallen hat mir die Dynamik zwischen Era, ihrer Mutter und Tante, die sehr solidarisch und verständnisvoll geprägt ist. Hätte aufgrund des Blurbs und des Titels noch eine Prise mehr Lustigkeit erwartet, aber wie witzig kann eine uns sehr wahrscheinlich bevorstehende Klimadystopie schon sein? CN: Panikattacke, Su1zid

Ein distopischer Roman über das Ende von Social Media
Era, eine 16-jährige Schülerin verfolgt im Stream ihre beiden Schulkameradinnen Maja und Merle. M & M sind die Töchter der beiden berühmten Mum-Influencerinnen Alice und Emily. Die beiden Mädels zündeln gerne und fangen nach und nach an die Festplatten ihrer Mütter zu zerstören. Jedoch wissen sie nicht, dass ihre Daten noch im Archiv für jeden frei zugänglich gespeichert sind. Die Story wird aus Sicht von Era erzählt. Ers lebt mit ihrer Mutter und Tante in einer Welt, in der Hitzeperioden auch außerhalb des Sommers normal sin. Vögel aussterben und täglich die Angst vor einem neuen Waldbrand mitschwingt. Der Roman plätschert so vor sich hin. Es ist ein spannend entworfenes Szenario. Ich fand das Thema interessant und war deswegen doch sehr interessiert an dem Buch. Jedoch muss ich immer wieder feststellen, dass ich mit den Schreibstilen der Autor*innen des Studiengangs Kreatives Schreiben der Universität Hildesheim einfach nicht warm werde. Für mich las sich der Roman zu holprig und es gar zu viele Wiederholungen. Die Story war jedoch gut, so dass wir im Mittel bei 3 Sternen landen.
Fiona Sironic, geboren 1995 in Neuss, ist längst keine Unbekannte mehr in der deutschsprachigen Literaturlandschaft. Die Gewinnerin des Open Mike 2019 und Shortlist-Finalistin des Deutschen Buchpreises 2025 legt mit „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ (ecco Verlag) ein Debüt vor, das gleichzeitig Coming-of-Age, Dystopie und Medienessay ist. Das Buch stand außerdem auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis 2025. Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Era, die mit ihrer Mutter am Waldrand lebt und das Aussterben der Vögel dokumentiert. Im Netz begegnet sie Maja, deren Kindheit in den Feeds und Videos ihrer Momfluencerinnen-Eltern archiviert ist und die versucht, ihre eigene Geschichte zu löschen. Zwischen beiden entsteht eine zarte, analoge Nähe in einer digitalen Welt, die längst überhitzt ist – auf den Servern, in den Köpfen, in den Wäldern. Meine Meinung Sironic schreibt mit einer beeindruckenden Sprachmacht: analytisch, gleichzeitig poetisch, manchmal fast überfordernd, aber genau das passt zu dieser Welt, in der Informationen und Emotionen permanent kollidieren. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Passagen, in denen sich das Private mit dem Politischen verschränkt: „Die Riesenechsen würden gerne Gebrauch von einem Recht auf Vergessenwerden machen, das es so nicht gibt“ (S. 65). Dieser Satz allein fasst den Schmerz einer Generation, die nichts mehr löschen kann, zusammen. Thematisch wagt Sironic viel, vielleicht zu viel (?). Von Influencer-Kultur über ökologische Katastrophen, Klassismus, queere Familienstrukturen bis hin zu digitaler Erinnerung, das alles in rund 200 Seiten. Ich gebe zu: Ich habe Zeit gebraucht, um reinzufinden. Manches blieb für mich abstrakt, manches musste ich zweimal lesen. Aber dann entfaltet das Buch eine Sogwirkung, die man kaum erklären kann. Es ist weniger ein Roman zum „Verstehen“ als einer zum Erfahren, Fühlen, Mitdenken. Sironic zeigt, was Literatur kann, wenn sie sich nicht scheut, unbequem zu sein. Fazit Ein herausforderndes, kluges Debüt voller Ideen, Spuren und Funken. Für alle, die Sprache lieben, die mehr will als nur erzählen und die bereit sind, sich auf Komplexität einzulassen. Nichts für schnelle Lesestunden, aber ein echtes Erlebnis für geduldige Leser:innen mit Lust auf literarisches Experiment. Danke an den ecco Verlag und netgalleyde für das Rezensionsexemplar.
ein wirklich einzigartiges Buch über das Ende der Welt
Eine unbestimmte Zukunft: Alles ist heiß. Es kommt permanent zu Bränden. In der Stadt geht es nicht mehr lange gut. Und dann gibt es zwei Mädchen, Maja & Merle. Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft. Als Töchter zweier Momfluencerinnen wollen sie ihre mediale Präsenz vernichten, sprengen das letzte Back-Up der alten Videos in Form von Festplatten. Dabei treffen sie auf Era. Era, die das Aussterben von Vogelarten dokumentiert. Eine erste Liebe entsteht und ein immer größer werdender Konflikt zwischen Zerstörungswut und dem Willen, doch noch etwas zu retten. Sprachlich und inhaltlich ist dieses Buch eine echte Wucht, auch nicht ganz einfach zu lesen. Meiner Ansicht nach aber absolut verdient nominiert für den deutschen Buchpreis 2025 und definitiv einer meiner Favoriten im Rennen.
So richtig weiß ich nicht, was ich von diesem Buch halten soll. Nachdem ich mich an den anfangs stockend wirkenden Schreibstil gewöhnt hatte, ging es recht flüssig zu lesen. Auf der einen Seite denke ich, dass das Buch sehr lesenswert ist und Beachtung geschenkt bekommen sollte. Auf der anderen Seite war das Lesen an sich für mich keine Erfahrung, die sich gut angefühlt hat: ich hatte keinen Spaß am Lesen, habe mich emotional nicht so wirklich mitgenommen, sondern eher etwas gelangweilt-distanziert gefühlt, und konnte mit den beiden Hauptfiguren nicht so warm werden. Das, was mich zum Weiterlesen motiviert hat, war der außergewöhnliche und gesellschaftlich relevante Inhalt, der zum Nachdenken und Reflektieren angeregt hat. Je nachdem, wie engagiert, hoffnungsvoll, zynisch und abgestumpft man selbst ist, wird sich der Inhalt dieses Buches sicherlich auf das eigene Leseerlebnis auswirken. (Kleiner Hinweis, der wahrscheinlich für die meisten unerheblich ist, mir aber trotzdem am Herzen liegt: einige Aussagen über Pokémon, die im Buch gemacht werden, sind nicht korrekt.)
Die 15-jährige Era lebt zusammen mit ihrer Mutter am Waldrand. Die Welt verändert sich, die Wälder brennen und Era dokumentiert in ihrem Notizbuch nach und nach das Aussterben verschiedener Vogelarten. In einem Stream namens FOAMO (eine Kombination aus FOAM/Schaum und FOMO) beobachtet sie ihre Mitschülerinnen Maja und Merle, die samstags im Wald Festplatten in die Luft jagen. Die beiden Mädchen sind Töchter zweier lesbischer Momfluencerinnen. Maja versucht verzweifelt, alle Erinnerungen an ihre öffentlich gemachte Kindheit auszulöschen. „Die Geschichte ihrer Mütter hatte immer mit Vermarktung zu tun. Was aber wie vermarktet wird, das verändert sich. Während es mal ganz normal war, sein Privatleben öffentlich zu teilen, nimmt das während ihrer Karriere immer mehr ab“ Zwischen Era und Maja entwickeln sich Gefühle, die beiden verlieben sich ineinander. Jenseits von Streams und Zurschaustellung suchen sie analog ihr Glück, in der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Als ein großer Flächenbrand den Wald zerstört, sind nicht nur die Vögel, sondern auch der Lebensraum der Mädchen bedroht. Der Titel „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ ist natürlich ein Hingucker und war auch der Hauptgrund, weshalb ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, welches ja auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2025 war (und zu Recht). Ich muss aber sagen, dass meine Erwartungen an das Buch wohl anders waren. Das dystopische Szenario konnte mich leider nicht so abholen. Der ungewöhnliche Schreibstil ist interessant, aber schwer zugänglich. Die Geschichte ist recht kühl und distanziert erzählt; ich konnte keinen wirklichen Bezug zu den Frauen herstellen. Die Geschichte versammelt viele aktuelle (vielleicht auch zu viele) aktuelle Themen, ist aber insgesamt sehr bedrückend. Gut gefallen hat mir die Kritik an öffentlicher Selbstdarstellung in den sozialen Medien, besonders was Kinder angeht.
Hätte nicht erwartet, dass es mir so gut gefällt
Allein der Titel hätte schon einen Preis verdient. Von allen Buchpreis-Nominierungen hat dieses Buch auf jeden Fall mein Interesse am meisten geweckt. In dieser Dystopie und Coming of Age Geschichte geht es um vieles. Um Klimawandel/Umweltkatastrophen, Klassenunterschiede, Rebellion und die erste große, queere Liebe. Ein Mädchen, was Daten & Informationen behalten & verewigen will und ein Mädchen, was am liebsten diese für immer auslöschen möchte. Diese kurze aber einprägsame Geschichte ist zwar in der Ich-Perspektive geschrieben, jedoch ungewöhnlich sachlich zugleich. Möglicherweise hat mir dadurch der Bezug zu Era auch etwas gefehlt. Trotzdem fand ich das Buch sehr unterhaltsam und spannend. Interessant war auch wie dieses Buch ganz ohne männliche Charaktere auskam (außer der Opa, der manchmal erwähnt wurde, aber nicht aktiv vorkommt).
Fiona Sironic hat mit ihrem Buch einen Blick in eine mögliche Zukunft geworfen, auf die wir zusteuern könnten. Im Zentrum der Geschichte steht die Jugendliche Era, die eine Faszination für die Onlinestreams ihrer Mitschülerin Maya entwickelt und dann auch mehr und mehr eine Faszination für Maya selbst. Die Zukunft, die die Autorin hier zeigt, scheint ziemlich genau so zu sein, wie es aktuell in düsteren Prognosen zum Klimawandel vorhergesagt wird. Immer mehr Wälder brennen, immer weniger Lebensraum für die Menschen bleibt, immer größere und längere Hitze, immer mehr Wasserknappheit, Naturkatastrophen usw. Einerseits gut, dass ein möglichst realistisches Bild gezeichnet wird andererseits, hatte es dadurch als dystopisches Konzept an sich, für mich, nichts aufrüttelndes. Hier hätte es richtig gute Figuren gebraucht, mit viel psychologischen Tiefgang, dann hätte das Buch, glaube ich, echt mehr bei mir auslösen können. Sehr gut haben mir allerdings die sich durch ziehende Thematik der Dinosaurier (insbesondere der gefiederte T-Rex) und der Vögel (rettet die Stadttauben und die Kakapos bitte!) gefallen. Auch der Schluss ist, meines Erachtens, gut geglückt.
Realistische Climate Fiction mit Gesellschaftskritik
Era lebt in einer nahen Zukunft, in der der Klimawandel bereits große Auswirkungen auf das Leben hat, mit ihrer Mutter in einem Tiny House im Wald. Maja kennt sie vom Sehen an der Schule. Maja und ihre kleine Schwester Merle sind die Kinder zweier erfolgreicher Mumfluencerinnen, haben jedoch begonnen, sich gegen ihre eigene "Verwertung" in den sozialen Medien aufzulehnen. Sie klauen heimlich Datenträger, auf denen ihre Mütter den bisher produzierten Content gespeichert haben, und sprengen sie im Wald in die Luft. Nachdem Era sie dabei beobachtet hat, freundet sie sich mit Maja an. Fiona Sironics Debütroman hat mich mehr deprimiert als die meisten anderen Dystopien, die ich bisher gelesen habe. Und das ist keine Kritik, sondern ein Lob. Die Darstellung dessen, was uns in den nächsten 30 Jahren erwarten könnte, ist so realistisch, dass ich mich selbst frage, ob ich wie Eras Opa irgendwann in der Sommerhitze einfach tot umfallen werde. Nicht, dass ich solche Gedanken nicht schon vorher gehabt hätte, aber das Buch stellt das Leben in der Klimakatastrophe unwiderstehlich anschaulich da. Ich hoffe, diese Aussagen halten euch jetzt nicht davon ab, das Buch zu lesen, denn ich will es euch im Gegenteil empfehlen. Es gibt durchaus positive Aspekte, wie das Wohnprojekt "Gewächshaus", das so voller Pflanzen ist, dass man es darin trotz der Glasflächen aushalten kann, und das seine Bewohner mit Obst- und Gemüseanbau miternährt. Wir erfahren nicht viel über das politische System, aber es ist offensichtlich, dass es den Bach runtergeht mit dem Lebensstandard. Das zweite große Thema des Buchs ist die Kritik an den sozialen Medien und Influencern, die ihre eigenen Datenschutzrechte und die ihrer Kinder dem "Fame" und dem Geld opfern. Die Reaktion der nachwachsenden Generation in Sironics Geschichte fand ich sehr spannend. Sprachlich ist das Buch sehr einfach gehalten, weist aber durchaus ein paar Ideen für künftige Entwicklungen auf. Die Charaktere hätten für mich etwas deeper sein können, was ich aber nicht als großen Schwachpunkt sehe. Was mir auch gefallen hat, ist die Benennung der Kapitel nach ausgestorbenen Vogelarten (mit wenigen Ausnahmen), denn Eras Opa war Tierpräparator und Era besitzt eine Sammlung seiner Werke. Darin hat das Buch mich ein wenig an "Schwere Lasten" von Annett Gröschner erinnert, die Ähnliches mit Blumennamen macht. Sehr lesenswerte, fesselnde Climate Fiction mit Gesellschaftskritik und queerer Repräsentation.





















































