17. Mai
Rating:3

Die 15-jährige Era lebt zusammen mit ihrer Mutter am Waldrand. Die Welt verändert sich, die Wälder brennen und Era dokumentiert in ihrem Notizbuch nach und nach das Aussterben verschiedener Vogelarten. In einem Stream namens FOAMO (eine Kombination aus FOAM/Schaum und FOMO) beobachtet sie ihre Mitschülerinnen Maja und Merle, die samstags im Wald Festplatten in die Luft jagen. Die beiden Mädchen sind Töchter zweier lesbischer Momfluencerinnen. Maja versucht verzweifelt, alle Erinnerungen an ihre öffentlich gemachte Kindheit auszulöschen. „Die Geschichte ihrer Mütter hatte immer mit Vermarktung zu tun. Was aber wie vermarktet wird, das verändert sich. Während es mal ganz normal war, sein Privatleben öffentlich zu teilen, nimmt das während ihrer Karriere immer mehr ab“ Zwischen Era und Maja entwickeln sich Gefühle, die beiden verlieben sich ineinander. Jenseits von Streams und Zurschaustellung suchen sie analog ihr Glück, in der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Als ein großer Flächenbrand den Wald zerstört, sind nicht nur die Vögel, sondern auch der Lebensraum der Mädchen bedroht. Der Titel „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ ist natürlich ein Hingucker und war auch der Hauptgrund, weshalb ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, welches ja auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2025 war (und zu Recht). Ich muss aber sagen, dass meine Erwartungen an das Buch wohl anders waren. Das dystopische Szenario konnte mich leider nicht so abholen. Der ungewöhnliche Schreibstil ist interessant, aber schwer zugänglich. Die Geschichte ist recht kühl und distanziert erzählt; ich konnte keinen wirklichen Bezug zu den Frauen herstellen. Die Geschichte versammelt viele aktuelle (vielleicht auch zu viele) aktuelle Themen, ist aber insgesamt sehr bedrückend. Gut gefallen hat mir die Kritik an öffentlicher Selbstdarstellung in den sozialen Medien, besonders was Kinder angeht.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
14. Mai
Rating:5

Was man glaubt gleich zu lesen und was man dann tatsächlich liest sind wahrlich zwei Paar Schuhe.

Wenn man glaubt hier reinen Feminismus zu finden. I'm sorry 🤷wir finden uns wieder in einer Zukunfts Version der Erde welche kurz vor dem Kollaps steht. Was das ganze ausgelöst hat, kann man anhand der Ereignisse und Beschreibungen nur erahnen. Klima Krise hätte ich gesagt. Aber es geht darum des es immer Hoffnung gibt, in allem Schrecklichen. Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig man braucht bis man vor allem checkt keine Männer und alle Nebendarsteller nur Geschlechtsneutral. Sonst kurzweilig und ein abruptes Ende. Auch das wir immer zwischen Vergangenheit und Gegenwart springen braucht seine Zeit.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
26. Apr.
Rating:3

dieses buch ist… schwer zu greifen. man muss diese dystopie selbst gelesen haben!

ich war beim lesen zwiegespalten, denn man liest dieses buch und hat dabei ständig das gefühl, da passiert grad unglaublich viel und gleichzeitig entzieht es sich einem dann doch immer wieder. aber mal zum inhalt: wir begleiten hier era in einer dystopischen, aber leider doch erschreckend realistischen zukunft, die waldbrände, artensterben und wassermangel thematisiert. während sie versucht festzuhalten, was von der natur noch übrig ist, trifft era auf maja und merle – zwei schwestern, die auf ihre ganz eigene weise mit dieser welt umgehen. sie sind wütend und radikal, wirken irgendwie verloren. thematisch ist das buch natürlich wirklich stark! klimakrise, digitale überforderung, identität, queere liebe, der umgang mit privatsphäre und öffentlichkeit – da steckt einfach sehr viel gesellschaftlich relevantes drin, das gerade jetzt wichtig ist. und vieles davon hat mich auch nachhaltig berührt. aber: ich bin emotional nie richtig reingekommen. era und maja blieben für mich distanziert, fast schon unnahbar. dieser poetische und fragmentarische schreibstil verstärkt das auch nochmal ziemlich und das fand ich manchmal wirklich anstrengend und an anderen stellen wiederum faszinierend. ich bereue es nicht, das buch gelesen zu haben. es ist einfach eines dieser bücher, die den/die eine*n mehr überzeugen als andere, aber trotzdem immer irgendwas hinterlassen. seien es gedanken oder fragen. ich empfehle es also nichtsdestotrotz, das buch einmal gelesen zu haben!

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
19. Apr.
Rating:4.5

Eine ruhige und stimmgewaltige Dystopie!

Ein wahrer Traum, wie dieses Buch geschrieben ist. Es ist kein Mainstream, definitiv nicht, aber es fesselt von den ersten Seiten. Dieses Buch erzählt aus der Sicht einer Teenagerin wie sich der fortschreitende Klimawandel auf die Natur und die Menschen auswirkt. Und das auf so ruhige und trotzdem brachiale Gewalt das es fasst weh tut weiter zu lesen. Ein ganz besonderes Buch was noch lang nach halt.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
15. Apr.
Rating:3

Puh

Ich finde merkwürdige Buchtitel super, dadurch bin ich überhaupt auf das Buch aufmerksam geworden. Die dystopischen Themen (Klimawandel und Dolgen wie Hitze, Brände, Wasser- und Lebensmittelknappheit, gesundheitliche Folgen, soziale Unruhen...) sprechen mich total an, aber: Der größte Teil des Buches ist in den zugegeben sehr authentischen Worten eines Teenagers geschrieben. Diese wirre, sprunghafte Sprache hat es mir nicht leicht gemacht, durch die nur 200 Seiten zu kommen. Ohne die Rückgabefrist der Bibliothek würde das Buch wahrscheinlich immer noch irgendwo mit einem Lesezeichen nach 30 Seiten herumliegen. Zum Ende bin ich besser durchgekommen, weil der Schreibstil "erwachsener" wurde. Insgesamt kein Buch, was einem Lust auf die Zukunft macht. Und das Thema, was es bedeutet, von Kind an auf sozialen Netzwerken abgebildet zu werden, kam mir letztendlich auch etwas zu kurz.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
12. Apr.
Rating:3

An vielen Stellen zäh, aber interessantes Zukunftsszenario

Die Charaktere überzeugen soweit, trotzdem bleibt die Geschichte für mich an vielen Stellen eher blass und unvollständig. Interessant ist hingegen das Wissen zu aussterbenden oder bereits ausgestorbenen Lebewesen und das Leben in einer nahenden, viel zu heißen Zukunft. Die Notwendigkeit einerseits Wissen zu archivieren und anderseits dieses zu zerstören ist daneben das zentrale Erzählmotiv. Regt zum Nachdenken und Philosophieren an!

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
31. März
Rating:3.5

Das Buch spielt in einer nahen Zukunft nach den Folgen des Klimawandels. Era dokumentiert das Verschwinden der Natur, während Maja, geprägt von einer oberflächlichen Influencer-Welt, eher zerstörerisch mit allem umgeht. Zwischen den beiden entsteht eine besondere Verbindung. Die Idee fand ich sehr spannend, aber leider hat mich das Buch etwas enttäuscht. Irgendwie hat es mich nie so richtig gepackt.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
26. März
Rating:4

Etwas dystopischer Roman, der zugleich eigentümliche, retrospektive Blicke auf unsere Gegenwart wie ungemütliche und dennoch manchmal im Privaten hoffnungsvolle auf die Zukunft zulässt. Vor den KI Entwicklungen geschrieben ist das alte Internet zwar das, was wir alle kannten, das Neue aber anders, als es sich vermutlich entwickeln wird. Ein anregendes Gedankenspiel und erfrischend anders geschrieben, als das meiste andere, was man derzeit so liest.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
20. März
Rating:3.5

Wichtiges Thema - etwas zu artsy

Der Titel des Buches ist wunderbar und vielversprechend! Jedoch lässt mich das Buch zwiegespalten zurück. Es ist für mich jedoch nicht wirklich greifbar, was diese Irritation ausmacht. Ich mag das Buch und irgendwie erfüllt es mich, es gelesen zu haben. Nichtsdestotrotz fühle ich mich jetzt leer und irritiert. Aber vielleicht soll es auch genau das: Dieses Buch soll keine Spaß machen, man soll auch keine echte Sympathie aufbauen, nicht mit den Protagonist*innen trauern - vielmehr soll mal (denke ich), erkennen, dass es so nicht weitergeht und dass wir als Gesellschaft auf etwas zusteuern, was eben genauso leer, irritierend und gefährlich sein wird wie die Darstellung des Romanes.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
5. März
200 Seiten, die sich absolut ziehen wie Kaugummi. Zuviel poetischer Schreibstil, der die Emotionen vollkommen verschwinden lässt
Rating:2

200 Seiten, die sich absolut ziehen wie Kaugummi. Zuviel poetischer Schreibstil, der die Emotionen vollkommen verschwinden lässt

Ich habe von dem Buch ziemlich viel Gutes gehört, deshalb wollte ich es auch unbedingt mal lesen. 200 Seiten? Klar, lassen sich ja einfach wegsnacken. Tja Falsch gedacht. Hätte ich die Geschichte nicht in einem Buddyread gelesen, hätte ich wahrscheinlich abgebrochen. Aber von vorne. Das Buch ist düster denn es ist eine Dystopie in nicht allzuweiter Ferne. Erschreckend, bildhaft, eine Zerstörung der Erde durch den Klimawandel. Was bleibt sind Erinnerungen und Menschen die diese dokumentieren. So wie Era, die das Aussterben der Vögel dokumentiert. Maja ist ein Kind, welches mit Influencereltern aufgewachsen ist und dadurch völlig den Verstand verliert und versucht alles in die Luft zu jagen. Damit die Erinnerungen eben nicht mehr existieren. Sie verlieben sich ineinander. An sich hat mir das Setting wirklich gut gefallen, es war wie gesagt sehr erschreckend was da auf uns zukommen kann. Aber das war’s auch schon leider. Maja war für mich überhaupt nicht greifbar als Charakter, ja sie wurde in dem Sinn vermarktet, aber ihre Eltern waren für mich keine Bösen, denn sie haben die Wünsche ihrer Kinder immer akzeptiert und als Maja nicht mehr gezeigt werden wollte, haben sie es akzeptiert. Leider hat sie wohl dadurch trotzdem einen psychischen Schaden erhalten, der aber in keinster Weise ihre Schritte begreiflich machen. Era hingegen nur naiv, und nein mochte ich einfach nicht. Zusammen absolut null Emotionen leider, vielleicht lag das auch an diesem poetischen und doch provokanten Schreibstil aber das hat nicht gefunkt bei mir. Die Themen an sich Klimawandel, Massensterben, Selbstbestimmung, die Sehnsucht nach einer echten Liebe fernab vom Internet, waren alle interessant aber einfach zu fad. Das Ende hat es auch nicht mehr rausgerissen, war es doch sehr vorhersehbar. 200 Seiten, die sich gezogen haben wie Kaugummi. Sehr schade.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
28. Feb.
Radikal, roh und erschreckend nah an unserer Realität – ein dystopischer Roman, der mehr aufrüttelt als unterhält.
Rating:4

Radikal, roh und erschreckend nah an unserer Realität – ein dystopischer Roman, der mehr aufrüttelt als unterhält.

„Am Samstag gegen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft.“ Schon dieser Satz trägt die ganze Wut, die Trostlosigkeit und die zersplitterte Energie dieses Romans in sich. Wir befinden uns in einer Zukunft ohne echte Perspektive: tropische Temperaturen, Hitzetote, brennende Wälder, abgebrannte Landschaften. Private Räume schrumpfen, die Lebenserwartung sinkt, Nahrung existiert nur noch als Pulver, das am Ende geschmacksneutral in Wasser verrührt wird. Während die Turteltaube ausstirbt, versucht Era, das Verschwinden der Vögel zu dokumentieren – eine Chronistin des Artensterbens in einer Welt, die längst dabei ist, sich selbst aufzulösen. Für mich hatte diese Lektüre eine besondere Resonanz: Meine Staatsarbeit habe ich über das Artensterben und dessen literarische Verarbeitung geschrieben. Hätte es diesen Roman damals schon gegeben, er wäre ganz sicher Teil meiner Analyse gewesen. Denn hier ist der Klimawandel nicht Kulisse, sondern allgegenwärtige, körperlich spürbare Realität. Im Zentrum stehen Era, Maja und Merle – Mädchen des Digitalzeitalters. Maja und ihre Freundin wurden von ihren Müttern gefilmt, ihr Alltag als Content vermarktet. Der frühe Verlust von Privatsphäre ist Wunde und Normalität zugleich. Und doch sucht Maja selbst wieder die Öffentlichkeit, streamt, sendet, findet – solange sie anonym bleiben kann – Gemeinschaft und schließlich ihre Jugendliebe Era. Die Beziehung zur Digitalität ist dabei erstaunlich differenziert: Zwischen kapitalistischer Ausbeutung von Aufmerksamkeit und echter Sehnsucht nach Nähe, zwischen Suchtmechanismen und dem dringenden Bedürfnis nach Berührung. Der Roman verhandelt damit eine hochaktuelle Frage: Wie finden wir einen gesunden Umgang mit Medien, die auf Gewinnmaximierung und Reizüberflutung ausgelegt sind – und dabei unsere Wahrnehmung von Realität selbst formen? Auch formal fordert der Text heraus. Die Sprache ist dicht, roh, schnell. Gedankenfetzen reihen sich aneinander, Grammatik und Syntax wirken bewusst brüchig. Es geht nicht um Schönheit, sondern um Unmittelbarkeit. Man muss Passagen mehrfach lesen, stolpert, hält inne. Dieser Stil lässt uns tief in Eras Bewusstsein eintauchen – kann aber ebenso anstrengend, ja nervenaufreibend sein. Nicht alle werden sich damit anfreunden. Die Erzählstruktur ist ebenso wenig geradlinig wie die Welt, die sie beschreibt. Ein roter Faden ist da, doch immer wieder wird er von absurden, unerwarteten Ereignissen zerschnitten. Die Figuren sind widersprüchlich, eigensinnig, voller Trotz und Frustration. Vor allem die Mädchen tragen eine stille, manchmal eruptive Wut in sich – als Reaktion auf eine Außenwelt, die ihnen kaum Zukunft lässt. Ein fordernder, unbequemer Roman, der weniger tröstet als aufrüttelt – und gerade deshalb lange nachwirkt.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
25. Feb.
Rating:4

Puuh!

Der Schreibstil gefällt mir. Alles ist so aufeinander abgestimmt, die ganze Geschichte steckt so voller Symbole und Parallelen und ich wünschte, ich hätte es im Deutschunterricht analysiert - es ist doch schwere Kost, sich mit dem Ende auseinanderzusetzen. Die Ich-Erzählerin bleibt durchweg so teilnahmslos und mir drängt sich der Gedanke auf, dass sie unsere heutige Gesellschaft verkörpert. Die spannendste Ebene finde ich die um das Wissen und um die Frage wem es gehört? Verkörpert durch die Mutter, die Wissenschaftlerin ist. Das „Archiv“, das unwiederbringlich gelöscht werden kann. Oder das Wissen des Kollektivs, das nur überleben will - es aber auch für sich behält.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
18. Feb.
Rating:2

Die Sprache fand ich sehr interessant & das Cover hat mich total gecatched. Leider konnte mich die dystopische Weltuntergangskulisse nicht abholen. Ich war nicht darauf vorbereitet, dass die Geschichte in so einem existenziellen Kontext spielt & ehrlicherweise auch nicht im Mood dafür. Die Charaktere haben mich nicht überzeugt oder berührt, was aber auch mit meinem eigenen Mood zu tun haben könnte. Ich finde es schade, dem Buch nur 2 Sterne geben zu können. Wäre ich offener dafür gewesen, wäre meine Bewertung vielleicht besser ausgefallen. Daher möchte ich dennoch alle ermutigen, das Buch zu lesen & sich ihr eigenes Bild zu machen.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
30. Jan.
Rating:3.5

So richtig weiß ich nicht, was ich von diesem Buch halten soll. Nachdem ich mich an den anfangs stockend wirkenden Schreibstil gewöhnt hatte, ging es recht flüssig zu lesen. Auf der einen Seite denke ich, dass das Buch sehr lesenswert ist und Beachtung geschenkt bekommen sollte. Auf der anderen Seite war das Lesen an sich für mich keine Erfahrung, die sich gut angefühlt hat: ich hatte keinen Spaß am Lesen, habe mich emotional nicht so wirklich mitgenommen, sondern eher etwas gelangweilt-distanziert gefühlt, und konnte mit den beiden Hauptfiguren nicht so warm werden. Das, was mich zum Weiterlesen motiviert hat, war der außergewöhnliche und gesellschaftlich relevante Inhalt, der zum Nachdenken und Reflektieren angeregt hat. Je nachdem, wie engagiert, hoffnungsvoll, zynisch und abgestumpft man selbst ist, wird sich der Inhalt dieses Buches sicherlich auf das eigene Leseerlebnis auswirken. (Kleiner Hinweis, der wahrscheinlich für die meisten unerheblich ist, mir aber trotzdem am Herzen liegt: einige Aussagen über Pokémon, die im Buch gemacht werden, sind nicht korrekt.)

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
22. Jan.
Rating:3.5

Stark angefangen, gegen Ende nachgelassen

Positives zuerst: Ich fand den dystopischen Aspekt der Geschichte super realistisch geschrieben. Es hat sich unangenehm angefühlt (auf eine aufweckende Art), über die irreversible Klimaveränderung zu lesen, in einer nicht allzu fernen Zukunft. Regelmäßig sterben – uns sehr bekannte – Tiere aus. Hitzewellen machen das Leben in der Stadt unerträglich, aber auch der Wald ist nicht sicher, denn hier ist Brandgefahr an der Tagesordnung. Auch die Wut von Maja auf ihre gestohlene Kindheit hat sich echt angefühlt. Nachvollziehbar, dass man als Kind von Momfluencern irgendwann die Schnauze voll hat und am liebsten alles zerstören möchte, was über sich selbst zu finde ist. Era, unsere Erzählerin, kann man aber genauso gut nachvollziehen. Alles festhalten zu wollen, jedes bisschen Information über vergangenes und gegenwärtiges aufzuschreiben. Auch diesen Wunsch kenne ich persönlich gut. Jetzt zum negativen Punkt: Für mich hat die Geschichte kein richtiges Ende gefunden. Klar gab es eins. Aber ab einem bestimmten Punkt hat sich das ganze verlaufen. Und irgendwie gab es, meiner Meinung nach, kein richtiges Ziel was dieses Buch verfolgt hat. Ich hab mich am Ende des Buches dabei erwischt, dass ich ein bisschen abgeschaltet habe. Es konnte mich nicht mehr ganz so fesseln, auch wenn das wirkliche Ende ja sogar nochmal düsterer und traurig wurde. + weibliche Wut + realistische Darstellung nach dem Kipppunkt - das Gefühl in der Luft hängen gelassen zu werden

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
13. Jan.
Dystopie oder reale Zukunft?!
Rating:4

Dystopie oder reale Zukunft?!

Der Schreibstil ist wirklich schwierig zu beschreiben. Fast Reader müssen hier definitiv auf die Bremse treten 😅. Teilweise muss man mit allen Hirnzellen lesen, damit man auch wirklich begreift um was es geht. Das Buch, meine Meinung, soll ja euch etwas die Augen öffnen. Einige Dinge passieren bereits, also sind wir mittendrinnen, in diesem vll übertrieben/vll auch nicht übertriebenen Leben. Meiner Meinung nach sollten auch Politker*innen dieses Buch lesen. Es würde sich definitiv etwas ändern.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
11. Jan.
Rating:4

Eine interessante Distopie mit vielen feministischen Elementen. Durchaus lesenswert! Kollektiv vs. Individualität Archivieren vs. Zerstören

Im Rahmen eines Lesekreises haben wir dieses Buch gelesen. Es ist nun schon einige Wochen her, dass ich es gelesen habe. Heute haben wir es als Gruppe besprochen. Im folgenden teile ich etwas unstrukturiert meine Gedanken und weitere Impressionen durch den Lesekreis. Früher habe ich gerne Distopien gelesen. Ich finde, dass es in dieser doch recht kurzen und sehr dichten Erzählung von Fiona Sironic viele verschiedene spannende Ideen einer möglichen Zukunft entstanden sind. Ich tippe, dass sich das Szenario ca. im Jahr 2050 oder so abspielt. Im Fokus der Geschichte stehen Era, Maja und Merle. Era und Merle sind ca. 15 Jahre alt, Merle ist die ein paar Jahre jüngere Schwester von Maja. Maja und Merle sind die Kinder von zwei Momfluencerinnen. Die Mütter finden sehr viel auf sozialen Medien statt. Ihre Kinder Maja und Merle eigentlich auch. Die Kinder lehnen sich im Laufe ihres Aufwachsens dagegen auf und möchten nicht in ihren Videos auftauchen. Irgendwann beginnen die beiden Datenträger in die Luft zu sprengen, auf denen sie zu sehen sind. Sie teilen die Explosionen über den Stream FOAMO. Era ist die Protagonistin. Die Geschichte wird aus ihrer Perspektive erzählt. Era wohnt zunächst mit ihrer Mutter zusammen. Ihre Mutter ist Archivarin. Era und Maja lernen sich in der Geschichte relativ schnell kennen und entwickeln eine Liebesbeziehung, die ich in ihrer Tiefe tbh nicht so ganz geblickt habe. Mir hat sehr gut gefallen, wie selbstverständlich und ohne aufgezwungene Konstruktion queeres Leben erzählt wurde. Ebenso hat mir die Sprache der Geschichte gut gefallen - hier auf reado lese ich häufig, dass Menschen mit der Sprache Probleme hatten. Ich finde auch super, dass erst auf Seite 92 eine männliche Person erwähnt wurde! Bevor es zu möglichen Spoilern kommt noch ein Wissenszuwachs: die Banane sei vor Jahren mal fast ausgestorben. Früher hatte die Banane große Kerne in ihrer Frucht enthalten. Der artificial Bananengeschmack ist der früheren Banane nachgeahmt worden 👀🍌 Achtung, das folgende könnte Spoiler enthalten. Die beiden Lebensrealitäten bilden einen starken Kontrast, der auch durch die gesamte Erzählung zieht. Era wohnt mit ihrer Mutter zunächst in einer kleinen Wohnung (oder Haus? Ich weiß es gerade nicht mehr genau). Die beiden sind eng mit der Schwester von Eras Mutter verbunden. Die Tante lebt in einem Gewächshaus, das eine Art von Wohnprojekt ähnelt. Maja und Merle (M&M) leben mit ihren Müttern in einem protzigen Haus mit vielen Bediensteten und hohen Mauern um das Grundstück herum. Grob zusammengefasst leben M&M sehr wohlhabend und Era eher bescheiden. Rückblickend ist spannend zu beobachten, dass Kinder aus wohlhabenden Verhältnissen - wie M&M und weitere Kinder von anderen Momfluencerinnen und Tech-Giganten alles archivierte auf Servern zerstören wollen. Wohingegen die Menschen um Era, ihre Familie und die Menschen aus dem Gewächshaus viel aus dem gespeicherten, bewahrten Wissen schöpfen. Seien es Ausnahmen von Vogelstimmen ausgestorbener Arten oder Tutorials übers Anbauen von Gewächsen oder Bauen von irgendwas. In der Lesekreisdiskussion kam auf, dass sich Maja egoistisch verhält, indem sie sich und ihr individuelles Leid, stets im gesellschaftlichen Fokus über socialmedia befunden hat und sich Anonymität wünscht und versucht alles archivierte zu zerstören. Beim zerstören, also in die Luft sprengen werden Kollateralschäden einfach hingenommen. Das Szenario spielt in einer Welt, in der es regelmäßig zu Bränden kommt. Nach einer von M&M initiieren Sprengung kam es dazu, dass Era und ihre Mutter ihren Wohnort verloren haben, da dieser abgebrannt ist. Die Beziehung zwischen Era und Maja geht mit der Zeit in die Brüche. Ebenso die Beziehung zwischen den Müttern von M&M. Ich finde es erfrischend solche Konstrukte zu lesen. Damit wird der Fokus von Kleinfamilien eher in Richtung Gemeinschaft gelenkt. Ich könnte jetzt noch was zu Vögeln, Dinosauriern und Pikatschu schreiben.. aber wie anfangs bereits erwähnt, beinhaltet das Buch seeeeehr viele Themen auf sehr wenig Buchseiten. Also alles in allem durchaus ne Leseempfehlung und für meinen Geschmack eher für den gesprochenen als den geschriebenen Austausch geeignet :)

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
4. Jan.
Lasst uns diesen Roman bitte als allerallerletzten Warnschuss verstehen und dann lasst uns verdammt nochmal diesen Planeten retten!
Rating:5

Lasst uns diesen Roman bitte als allerallerletzten Warnschuss verstehen und dann lasst uns verdammt nochmal diesen Planeten retten!

Wir reisen in diesem Roman in die Zukunft und lernen Era kennen, die ausgestorbene Vogelarten dokumentiert und gemeinsam mit ihrer Mutter in einem Tiny House lebt. Sie stößt in einem Stream auf die Schwestern Maja und Merle, die Festplatten in die Luft jagen, um ihre eigenen Aufzeichnungen zu zerstören - denn ihre Mütter sind Momfluencerinnen, die jeden Schritt ihrer Töchter für alle Menschen zugänglich machten. Als die Waldbrände unbeherrschbar werden und die Mädchen herausfinden, dass es nicht ausreicht, Sachen in die Luft zu jagen, gerät die Welt aus den Fugen. 🐦‍⬛ Da habe ich im Dezember noch ein Jahreshighlight gelesen, das mich mit ganz viel Schrecken, aber auch mit einem wundervollen Mädchen in den Bann gezogen hat. Es handelt sich bei diesem Roman um eine Dystopie, die aber so furchtbar realistisch erscheint, dass ich mir einfach nur wünsche, alle Menschen würden diese 208 Seiten lesen. Es sind zwischen den Zeilen so viele Lehren enthalten, so viele Ratschläge und Tipps und so viele Wünsche, die Welt doch noch retten zu können. Ich war beim Lesen häufig sehr ergriffen, obwohl alles sehr sachlich geschildert ist - ohne den erhobenen Zeigefinger. Die Welt ist einfach am A**** und das ist eine Tatsache - zumindest irgendwann in der Zukunft - in ein paar Jahren/Jahrzehnten? Und die Menschen müssen damit leben, was sie angerichtet haben. Auch wenn die Folgen so dramatisch sind, dass es fast unvorstellbar scheint. Auch die Beziehung der Mädchen untereinander ist spannend zu verfolgen und auch welche individuellen Probleme jede Einzelne zu lösen versucht. Ich habe Era sehr gemocht und bewundere sie dafür, was sie alles dafür tut, um das Erbe der Natur zu bewahren. Lasst uns diesen Roman bitte als allerallerletzten Warnschuss verstehen und dann lasst uns verdammt nochmal diesen Planeten retten! Ganz ganz große Leseempfehlung.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
3. Jan.
Rating:1

Den Stern gibt's fürs Cover....

Für mich eine absolute Katastrophe, ich hab es abgebrochen, den halben Stern gibt es für das Cover. Eine Dystopie in der ganz nahen Zukunft, als in ca. 15 Jahren. Nein 18, denn die Autorin schreibt manchmal aus der Perspektive mit 15 manchmal mit 18. und zwar ohne wirkliche Ankündigung. Und manchmal erinnert sie sich an die Dinge die ihre Mutter und Tante (also die Schwester der Mutter), in der heutigen Zeit, ungefähr seit 2020, erleben. Die Tante (die nur Tante genannt wird) hat zur Bewegung "Letzte Generation" gehört, Essen gibt's nicht mehr. Ein Parkplatz ist eine Asphaltfläche weil man in 18 Jahren das Wort Parkplätze nicht mehr kennt. Die meisten Zusammenhänge sind nicht nachvollziehbar und wenig logisch. Darüber kann man hinweg sehen wenn sie die Autorin wenigstens drauf einigen würde welche Verben oder Satzteile sie verwenden will. Man hat sich einfach gedacht, hey nehmen wir beide mit rein der Leser sucht sich eins aus. Für das Lesen maximal unangenehm. Insgesamt wirkt das Buch wie schnell runter geschrieben. Eine Ansammlung von Notizen, die dann alle untereinander geschrieben wurden, und im Ecco Verlag dachte man sich, dass man dieses "unperfekte, unlektoriert wirkende" Buch genau so veröffentlichen muss. ich denke die Zielgruppe 15 bis 20 die sich selbst in bestimmten Szenen sehen, wird sich angesprochen fühlen. Die Charaktere und das Setting bleiben selbst extrem oberflächlich, wirklich sympathisch war mir keiner. Der Titel , die Geschichte, selbst zusammenhanglos, Coming of Age, die Mädels wollen erwachsen werden, sich selbst finden... man wird wütend etc.. Soweit fein, aber das müsste man tiefgründiger behandeln. Kommt vielleicht weiter hinten aber so weit will ich mich nicht mehr zwingen weiter zu lesen. Und am Ende... "Freund*innenschaften" wirklich? Dieses Buch ist auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis gelandet. Ganz sicher nicht wegen des unglaublich guten Schreibstils, aber es wird seine Leserschaft haben. Mich hat das Geld leider sehr gereut.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
1. Jan.
Weibliche Wut, das Ergebnis des Klimawandels und die erste Liebe
Rating:5

Weibliche Wut, das Ergebnis des Klimawandels und die erste Liebe

In "Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft" von Fiona Sironic sehen wir die Auswirkungen des durch den Menschen zerstören Klimas: verherrende Waldbrände, unaushaltbare Hitzeperioden und dadurch das Arten sterben von Vögeln. Durch Era, eine Teenagerin, die mit ihrer Mutter im Wald lebt, erfahren wir, dass immer mehr Vogelarten aussterben. Era dokumentiert dieses Aussterben und dabei verliebt sie sich in ihre Mitschülerin, die gemeinsam mit ihrer kleinen Schwester, endlich Autonomie übt, um sich von ihren Momfluencerinnen zu befreien. Sie sprengen Samstags die Festplatten und Datenträger in die Luft, welche ihre Kindheit festhalten. Das Buch hat mich sehr berührt und vereint wichtige Themen miteinander. Ich denke noch immer daran, was wir tun können, um unseren Planeten zu erhalten und mit der Flora und Fauna zu leben. Außerdem hat mich das Leben der Kinder der Momfluencerinnen sehr wütend gemacht. Wir wissen alle nicht, was auf diese Kinder zukommt und was das mit ihnen macht. Für mich ist dieses Buch auf der Liste zum wiederholten Lesen und darauf freue ich mich sehr.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
29. Dez.
Rating:4.5

"...wird unten ein Rabattcode für ein Nahrungsergänzungsmittel eingeblendet, das speziell für Gamer*innen entwickelt wurde, die nicht mehr dazu kommen, ihren täglichen Kalorienbedarf über feste Nahrung abzudecken. Er soll satt und wach machen, ist apothekenpflichtig:..." Era ein 15jähriges Mädchen schaut sich im Netz ein Stream an, bei der zwei vermummte Mädchen jegliche Sachen in die Luft jagen. Irgendwann trifft sie zufällig bei einem Spaziergang auf die beiden Mädchen, Maja und Merle - zwei Schwestern. Es dauert, aber irgendwann freunden sich Era und Maja an, verlieben sich, revolutionieren und entfernen sich wieder von einander. Maja und Merles Mütter sind berühmte Momflunencer, die bis zum Schluss Content abliefern und alles veröffentlichen. Beide, besonders Maja hat die Schnauze voll davon. Es ist eine Zeit nach den Influencer*innen, nach den Banana, nach den normalen Jahreszeiten, nach der gesunden Ernährung, nach dem Vogelsterben, nach dem alten und besseren Internet und nach dem Jetzt. Eine Zeit in der Kinder kriegen nicht mehr angesagt ist, in der Wein und Fleisch ein echtes Luxusgut geworden ist, in der alles auf Proteinpulver ausgelegt ist und es ist eine Zeit in der der Klimawandel komplett und unberechenbar zu schlägt. Ein interessantes Thema, welches Fiona in ihrem Buch aufgegriffen hat. Die Welt dreht sich weiter, alles tritt ein, was heute noch als weit entfernt scheint. Ein Mix aus Ironie, Sarkasmus und Ernsthaftigkeit. Man muss zwar durch die ersten Seiten durch und dran bleiben, aber ab dann macht alles Sinn.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
21. Dez.
Rating:3

Erschreckende und realistische Darstellung einer gar nicht so fernen Zukunft.. Artensterben, Hitzeperioden, allumfassende Digitalisierung.. und mittendrin junge Menschen, die ihre Zukunft aufgegeben haben.. Mit der Sprache dieses Buches habe ich mir sehr schwer getan. Auch hatte ich das Gefühl, bei den Begrifflichkeiten rund um Social Media und Internet nicht up to date zu sein 🙈 Das hat es mir Recht schwer gemacht, der Erzählung zu folgen. Die beiden Protagonistinnen fand ist sehr authentisch und konnte mich sehr gut reinfühlen. Das Ende war mehr als tragisch und hat mich sehr überrascht 😞

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
14. Dez.
Rating:4

BUMM

Zwischen explosionsartigem Artensterben und dem Burnout einer ganzen Influencer-Generation erzählt Sironic hier von einer leisen queeren Liebe und ohrenbetäubenden Detonationen. Am Samstag gehen die Mädchen nämlich in den Wald und jagen Sachen in die Luft! Ein dystopisches, etwas verrücktes Romandebüt mit viel moderner (Jugend)sprache über eine anstehende, ungewisse Zukunft.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
9. Dez.
Rating:4

Was für ein wilder Titel eines Buches... So wild wie der Titel so wild ist auch die Geschichte. Es handelt sich um eine Dystopie die irgendwie doch realistisch ist. Klimawandel, Artensterben, Lebensmittelknappheit und Momfluencerinnen sind die Themen. Die Protagonistinnen sind wütend und das spürt man auch. Der Schreibstil ist außergewöhnlich..Mal kühl und mal etwas nahbarer. Passte aber perfekt zur Thematik des Buches. Ich mochte das Buch und würde es empfehlen, denke aber das es eher eine bestimmte Zielgruppe anspricht und nicht für die breite Masse passt.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
25. Nov.
Rating:4.5

Realistische Climate Fiction mit Gesellschaftskritik

Era lebt in einer nahen Zukunft, in der der Klimawandel bereits große Auswirkungen auf das Leben hat, mit ihrer Mutter in einem Tiny House im Wald. Maja kennt sie vom Sehen an der Schule. Maja und ihre kleine Schwester Merle sind die Kinder zweier erfolgreicher Mumfluencerinnen, haben jedoch begonnen, sich gegen ihre eigene "Verwertung" in den sozialen Medien aufzulehnen. Sie klauen heimlich Datenträger, auf denen ihre Mütter den bisher produzierten Content gespeichert haben, und sprengen sie im Wald in die Luft. Nachdem Era sie dabei beobachtet hat, freundet sie sich mit Maja an. Fiona Sironics Debütroman hat mich mehr deprimiert als die meisten anderen Dystopien, die ich bisher gelesen habe. Und das ist keine Kritik, sondern ein Lob. Die Darstellung dessen, was uns in den nächsten 30 Jahren erwarten könnte, ist so realistisch, dass ich mich selbst frage, ob ich wie Eras Opa irgendwann in der Sommerhitze einfach tot umfallen werde. Nicht, dass ich solche Gedanken nicht schon vorher gehabt hätte, aber das Buch stellt das Leben in der Klimakatastrophe unwiderstehlich anschaulich da. Ich hoffe, diese Aussagen halten euch jetzt nicht davon ab, das Buch zu lesen, denn ich will es euch im Gegenteil empfehlen. Es gibt durchaus positive Aspekte, wie das Wohnprojekt "Gewächshaus", das so voller Pflanzen ist, dass man es darin trotz der Glasflächen aushalten kann, und das seine Bewohner mit Obst- und Gemüseanbau miternährt. Wir erfahren nicht viel über das politische System, aber es ist offensichtlich, dass es den Bach runtergeht mit dem Lebensstandard. Das zweite große Thema des Buchs ist die Kritik an den sozialen Medien und Influencern, die ihre eigenen Datenschutzrechte und die ihrer Kinder dem "Fame" und dem Geld opfern. Die Reaktion der nachwachsenden Generation in Sironics Geschichte fand ich sehr spannend. Sprachlich ist das Buch sehr einfach gehalten, weist aber durchaus ein paar Ideen für künftige Entwicklungen auf. Die Charaktere hätten für mich etwas deeper sein können, was ich aber nicht als großen Schwachpunkt sehe. Was mir auch gefallen hat, ist die Benennung der Kapitel nach ausgestorbenen Vogelarten (mit wenigen Ausnahmen), denn Eras Opa war Tierpräparator und Era besitzt eine Sammlung seiner Werke. Darin hat das Buch mich ein wenig an "Schwere Lasten" von Annett Gröschner erinnert, die Ähnliches mit Blumennamen macht. Sehr lesenswerte, fesselnde Climate Fiction mit Gesellschaftskritik und queerer Repräsentation.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
23. Nov.
Rating:3

Ein distopischer Roman über das Ende von Social Media

Era, eine 16-jährige Schülerin verfolgt im Stream ihre beiden Schulkameradinnen Maja und Merle. M & M sind die Töchter der beiden berühmten Mum-Influencerinnen Alice und Emily. Die beiden Mädels zündeln gerne und fangen nach und nach an die Festplatten ihrer Mütter zu zerstören. Jedoch wissen sie nicht, dass ihre Daten noch im Archiv für jeden frei zugänglich gespeichert sind. Die Story wird aus Sicht von Era erzählt. Ers lebt mit ihrer Mutter und Tante in einer Welt, in der Hitzeperioden auch außerhalb des Sommers normal sin. Vögel aussterben und täglich die Angst vor einem neuen Waldbrand mitschwingt. Der Roman plätschert so vor sich hin. Es ist ein spannend entworfenes Szenario. Ich fand das Thema interessant und war deswegen doch sehr interessiert an dem Buch. Jedoch muss ich immer wieder feststellen, dass ich mit den Schreibstilen der Autor*innen des Studiengangs Kreatives Schreiben der Universität Hildesheim einfach nicht warm werde. Für mich las sich der Roman zu holprig und es gar zu viele Wiederholungen. Die Story war jedoch gut, so dass wir im Mittel bei 3 Sternen landen.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
23. Nov.
Rating:4

In einer unbestimmten, nicht allzu fernen Zukunft beobachtet Era in einem Stream wie Maja und ihre Schwester Merle im Wald Festplatten in die Luft sprengen. Die Schwestern sind Töchter zweier bekannter Influencerinnen und wollen das Material, das ihre öffentliche Kindheit dokumentiert, zerstören. Era ist fasziniert, sucht die Nähe der beiden Geschwister und verliebt sich schließlich in Maja. Das Szenario, in dem die Handlung spielt ist düster: Der Klimawandel hat das Leben wie wir es heute kennen ausgelöscht. Wenn man nicht gerade zur wohlhabenden Oberschicht gehört, ist der Alltag hart: Bewohnbarer Raum ist knapp, Essen gibt es vor allem in Pulverform, Wasser wird rationiert, Wälder brennen. Era dokumentiert das Aussterben von Vögeln- eine traurige Arbeit, die ihr dennoch irgendwie Halt zu geben scheint. Währenddessen steigen Majas Frust und Wut. Wie weit wird sie gehen? Ich muss zugeben, dass ich sehr lange gebraucht habe um Zugang zu der Story zu finden. Erst im letzten Drittel hat mich das Buch dann so richtig mitgerissen. Die Idee der Geschichte ist großartig, das Szenario erschreckend realistisch, der Schreibstil eher speziell. Die ausschließlich weiblichen Protagonistinnen sind tough und interessant angelegt, aber ich persönlich habe nicht ganz Zugang zu ihnen gefunden. Da mich das Buch sehr zum Nachdenken gebracht hat, und mir neue Perspektiven aufgezeigt hat, empfehle ich es.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag
19. Nov.
Rating:5

Ungewöhnliche, spannende und atmosphärische Dystopie!

Era beobachtet Maja und Merle schon länger. Die Schwestern sind Töchter eines berühmten Influencer-Duos und sprengen in ihrer Freizeit Dinge in die Luft und streamen dies. Bald wird Era in ihre Aktivitäten einbezogen. Um die Mädchen spitzen sich die Klimakatastrophen zu- Wälder brennen, Tierarten sterben aus, die Luft wird gefährlich - und auch die persönliche Lage ihrer Familie wird immer prekärer: bald sind Wohnraum und Essen knapp. Und es zeigt sich, dass die Mädchen unterschiedliche Ziele verfolgen. Mir hat diese Dystopie sehr gefallen. Sie ist ungewöhnlich und eindrücklich. Der Schreibstil braucht etwas Gewöhnung. Ich fand ihn aber besonders und sehr passend.

Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft
Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luftby Fiona SironicEcco Verlag