Ein wenig Leben
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Description
Book Information
Author Description
Hanya Yanagihara, 1974 geboren, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Mit ihrem Roman Ein wenig Leben gewann sie den Kirkus Award und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize, des National Book Award und des Baileys Prize. Ein wenig Leben ist eines der bestverkauften und meistdiskutierten literarischen Werke der vergangenen Jahre.
Characteristics
39 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
x = x
Oh Jude...💔 Ich habe 5 Wochen!!! gebraucht, um das Buch zu lesen - ich bin ganz ehrlich: aus Selbstschutz. Das Buch hat mich emotional genauso mitgenommen wie erwartet. Hätte die liebe Rieke mich nicht parallel mental betreut, hätte ich es glaub ich nie zuende gelesen. Das Buch hat mein Herz in tausend Teile zerrissen, gleichzeitig gibt es aber auch so schöne Momente & ich liebe Willem, Harold & Andy 🥰. Was ich sagen möchte, ist, dass das Buch eben nicht nur die Freundschaft vierer Freunde beinhaltet. Es erzählt die Lebensgeschichte eines schwerst traumatisierten Menschen und wie man sich unter solchen Umständen entwickeln kann. Und wer mir sagen möchte, dass Judes Verhalten "seltsam" ist: Nein! So benehmen sich Personen mit diffusen Traumata. Deswegen mag ich das Buch auch so. Es ist realistisch und auch wenn es unglaublich traurig ist & ich viele Tränen vergossen habe, muss ich sagen, die Autorin scheint sich in dem Bereich auszukennen oder sehr viel Recherche reingesteckt zu haben. Ich bin erstaunt, dass sie fiktive Persönlichkeiten gestaltet hat, mit denen man so mitleiden kann. Der Schreibstil ist sehr angenehm und poetisch, aber das Buch ist definitiv nur etwas für Personen, die sich psychisch in der Lage befinden von diversen Triggern und Traumata zu lesen. Es ist hart, aber das war es wert. 😭

Unglaublich gut geschrieben, aber es zerstört einen.
Ich habe Ein wenig Leben gelesen und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich darüber sprechen soll. Mir wurde es empfohlen. Und ich weiß bis jetzt nicht, ob man das überhaupt darf. 😅 Dieses Buch ist so gut geschrieben. Und gleichzeitig so schlimm 🥺🫣 Es gibt einem so viel. Und nimmt einem mindestens genauso viel wieder. Es lässt einen fühlen. Es lässt einen lieben. Es lässt einen an ganz vielen Stellen komplett zerbrechen. Und dann gibt es diese kleinen Momente, in denen man kurz aufatmet oder sogar schmunzeln muss. Und genau das macht es so besonders. 😊 Im Mittelpunkt stehen vier Freunde, aber eigentlich geht es um Jude. Und Jude… tut einfach nur weh. Schon früh merkt man, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Und trotzdem wächst er einem sofort ans Herz. Der Schreibstil ist unglaublich nah. Teilweise so nah, dass man es kaum aushält weiterzulesen. Man fühlt jeden Gedanken, jede Angst, jeden Schmerz. Es gibt so viele Szenen, die einfach nur grausam sind. Gewalt, Missbrauch, Selbsthass. Ich würde empfehlen, die Triggerwarnungen zu lesen. Das sind Dinge, die man eigentlich nicht lesen will. Und trotzdem liest man weiter. Weil da immer wieder diese kleinen Momente sind 🥰 Mit Willem. Mit Harold. Mit Andy. Momente, die zeigen, dass da noch Leben ist. Ein wenig Leben! Aber dieses Buch ist hart. Es ist gewaltsam. Es ist an vielen Stellen kaum auszuhalten. Es triggert. Es geht unter die Haut. Und es bleibt da! Ich habe oft geweint 🥺Ich wusste eigentlich, wie es enden wird und wollte es nicht wahrhaben. Und trotzdem fühlt sich das Ende richtig an. Dieses Buch ist kein „schönes“ Buch. Aber es ist ein unglaublich starkes. Für mich war das kein Lesen. Es war ein Durchleben!

Ein Roman, der seinen Figuren keine Entwicklungsmöglichkeiten, jedoch viel Anlass für Leid und Trauer bietet.
Es gibt vieles, was ich über dieses Buch in anderen Rezensionen gelesen habe, daher möchte ich vor allen berichten, was mich am Roman am meisten beschäftigt hat. Zunächst, was mir gefallen hat: Der Autorin gelingt es in sehr lebendiger und mitreißender Sprache, uns in das Innenleben ihrer Hauptfigur mitzunehmen und mit etwas Geduld wird man irgendwann in die Geschichte hineingezogen. Man wird mitgenommen in eine Welt, in der einige Menschen einander bedingungslos lieben und radikal akzeptieren, einander das Beste wollen, loyal zueinander sind, inneren und äußeren Widerständen zum Trotz. Das zu lesen tut gut und gibt eigentlich Mut für die eigenen Beziehungen. Andererseits werden wir bis ins kleinste Detail mitgenommen in unverrückbare Selbstentwertung und hochaggressive Selbstverletzung. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das Buch vielleicht nicht oder unter anderem Bedingungen gelesen, z.B. nicht allein. In diesem Roman werden Beziehungen in komplett gut oder böse aufgespalten, damit wird es unplausibel: in den „guten“ Beziehungen verschlägt es allen die Sprache, wenn es um schwierige Themen geht. Aber wieso bleiben sie dennoch stabil, obwohl sie von den Selbstentwertungen und -verletzungen so massiv berührt werden und dies nicht besprechbar ist? (Die positiven Gefühle füreinander sind es übrigens auch nicht). Das gilt selbst für die therapeutische Beziehung: Therapeut*innen sind in der Realität durchaus in der Lage, traumatische Geschehnisse zu versprachlichen und zu bearbeiten. Im Buch komischerweise nicht. Dort ist Therapie nur lästige Zeitverschwendung. Dann die Unglaubwürdigkeit in Bezug auf die Ressourcen: die sehr beschädigte Hauptfigur kann und weiß einfach unglaublich viel, wird dafür anerkannt und geschätzt, vermag aber trotzdem nicht, daraus Stabilität oder Selbstwert zu entwickeln, probiert es nicht mal. Dazu kommt, dass ihre Leistungsfähigkeit in Ausbildung oder Beruf null unter den Schmerzen und Traumata leidet. Dann das Netzwerk: keiner dieser hochgebildeten, sorgenden Personen sorgt dafür, dass professionelle Hilfen angegangen und Netzwerke aufgebaut werden, obwohl sie teils dazu verpflichtet wären. Doch sie schweigen, wurschteln herum, lassen sich als Geheimnisträger instrumentalisieren und tragen so die Destruktivität mit. Ein weiterer Aspekt ist die fehlende Figurenentwicklung. Sie fällt zunächst nicht so stark auf, weil man durch die verschiedenen Zeitebenen permanent den nächsten Schicksalsschlag, den nächsten zu detaillierte Rückblick verdaut und so übersieht, dass die Figuren sich nicht verändern. Über Jahrzehnte nicht. Zuerst dachte ich, dass die Freunde ebenbürtig ausgeleuchtet werden, aber angesichts der düsteren und brutalen Vergangenheit des Hauptcharakters, die zunehmend offenbar wird, rücken sie in den Hintergrund, einige bleiben flach und eindimensional. Ich hätte gern mehr über sie erfahren. Die Art des Erzählens, diese Mischung aus dem Eröffnen der Verletzlichkeit und Verwundbarkeit der Hauptfigur, den Rückblenden in ihre schockierende Vergangenheit, dem Beschreiben von aktuell niederschmetternden oder berührend schönen Erlebnissen und der anfangs fehlenden Erklärung für den Grund der körperlichen Behinderung, dieser Mix erzeugt Mitgefühl und eine Sogwirkung. Er wird von der Autorin jedoch ausgereizt und überspannt, in der zweiten Hälfte des Buchs war schließlich meine Empathie aufgebraucht und ich fühlte mich von der Art des Geschichtenerzählens vor allem manipuliert. Ich wusste, wenn es an einer Stelle der Geschichte einen guten Verlauf für die Figur nimmt, dann nur, um sie danach umso tiefer fallen zu lassen. Das wiederholte sich und wurde vorhersehbar. Spoiler: Am schwierigsten fand ich, dass wir überwiegend aus der Perspektive des suizidgefährdeten Hauptprotagonisten blicken und so seine Rechtfertigungen, Relativierungen und verzerrte Selbstwahrnehmung ungebrochen, kaum widersprochen stehen gelassen wurden. Nicht mal am Ende wird die Brutalität und Aggression des Selbstmordes dargestellt, der Schmerz, den er bei Verbliebenen verursacht, sondern er wird als tröstlich eingeordnet. Was für ein fatales und falsches Signal!

Bedrückend. Verzweifelnd. Und immer wieder diese Hoffnung.
"Lass mich gesund werden oder sterben." Ich habe die READO-KI nach einer traurigen, mich brechenden Buch-Empfehlung gefragt und dieser Roman wurde dem gerecht. Der Einstieg war wie bei vielen anderen Lesenden auch für mich schwierig und es war kein Leseflow aufgekommen, aufgrund von vielen Charakter-Beschreibungen und dem ausbleibenden ersichtlichen roten Faden. Dies besserte sich jedoch im Laufe der Handlung und mit dem Fokus auf den Protagonisten. Es ist erschütternd wie viel Leid einem Menschen widerfahren kann. Sicherlich ist dies ein Roman, aber jedem ist bewusst, dass es auf der Welt etliche Menschen mit ähnlichen, wenn nicht noch schlimmeren Schicksalen gibt und das gibt einen viel zu denken. Für mich persönlich ist der Roman deutlich zu lang mit 960 Seiten und könnte zur Verbesserung und Intensivierung gekürzt werden. Er ist voller Emotionen, Verzweiflung, grausamen Misshandlungen und immer wieder Hoffnung auf Besserung. Auf Normalität und Ruhe. Auf Glück. Neben all den bedrückenden Gefühlen wird auch immer der Wert der Freundschaft, Fürsorge und des Füreinander Dasein beleuchtet. Das Ende war für mich sehr emotional und in dieser Ausprägung bisher einzigartig. Wer sich all diesen Gefühlen hingeben und in den Sog geraten möchte, kann sich auf den Roman einlassen. Es ist sicherlich eine Belastung, die aber auch durchaus lohnenswert ist. Nichts für schwache Gemüter, aufgrund der vielen Trigger-Thematiken.
“And so I try to be kind to everything I see, and in everything I see, I see him.”
Ich weiß warum ich es immer und immer wieder aufgeschoben haben dieses Buch zu lesen. Selten wurde mein Herz so gebrochen. Es war eines der besten Bücher die ich je gelesen habe, aber auch eines der furchtbarsten. Ich bereue es kein bisschen, aber weiß nicht, ob ich es jemandem empfehlen würde.
Ach Jude…❤️🩹
Dieses Buch hat mich völlig zerstört und emotional zurückgelassen. Es ist nichts für schwache Nerven, die Content-Warnungen sollte man unbedingt ernst nehmen! Dennoch ist es eines der eindrucksvollsten Bücher, die ich je gelesen habe. Hanya Yanagiharas Schreibstil ist einzigartig. Niemand schreibt so wie sie. Mit einer unglaublichen Intensität formt sie ihre Charaktere so lebendig, dass es sich anfühlt, als würden Jude, Willem und alle anderen wirklich existieren. Ihre Geschichten gehen unter die Haut und lassen einen nicht mehr los. Ich habe lange gezögert, ob ich dieses Buch lesen soll. Aber es lohnt sich so sehr! Es vergeht kein einziger Tag, an dem ich nicht daran denke. Ein wenig Leben tut weh, aber genau deshalb bleibt es für immer. 🫂
Einfach nein
Ich war anfangs recht verwundert über die heftigen Reaktionen und vor allem über die weit auseinander gehenden Meinungen in den Rezensionen dieses Buches. Aber ja, mittlerweile kann ich meine Vorgänger sehr gut verstehen. Ich hab das Buch nicht komplett durchgelesen. Bei 60 % vom Hörbuch hat's mir dann gereicht. Ich hab den fehlenden Teil zusammengefasst noch nachgelesen (gelobt seien die BuddyReads auf Reado). Und ja, ich bin erleichtert, dass ich jetzt mit Gewissheit sagen kann, dass ich dieses Buch nicht mehr weiter lesen will. Anscheinend ist die Autorin mit dem Vorsatz "schlimmer geht immer" an das Buch rangegangen. Man stelle sich einfach die schlimmsten Szenarien und miesesten Entwicklungen zu der Handlung vor. Dann kann man fest davon ausgehen, dass diese *immer* in diesem Buch auftreten werden. Meistens sogar noch eine Stufe schlimmer als das, was man sich vorstellen will. Ich will nicht mal sagen, dass solche Leben wie von Jude zu realitätsfern oder unglaubwürdig sind. Es gibt mit Sicherheit leider genug Menschen auf der Welt, die ähnliches durchleiden wie er. Ich kann mir allerdings trotzdem schwer vorstellen, dass solche Schicksalsschläge mit einer solchen Häufigkeit, Regelmäßigkeit und Intensität immer und immer und immer wieder vorkommen. Das Buch fühlt sich so an, als hätte sich die ganze Welt gegen Jude verschworen. Entweder um ihm auf maximalste Weise zu schaden, zu verletzen, zu demütigen und zu missbrauchen. Oder ihm kurz das Gefühl von Wärme und Sicherheit zu geben, um ihn kurz darauf wieder alleine zurück zu lassen. Die ganze Welt von "ein wenig Leben" scheint nur aus Pädophilen, Vergewaltigern oder kranken, gebrochenen Menschen zu bestehen. Und es läuft am Ende immer darauf hinaus, dass Jude entweder im metaphorischen oder im tatsächlichen Sinne windelweich geprügelt und ausgenommen wird, wenn er eh schon längst am Boden liegt. Vielleicht bin ich einfach zu ignorant und verwöhnt, um mir so viel Leid auf einmal vorstellen zu können, aber mir erscheint das alles einfach viel zu überzogen und überdramatisch. Und diese ständige Überdramatik geht nicht nur aufs Gemüt, sie nervt irgendwann nur noch. Selbst wenn diese ganzen Darstellungen aus dem Leben eines echten Menschen gegriffen sein sollten und realitätsnäher sind, als man wahrhaben möchte: Es ist meiner Meinung nach trotzdem keine gute dramaturgische Entscheidung, eine Erzählweise zu wählen, die den Leser kaum verschnaufen lässt und ständig von einer herzzerreißenden Szene zur nächsten springt. Man hat sich 300 Seiten lang so viel Zeit gelassen, um Atmosphäre zu schaffen und die Charaktere vorzustellen. Und das alles nur, um dann von jetzt auf gleich über mehrere hundert Seiten auf den Leser mit lauter heftigen Traumata einzudreschen? Ja, ich verstehe schon, dass es der Autorin darum ging, den Leser genau diese Ungewissheit und bösen Überraschungsmomente durchleiden zu lassen, die Jude sein Leben lang quält. Aber welcher Leser soll das auf Dauer aushalten? Man kann doch auch dann Empathie im Leser hervorrufen, ohne die ganzen Grausamkeiten, Gewalt und Schicksalsschläge so exzessiv zu übertreiben. Oder zumindest ohne sie so detailliert zu beschreiben. Wahrscheinlich hab ich einfach zu schwache Nerven für das Buch oder bin zu ignorant - aber wahrscheinlich ist das Erzähltempo des Buches auch einfach nicht gut gewählt und der Fokus liegt zu sehr auf der Darstellung von Schmerz und zu wenig darauf, den Leser abzuholen. Das Buch macht den Eindruck, als habe die Autorin dezent auf ihre Leser gesch*** und auf möglichst zynische, menschenverachtende Art ihren ganzen Menschenhass auslassen wollen. Es ist gut, dass Menschen mit Traumata Bücher schreiben, um ihren Schmerz zu verarbeiten. Ich mache das im Grunde genauso. Und solche Bücher haben auch ihre Existenzberechtigung. Man muss sich dann eben als Leser fragen, ob man sich wirklich auf so viel Negativität einlassen will. Mir persönlich ist meine Zeit dafür zu schade. Insgesamt daher nur 2/5 ⭐ von mir, weil das Erzähltempo sehr unausgewogen und die Handlung zu übertrieben dramatisch ist.
Ein emotional brutaler Roman, der tief trifft, lange nachhallt und einen nicht unversehrt zurücklässt.
"Ein wenig Leben" braucht Zeit, um sich zu entfalten. Die ersten rund 100 Seiten sind eher ruhig und fordernd, doch danach entwickelt sich der Roman zu einer unglaublich fesselnden und intensiven Geschichte. Mit jeder Seite wächst die emotionale Wucht. Besonders die Figur Jude geht tief unter die Haut – sein Leid, seine Ängste und seine innere Zerrissenheit sind kaum auszuhalten und dennoch unmöglich zu ignorieren. Man fiebert mit, verzweifelt mit und spürt immer wieder diese bedrückende Schwere, die über allem liegt. Was dieses Buch so besonders macht, ist die Konsequenz, mit der es seine Geschichte erzählt. Es ist ein epischer Roman, der nichts beschönigt und emotional stark fordert. Gleichzeitig entsteht eine tiefe Verbindung zu den Figuren, die einen nicht mehr loslässt. Ein sehr intensives, bewegendes Buch – aber definitiv nichts für schwache Nerven.

Ein Buch, dass einem alles abfordert!
Man kann für dieses Buch keine Leseempfehlung aussprechen. Es ist einfach zu grausam. Wir begleiten Jude viele Jahre seines Lebens. In Rückblenden erfahren wir Schritt für Schritt Dinge aus seiner Kindheit und Jugend, die so furchtbar sind, dass sie bis in sein Erwachsenenleben Auswirkungen haben und ihn daran hindern sich selbst als wunderbaren Menschen wahrzunehmen und Liebe von anderen anzunehmen. Jude lernt während seines Lebens Menschen kennen, die ihn lieben und es sehr gut mit ihm meinen, ihn lieben und ihm Halt geben. Das macht einem beim Lesen Hoffnung und doch kommt von Kapitel zu Kapitel eine neue Tragödie hinzu. Abzug gibt es, weil ich am Anfang etwas brauchte, um rein zu kommen, aber das dran bleiben hat sich gelohnt. Auch zwischendrin gab es die ein oder andere Länge, evtl. wäre das Buch auch mit 150 Seiten weniger ausgekommen. Die Sprache hat mir sehr gut gefallen. ACHTUNG: Es geht um sexuellen Missbauch, Selbstverletzung, Gewalt, Esstörungen und suizidale Gedanken.
Vor neun Jahren habe ich diesen Text über „Ein wenig Leben“ geschrieben. Gestern hat mich tatsächlich jemand gefragt, ob ich dieses Buch gelesen habe – und plötzlich war alles wieder da. Dieses Gefühl nach der letzten Seite, diese Schwere, die dieses Buch hinterlassen hat, und der Drang, die eigenen Gedanken irgendwie in Worte zu fassen. Ich lasse den Text heute ganz bewusst genauso stehen, wie ich ihn damals geschrieben habe. Ungefiltert, emotional und mitten aus diesem Moment heraus. Denn genau so hat sich dieses Buch angefühlt. Ich glaube nicht, dass ich „Ein wenig Leben“ jemals ein zweites Mal lesen werde. Dafür ist diese Geschichte zu grausam, zu intensiv, zu schmerzhaft. Aber aus meinem Regal würde ich es trotzdem niemals geben. Manche Bücher liest man nur einmal – und trotzdem begleiten sie einen ein Leben lang. Wie kann ein Buch gleichzeitig die schönste, schlimmste, grausamste, am besten geschriebene, beeindruckendste, qualvollste, großartigste Geschichte beinhalten, die man je gelesen hat? Wie kann man versuchen, ein Buch zu beschreiben, das sich mit Worten nicht beschreiben lässt? So ein lächerliches Alphabet mit nur 26 Buchstaben? Wie sollen diese jemals auch nur ansatzweise das heraufbeschwören können, was „Ein wenig Leben“ mit mir gemacht hat? Und doch hat „Ein wenig Leben“ ironischerweise genau diese absurde kleine Anzahl an Buchstaben gebraucht, um zu einem Buch zu werden, das ich nie wieder vergessen werde. Weil man es nicht vergessen kann. Weil es dich mit jeder Seite ein kleines bisschen mehr zerstört. Weil du bitterliche Tränen weinst, weil Sätze und Wörter, so intensiv und berauschend erzählt, dir um die Ohren fliegen, dass du glaubst, dass du es nicht schaffen kannst. Dass du diese Geschichte nicht schaffen kannst. „Ein wenig Leben“ hat mir leserisch alles abverlangt. ALLES! Und dann hat es dieses ALLES genommen und noch einmal verstärkt, es noch einmal ein bisschen unerträglicher gemacht. „Ein wenig Leben“ hat mich an eine Klippe gebracht, um mich dort stehen zu lassen und zu sagen: „Was ist los? Heulst du, weil du nicht fassen kannst, dass Bücher auch solche Geschichten erzählen können? Heulst du, weil es keine Gute-Laune-Welt ist, die du hier betrittst? Willst du aufgeben? Jetzt? Einfach so? Oder springen und es zu Ende bringen?“ Mehr als einmal war ich an diesem Punkt, an dem ich geglaubt habe, dass es nicht weitergeht. An dem ich im Kampf erschöpft zu Boden gesunken bin und gedacht habe: „Ich kann nicht mehr. Hier ist meine weiße Fahne! Ich gebe auf!“ An dem ich so viel Abstand wie möglich zwischen mich und diese Geschichte bringen wollte. Aber irgendetwas hat mich immer wieder zurückgezogen – so sehr, dass ich die zweite Hälfte des Buches, obwohl ich für die erste Hälfte über zwei Wochen gebraucht habe, in drei Tagen zu Ende gelesen habe. Und nun sitze ich hier. Voller blauer Flecken, die nicht eingebildet sind. Diese Geschichte hinterlässt Spuren in der Seele, die niemals verblassen werden, obwohl „Ein wenig Leben“ ein Buch ist, das ich nicht explizit weiterempfehlen würde. Es ist noch nicht einmal eine Geschichte, die man gelesen haben muss. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann mit ALLEM. Mit dem Schmerz, mit den blauen Flecken, mit den Tränen, mit der Klippe, mit der Angst, die nächste Seite umzublättern. Mit einer Angst, die sich nicht erklären lässt, weil es nicht real ist. Und doch ist es so real, dass es weh tut. Und dass es eine Wunde ist, die lange braucht, bis sie wieder heilen kann. Wenn sie es überhaupt tut. „Wir brauchten mehrere Tage, um ihn zu lesen, denn obwohl er nicht lang war, war er zugleich endlos, und wir mussten immer wieder die Seiten niederlegen und uns von ihnen entfernen, um uns dann gegenseitig zu wappnen – Bist du bereit? –, uns hinzusetzen und ein weiteres Stück zu lesen.“ (S. 956)

Hype mit Vorsicht
Bin ehrlich, ich hab das Buch nur wegen des Hypes gelesen. Überall Videos, in denen Mädels weinen und fix und fertig sind - Das heißt das Buch MUSS ein Hit sein! Ich hab‘s auf Englisch gelesen und muss erstmal sagen, dass unfassbar viele extravagante Wörter benutzt werden, die ich mit Vergnügen übersprungen habe. Das Leben von allen 5 Freunden wird ausführlichst beschrieben und es wird ein Spannungsbogen bezüglich Jude‘s Vergangenheit gezogen. Für meinen Geschmack eeetwas zu lange, aber da ist jeder anders. Irgendwann war ich so ungeduldig, dass ich gar nicht mal mehr wissen wollte, was damals passiert ist HAHAHAHA Anyways.. als man dann zu besagten Stellen kam, wurde es einfach nur noch grausam. Und zwar kontinuierlich, sodass meine Vorstellungskraft einfach nicht mehr mitmachen wollte. Das Ende hat mich auch leer zurückgelassen, deswegen ist meine Bewertung nicht allzu gut. Mir hat das Buch nichts gegeben.
»Nicht die Verlorenen sind es, die man besucht, sondern die Menschen, die nach den Verlorenen suchen.«🥀
Ein unfassbar tragisches und wunderschön geschriebenes Buch, das jedoch gute 300 Seiten zu lang ist.😶🌫️ Das Schicksal von Jude ist so schrecklich, dass ich das Buch immer wieder weglegen und Pausen einlegen musste. Und jedes Mal, wenn ich dachte, es könne für ihn nicht schlimmer werden, wird immer wieder einer oben drauf gesetzt – und das wortwörtlich über 1.000 Seiten hinweg. Es ist eine hoffnungslose Abwärtsspirale voller Trauma, Schmerz und Verlust - wirklich einfach nur deprimierend.🥺

Dieses Buch bringt einen an seine Grenzen... und darüber hinaus!
Dieses Buch hat mich wirklich zutiefst erschüttert. Wir begleiten eine Freundesgruppe vom Anfang bis zum Ende ihres Lebens. 4 Freunde, die jeder für sich seine eigenen Probleme und Herausforderungen haben, welche sehr anschaulich und nachvollziehbar beschrieben werden. Trotz seiner beachtlichen Länge hat man nicht das Gefühl dass es langatmig ist, eher im Gegenteil. Es wurden alle relevanten Handlungen in dem Leben der 4 thematisiert. Die Handlung ist allerdings nichts für Jedermann. Man sollte sich darüber im Klaren sein, welche Themen hier behandelt werden, bevor man es liest. Dieses Buch ist wirklich harte Kost. Die hier behandelten Themen regen wirklich zum Nachdenken an und machen einem erstmal so richtig bewusst, wie anders das Leben eigentlich verlaufen kann. Die Leben der im Buch dargestellten Personen unterscheiden sich komplett voneinander und verlaufen sehr unterschiedlich in ihren Höhen und Tiefen. Es wird einem überdeutlich vor Augen geführt, zu welchen Gräueltaten Menschen eigentlich imstande sind. Besonders schockiert und zugleich fasziniert hat mich das Leben von Jude. Jude ist ein wahnsinnig starker Charakter, der aufgrund seiner Vielschichtigkeit und seiner enormen Entwicklung, in "Ein wenig Leben" den stärksten Anteil erhalten hat. Durch die enorme Abnormalität und Absurdität vergisst man schnell, dass diese Taten nicht nur in Büchern vorkommen, sondern für manche Menschen groteskerweise Alltag sind.
💌 Rezension – A Little Life
Ich weiß gar nicht, wie man über dieses Buch reden soll. Es ist schön und grausam gleichzeitig , einfach nur intensiv. Es geht um das Leben eines jungen Mannes, um seine Vergangenheit, seine Ängste, seine Geister. Und jedes Mal, wenn man denkt, schlimmer kann’s nicht mehr werden, wird’s doch noch schlimmer. Ich musste mehrmals Pause machen, weil es einfach zu viel war. 🫠 Man fühlt alles mit , Mitleid, Wut, Verzweiflung. Und trotzdem kann man nicht aufhören zu lesen. Die Nebenfiguren, die Freunde, alle wirken so echt, so hilflos, so menschlich. Es ist kein Buch, das man einfach „mag“. Es ist eins, das einen kaputtmacht und trotzdem irgendwie heilt. ⭐️⭐️⭐️⭐️ / 5
Für Jude 🩷
Ein Jahr später – und es lässt mich nicht los. Es ist über ein Jahr her, dass ich Ein wenig Leben gelesen habe. Und doch vergeht kaum eine Woche, in der ich nicht an Jude denke. An Willem. An diese Freundschaft, die Liebe, die Tragik. Dieses Buch hat etwas mit mir gemacht – etwas, das geblieben ist. Ich habe mir jetzt die Sonderedition gekauft, einfach weil sie so wunderschön ist und weil ich diesem Buch einen Platz in meinem Wohnzimmer geben will, als Teil meines Lebens. Erst gestern kamen mir wieder die Tränen, als ich jemandem davon erzählt habe. So tief sitzt der Schmerz, aber auch die Zärtlichkeit, die Nähe. Ein wenig Leben ist stellenweise kaum auszuhalten – und doch möchte man keine Seite missen. Mich hat noch nie ein Buch so tief bewegt, und ich glaube, keines wird es je in dieser Intensität wieder tun.
Ein Geschichte, die sich wie ein Faustschlag in den Magen anfühlt.
Die Geschichte rund um die vier Freunde Jude (Anwalt), Willem (berühmter Hollywood-Schauspieler), Malcom (Stararchitekt) und JB (Künstler) fing recht harmlos an. Normalerweise bringt mich auch nichts so schnell aus der Ruhe, doch das Buch hat es geschafft, dass ich es zeitweise beiseite legen musste. Einige Geschehnisse waren so ungeheuerlich, dass mein Gehirn sich immer wieder einredete: "So viel Schlimmes kann einem Menschen doch niemals auf einmal passieren!" Ein naiver Gedanke. Judes dunkle Vergangenheit wird schrittweise entblättert und immer dann, wenn ich mir dachte, dass es nun für ihn besser wird und er endlich sein Leben genießen kann, passiert irgendein Mist. Teilweise war das schwer zu ertragen. Das Buch hat aber auch seine Schwächen: 1. Es ist eindeutig zu lang. Manche Passagen hätten gewiss gekürzt werden können. Gelegentlich habe ich Stellen überblättert ohne das Gefühl zu haben, etwas Wichtiges verpasst zu haben. 2. Die Beziehung der vier Männer erschien mir manches Mal zu "perfekt". Sie gingen so liebe- , rücksichts- und verständnisvoll miteinander um, dass es schon fast traumhaft war. Was zum nächsten Punkt führt: 3. Alle Figuren waren entweder schwarz oder weiß. Entweder besonders gut, freundlich und liebevoll oder schrecklich brutal und unmenschlich. Ich muss zugeben, dass dies allerdings auch dazu beigetragen hat, die unerträglichen Passagen auszugleichen. Immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, dass ich nicht mehr weiterlesen kann, kamen die guten Szenen mit netten Figuren und tollen Gesprächen. Trotzdem hätte ich mir manchmal mehr Grauzonen gewünscht. 4. Der Satz "Es tut mir leid" wurde für mich in diesem Buch so oft verwendet, dass er inzwischen zu einer unbedeutsamen Brei aus Buchstaben verkommen ist. Ab der Mitte war es nur noch nervig und ich hätte am liebsten geschrien, dass sie damit aufhören sollen! Trotz dieser Kritikpunkte bereue ich es nicht, dieses Buch gelesen zu haben, denn ich habe mich manches Mal "gesehen" gefühlt. Gerade in den Szenen, in denen es um Judes Schmerzen ging. Die Beschreibungen, welche körperlichen und seelischen Auswirkungen regelmäßige Schmerzen oder unkontrollierbar auftretende Schmerzen haben, waren sehr gut beschrieben. Wer viel ertragen kann, für den ist dieses Buch sicherlich gut geeignet. Ich empfehle allerdings, während des Lesens regelmäßig etwas Schönes zu machen, damit die Geschichte einen nicht in seine verschlingende Dunkelheit zieht.
Immer wenn ich das Buch zur Hand hatte, und danach, fühlte sich für mich alles grau an.
Ich muss beim Lesen eigentlich nicht weinen, ich bin einiges gewohnt. Aber Judes Leben, die Schilderungen im Buch, haben mich so eingefangen, dass ich sogar Schluchzen musste. Dieses Buch ist einzigartig. Der Schreibstil ist einzigartig (und nicht unbedingt einfach). Judes Geschichte wird mir noch lange nachhängen. Ich habe beim Lesen das Gefühl bekommen, dass er nie glücklich werden kann. Ich fand die Schilderung der Erlebnisse sehr wichtig, denn so wird einem vor Augen geführt, wie sehr sich Trauma auf das Denken, Verhalten und Leben auswirken kann. Aber das Buch beinhaltet auch einzigartige und wundervolle Ereignisse über Freundschaft und Liebe. Ich werd‘s nie vergessen.

Puhhhh.. nach diesem Buch ist erstmal alles anders. Mit anderen Worten… es zerstört dich!
-Eins vorweg. Dem Buch fehlt die Triggerwarnung! Das ist harter Tobak der hier detailliert geschildert wird- Ein wenig Leben ist eine sehr langsam erzählte Geschichte über Freundschaft, Liebe, Unglück und Missbrauch. Das Buch ist unfassbar emotional und grausam zugleich. So wird das Wohlbefinden beim Lesen auf links gedreht, man fühlt mit den Charakteren mit und durchlebt das unfassbar tragische Leben des Protagonisten Jude. Die Autorin baut eine bittere, ernste und vor allem realistische Welt auf, die sich um Missbrauch, Freundschaft, Menschlichkeit, Unvollkommenheit und Versagen dreht. Schlichtweg ums Mensch sein. Hautpsächlich geht es in erster Linie um das Leben des Protagonisten Jude und dem unvorstellbaren Missbrauch der ihm als Kind und Erwachsener mehrfach widerfährt. Aber letztendlich liegt der Fokus des Buches auf die bedingungslose Liebe seiner Mitmenschen und seinen Freunden. Auf das Verzeihen und auf das Mitgefühl untereinander. Auch wenn das Buch an einigen Stellen sich wahnsinnig zieht, man das Gefühl hat, es könnte viel kürzer sein, liegt die Genialität darin, dass die Autorin sich extrem viel Zeit nimmt, die Geschichte so unaufgeregt und langsam zu erzählen, damit die Atmosphäre in der das Buch spielt sich deutlich entwickeln kann. Und diese wirkt so eindringlich und realistisch, dass sie den Leser nahezu Platt macht. Ganz ohne billige Plots, Wendungen und Hollywood. Manche Situationen hätten durchaus kürzer ausfallen können. Aber vielleicht braucht es eben auch diese teils monotone Erzählweise von alltäglichen Dingen. Schön ist, dass die Protagonisten alle erfolgreiche und stinkreiche Menschen sind, denen es aber in ihrem Schicksal nicht hilft und auch nicht glücklich macht. Eine tolle Lehre. Zudem gibt es keinen Höhepunkt. Man weiss zu Beginn schon wo die Reise hingeht und man denkt schon früh darüber nach, ob man diese emotionale Härte durchhält oder nicht doch lieber abbrechen soll. Die Autorin erschafft zudem ein sehr gesundes Männerbild und lässt keinen Raum für patriarchale Denkweisen. Und das ohne aufdringlich und anklagend zu wirken. Hier zeigen Männer tiefste Emotionen, was ungewohnt wirkt, aber sowas von richtig ist! Ein Buch, das viel Durchhaltevermögen erfordert, sich erst im Gesamten als nahezu Meisterwerk entpuppt. Und das einem emotional komplett zerstört.

Dieses Buch hat mich sehr mitgerissen. Ich musste es zwischendurch weglegen, ich musste zwischendurch weinen, ich musste nachdenken. Was für eine ergreifende Story über eigentlich nur sensible und schwere Themen , aber auch eine Story über wahre Freundschaft. Ich liebte und hasste Jude, die Hauptfigur.
"Warum fanden die Leute solche Freundschaften bewundernswert, … … wenn man siebundzwanzig war, aber suspekt, wenn man siebenunddreißig war? Warum zählte eine Freundschaft weniger als eine Beziehung?"
Was habe ich da bitte gelesen? Ich muss sagen, das ich bis zur Mitte des Buches unheimliche Probleme hatte reinzufinden. Ich wollte es sogar schon komplett abbrechen. Doch mit einem Mal wurde alles anders. Es ist unglaublich wie bildlich die Autorin Gefühle beschreibt. Ich habe bei fast jedem Kapitel weinen müssen. Habe mitgefiebert. Habe gehofft, obwohl die Situation fast aussichtslos war. Ich gebe 3 Punkte, weil es eben nur die zweite Hälfte war die mich mitgerissen und eingenommen hat.
Es ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss, für das man emotional gewappnet sein sollte, auf das man sich einlassen muss.
Erzählt wird die Geschichte von Malcolm, JB, Jude und Willem, die sich in jungen Jahren kennenlernen. Wir verfolgen ihren Werdegang, wobei im Laufe des Buches ein besonderer Augenmerk auf Jude gelegt wird. Dieser ist körperlich beeinträchtigt und man merkt ihm an, dass er ein Trauma bewältigen muss. Wie groß und umfassend dieses Trauma ist, entblättert sich im Laufe des Buches. Stückchen für Stückchen erfährt man mehr von Judes Vergangenheit, blickt in tiefe Abgründe, die Judes destruktives Verhalten in der Gegenwart erklären. In der Gegenwart ist die Liebe und Freundschaft, die Jude von seiner Umgebung erfährt, wirklich sehr berührend. Die Menschen um ihn herum setzen alles in Bewegung, um Jude zu helfen. Jude aber ist so gefangen in seinem Trauma, dass er diese Hilfe nicht annehmen kann, sich nicht vorstellen kann, dass jemand solche Liebe für ihn empfindet. Viele Fragen werden aufgeworfen: Wieviel Schmerz und Trauma kann ein Mensch ertragen? Warum nimmt er keine Hilfe an? Wie verhält man sich gegenüber einem Menschen, der keine Hilfe annimmt? Wann hört Freundschaft auf und wann beginnt Verantwortung? Dieses Buch war nicht leicht zu lesen. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, wobei die Achterbahn meist in den Abgrund rast und nur selten, kurz nach oben schnellt. Nur selten kann man ein wenig aufatmen und sich über eine positive Wendung freuen. Auch weil unterschwellig immer das Leid begleitet, weil es nie eine nur positive Zeit gibt. Ich musste das Buch zwischendurch pausieren und habe lange mit mir gerungen, ob ich weiterlese, da es mich an die Grenze des Erträglichen gebracht hat. Das Buch löste bei mir so viele Gefühle aus. Verzweiflung, Fassungslosigkeit, Hilflosigkeit und Wut gegenüber eines Protagonisten, der so viel Trauma erlebt hat, sich aber weigert Hilfe anzunehmen. Mir fällt es schwer, eine Leseempfehlung auszusprechen, da mich das Buch zwar sehr berührt, aber auch sehr an meine Grenzen gebracht hat. Es ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss, für das man emotional gewappnet sein sollte, auf das man sich einlassen muss. Auch ein Buch, das lange nachhallt.
Eine emotionale Achterbahnfahrt
Zunächst muss ich gestehen: Ich wusste nicht, wie ich diese Rezension beginnen soll. Nachdem ich einige andere Bewertungen zu diesem Buch gelesen habe, stellte ich fest, dass es vielen ähnlich geht – man kommt einfach nicht so recht an die richtigen Worte. Also fange ich einfach an, in der Hoffnung, dass sich diese Rezension irgendwie von selbst strukturiert. 😂 ------------------------------- Als erstes möchte ich anmerken, dass ich es sehr schockierend fand, dass das Buch keine Triggerwarnungen enthält. Es ist definitiv keine Lektüre für psychisch instabile Menschen – besonders nicht für diejenigen, die Traumata oder Tendenzen zu selbstverletzendem Verhalten haben. Deshalb liste ich hier ein paar Triggerwarnungen auf: • Selbstverletzendes Verhalten • Suizid • Drogenkonsum • Gewalt / häusliche Gewalt • Misshandlung • Traumata/Flashbacks • Blut • Tod Darum geht's: Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara folgt vier Freunden in New York City, wobei der Fokus auf Jude liegt, dessen traumatische Vergangenheit ihn immer wieder einholt. Der Roman erforscht die Auswirkungen von Missbrauch und Gewalt auf Judes Leben und seine Beziehungen zu seinen Freunden. Trotz seiner Erfolge kämpft Jude mit emotionalen und körperlichen Wunden, die ihn zu zerstören drohen. Die Geschichte behandelt Themen wie Freundschaft, Liebe, Trauma und Heilung. Meine Meinung: Ich muss ehrlich sagen, dass sich die Geschichte ziemlich zieht. Erst ab Seite 450 konnte ich wirklich in die Story eintauchen – ab diesem Punkt hatte ich endlich wieder das Gefühl, dass es spannend wird und ich weiterlesen wollte. Zwischendurch gab es zwar immer wieder schockierende Rückblicke in Judes Vergangenheit, aber danach zog es sich oft wie Kaugummi. Diese Längen/Erzählungen sind natürlich wichtig, um die tiefere Freundschaft zwischen Jude, Willem, JB und Malcolm zu verstehen. Wir bekommen detaillierte Einblicke in ihre Schwächen, Stärken, Charakterzüge und Ansichten, was die Figuren definitiv tiefgründig und lebendig macht. Mir persönlich sind gut entwickelte Charaktere immer besonders wichtig, aber hier wurde das Buch durch die wirklich ausführlichen und intensiven Einblicke in die Innenwelt der Figuren irgendwie etwas zu langsam. Oft musste ich mich richtig konzentrieren, damit nicht nur meine Augen, sondern auch mein Geist den Text erfasste. Zusätzlich hatte ich anfangs Schwierigkeiten, mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Die ständigen Wechsel der Perspektiven haben mir anfangs sehr zu schaffen gemacht, und ich empfand das Ganze als ziemlich anstrengend. Es ist wirklich keine leichte Lektüre – sie erfordert volle Aufmerksamkeit und Konzentration. Außerdem werden sehr schwierige und oft unangenehme Themen behandelt, die einem ein unangenehmes Gefühl im Magen hinterlassen. Zum Glück haben mich aber Sheila (@buch_wolke) und Tabea aus dem Buchclub motiviert, weiterzulesen. Und trotz der Schwächen muss ich sagen, dass ich wirklich froh bin, das Buch gelesen zu haben. Es ist zwar schwer und düster, fast wie eine Depression in Buchform, aber auf eine gewisse Weise ist es dennoch lesenswert. Dieses Buch wird mir auf jeden Fall lange in Erinnerung bleiben. Ich habe so viele Emotionen durchlebt, dass ich einfach nicht anders konnte, als darüber zu sprechen. Sogar der beste Freund meines Mannes musste sich anhören, was gerade in der Geschichte passiert, weil ich einfach reden musste. 😂 ⭐️⭐️⭐️✨️
Man liest nicht - man durchlebt es
Hat mich überwältigt. Innerhalb von zwei Wochen gelesen, aber am Ende fühlte es sich an als hätte man ein ganzes Leben durchlaufen. Es ist teilweise unfassbar grausam, aber auch zärtlich & intensiv – habe mich beim Lesen immer wieder gefragt: Wie kann man so eine Geschichte schreiben? Es war mir nicht zu lang, die ganzen Details, die verschiedenen Perspektiven und Jahrzehnte, man verliert sich in dieser Konstellation aus Gewalt, wahrhafter Liebe und echter Freundschaft. Eine emotionale Achterbahnfahrt an die ich noch oft denken werde…ach Jude. Ein wenig Leben hat mir wieder gezeigt wieviele Emotionen Bücher in einem auslösen können, Danke. Als ich das Buch beendet hatte bin ich nochmal zum Anfang zurückgekehrt….hätte nie geglaubt was mich da erwartet.

beendet am: 03.09.25 Sprache: Englisch < Jude, JB, Willem und Malcolm: Vier New Yorker, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. > Fantastischer Schreibstil, der die Welt der Charaktere und deren Gedanken und Gefühle so schön erzählt. Es ist faszinierend, wie gut die Autorin es schafft ca. 25 Jahre eines Lebens in etwas mehr als 800 Seiten unterzubringen und trotzdem das Gefühl entsteht, als wäre man jeden einzelnen Tag bei den Charakteren gewesen. Auch sind die vier Männer sehr realistisch und greifbar ausgearbeitet. Sie sind vielschichtig und interessant geschrieben und der Wechsel zwischen den Perspektiven der Protagonisten liefert extrem tiefe Einblicke in deren innere Welt. Der Aufbau in mehrere große Kapitel hat mir auch sehr gut gefallen. ABER: Ich hatte irgendwann das Gefühl die Autorin genießt es Jude leiden zu lassen. Alles Schlimme, was man sich vorstellen kann, passiert diesem Mann und es war irgendwann einfach nur noch grauenhaft noch ein tragisches Erlebnis von ihm zu entdecken. Dass Jude einfach fast nie eine Pause bekommt, hat mich so sauer auf die Autorin gemacht und mich leider auch immer wieder aus der Geschichte raus gebracht. Mir ist bewusst, dass es der Sinn der Story war, aufzuzeigen, dass manche Menschen einfach keine Pause bekommen, aber es war mir trotzdem einfach viel zu viel. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass ich die Charaktere alle so gerne mochte und sie deshalb nicht leiden sehen wollte. Was allerdings mein viel größeres Problem mit dem Buch ist, dass es meiner Meinung nach Selbstverletzung sehr verherrlicht. Es wird immer wieder gesagt, dass es nicht gut ist und auch gezeigt, wie die Menschen im Umfeld der Person, die sich verletzt, leiden. Allerdings werden die Passagen, in denen es um Selbstverletzung geht, viel zu sehr romantisiert und sind auch viel zu grafisch beschrieben. Als Leser bekommt man quasi ein „How to?“ der Selbstverletzung. Es wirkt fast so, als wollte die Autorin zeigen, dass es was schönes ist, sich selbst wehzutun und das finde ich nicht gut. Was ich auch schade finde ist, dass fast jeder in Judes Leben sein selbstzerstörerisches Verhalten ermöglicht und einfach geschehen lässt. Manchmal brauchen Menschen etwas tough love, damit es ihnen besser geht, aber das hat sich keiner von Judes Freunden getraut, ihm zu geben. Wenn man allerdings mit den genannten Kritikpunkten zurechtkommt, ist es definitiv ein lesenswertes Buch. Allgemein war das Buch eine gute Werbung für Therapie, damit die schönen Momente im Leben auch als solche erkannt und genossen werden können und nicht von den schlimmen Momenten überschattet werden. Ich werde das Buch auch sehr wahrscheinlich nochmal lesen, da es wirklich schön geschrieben ist und ich die Charaktere sehr gerne mag.
Ein Tiktok Buch, das den Hype auf jeden Fall wert ist
Wow. Dieses Buch hat mir das Herz gebrochen. Die Geschichte von Jude, dem Protagonisten, brachte mich an die Grenzen, sodass ich manchmal gern pausiert hätte. Das Buch ist kein Page Turner, es baut sich langsam auf. Über mehrere Jahrzehnte begleiten wir die 4er Freundesgruppe. Dennoch ist der Schreibstil fesselnd und manchmal geradezu poetisch. Manche empfehlen das Buch nicht weiter, weil die Story zu negativ ist. Ich glaube aber, dass wir uns als Leserschaft das Leben nicht zu einfach machen dürfen, indem wir kategorisch die Augen vor harten Schicksalen verschließen. Ich möchte das Buch jeder*m erwachsenen Leser*in empfehlen, der*die von einem Buch mehr als seichte Unterhaltung erwartet. Ich möchte unbedingt weitere Bücher der Autorin lesen!

Das Buch hat zwei Wochen meines Lebens begleitet und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll - enthält Spoiler:
Dieses Buch ist wirklich heftig auf viele verschiedene Weisen. Die ersten 450 Seiten ist nicht wirklich was passiert und ich fand viele Nebengeschichten und Anekdoten ziemlich unwichtig für die Geschichte. Aber rückblickend sollten sie wahrscheinlich zur Fülle der Lebensgeschichte beitragen, die wir begleiten mit diesem Buch. Ich hab noch nie ein Buch gelesen, das ein ganzes Leben nacherzählt und ich fand es großartig, auch wenn das Leben von jude wahrscheinlich das schlimmste ist, was man sich vorstellen kann. Ich habe oft weinen müssen, manchmal vor Freude, öfters aus Trauer und Ohnmacht und manchmal auch aus Wut, auf das was jude angetan wurde, was er erleben musste, aber auch darauf, dass er sich einfach nicht helfen lässt, sich selbst so hasst obwohl alle um ihn herum in so sehr lieben und er so begabt ist in vielen Dingen - seine multiplen Traumata sitzen dennoch so tief und wiederholen sich, sodass er sein Selbstbild, Misstrauen und destruktives Verhalten nicht ablegen kann auch wenn alle um ihn herum sich zu 100% nach ihm ausrichten - es macht mich sprachlos wie sehr seine Freunde ihn lieben und was sie alles für ihn tun, obwohl er sie immer wieder anlügt und nichts von seinen Emotionen und seinem Leben preisgibt - das finde ich btw auch etwas unrealistisch, weil es eine so einseitige Beziehung sein muss über Jahrzehnte und sie doch so viel aus seiner Freundschaft zu ihm zu ziehen scheinen. Ich muss sagen, dass ich trotz seines Schicksals und dass ich verstehen kann, wieso er so ist wie er ist, so oft sauer auf jude war und eigentlich mochte ich nur Willem, Harald und Andy in dem Buch. Diese drei Menschen sind so gütig und so selbstlos, dass es weh tut, so oft weh tut. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass mich das gelesene selbst traumatisiert hat - es ist einfach viel. Diese Beschreibung solch einer ungewöhnlichen Beziehung zwischen Männern ist einfach unfassbar berührend und einmalig. Ich finde es so wunderschön, dass aus einer so intensiven Freundschaft eine romantische Beziehung wird, auch wenn sie wohl zeitweise für Willem toxisch ist und ich mich frage, wieso sich beide selbst nicht als schwul definieren, es ist ja keine platonische Liebe, sondern eine klar romantische. Ich danke für diese Reise, muss jetzt aber auch erstmal was weniger intensives lesen

5 🌟- „Jude St. Francis, als dein zukünftiger Vater vergebe ich dir hiermit…alles, wofür du Vergebung suchst.“ (S.267) Für mich ein einzigartiges Buch. Für mich ein Jahreshighlight und ein Werk, welches ich nicht zum letzten Mal gelesen/ gehört habe..
Das war intensiv. Es war langwierig. Es hat mich viel Schmerz fühlen lassen. Es hat mich optimistisch gestimmt. Es hat mich wütend gemacht. Es hat mich einmal auseinandergenommen und gewaltsam wieder zusammengesetzt. Für mich eine ganz tief bewegende Geschichte über die Freundschaft vierer Männer, über eine lebenslange Liebe, über Freund*innen, die zur Familie werden und über ein wenig Leben. Wer ein Buch mit Tiefgang sucht, in der sich die Handlung viel Zeit lässt und alle Charaktere bis ins kleinste Detail beleuchtet werden, der darf gerne zu diesem Buch greifen. Die ersten 100 Seiten habe ich definitiv gebraucht, um reinzukommen. Ich habe es zum Teil gelesen und zum Teil gehört (Das Hörbuch kann ich sehr empfehlen). Ich habe sehr sehr viele Charaktere ins Herz geschlossen: Allen voran Harold, Willem, Jude und Andy. Ich konnte nicht alle Handlungen nachvollziehen/ gutheißen, aber genau dieser Aspekt hat die Charaktere sehr authentisch wirken lassen. Einfach JA zum Buch! 🥹🥲
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Oh Wow - ich weiß gar nicht was ich sagen soll, außer lest dieses Buch!! 🥺 Diese Buch hat mich emotional zerstört und ich musste zum ersten Mal seit langem bei einem Buch weinen. Wer Lust auf eine Gefühlsachterbahn von Emotionen hat (meist abwärts), der ist bei diesem Buch genau richtig! ‼️Aber Achtung: lest die Triggerwarnung bevor ihr zu dem Buch greift! ‼️
Puhh… schwierig hier eine Bewertung abzugeben!
Für mich war es unglaublich schwer reinzukommen, dennoch bin ich froh es bis zum Ende gelesen zu haben. Zwischendurch musste ich aufhören, weil es wirklich, wirklich schwere und schreckliche Schicksalsschläge beinhaltet - wenn man denkt „Okay, jetzt kann es wirklich nicht noch schlimmer werden. Der arme Junge hat schon so viel durchgemacht..“, kommt die nächste Bombe, noch brutaler als die zuvor. Mit Vorsicht zu genießen - es zeigt jedoch auch, wie sehr Freundschaften einem im Leben helfen können.

Es hat mich zerstört! Jude 😪😪😪
Diese Geschichte ist so unglaublich herzzerreißend. Auf eine grausame Art und Weise. Es passiert nahezu nichts schönes. Nur Leid, Kummer und Schmerz. Man fragt sich: wie viel kann ein Mensch ertragen??? Durch den langen Einstieg ist man tatsächlich mittendrin, sobald die geschehen beginnen und nimmt es nochmal krasser auf. Ich hab mehrfach überlegt ob ich abbreche, weil es mich nicht los lässt. Alleine darüber zu lesen ist wirklich heftig. Mit mehreren Pausen und vielen Tränen habe ich es dann geschafft. Ließ es bitte nur, wenn du dir die triggerwarnung angesehen hast. Und selbst dann wirst du noch nicht bereit sein..
Das beste Buch, dass ich je gelesen habe. Das schlimmste Buch, dass ich je gelesen habe. ✨
Die Art und Weise, wie es geschrieben ist, ist einfach so gut. Man hat das Gefühl, man kennt die Charaktere wirklich und lernt ihre tiefsten inneren Geheimnisse und Gefühle kennen. Die selben Situationen werden teilweise aus unterschiedlichen Sichtweisen beschrieben, und man kann einfach das Handeln und Fühlen eines jeden nachvollziehen. Ich habe so viel bei diesem Buch geweint, dennoch war es wunderschön geschrieben. Ich würde das Buch auf jeden Fall empfehlen. Es kommt aber darauf an, mit welcher Erwartungshaltung man es liest. Es ist keine klassische leichte Story mit einem Höhepunkt und Happy End, man wird gelegentlich enttäuscht und wütend über die Entwicklung der Geschichte sein. Dennoch spiegelt das Buch meiner Ansicht nach sehr gut die Realität wieder. Ich ziehe daraus Dankbarkeit für mein eigenes Leben, mehr Verständnis für Lebenssituationen anderer Menschen und ganz viel Liebe für die Charaktere des Buches. 🤍

Lässt mich sprachlos zurück
Es fällt mir schwer dieses Buch zu bewerten. Ich möchte Sterne abziehen weil ich mich so schwer fühle nachdem ich es beendet habe. Es ist kein leichtes Buch, kein Wohlfühlbuch. Ich möchte Sterne abziehen weil ich mich um Hoffnung betrogen fühle die am Ende doch bleiben muss. Aber ich kann keine Sterne abziehen, auch nicht wenn es harte Arbeit war es zu lesen, weil es wunderschön geschrieben ist und es mich so sehr fühlen lässt,- wenn auch in erster Linie Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Demut.
Oh Mann, schwieriges Buch! Ehrlich gesagt habe ich es gelesen, weil es so viele gute Kritiken bekommen hat. Ich fand es aber nur deprimierend, in die Länge gezogen und anstrengend. Natürlich war zu erwarten, dass bei diesem Thema deprimierend sein würde, aber zusammen mit dem Schreibstil und der Länge des Buches war es einfach zu viel. Für mich das erste und letzte Buch von Hanya Yanagihara.
„Ich weiß, dass mein Leben einen Sinn hat, weil […] ich ein guter Freund bin. Ich liebe meine Freunde, und sie sind mir wichtig, und ich glaube, ich mache sie glücklich.“
Ich kann nicht wirklich viel zu diesem Buch sagen, außer, dass es sich nicht richtig anfühlt, dem Buch weniger als 5 Sterne zu geben. Es handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen Jude, Willem, JB und Malcolm. Ich habe mich die ganze Zeit so gefühlt, als wäre ich Teil der Geschichte, als wären die Charaktere meine eigenen Freunde. Mein Herz wurde mehrmals gebrochen, ich musste durchatmen und habe mich teilweise auch gefreut wie ein Kind, wenn den Charakteren etwas Gutes passiert ist. Das vordergründige Thema des Buches - Freundschaft- wird so wundervoll dargestellt, wie ich selten davon gelesen habe. Gerade in Judes schweren Phasen waren all seine Freunde und seine Familie so sehr für ihn da und auf eine Art und Weise, die mich unglaublich gerührt hat. Vor allem Jude, aber auch Harold und Julia, sind mir unglaublich ans Herz gewachsen, gerne würde ich sie alle auch kennen, da sie so unglaublich vielschichtig dargestellt sind. Die Teile, wie vor allem der letzte Teil, den Harold schreibt, haben mir so gut gefallen und ich finde es wunderschön zu lesen, wie Eltern über ihre Kinder denken können. Über Judes Geschichte zu lesen, war mir eine Ehre, weil es sich jederzeit so real angefühlt hat. Dieser Charakter ist so unglaublich stark, dass ich es nicht mit Worten beschreiben kann. Die Person, die mir jedoch wahrscheinlich am meisten durch den Kopf gehen wird, ist tatsächlich Willem. Ich empfinde unglaublich viel Sympathie für ihn und wünsche mir auch, meine Freundschaften so zu führen wie er. Jede seiner Handlungen haben mich so gerührt und gleichzeitig tat es auch weh zu lesen, wie sehr er sich sorgt, aber auch wie rein seine Art von Liebe gegenüber seinen Mitmenschen ist. Beim lesen wurden so viele verschiedene Emotionen hervorgerufen wie es ein Buch selten schafft - jedoch sollte man sich unbedingt die Triggerwarnungen ansehen und sich zweimal überlegen, ob man es wirklich lesen möchte.
![„Ich weiß, dass mein Leben einen Sinn hat, weil […] ich ein guter Freund bin. Ich liebe meine Freunde, und sie sind mir wichtig, und ich glaube, ich mache sie glücklich.“](https://social-cdn.read-o.com/images/1745424274246-1.jpg)
Intensiv, schonungslos, langatmig! - Achtung leichte Spoiler 🚨
Meine Meinung zu Ein wenig Leben… Also, Ein wenig Leben ist echt ein Buch, das einen mitnimmt. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen – sehr intensiv, sehr bildhaft, und die Charaktere sind einem echt nahegegangen. Die Geschichte von Jude und seinen Freunden hat mich auf jeden Fall berührt, auch wenn ich nicht, wie viele andere, an einer bestimmten Stelle geweint habe. Finde das aber auch total okay, weil jeder anders emotional reagiert. Was mir aber nicht so gefallen hat: Manche Stellen waren einfach zu explizit. Ich mag es eigentlich, wenn Bücher nichts beschönigen, aber die Art, wie Selbstverletzung und Missbrauch beschrieben wurden, war manchmal echt heftig – fast schon zu viel. Dazu kommt, dass das Buch stellenweise sehr langatmig war. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, den Faden zu verlieren, weil manche Passagen sich ziemlich gezogen haben. Was mich auch gestört hat: In meiner E-Book-Version gab’s keine Triggerwarnungen. Bei so einem Buch hätte das echt geholfen, weil es schon ziemlich harte Themen anspricht. Insgesamt würde ich 3,5 von 5 Sternen geben. Es ist gut geschrieben und emotional packend, aber an manchen Stellen einfach zu viel – inhaltlich und von der Länge her.
Hohe Erwartungen, die tatsächlich erfüllt wurden
Ein wirklich mitreißender Roman, der so viel Leid, Liebe, Freud, Hoffnung und gleichzeitig auch Hoffnungslosigkeit vermittelt. So viele Gefühle, die die Protagonisten total real wirken lassen. Ich habe über die 960 Seiten so viel mitgelitten, mitgehofft und mich mitgefreut. Ich mochte die Schreibweise sehr und auch die unterschiedlichen Perspektiven, fand ich toll. Ich hätte mir sogar gewünscht, dass beispielsweise die Sicht von Malcolm und JB häufiger betrachtet wird. Auch die Zeitsprünge mit Zusammenfassungen und Rückblicken haben total gut gepasst. Ich hab eigentlich nur eine Kritik: Es sollte unbedingt Triggerwarnungen (Suizid, sexualisierte Gewalt, extreme Form von körperlicher Gewalt, …) am Anfang des Buches stehen. Auch wenn diese dann kleine Spoiler wären, ist es absolut notwendig.
Mein Jahreshighlight!
Bei aller berechtigten Kritik (fehlende Triggerwarnings und Misery Porn) muss ich einfach sagen, dass ich noch nie, nie, niemals nie so ein unfassbar reales, tieftrauriges und gleichzeitig fantastisches Buch gelesen habe. Die Lesezeit glich wirklich einer umfassenden Erfahrung, die jedes denkbare Gefühl in mir hochgeholt hat. Allein die Figurenzeichnung und die unfassbar schöne Sprache machen diese Geschichte absolut worth it all. Ich bin nicht mit jedem Handlungsstrang in der Geschichte bedingungslos mitgegangen und konnte bei Gott nicht für alles Verständnis aufbringen, aber je mehr Zeit verging, desto mehr habe ich verstanden: Das ist auch gar nicht der Punkt. Alles was bleibt ist das tiefe Mitgefühl und die Erkentnis, dass, obwohl die Geschichte und Personen nicht real sind, ihre Gefühle und Erfahrungen mit all ihren Widerwärtigkeiten und dem Unaushaltbaren eben doch in einer realen Welt stattfinden. Leid ist real. Widerwärtigkeit ist real. Jede Perversion unseres Miteinanders ist real. Sprachlosigkeit ist real. Und das ist die eigentliche Tragödie. Diese Geschichte hat eine kaum zu fassende Dringlichkeit und ist gleichzeitig unaushaltbar grausam und tief menschlich, randvoll mit Güte, Freundschaft und Liebe. Sie begibt sich an die schwärzesten Orte unseres Menschseins und bricht doch immer wieder durch zum hellen, hoffnungsvoll warmen Licht unseres Miteinanders. Wer von diesem Buch gute Gefühle erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Wer bereit ist, sich auf eine Reise der gesellschaftlichen Sprachlosigkeit und Tabuuisierung zu begeben und zu verstehen, was Menschen auseinandernimmt und zerbrechen lässt, wird nach dem Buch ein besserer Mensch sein. x=x Ich werde dich niemals vergessen, Jude.
5 Sterne reichen nicht aus…
„Ein wenig Leben“ ist kein Buch für jeden – es fordert einen heraus und konfrontiert mit schwierigen, schmerzhaften Themen. Aber wenn man sich darauf einlässt, wird man mit einer zutiefst berührenden und unvergesslichen Geschichte belohnt. Es ist definitiv ein Buch, das noch lange nach dem Schließen des Deckels in meinen Gedanken und im Herzen sein wird. Ein außergewöhnliches, emotional intensives Buch, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Unbedingt lesen, wenn man bereit ist, sich mit den dunkelsten Seiten des Lebens auseinanderzusetzen und gleichzeitig die Schönheit von Freundschaft und menschlicher Verbundenheit zu erleben. Ganz viel Liebe!

Characteristics
39 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
Hanya Yanagihara, 1974 geboren, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Mit ihrem Roman Ein wenig Leben gewann sie den Kirkus Award und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize, des National Book Award und des Baileys Prize. Ein wenig Leben ist eines der bestverkauften und meistdiskutierten literarischen Werke der vergangenen Jahre.
Posts
x = x
Oh Jude...💔 Ich habe 5 Wochen!!! gebraucht, um das Buch zu lesen - ich bin ganz ehrlich: aus Selbstschutz. Das Buch hat mich emotional genauso mitgenommen wie erwartet. Hätte die liebe Rieke mich nicht parallel mental betreut, hätte ich es glaub ich nie zuende gelesen. Das Buch hat mein Herz in tausend Teile zerrissen, gleichzeitig gibt es aber auch so schöne Momente & ich liebe Willem, Harold & Andy 🥰. Was ich sagen möchte, ist, dass das Buch eben nicht nur die Freundschaft vierer Freunde beinhaltet. Es erzählt die Lebensgeschichte eines schwerst traumatisierten Menschen und wie man sich unter solchen Umständen entwickeln kann. Und wer mir sagen möchte, dass Judes Verhalten "seltsam" ist: Nein! So benehmen sich Personen mit diffusen Traumata. Deswegen mag ich das Buch auch so. Es ist realistisch und auch wenn es unglaublich traurig ist & ich viele Tränen vergossen habe, muss ich sagen, die Autorin scheint sich in dem Bereich auszukennen oder sehr viel Recherche reingesteckt zu haben. Ich bin erstaunt, dass sie fiktive Persönlichkeiten gestaltet hat, mit denen man so mitleiden kann. Der Schreibstil ist sehr angenehm und poetisch, aber das Buch ist definitiv nur etwas für Personen, die sich psychisch in der Lage befinden von diversen Triggern und Traumata zu lesen. Es ist hart, aber das war es wert. 😭

Unglaublich gut geschrieben, aber es zerstört einen.
Ich habe Ein wenig Leben gelesen und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich darüber sprechen soll. Mir wurde es empfohlen. Und ich weiß bis jetzt nicht, ob man das überhaupt darf. 😅 Dieses Buch ist so gut geschrieben. Und gleichzeitig so schlimm 🥺🫣 Es gibt einem so viel. Und nimmt einem mindestens genauso viel wieder. Es lässt einen fühlen. Es lässt einen lieben. Es lässt einen an ganz vielen Stellen komplett zerbrechen. Und dann gibt es diese kleinen Momente, in denen man kurz aufatmet oder sogar schmunzeln muss. Und genau das macht es so besonders. 😊 Im Mittelpunkt stehen vier Freunde, aber eigentlich geht es um Jude. Und Jude… tut einfach nur weh. Schon früh merkt man, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Und trotzdem wächst er einem sofort ans Herz. Der Schreibstil ist unglaublich nah. Teilweise so nah, dass man es kaum aushält weiterzulesen. Man fühlt jeden Gedanken, jede Angst, jeden Schmerz. Es gibt so viele Szenen, die einfach nur grausam sind. Gewalt, Missbrauch, Selbsthass. Ich würde empfehlen, die Triggerwarnungen zu lesen. Das sind Dinge, die man eigentlich nicht lesen will. Und trotzdem liest man weiter. Weil da immer wieder diese kleinen Momente sind 🥰 Mit Willem. Mit Harold. Mit Andy. Momente, die zeigen, dass da noch Leben ist. Ein wenig Leben! Aber dieses Buch ist hart. Es ist gewaltsam. Es ist an vielen Stellen kaum auszuhalten. Es triggert. Es geht unter die Haut. Und es bleibt da! Ich habe oft geweint 🥺Ich wusste eigentlich, wie es enden wird und wollte es nicht wahrhaben. Und trotzdem fühlt sich das Ende richtig an. Dieses Buch ist kein „schönes“ Buch. Aber es ist ein unglaublich starkes. Für mich war das kein Lesen. Es war ein Durchleben!

Ein Roman, der seinen Figuren keine Entwicklungsmöglichkeiten, jedoch viel Anlass für Leid und Trauer bietet.
Es gibt vieles, was ich über dieses Buch in anderen Rezensionen gelesen habe, daher möchte ich vor allen berichten, was mich am Roman am meisten beschäftigt hat. Zunächst, was mir gefallen hat: Der Autorin gelingt es in sehr lebendiger und mitreißender Sprache, uns in das Innenleben ihrer Hauptfigur mitzunehmen und mit etwas Geduld wird man irgendwann in die Geschichte hineingezogen. Man wird mitgenommen in eine Welt, in der einige Menschen einander bedingungslos lieben und radikal akzeptieren, einander das Beste wollen, loyal zueinander sind, inneren und äußeren Widerständen zum Trotz. Das zu lesen tut gut und gibt eigentlich Mut für die eigenen Beziehungen. Andererseits werden wir bis ins kleinste Detail mitgenommen in unverrückbare Selbstentwertung und hochaggressive Selbstverletzung. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das Buch vielleicht nicht oder unter anderem Bedingungen gelesen, z.B. nicht allein. In diesem Roman werden Beziehungen in komplett gut oder böse aufgespalten, damit wird es unplausibel: in den „guten“ Beziehungen verschlägt es allen die Sprache, wenn es um schwierige Themen geht. Aber wieso bleiben sie dennoch stabil, obwohl sie von den Selbstentwertungen und -verletzungen so massiv berührt werden und dies nicht besprechbar ist? (Die positiven Gefühle füreinander sind es übrigens auch nicht). Das gilt selbst für die therapeutische Beziehung: Therapeut*innen sind in der Realität durchaus in der Lage, traumatische Geschehnisse zu versprachlichen und zu bearbeiten. Im Buch komischerweise nicht. Dort ist Therapie nur lästige Zeitverschwendung. Dann die Unglaubwürdigkeit in Bezug auf die Ressourcen: die sehr beschädigte Hauptfigur kann und weiß einfach unglaublich viel, wird dafür anerkannt und geschätzt, vermag aber trotzdem nicht, daraus Stabilität oder Selbstwert zu entwickeln, probiert es nicht mal. Dazu kommt, dass ihre Leistungsfähigkeit in Ausbildung oder Beruf null unter den Schmerzen und Traumata leidet. Dann das Netzwerk: keiner dieser hochgebildeten, sorgenden Personen sorgt dafür, dass professionelle Hilfen angegangen und Netzwerke aufgebaut werden, obwohl sie teils dazu verpflichtet wären. Doch sie schweigen, wurschteln herum, lassen sich als Geheimnisträger instrumentalisieren und tragen so die Destruktivität mit. Ein weiterer Aspekt ist die fehlende Figurenentwicklung. Sie fällt zunächst nicht so stark auf, weil man durch die verschiedenen Zeitebenen permanent den nächsten Schicksalsschlag, den nächsten zu detaillierte Rückblick verdaut und so übersieht, dass die Figuren sich nicht verändern. Über Jahrzehnte nicht. Zuerst dachte ich, dass die Freunde ebenbürtig ausgeleuchtet werden, aber angesichts der düsteren und brutalen Vergangenheit des Hauptcharakters, die zunehmend offenbar wird, rücken sie in den Hintergrund, einige bleiben flach und eindimensional. Ich hätte gern mehr über sie erfahren. Die Art des Erzählens, diese Mischung aus dem Eröffnen der Verletzlichkeit und Verwundbarkeit der Hauptfigur, den Rückblenden in ihre schockierende Vergangenheit, dem Beschreiben von aktuell niederschmetternden oder berührend schönen Erlebnissen und der anfangs fehlenden Erklärung für den Grund der körperlichen Behinderung, dieser Mix erzeugt Mitgefühl und eine Sogwirkung. Er wird von der Autorin jedoch ausgereizt und überspannt, in der zweiten Hälfte des Buchs war schließlich meine Empathie aufgebraucht und ich fühlte mich von der Art des Geschichtenerzählens vor allem manipuliert. Ich wusste, wenn es an einer Stelle der Geschichte einen guten Verlauf für die Figur nimmt, dann nur, um sie danach umso tiefer fallen zu lassen. Das wiederholte sich und wurde vorhersehbar. Spoiler: Am schwierigsten fand ich, dass wir überwiegend aus der Perspektive des suizidgefährdeten Hauptprotagonisten blicken und so seine Rechtfertigungen, Relativierungen und verzerrte Selbstwahrnehmung ungebrochen, kaum widersprochen stehen gelassen wurden. Nicht mal am Ende wird die Brutalität und Aggression des Selbstmordes dargestellt, der Schmerz, den er bei Verbliebenen verursacht, sondern er wird als tröstlich eingeordnet. Was für ein fatales und falsches Signal!

Bedrückend. Verzweifelnd. Und immer wieder diese Hoffnung.
"Lass mich gesund werden oder sterben." Ich habe die READO-KI nach einer traurigen, mich brechenden Buch-Empfehlung gefragt und dieser Roman wurde dem gerecht. Der Einstieg war wie bei vielen anderen Lesenden auch für mich schwierig und es war kein Leseflow aufgekommen, aufgrund von vielen Charakter-Beschreibungen und dem ausbleibenden ersichtlichen roten Faden. Dies besserte sich jedoch im Laufe der Handlung und mit dem Fokus auf den Protagonisten. Es ist erschütternd wie viel Leid einem Menschen widerfahren kann. Sicherlich ist dies ein Roman, aber jedem ist bewusst, dass es auf der Welt etliche Menschen mit ähnlichen, wenn nicht noch schlimmeren Schicksalen gibt und das gibt einen viel zu denken. Für mich persönlich ist der Roman deutlich zu lang mit 960 Seiten und könnte zur Verbesserung und Intensivierung gekürzt werden. Er ist voller Emotionen, Verzweiflung, grausamen Misshandlungen und immer wieder Hoffnung auf Besserung. Auf Normalität und Ruhe. Auf Glück. Neben all den bedrückenden Gefühlen wird auch immer der Wert der Freundschaft, Fürsorge und des Füreinander Dasein beleuchtet. Das Ende war für mich sehr emotional und in dieser Ausprägung bisher einzigartig. Wer sich all diesen Gefühlen hingeben und in den Sog geraten möchte, kann sich auf den Roman einlassen. Es ist sicherlich eine Belastung, die aber auch durchaus lohnenswert ist. Nichts für schwache Gemüter, aufgrund der vielen Trigger-Thematiken.
“And so I try to be kind to everything I see, and in everything I see, I see him.”
Ich weiß warum ich es immer und immer wieder aufgeschoben haben dieses Buch zu lesen. Selten wurde mein Herz so gebrochen. Es war eines der besten Bücher die ich je gelesen habe, aber auch eines der furchtbarsten. Ich bereue es kein bisschen, aber weiß nicht, ob ich es jemandem empfehlen würde.
Ach Jude…❤️🩹
Dieses Buch hat mich völlig zerstört und emotional zurückgelassen. Es ist nichts für schwache Nerven, die Content-Warnungen sollte man unbedingt ernst nehmen! Dennoch ist es eines der eindrucksvollsten Bücher, die ich je gelesen habe. Hanya Yanagiharas Schreibstil ist einzigartig. Niemand schreibt so wie sie. Mit einer unglaublichen Intensität formt sie ihre Charaktere so lebendig, dass es sich anfühlt, als würden Jude, Willem und alle anderen wirklich existieren. Ihre Geschichten gehen unter die Haut und lassen einen nicht mehr los. Ich habe lange gezögert, ob ich dieses Buch lesen soll. Aber es lohnt sich so sehr! Es vergeht kein einziger Tag, an dem ich nicht daran denke. Ein wenig Leben tut weh, aber genau deshalb bleibt es für immer. 🫂
Einfach nein
Ich war anfangs recht verwundert über die heftigen Reaktionen und vor allem über die weit auseinander gehenden Meinungen in den Rezensionen dieses Buches. Aber ja, mittlerweile kann ich meine Vorgänger sehr gut verstehen. Ich hab das Buch nicht komplett durchgelesen. Bei 60 % vom Hörbuch hat's mir dann gereicht. Ich hab den fehlenden Teil zusammengefasst noch nachgelesen (gelobt seien die BuddyReads auf Reado). Und ja, ich bin erleichtert, dass ich jetzt mit Gewissheit sagen kann, dass ich dieses Buch nicht mehr weiter lesen will. Anscheinend ist die Autorin mit dem Vorsatz "schlimmer geht immer" an das Buch rangegangen. Man stelle sich einfach die schlimmsten Szenarien und miesesten Entwicklungen zu der Handlung vor. Dann kann man fest davon ausgehen, dass diese *immer* in diesem Buch auftreten werden. Meistens sogar noch eine Stufe schlimmer als das, was man sich vorstellen will. Ich will nicht mal sagen, dass solche Leben wie von Jude zu realitätsfern oder unglaubwürdig sind. Es gibt mit Sicherheit leider genug Menschen auf der Welt, die ähnliches durchleiden wie er. Ich kann mir allerdings trotzdem schwer vorstellen, dass solche Schicksalsschläge mit einer solchen Häufigkeit, Regelmäßigkeit und Intensität immer und immer und immer wieder vorkommen. Das Buch fühlt sich so an, als hätte sich die ganze Welt gegen Jude verschworen. Entweder um ihm auf maximalste Weise zu schaden, zu verletzen, zu demütigen und zu missbrauchen. Oder ihm kurz das Gefühl von Wärme und Sicherheit zu geben, um ihn kurz darauf wieder alleine zurück zu lassen. Die ganze Welt von "ein wenig Leben" scheint nur aus Pädophilen, Vergewaltigern oder kranken, gebrochenen Menschen zu bestehen. Und es läuft am Ende immer darauf hinaus, dass Jude entweder im metaphorischen oder im tatsächlichen Sinne windelweich geprügelt und ausgenommen wird, wenn er eh schon längst am Boden liegt. Vielleicht bin ich einfach zu ignorant und verwöhnt, um mir so viel Leid auf einmal vorstellen zu können, aber mir erscheint das alles einfach viel zu überzogen und überdramatisch. Und diese ständige Überdramatik geht nicht nur aufs Gemüt, sie nervt irgendwann nur noch. Selbst wenn diese ganzen Darstellungen aus dem Leben eines echten Menschen gegriffen sein sollten und realitätsnäher sind, als man wahrhaben möchte: Es ist meiner Meinung nach trotzdem keine gute dramaturgische Entscheidung, eine Erzählweise zu wählen, die den Leser kaum verschnaufen lässt und ständig von einer herzzerreißenden Szene zur nächsten springt. Man hat sich 300 Seiten lang so viel Zeit gelassen, um Atmosphäre zu schaffen und die Charaktere vorzustellen. Und das alles nur, um dann von jetzt auf gleich über mehrere hundert Seiten auf den Leser mit lauter heftigen Traumata einzudreschen? Ja, ich verstehe schon, dass es der Autorin darum ging, den Leser genau diese Ungewissheit und bösen Überraschungsmomente durchleiden zu lassen, die Jude sein Leben lang quält. Aber welcher Leser soll das auf Dauer aushalten? Man kann doch auch dann Empathie im Leser hervorrufen, ohne die ganzen Grausamkeiten, Gewalt und Schicksalsschläge so exzessiv zu übertreiben. Oder zumindest ohne sie so detailliert zu beschreiben. Wahrscheinlich hab ich einfach zu schwache Nerven für das Buch oder bin zu ignorant - aber wahrscheinlich ist das Erzähltempo des Buches auch einfach nicht gut gewählt und der Fokus liegt zu sehr auf der Darstellung von Schmerz und zu wenig darauf, den Leser abzuholen. Das Buch macht den Eindruck, als habe die Autorin dezent auf ihre Leser gesch*** und auf möglichst zynische, menschenverachtende Art ihren ganzen Menschenhass auslassen wollen. Es ist gut, dass Menschen mit Traumata Bücher schreiben, um ihren Schmerz zu verarbeiten. Ich mache das im Grunde genauso. Und solche Bücher haben auch ihre Existenzberechtigung. Man muss sich dann eben als Leser fragen, ob man sich wirklich auf so viel Negativität einlassen will. Mir persönlich ist meine Zeit dafür zu schade. Insgesamt daher nur 2/5 ⭐ von mir, weil das Erzähltempo sehr unausgewogen und die Handlung zu übertrieben dramatisch ist.
Ein emotional brutaler Roman, der tief trifft, lange nachhallt und einen nicht unversehrt zurücklässt.
"Ein wenig Leben" braucht Zeit, um sich zu entfalten. Die ersten rund 100 Seiten sind eher ruhig und fordernd, doch danach entwickelt sich der Roman zu einer unglaublich fesselnden und intensiven Geschichte. Mit jeder Seite wächst die emotionale Wucht. Besonders die Figur Jude geht tief unter die Haut – sein Leid, seine Ängste und seine innere Zerrissenheit sind kaum auszuhalten und dennoch unmöglich zu ignorieren. Man fiebert mit, verzweifelt mit und spürt immer wieder diese bedrückende Schwere, die über allem liegt. Was dieses Buch so besonders macht, ist die Konsequenz, mit der es seine Geschichte erzählt. Es ist ein epischer Roman, der nichts beschönigt und emotional stark fordert. Gleichzeitig entsteht eine tiefe Verbindung zu den Figuren, die einen nicht mehr loslässt. Ein sehr intensives, bewegendes Buch – aber definitiv nichts für schwache Nerven.

Ein Buch, dass einem alles abfordert!
Man kann für dieses Buch keine Leseempfehlung aussprechen. Es ist einfach zu grausam. Wir begleiten Jude viele Jahre seines Lebens. In Rückblenden erfahren wir Schritt für Schritt Dinge aus seiner Kindheit und Jugend, die so furchtbar sind, dass sie bis in sein Erwachsenenleben Auswirkungen haben und ihn daran hindern sich selbst als wunderbaren Menschen wahrzunehmen und Liebe von anderen anzunehmen. Jude lernt während seines Lebens Menschen kennen, die ihn lieben und es sehr gut mit ihm meinen, ihn lieben und ihm Halt geben. Das macht einem beim Lesen Hoffnung und doch kommt von Kapitel zu Kapitel eine neue Tragödie hinzu. Abzug gibt es, weil ich am Anfang etwas brauchte, um rein zu kommen, aber das dran bleiben hat sich gelohnt. Auch zwischendrin gab es die ein oder andere Länge, evtl. wäre das Buch auch mit 150 Seiten weniger ausgekommen. Die Sprache hat mir sehr gut gefallen. ACHTUNG: Es geht um sexuellen Missbauch, Selbstverletzung, Gewalt, Esstörungen und suizidale Gedanken.
Vor neun Jahren habe ich diesen Text über „Ein wenig Leben“ geschrieben. Gestern hat mich tatsächlich jemand gefragt, ob ich dieses Buch gelesen habe – und plötzlich war alles wieder da. Dieses Gefühl nach der letzten Seite, diese Schwere, die dieses Buch hinterlassen hat, und der Drang, die eigenen Gedanken irgendwie in Worte zu fassen. Ich lasse den Text heute ganz bewusst genauso stehen, wie ich ihn damals geschrieben habe. Ungefiltert, emotional und mitten aus diesem Moment heraus. Denn genau so hat sich dieses Buch angefühlt. Ich glaube nicht, dass ich „Ein wenig Leben“ jemals ein zweites Mal lesen werde. Dafür ist diese Geschichte zu grausam, zu intensiv, zu schmerzhaft. Aber aus meinem Regal würde ich es trotzdem niemals geben. Manche Bücher liest man nur einmal – und trotzdem begleiten sie einen ein Leben lang. Wie kann ein Buch gleichzeitig die schönste, schlimmste, grausamste, am besten geschriebene, beeindruckendste, qualvollste, großartigste Geschichte beinhalten, die man je gelesen hat? Wie kann man versuchen, ein Buch zu beschreiben, das sich mit Worten nicht beschreiben lässt? So ein lächerliches Alphabet mit nur 26 Buchstaben? Wie sollen diese jemals auch nur ansatzweise das heraufbeschwören können, was „Ein wenig Leben“ mit mir gemacht hat? Und doch hat „Ein wenig Leben“ ironischerweise genau diese absurde kleine Anzahl an Buchstaben gebraucht, um zu einem Buch zu werden, das ich nie wieder vergessen werde. Weil man es nicht vergessen kann. Weil es dich mit jeder Seite ein kleines bisschen mehr zerstört. Weil du bitterliche Tränen weinst, weil Sätze und Wörter, so intensiv und berauschend erzählt, dir um die Ohren fliegen, dass du glaubst, dass du es nicht schaffen kannst. Dass du diese Geschichte nicht schaffen kannst. „Ein wenig Leben“ hat mir leserisch alles abverlangt. ALLES! Und dann hat es dieses ALLES genommen und noch einmal verstärkt, es noch einmal ein bisschen unerträglicher gemacht. „Ein wenig Leben“ hat mich an eine Klippe gebracht, um mich dort stehen zu lassen und zu sagen: „Was ist los? Heulst du, weil du nicht fassen kannst, dass Bücher auch solche Geschichten erzählen können? Heulst du, weil es keine Gute-Laune-Welt ist, die du hier betrittst? Willst du aufgeben? Jetzt? Einfach so? Oder springen und es zu Ende bringen?“ Mehr als einmal war ich an diesem Punkt, an dem ich geglaubt habe, dass es nicht weitergeht. An dem ich im Kampf erschöpft zu Boden gesunken bin und gedacht habe: „Ich kann nicht mehr. Hier ist meine weiße Fahne! Ich gebe auf!“ An dem ich so viel Abstand wie möglich zwischen mich und diese Geschichte bringen wollte. Aber irgendetwas hat mich immer wieder zurückgezogen – so sehr, dass ich die zweite Hälfte des Buches, obwohl ich für die erste Hälfte über zwei Wochen gebraucht habe, in drei Tagen zu Ende gelesen habe. Und nun sitze ich hier. Voller blauer Flecken, die nicht eingebildet sind. Diese Geschichte hinterlässt Spuren in der Seele, die niemals verblassen werden, obwohl „Ein wenig Leben“ ein Buch ist, das ich nicht explizit weiterempfehlen würde. Es ist noch nicht einmal eine Geschichte, die man gelesen haben muss. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann mit ALLEM. Mit dem Schmerz, mit den blauen Flecken, mit den Tränen, mit der Klippe, mit der Angst, die nächste Seite umzublättern. Mit einer Angst, die sich nicht erklären lässt, weil es nicht real ist. Und doch ist es so real, dass es weh tut. Und dass es eine Wunde ist, die lange braucht, bis sie wieder heilen kann. Wenn sie es überhaupt tut. „Wir brauchten mehrere Tage, um ihn zu lesen, denn obwohl er nicht lang war, war er zugleich endlos, und wir mussten immer wieder die Seiten niederlegen und uns von ihnen entfernen, um uns dann gegenseitig zu wappnen – Bist du bereit? –, uns hinzusetzen und ein weiteres Stück zu lesen.“ (S. 956)

Hype mit Vorsicht
Bin ehrlich, ich hab das Buch nur wegen des Hypes gelesen. Überall Videos, in denen Mädels weinen und fix und fertig sind - Das heißt das Buch MUSS ein Hit sein! Ich hab‘s auf Englisch gelesen und muss erstmal sagen, dass unfassbar viele extravagante Wörter benutzt werden, die ich mit Vergnügen übersprungen habe. Das Leben von allen 5 Freunden wird ausführlichst beschrieben und es wird ein Spannungsbogen bezüglich Jude‘s Vergangenheit gezogen. Für meinen Geschmack eeetwas zu lange, aber da ist jeder anders. Irgendwann war ich so ungeduldig, dass ich gar nicht mal mehr wissen wollte, was damals passiert ist HAHAHAHA Anyways.. als man dann zu besagten Stellen kam, wurde es einfach nur noch grausam. Und zwar kontinuierlich, sodass meine Vorstellungskraft einfach nicht mehr mitmachen wollte. Das Ende hat mich auch leer zurückgelassen, deswegen ist meine Bewertung nicht allzu gut. Mir hat das Buch nichts gegeben.
»Nicht die Verlorenen sind es, die man besucht, sondern die Menschen, die nach den Verlorenen suchen.«🥀
Ein unfassbar tragisches und wunderschön geschriebenes Buch, das jedoch gute 300 Seiten zu lang ist.😶🌫️ Das Schicksal von Jude ist so schrecklich, dass ich das Buch immer wieder weglegen und Pausen einlegen musste. Und jedes Mal, wenn ich dachte, es könne für ihn nicht schlimmer werden, wird immer wieder einer oben drauf gesetzt – und das wortwörtlich über 1.000 Seiten hinweg. Es ist eine hoffnungslose Abwärtsspirale voller Trauma, Schmerz und Verlust - wirklich einfach nur deprimierend.🥺

Dieses Buch bringt einen an seine Grenzen... und darüber hinaus!
Dieses Buch hat mich wirklich zutiefst erschüttert. Wir begleiten eine Freundesgruppe vom Anfang bis zum Ende ihres Lebens. 4 Freunde, die jeder für sich seine eigenen Probleme und Herausforderungen haben, welche sehr anschaulich und nachvollziehbar beschrieben werden. Trotz seiner beachtlichen Länge hat man nicht das Gefühl dass es langatmig ist, eher im Gegenteil. Es wurden alle relevanten Handlungen in dem Leben der 4 thematisiert. Die Handlung ist allerdings nichts für Jedermann. Man sollte sich darüber im Klaren sein, welche Themen hier behandelt werden, bevor man es liest. Dieses Buch ist wirklich harte Kost. Die hier behandelten Themen regen wirklich zum Nachdenken an und machen einem erstmal so richtig bewusst, wie anders das Leben eigentlich verlaufen kann. Die Leben der im Buch dargestellten Personen unterscheiden sich komplett voneinander und verlaufen sehr unterschiedlich in ihren Höhen und Tiefen. Es wird einem überdeutlich vor Augen geführt, zu welchen Gräueltaten Menschen eigentlich imstande sind. Besonders schockiert und zugleich fasziniert hat mich das Leben von Jude. Jude ist ein wahnsinnig starker Charakter, der aufgrund seiner Vielschichtigkeit und seiner enormen Entwicklung, in "Ein wenig Leben" den stärksten Anteil erhalten hat. Durch die enorme Abnormalität und Absurdität vergisst man schnell, dass diese Taten nicht nur in Büchern vorkommen, sondern für manche Menschen groteskerweise Alltag sind.
💌 Rezension – A Little Life
Ich weiß gar nicht, wie man über dieses Buch reden soll. Es ist schön und grausam gleichzeitig , einfach nur intensiv. Es geht um das Leben eines jungen Mannes, um seine Vergangenheit, seine Ängste, seine Geister. Und jedes Mal, wenn man denkt, schlimmer kann’s nicht mehr werden, wird’s doch noch schlimmer. Ich musste mehrmals Pause machen, weil es einfach zu viel war. 🫠 Man fühlt alles mit , Mitleid, Wut, Verzweiflung. Und trotzdem kann man nicht aufhören zu lesen. Die Nebenfiguren, die Freunde, alle wirken so echt, so hilflos, so menschlich. Es ist kein Buch, das man einfach „mag“. Es ist eins, das einen kaputtmacht und trotzdem irgendwie heilt. ⭐️⭐️⭐️⭐️ / 5
Für Jude 🩷
Ein Jahr später – und es lässt mich nicht los. Es ist über ein Jahr her, dass ich Ein wenig Leben gelesen habe. Und doch vergeht kaum eine Woche, in der ich nicht an Jude denke. An Willem. An diese Freundschaft, die Liebe, die Tragik. Dieses Buch hat etwas mit mir gemacht – etwas, das geblieben ist. Ich habe mir jetzt die Sonderedition gekauft, einfach weil sie so wunderschön ist und weil ich diesem Buch einen Platz in meinem Wohnzimmer geben will, als Teil meines Lebens. Erst gestern kamen mir wieder die Tränen, als ich jemandem davon erzählt habe. So tief sitzt der Schmerz, aber auch die Zärtlichkeit, die Nähe. Ein wenig Leben ist stellenweise kaum auszuhalten – und doch möchte man keine Seite missen. Mich hat noch nie ein Buch so tief bewegt, und ich glaube, keines wird es je in dieser Intensität wieder tun.
Ein Geschichte, die sich wie ein Faustschlag in den Magen anfühlt.
Die Geschichte rund um die vier Freunde Jude (Anwalt), Willem (berühmter Hollywood-Schauspieler), Malcom (Stararchitekt) und JB (Künstler) fing recht harmlos an. Normalerweise bringt mich auch nichts so schnell aus der Ruhe, doch das Buch hat es geschafft, dass ich es zeitweise beiseite legen musste. Einige Geschehnisse waren so ungeheuerlich, dass mein Gehirn sich immer wieder einredete: "So viel Schlimmes kann einem Menschen doch niemals auf einmal passieren!" Ein naiver Gedanke. Judes dunkle Vergangenheit wird schrittweise entblättert und immer dann, wenn ich mir dachte, dass es nun für ihn besser wird und er endlich sein Leben genießen kann, passiert irgendein Mist. Teilweise war das schwer zu ertragen. Das Buch hat aber auch seine Schwächen: 1. Es ist eindeutig zu lang. Manche Passagen hätten gewiss gekürzt werden können. Gelegentlich habe ich Stellen überblättert ohne das Gefühl zu haben, etwas Wichtiges verpasst zu haben. 2. Die Beziehung der vier Männer erschien mir manches Mal zu "perfekt". Sie gingen so liebe- , rücksichts- und verständnisvoll miteinander um, dass es schon fast traumhaft war. Was zum nächsten Punkt führt: 3. Alle Figuren waren entweder schwarz oder weiß. Entweder besonders gut, freundlich und liebevoll oder schrecklich brutal und unmenschlich. Ich muss zugeben, dass dies allerdings auch dazu beigetragen hat, die unerträglichen Passagen auszugleichen. Immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, dass ich nicht mehr weiterlesen kann, kamen die guten Szenen mit netten Figuren und tollen Gesprächen. Trotzdem hätte ich mir manchmal mehr Grauzonen gewünscht. 4. Der Satz "Es tut mir leid" wurde für mich in diesem Buch so oft verwendet, dass er inzwischen zu einer unbedeutsamen Brei aus Buchstaben verkommen ist. Ab der Mitte war es nur noch nervig und ich hätte am liebsten geschrien, dass sie damit aufhören sollen! Trotz dieser Kritikpunkte bereue ich es nicht, dieses Buch gelesen zu haben, denn ich habe mich manches Mal "gesehen" gefühlt. Gerade in den Szenen, in denen es um Judes Schmerzen ging. Die Beschreibungen, welche körperlichen und seelischen Auswirkungen regelmäßige Schmerzen oder unkontrollierbar auftretende Schmerzen haben, waren sehr gut beschrieben. Wer viel ertragen kann, für den ist dieses Buch sicherlich gut geeignet. Ich empfehle allerdings, während des Lesens regelmäßig etwas Schönes zu machen, damit die Geschichte einen nicht in seine verschlingende Dunkelheit zieht.
Immer wenn ich das Buch zur Hand hatte, und danach, fühlte sich für mich alles grau an.
Ich muss beim Lesen eigentlich nicht weinen, ich bin einiges gewohnt. Aber Judes Leben, die Schilderungen im Buch, haben mich so eingefangen, dass ich sogar Schluchzen musste. Dieses Buch ist einzigartig. Der Schreibstil ist einzigartig (und nicht unbedingt einfach). Judes Geschichte wird mir noch lange nachhängen. Ich habe beim Lesen das Gefühl bekommen, dass er nie glücklich werden kann. Ich fand die Schilderung der Erlebnisse sehr wichtig, denn so wird einem vor Augen geführt, wie sehr sich Trauma auf das Denken, Verhalten und Leben auswirken kann. Aber das Buch beinhaltet auch einzigartige und wundervolle Ereignisse über Freundschaft und Liebe. Ich werd‘s nie vergessen.

Puhhhh.. nach diesem Buch ist erstmal alles anders. Mit anderen Worten… es zerstört dich!
-Eins vorweg. Dem Buch fehlt die Triggerwarnung! Das ist harter Tobak der hier detailliert geschildert wird- Ein wenig Leben ist eine sehr langsam erzählte Geschichte über Freundschaft, Liebe, Unglück und Missbrauch. Das Buch ist unfassbar emotional und grausam zugleich. So wird das Wohlbefinden beim Lesen auf links gedreht, man fühlt mit den Charakteren mit und durchlebt das unfassbar tragische Leben des Protagonisten Jude. Die Autorin baut eine bittere, ernste und vor allem realistische Welt auf, die sich um Missbrauch, Freundschaft, Menschlichkeit, Unvollkommenheit und Versagen dreht. Schlichtweg ums Mensch sein. Hautpsächlich geht es in erster Linie um das Leben des Protagonisten Jude und dem unvorstellbaren Missbrauch der ihm als Kind und Erwachsener mehrfach widerfährt. Aber letztendlich liegt der Fokus des Buches auf die bedingungslose Liebe seiner Mitmenschen und seinen Freunden. Auf das Verzeihen und auf das Mitgefühl untereinander. Auch wenn das Buch an einigen Stellen sich wahnsinnig zieht, man das Gefühl hat, es könnte viel kürzer sein, liegt die Genialität darin, dass die Autorin sich extrem viel Zeit nimmt, die Geschichte so unaufgeregt und langsam zu erzählen, damit die Atmosphäre in der das Buch spielt sich deutlich entwickeln kann. Und diese wirkt so eindringlich und realistisch, dass sie den Leser nahezu Platt macht. Ganz ohne billige Plots, Wendungen und Hollywood. Manche Situationen hätten durchaus kürzer ausfallen können. Aber vielleicht braucht es eben auch diese teils monotone Erzählweise von alltäglichen Dingen. Schön ist, dass die Protagonisten alle erfolgreiche und stinkreiche Menschen sind, denen es aber in ihrem Schicksal nicht hilft und auch nicht glücklich macht. Eine tolle Lehre. Zudem gibt es keinen Höhepunkt. Man weiss zu Beginn schon wo die Reise hingeht und man denkt schon früh darüber nach, ob man diese emotionale Härte durchhält oder nicht doch lieber abbrechen soll. Die Autorin erschafft zudem ein sehr gesundes Männerbild und lässt keinen Raum für patriarchale Denkweisen. Und das ohne aufdringlich und anklagend zu wirken. Hier zeigen Männer tiefste Emotionen, was ungewohnt wirkt, aber sowas von richtig ist! Ein Buch, das viel Durchhaltevermögen erfordert, sich erst im Gesamten als nahezu Meisterwerk entpuppt. Und das einem emotional komplett zerstört.

Dieses Buch hat mich sehr mitgerissen. Ich musste es zwischendurch weglegen, ich musste zwischendurch weinen, ich musste nachdenken. Was für eine ergreifende Story über eigentlich nur sensible und schwere Themen , aber auch eine Story über wahre Freundschaft. Ich liebte und hasste Jude, die Hauptfigur.
"Warum fanden die Leute solche Freundschaften bewundernswert, … … wenn man siebundzwanzig war, aber suspekt, wenn man siebenunddreißig war? Warum zählte eine Freundschaft weniger als eine Beziehung?"
Was habe ich da bitte gelesen? Ich muss sagen, das ich bis zur Mitte des Buches unheimliche Probleme hatte reinzufinden. Ich wollte es sogar schon komplett abbrechen. Doch mit einem Mal wurde alles anders. Es ist unglaublich wie bildlich die Autorin Gefühle beschreibt. Ich habe bei fast jedem Kapitel weinen müssen. Habe mitgefiebert. Habe gehofft, obwohl die Situation fast aussichtslos war. Ich gebe 3 Punkte, weil es eben nur die zweite Hälfte war die mich mitgerissen und eingenommen hat.
Es ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss, für das man emotional gewappnet sein sollte, auf das man sich einlassen muss.
Erzählt wird die Geschichte von Malcolm, JB, Jude und Willem, die sich in jungen Jahren kennenlernen. Wir verfolgen ihren Werdegang, wobei im Laufe des Buches ein besonderer Augenmerk auf Jude gelegt wird. Dieser ist körperlich beeinträchtigt und man merkt ihm an, dass er ein Trauma bewältigen muss. Wie groß und umfassend dieses Trauma ist, entblättert sich im Laufe des Buches. Stückchen für Stückchen erfährt man mehr von Judes Vergangenheit, blickt in tiefe Abgründe, die Judes destruktives Verhalten in der Gegenwart erklären. In der Gegenwart ist die Liebe und Freundschaft, die Jude von seiner Umgebung erfährt, wirklich sehr berührend. Die Menschen um ihn herum setzen alles in Bewegung, um Jude zu helfen. Jude aber ist so gefangen in seinem Trauma, dass er diese Hilfe nicht annehmen kann, sich nicht vorstellen kann, dass jemand solche Liebe für ihn empfindet. Viele Fragen werden aufgeworfen: Wieviel Schmerz und Trauma kann ein Mensch ertragen? Warum nimmt er keine Hilfe an? Wie verhält man sich gegenüber einem Menschen, der keine Hilfe annimmt? Wann hört Freundschaft auf und wann beginnt Verantwortung? Dieses Buch war nicht leicht zu lesen. Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, wobei die Achterbahn meist in den Abgrund rast und nur selten, kurz nach oben schnellt. Nur selten kann man ein wenig aufatmen und sich über eine positive Wendung freuen. Auch weil unterschwellig immer das Leid begleitet, weil es nie eine nur positive Zeit gibt. Ich musste das Buch zwischendurch pausieren und habe lange mit mir gerungen, ob ich weiterlese, da es mich an die Grenze des Erträglichen gebracht hat. Das Buch löste bei mir so viele Gefühle aus. Verzweiflung, Fassungslosigkeit, Hilflosigkeit und Wut gegenüber eines Protagonisten, der so viel Trauma erlebt hat, sich aber weigert Hilfe anzunehmen. Mir fällt es schwer, eine Leseempfehlung auszusprechen, da mich das Buch zwar sehr berührt, aber auch sehr an meine Grenzen gebracht hat. Es ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss, für das man emotional gewappnet sein sollte, auf das man sich einlassen muss. Auch ein Buch, das lange nachhallt.
Eine emotionale Achterbahnfahrt
Zunächst muss ich gestehen: Ich wusste nicht, wie ich diese Rezension beginnen soll. Nachdem ich einige andere Bewertungen zu diesem Buch gelesen habe, stellte ich fest, dass es vielen ähnlich geht – man kommt einfach nicht so recht an die richtigen Worte. Also fange ich einfach an, in der Hoffnung, dass sich diese Rezension irgendwie von selbst strukturiert. 😂 ------------------------------- Als erstes möchte ich anmerken, dass ich es sehr schockierend fand, dass das Buch keine Triggerwarnungen enthält. Es ist definitiv keine Lektüre für psychisch instabile Menschen – besonders nicht für diejenigen, die Traumata oder Tendenzen zu selbstverletzendem Verhalten haben. Deshalb liste ich hier ein paar Triggerwarnungen auf: • Selbstverletzendes Verhalten • Suizid • Drogenkonsum • Gewalt / häusliche Gewalt • Misshandlung • Traumata/Flashbacks • Blut • Tod Darum geht's: Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara folgt vier Freunden in New York City, wobei der Fokus auf Jude liegt, dessen traumatische Vergangenheit ihn immer wieder einholt. Der Roman erforscht die Auswirkungen von Missbrauch und Gewalt auf Judes Leben und seine Beziehungen zu seinen Freunden. Trotz seiner Erfolge kämpft Jude mit emotionalen und körperlichen Wunden, die ihn zu zerstören drohen. Die Geschichte behandelt Themen wie Freundschaft, Liebe, Trauma und Heilung. Meine Meinung: Ich muss ehrlich sagen, dass sich die Geschichte ziemlich zieht. Erst ab Seite 450 konnte ich wirklich in die Story eintauchen – ab diesem Punkt hatte ich endlich wieder das Gefühl, dass es spannend wird und ich weiterlesen wollte. Zwischendurch gab es zwar immer wieder schockierende Rückblicke in Judes Vergangenheit, aber danach zog es sich oft wie Kaugummi. Diese Längen/Erzählungen sind natürlich wichtig, um die tiefere Freundschaft zwischen Jude, Willem, JB und Malcolm zu verstehen. Wir bekommen detaillierte Einblicke in ihre Schwächen, Stärken, Charakterzüge und Ansichten, was die Figuren definitiv tiefgründig und lebendig macht. Mir persönlich sind gut entwickelte Charaktere immer besonders wichtig, aber hier wurde das Buch durch die wirklich ausführlichen und intensiven Einblicke in die Innenwelt der Figuren irgendwie etwas zu langsam. Oft musste ich mich richtig konzentrieren, damit nicht nur meine Augen, sondern auch mein Geist den Text erfasste. Zusätzlich hatte ich anfangs Schwierigkeiten, mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Die ständigen Wechsel der Perspektiven haben mir anfangs sehr zu schaffen gemacht, und ich empfand das Ganze als ziemlich anstrengend. Es ist wirklich keine leichte Lektüre – sie erfordert volle Aufmerksamkeit und Konzentration. Außerdem werden sehr schwierige und oft unangenehme Themen behandelt, die einem ein unangenehmes Gefühl im Magen hinterlassen. Zum Glück haben mich aber Sheila (@buch_wolke) und Tabea aus dem Buchclub motiviert, weiterzulesen. Und trotz der Schwächen muss ich sagen, dass ich wirklich froh bin, das Buch gelesen zu haben. Es ist zwar schwer und düster, fast wie eine Depression in Buchform, aber auf eine gewisse Weise ist es dennoch lesenswert. Dieses Buch wird mir auf jeden Fall lange in Erinnerung bleiben. Ich habe so viele Emotionen durchlebt, dass ich einfach nicht anders konnte, als darüber zu sprechen. Sogar der beste Freund meines Mannes musste sich anhören, was gerade in der Geschichte passiert, weil ich einfach reden musste. 😂 ⭐️⭐️⭐️✨️
Man liest nicht - man durchlebt es
Hat mich überwältigt. Innerhalb von zwei Wochen gelesen, aber am Ende fühlte es sich an als hätte man ein ganzes Leben durchlaufen. Es ist teilweise unfassbar grausam, aber auch zärtlich & intensiv – habe mich beim Lesen immer wieder gefragt: Wie kann man so eine Geschichte schreiben? Es war mir nicht zu lang, die ganzen Details, die verschiedenen Perspektiven und Jahrzehnte, man verliert sich in dieser Konstellation aus Gewalt, wahrhafter Liebe und echter Freundschaft. Eine emotionale Achterbahnfahrt an die ich noch oft denken werde…ach Jude. Ein wenig Leben hat mir wieder gezeigt wieviele Emotionen Bücher in einem auslösen können, Danke. Als ich das Buch beendet hatte bin ich nochmal zum Anfang zurückgekehrt….hätte nie geglaubt was mich da erwartet.

beendet am: 03.09.25 Sprache: Englisch < Jude, JB, Willem und Malcolm: Vier New Yorker, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. > Fantastischer Schreibstil, der die Welt der Charaktere und deren Gedanken und Gefühle so schön erzählt. Es ist faszinierend, wie gut die Autorin es schafft ca. 25 Jahre eines Lebens in etwas mehr als 800 Seiten unterzubringen und trotzdem das Gefühl entsteht, als wäre man jeden einzelnen Tag bei den Charakteren gewesen. Auch sind die vier Männer sehr realistisch und greifbar ausgearbeitet. Sie sind vielschichtig und interessant geschrieben und der Wechsel zwischen den Perspektiven der Protagonisten liefert extrem tiefe Einblicke in deren innere Welt. Der Aufbau in mehrere große Kapitel hat mir auch sehr gut gefallen. ABER: Ich hatte irgendwann das Gefühl die Autorin genießt es Jude leiden zu lassen. Alles Schlimme, was man sich vorstellen kann, passiert diesem Mann und es war irgendwann einfach nur noch grauenhaft noch ein tragisches Erlebnis von ihm zu entdecken. Dass Jude einfach fast nie eine Pause bekommt, hat mich so sauer auf die Autorin gemacht und mich leider auch immer wieder aus der Geschichte raus gebracht. Mir ist bewusst, dass es der Sinn der Story war, aufzuzeigen, dass manche Menschen einfach keine Pause bekommen, aber es war mir trotzdem einfach viel zu viel. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass ich die Charaktere alle so gerne mochte und sie deshalb nicht leiden sehen wollte. Was allerdings mein viel größeres Problem mit dem Buch ist, dass es meiner Meinung nach Selbstverletzung sehr verherrlicht. Es wird immer wieder gesagt, dass es nicht gut ist und auch gezeigt, wie die Menschen im Umfeld der Person, die sich verletzt, leiden. Allerdings werden die Passagen, in denen es um Selbstverletzung geht, viel zu sehr romantisiert und sind auch viel zu grafisch beschrieben. Als Leser bekommt man quasi ein „How to?“ der Selbstverletzung. Es wirkt fast so, als wollte die Autorin zeigen, dass es was schönes ist, sich selbst wehzutun und das finde ich nicht gut. Was ich auch schade finde ist, dass fast jeder in Judes Leben sein selbstzerstörerisches Verhalten ermöglicht und einfach geschehen lässt. Manchmal brauchen Menschen etwas tough love, damit es ihnen besser geht, aber das hat sich keiner von Judes Freunden getraut, ihm zu geben. Wenn man allerdings mit den genannten Kritikpunkten zurechtkommt, ist es definitiv ein lesenswertes Buch. Allgemein war das Buch eine gute Werbung für Therapie, damit die schönen Momente im Leben auch als solche erkannt und genossen werden können und nicht von den schlimmen Momenten überschattet werden. Ich werde das Buch auch sehr wahrscheinlich nochmal lesen, da es wirklich schön geschrieben ist und ich die Charaktere sehr gerne mag.
Ein Tiktok Buch, das den Hype auf jeden Fall wert ist
Wow. Dieses Buch hat mir das Herz gebrochen. Die Geschichte von Jude, dem Protagonisten, brachte mich an die Grenzen, sodass ich manchmal gern pausiert hätte. Das Buch ist kein Page Turner, es baut sich langsam auf. Über mehrere Jahrzehnte begleiten wir die 4er Freundesgruppe. Dennoch ist der Schreibstil fesselnd und manchmal geradezu poetisch. Manche empfehlen das Buch nicht weiter, weil die Story zu negativ ist. Ich glaube aber, dass wir uns als Leserschaft das Leben nicht zu einfach machen dürfen, indem wir kategorisch die Augen vor harten Schicksalen verschließen. Ich möchte das Buch jeder*m erwachsenen Leser*in empfehlen, der*die von einem Buch mehr als seichte Unterhaltung erwartet. Ich möchte unbedingt weitere Bücher der Autorin lesen!

Das Buch hat zwei Wochen meines Lebens begleitet und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll - enthält Spoiler:
Dieses Buch ist wirklich heftig auf viele verschiedene Weisen. Die ersten 450 Seiten ist nicht wirklich was passiert und ich fand viele Nebengeschichten und Anekdoten ziemlich unwichtig für die Geschichte. Aber rückblickend sollten sie wahrscheinlich zur Fülle der Lebensgeschichte beitragen, die wir begleiten mit diesem Buch. Ich hab noch nie ein Buch gelesen, das ein ganzes Leben nacherzählt und ich fand es großartig, auch wenn das Leben von jude wahrscheinlich das schlimmste ist, was man sich vorstellen kann. Ich habe oft weinen müssen, manchmal vor Freude, öfters aus Trauer und Ohnmacht und manchmal auch aus Wut, auf das was jude angetan wurde, was er erleben musste, aber auch darauf, dass er sich einfach nicht helfen lässt, sich selbst so hasst obwohl alle um ihn herum in so sehr lieben und er so begabt ist in vielen Dingen - seine multiplen Traumata sitzen dennoch so tief und wiederholen sich, sodass er sein Selbstbild, Misstrauen und destruktives Verhalten nicht ablegen kann auch wenn alle um ihn herum sich zu 100% nach ihm ausrichten - es macht mich sprachlos wie sehr seine Freunde ihn lieben und was sie alles für ihn tun, obwohl er sie immer wieder anlügt und nichts von seinen Emotionen und seinem Leben preisgibt - das finde ich btw auch etwas unrealistisch, weil es eine so einseitige Beziehung sein muss über Jahrzehnte und sie doch so viel aus seiner Freundschaft zu ihm zu ziehen scheinen. Ich muss sagen, dass ich trotz seines Schicksals und dass ich verstehen kann, wieso er so ist wie er ist, so oft sauer auf jude war und eigentlich mochte ich nur Willem, Harald und Andy in dem Buch. Diese drei Menschen sind so gütig und so selbstlos, dass es weh tut, so oft weh tut. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass mich das gelesene selbst traumatisiert hat - es ist einfach viel. Diese Beschreibung solch einer ungewöhnlichen Beziehung zwischen Männern ist einfach unfassbar berührend und einmalig. Ich finde es so wunderschön, dass aus einer so intensiven Freundschaft eine romantische Beziehung wird, auch wenn sie wohl zeitweise für Willem toxisch ist und ich mich frage, wieso sich beide selbst nicht als schwul definieren, es ist ja keine platonische Liebe, sondern eine klar romantische. Ich danke für diese Reise, muss jetzt aber auch erstmal was weniger intensives lesen

5 🌟- „Jude St. Francis, als dein zukünftiger Vater vergebe ich dir hiermit…alles, wofür du Vergebung suchst.“ (S.267) Für mich ein einzigartiges Buch. Für mich ein Jahreshighlight und ein Werk, welches ich nicht zum letzten Mal gelesen/ gehört habe..
Das war intensiv. Es war langwierig. Es hat mich viel Schmerz fühlen lassen. Es hat mich optimistisch gestimmt. Es hat mich wütend gemacht. Es hat mich einmal auseinandergenommen und gewaltsam wieder zusammengesetzt. Für mich eine ganz tief bewegende Geschichte über die Freundschaft vierer Männer, über eine lebenslange Liebe, über Freund*innen, die zur Familie werden und über ein wenig Leben. Wer ein Buch mit Tiefgang sucht, in der sich die Handlung viel Zeit lässt und alle Charaktere bis ins kleinste Detail beleuchtet werden, der darf gerne zu diesem Buch greifen. Die ersten 100 Seiten habe ich definitiv gebraucht, um reinzukommen. Ich habe es zum Teil gelesen und zum Teil gehört (Das Hörbuch kann ich sehr empfehlen). Ich habe sehr sehr viele Charaktere ins Herz geschlossen: Allen voran Harold, Willem, Jude und Andy. Ich konnte nicht alle Handlungen nachvollziehen/ gutheißen, aber genau dieser Aspekt hat die Charaktere sehr authentisch wirken lassen. Einfach JA zum Buch! 🥹🥲
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
Oh Wow - ich weiß gar nicht was ich sagen soll, außer lest dieses Buch!! 🥺 Diese Buch hat mich emotional zerstört und ich musste zum ersten Mal seit langem bei einem Buch weinen. Wer Lust auf eine Gefühlsachterbahn von Emotionen hat (meist abwärts), der ist bei diesem Buch genau richtig! ‼️Aber Achtung: lest die Triggerwarnung bevor ihr zu dem Buch greift! ‼️
Puhh… schwierig hier eine Bewertung abzugeben!
Für mich war es unglaublich schwer reinzukommen, dennoch bin ich froh es bis zum Ende gelesen zu haben. Zwischendurch musste ich aufhören, weil es wirklich, wirklich schwere und schreckliche Schicksalsschläge beinhaltet - wenn man denkt „Okay, jetzt kann es wirklich nicht noch schlimmer werden. Der arme Junge hat schon so viel durchgemacht..“, kommt die nächste Bombe, noch brutaler als die zuvor. Mit Vorsicht zu genießen - es zeigt jedoch auch, wie sehr Freundschaften einem im Leben helfen können.

Es hat mich zerstört! Jude 😪😪😪
Diese Geschichte ist so unglaublich herzzerreißend. Auf eine grausame Art und Weise. Es passiert nahezu nichts schönes. Nur Leid, Kummer und Schmerz. Man fragt sich: wie viel kann ein Mensch ertragen??? Durch den langen Einstieg ist man tatsächlich mittendrin, sobald die geschehen beginnen und nimmt es nochmal krasser auf. Ich hab mehrfach überlegt ob ich abbreche, weil es mich nicht los lässt. Alleine darüber zu lesen ist wirklich heftig. Mit mehreren Pausen und vielen Tränen habe ich es dann geschafft. Ließ es bitte nur, wenn du dir die triggerwarnung angesehen hast. Und selbst dann wirst du noch nicht bereit sein..
Das beste Buch, dass ich je gelesen habe. Das schlimmste Buch, dass ich je gelesen habe. ✨
Die Art und Weise, wie es geschrieben ist, ist einfach so gut. Man hat das Gefühl, man kennt die Charaktere wirklich und lernt ihre tiefsten inneren Geheimnisse und Gefühle kennen. Die selben Situationen werden teilweise aus unterschiedlichen Sichtweisen beschrieben, und man kann einfach das Handeln und Fühlen eines jeden nachvollziehen. Ich habe so viel bei diesem Buch geweint, dennoch war es wunderschön geschrieben. Ich würde das Buch auf jeden Fall empfehlen. Es kommt aber darauf an, mit welcher Erwartungshaltung man es liest. Es ist keine klassische leichte Story mit einem Höhepunkt und Happy End, man wird gelegentlich enttäuscht und wütend über die Entwicklung der Geschichte sein. Dennoch spiegelt das Buch meiner Ansicht nach sehr gut die Realität wieder. Ich ziehe daraus Dankbarkeit für mein eigenes Leben, mehr Verständnis für Lebenssituationen anderer Menschen und ganz viel Liebe für die Charaktere des Buches. 🤍

Lässt mich sprachlos zurück
Es fällt mir schwer dieses Buch zu bewerten. Ich möchte Sterne abziehen weil ich mich so schwer fühle nachdem ich es beendet habe. Es ist kein leichtes Buch, kein Wohlfühlbuch. Ich möchte Sterne abziehen weil ich mich um Hoffnung betrogen fühle die am Ende doch bleiben muss. Aber ich kann keine Sterne abziehen, auch nicht wenn es harte Arbeit war es zu lesen, weil es wunderschön geschrieben ist und es mich so sehr fühlen lässt,- wenn auch in erster Linie Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Demut.
Oh Mann, schwieriges Buch! Ehrlich gesagt habe ich es gelesen, weil es so viele gute Kritiken bekommen hat. Ich fand es aber nur deprimierend, in die Länge gezogen und anstrengend. Natürlich war zu erwarten, dass bei diesem Thema deprimierend sein würde, aber zusammen mit dem Schreibstil und der Länge des Buches war es einfach zu viel. Für mich das erste und letzte Buch von Hanya Yanagihara.
„Ich weiß, dass mein Leben einen Sinn hat, weil […] ich ein guter Freund bin. Ich liebe meine Freunde, und sie sind mir wichtig, und ich glaube, ich mache sie glücklich.“
Ich kann nicht wirklich viel zu diesem Buch sagen, außer, dass es sich nicht richtig anfühlt, dem Buch weniger als 5 Sterne zu geben. Es handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen Jude, Willem, JB und Malcolm. Ich habe mich die ganze Zeit so gefühlt, als wäre ich Teil der Geschichte, als wären die Charaktere meine eigenen Freunde. Mein Herz wurde mehrmals gebrochen, ich musste durchatmen und habe mich teilweise auch gefreut wie ein Kind, wenn den Charakteren etwas Gutes passiert ist. Das vordergründige Thema des Buches - Freundschaft- wird so wundervoll dargestellt, wie ich selten davon gelesen habe. Gerade in Judes schweren Phasen waren all seine Freunde und seine Familie so sehr für ihn da und auf eine Art und Weise, die mich unglaublich gerührt hat. Vor allem Jude, aber auch Harold und Julia, sind mir unglaublich ans Herz gewachsen, gerne würde ich sie alle auch kennen, da sie so unglaublich vielschichtig dargestellt sind. Die Teile, wie vor allem der letzte Teil, den Harold schreibt, haben mir so gut gefallen und ich finde es wunderschön zu lesen, wie Eltern über ihre Kinder denken können. Über Judes Geschichte zu lesen, war mir eine Ehre, weil es sich jederzeit so real angefühlt hat. Dieser Charakter ist so unglaublich stark, dass ich es nicht mit Worten beschreiben kann. Die Person, die mir jedoch wahrscheinlich am meisten durch den Kopf gehen wird, ist tatsächlich Willem. Ich empfinde unglaublich viel Sympathie für ihn und wünsche mir auch, meine Freundschaften so zu führen wie er. Jede seiner Handlungen haben mich so gerührt und gleichzeitig tat es auch weh zu lesen, wie sehr er sich sorgt, aber auch wie rein seine Art von Liebe gegenüber seinen Mitmenschen ist. Beim lesen wurden so viele verschiedene Emotionen hervorgerufen wie es ein Buch selten schafft - jedoch sollte man sich unbedingt die Triggerwarnungen ansehen und sich zweimal überlegen, ob man es wirklich lesen möchte.
![„Ich weiß, dass mein Leben einen Sinn hat, weil […] ich ein guter Freund bin. Ich liebe meine Freunde, und sie sind mir wichtig, und ich glaube, ich mache sie glücklich.“](https://social-cdn.read-o.com/images/1745424274246-1.jpg)
Intensiv, schonungslos, langatmig! - Achtung leichte Spoiler 🚨
Meine Meinung zu Ein wenig Leben… Also, Ein wenig Leben ist echt ein Buch, das einen mitnimmt. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen – sehr intensiv, sehr bildhaft, und die Charaktere sind einem echt nahegegangen. Die Geschichte von Jude und seinen Freunden hat mich auf jeden Fall berührt, auch wenn ich nicht, wie viele andere, an einer bestimmten Stelle geweint habe. Finde das aber auch total okay, weil jeder anders emotional reagiert. Was mir aber nicht so gefallen hat: Manche Stellen waren einfach zu explizit. Ich mag es eigentlich, wenn Bücher nichts beschönigen, aber die Art, wie Selbstverletzung und Missbrauch beschrieben wurden, war manchmal echt heftig – fast schon zu viel. Dazu kommt, dass das Buch stellenweise sehr langatmig war. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, den Faden zu verlieren, weil manche Passagen sich ziemlich gezogen haben. Was mich auch gestört hat: In meiner E-Book-Version gab’s keine Triggerwarnungen. Bei so einem Buch hätte das echt geholfen, weil es schon ziemlich harte Themen anspricht. Insgesamt würde ich 3,5 von 5 Sternen geben. Es ist gut geschrieben und emotional packend, aber an manchen Stellen einfach zu viel – inhaltlich und von der Länge her.
Hohe Erwartungen, die tatsächlich erfüllt wurden
Ein wirklich mitreißender Roman, der so viel Leid, Liebe, Freud, Hoffnung und gleichzeitig auch Hoffnungslosigkeit vermittelt. So viele Gefühle, die die Protagonisten total real wirken lassen. Ich habe über die 960 Seiten so viel mitgelitten, mitgehofft und mich mitgefreut. Ich mochte die Schreibweise sehr und auch die unterschiedlichen Perspektiven, fand ich toll. Ich hätte mir sogar gewünscht, dass beispielsweise die Sicht von Malcolm und JB häufiger betrachtet wird. Auch die Zeitsprünge mit Zusammenfassungen und Rückblicken haben total gut gepasst. Ich hab eigentlich nur eine Kritik: Es sollte unbedingt Triggerwarnungen (Suizid, sexualisierte Gewalt, extreme Form von körperlicher Gewalt, …) am Anfang des Buches stehen. Auch wenn diese dann kleine Spoiler wären, ist es absolut notwendig.
Mein Jahreshighlight!
Bei aller berechtigten Kritik (fehlende Triggerwarnings und Misery Porn) muss ich einfach sagen, dass ich noch nie, nie, niemals nie so ein unfassbar reales, tieftrauriges und gleichzeitig fantastisches Buch gelesen habe. Die Lesezeit glich wirklich einer umfassenden Erfahrung, die jedes denkbare Gefühl in mir hochgeholt hat. Allein die Figurenzeichnung und die unfassbar schöne Sprache machen diese Geschichte absolut worth it all. Ich bin nicht mit jedem Handlungsstrang in der Geschichte bedingungslos mitgegangen und konnte bei Gott nicht für alles Verständnis aufbringen, aber je mehr Zeit verging, desto mehr habe ich verstanden: Das ist auch gar nicht der Punkt. Alles was bleibt ist das tiefe Mitgefühl und die Erkentnis, dass, obwohl die Geschichte und Personen nicht real sind, ihre Gefühle und Erfahrungen mit all ihren Widerwärtigkeiten und dem Unaushaltbaren eben doch in einer realen Welt stattfinden. Leid ist real. Widerwärtigkeit ist real. Jede Perversion unseres Miteinanders ist real. Sprachlosigkeit ist real. Und das ist die eigentliche Tragödie. Diese Geschichte hat eine kaum zu fassende Dringlichkeit und ist gleichzeitig unaushaltbar grausam und tief menschlich, randvoll mit Güte, Freundschaft und Liebe. Sie begibt sich an die schwärzesten Orte unseres Menschseins und bricht doch immer wieder durch zum hellen, hoffnungsvoll warmen Licht unseres Miteinanders. Wer von diesem Buch gute Gefühle erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Wer bereit ist, sich auf eine Reise der gesellschaftlichen Sprachlosigkeit und Tabuuisierung zu begeben und zu verstehen, was Menschen auseinandernimmt und zerbrechen lässt, wird nach dem Buch ein besserer Mensch sein. x=x Ich werde dich niemals vergessen, Jude.
5 Sterne reichen nicht aus…
„Ein wenig Leben“ ist kein Buch für jeden – es fordert einen heraus und konfrontiert mit schwierigen, schmerzhaften Themen. Aber wenn man sich darauf einlässt, wird man mit einer zutiefst berührenden und unvergesslichen Geschichte belohnt. Es ist definitiv ein Buch, das noch lange nach dem Schließen des Deckels in meinen Gedanken und im Herzen sein wird. Ein außergewöhnliches, emotional intensives Buch, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Unbedingt lesen, wenn man bereit ist, sich mit den dunkelsten Seiten des Lebens auseinanderzusetzen und gleichzeitig die Schönheit von Freundschaft und menschlicher Verbundenheit zu erleben. Ganz viel Liebe!



























































