Oh Jude...💔
Ich habe 5 Wochen!!! gebraucht, um das Buch zu lesen - ich bin ganz ehrlich: aus Selbstschutz. Das Buch hat mich emotional genauso mitgenommen wie erwartet. Hätte die liebe Rieke mich nicht parallel mental betreut, hätte ich es glaub ich nie zuende gelesen.
Das Buch hat mein Herz in tausend Teile zerrissen, gleichzeitig gibt es aber auch so schöne Momente & ich liebe Willem, Harold & Andy 🥰.
Was ich sagen möchte, ist, dass das Buch eben nicht nur die Freundschaft vierer Freunde beinhaltet. Es erzählt die Lebensgeschichte eines schwerst traumatisierten Menschen und wie man sich unter solchen Umständen entwickeln kann. Und wer mir sagen möchte, dass Judes Verhalten "seltsam" ist: Nein! So benehmen sich Personen mit diffusen Traumata. Deswegen mag ich das Buch auch so. Es ist realistisch und auch wenn es unglaublich traurig ist & ich viele Tränen vergossen habe, muss ich sagen, die Autorin scheint sich in dem Bereich auszukennen oder sehr viel Recherche reingesteckt zu haben.
Ich bin erstaunt, dass sie fiktive Persönlichkeiten gestaltet hat, mit denen man so mitleiden kann.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und poetisch, aber das Buch ist definitiv nur etwas für Personen, die sich psychisch in der Lage befinden von diversen Triggern und Traumata zu lesen. Es ist hart, aber das war es wert. 😭
Ein Roman, der seinen Figuren keine Entwicklungsmöglichkeiten, jedoch viel Anlass für Leid und Trauer bietet.
Es gibt vieles, was ich über dieses Buch in anderen Rezensionen gelesen habe, daher möchte ich vor allen berichten, was mich am Roman am meisten beschäftigt hat.
Zunächst, was mir gefallen hat: Der Autorin gelingt es in sehr lebendiger und mitreißender Sprache, uns in das Innenleben ihrer Hauptfigur mitzunehmen und mit etwas Geduld wird man irgendwann in die Geschichte hineingezogen.
Man wird mitgenommen in eine Welt, in der einige Menschen einander bedingungslos lieben und radikal akzeptieren, einander das Beste wollen, loyal zueinander sind, inneren und äußeren Widerständen zum Trotz. Das zu lesen tut gut und gibt eigentlich Mut für die eigenen Beziehungen.
Andererseits werden wir bis ins kleinste Detail mitgenommen in unverrückbare Selbstentwertung und hochaggressive Selbstverletzung. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das Buch vielleicht nicht oder unter anderem Bedingungen gelesen, z.B. nicht allein.
In diesem Roman werden Beziehungen in komplett gut oder böse aufgespalten, damit wird es unplausibel: in den „guten“ Beziehungen verschlägt es allen die Sprache, wenn es um schwierige Themen geht. Aber wieso bleiben sie dennoch stabil, obwohl sie von den Selbstentwertungen und -verletzungen so massiv berührt werden und dies nicht besprechbar ist? (Die positiven Gefühle füreinander sind es übrigens auch nicht). Das gilt selbst für die therapeutische Beziehung: Therapeut*innen sind in der Realität durchaus in der Lage, traumatische Geschehnisse zu versprachlichen und zu bearbeiten. Im Buch komischerweise nicht. Dort ist Therapie nur lästige Zeitverschwendung.
Dann die Unglaubwürdigkeit in Bezug auf die Ressourcen: die sehr beschädigte Hauptfigur kann und weiß einfach unglaublich viel, wird dafür anerkannt und geschätzt, vermag aber trotzdem nicht, daraus Stabilität oder Selbstwert zu entwickeln, probiert es nicht mal. Dazu kommt, dass ihre Leistungsfähigkeit in Ausbildung oder Beruf null unter den Schmerzen und Traumata leidet.
Dann das Netzwerk: keiner dieser hochgebildeten, sorgenden Personen sorgt dafür, dass professionelle Hilfen angegangen und Netzwerke aufgebaut werden, obwohl sie teils dazu verpflichtet wären. Doch sie schweigen, wurschteln herum, lassen sich als Geheimnisträger instrumentalisieren und tragen so die Destruktivität mit.
Ein weiterer Aspekt ist die fehlende Figurenentwicklung. Sie fällt zunächst nicht so stark auf, weil man durch die verschiedenen Zeitebenen permanent den nächsten Schicksalsschlag, den nächsten zu detaillierte Rückblick verdaut und so übersieht, dass die Figuren sich nicht verändern. Über Jahrzehnte nicht.
Zuerst dachte ich, dass die Freunde ebenbürtig ausgeleuchtet werden, aber angesichts der düsteren und brutalen Vergangenheit des Hauptcharakters, die zunehmend offenbar wird, rücken sie in den Hintergrund, einige bleiben flach und eindimensional. Ich hätte gern mehr über sie erfahren.
Die Art des Erzählens, diese Mischung aus dem Eröffnen der Verletzlichkeit und Verwundbarkeit der Hauptfigur, den Rückblenden in ihre schockierende Vergangenheit, dem Beschreiben von aktuell niederschmetternden oder berührend schönen Erlebnissen und der anfangs fehlenden Erklärung für den Grund der körperlichen Behinderung, dieser Mix erzeugt Mitgefühl und eine Sogwirkung. Er wird von der Autorin jedoch ausgereizt und überspannt, in der zweiten Hälfte des Buchs war schließlich meine Empathie aufgebraucht und ich fühlte mich von der Art des Geschichtenerzählens vor allem manipuliert. Ich wusste, wenn es an einer Stelle der Geschichte einen guten Verlauf für die Figur nimmt, dann nur, um sie danach umso tiefer fallen zu lassen. Das wiederholte sich und wurde vorhersehbar.
Spoiler:
Am schwierigsten fand ich, dass wir überwiegend aus der Perspektive des suizidgefährdeten Hauptprotagonisten blicken und so seine Rechtfertigungen, Relativierungen und verzerrte Selbstwahrnehmung ungebrochen, kaum widersprochen stehen gelassen wurden. Nicht mal am Ende wird die Brutalität und Aggression des Selbstmordes dargestellt, der Schmerz, den er bei Verbliebenen verursacht, sondern er wird als tröstlich eingeordnet. Was für ein fatales und falsches Signal!
Es ist schon unglaublich wie schlecht es das Leben mit einer einzelnen Person meinen kann. Es war aber auch schön zu sehen, wie wichtig Freundschaften im Leben sein können. So gebrochen wie ich es wegen TikTok erwartet hatte, hat das Buch mich aber dennoch nicht, da es einige Längen hatte. Ich habe somit einen Monat gebraucht um das Buch zu lesen und konnte daher immer wieder aufatmen. Ich gebe ⭐️⭐️⭐️⭐️
“And so I try to be kind to everything I see, and in everything I see, I see him.”
Ich weiß warum ich es immer und immer wieder aufgeschoben haben dieses Buch zu lesen. Selten wurde mein Herz so gebrochen.
Es war eines der besten Bücher die ich je gelesen habe, aber auch eines der furchtbarsten. Ich bereue es kein bisschen, aber weiß nicht, ob ich es jemandem empfehlen würde.
Ich habe das Buch bereits vor ein paar Wochen beendet und musste es erst einmal etwas sacken lassen. Das wahrscheinlich das traurigste und emotional intensivste Buch, das ich je gelesen habe. Die Geschichte hat mich komplett mitgenommen und an manchen Stellen wirklich fertiggemacht. Vor allem die Figuren fühlen sich so echt an, dass man ihren Schmerz fast selbst spürt. Gleichzeitig ist das Buch unglaublich schön geschrieben und voller stiller, ehrlicher Momente über Freundschaft, Liebe, Trauma und Einsamkeit. Es war nicht immer leicht zu lesen, aber genau deshalb bleibt es einem so lange im Kopf.
Verrückt dieses Buch, als Lieblingsbuch zu beschreiben, obwohl es so hart zu lesen ist. Es hat mich sehr berührt & gefesselt.
Allerdings würde ich es nicht jeden empfehlen. Ich habe ca. 2 Jahre gebraucht bis ich den Mut hatte, dieses Buch zu lesen. Die Triggerwarnungen sollten gelesen werden.
Für mich war dieses Buch nur ein rumwühlen in Schmerzen und zu viel. Einfach weil es sich immer nur wiederholt hat und es am Ende dadurch anstrengend war. Anfangs hatte ich auch echt noch viel Empathie für Jude, aber dieser Widerwille gegen Besserung hat mich irgendwann doch recht genervt. Und das mit Willem war mir zu gekünstelt platziert, auch wenn es recht unerwartet kam.
Es wurde sich zudem unglaublich oft in der Geschichte entschuldigt.
Okay… das ist sehr schwer zu bewerten.
Das Buch an sich ist definitiv richtig gut geschrieben. Wenn es um den reinen Schreibstil geht ist es wahrscheinlich ein 5/5. Man merkt die Autorin hat Talent fürs Schreiben. Leider hat es einfach nicht meinen Geschmack getroffen. Ich konnte irgendwie keinen Zugang zu Jude finden, deswegen war es nicht so ein emotionaler Read wie ich mir erhofft hatte. Ich fand es ist auch öfter mal nichts passiert. Das Buch ist auch oft gesprungen, was echt schwierig war. Die Nebencharaktere wie zum Beispiel JB waren so viel interessanter. Ich hätte gerne mehr über ihn erfahren. Die Länge war auch ein Problem. Deswegen nur 3 Sterne.
Unglaublich gut geschrieben, aber es zerstört einen.
Ich habe Ein wenig Leben gelesen und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich darüber sprechen soll.
Mir wurde es empfohlen. Und ich weiß bis jetzt nicht, ob man das überhaupt darf. 😅 Dieses Buch ist so gut geschrieben. Und gleichzeitig so schlimm 🥺🫣
Es gibt einem so viel. Und nimmt einem mindestens genauso viel wieder.
Es lässt einen fühlen.
Es lässt einen lieben.
Es lässt einen an ganz vielen Stellen komplett zerbrechen.
Und dann gibt es diese kleinen Momente, in denen man kurz aufatmet oder sogar schmunzeln muss. Und genau das macht es so besonders. 😊
Im Mittelpunkt stehen vier Freunde, aber eigentlich geht es um Jude. Und Jude… tut einfach nur weh.
Schon früh merkt man, dass mit ihm etwas nicht stimmt.
Und trotzdem wächst er einem sofort ans Herz.
Der Schreibstil ist unglaublich nah. Teilweise so nah, dass man es kaum aushält weiterzulesen. Man fühlt jeden Gedanken, jede Angst, jeden Schmerz.
Es gibt so viele Szenen, die einfach nur grausam sind. Gewalt, Missbrauch, Selbsthass. Ich würde empfehlen, die Triggerwarnungen zu lesen.
Das sind Dinge, die man eigentlich nicht lesen will. Und trotzdem liest man weiter.
Weil da immer wieder diese kleinen Momente sind 🥰
Mit Willem.
Mit Harold.
Mit Andy.
Momente, die zeigen, dass da noch Leben ist. Ein wenig Leben!
Aber dieses Buch ist hart. Es ist gewaltsam. Es ist an vielen Stellen kaum auszuhalten.
Es triggert. Es geht unter die Haut. Und es bleibt da! Ich habe oft geweint 🥺Ich wusste eigentlich, wie es enden wird und wollte es nicht wahrhaben. Und trotzdem fühlt sich das Ende richtig an.
Dieses Buch ist kein „schönes“ Buch. Aber es ist ein unglaublich starkes.
Für mich war das kein Lesen. Es war ein Durchleben!
Meine Gedanken zu diesem Buch sind nur schwer in Worte zu fassen. Es fühlte sich wie ein Leben an, dieses Buch zu lesen - was fast schon wie ein Wortspiel im Zusammenhang mit dem Titel klingt...
Das Buch bricht ohne dich wieder zu heilen. Deshalb möchte ich auch keine Empfehlung aussprechen für dieses Buch - nur eins - bitte lest Triggernwarnungen im Internet, falls ihr diese braucht! Ja, diese würden euch spoilern, aber es muss euch in erster Linie gut gehen!
Mithin lebt das Buch eher weniger von dem Plot & mehr von den Charakteren, ihrer Innenwelt, ihrer Leben & vor allem ihrer Traumata.
In meinen Augen zeichnet die Autorin auf eindrucksvolle Weise nach, dass Liebe allein nicht immer retten kann– dass selbst die selbstloseste Hingabe keine tief verwurzelten Wunden heilen kann, so sehr man es sich auch wünschen mag, und entromantisiert dabei Trauma mit bemerkenswerter Ehrlichkeit.
Quasi eine Ode an die Therapie - daran, dass es kein Tabu sein darf. Und was passieren kann, wenn es das ist.
Ich habe das Buch vor knapp 2 Wochen beendet und vermisse Jude & seine Mitmenschen.
Für mich nehme ich vieles aus dem Buch mir. Und wenn doch überwiegend die emotionalen Aspekte, denn gedanklich und kognitiv kann ich das Buch nach wie vor nicht umfassen.
Wenn ihr euch also in der Lage fühlt (!) darüber zu lesen, was absolute Abgründe von Menschen mit anderen Menschen machen. Wie frustrierend manchmal Liebe sein kann, wie machtlos Trauma nicht nur die Betroffenen selbst macht, sondern auch deren Liebenden - dann lest das Buch. Passt nur sehr auf euch auf & achtet auf euer Wohlbefinden.
Selten so ambivalente Gefühle bei einem Buch gehabt …
Wahnsinn, wie schwer es ist diesem Buch eine Punktzahl zu geben.
Auf fast 1000 Seiten durchlebt man Wut, Frust, Trauer … streichelt zwischendrin die zarte, aufkeimende Hoffnung, - nur um am Ende noch tiefer zu fallen.
Eins steht fest - ich habe selten so oft ans Abbrechen gedacht und trotzdem noch nie so viel bei einem Buch geheult.
Der Lesefluss ist bisweilen schwierig, der rote Faden am Anfang kaum greifbar. Wenige Absätze und ausschweifende Erzählungen (ohne Hinweis darüber welche Perspektive gerade erzählt wird), erschweren das Verständnis und den Fluss beim Lesen meiner Meinung nach unnötig.
Am Ende hat sich das Durchhalten zwar „gelohnt“, dennoch weiß ich nicht, ob ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen kann.
Trotzdem 4 Punkte … weil ich auch 4 Tage später noch über die Story nachdenke, weil es mich berührt hat, weil die Geschichte und die Beziehungen so real, schön und traurig sind.
Das Thema des Buches ist sehr berührend und unglaublich traurig. Die Geschichte wäre aber viel besser gewesen, wenn sie etwa halb so viele Seiten gehabt hätte…
Extreme Tiefe bei den Charakteren und besondere Art zu Schreiben die ich noch nie gesehen habe.
Hätte mir nur bei den extremen Themen eine Triggerwarnung gewünscht.
Ich habe vom Buch und seinem Inhalt gehört. Ich wisste worauf ich mich einliess und dass es schwere Kost enthält. Trotzdem oder gebau deshalb wollte ich es lesen.
Der Einstieg viel mir schwer. Ich habe bestimmt drei oder vier mal vo vorne begonnen. Einerseits hatte ich Mühe mit dem Schreibstil, andererseits blieben die Figuren für mich sehr lange Gehaltlos und ich konnte sie nicht voneinander unterscheiden. Bei meinem letzten Versuch nun, habe ich mich gezwungen weiter zu lesen. Ich wollte das Buch einfach „gelesen haben“.
Und irgendwann war ich drin. Ich glaube, ab der Zeit nach der Uni, konnte ich das Buch kaum mehr weglegen.
Das Buch ist für mich traurig, aber auch wunderschön. Was passiert, ist schrecklich und machmal in einer Genauigkeit formuliert, die mich Würgen lässt. So etwas sollte niemand erleben. Die schiere Menge an schrecklichen Erlebnissen macht das Buch schwerverdaulich. Ich hoffe damit niemandem zu Nahe zutreten, aber genau das ist es auch, was mich teilweise stört. Es hat die Geschichte für mich unglaubwürdig gemacht.
Nach wie vor ein tolles Buch, bei dem es sich lohnt dranzubleiben.
5 Jahre lang habe ich mich vor diesem Buch gedrückt, weil ich zu viel Angst hatte es zu lesen. 5 Jahre lang habe ich es jeden Tag in meinem Regal stehen sehen und wusste, wie unbedingt ich es trotz meiner Angst lesen möchte. Jetzt habe ich es getan - zum absolut besten Zeitpunkt - und ich könnte nicht glücklicher und gleichzeitig trauriger drüber sein. Ich weiß, dass viele Leute dieses Buch als sehr kritisch betrachten und ich verstehe auch wieso, doch ich konnte mich aufgrund mehrerer Ähnlichkeiten sehr mit Jude vergleichen und hab mich deswegen auch sehr in das Buch hineinversetzen können. Für mich war es genau richtig, dieses Buch zu lesen. Ich liebe den Schreibstil, die Erzählperspektive und vor allem natürlich die Charaktere. Ich fühle so viel Liebe für dieses Buch. Für mich eine ganz klare (aber mit Vorsicht zu genießen) Leseempfehlung. Schaut euch vorher aber bitte trotzdem die Triggerwarnungen an, da dieses Buch wirklich nicht zu unterschätzen ist. 🫶🏻
ich habe über ein Jahr gebraucht um dieses Buch zu lesen.
Anfangs hab ich mich schwer getan reinzukommen. Dann musste ich immer wieder pausieren um das Gelesene sacken zu lassen.
Es ist eine ruhige Geschichte über das Leben von Jude St Francis und seinen drei Freunden. durch Rückblicke wird Judes Kindheit erzählt, welche an Grausamkeit kaum zu übertreffen ist.
Es ist eine Geschichte mit großen emotionaler Tiefe die Einblicke in eine zutiefst verletzte Seele gewährt.
Es ist eine Geschichte ohne große Wendungen oder Plotttwists.
Es ist einfach eine Geschichte über ein wenig Leben.
Der Titel könnte nicht treffender sein!
Eine Geschichte voll von Liebe und Schmerz. Intensiv. Traurig. Erschütternd. Wunderschön. Aufwühlend. Und kaum zu ertragen. Sie kann niemanden kalt lassen. Und wird es auch nicht.
Ich hatte schon viel von dem Buch gehört, bevor ich es gelesen habe, und muss leider sagen, dass es meine Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die Geschichte zieht sich stellenweise sehr, und ich fand es schade, dass der Fokus so stark auf Jude lag. Ich hätte mir mehr Einblicke in die anderen Charaktere gewünscht.
Meiner Meinung nach hätte außerdem deutlicher herausgearbeitet werden müssen, welche Auswirkungen das Leid einer Person auf die Menschen in ihrem Umfeld hat. Dieses Thema wird erst in den letzten 200 Seiten aufgegriffen und auch dort nur an wenigen Stellen wirklich greifbar gemacht.
Dennoch fand ich die Darstellung von Freundschaft und dessen, was sie ausmacht, sehr gelungen. Der Schreibstil der Autorin sowie die Perspektivwechsel haben das auf jeden Fall gut transportiert.
Wenn man allerdings auf ein spannendes, mitreißendes Buch hofft, kann ich es leider nicht weiterempfehlen.
Mehr als nur irgendein Buch!! Dieses Buch empfehle ich wirklich jedem, der mich nach Empfehlungen fragt. Denn ich denke bis heute noch so oft an dieses Buch. Die Story der 4 Freunde Jude, Willem, JB und Malcolm lässt mich einfach nicht los. Ihre Freundschaft und Loyalität zueinander über viele viele Jahre, gar Jahrzehnte hinweg und durch verschiedene Phasen ihres Lebens ist für mich der Inbegriff von „Freunde ein Leben lang“. Ich hatte während dem Lesen sämtliche Emotionen: Freude, Trauer, Wut, Ekel, Fassungslosigkeit aber auch Liebe, Hingabe, Zusammenhalt. Kein Buch beschreibt das Leben so sehr wie dieses. Klar kann man meinen, dass es besonders Jude hart trifft und es vllt etwas „zu viel“ ist aber manchmal ist es doch einfach so. Eine arme Sau bleibt eine arme Sau - nicht immer aber hier eben schon.
Dafür dass dieses Buch ein Zufallskauf war, bin ich immernoch stark verbunden mit dieser Geschichte.
Das erste Drittel zieht sich ewig, ohne, dass irgendwas passiert. Es wird lang und breit über unwichtige Themen geschrieben wodurch man nicht in einen Lesefluss kommt. Irgendwann kommt die Geschichte etwas in Fahrt, verliert dann aber auch wieder schnell an Fahrt und das immer wieder. Die Dinge die Jude passiert sind sind schlimm, keine Frage aber dadurch dass zwischendurch viel Nichts passiert konnte ich mich nicht gut in ihn reinfühlen.
Über das gesamte Buch hinweg gab es mitten in den Kapiteln Zeit- und Perspektivensprünge, so dass man auf den ersten Seiten oft garnicht wusste, wer jetzt grade eigentlich mit dem spricht und wann das ganze passiert.
Vor allem am Anfang gibt es oft Sätze die über 5-10 Zeilen gehen mit ewig vielen Nebensätzen. Sehr anstrengend zu lesen und zu verstehen. Hatte das Gefühl die ergeben manchmal garkeinen Sinn.
Ich verstehe den Hype nicht und würde es nicht weiterempfehlen.
Wunderschönes, tiefgreifendes Buch, das sich mit vielen Themen und Fragen des Lebens beschäftigt und zum Nachdenken, Fühlen und Reflektieren einlädt. Ich bin ohne Erwartungen an das Buch herangegangen und hatte anfangs Schwierigkeiten, mich in die langen Sätze der Autorin einzulassen, aber die Art und Weise der Erzählungen haben dazu beigetragen, einen gute Lesefluss zu schaffen.
Einzig allein die Ungewissheit der Sichtweise eines neuen Kapitels haben mich gestört, da ich oftmals Stellen erneut lesen musste, um die Gefühlswelt des aus der Perspektive geschriebenen Person vollständig verstehen zu können.
Mir ist das Buch etwas zu lang, viele Stellen sind ausgiebig geschrieben worden, was aber auch dazu geführt hat, das Buch in einem angenehmen Tempo zu lesen und das Geschrieben und die Geschichte wirklich auf einen wirken zu lassen; trotzdem ist mir die Dicke und Länge mancher Kapitel und Situationen zu lang.
Allgemein ein schönes, intensives Buch, wofür ich mir gerne Zeit zum Lesen genommen habe.
Ich war neugierig weil ich so viel über dieses Buch
gehört habe, habe es deswegen mal als Hörbuch angefangen, aber das ist so gar nichts für mich.
Die Autorin schreibt gut und die Charaktere wirken total lebendig und es ist halt auch sehr detailliert. Aber das ist mir alles etwas zu viel.
Ein Drama jagt das nächste, ich hatte das Gefühl das mich das Buch einfach nur runterzieht und emotional belastet. Normalerweise lese ich um Spaß zu haben oder dem Alltag zu entfliehen aber hier bin ich nur in eine Strudel aus negativen Gedanken gelandet..
Und die detaillierten Beschreibungen von Judes Selbstverletzungen haben mir den Magen umgedreht. Der Charakter durchläuft einfach das schlimmst möglichste Szenario und das Ende des Buches ist von Anfang an klar. (Habe mir das Ende Spoilern lassen)
Es ist kein schlechtes Buch, aber man sollte dafür emotional stabil sein und sich vllt vorher die Triggerwarnungen raus suchen. Das Buch könnte übrigens wirklich welche gebrauchen am Anfang...
Gefühle wie diese hat noch kein Buch in mir ausgelöst und hinterlassen
In meinen Augen spiegelt es das Leben wieder. Hoffen auf einen guten Ausgang, etwas erwarten und doch vollkommen falsch liegen. Glauben etwas zu wissen oder zu verstehen und schließlich vom Gegenteil überzeugt werden… Das Leben spielt nicht fair und nur selten, wenn nicht nie, kommt das Ende oder die Zukunft, das Versprechen, auf das wir gehofft haben… Menschen, auf die wir glauben uns stützen zu können, bringen uns zum Fallen und es helfen die aufzustehen, von denen wir glauben sie nicht zu verdienen, vergrault zu haben und zu Menschen in unseren Köpfen gemacht haben, die sie nicht sind…
Die Inhalte sind explizit, wirklich sehr explizit, weshalb ich mich zum ersten Mal in meinem Leben darüber wunder warum ein Buch keine Inhaltswarnung hat… (Sie wäre bei diesen schweren Themen in meinen Augen angebracht) Anhand des Klappentextes konnte ich nicht ahnen was mich erwarten wird. Das kann niemand.
Es geht um Jude und damit um einen Menschen, der so viel Leid im Leben erfahren hat, dass ich mich irgendwann an dem Punkt gefunden habe, zu denken „jetzt reicht es aber langsam, mit wie viel Trauma möchte man seinen Charakter beim Schreiben ausstatten - unrealistisch“ … Aber vielleicht ist das alles gar nicht so unmöglich, jedoch nicht glaubhaft für jemanden, der die Welt nicht von so einer Seite aus gesehen hat…
Bei Judes „Letztem Schicksalsschlag“ hatte mich das Buch etwas verloren, weil ich Hoffnungen hatte. Hoffnung auf eine Ende, welches plötzlich unerreichbar war. Die letzten 5-6? Seiten des Buches waren schwer für mich zu lesen, weil meine Augen voller Tränen standen… wie auch hin und wieder mitten im Buch.
Ich hatte es nach ca. 200 Seite vor einem 3/4 Jahr pausiert (war damals einfach nicht das Genre, welches meine Aufmerksamkeit einfangen und halten konnte) und jetzt wieder in die Hand genommen, worüber ich froh bin… Auch wenn das Buch sicher kürzer hätte sein können, ist vermutlich gerade die Ausführlichkeit und der Perspektivenwechsel zu gleichen Momenten, die einem die Charaktere so nah gebracht haben. Dadurch hat man wirklich mitgefühlt …
Teilweise sehr lange Sätze haben den Lesefluss schwerer gestaltet, auch der generell eher anspruchsvolle Schreibstil. Leider war es für mich teilweise schwierig in der/durch die Erzählerperspektive zu erkennen bei welchem Charakter wir uns gerade befinden… Die Kapitel waren sehr lag und 1000 Seiten in 5 Teil aufzuteilen ist etwas, was man nicht oft in Büchern findet (zumindest nicht in denen, die ich lese)
Alles in allem fand ich das Buch jedoch gut, sehr gut. Allein weil es so viel in mir ausgelöst hat und ich wirklich nach dem Beenden erst einmal ein paar Minuten vor mich hin starren und verarbeiten musste, an was ich da in diesen fast 1.000 Seiten teilhaben durfte…
Was für ein Buch! Ich erlebte eine Achterbahn der Gefühle, von Schmerz, über Hass, über Wut , über Trauer , war alles dabei!
Ich habe noch nie mit einem Protagonisten so intensiv mitgefühlt und mitgelitten wie mit Jude. Er ist mir so sehr ans Herz gewachsen.
Ich werde dieses Buch so schnell nicht vergessen und es wird lange in meinem Gedächtnis und in meinem Herzen bleiben.
Trotz der schrecklichen Dinge, die in diesem Buch behandelt werden, ist es bisher das beste Buch was ich bisher gelesen habe. ❤️❤️
Ein wenig Leben
von Hanya Yanagihara
Dieses Buch war mein ganz persönlicher Kampf.
Keine Ahnung weshalb ich mich durch gequält und nicht abgebrochen habe....?
Es fällt mir wirklich schwer, dieses Buch zu beurteilen.
Die Story um Judes Leben ist grausam, widerlich und verstörend.
Jedoch kam bei mir das verdiente Mitgefühl nicht auf, da der Roman viel zu langatmig und ausschweifend erzählt wird. Diese Längen hinterließen bei mir Missmut und Gereiztheit anstatt Empathie und Spannung.
Auch den Schreibstil fand ich furchtbar. Viel zu lange, verschachtelte Sätze und kaum Dialoge.
Ein Satz ging mal über 21 Zeilen!!! Man wußte am Ende vieler Sätze nicht mehr, um was es eigentlich ging und man musste sie mehrfach lesen und auseinander pflücken.
Weiterhin waren die Kapitel auch viel zu lang und die Chronologie oftmals nicht gleich einzuordnen.
Ebenso schwierig fand ich es, die Erzählersicht sofort zu erkennen und einer bestimmten Person zuzuordnen.
Naja, ich habe das Projekt beendet und kann leider keine Empfehlung aussprechen.
Schonungslos, tief erschütternd und zugleich voller zarter Menschlichkeit: Ein Roman, der weh tut und lange bleibt.
In Ein wenig Leben erzählt Hanya Yanagihara von Freundschaft, Liebe und einem Schmerz, der kaum auszuhalten ist. Im Zentrum steht Jude: brillant, geheimnisvoll und von einer Vergangenheit gezeichnet, die sich nur langsam offenbart.
Was als Geschichte von vier Freunden beginnt, wird immer mehr zu einer tiefen, erschütternden Annäherung an ein Leben voller Traumata. Der Roman scheut nichts: Er geht dorthin, wo es dunkel wird, wo Sprache kaum noch ausreicht.
Und doch liegt darin auch etwas zutiefst Menschliches. In der Fürsorge, der Loyalität, in den leisen Momenten von Nähe zeigt sich eine Wärme, die dem Schmerz etwas entgegensetzt.
Ein intensives, forderndes Buch. Schwer zu lesen, kaum zu vergessen.
Das Buch ist direkt zu einem meiner Lieblingsbücher geworden. Trotz der knapp tausend Seiten gab es keinen Moment, indem ich gelangweilt war oder abgeschweift bin. Die Geschichte ist unglaublich traurig, aber trotzdem durchzogen mit schönen Momenten. Das Buch ist literarisch beeindruckend, aber aufgrund seiner Schwere und Traurigkeit nicht leicht zu ertragen und bleibt noch lange im Gedächtnis.
Auf Seite 882 erzählt Jude davon, wie unlieb ihm in diesem Moment Bücher erscheinen, weil sie alles beschönigen und es im realen Leben nicht so ist.
Dieses Buch erzählt eine nackte Wahrheit, die trotzdem nur nach und nach ein großes traumatisches Bild ergibt. Selten habe ich etwas so düsteres (teilweise hat mich die Ausdrucksweise geekelt) gelesen. Trotz allem habe ich noch nie ein so stark realistisches Buch gelesen, welches trotzdem einlud weiterzulesen. Richtig reingekommen bin ich zwar ca. erst ab Seite 700, aber es ist auf jeden Fall ein Buch, welches ich nicht vergessen werde.
Ein sehr zwiespältiges Buch. Einerseits begeistert vom tollen Lesefluss, den Ausgestaltungen der Charaktere und dem Innenleben.
Anderseits sehr genervt von dem ewig gleichen Stil des Erzählens (Erinnerung in Erinnerung) und den dann doch standard, fast Klischee Höhen und Tiefen, die man schon oft lang vorher erahnen kann.
Ein wenig Leben zu lesen ist wie eine gut gemachte aber wenig neues erzählende Dramaserie zu schauen.
Überzeugt durch Tiefe, verliert sich für mich aber oft in Länge und Schwere – nicht für jede*n geeignet.
Vorab: Ich finde es wirklich problematisch, dass es für dieses Buch keine Triggerwarnung gibt, obwohl es extrem belastende Themen behandelt.
Der Schreibstil ist sehr detailliert – man lernt die Charaktere unglaublich gut kennen, aber genau das macht das Buch auch sehr lang und stellenweise zäh. Zudem ist es nicht ganz einfach geschrieben, auch wenn man sich mit der Zeit daran gewöhnt.
Ich habe lange gebraucht, um es zu lesen, und war oft unmotiviert weiterzumachen. Erst ab etwa Seite 300 wurde es für mich wirklich interessant, danach war es aber ein ständiges Auf und Ab.
Besonders die Geschichte von Jude ist schockierend und schwer auszuhalten – man fragt sich oft, wie ein Mensch so viel ertragen kann.
Ich würde das Buch nicht nochmal lesen und nur Menschen empfehlen, die sehr detaillierte Geschichten mögen und mental stabil genug für diese Themen sind.
Ein emotional brutaler Roman, der tief trifft, lange nachhallt und einen nicht unversehrt zurücklässt.
"Ein wenig Leben" braucht Zeit, um sich zu entfalten. Die ersten rund 100 Seiten sind eher ruhig und fordernd, doch danach entwickelt sich der Roman zu einer unglaublich fesselnden und intensiven Geschichte.
Mit jeder Seite wächst die emotionale Wucht. Besonders die Figur Jude geht tief unter die Haut – sein Leid, seine Ängste und seine innere Zerrissenheit sind kaum auszuhalten und dennoch unmöglich zu ignorieren. Man fiebert mit, verzweifelt mit und spürt immer wieder diese bedrückende Schwere, die über allem liegt.
Was dieses Buch so besonders macht, ist die Konsequenz, mit der es seine Geschichte erzählt. Es ist ein epischer Roman, der nichts beschönigt und emotional stark fordert. Gleichzeitig entsteht eine tiefe Verbindung zu den Figuren, die einen nicht mehr loslässt.
Ein sehr intensives, bewegendes Buch – aber definitiv nichts für schwache Nerven.
Vor neun Jahren habe ich diesen Text über „Ein wenig Leben“ geschrieben.
Gestern hat mich tatsächlich jemand gefragt, ob ich dieses Buch gelesen habe – und plötzlich war alles wieder da. Dieses Gefühl nach der letzten Seite, diese Schwere, die dieses Buch hinterlassen hat, und der Drang, die eigenen Gedanken irgendwie in Worte zu fassen.
Ich lasse den Text heute ganz bewusst genauso stehen, wie ich ihn damals geschrieben habe. Ungefiltert, emotional und mitten aus diesem Moment heraus. Denn genau so hat sich dieses Buch angefühlt.
Ich glaube nicht, dass ich „Ein wenig Leben“ jemals ein zweites Mal lesen werde. Dafür ist diese Geschichte zu grausam, zu intensiv, zu schmerzhaft. Aber aus meinem Regal würde ich es trotzdem niemals geben. Manche Bücher liest man nur einmal – und trotzdem begleiten sie einen ein Leben lang.
Wie kann ein Buch gleichzeitig die schönste, schlimmste, grausamste, am besten geschriebene, beeindruckendste, qualvollste, großartigste Geschichte beinhalten, die man je gelesen hat?
Wie kann man versuchen, ein Buch zu beschreiben, das sich mit Worten nicht beschreiben lässt?
So ein lächerliches Alphabet mit nur 26 Buchstaben? Wie sollen diese jemals auch nur ansatzweise das heraufbeschwören können, was „Ein wenig Leben“ mit mir gemacht hat? Und doch hat „Ein wenig Leben“ ironischerweise genau diese absurde kleine Anzahl an Buchstaben gebraucht, um zu einem Buch zu werden, das ich nie wieder vergessen werde.
Weil man es nicht vergessen kann. Weil es dich mit jeder Seite ein kleines bisschen mehr zerstört. Weil du bitterliche Tränen weinst, weil Sätze und Wörter, so intensiv und berauschend erzählt, dir um die Ohren fliegen, dass du glaubst, dass du es nicht schaffen kannst. Dass du diese Geschichte nicht schaffen kannst.
„Ein wenig Leben“ hat mir leserisch alles abverlangt. ALLES! Und dann hat es dieses ALLES genommen und noch einmal verstärkt, es noch einmal ein bisschen unerträglicher gemacht.
„Ein wenig Leben“ hat mich an eine Klippe gebracht, um mich dort stehen zu lassen und zu sagen: „Was ist los? Heulst du, weil du nicht fassen kannst, dass Bücher auch solche Geschichten erzählen können? Heulst du, weil es keine Gute-Laune-Welt ist, die du hier betrittst? Willst du aufgeben? Jetzt? Einfach so? Oder springen und es zu Ende bringen?“
Mehr als einmal war ich an diesem Punkt, an dem ich geglaubt habe, dass es nicht weitergeht. An dem ich im Kampf erschöpft zu Boden gesunken bin und gedacht habe: „Ich kann nicht mehr. Hier ist meine weiße Fahne! Ich gebe auf!“ An dem ich so viel Abstand wie möglich zwischen mich und diese Geschichte bringen wollte.
Aber irgendetwas hat mich immer wieder zurückgezogen – so sehr, dass ich die zweite Hälfte des Buches, obwohl ich für die erste Hälfte über zwei Wochen gebraucht habe, in drei Tagen zu Ende gelesen habe.
Und nun sitze ich hier. Voller blauer Flecken, die nicht eingebildet sind. Diese Geschichte hinterlässt Spuren in der Seele, die niemals verblassen werden, obwohl „Ein wenig Leben“ ein Buch ist, das ich nicht explizit weiterempfehlen würde. Es ist noch nicht einmal eine Geschichte, die man gelesen haben muss. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann mit ALLEM.
Mit dem Schmerz, mit den blauen Flecken, mit den Tränen, mit der Klippe, mit der Angst, die nächste Seite umzublättern. Mit einer Angst, die sich nicht erklären lässt, weil es nicht real ist. Und doch ist es so real, dass es weh tut. Und dass es eine Wunde ist, die lange braucht, bis sie wieder heilen kann. Wenn sie es überhaupt tut.
„Wir brauchten mehrere Tage, um ihn zu lesen, denn obwohl er nicht lang war, war er zugleich endlos, und wir mussten immer wieder die Seiten niederlegen und uns von ihnen entfernen, um uns dann gegenseitig zu wappnen – Bist du bereit? –, uns hinzusetzen und ein weiteres Stück zu lesen.“
(S. 956)
beendet am: 03.09.25
Sprache: Englisch
< Jude, JB, Willem und Malcolm: Vier New Yorker, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. >
Fantastischer Schreibstil, der die Welt der Charaktere und deren Gedanken und Gefühle so schön erzählt. Es ist faszinierend, wie gut die Autorin es schafft ca. 25 Jahre eines Lebens in etwas mehr als 800 Seiten unterzubringen und trotzdem das Gefühl entsteht, als wäre man jeden einzelnen Tag bei den Charakteren gewesen. Auch sind die vier Männer sehr realistisch und greifbar ausgearbeitet. Sie sind vielschichtig und interessant geschrieben und der Wechsel zwischen den Perspektiven der Protagonisten liefert extrem tiefe Einblicke in deren innere Welt. Der Aufbau in mehrere große Kapitel hat mir auch sehr gut gefallen.
ABER: Ich hatte irgendwann das Gefühl die Autorin genießt es Jude leiden zu lassen. Alles Schlimme, was man sich vorstellen kann, passiert diesem Mann und es war irgendwann einfach nur noch grauenhaft noch ein tragisches Erlebnis von ihm zu entdecken. Dass Jude einfach fast nie eine Pause bekommt, hat mich so sauer auf die Autorin gemacht und mich leider auch immer wieder aus der Geschichte raus gebracht. Mir ist bewusst, dass es der Sinn der Story war, aufzuzeigen, dass manche Menschen einfach keine Pause bekommen, aber es war mir trotzdem einfach viel zu viel. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass ich die Charaktere alle so gerne mochte und sie deshalb nicht leiden sehen wollte.
Was allerdings mein viel größeres Problem mit dem Buch ist, dass es meiner Meinung nach Selbstverletzung sehr verherrlicht. Es wird immer wieder gesagt, dass es nicht gut ist und auch gezeigt, wie die Menschen im Umfeld der Person, die sich verletzt, leiden. Allerdings werden die Passagen, in denen es um Selbstverletzung geht, viel zu sehr romantisiert und sind auch viel zu grafisch beschrieben. Als Leser bekommt man quasi ein „How to?“ der Selbstverletzung. Es wirkt fast so, als wollte die Autorin zeigen, dass es was schönes ist, sich selbst wehzutun und das finde ich nicht gut.
Was ich auch schade finde ist, dass fast jeder in Judes Leben sein selbstzerstörerisches Verhalten ermöglicht und einfach geschehen lässt. Manchmal brauchen Menschen etwas tough love, damit es ihnen besser geht, aber das hat sich keiner von Judes Freunden getraut, ihm zu geben.
Wenn man allerdings mit den genannten
Kritikpunkten zurechtkommt, ist es definitiv ein lesenswertes Buch.
Allgemein war das Buch eine gute Werbung für Therapie, damit die schönen Momente im Leben auch als solche erkannt und genossen werden können und nicht von den schlimmen Momenten überschattet werden.
Ich werde das Buch auch sehr wahrscheinlich nochmal lesen, da es wirklich schön geschrieben ist und ich die Charaktere sehr gerne mag.
Ein wunderbares Buch wo der Grad zwischen wunderschön und grausam so schmal ist.
Es berührt, verärgert, ist lustig und man kann es nur schwer aus der Hand legen.
Es ist so schwer dieses Buch zu bewerten da es sehr schlimme Themen auf eine sehr grafische Art behandelt. Dennoch muss ich sagen, Hanya Yanagihara hat einen einzigartigen und sehr besonderen Schreibstil und schafft es wie niemand anderes, Charaktere so zu beschreiben, dass sie wie echte Menschen wirken. Dieses Buch ist in seiner Sprache ein absolutes Meisterwerk benötigt aber gefühlt alle Triggerwarnungen die es gibt. Das ist ein Buch was ich in die Kategorie ,einmal und nie wieder‘ stecken würde, ohne das negativ zu meinen denn ich weiß ich werde für immer an Jude, Willem, JB und Malcolm mit einem warmem und gleichzeitig wehmütigem Herzen zurückdenken.
Ich habe noch nie so schnell 1000 Seiten gelesen. Hab am Ende geheult, obwohl ich toxisch maskulin bin. Habe mich noch nie so sehr in einem Buch so wiedergefunden. Sehr sehr herzzerreißend, werde es nie wieder lesen können aber unglaublich schön geschrieben und mutiger Ansatz. Das Theaterstück war traumatizing tho
“So traurig das auch sein mag, hat er das Gefühl, damals in den Motelzimmern am wertvollsten gewesen zu sein, als er wenigstens für irgendjemanden einzigartig und bedeutsam gewesen war, auch wenn er das, was er zu geben hatte, nicht freiwillig gab, sondern es ihm genommen wurde.” S. 730
Triggerwarnungen sind real!!!!
“Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara ist ein sehr emotionales Buch, das mich beim Lesen oft zu Tränen gebracht hat. Am Anfang fand ich die Geschichte etwas verwirrend, weil man noch nicht genau weiß, wohin das Buch eigentlich führen will.
Doch ungefähr ab Seite 300 konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Die Geschichte wird immer intensiver und man fühlt stark mit den Figuren mit. Insgesamt ist es ein sehr bewegender, aber auch schwerer Roman, der lange im Kopf bleibt.
Ich habe tatsächlich zwei Anläufe gebraucht, bis ich beschlossen habe, dieses Buch zu lesen. Ich finde, es ist definitiv anspruchsvollere Literatur (mein erstes Werk dieser Art)
Es gibt viele verschachtelte Sätze und man muss wirklich konzentriert lesen, damit man den Faden nicht verliert. Dennoch ist es gut verständlich.
Nun zur Geschichte.
Sie ist einfach alles, was man braucht und auch nicht. Sie ist bewegend, herzzerreißend und stürmisch. Man fühlt richtig mit den Charakteren mit. Es gab einige Wendungen, die mir den Boden unter den Füßen weg gezogen haben. Ich war erschüttert, voller Freude, empfand Zuneigung und Abscheu. Dieses Buch ist nicht einfach nur ein Buch. Es ist eine Geschichte.
Ich habe sehr lange gebraucht eben diese zu lesen, da sie wirklich emotional aufreibend und belastend ist. Ich brauchte immer wieder Pausen, oder konnte nicht viel am Stück lesen. Denn auch in wenigen Seiten hat die Autorin es geschafft, viel Information zu legen.
Allerdings bereue ich es keinesfalls und bin unglaublich froh dieses Meisterwerk gelesen zu haben.