Das Licht ist hier viel heller
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Description
Maximilian Wenger und seine Tochter Zoey haben nicht viel gemeinsam. Er liebt den Ruhm, den er einst als gefeierter Schriftsteller genossen hat. Sie möchte auf keinen Fall in der Öffentlichkeit stehen. Als Wenger Briefe einer unbekannten Frau erhält, die eigentlich an seinen Vormieter gerichtet sind, beginnen er und Zoey unabhängig voneinander zu lesen. Es sind Briefe voller Brutalität und Zärtlichkeit, voller Liebe und Hass – und Wenger ahnt nicht, dass Zoey etwas erlebt hat, das sich in diesen Worten spiegelt. Vater und Tochter werden an einen Scheideweg geführt, an dem etwas Altes endet und etwas Neues beginnt ...
Book Information
Author Description
Mareike Fallwickl, 1983 in Hallein bei Salzburg geboren, ist Schriftstellerin, Lektorin und Kolumnistin. Sie vermittelt Literatur auf diversen Plattformen und Bühnen und regt ihre zahlreichen Fans zum Lesen an. Ihr literarisches Debüt »Dunkelgrün fast schwarz« wurde 2018 für den Österreichischen Buchpreis sowie als Lieblingsbuch der Buchhändler nominiert. »Das Licht ist hier viel heller« ist ihr zweiter Roman.
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"Dass alte weiße Männer über alte weiße Männer schreiben, will einfach niemand mehr lesen. Get over yourself." (S. 242) Man stelle sich vor: einen Bestsellerautor in der Schaffenskrise, das Ego liegt am Boden, die Frau hat ihn verlassen für einen 29-jährigen Fitnesstrainer, und er selber ranzt vor sich hin in einer verdreckten Junggesellenbude, knietief im Selbstmitleid. Seine Kinder besuchen ihn nur, wenn ihnen absolut keine plausible Ausrede einfällt, und von seiner Tochter muss er sich anhören: "Ein Mann, der nur über Männer schreibt, Papa, muss sich nicht wundern, dass die Frauen das Interesse verlieren." Armer Maximilian Wenger, oder?! Wer kann's ihm verdenken, dass er in dieser Situation keinen Blick und schon gar kein Verständnis für andere aufbringen kann? Zum Beispiel wenn nachts die siebzehnjährige Tochter anruft - was kann die schon wollen? Wegdrücken. Was soll ihr schon passieren? Nach einer Party vom Chef se×uell genötigt, ja, beinahe vergewaItigt werden. Na geh! Man stelle sich weiter vor: Eben jener Autor erhält plötzlich Briefe von einer Frau. Nicht an ihn adressiert, sondern an seinen Vormieter. Briefe voller Schmerz, Wut, Sehnsucht, Verzweiflung. Briefe, die ihm – ironischerweise – den langersehnten Schreibkick bescheren. An denen er sich bedient. Die er kopiert. Weil ihm selbst die Empathie und die Sprache fehlen, um zu schreiben, was Agent und Verleger lesen wollen. Der Profit schlägt aus weiblichem Leid, während er nicht merkt – oder nicht merken will –, dass auch seine eigene Tochter eine dieser Frauen ist. „Bis zu meinen Zähnen ist mein Mund angefüllt mit Wut.“ (S. 20) Klingt nach dem Stoff eines Fallwickl-Romans? Wer sonst sollte so pointiert, so unerschrocken über Machtmissbrauch, strukturelle Gewalt, Täter-Opfer-Umkehr und weibliche Selbstbehauptung schreiben? „Das Licht ist hier viel heller“ erzählt auf mehreren Ebenen davon, wie Männer Geschichten besitzen, besetzen und ausbeuten – und wie Frauen dennoch nicht aufhören, ihre eigenen zu schreiben. Wäre das mein erster Roman von Mareike Fallwickl gewesen, wäre das ganz sicher die Initialzündung gewesen. So steht "Das Licht ist hier viel heller" für mich aber im Schatten seines Vorgängers ("Dunkelgrün fast schwarz" - ein Überkracher) und wird auch von seinen Nachfolgern ("Die Wut, die bleibt" und "Und alle so still") geschluckt. Und trotzdem: Wie alle ihre Texte habe ich auch diesen sehr gern gelesen. In einem Tempo, das für seine Brisanz spricht. In einem Zug, mit diesem typischen Fallwickl-Gefühl, dass man gerade etwas liest, das weh tut – weil es wahr ist.
Dem früheren Bestsellerautor Wenger ist der Erfolg verloren gegangen, die Exfrau mit einem viel jüngeren durchgebrannt... Eine Frau schreibt Briefe an Wengers Vormieter, die ihm, aber auch seiner Tochter Zoey in die Hände fallen... Zoey, Wengers 18jährige Tochter, wird erwachsen und kann sich in den Erwartungen ihrer Eltern nicht wiederfinden... Das Buch thematisiert #MeToo und Kritik am Literaturbetrieb. Die Personen werden sehr tief beschrieben. Einige Male werden Situationen aus der Perspektive von Wenger und von Zoey beschrieben und es wird klar, wie unterschiedlich ihre Wahrnehmung ist. Vor allem zieht sich die fehlende Reflexionsfähigkeit des immer etwas weiterlichen und sich selbst bemitleidenden Mannes durch das Buch. Es ist bezeichnend, wie wenig einen beim Lesen seine verzerrte Wahrnehmung verwundert.
Wieder ein Fallwickl-Roman der mich überzeugt
Es hat sich so ergeben, dass ich Mareike Fallwickl von neu nach "alt" lese. Erst 'Und alle so still', dann 'Die Wut, die bleibt' und nun also 'Das Licht ist hier viel heller'. Wieder ist es ein eindringliches, gesellschaftliches Portrait. Eine gesellschaftskritische Studie, die klar das Patriarchat aufzeigt. Interessant finde ich die beiden Perspektiven. Einmal aus Sicht des Vaters und aus Sicht der Tochter, die im Laufe des Buches 18 Jahre alt wird. Und es gibt noch eine dritte Perspektive: Briefe einer Frau, an einen uns unbekannten Mann. Fallwickl verknüpft die Schicksale wieder so gekonnt miteinander. Schonungslos erzählt sie die Wahrheiten, die Frauen erleiden und erdulden, aber auch die Wahrheiten der Männer, die daraus Profit schlagen. Ein hartes Buch aber auch eine Geschichte der Befreiung und der späten Erkenntnis. Auch hier wird man kein weichgespültes Happy End vorfinden. Das Buch endet für mich mit einem Kopfschütteln. Nicht weil es an Hoffnung vermissen lässt, das tut es nicht, im Gegenteil. Die junge Tochter sät Hoffnung. Aber der Vater zeigt uns auch mach kurzen Momenten der Reflexion, dass das Patriarchat viel zu tief in ihm verwurzelt ist. Wieder ein Buch, dass ich gern weiterempfehlen werde. Und klar, nun muss ich auch 'Dunkelgrün, fast schwarz' lesen.
Die Geschichte wird in unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Warum die Kapitel im Countdown geschrieben sind hat sich mir nicht erschlossen, denn das Geschehen wird normal vorwärts mit mannigfaltigen Rückblicken erzählt. Im übrigen empfand ich die Schreibweise nichtgut strukturiert. Auch wenn ein wichtiges Thema behandelt wird, muss mir der Roman nicht unbedingt gefallen. Nach " Dunkelgrün fast schwarz" bin ich leicht enttäuscht.
Ein Roman, der berührt und nachdenklich stimmt
Der Schreibstil von Mareike Fallwickl spricht mir sehr zu. Das Thema rund um sexuellen Missbrauch und Machtmissbrauch wird so real dargestellt, dass trotz des schweren Themas die Geschichte flüssig verläuft und zusätzlich doch so schön - manchmal klar und manchmal abstrakt - formuliert war. Auf der einen Seite ist da der selbstverliebte Wenger. Der ehemals gefeierte Schriftsteller ist nach einer persönlichen Krise arbeitslos und lässt sich gehen, seine Frau hat ihn verlassen (was natürlich nicht seine Schuld war), seine Kinder hassen ihn (was natürlich nicht seine Schuld ist) und niemand will noch seine Bücher kaufen (was natürlich auch nicht seine Schuld ist). Als er eines Tages Briefe von einer fremden Frau erhält, die nicht für ihn bestimmt sind, Briefe; die voll mit Wut, Schmerz, Liebe und Hass beladen sind, weiß er auf einmal worüber er schreiben will. Dabei ist ihm jedes Mittel recht - über Plagiate oder Ideenraub denkt er gar nicht nach, auch sind seine abwertende Einstellung und Äußerungen gegenüber Frauen äußerst fragwürdig und sexistisch. Auf der anderen Seite ist da seine 17-jährige Tochter Zoey. Rebelisch, eher Einzelgängerin und künstlerisch sehr begabt und seit Jahren verliebt in einen Jungen, der sie nicht sieht. Und auch sie hat die Briefe in der Wohnung ihres Vaters heimlich gelesen und ist von den Inhalten erschüttert - denn sie hat ähnliches erlebt, wie die fremde Frau. Doch auch Zoey lernt zu kämpfen und lässt sich nicht kleinkriegen. Und dann sind da noch die Briefe, welche trotz des entsetzlichen Geschehens mit so viel Liebe, Traurigkeit, Hoffnung und letztendlich mit so viel Mut enden, dass sie mich stellenweise zu Tränen gerührt haben.
Provokation pur
Mareike Fallwickl schafft es mit ihren Büchern immer wieder einen wunden Punkt zu treffen. Das Buch macht wütend und ist schockierend zugleich. Gleichzeitig regt es zum Nachdenken an. Die Protagonisten wirken authentisch und wie aus dem echten Leben gegriffen. Es gibt einen halben Stern Abzug, weil ich dieses Mal nicht so gut in die Story rein gekommen bin. Das Buch ist in vielen Perspektiven geschrieben und es war für mich am Anfang sehr verwirrend, in welcher der Perspektiven ich mich gerade befinde.
Schmerz, Wut, Liebe, aber auch Hoffnung
Mein zweites Buch von Fallwickl - nach „Die Wut die bleibt“ hatte ich hohe Erwartungen, die mit „Das Licht ist viel heller hier“ leider nicht in vollem Umfang erfüllt wurden. Mareike Fallwickl schreibt über eine entzweite Familie und über die Emanzipation eines junges Mädchen. Fallwickl hat auch in diesem Buch ihren schöner Schreibstil genutzt um die interessanten Beziehungen der Protagonisten zueinander authentisch darzustellen. Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt und liest sich flüssig weg. Manchmal hatte ich Probleme zu erkennen, bei welcher Person ich nun bin. Das hat sich in der Regel jedoch schnell herausgestellt, weil die Sprache jeweils an die Protagonisten angepasst ist. Zwischen den Perspektivwechseln kommen die Briefe, mit denen ich anfangs nichts anfangen konnte. Ich hoffte, dass sie mehr Raum im Buch einnehmen werden, vordergründig ist jedoch erst einmal die zerrüttelte Familie und deren Beziehungen zueinander. Beim Lesen war ich erschrocken, aber auch enttäuscht. Insbesondere hat mich die Mutter wütend gemacht. Wie kann man als Mutter so blind und selbstsüchtig sein? Wie kann man eigene Kinder ignorieren oder die für sich selbst vorteilhaften Zwecken benutzen wollen? Die Tochter Zoey erschien mir zunächst arrogant und sehr selbstbewusst. Zoey liest heimlich dieselben Briefe wie ihr Vater und spürt denselben Schmerz und dieselbe Wut wie die geheimnisvolle Verfasserin. Ihre Gefühle, Ängste, Wünsche und Liebe sind realistisch dargestellt und haben mich dann als Leserin doch berührt. So manches mal wollte ich sie einfach nur in den Arm nehmen. Besonders ihre Liebe und Beschützerinstinkt gegenüber ihrem Bruder sind ergreifend. Der Leser erhält ein Buch voll mit Schmerz, Wut, Liebe und auch Hoffnung.
Ein wichtiges Buch!
Mein 3. Buch von Mareike Fallwickl und wieder schafft sie es, den Lesenden zu wichtigen Themen die Augen zu öffnen bzw. zum Nachdenken anzuregen. Es wird eine Familiengeschichte beschrieben in der sich Barbara, das Kindermädchen, mehr um Zoey und Spin kümmert als die Eltern. Diese sind mir sich, ihren Karrieren und neuen Liebschaften vollends ausgelastet. Dabei merken sie nicht, welche Bedürfnisse die Kinder haben, welche Gefühle sie umtreiben und was in ihrem Leben passiert. Keine Ahnung vom ersten Liebeskummer der Tochter und einem sexuellen Übergriffe mit dem sich Zoey konfrontiert sieht. Das Buch handelt aber auch von der bedingungslosen Geschwisterliebe, die Hoffnung macht und für mich ein deutlicher Lichtblick in den gestörten Beziehungen war. Vor dieser Familienkulisse verhandelt Fallwickl feministische Themen, Gewalt von Männern gegen Frsuen, aber auch untereinander, Geschlechterrollen, den Druck von Social Media, Schönheitsideale und den gesellschaftlichen Druck immer auf der Welle mitzuschwimmen. Dabei erhält man durch einen Facettenreichtum Einblick in die Sichtweisen der unterschiedlichen Generationen.

Lieblingsautorin
Mein mittlerweile 3. Buch der Autorin und ich lege mich fest: Keine schafft so schonungslos ehrliche wie vielschichtig Charaktere wie Mareike Fallwickl. Mit all ihren Makeln und Problemen sind ihre Hauptfiguren glaubhaft und auch wenn's "weh tut",bleibt sie an den Personen dran und beschreibt ihre Beweggründe. So auch bei Zoey und ihrer Familie,die man im Buch mit ambivalenten (Mit-)Gefühlen begleitet. Besonders Zoey wächst charakterlich an ihrer Wut und Ohnmacht Zeile um Zeile,aber auch der Vater in seiner Haltung und Sicht war für mich stimmig und überzeugend. Mareike Fallwickel hatte mich bereits im ersten Kapitel "am Haken", als sie den Wenger einführt,wie er vergeblich bei einer Daily Soap zu onanieren versucht. Dabei wird auch hier wieder komplexe Gesellschaftskritik und feministische Debatte aufgegriffen und beleuchtet - unter anderem aber nicht nur der #metoo-Bewegung . Auch gefällt mir,dass ihre Romane nie mit vermeintlichen Lösungen oder einem einfachen Ende daherkommen, wie im wahren Leben bleibt unklar wie es mit den Charakteren weitergeht. Leseempfehlung für alle,die sich für tiefschichtige Charaktere in Strukturen, aber auch Familienbeziehungen, dem Streben nach Erfolg und Macht und Feminismus interessieren - unbedingt auch für Männer lesenswert.
Man(n) man(n) man(n).
Auch wenn ich mittlerweile viele Bücher zum Thema Feminismus und Patriarchat gelesen habe, lässt mich auch dieser Roman wieder kopfschüttelnd zurück. Die Figur Wenger wirkt wie der „Prototyp Boomer-Mann“ – eine Darstellung, die der Autorin sehr treffend und eindringlich gelungen ist. Seine Gedankengänge erscheinen an manchen Stellen zunächst vielleicht überzeichnet oder brachial. Doch: Sie spiegeln auf unangenehme Weise Denkweisen wider, die leider noch immer Teil der Realität vieler Männer sind.
Wir lernen Maximilian, im Buch immer beim Nachnamen Wenger genannt, und seine Tochter Zoey kennen. Er ein ehemals erfolgreicher Schriftsteller, der sich nach seiner Scheidung und dem Untergang seiner Karriere mitleidig in einer Miniwohnung suhlt. Sie auf dem Weg ins Erwachsensein, unverstanden von den Eltern, arg verliebt in Jonathan. Im Briefkasten von Wengers neuer Wohnung tauchen regelmäßig Briefe einer unbekannten Frau auf. In diesen Briefen, geschrieben an ihren ehemaligen Liebhaber (Wengers Vormieter), beschreibt sie furchtbares, was ihr passiert ist. Sie schildert Machtmissbrauch, sexuelle Übergriffe, Bedrohung. Maximilian und Zoey lesen diese Briefe, von denen mich jeder bis ins Mark getroffen hat, unabhängig voneinander. Er begreift trotz ihrer Anspielungen nicht, dass ihr ähnliches widerfahren ist. Ich kann euch diese Lektüre nur empfehlen. Mit teils harter, teils schon lyrischer Sprache widmet sich die Autorin einem der wichtigsten Themen unserer Gesellschaft. Ich habe so viele Stellen markiert, weil hier einfach der Nagel auf den Kopf getroffen wurde. Das Buch hat mich stark berührt, besonders die Beziehungen: zwischen den Geschwistern Spin und Zoey, zwischen Spin und Mario. Aber auch die kaputten: zwischen den Geschwistern und den Eltern. 4,5/5 🤍🤍🤍🤍🤍

Es war okay…
…aber mehr war es für mich leider auch nicht. Ich kann nicht behaupten, dass ich es verschlungen habe. Die Kernthematik ist natürlich eine sehr wichtige. Ich finde es toll, dass diese vermehrt in Büchern aufgegriffen wird. Aber mir gab es zu viel drumherum. Die verschiedenen Erzählperspektiven brachten Abwechslung, das fand ich gut. Was ich aber überhaupt nicht gebraucht habe, waren die vielen Rückblicke mittendrin. Die fand ich teilweise einfach unnötig und haben einen aus dem Lesefluss gebracht. Hervorheben möchte ich aber die Briefe - die haben mich emotional total fertig gemacht. Diese haben sich vom Rest sowohl sprachlich als auch inhaltlich abgehoben und kamen mir am Ende dafür dann leider viel zu kurz im Hauptkontext. Da hatte ich vom Klappentext her eine andere Erwartung. Schade war auch, dass es bei den Hauptfiguren irgendwie keine Entwicklung gab. Alle sind komplett auf der Stelle getreten, haben sich nicht aufeinander zubewegt. Dort hätte es mehr Potential gegeben.
Die große Stärke dieses Romans liegt eindeutig in Fallwickls Sprache. Sie schreibt mit einer Präzision und Eindringlichkeit, die unter die Haut geht und die wesentlichen Momente punktgenau trifft. Die Charaktere sind detailliert und überzeugend ausgearbeitet, was dem Buch eine besondere Tiefe verleiht. Allerdings hat die Geschichte ihre Längen, besonders in der ersten Hälfte. Der Einstieg gestaltet sich etwas zäh, und die Handlung plätschert zunächst ohne größere Höhepunkte dahin. Ab der Mitte des Buches nimmt die Geschichte jedoch deutlich an Fahrt auf und entwickelt eine packende Spannung, die bis zum Ende anhält. Fazit: Ein sprachlich beeindruckendes Buch mit gut gezeichneten Charakteren, das nach einem eher gemächlichen Start in der zweiten Hälfte überzeugen kann.
Absolutes Jahreshighlight. Das Kernthema des Buches ist die Me-Too-Debatte und Mareike Fallwickl hat es mit ihrer humorvollen Art zu erzählen geschafft, dass ich das Buch nicht weglegen konnte. Auch, dass ich für mich den Protagonist nicht als vollends unsympathisch einsortieren konnte, trotz seiner fragwürdigen Einstellung gerade zu diesem Thema. Das Buch hat eine Sogwirkung und klingt noch lange nach.
Gelesen hab ich den Roman Anfang des Jahres. Es war mein erstes Buch der Autorin und konnte mich auf ganzer Linie überzeugen, auch wenn es anfangs bisschen so vor sich hinplätschert und mich fast verloren hätte. Aber schauen wir uns erstmal an, worum es geht: Maximilian Wenger, ein ehemals erfolgreicher Bestseller-Autor, mittlerweile eine gescheiterte Existenz, wurde gerade von seiner Frau vor die Tür gesetzt, vegetiert nun in einer kleinen Wohnung vor sich hin und droht immer mehr zu verwahrlosen. In unregelmäßigen Abständen bekommt er Briefe von einer Frau, die eigentlich an seinen Vormieter gerichtet sind, in denen sie von Verrat, sexueller und körperlicher Gewalt, Erpressung und Angst schreibt und welche ihm die Inspiration für seinen neuen Roman liefern. Wengers Tochter Zoey ist 18, versucht sich gerade von ihren Eltern zu lösen, findet den Vater peinlich und die Mutter übergriffig… sie arbeitet heimlich in einem Fotostudio um Geld zu sparen, bis sie eine Erfahrung macht, die ihren Glauben an das Gute über den Haufen wirft. Auch sie liest heimlich die Briefe, die ihr aus dem Herzen zu sprechen scheinen, die ihre Ohnmacht und ihre Wut in Worte fassen. - Fallwickel zeichnet mit ihren Hauptprotagonist*innen Zoey und Wenger zwei Personen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Wenger ist das Abbild eines alten weißen Mannes und mir dadurch von Beginn an absolut unsympathisch. Er denkt, dass die Welt ihm gehört, ist überheblich, frauenfeindlich, sexistisch… ich denke ihr wisst genau was ich meine. Zoey dagegen ist tough, weiß was sie will und nicht will, tritt für Gleichberechtigung und Frauenrechte ein. Zu Anfang liest man viel aus Wengers Perspektive und was soll ich sagen: der Typ hat mich einfach nur aufgeregt und wütend gemacht. Dies war auch der Grund, warum ich es fast abgebrochen hätte, da ich ganz ehrlich kein Buch über einen misogynen Vollidioten lesen wollte. Hier war es lediglich Fallwickels Schreibstil und der Tatsache, dass ich wissen wollte, wie es mit den Briefen weitergeht, zu verdanken, dass ich am Ball geblieben bin. Als Zoey dann immer mehr Anteil an der Geschichte bekommt, entwickelt sich zwischen den beiden Blickwinkeln eine tolle Dynamik, auch wenn sie etwas schwarz-weiß dargestellt wird. Es wird mit den Extremen gespielt, etwas was die Autorin sehr gut kann, ohne dabei in Klischees abzurutschen, denn das gruselige ist, dass es genauso der Realität entsprechen könnte. Hauptthema ist die #metoo Thematik, weibliche Selbstbestimmung, das Recht auf den eigenen Körper, das Ganze wunderbar erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Nebenbei fließen auch andere feministische Themen mit ein ohne den Roman zu überladen. Alles in allem eine große Empfehlung, die definitiv Lust auf weitere Werke der Autorin macht.
Mehrere Erzählperspektiven zu einer Geschichte zu verweben ist ein Markenzeichen von Mareike Fallwickl. In ihrem zweiten Roman setzt sie sich mit dem Thema männlicher Machtmissbrauch aus der Sicht der 17jährigen Zoë, ihrem Vater Maximilian und einer Briefeschreiberin auseinander. Auch in diesem Roman bekommen die eher Stummen, Schüchternen im menschlichen Miteinander eine starke Stimme. Wie schon bei "Dunkelgrün fast schwarz" mit Raffael werde ich aber mit der Passivität und Introvertiertheit von Zoë nicht warm. Ihre beiden Eltern sind mir zu oberflächlich dargestellt, die absolute Ignoranz ihren Kindern gegenüber ist mir zu überzeichnet. Das die Autorin ihre männliche Hauptfigur nicht mag, merkt man von Anfang bis Ende. Das finde ich schade, die Figur hätte ich mir differenzierter gewünscht. Maximilian erinnerte mich in seinem Mackertum an Heinz Strunks Rechtsanwalt Roth aus "Ein Sommer in Niendorf", der aber liebevoller gezeichnet wird. Großartig finde ich an dem Roman die vielen Metaphern und Wortspiele, die mich beim Lesen funkelnd angesprungen und kurzverzaubert haben.

Wieder ein lautes und aufrüttelndes Buch. Hätte ich vorher nicht "Die Wut, die bleibt" gelesen, wären es wahrscheinlich 5 Sterne, aber Wenger ist mir manchmal zu lang und nimmt Raum ein. Soll er macht es aber zuweilen anstrengend.
Anfangs habe ich Wenger als zu grosses Klischee und Abziehbild empfunden. Bis ich realisiert habe, ich kenne mehrere Männer, die exakt so raumgreifend und eindimensional sind. Es ist ein wichtiges und ehrliches Buch über Beziehungen zwischen Kindern und ihren Eltern, Geschlechtern, Generationen, Geschwistern aber auch einfach Menschen. Es hat nicht denselben Sog wie ihr anderes Buch, aber sie ist sprachlich eine Klasse für sich.
Ich verstehe nicht, wie Mareike Fallwickl das macht, aber ich hänge an ihren Worten. Keins zu viel, keins zu wenig. Die Geschichte hat weder einen Plottwist, noch ein Knallerende, aber die 3 Protagonisten sind so fein gezeichnet, so glaubwürdig, so interessant - um nichts auf der Welt will ich darauf verzichten, dieses Buch gelesen zu haben.
Nach "Die Wut, die bleibt" ist "Das Licht ist hier viel heller" mein zweiter Roman von Mareike Fallwickl und für mich persönlich ein hervorragender Roman. Wichtige Themen werden uns auf emotionale, kluge Weise und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Autorin schafft es, dass mann die geschriebenen Wörter fühlt. Teilweise hatte ich fast körperliche Schmerzen, weil mich Wenger zum Verzweifeln gebracht hat. Selten habe ich einen so einen unsympathischen Protagonisten erlebt. Aber der Roman braucht diesen egozentrischen, narzisstischen und ekelhaften Typen. Ich finde, dass Mareike Fallwickl ein unfassbar tolles Talent hat, Charaktere in all ihren Facetten zu zeichnen. Das zeigt sich besonders an Zoey. Zoey, eine starke und wütende junge Frau, die ich sehr ins Herz geschlossen habe.
Die Mischung aus Literatur, Familiengeschichte, Rape Culture und der Suche nach sich selbst hat mir sehr gefallen. Die Charaktere waren so realistisch und greifbar, mit all ihren Fehlern und frauenverachtenden Ansichten. Doch es bleibt für mich auch ein bisschen zahnlos und zu einfach. Wahrscheinlich hatte ich eine ähnliche Dringlichkeit wie bei 'Prima Facie' erwartet - die ich nicht bekommen habe. Nichtsdestotrotz ein unglaublich wichtiges Buch, das man gelesen haben sollte.
Wieder ein absolut großartiges Buch von Mareike Fallwickl
Mareike Fallwickl entwickelt sich immer mehr zu meiner neuen Lieblingsautorin. Auch dieses Buch hat mich emotional wieder komplett abgeholt. Die ersten paar Kapitel konnte ich noch nicht einschätzen, ich brauchte ein wenig um mich mit den Figuren vertraut zu machen. Es dauerte aber nicht lange und die Geschichte hat mich gepackt. Fallwickl beherrscht es, verschiedene Perspektiven einzunehmen und jeder Figur ihren Raum zu geben. Ich warte nun ganz ungeduldig auf neue Bücher von Frau Fallwickl
Ein potentiell gefallener Autor erhält in seiner neuen Wohnung Briefe, die an den Vormieter adressiert sind. Und liest sie. Daraus bastelt er sich eine neue Geschichte. Und schreibt einen Bestseller. Seine Tochter wird ganz plötzlich noch erwachsener als sie sowieso schon ist. Auch sie liest diese Briefe und findet sich darin wider. Auf andere Weise und doch gleich. Briefe, die so voller Schmerz, Wut, Verzweiflung und Niedergeschlagenheit sind. Starke Charaktere, starke klare Sprache. Und ein Thema, das immer aktuell sein wird. Nicht nur in den letzten Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten, nicht nur heute am Weltfrauentag und auch in den nächsten Jahren wird dieses Buch nicht an Aktualität verlieren. Selten hat mich ein Buch so geärgert, so berührt und so zum Nachdenken gebracht. Ich leide mit zerissenem Herzen mit Zoey mit. Ich möchte sie am liebsten in den Arm nehmen, ihr sagen, dass ich für sie da bin und dass sie mit aller Macht für sich kämpfen muss. Kann mich nicht mit mir selbst einigen, ob ich den Wenger leiden mag oder nicht. Ich liebe die Beziehung zwischen Zoey und Spin. Die Vielschichtigkeit der Charaktere, ärgere mich über das manchmal dumme und unüberlegte Handeln von Wenger nebst Ex-Frau. Es klingt vielleicht nicht passend bei Themen wie #Opferbashing , #metoo und #alltagssexismus , aber ich liebe dieses Buch einfach. Ich liebe diese tragische Geschichte, die aufrüttelt und nachhallt. Ich liebe den prägnanten, präzisen Schreibstil. Ich liebe die Atmosphäre. Ich liebe die Charaktere, das Vielschichtige und Zwischenmenschliche. Absolute Alltime-Leseempfehlung
Im Großen und Ganzen tolles Buch!
Ich hatte leider super doll Probleme mit dem Wenger, mir super unsympathisch und das hat mir das lesen schwer gemacht.. Ich war irgendwann leider nicht mehr so ganz aufmerksam was seine Teile angehen.. An sich ist das Buch toll, das Thema, Zoey und Spin sehr sympathisch!
Mareike Fallwickl schreibt mit so viel Kraft, so viel Wut & Schmerz, so viel Verständnis & so viel Liebe. Bei manchen Passagen blutete mir das Herz, bei anderen wurde ich so so zornig und andere widerum ließen mich traurig & enttäuscht zurück. Mareike Fallwickl beherrscht die Kunst der Worte wie kaum eine andere Autorin, die ich kenne & deren Werke ich gelesen habe. Ihre Bücher sind nämlich Werke. Meisterwerke. Ich habe mich noch nie so verstanden, gesehen und berührt gefühlt. Danke.
Dieser Roman hat mir sehr viel besser gefallen, als " Dunkelgrün fast schwarz" . Ich mochte Zoey und Spin so sehr. Diese Verbundenheit...... Wenger , Patrizia und Reto waren sau nervig aber mega gut gezeichnet. Die Thematik des Buches , eingewoben in eine wunderbar, flüssige, emotionale Geschichte, umhüllt von einer großartigen Sprachgewandheit. Ich bin so froh, dass ich der Autorin mit diesem Roman noch eine Chance gegeben habe. Hier war für mich ihr Schreibtalent viel sichtbarer. Wahrscheinlich weil mich auch die Thematik mehr berührt hat. Ein absolutes Lesehighlight ❤♥️
sehr gut erzählte Geschichte
Das Buch Das Licht ist hier viel heller von Mareike Fallwickl ist auf 384 Seiten in drei Perspektiven geschrieben. Hierbei begleiten wir einmal einen abgestürzten Schriftsteller auf dem Weg zum besseren, dann eine Frau durch Briefe und die Tochter des Schriftstellers auf dem Weg ins Erwachsenwerdens. Hierbei ist der Fokus sehr auf die persönliche Entwicklung und prägende Erlebnisse gerichtet. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und mich an einigen Stellen sehr schockiert.

Dieser Roman hat so einen Sog entwickelt, dass ich ihn gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Sprachlich ist er so wunderschön, einige Stellen haben mich einfach umgehauen. Der Text ist voller Kraft, Wut und Schmerz, aber auch Liebe und Mitgefühl, lässt eine*n voller Emotionen und Gedanken zurück. Unbedingte Leseempfehlung!
6 von 5 Sternen! Absolutes Lese-Highlight Tolle Protagonisten, die man nicht alle lieben kann oder muss, die man aber trotzdem mag und gern verfolgt. Sehr flüssiger und packender Schreibstil, ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen und war auf der letzten Seite traurig darüber, die Figuren nicht noch weiter begleiten zu dürfen. Ein Buch, das unterhält, das bewegt, das berührt; ein Buch zum schmunzeln und zum weinen. Kann ich nur weiterempfehlen!!
Wieder ein Highlight
Ich bin großer Fan von Mareike Fallwickls Schreibstil und der Art und Weise wie sie ihre Geschichten aufbaut. Knallhart, brutal ehrlich und immer zum Nachdenken anregend. Wenger ist mit so einer Selbstverständlichkeit der alte weiße Mann, der er nunmal ist und ich habe den Eindruck, die Autorin kann die Gedanken dieser Männer lesen. Es lässt einen teils fassungslos zurück in diese Gedankenwelt einzutauchen. Im krassen Gegensatz dazu steht seine Tochter Zoey, die im Denken, Handeln und Fühlen so anders ist, als ihre Eltern. Die Charaktere sind alle auf ihre eigene Art interessant geschrieben. Die Briefe fand ich zunächst etwas langweilig, aber ab der Mitte und gegen Ende wurden die Zusammenhänge so fein verwebt, dass man manchen fast verpasst hätte (Stichwort: Jonathans Vater). Das hat es für mich spannender gemacht. Ich habe das Buch gerne gelesen und das auf und ab der Emotionen gespürt. Es lässt einen mit einer gewissen Wut und Ernüchterung zurück, wie man sie als Frau nur zu gut kennt.
Puh was soll ich sagen. Es war mein erstes Buch von Mareike Fallwickl und ich bin begeistert aber es lässt mich auch sehr nachdenklich zurück. Es ist harte Kost, welche unverschönt auf den Punkt gebracht wird. Es werden unschöne Dinge, welche jeden Tag genau so passieren, thematisiert. Z. B. von Machtmissbrauch, das Patriarchat und Victim Blaming. Ich habe es als Hörbuch gehört und Astrid Kohrs liest es hervorragend. Mit Wenger konnte ich mich nicht richtig anfreunden. Er war mir nicht sympathisch und genau so ein Typ Mann, der in diesem Buch kritisiert wird. Herablassend, provozierend, egoistisch und der Meinung etwas besseres zu sein. Zoey und Marlen waren mir sympathischer. Was die beiden durchstehen mussten war hart zu hören und ist schwer zu verdauen. Das Miteinander der beiden Geschwister Zoey und Spin war so angenehm. Das waren die kleinen Lichtblicke in diesem Roman und es hat mich berührt, wie die beiden immer aufeinander aufgepasst haben. Es ist ein Roman, der noch lange zum Nachdenken anregt.
Mein drittes Buch von ihr. Ich arbeite mich vom neuesten zum ältesten durch. Ich bin durch Moritz Neumeier auf sie gestoßen und habe dank ihr Female Rage für mich entdeckt. Verblüffend wie sie diesen schmierigen Vater schreibt, wie sehr das Buch wirkt als wäre es erst letztes Jahr rausgekommen, wie man Trauer für die Verfasserin der Briefe empfinden kann, sich in Zoey hineinfühlen. Manchmal hoffe ich noch, dass Männer nicht so sind, denken, fühlen wie wir uns das vorstellen... aber leider ist es vermutlich wirklich so. (Maybe Spoileralarm) So etwas über dein eigenes Kind herausfinden und im nächsten Moment gleich wieder das Leid einer anderen Frau ausnutzen wollen... doch kann ich mir vorstellen.

Schweres aber wichtiges Thema
Wieder ein Buch, das ich im Rahmen eines Buchclubs gelesen habe und ich hätte es mir wahrscheinlich nie selbst ausgesucht. Nach den ersten paar Seiten hätte ich das Buch fast wieder zugeklappt weil es etwas merkwürdig beginnt. Doch nach und nach bin ich in die Geschichte eingetaucht. Ich fand schon lange nicht mehr eine Hauptfigur so unsympathisch wie Wenger. Er ist selbstverliebt, egozentrisch, ein grauenhafter Vater und einfach ein Arsch. Zwischendurch gab es Momente in denen ich etwas Verständnis für ihn aufbringen konnte doch die meiste Zeit fand ich sein Verhalten einfach nur furchtbar. Ganz im Gegensatz dazu fand ich die zweite Hauptfigur Zoey super sympathisch. Auch wenn sie etwas gebraucht hat weiß sie was sie will und ist eine starke Persönlichkeit. Auch ihre Entwicklung im Laufe des Buchs fand ich sehr toll. Allgemein behandelt das Buch kein leichtes Thema, transportiert es aber sehr gut. Vor allem durch die beiden Sichtweisen, bzw. die drei Sichtweisen wird das Thema gut verdeutlicht. Alles in allem viel es mir schwer in das Buch reinzukommen, die Geschichte hat mich nicht umgehauen, mir aber zum Ende hin gut gefallen und ich konnte das Buch ganz gut weglesen. Deswegen gibt es von mir 3 🌟
Eher unaufgeregt, dafür aber sehr wuchtig
👍🏻 - gewohnt wortgewaltig ⬇️ - hat tatsächlich keinen richtigen Spannungsbogen, ist aber trotzdem spannend, weil ihr Schreibstil einfach so krass ist (wie macht man das?) - die liebevolle Beziehung zwischen Zoey und Spin hat mich sehr gerührt 🥺❤️ das war mein Highlight am Buch - die zentrale Darstellung politischer Themen, hier v.a. sexualisierte Gewalt, hatte die nötigen Zwischentöne, mochte die Umsetzung 👎🏻 - ganz am Anfang konnte ich die Briefe überhaupt nicht einordnen, wirkte sehr out of context - der Wenger 🫠 selten so einen unangenehmen und cringen POV gelesen. Klar, die Darstellung hat ihren Sinn - ich frage mich nur, ob er vielleicht einen Ticken zu überzeichnet war. Er hat irgendwie echt sämtliche "sexistische alte weiße Männer Klischees" mitgenommen War für mich nicht ganz der Kracher wie Dunkelgrün Fast Schwarz (ich lese alle Romane von ihr chronologisch nach ET), das etwas subtiler und auch atmosphärischer arbeitete, aber dennoch sehr lesenswert!
Ihre Bücher sind wie ein Autounfall. Man will nicht hinsehen, kann aber auch nicht wirklich weg gucken.
Dieses Buch ist so gewaltig. Man muss weiterlesen, obwohl man sich immer dabei denkt wie konnte es dazu kommen. Es ist spannend und wütend. Man merkt in jeder Zeile Wut und eine Art bedrückt sein. Es ist feministisch mit einigen Fakten dazu. Außerdem geht es auch um sexualisierte Gewalt. Das sollte man auch erwähnt haben.
Gewaltig und emotional
„Und es ist erstaunlich, wie gut man sich in seiner eigenen Familie verstecken kann. Vielen Menschen gelingt das jahrelang. Sie leben nebeneinander und aneinander vorbei, lächeln sich zu und sehen sich doch nie. Hinter verschlossenen Türen, wenn sie allein sind, fließt aus ihnen heraus, worüber sie niemals sprechen." Dieses Buch war gewaltig und hat mich zerissen. Danach hat es mich wieder zusammengesetzt. Die Art und Weise wie Mareike Fallwickl schreibt ist wie ein Sog für mich, ich kann einfach nicht aufhören zu lesen. Wie diese Frau mit Worten umgehen kann...unglaublich. Ich fand die Geschichte rund um Wenger, Zoey, Split und Patricia so spannend. Alles hat am Ende zu einander gefunden. Hätte ich dieses Buch nicht auf dem kindle gelesen, hätte ich vermutlich die Seiten zerissen- so wütend hat es mich gemacht. Ich wurde emotional so an den Rande des Wahnsinns getrieben, ich hätte am liebsten geweint. Vor allem weil das Buch, die Realität darlegt. So denken tatsächlich Menschen, so handeln sie auch im wahren Leben. „Und dann habe ich gedacht, vielleicht ist ein leichter Geruch nach Asche nur natürlich, nachdem der Körper so ein Feuerwerk abgebrannt hat, um mich zu schützen." Ich hätte Zoey so gerne umarmt
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Maximilian Wenger und seine Tochter Zoey haben nicht viel gemeinsam. Er liebt den Ruhm, den er einst als gefeierter Schriftsteller genossen hat. Sie möchte auf keinen Fall in der Öffentlichkeit stehen. Als Wenger Briefe einer unbekannten Frau erhält, die eigentlich an seinen Vormieter gerichtet sind, beginnen er und Zoey unabhängig voneinander zu lesen. Es sind Briefe voller Brutalität und Zärtlichkeit, voller Liebe und Hass – und Wenger ahnt nicht, dass Zoey etwas erlebt hat, das sich in diesen Worten spiegelt. Vater und Tochter werden an einen Scheideweg geführt, an dem etwas Altes endet und etwas Neues beginnt ...
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Author Description
Mareike Fallwickl, 1983 in Hallein bei Salzburg geboren, ist Schriftstellerin, Lektorin und Kolumnistin. Sie vermittelt Literatur auf diversen Plattformen und Bühnen und regt ihre zahlreichen Fans zum Lesen an. Ihr literarisches Debüt »Dunkelgrün fast schwarz« wurde 2018 für den Österreichischen Buchpreis sowie als Lieblingsbuch der Buchhändler nominiert. »Das Licht ist hier viel heller« ist ihr zweiter Roman.
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"Dass alte weiße Männer über alte weiße Männer schreiben, will einfach niemand mehr lesen. Get over yourself." (S. 242) Man stelle sich vor: einen Bestsellerautor in der Schaffenskrise, das Ego liegt am Boden, die Frau hat ihn verlassen für einen 29-jährigen Fitnesstrainer, und er selber ranzt vor sich hin in einer verdreckten Junggesellenbude, knietief im Selbstmitleid. Seine Kinder besuchen ihn nur, wenn ihnen absolut keine plausible Ausrede einfällt, und von seiner Tochter muss er sich anhören: "Ein Mann, der nur über Männer schreibt, Papa, muss sich nicht wundern, dass die Frauen das Interesse verlieren." Armer Maximilian Wenger, oder?! Wer kann's ihm verdenken, dass er in dieser Situation keinen Blick und schon gar kein Verständnis für andere aufbringen kann? Zum Beispiel wenn nachts die siebzehnjährige Tochter anruft - was kann die schon wollen? Wegdrücken. Was soll ihr schon passieren? Nach einer Party vom Chef se×uell genötigt, ja, beinahe vergewaItigt werden. Na geh! Man stelle sich weiter vor: Eben jener Autor erhält plötzlich Briefe von einer Frau. Nicht an ihn adressiert, sondern an seinen Vormieter. Briefe voller Schmerz, Wut, Sehnsucht, Verzweiflung. Briefe, die ihm – ironischerweise – den langersehnten Schreibkick bescheren. An denen er sich bedient. Die er kopiert. Weil ihm selbst die Empathie und die Sprache fehlen, um zu schreiben, was Agent und Verleger lesen wollen. Der Profit schlägt aus weiblichem Leid, während er nicht merkt – oder nicht merken will –, dass auch seine eigene Tochter eine dieser Frauen ist. „Bis zu meinen Zähnen ist mein Mund angefüllt mit Wut.“ (S. 20) Klingt nach dem Stoff eines Fallwickl-Romans? Wer sonst sollte so pointiert, so unerschrocken über Machtmissbrauch, strukturelle Gewalt, Täter-Opfer-Umkehr und weibliche Selbstbehauptung schreiben? „Das Licht ist hier viel heller“ erzählt auf mehreren Ebenen davon, wie Männer Geschichten besitzen, besetzen und ausbeuten – und wie Frauen dennoch nicht aufhören, ihre eigenen zu schreiben. Wäre das mein erster Roman von Mareike Fallwickl gewesen, wäre das ganz sicher die Initialzündung gewesen. So steht "Das Licht ist hier viel heller" für mich aber im Schatten seines Vorgängers ("Dunkelgrün fast schwarz" - ein Überkracher) und wird auch von seinen Nachfolgern ("Die Wut, die bleibt" und "Und alle so still") geschluckt. Und trotzdem: Wie alle ihre Texte habe ich auch diesen sehr gern gelesen. In einem Tempo, das für seine Brisanz spricht. In einem Zug, mit diesem typischen Fallwickl-Gefühl, dass man gerade etwas liest, das weh tut – weil es wahr ist.
Dem früheren Bestsellerautor Wenger ist der Erfolg verloren gegangen, die Exfrau mit einem viel jüngeren durchgebrannt... Eine Frau schreibt Briefe an Wengers Vormieter, die ihm, aber auch seiner Tochter Zoey in die Hände fallen... Zoey, Wengers 18jährige Tochter, wird erwachsen und kann sich in den Erwartungen ihrer Eltern nicht wiederfinden... Das Buch thematisiert #MeToo und Kritik am Literaturbetrieb. Die Personen werden sehr tief beschrieben. Einige Male werden Situationen aus der Perspektive von Wenger und von Zoey beschrieben und es wird klar, wie unterschiedlich ihre Wahrnehmung ist. Vor allem zieht sich die fehlende Reflexionsfähigkeit des immer etwas weiterlichen und sich selbst bemitleidenden Mannes durch das Buch. Es ist bezeichnend, wie wenig einen beim Lesen seine verzerrte Wahrnehmung verwundert.
Wieder ein Fallwickl-Roman der mich überzeugt
Es hat sich so ergeben, dass ich Mareike Fallwickl von neu nach "alt" lese. Erst 'Und alle so still', dann 'Die Wut, die bleibt' und nun also 'Das Licht ist hier viel heller'. Wieder ist es ein eindringliches, gesellschaftliches Portrait. Eine gesellschaftskritische Studie, die klar das Patriarchat aufzeigt. Interessant finde ich die beiden Perspektiven. Einmal aus Sicht des Vaters und aus Sicht der Tochter, die im Laufe des Buches 18 Jahre alt wird. Und es gibt noch eine dritte Perspektive: Briefe einer Frau, an einen uns unbekannten Mann. Fallwickl verknüpft die Schicksale wieder so gekonnt miteinander. Schonungslos erzählt sie die Wahrheiten, die Frauen erleiden und erdulden, aber auch die Wahrheiten der Männer, die daraus Profit schlagen. Ein hartes Buch aber auch eine Geschichte der Befreiung und der späten Erkenntnis. Auch hier wird man kein weichgespültes Happy End vorfinden. Das Buch endet für mich mit einem Kopfschütteln. Nicht weil es an Hoffnung vermissen lässt, das tut es nicht, im Gegenteil. Die junge Tochter sät Hoffnung. Aber der Vater zeigt uns auch mach kurzen Momenten der Reflexion, dass das Patriarchat viel zu tief in ihm verwurzelt ist. Wieder ein Buch, dass ich gern weiterempfehlen werde. Und klar, nun muss ich auch 'Dunkelgrün, fast schwarz' lesen.
Die Geschichte wird in unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Warum die Kapitel im Countdown geschrieben sind hat sich mir nicht erschlossen, denn das Geschehen wird normal vorwärts mit mannigfaltigen Rückblicken erzählt. Im übrigen empfand ich die Schreibweise nichtgut strukturiert. Auch wenn ein wichtiges Thema behandelt wird, muss mir der Roman nicht unbedingt gefallen. Nach " Dunkelgrün fast schwarz" bin ich leicht enttäuscht.
Ein Roman, der berührt und nachdenklich stimmt
Der Schreibstil von Mareike Fallwickl spricht mir sehr zu. Das Thema rund um sexuellen Missbrauch und Machtmissbrauch wird so real dargestellt, dass trotz des schweren Themas die Geschichte flüssig verläuft und zusätzlich doch so schön - manchmal klar und manchmal abstrakt - formuliert war. Auf der einen Seite ist da der selbstverliebte Wenger. Der ehemals gefeierte Schriftsteller ist nach einer persönlichen Krise arbeitslos und lässt sich gehen, seine Frau hat ihn verlassen (was natürlich nicht seine Schuld war), seine Kinder hassen ihn (was natürlich nicht seine Schuld ist) und niemand will noch seine Bücher kaufen (was natürlich auch nicht seine Schuld ist). Als er eines Tages Briefe von einer fremden Frau erhält, die nicht für ihn bestimmt sind, Briefe; die voll mit Wut, Schmerz, Liebe und Hass beladen sind, weiß er auf einmal worüber er schreiben will. Dabei ist ihm jedes Mittel recht - über Plagiate oder Ideenraub denkt er gar nicht nach, auch sind seine abwertende Einstellung und Äußerungen gegenüber Frauen äußerst fragwürdig und sexistisch. Auf der anderen Seite ist da seine 17-jährige Tochter Zoey. Rebelisch, eher Einzelgängerin und künstlerisch sehr begabt und seit Jahren verliebt in einen Jungen, der sie nicht sieht. Und auch sie hat die Briefe in der Wohnung ihres Vaters heimlich gelesen und ist von den Inhalten erschüttert - denn sie hat ähnliches erlebt, wie die fremde Frau. Doch auch Zoey lernt zu kämpfen und lässt sich nicht kleinkriegen. Und dann sind da noch die Briefe, welche trotz des entsetzlichen Geschehens mit so viel Liebe, Traurigkeit, Hoffnung und letztendlich mit so viel Mut enden, dass sie mich stellenweise zu Tränen gerührt haben.
Provokation pur
Mareike Fallwickl schafft es mit ihren Büchern immer wieder einen wunden Punkt zu treffen. Das Buch macht wütend und ist schockierend zugleich. Gleichzeitig regt es zum Nachdenken an. Die Protagonisten wirken authentisch und wie aus dem echten Leben gegriffen. Es gibt einen halben Stern Abzug, weil ich dieses Mal nicht so gut in die Story rein gekommen bin. Das Buch ist in vielen Perspektiven geschrieben und es war für mich am Anfang sehr verwirrend, in welcher der Perspektiven ich mich gerade befinde.
Schmerz, Wut, Liebe, aber auch Hoffnung
Mein zweites Buch von Fallwickl - nach „Die Wut die bleibt“ hatte ich hohe Erwartungen, die mit „Das Licht ist viel heller hier“ leider nicht in vollem Umfang erfüllt wurden. Mareike Fallwickl schreibt über eine entzweite Familie und über die Emanzipation eines junges Mädchen. Fallwickl hat auch in diesem Buch ihren schöner Schreibstil genutzt um die interessanten Beziehungen der Protagonisten zueinander authentisch darzustellen. Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt und liest sich flüssig weg. Manchmal hatte ich Probleme zu erkennen, bei welcher Person ich nun bin. Das hat sich in der Regel jedoch schnell herausgestellt, weil die Sprache jeweils an die Protagonisten angepasst ist. Zwischen den Perspektivwechseln kommen die Briefe, mit denen ich anfangs nichts anfangen konnte. Ich hoffte, dass sie mehr Raum im Buch einnehmen werden, vordergründig ist jedoch erst einmal die zerrüttelte Familie und deren Beziehungen zueinander. Beim Lesen war ich erschrocken, aber auch enttäuscht. Insbesondere hat mich die Mutter wütend gemacht. Wie kann man als Mutter so blind und selbstsüchtig sein? Wie kann man eigene Kinder ignorieren oder die für sich selbst vorteilhaften Zwecken benutzen wollen? Die Tochter Zoey erschien mir zunächst arrogant und sehr selbstbewusst. Zoey liest heimlich dieselben Briefe wie ihr Vater und spürt denselben Schmerz und dieselbe Wut wie die geheimnisvolle Verfasserin. Ihre Gefühle, Ängste, Wünsche und Liebe sind realistisch dargestellt und haben mich dann als Leserin doch berührt. So manches mal wollte ich sie einfach nur in den Arm nehmen. Besonders ihre Liebe und Beschützerinstinkt gegenüber ihrem Bruder sind ergreifend. Der Leser erhält ein Buch voll mit Schmerz, Wut, Liebe und auch Hoffnung.
Ein wichtiges Buch!
Mein 3. Buch von Mareike Fallwickl und wieder schafft sie es, den Lesenden zu wichtigen Themen die Augen zu öffnen bzw. zum Nachdenken anzuregen. Es wird eine Familiengeschichte beschrieben in der sich Barbara, das Kindermädchen, mehr um Zoey und Spin kümmert als die Eltern. Diese sind mir sich, ihren Karrieren und neuen Liebschaften vollends ausgelastet. Dabei merken sie nicht, welche Bedürfnisse die Kinder haben, welche Gefühle sie umtreiben und was in ihrem Leben passiert. Keine Ahnung vom ersten Liebeskummer der Tochter und einem sexuellen Übergriffe mit dem sich Zoey konfrontiert sieht. Das Buch handelt aber auch von der bedingungslosen Geschwisterliebe, die Hoffnung macht und für mich ein deutlicher Lichtblick in den gestörten Beziehungen war. Vor dieser Familienkulisse verhandelt Fallwickl feministische Themen, Gewalt von Männern gegen Frsuen, aber auch untereinander, Geschlechterrollen, den Druck von Social Media, Schönheitsideale und den gesellschaftlichen Druck immer auf der Welle mitzuschwimmen. Dabei erhält man durch einen Facettenreichtum Einblick in die Sichtweisen der unterschiedlichen Generationen.

Lieblingsautorin
Mein mittlerweile 3. Buch der Autorin und ich lege mich fest: Keine schafft so schonungslos ehrliche wie vielschichtig Charaktere wie Mareike Fallwickl. Mit all ihren Makeln und Problemen sind ihre Hauptfiguren glaubhaft und auch wenn's "weh tut",bleibt sie an den Personen dran und beschreibt ihre Beweggründe. So auch bei Zoey und ihrer Familie,die man im Buch mit ambivalenten (Mit-)Gefühlen begleitet. Besonders Zoey wächst charakterlich an ihrer Wut und Ohnmacht Zeile um Zeile,aber auch der Vater in seiner Haltung und Sicht war für mich stimmig und überzeugend. Mareike Fallwickel hatte mich bereits im ersten Kapitel "am Haken", als sie den Wenger einführt,wie er vergeblich bei einer Daily Soap zu onanieren versucht. Dabei wird auch hier wieder komplexe Gesellschaftskritik und feministische Debatte aufgegriffen und beleuchtet - unter anderem aber nicht nur der #metoo-Bewegung . Auch gefällt mir,dass ihre Romane nie mit vermeintlichen Lösungen oder einem einfachen Ende daherkommen, wie im wahren Leben bleibt unklar wie es mit den Charakteren weitergeht. Leseempfehlung für alle,die sich für tiefschichtige Charaktere in Strukturen, aber auch Familienbeziehungen, dem Streben nach Erfolg und Macht und Feminismus interessieren - unbedingt auch für Männer lesenswert.
Man(n) man(n) man(n).
Auch wenn ich mittlerweile viele Bücher zum Thema Feminismus und Patriarchat gelesen habe, lässt mich auch dieser Roman wieder kopfschüttelnd zurück. Die Figur Wenger wirkt wie der „Prototyp Boomer-Mann“ – eine Darstellung, die der Autorin sehr treffend und eindringlich gelungen ist. Seine Gedankengänge erscheinen an manchen Stellen zunächst vielleicht überzeichnet oder brachial. Doch: Sie spiegeln auf unangenehme Weise Denkweisen wider, die leider noch immer Teil der Realität vieler Männer sind.
Wir lernen Maximilian, im Buch immer beim Nachnamen Wenger genannt, und seine Tochter Zoey kennen. Er ein ehemals erfolgreicher Schriftsteller, der sich nach seiner Scheidung und dem Untergang seiner Karriere mitleidig in einer Miniwohnung suhlt. Sie auf dem Weg ins Erwachsensein, unverstanden von den Eltern, arg verliebt in Jonathan. Im Briefkasten von Wengers neuer Wohnung tauchen regelmäßig Briefe einer unbekannten Frau auf. In diesen Briefen, geschrieben an ihren ehemaligen Liebhaber (Wengers Vormieter), beschreibt sie furchtbares, was ihr passiert ist. Sie schildert Machtmissbrauch, sexuelle Übergriffe, Bedrohung. Maximilian und Zoey lesen diese Briefe, von denen mich jeder bis ins Mark getroffen hat, unabhängig voneinander. Er begreift trotz ihrer Anspielungen nicht, dass ihr ähnliches widerfahren ist. Ich kann euch diese Lektüre nur empfehlen. Mit teils harter, teils schon lyrischer Sprache widmet sich die Autorin einem der wichtigsten Themen unserer Gesellschaft. Ich habe so viele Stellen markiert, weil hier einfach der Nagel auf den Kopf getroffen wurde. Das Buch hat mich stark berührt, besonders die Beziehungen: zwischen den Geschwistern Spin und Zoey, zwischen Spin und Mario. Aber auch die kaputten: zwischen den Geschwistern und den Eltern. 4,5/5 🤍🤍🤍🤍🤍

Es war okay…
…aber mehr war es für mich leider auch nicht. Ich kann nicht behaupten, dass ich es verschlungen habe. Die Kernthematik ist natürlich eine sehr wichtige. Ich finde es toll, dass diese vermehrt in Büchern aufgegriffen wird. Aber mir gab es zu viel drumherum. Die verschiedenen Erzählperspektiven brachten Abwechslung, das fand ich gut. Was ich aber überhaupt nicht gebraucht habe, waren die vielen Rückblicke mittendrin. Die fand ich teilweise einfach unnötig und haben einen aus dem Lesefluss gebracht. Hervorheben möchte ich aber die Briefe - die haben mich emotional total fertig gemacht. Diese haben sich vom Rest sowohl sprachlich als auch inhaltlich abgehoben und kamen mir am Ende dafür dann leider viel zu kurz im Hauptkontext. Da hatte ich vom Klappentext her eine andere Erwartung. Schade war auch, dass es bei den Hauptfiguren irgendwie keine Entwicklung gab. Alle sind komplett auf der Stelle getreten, haben sich nicht aufeinander zubewegt. Dort hätte es mehr Potential gegeben.
Die große Stärke dieses Romans liegt eindeutig in Fallwickls Sprache. Sie schreibt mit einer Präzision und Eindringlichkeit, die unter die Haut geht und die wesentlichen Momente punktgenau trifft. Die Charaktere sind detailliert und überzeugend ausgearbeitet, was dem Buch eine besondere Tiefe verleiht. Allerdings hat die Geschichte ihre Längen, besonders in der ersten Hälfte. Der Einstieg gestaltet sich etwas zäh, und die Handlung plätschert zunächst ohne größere Höhepunkte dahin. Ab der Mitte des Buches nimmt die Geschichte jedoch deutlich an Fahrt auf und entwickelt eine packende Spannung, die bis zum Ende anhält. Fazit: Ein sprachlich beeindruckendes Buch mit gut gezeichneten Charakteren, das nach einem eher gemächlichen Start in der zweiten Hälfte überzeugen kann.
Absolutes Jahreshighlight. Das Kernthema des Buches ist die Me-Too-Debatte und Mareike Fallwickl hat es mit ihrer humorvollen Art zu erzählen geschafft, dass ich das Buch nicht weglegen konnte. Auch, dass ich für mich den Protagonist nicht als vollends unsympathisch einsortieren konnte, trotz seiner fragwürdigen Einstellung gerade zu diesem Thema. Das Buch hat eine Sogwirkung und klingt noch lange nach.
Gelesen hab ich den Roman Anfang des Jahres. Es war mein erstes Buch der Autorin und konnte mich auf ganzer Linie überzeugen, auch wenn es anfangs bisschen so vor sich hinplätschert und mich fast verloren hätte. Aber schauen wir uns erstmal an, worum es geht: Maximilian Wenger, ein ehemals erfolgreicher Bestseller-Autor, mittlerweile eine gescheiterte Existenz, wurde gerade von seiner Frau vor die Tür gesetzt, vegetiert nun in einer kleinen Wohnung vor sich hin und droht immer mehr zu verwahrlosen. In unregelmäßigen Abständen bekommt er Briefe von einer Frau, die eigentlich an seinen Vormieter gerichtet sind, in denen sie von Verrat, sexueller und körperlicher Gewalt, Erpressung und Angst schreibt und welche ihm die Inspiration für seinen neuen Roman liefern. Wengers Tochter Zoey ist 18, versucht sich gerade von ihren Eltern zu lösen, findet den Vater peinlich und die Mutter übergriffig… sie arbeitet heimlich in einem Fotostudio um Geld zu sparen, bis sie eine Erfahrung macht, die ihren Glauben an das Gute über den Haufen wirft. Auch sie liest heimlich die Briefe, die ihr aus dem Herzen zu sprechen scheinen, die ihre Ohnmacht und ihre Wut in Worte fassen. - Fallwickel zeichnet mit ihren Hauptprotagonist*innen Zoey und Wenger zwei Personen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Wenger ist das Abbild eines alten weißen Mannes und mir dadurch von Beginn an absolut unsympathisch. Er denkt, dass die Welt ihm gehört, ist überheblich, frauenfeindlich, sexistisch… ich denke ihr wisst genau was ich meine. Zoey dagegen ist tough, weiß was sie will und nicht will, tritt für Gleichberechtigung und Frauenrechte ein. Zu Anfang liest man viel aus Wengers Perspektive und was soll ich sagen: der Typ hat mich einfach nur aufgeregt und wütend gemacht. Dies war auch der Grund, warum ich es fast abgebrochen hätte, da ich ganz ehrlich kein Buch über einen misogynen Vollidioten lesen wollte. Hier war es lediglich Fallwickels Schreibstil und der Tatsache, dass ich wissen wollte, wie es mit den Briefen weitergeht, zu verdanken, dass ich am Ball geblieben bin. Als Zoey dann immer mehr Anteil an der Geschichte bekommt, entwickelt sich zwischen den beiden Blickwinkeln eine tolle Dynamik, auch wenn sie etwas schwarz-weiß dargestellt wird. Es wird mit den Extremen gespielt, etwas was die Autorin sehr gut kann, ohne dabei in Klischees abzurutschen, denn das gruselige ist, dass es genauso der Realität entsprechen könnte. Hauptthema ist die #metoo Thematik, weibliche Selbstbestimmung, das Recht auf den eigenen Körper, das Ganze wunderbar erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Nebenbei fließen auch andere feministische Themen mit ein ohne den Roman zu überladen. Alles in allem eine große Empfehlung, die definitiv Lust auf weitere Werke der Autorin macht.
Mehrere Erzählperspektiven zu einer Geschichte zu verweben ist ein Markenzeichen von Mareike Fallwickl. In ihrem zweiten Roman setzt sie sich mit dem Thema männlicher Machtmissbrauch aus der Sicht der 17jährigen Zoë, ihrem Vater Maximilian und einer Briefeschreiberin auseinander. Auch in diesem Roman bekommen die eher Stummen, Schüchternen im menschlichen Miteinander eine starke Stimme. Wie schon bei "Dunkelgrün fast schwarz" mit Raffael werde ich aber mit der Passivität und Introvertiertheit von Zoë nicht warm. Ihre beiden Eltern sind mir zu oberflächlich dargestellt, die absolute Ignoranz ihren Kindern gegenüber ist mir zu überzeichnet. Das die Autorin ihre männliche Hauptfigur nicht mag, merkt man von Anfang bis Ende. Das finde ich schade, die Figur hätte ich mir differenzierter gewünscht. Maximilian erinnerte mich in seinem Mackertum an Heinz Strunks Rechtsanwalt Roth aus "Ein Sommer in Niendorf", der aber liebevoller gezeichnet wird. Großartig finde ich an dem Roman die vielen Metaphern und Wortspiele, die mich beim Lesen funkelnd angesprungen und kurzverzaubert haben.

Wieder ein lautes und aufrüttelndes Buch. Hätte ich vorher nicht "Die Wut, die bleibt" gelesen, wären es wahrscheinlich 5 Sterne, aber Wenger ist mir manchmal zu lang und nimmt Raum ein. Soll er macht es aber zuweilen anstrengend.
Anfangs habe ich Wenger als zu grosses Klischee und Abziehbild empfunden. Bis ich realisiert habe, ich kenne mehrere Männer, die exakt so raumgreifend und eindimensional sind. Es ist ein wichtiges und ehrliches Buch über Beziehungen zwischen Kindern und ihren Eltern, Geschlechtern, Generationen, Geschwistern aber auch einfach Menschen. Es hat nicht denselben Sog wie ihr anderes Buch, aber sie ist sprachlich eine Klasse für sich.
Ich verstehe nicht, wie Mareike Fallwickl das macht, aber ich hänge an ihren Worten. Keins zu viel, keins zu wenig. Die Geschichte hat weder einen Plottwist, noch ein Knallerende, aber die 3 Protagonisten sind so fein gezeichnet, so glaubwürdig, so interessant - um nichts auf der Welt will ich darauf verzichten, dieses Buch gelesen zu haben.
Nach "Die Wut, die bleibt" ist "Das Licht ist hier viel heller" mein zweiter Roman von Mareike Fallwickl und für mich persönlich ein hervorragender Roman. Wichtige Themen werden uns auf emotionale, kluge Weise und aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Autorin schafft es, dass mann die geschriebenen Wörter fühlt. Teilweise hatte ich fast körperliche Schmerzen, weil mich Wenger zum Verzweifeln gebracht hat. Selten habe ich einen so einen unsympathischen Protagonisten erlebt. Aber der Roman braucht diesen egozentrischen, narzisstischen und ekelhaften Typen. Ich finde, dass Mareike Fallwickl ein unfassbar tolles Talent hat, Charaktere in all ihren Facetten zu zeichnen. Das zeigt sich besonders an Zoey. Zoey, eine starke und wütende junge Frau, die ich sehr ins Herz geschlossen habe.
Die Mischung aus Literatur, Familiengeschichte, Rape Culture und der Suche nach sich selbst hat mir sehr gefallen. Die Charaktere waren so realistisch und greifbar, mit all ihren Fehlern und frauenverachtenden Ansichten. Doch es bleibt für mich auch ein bisschen zahnlos und zu einfach. Wahrscheinlich hatte ich eine ähnliche Dringlichkeit wie bei 'Prima Facie' erwartet - die ich nicht bekommen habe. Nichtsdestotrotz ein unglaublich wichtiges Buch, das man gelesen haben sollte.
Wieder ein absolut großartiges Buch von Mareike Fallwickl
Mareike Fallwickl entwickelt sich immer mehr zu meiner neuen Lieblingsautorin. Auch dieses Buch hat mich emotional wieder komplett abgeholt. Die ersten paar Kapitel konnte ich noch nicht einschätzen, ich brauchte ein wenig um mich mit den Figuren vertraut zu machen. Es dauerte aber nicht lange und die Geschichte hat mich gepackt. Fallwickl beherrscht es, verschiedene Perspektiven einzunehmen und jeder Figur ihren Raum zu geben. Ich warte nun ganz ungeduldig auf neue Bücher von Frau Fallwickl
Ein potentiell gefallener Autor erhält in seiner neuen Wohnung Briefe, die an den Vormieter adressiert sind. Und liest sie. Daraus bastelt er sich eine neue Geschichte. Und schreibt einen Bestseller. Seine Tochter wird ganz plötzlich noch erwachsener als sie sowieso schon ist. Auch sie liest diese Briefe und findet sich darin wider. Auf andere Weise und doch gleich. Briefe, die so voller Schmerz, Wut, Verzweiflung und Niedergeschlagenheit sind. Starke Charaktere, starke klare Sprache. Und ein Thema, das immer aktuell sein wird. Nicht nur in den letzten Jahren, Jahrzehnten, Jahrhunderten, nicht nur heute am Weltfrauentag und auch in den nächsten Jahren wird dieses Buch nicht an Aktualität verlieren. Selten hat mich ein Buch so geärgert, so berührt und so zum Nachdenken gebracht. Ich leide mit zerissenem Herzen mit Zoey mit. Ich möchte sie am liebsten in den Arm nehmen, ihr sagen, dass ich für sie da bin und dass sie mit aller Macht für sich kämpfen muss. Kann mich nicht mit mir selbst einigen, ob ich den Wenger leiden mag oder nicht. Ich liebe die Beziehung zwischen Zoey und Spin. Die Vielschichtigkeit der Charaktere, ärgere mich über das manchmal dumme und unüberlegte Handeln von Wenger nebst Ex-Frau. Es klingt vielleicht nicht passend bei Themen wie #Opferbashing , #metoo und #alltagssexismus , aber ich liebe dieses Buch einfach. Ich liebe diese tragische Geschichte, die aufrüttelt und nachhallt. Ich liebe den prägnanten, präzisen Schreibstil. Ich liebe die Atmosphäre. Ich liebe die Charaktere, das Vielschichtige und Zwischenmenschliche. Absolute Alltime-Leseempfehlung
Im Großen und Ganzen tolles Buch!
Ich hatte leider super doll Probleme mit dem Wenger, mir super unsympathisch und das hat mir das lesen schwer gemacht.. Ich war irgendwann leider nicht mehr so ganz aufmerksam was seine Teile angehen.. An sich ist das Buch toll, das Thema, Zoey und Spin sehr sympathisch!
Mareike Fallwickl schreibt mit so viel Kraft, so viel Wut & Schmerz, so viel Verständnis & so viel Liebe. Bei manchen Passagen blutete mir das Herz, bei anderen wurde ich so so zornig und andere widerum ließen mich traurig & enttäuscht zurück. Mareike Fallwickl beherrscht die Kunst der Worte wie kaum eine andere Autorin, die ich kenne & deren Werke ich gelesen habe. Ihre Bücher sind nämlich Werke. Meisterwerke. Ich habe mich noch nie so verstanden, gesehen und berührt gefühlt. Danke.
Dieser Roman hat mir sehr viel besser gefallen, als " Dunkelgrün fast schwarz" . Ich mochte Zoey und Spin so sehr. Diese Verbundenheit...... Wenger , Patrizia und Reto waren sau nervig aber mega gut gezeichnet. Die Thematik des Buches , eingewoben in eine wunderbar, flüssige, emotionale Geschichte, umhüllt von einer großartigen Sprachgewandheit. Ich bin so froh, dass ich der Autorin mit diesem Roman noch eine Chance gegeben habe. Hier war für mich ihr Schreibtalent viel sichtbarer. Wahrscheinlich weil mich auch die Thematik mehr berührt hat. Ein absolutes Lesehighlight ❤♥️
sehr gut erzählte Geschichte
Das Buch Das Licht ist hier viel heller von Mareike Fallwickl ist auf 384 Seiten in drei Perspektiven geschrieben. Hierbei begleiten wir einmal einen abgestürzten Schriftsteller auf dem Weg zum besseren, dann eine Frau durch Briefe und die Tochter des Schriftstellers auf dem Weg ins Erwachsenwerdens. Hierbei ist der Fokus sehr auf die persönliche Entwicklung und prägende Erlebnisse gerichtet. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und mich an einigen Stellen sehr schockiert.

Dieser Roman hat so einen Sog entwickelt, dass ich ihn gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Sprachlich ist er so wunderschön, einige Stellen haben mich einfach umgehauen. Der Text ist voller Kraft, Wut und Schmerz, aber auch Liebe und Mitgefühl, lässt eine*n voller Emotionen und Gedanken zurück. Unbedingte Leseempfehlung!
6 von 5 Sternen! Absolutes Lese-Highlight Tolle Protagonisten, die man nicht alle lieben kann oder muss, die man aber trotzdem mag und gern verfolgt. Sehr flüssiger und packender Schreibstil, ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen und war auf der letzten Seite traurig darüber, die Figuren nicht noch weiter begleiten zu dürfen. Ein Buch, das unterhält, das bewegt, das berührt; ein Buch zum schmunzeln und zum weinen. Kann ich nur weiterempfehlen!!
Wieder ein Highlight
Ich bin großer Fan von Mareike Fallwickls Schreibstil und der Art und Weise wie sie ihre Geschichten aufbaut. Knallhart, brutal ehrlich und immer zum Nachdenken anregend. Wenger ist mit so einer Selbstverständlichkeit der alte weiße Mann, der er nunmal ist und ich habe den Eindruck, die Autorin kann die Gedanken dieser Männer lesen. Es lässt einen teils fassungslos zurück in diese Gedankenwelt einzutauchen. Im krassen Gegensatz dazu steht seine Tochter Zoey, die im Denken, Handeln und Fühlen so anders ist, als ihre Eltern. Die Charaktere sind alle auf ihre eigene Art interessant geschrieben. Die Briefe fand ich zunächst etwas langweilig, aber ab der Mitte und gegen Ende wurden die Zusammenhänge so fein verwebt, dass man manchen fast verpasst hätte (Stichwort: Jonathans Vater). Das hat es für mich spannender gemacht. Ich habe das Buch gerne gelesen und das auf und ab der Emotionen gespürt. Es lässt einen mit einer gewissen Wut und Ernüchterung zurück, wie man sie als Frau nur zu gut kennt.
Puh was soll ich sagen. Es war mein erstes Buch von Mareike Fallwickl und ich bin begeistert aber es lässt mich auch sehr nachdenklich zurück. Es ist harte Kost, welche unverschönt auf den Punkt gebracht wird. Es werden unschöne Dinge, welche jeden Tag genau so passieren, thematisiert. Z. B. von Machtmissbrauch, das Patriarchat und Victim Blaming. Ich habe es als Hörbuch gehört und Astrid Kohrs liest es hervorragend. Mit Wenger konnte ich mich nicht richtig anfreunden. Er war mir nicht sympathisch und genau so ein Typ Mann, der in diesem Buch kritisiert wird. Herablassend, provozierend, egoistisch und der Meinung etwas besseres zu sein. Zoey und Marlen waren mir sympathischer. Was die beiden durchstehen mussten war hart zu hören und ist schwer zu verdauen. Das Miteinander der beiden Geschwister Zoey und Spin war so angenehm. Das waren die kleinen Lichtblicke in diesem Roman und es hat mich berührt, wie die beiden immer aufeinander aufgepasst haben. Es ist ein Roman, der noch lange zum Nachdenken anregt.
Mein drittes Buch von ihr. Ich arbeite mich vom neuesten zum ältesten durch. Ich bin durch Moritz Neumeier auf sie gestoßen und habe dank ihr Female Rage für mich entdeckt. Verblüffend wie sie diesen schmierigen Vater schreibt, wie sehr das Buch wirkt als wäre es erst letztes Jahr rausgekommen, wie man Trauer für die Verfasserin der Briefe empfinden kann, sich in Zoey hineinfühlen. Manchmal hoffe ich noch, dass Männer nicht so sind, denken, fühlen wie wir uns das vorstellen... aber leider ist es vermutlich wirklich so. (Maybe Spoileralarm) So etwas über dein eigenes Kind herausfinden und im nächsten Moment gleich wieder das Leid einer anderen Frau ausnutzen wollen... doch kann ich mir vorstellen.

Schweres aber wichtiges Thema
Wieder ein Buch, das ich im Rahmen eines Buchclubs gelesen habe und ich hätte es mir wahrscheinlich nie selbst ausgesucht. Nach den ersten paar Seiten hätte ich das Buch fast wieder zugeklappt weil es etwas merkwürdig beginnt. Doch nach und nach bin ich in die Geschichte eingetaucht. Ich fand schon lange nicht mehr eine Hauptfigur so unsympathisch wie Wenger. Er ist selbstverliebt, egozentrisch, ein grauenhafter Vater und einfach ein Arsch. Zwischendurch gab es Momente in denen ich etwas Verständnis für ihn aufbringen konnte doch die meiste Zeit fand ich sein Verhalten einfach nur furchtbar. Ganz im Gegensatz dazu fand ich die zweite Hauptfigur Zoey super sympathisch. Auch wenn sie etwas gebraucht hat weiß sie was sie will und ist eine starke Persönlichkeit. Auch ihre Entwicklung im Laufe des Buchs fand ich sehr toll. Allgemein behandelt das Buch kein leichtes Thema, transportiert es aber sehr gut. Vor allem durch die beiden Sichtweisen, bzw. die drei Sichtweisen wird das Thema gut verdeutlicht. Alles in allem viel es mir schwer in das Buch reinzukommen, die Geschichte hat mich nicht umgehauen, mir aber zum Ende hin gut gefallen und ich konnte das Buch ganz gut weglesen. Deswegen gibt es von mir 3 🌟
Eher unaufgeregt, dafür aber sehr wuchtig
👍🏻 - gewohnt wortgewaltig ⬇️ - hat tatsächlich keinen richtigen Spannungsbogen, ist aber trotzdem spannend, weil ihr Schreibstil einfach so krass ist (wie macht man das?) - die liebevolle Beziehung zwischen Zoey und Spin hat mich sehr gerührt 🥺❤️ das war mein Highlight am Buch - die zentrale Darstellung politischer Themen, hier v.a. sexualisierte Gewalt, hatte die nötigen Zwischentöne, mochte die Umsetzung 👎🏻 - ganz am Anfang konnte ich die Briefe überhaupt nicht einordnen, wirkte sehr out of context - der Wenger 🫠 selten so einen unangenehmen und cringen POV gelesen. Klar, die Darstellung hat ihren Sinn - ich frage mich nur, ob er vielleicht einen Ticken zu überzeichnet war. Er hat irgendwie echt sämtliche "sexistische alte weiße Männer Klischees" mitgenommen War für mich nicht ganz der Kracher wie Dunkelgrün Fast Schwarz (ich lese alle Romane von ihr chronologisch nach ET), das etwas subtiler und auch atmosphärischer arbeitete, aber dennoch sehr lesenswert!
Ihre Bücher sind wie ein Autounfall. Man will nicht hinsehen, kann aber auch nicht wirklich weg gucken.
Dieses Buch ist so gewaltig. Man muss weiterlesen, obwohl man sich immer dabei denkt wie konnte es dazu kommen. Es ist spannend und wütend. Man merkt in jeder Zeile Wut und eine Art bedrückt sein. Es ist feministisch mit einigen Fakten dazu. Außerdem geht es auch um sexualisierte Gewalt. Das sollte man auch erwähnt haben.
Gewaltig und emotional
„Und es ist erstaunlich, wie gut man sich in seiner eigenen Familie verstecken kann. Vielen Menschen gelingt das jahrelang. Sie leben nebeneinander und aneinander vorbei, lächeln sich zu und sehen sich doch nie. Hinter verschlossenen Türen, wenn sie allein sind, fließt aus ihnen heraus, worüber sie niemals sprechen." Dieses Buch war gewaltig und hat mich zerissen. Danach hat es mich wieder zusammengesetzt. Die Art und Weise wie Mareike Fallwickl schreibt ist wie ein Sog für mich, ich kann einfach nicht aufhören zu lesen. Wie diese Frau mit Worten umgehen kann...unglaublich. Ich fand die Geschichte rund um Wenger, Zoey, Split und Patricia so spannend. Alles hat am Ende zu einander gefunden. Hätte ich dieses Buch nicht auf dem kindle gelesen, hätte ich vermutlich die Seiten zerissen- so wütend hat es mich gemacht. Ich wurde emotional so an den Rande des Wahnsinns getrieben, ich hätte am liebsten geweint. Vor allem weil das Buch, die Realität darlegt. So denken tatsächlich Menschen, so handeln sie auch im wahren Leben. „Und dann habe ich gedacht, vielleicht ist ein leichter Geruch nach Asche nur natürlich, nachdem der Körper so ein Feuerwerk abgebrannt hat, um mich zu schützen." Ich hätte Zoey so gerne umarmt





















































