Lügen über meine Mutter

Lügen über meine Mutter

Hardback
4.21296
FamiliendramaEmanzipationBundesrepublikBodyshaming

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Description

Daniela Dröscher erzählt vom Aufwachsen in einer Familie, in der ein Thema alles beherrscht: das Körpergewicht der Mutter. Ist diese schöne, eigenwillige, unberechenbare Frau zu dick? Muss sie dringend abnehmen? Ja, das muss sie. Entscheidet ihr Ehemann. Und die Mutter ist dem ausgesetzt, Tag für Tag.

»Lügen über meine Mutter« ist zweierlei zugleich: die Erzählung einer Kindheit im Hunsrück der 1980er, die immer stärker beherrscht wird von der fixen Idee des Vaters, das Übergewicht seiner Frau wäre verantwortlich für alles, was ihm versagt bleibt: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft. Und es ist eine Befragung des Geschehens aus der heutigen Perspektive: Was ist damals wirklich passiert? Was wurde verheimlicht, worüber wurde gelogen? Und was sagt uns das alles über den größeren Zusammenhang: die Gesellschaft, die ständig auf uns einwirkt, ob wir wollen oder nicht?

Schonungslos und eindrücklich lässt Daniela Dröscher ihr kindliches Alter Ego die Jahre, in denen sich dieses »Kammerspiel namens Familie« abspielte, noch einmal durchleben. Ihr gelingt ein ebenso berührender wie kluger Roman über subtile Gewalt, aber auch über Verantwortung und Fürsorge. Vor allem aber ist dies ein tragik-komisches Buch über eine starke Frau, die nicht aufhört, für die Selbstbestimmung über ihr Leben zu kämpfen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
448
Price
24.70 €

Author Description

Daniela Dröscher, Jahrgang 1977, aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, lebt in Berlin. Promotion im Fach Medienwissenschaft an der Universität Potsdam sowie ein Diplom in »Szenischem Schreiben« an der Universität Graz. Ihr Romandebüt »Die Lichter des George Psalmanazar« erschien 2009, es folgten der Erzählband »Gloria« (2010) und der Roman »Pola« (2012) sowie das Memoir »Zeige deine Klasse« (2018). Sie wurde u.a. mit dem Anna Seghers-Preis, dem Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds sowie dem Robert-Gernhardt-Preis (2017) ausgezeichnet. Der Roman »Lügen über meine Mutter« (2022) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und ist bald im Kino zu sehen.

Characteristics

8 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
55%
11%
2%
2%
38%
1%
64%
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29%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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75%
61%
50%

Pace

Fast0%
Slow13%
Moderate63%
Variable25%

Writing Style

Simple38%
Complex0%
Moderate63%
Bildhaft (100%)

Posts

231
All
4.5

Toxische Familienstrukturen

Das Buch spielt in den 80er Jahren in der BRD. Der Vater sieht in allem Scheitern das Gewicht seiner Frau als Ursache und terrorisiert sie über Jahre. Hier werden ganz krankhafte Strukturen innerhalb der Familie literarisch sehr gut umgesetzt. Der narzistische Vater, die giftige Schwiegermutter, die Ehefrau, die Zuviel mit sich machen lässt und eine Tochter, die zwischen den Stühlen sitzt. Die Geschichte ist aus Sicht der Tochter geschrieben. Ich habe etwas mit der Art und Weise der Tochter gehadert ihren Vater lange in Schutz zu nehmen. Für mich war der Typ nur ein krankes Arschloch. Ich habe mich zeitlich auch eher in die 60er Jahre zurück versetzt gefühlt. Ich bin ein Kind der 80er und 90er Jahre und kenne sowohl bei meinen Eltern als auch bei deren Freunden und Verwandten keine solche krankhaften Strukturen. Für mich passt das eher in die Generation meiner Großeltern . Das Ende fand ich dagegen richtig gelungen.

5

Das Portrait einer überaus toxischen Ehe in der bundesrepublikanischen Provinz der 1980er Jahre

Selten hat mich ein Buch so wütend gemacht, mich mit einem so schlechten Gefühl zurück gelassen. Daniela Dröscher beschreibt autobiographisch die Ehe ihrer Eltern aus der Perspektive ihres kindlichen Ichs. Die Beziehung besteht ausschließlich aus Vorwürfen des Vaters gegenüber der Mutter, der es sichtlich an Disziplin mangelnd, schließlich gerät der Körper der Mutter immer mehr aus den Fugen. Keine der zahlreichen Diäten hilft, eher im Gegenteil kommt es zur "rückkehrenden Gewichtszunahme". Das Aussehen der Mutter bestimmt den Alltag der Familie und führt regelmäßig zu heftigen Streitereien zwischen den Eltern. Der Vater sieht die wahren Gründe, die Traurigkeit, Unzufriedenheit und Überforderung der Mutter nicht, im Gegenteil führt er sie regelmäßig vor und beschämt sie, in dem er verlangt, dass sie sich regelmäßig vor ihm wiegt. Der Umgang der Eltern, die Ausweglosigkeit haben bei mir zu einem bitteren Beigeschmack geführt. Zwischen den Kapiteln ordnet Daniela Dröscher die Geschehnisse mit ihrem heutigen Wissen ein und reflektiert ihr kindliches Verhalten, wie sie sich bspw. von beiden Eltern vereinnahmen ließ. Die Narrative des Vaters übernommen wurden. Das Buch hat mir gut gefallen. Es ist ein wichtiges Buch zur Beschreibung einer bundesrepublikanischen Ehe in den 1980er Jahren ohne Kinderbetreuung und ohne die Möglichkeit der Selbstverwirklichung der Frauen. Dafür mit viel Arroganz und Unverständnis bei den Männern. Zitat S. 113 In dem Kammerspiel mit Namen "Familie" wird das Kind nicht selten zum Blitzableiter der Kräfte, denen die Frau im Patriarchat unterworfen ist.

4

Wilder Schauplatz einer Kindheit mit Eltern in einer unglücklichen Ehe

Schwere Kost, trotzdem ein gutes Buch. Viele Dinge wiederholen sich, allerdings trägt das natürlich zum Flair des Buches bei. Wie schlimm manche Beziehungen sein können haben wir alle schon einmal gehört oder sogar selbst miterlebt. Trotzdem wirkt alles nochmals anderes, wenn es aus der Perspektive eines Kindes erzählt wird.

5

Eher schwere Kost, aber unheimlich gut!

Inhalt und Meinung Bitte achtet auf die Triggerwarnung, das Buch ist teilweise wirklich nur schwer zu ertragen. Die Geschichte wird rückblickend von der Tochter einer Familie erzählt, in der sich alles darum gedreht hat, dass die Mutter nach Meinung des Vaters abnehmen muss. Das Kind erlebt emotionalen Missbrauch demnach hautnah und fühlt sich auch jahrelang in der Verantwortung als Puffer zu agieren…. Das Buch hat mich sehr mitgenommen, habe auch etwas Schwierigkeiten seitdem mich auf leichtere Bücher emotional einzulassen. Der Vater der Familie agiert aus einer tiefen inneren Scham und Unsicherheit heraus und macht das Leben für seine Frau und dadurch auch für die ganze Familie zur Hölle. 🌼 Zitat 🌼 „Sein inneres Gleichgewicht hängt von einem äusseren Gleichgewicht ab. Der Körper meiner Mutter hat in ihm, der ohnehin schon verunsichert war, eine massive zusätzliche Verunsicherung bewirkt.“ Die Rolle der Frau in der Familie sowie das gesamte System des Patriarchats wird einer starken und stimmigen Kritik unterworfen. Für mich ein Buch, das jeder mal gelesen haben müsste. Ist aber tatsächlich eher schwere Kost, hat auch recht lange Kapitel. Man kommt dennoch sehr gut durch, weil der Inhalt einen einnimmt und man auch wissen möchte wie das Ende ist. Leseempfehlung! 5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Eher schwere Kost, aber unheimlich gut!
5

Sehr intensiv

Ein sehr intensives Leseerlebnis. Hat mich sehr gefesselt und aufgewühlt.

5

Ein Buch, dass man unbedingt gelesen haben muss! Mich hat selten ein Buch so wütend gemacht, wie dieses hier. Die Schilderungen, einer patriarchalischen Familie, wie sie, wie ich denke, fast überall vorzufinden ist, machen einen wütend, fassungslos und manchmal schockiert. Ich habe das Buch beinahe verschlungen und musste manchmal einfach eine Pause einlegen, weil ich richtig spürte, wie es mich ärgerte. Aber desto wichtiger ist dieses Buch, da ich denke genau dies mehr als alltäglich ist. Ein Mann, der am Aussehen seiner Frau mäkelt usw.

3.5

Wieviel Macht ein Mann über seine Frau haben kann….

Unfassbar, traurig und verstörend. Die Geschichte einer viel zu späten Befreiung.

4

Ein wichtiges Buch

Man sieht sich oder seine Kindheit selbst in diesem Buch und reflektiert nochmal die Vergangenheit. Es wird ein alltägliches Leben einer Mutter beschrieben, aus der Sicht eines Kindes, was dem Patriarcht unterstellt ist, wie eigenentlich jede Frau. Ich war so oft so wütend auf den Vater! Das Gedankengut vom Kind wurde auch sehr geprägt. Aber, dass sich die kleine an so viel Detail so genau der Reihenfolge her über erinnert, ist eigentlich unwahrscheinlich. Da vermischt sich dann doch vieles. Ich kann nur hoffen, dass das Buch viele lesen und dazu lernen. Es darf alles nicht mehr so weitergehen! Schön fände ich auch immer die Reflexionen mit der heute Erwachsenen Protagonistin. Wo teils Wissenschaftlich versucht wird Dinge zu erklären.

5

"Lügen über meine Mutter" ist ein autobiografischer Roman über die Kindheit der Autorin und wie sie die Ehe ihrer Eltern zu Beginn der 80er erlebt hat. Der Vater, ein Patriarch, wie er im Buche steht, der das Aussehen und vor allem Übergewicht seiner Frau für sein Unglück verantwortlich macht. Der in der Familie den "großen Macker" markiert, aber im Außen nichts auf die Reihe bekommt. Die Mutter, die ihre eigenen Karriereträume und sich selbst zugunsten der Familie aufgibt. Die bis über ihre Grenzen hinaus die Care Arbeit leistet und den Ansprüchen ihres Mannes und auch der Schwiegermutter nicht gerecht werden kann. Dieses Buch hat mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen, wobei es eher negative Gefühle waren. Es hat mich traurig gemacht, ich hatte teilweise ein beklemmendes Gefühl und ich war oft so wütend, vor allem natürlich auf den Vater. Das ganze Buch über fragt man sich, warum ist sie nicht einfach gegangen? Auch wenn das Buch so viele teils sehr negative Gefühle auslöst, ist es immer mit einer gewissen Distanz geschrieben. Man bleibt bis zum Ende nur "Zaungast" was die Gefühlswelt der Charakter anbelangt. Die offenen Fragen werden nicht beantwortet. Und trotzdem ist das Buch so bewegend, dass es mich noch lange in meinen Gedanken begleiten wird. Von mir eine klare Leseempfehlung.

5

Intensiv, ehrlich, mit Potenzial zum wütend machen!

Wow – dieses Buch hat mich echt gepackt. Ich war beim Lesen total drin: wütend, traurig und berührt zugleich. Der Vater hat mich wahnsinnig gemacht – für ihn zählten nur höher, schneller, weiter und schlanker. Nie war irgendwas gut genug. Immer Kritik, immer Druck, und die arme Mutter musste alles aushalten. Ich konnte so gut nachvollziehen, warum sie irgendwann einfach nur noch funktioniert hat – und trotzdem geblieben ist. Die Sicht der Tochter fand ich unglaublich stark. Wie sie all das verarbeitet und in Worte fasst, hat mich total beeindruckt. Daniela Dröschner schreibt ehrlich, klar und mitten ins Herz. Ein absoluter Must-Read!!!

4.5

Mich hat das Buch direkt in meine Kindheit katapultiert: Die Mutter, die ständig im Diätkampf war, der Vater, der die Richtlinien vorgibt, die Mitgliedschaft im Tennisclub als gesellschaftlicher Aufstiegs, die Omma in der Kittelschürze, deren Ängste nicht verarbeitet sind, und die Kinder, die es endlich besser haben sollen... Das kommt mir alles so bekannt vor. Und gleichzeitig vermittelt das Buch so viel mehr: Die Systematik des Patriarchiats, das die Ehefrau zu einer unmündigen Rollenerfüllerin degradiert. Der schwache Vater und Ehemann, der seine "Männlichkeit" in der Familie unter Beweis stellen muss, damit er sein Bild im Außen halten kann. Die Ehefrau und Mutter, die sich unterordnet und immer zwischen ihren zugewiesenen Rollen und ihrer Sehnsucht nach Selbstverwirklichung zerrieben wird. Der gute Ruf der Familie, dem alles untergeordnet wird. Diese Bild einer Familie im materiellen Aufschwung seziert gesellschaftlichen Rollenbildern, deckt falsche Glaubenssätze auf und macht mich als Frau unglaublich wütend. Eins A vorgetragen von Sandra Voss. Von mir eine eindeutige Leseempfehlung bzw. Hörempfehlung.

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4

Schlimm wie sehr manche Frauen den Schönheitsidealen ihrer Männer ausgesetzt sind.

"Der Ehe meiner Eltern, das begreife ich erst jetzt, liegt im Grunde eine faustdicke Lüge zu Grunde. Stets hat mein Vater von sich behauptet, ein Familienmensch zu sein. Ich habe lange gebraucht, um diese Lüge zu entziffern. Vielleicht weil sie die komplizierteste von allen ist." Daniela Dröscher schreibt in ihrem Buch "Lügen über meine Mutter" über das Aufwachsen in einer Familie, in der der Schönheitswahn des Vaters das Familienleben bestimmt und belastet.  Der Roman erzählt die Geschichte dieser Familie zu einer Zeit, in der das "Weight Watching" zu einer Formel für die soziale Kontrolle des weiblichen Körpers wurde. Für die Frauen hieß es stets nur "Verzicht", um dem Schönheitsideal der Männer zu entsprechen. Und so ergeht es der Mutter von Ela wirklich schlecht, der Vater nörgelt und meckert ständig über ihr Gewicht und als wäre das nicht genug, macht er seine Frau zudem verantwortlich für sein eigenes Versagen. Sie, mit ihrem Übergewicht, ist die Schuldige für das, was ihm versagt bleibt: die Beförderung, die Anerkennung im Ort, der soziale Aufstieg. "Während meiner frühen Kindheit war die Möglichkeit ihrer Wut immer präsent. Ich bin, könnte man sagen, mit einem schlafenden, aber aktiven Vulkan im Rücken aufgewachsen. In einem zwielichtigen Frieden." Ein Buch, das wirklich nachdenklich macht, gerade auch, was den Umgang mit den Frauen der damaligen Zeit betrifft. In der Frauen endlich auch ohne die Erlaubnis ihrer Männer arbeiten gehen konnten, was allerdings die Männer in ihrem Stolz verletzte, vor allem, wenn die Frau plötzlich mehr verdiente als er selbst. Eine Zeit, die nochmal deutlich macht, wie sehr eine Frau doch unter Beobachtung stand und immer noch steht. Eine Zeit, in der der Körper einer Frau zum Allgemeingut gemacht wird, über das jeder urteilen und bestimmen darf. "Das Schlimmste aber war ihr Blick. Eine Einsamkeit, schwer und grau wie Blei, schimmerte darin."

4.5

Daniela Dröscher beschreibt in diesem Roman, wie das Gewicht der Mutter das Leben der Familie dominiert. Immer wieder hackt der unsensible Vater auf dem Gewicht der Mutter herum, macht ihre Figur verantwortlich für alles, was in seinem Leben schiefläuft. Der Roman behandelt viele Themen wie z.B. die „Versklavung“ der Frau, die als kostenlose Care-Arbeiterin das Rad der Familie am Laufen hält. Überzeichnet & sehr gut umgesetzt. Lesenswert!

5

Ein wahnsinnig aufwühlendes, aufschlussreiches und emotionales Buch. Klare Leseempfehlung

Ein unheimlich starker, autobiografisch inspirierter Roman, schonungslos ehrlich und schmerzhaft aus kindlicher Wahrnehmung erzählt. Zwischen den Kapiteln eingeschoben wird der gedankliche Verarbeitungs- und Auseinandersetzungsprozess der Autorin sichtbar gemacht, die die Ereignisse klar aus gegenwärtiger, erwachsener Perspektive analysiert. Diese Gegenüberstellung zeigt eindringlich, wie tief verankert solche Erfahrungen sind, und wie nachhaltig sie das Leben eines Menschen prägen. Die Lektüre von „Lügen über meine Mutter“ war erschreckend nah, persönlich und beklemmend für mich, da ich in so vielen Szenen meine eigene Familie wiedergesehen habe. Entgegen dem Zitat von Tolstoi sind auch meine Familienmitglieder auf eine erschütternd ähnliche Weise unglücklich. Von den psychologisch aufschlussreichen Charakterzügen, gesellschaftlichen Grundannahmen zu Geschlechterrollenverteilung und Klassenunterschieden bis hin zu den fast exakt gleichen Worten, die genutzt wurden, um die Macht des Patriarchats zu halten, von einem eigentlich so kleinen Mann, der in der großen Welt so gar keine echte Macht hatte, außer über die am nächsten stehenden Menschen, die er klein machte. Ein Roman der aufwühlt, weh tut, wütend macht, aber auch ein bisschen Hoffnung zurücklässt.

4.5

Bewegend, intensiv

So viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. So viele Gefühle, die beim Lesen dieses Buches entstehen. Die Szenen sind intensiv und lassen ein total mitfühlen - toller Schreibstil! Wahnsinn, wie diese kaputte Familie so lange bestehen kann. Einfach eine sehr bedrückende Geschichte.

4.5

Ein sehr bewegendes Buch, welches mich oft sehr sprachlos gemacht hat.

5

Ein Einblick in ein Frauenleben, der einen fassungslos zurück lässt! Wie wichtig kann Körpergewicht sein?

5

Ein Buch, das jede Frau gelesen haben sollte! Berührend, schockierend und trotzdem Mut machend über die Stärke einer Frau.

4

Verstörender Einblick in einen Familienalltag, der von Gewichts"problemen" dominiert ist.

Viel habe ich über dieses Buch gehört. Lauter positive Rezensionen habe ich gelesen. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Auch wenn das Körpergewicht einzelner Familienmitglieder nur selten ein Thema war, hat sich doch kleine Bemerkungen hier und da ein Idealbild in meinem Kopf festgesetzt, das ich auch heute viele Jahre später nicht wegbekomme. Aber das ist ein anderes Thema. Im Buch ist es die Mutter, die unter ihrem Gewicht leidet. Stopp Nein, sie selbst leidet nicht wirklich darunter. Sie leidet unter dem Vater, der sich eine schlanke, vorzeigbare Frau wünscht. Immer wenn sie wieder einmal zugenommen hat, verlangt er, dass sie die Pfunde wieder los wird. Mittendrin die Tochter, die in dieser Atmosphäre aufwächst. Drumherum spielen Geld, Dorfgetratsche und Familienzwistigkeiten eine große Rolle und trüben das unbeschwerte Heranwachsen. Es wird aus Sicht der Tochter erzählt und nach den ersten Kapiteln war ich kurz davor, das Buch abzubrechen. So unerträglich empfand ich die Stimmung. Was lässt sich diese Frau alles gefallen, was nimmt sich dieser Mann heraus? Und merkt ihr überhaupt, was ihr eurem Kind antut? Ich bin doch dabei geblieben. Die Fassungslosigkeit blieb, doch sie wurde ein wenig abgeschwächt. Am Ende bleibt sogar ein Hauch von Hoffnung. Ich wünsche niemanden solche Ehejahre aber ich bewundere Daniela Dröscher für ihre gefühlsgewaltige Art zu schreiben.

Verstörender Einblick in einen Familienalltag, der von Gewichts"problemen" dominiert ist.
5

2025_#60 🏠

Mal wieder ein Buch, bei dem ich durchgängig wütend war beim Lesen. Aber es war auch sooo gut! Absolute Leseempfehlung 🤌🏻✨

2025_#60 🏠
5

Empfehlung!

Es portraitiert eine Familie in den 80er Jahren der BRD- samt Eheprobleme, welche der Vater der Familie (neben anderen Problemen seiner eigenen Person) auf das Gewicht seiner Frau zurückführt. Lügen über meine Mutter hat mich überrascht, gefesselt und mitgenommen. Viel mehr als erwartet. Es ist eine Geschichte einer starken Frau, welche Unterdrückung und Missbilligung in der eigenen Ehe erfuhr und sich dennoch nicht biegen lässt. Große Empfehlung!

5

Eine wahre Geschichte

Vor über ein Jahr (2021), habe ich zuletzt ein Buch beendet. Die Bücher aus der Schule zähle ich nicht dazu. Dieses Buch hat es geschaft, dass ich dran bleibe und die Geschichte wirklich gerne lese. Meiner Meinung nach hat es verdient, dass es bei den Top 5 vom Deutschen Buchpreis steht und ich hoffe es gewinnt, obwohl ich die anderen nicht gelesen habe. Es ist eine traurige, lustige und zu gleich eine wütende Geschichte. Man fragt sich immer wieder, wieso lässt sich die Mutter so vom Vater behandeln und wieso verlässt sie ihn nicht, jedoch wenn man ehrlich ist bleiben viele in solchen Ehen, alleine der Kinderwillen, obwohl es den Kindern eher schadet, als es gut tut. Ich fand die Sicht des Kinder wirklich toll geschrieben und ich mochte es zu lesen, zudem hat die Autorin oft nach den Kapiteln die Situation manchmal erklärt oder die Mutter aus der heutigen Zeit mit ins Gespräch geholt. Man muss bedenken, die Autorin verarbeitet ihre Kindheit in diesem Buch und schildert sie uns. Da denkt man sich, was die kleine alles auf sich genommen hat. Wow! Es ist wirklich ein tolles Buch! Ich habe es innerhalb von 2 Tagen fertig gelesen! Der Schreibstil ist auch sehr angenehm und flüssig. Es bekommt von mir 4.5 Sterne.

4

Ein brutal ehrlicher Einblick in das Leben einer Mutter, die für ihre Familie alles gibt. Neben Eltern, Schwiegereltern, Kindern, Mann, Job und Haushalt, auch mit ihrem Gewicht kämpft. Jeder kann aus diesem Buch etwas lernen. Es sollte Schullektüre sein!

5

Das war intensiv! Ein absolut großartiger Roman!

4.5

Was soll ich sagen, dieses Buch ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Die Geschichte hat mich so oft die Haare raufen, denn Kopfschütteln und schmunzeln lassen wie bisher kein anderes zuvor. Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen. Eine Stelle, die mir besonders gut gefallen hat. "Auf der Sehnsucht nach einem schlanken Körper gründen ganze Industriezweige. Würden alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachen und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlen, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen."

5

Kann ein Kind die Erzählstimme in einem Roman sein? Ja kann es! Das beweist Daniela Dröscher eindringlich, prägnant und teilweise humorvoll. Die junge Ela erzählt von ihrem Familienleben. Von der Bevormundung, des Vaters an die Mutter. Wie er sich über die Mutter erhebt. Sie tyrannisiert. Von einer Mutter die alles gibt. Von patriarchalen Strukturen. Zwischendrin schiebt sich die Erwachsene Ela ins Bild. Wirft einen Blick auf das Geschehene. Wirft Fragen auf, die sehr zum nachdenken anregen. Große Empfehlung!


Kann ein Kind die Erzählstimme in einem Roman sein? 
Ja kann es! Das beweist Daniela Dröscher eindringlich, prägnant und teilweise humorvoll. Die junge Ela erzählt von ihrem Familienleben. Von der Bevormundung, des Vaters an die Mutter. Wie er sich über die Mutter erhebt. Sie tyrannisiert. Von einer Mutter die alles gibt. 
Von patriarchalen Strukturen. 
Zwischendrin schiebt sich die Erwachsene Ela ins Bild. Wirft einen Blick auf das Geschehene. Wirft Fragen auf, die sehr zum nachdenken anregen. 
Große Empfehlung!
4.5

‘Lügen über meine Mutter’ ist ein vielschichtiger und kritischer Roman, der klassische Rollenbilder und Schönheitsideale, Care-Arbeit, rigide Strukturen, den Kampf um Emanzipation sowie ein komplexes und dysfunktionales Familiensystem autofiktional beleuchtet.  Die kleine Ela schildert die komplexe Dynamik ihrer Familie aus kindlicher Perspektive. Sie erzählt, wie Vater und Mutter um ihren persönlichen Selbstwert kämpfen, während Ela in Angst, Parentifizierung und Scham ertrinkt. Ergänzend fließen die Gedanken der erwachsenen Ela in Nebenkapiteln ein und schaffen eine gesellschaftliche sowie politische Einordnung der Themen.  So gelingt es der Autorin, die Themen differenziert zu betrachten und die psychologischen sowie gesellschaftlichen Zusammenhänge greifbar zu machen. Dabei beleuchtet sie keine Figur einseitig und stellt die Welt eines parentifizierten Kindes unglaublich real dar.  Mit meiner ganz persönlichen Geschichte von Parentifizierung bin ich von der feinen sowie treffsicheren Beschreibung einer parentifizierten Kinderseele berührt und begeistert. Daniela Dröscher trifft mit ihrer Geschichte mein eigenes kindliches Erleben oft im Kern. “Ein parentifiziertes Kind spürt die Not der  Eltern. Es entziffert die Bedürfnisse und Wünsche anhand von Mimik und Gestik. Und es verschenkt seine Liebe bedingungslos.” - Daniela Dröscher - Dröscher hat so einen sehr authentischen und guten Roman kreiert. Die gesellschaftliche und politische Einordnung ist ihr dabei ebenfalls gelungen.

4.5

Lässt einen an manchen Stellen sprachlos zurück.

5

Grandioses Buch, zurecht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Ich habe das Buch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises entdeckt und mich sofort an "Pola" erinnert - ein Roman von Daniela Dröscher, das ich vor Jahren mit großer Begeisterung gelesen habe. Das neue Buch der Autorin hat mich nun wirklich umgehauen. Die Kindheit der Hauptfigur Ela in der pfälzischen Provinz ist eng verknüpft mit dem Martyrium ihrer Mutter. Diese opfert sich in der Carearbeit für ihre Kinder, ihre Mutter und nicht zuletzt für ihren Mann auf. All ihre Ambitionen werden unter der Last des Alltags begraben. Hinzu kommt der Ehemann, der seinen eigenen Frust auf sie projiziert und sie ständig wegen ihres Gewichts demütigt. Zunächst dachte ich beim Lesen, dass die Gemeinheiten des Vaters gegenüber der Mutter und das Schicksal der sich aufopfernden Mutter die niemals Anerkennung erhält völlig überzeichnet dargestellt werden. Je länger ich das Buch gelesen habe desto mehr wurde mir bewusst: nein, genauso ging und geht es auch heute noch viel zu vielen Frauen. Ein wirklich eindrücklich, intensives Leseerlebnis, das ich wirklich jedem Leser und jeder Leserin ans Herz legen will.

5

Elas Mutter ist dick. Ein Problem stellt das vor allem für alle anderen, weniger aber für sie selbst dar. Besonders ihr Ehemann lässt keine Gelegenheit aus, um sie dafür zu demütigen. Im Grunde kann sie ihm nichts recht machen, denn sie ist ja dick. Aus der Perspektive der noch kleinen Tochter Ela werden uns 4 Jahre einer Ehe, die alles andere als harmonisch ist, geschildert. Im Westdeutschland der 80er Jahre werden Wohlstand, Eigentum, Aufstieg und Patriarchat gelebt – nicht ohne die Tatsache, dass irgendjemand hierfür Opfer bringen muss. Die Beziehung zwischen Mutter und Vater ist stark patriarchal geprägt – auch, wenn Elas Mutter zunächst (gerne) ihrer Arbeit in der Lederwarenfabrik nachgegangen ist, war ihr das aufgrund der Umstände irgendwann nicht mehr möglich. Die klassischen Rollenbilder sehen vor, dass sich die Frau um die gesamte Familie und den Haushalt zu kümmern hat. Der Mann hingegen ist mit seinem beruflichen Aufstieg beschäftigt, verwaltet das Geld, plant den Hausbau und gönnt sich zur Belohnung ein neues Cabrio. Zwischen den Stühlen befindet sich Ela, die ihre Eltern liebt, aber feine Antennen für die Dynamik zwischen Mutter und Vater ausgebildet hat. Sie versucht alles richtig zu machen und kann sich doch nicht von den Wertvorstellungen ihres Vaters freimachen. Die Introjektion seiner Fettfeindlichkeit ist sicher nur logische Konsequenz, bringt sie aber spätestens im Schwimmbad in eine Zwickmühle, weil sie spürt, dass sie sich für ihre Mutter schämt. Mich hat Daniela Dröschers Roman ziemlich zerrissen. Die vielen Demütigungen, der Fakt, dass das Aussehen einer Person wichtiger ist als ihre Gesundheit, diese für mich kaum vorstellbare Arbeitsbelastung, die Elas Mutter ertragen hat und gleichsam die fehlende Unterstützung durch ihren Ehemann (im Gegenteil eher die Sabotage) brechen mir das Herz. Besonders beeindruckend finde ich, dass Daniela Dröscher es schafft, dass Leser*innen eine Vorstellung davon bekommen, wie es sich anfühlt und was es bedeutet, als dicke Person in einer fettfeindlichen Umgebung zu leben – und in Elas Fall – aufzuwachsen. Leider bekomme ich oft das Gefühl, dass wir als Gesellschaft bis heute nur wenig dazugelernt haben. Ich würde mir wünschen, dass die Geschichte von Ela daran vielleicht ein kleines bisschen was ändert.

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5

Wütend.

Das Buch bzw. vor allem das Verhalten des Vaters hat mich in dem Buch so oft so unbeschreiblich wütend gemacht. Die Art wie er mit seiner Frau umgeht und ihren Körper, bzw. vor allem ihre Figur dauerhaft kritisiert ist einfach bodenlos. Die Sicht der Tochter ist dabei so genial gemacht, in allen Aspekten, aber besonders wie die Denkweise des Vaters auf sie über zu gehen scheint, da sie von klein auf durch die Kommentare ihres Vater der Mutter gegenüber so sozialisiert wird. In meinen Augen ein absolutes Must-Read!

5

Dieses Buch liest man nicht einfach, man fühlt es. Schmerzvoll, emotional und tief gehend konnte ich es nicht aus der Hand legen!

„Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher hat mich tief getroffen – und wird mich noch lange begleitet. Dieses Buch liest man nicht einfach, man fühlt es. Seite für Seite legt es offen, wie sehr Worte, Blicke und gesellschaftliche Normen ein Leben prägen können. Mit einer unglaublichen Klarheit und zugleich großer Zartheit erzählt Dröscher von einer Mutter, die immer wieder klein gemacht wird, und von einem Kind, das diese Verletzungen sieht, spürt und mitträgt. Es geht um Körper, um Scham, um Macht – und um die stille Gewalt, die in alltäglichen Sätzen steckt. Was dieses Buch so besonders macht, ist seine Ehrlichkeit. Es beschönigt nichts und klagt doch nicht laut an. Stattdessen entsteht ein Raum für Mitgefühl, für Wut, für Traurigkeit – und für ein tiefes Verständnis dafür, wie früh wir lernen, uns selbst infrage zu stellen. „Lügen über meine Mutter“ ist schmerzhaft, aber notwendig. Ein Buch, das sensibilisiert, wach macht und lange nachhallt. Für mich ein eindringliches Erinnern daran, wie wichtig es ist, hinzusehen, zuzuhören – und nicht zu schweigen.

5

Ein Buch, das nachdenklich macht

Dröscher schildert in diesem Buch die Beziehung der Eltern und die Entwicklungen der Mutter aus der Sicht der - zu Beginn- 5-jährigen Tochter. Die Eltern leben eine konservative Ehe in Westdeutschland auf dem Dorf: Papa geht arbeiten und Mama macht den Haushalt und verdient ein bißchen was dazu. Die Mutter versucht sich beruflich zu verbessern und zu studieren, wird aber durch die Geburt des 2. Kindes beruflich ausgebremst. Der Vater beleidigt die Mutter immer wieder wegen ihres Gewichts und ihres Aussehens und gibt ihr die Schuld für seinen fehlenden beruflichen Erfolg. Sie opfert sich auf, pflegt Kinder, Eltern und noch das Nachbarskind dazu und wird immer dicker und unglücklicher. Mich hat das Buch innerlich aufgewühlt. Die Spitzen des Vaters sind schwer zu ertragen und die Mutter versinkt in Selbstmitleid und einer Hilflosigkeit, die mich fassungslos zurück lässt. Obwohl sich das Buch leicht liest wie ein Frauenroman, ist es ein Pulverfass und bietet viel Stoff zum Nachdenken.

4

Vorweg, das Buch hat mich echt mitgenommen und aufgewühlt. Daniela Dröscher erzählt hier in Romanform von ihrem Aufwachsen in der Provinz und insbesondere vom Verhältnis zu und zwischen ihren Eltern zu dieser Zeit. Schnell wird klar, vieles in dem familiären Konstrukt ist toxisch und arbeitet bis heute in Daniela. Wohl auch ein Grund, die Dinge heute, als erwachsene Frau zu thematisieren und aufzuarbeiten. Die Strukturen in der Familie sind klassisch, so übernimmt die Mutter zum Beispiel die Haushaltsführung, Kindererziehung und Pflege der eigenen Mutter, der Vater geht arbeiten. Ein großes Thema in der Familie und vor allem für den Vater ist das Gewicht der Mutter. Dies lässt er sie auch bei jeder Gelegenheit spüren, so ist er sich zum Beispiel sicher, dass ein Mann wie er, ohne "vorzeigbare" Frau, keine höhere Position in seiner Firma erreichen kann. Er macht das Körpergewicht seiner Frau für wirklich alles verantwortlich, was sehr gefährlichen Einfluss auf die Ausbildung des Körperbildes seiner Tochter nehmen könnte. So ist diese sich zum Beispiel immer wieder auch unsicher bezüglich der eigenen Körperfülle und nimmt schon als junges Mädchen ab, weil sie dem Vater gefallen möchte. Im Buch zeigt sich sehr häufig die kindliche Unsicherheit, mit solchen Themen umzugehen und die Hin- und Hergerissenheit zwischen Mutter und Vater. Ich fand manche Passagen wirklich schmerzhaft zu lesen und ich habe oft richtige Wut empfunden bei all der Ungerechtigkeit, die sich zwischen den Personen im Buch abspielt. Doch die Lektüre hat mir unglaublich viel gegeben, da ich glaube, die meisten von uns tragen kleine und größere Traumata aus der Kindheit mit sich herum und dieses Buch zeigt, wie diese entstehen. Wenn nämlich zwei Menschen unglücklich miteinander sind, sich schlecht behandeln und die Kinder dies ungefiltert mitbekommen und im schlimmsten Fall sogar adaptieren.

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4

Anspruchsvoll auf besondere Weise

Dieses Buch macht etwas mit einem. Die Erzählung beschreibt die Kindheit der Autorin, unterbrochen von Sequenzen wo mit der Mutter in der heutigen Zeit über das letzte Kapitel gesprochen wird. Dieser Wechsel macht es spannend! Oft tat es mir fast weh zu lesen, hätte die Protagonisten rütteln wollen. Es ist sehr lehrreich auf eine Weise und zeigt auf subtile Art wie wichtig Selbstbestimmtheit ist. Das gezeichnete Bild der Frau in dem Buch mag heute weit weg scheinen, doch nur solange wie wir uns auch dafür stark machen!

5

Die achtziger Jahre mit ihren gesellschaftlichen und familiären Zwängen werden ausgezeichnet dargestellt. Die Rollenverteilung war noch selbstverständlich. Der Vater führt sein Versagen auf die Mutter zurück die zu dick sei. Mir hat die Erzählung sehr gut gefallen. Sie geht in die Tiefe.

5

Das Buch lässt mich sprachlos zurück! Wie und warum lässt frau so mit sich umspringen? Gefangen in den Fesseln eines kleinen Dorfes, "weil frau eben auf die Alten schaut", frau "eben verantwortlich ist fürs wie am Schnürchen laufen daheim"... es normal war, dass Mann seinen Hobbys nachgeht, das Geld (nicht seines) richtig investiert. Alles kaschieren, was werden die anderen denken... und erschreckend, manchmal fühlte ich mich ertappt, dass es auch heute, knapp 40 Jahre später, immer noch so ist! Weiters erschreckend war, wie die junge Autorin die heimlichen Stimmungen im Haus aufspüren konnte!

3.5

Eine Frau, die als Ehefrau, Mutter und Tochter in der gesellschaftlichen Zwangsjacke steckt und deren Tochter, die deren Geschichte rekapituliert und versucht, sich damit zu versöhnen - Frust beim Lesen/Hören vorprogrammiert.

Die Erzählerin erinnert sich an das Leben ihrer Mutter, deren Krankheit und Bedürfnisse über große Zeiträume ihres Lebens unerkannt bleiben und von ihrem familiären Umfeld nicht ernstgenommen werden. Kindliche Erinnerungen und und Rekapitalutationen aus der Sicht des erwachsenen Alter Egos der Autorin sowie kleine wissenschaftliche und gesellschaftliche Exkurse aus heutiger Sicht runden die Geschichte der Mutter ab. Als Leser:in kann man gar nicht anders als mit dieser Frau mitzufühlen, welche ständig - nicht nur, aber vor allem auch - wegen ihres Gewichts kritisiert und nicht für voll genommen wird. Frust, Wut und Unverständnis bleiben nicht aus. Dass und wie sie es trotzdem (oder deshalb?) schafft, für sich einen Umgang damit zu finden und sich selbst treu zu bleiben, wird gerade in den letzten Kapiteln eindrücklich dargestellt. Inhaltlich wiederholen sich einige Motive immer wieder, was das Buch streckenweise zäh und langatmig macht, dennoch ist die Geschichte lesenswert. Vermutlich hätte ich einige Seiten übersprungen, wenn ich die Printversion gelesen hätte. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und empfand die Sprecherin als angenehm und kann daher die Hörbuch-Variante empfehlen.

5

Großartig erzählt. Die Geschichte der Mutter, die vom Ehemann immer wieder und immer wieder wegen ihrer Figur einstecken muss, wenn mal nicht alles im Leben des Mannes so läuft wie gewünscht.

4.5

So viel Wut die nach dem Lesen bleibt..

Über weite Strecken dieser Geschichte war ich einfach nur wütend. Wütend und ungläubig. Ein Mann, der das Gewicht seiner Frau für jede noch so kleine negative Begebenheit in seinem Leben verantwortlich macht. Die kleinen Sequenzen, in denen die Autorin mit ihrer Mutter über die Vergangenheit spricht, offenbaren mir fast schon zu wenig über die Gefühlswelt der Mutter. Ich hätte mir gewünscht, dass ihre Perspektive mehr Raum bekommt. Aber da die Autorin ihre Kindheit rekapituliert und nachzeichnet, was sie geprägt hat und wie ihre Wahrnehmung der Familie war, ist das auch wieder Jammern auf hohem Niveau. Die Geschichte ist beeindruckend und macht ungläubig. Sie ist mit so einer psychologischen Dichte erzählt, dass ich das Buch immer wieder auf die Seite legen musste um durchzuatmen und das Gefühl der Beklemmung loszuwerden. Ich wäre am liebsten in die Seiten gesprungen, um dem guten Herren mal gehörig die Meinung zu geigen. Wenn man selbst ein Thema mit seinem Gewicht oder Körper allgemein hat, ist es ratsam, sich mit jemandem während des Lesens auszutauschen und immer wieder inne zuhalten, um das gelesene zu rekapitulieren und mit Abstand zu betrachten.

5

Dieses Buch war einfach so gut. Die ganze Geschichte hat sich so echt und realistisch angefühlt. Es ist zwar absolut kein Wohlfühlroman, aber durch den flüssigen Schreibstil und auch dem Geschehen war ich innerhalb von zwei Tagen mit dem Buch fertig. Es gab so vieles in der Geschichte wo ich nur den Kopf schütteln konnte und einfach auch so sauer war. Das Buch ist auch definitiv was für einen Leseclub, da es viel zum Diskutieren gibt.

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5

Details: Name: Lügen über meine Mutter Autorin: Daniela Dröscher Verlag: Argon Format: Hörbuch Spiellänge: 11 Std 41Min Gesprochen von: Preis: 20,95 Euro ISBN: 978373245953 Inhaltsangabe: »Lügen über meine Mutter« ist zweierlei zugleich: die Erzählung einer Kindheit im Hunsrück der 1980er, die immer stärker beherrscht wird von der fixen Idee des Vaters, das Übergewicht seiner Frau wäre verantwortlich für alles, was ihm versagt bleibt: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft. Und es ist eine Befragung des Geschehens aus der heutigen Perspektive: Was ist damals wirklich passiert? Was wurde verheimlicht, worüber wurde gelogen? Und was sagt uns das alles über den größeren Zusammenhang: die Gesellschaft, die ständig auf uns einwirkt, ob wir wollen oder nicht? Mein Name ist Daniela Dröscher. Genaugenommen bin ich mein Alter Ego der Kindheit. In meinem Buch ,,Lügen über meine Mutter", erzähle ich Erlebnisse aus meiner Kindheit. Am schwersten für mich war das Zusammenleben mit meinem Vater. Meine Mutter war nie gut genug für ihn. Dünner und dünner sollte sie sein und wenn sie auf einem guten Weg war, war selbst das nicht gut genug. Manchmal kam es mir so vor, als habe mein Vater sie als selbstverständlich angesehen. Obwohl meine Mutter die stärkste Frau der Welt ist, hat sie ihm nie gereicht und das macht mich noch heute unglaublich traurig. Was sie alles gestemmt hat, war für eine Person allein, nicht tragbar... So, Nina hier! Was mir in erster Linie sauer aufgestoßen ist, ist die Tatsache, dass es keine Triggerwarnung im Hörbuch gibt. Es wird eine schwere Krankheit thematisiert, dessen bloße Erwähnung mích sehr getriggert hat, da sie eine meiner größten Ängste ist. Das fand ich natürlich nicht so schön. Ansonsten hat mir das Hörbuch sehr gefallen. Die Erzählerstimme ist super angenehm und lässt einen sofort in die Szenarien denken. Meist habe ich das Hörbuch beim einschlafen angemacht, konnte jedoch nicht einschlafen, da es oftmals zu spannend war :D Das spricht sehr für die Geschichte. Ich möchte mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

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4.5

Intensive Geschichte, die mitnimmt in eine toxische Beziehung, aber dennoch hoffnungsvoll endet

5

Ich habe noch wochenlang über das Buch über über die Thematik nachgedacht. Toll geschrieben, wichtige Botschaften gut dargestellt.

5

Über Bodyshaming, toxische Beziehungen und das Patriarchat

Ich habe dieses Buch lange vor mir her geschoben, weil ich wusste, dass es keine leichte Kost wird. Am Ende habe ich es in 3 Tagen gelesen und das auch nur, weil ich zwischendurch Pausen machen musste. Pausen um das gelesene zu verdauen und meine Wut nicht Überkochen zu lassen. 📒 "Lügen über meine Mutter" von Daniela Dröscher erzählt über eine Kindheit im Hunsrück der 1980er Jahre, die von einem Thema bestimmt wurde: dem Körpergewicht der eigenen Mutter. Muss sie dringend abnehmen? Ja entscheidet ihr Ehemann und konfrontiert sie damit Tag für Tag. 🥓 Die Autorin schlüpft nochmal in ihr kindliches Ich und erzählt uns die Ereignisse aus dieser Perspektive. Schonungslos, mit einer tragischen Komik und mit einer kindlicher Unbedarftheit, die dem Ganzen einen traurigen Unterton gegeben hat. Zwischendurch gibt es immer wieder Kapitel, in denen die Autorin aus ihrer heutigen Sicht die Ereignisse bewertet und einordnet. 🥓 Das Buch behandelt so viele Themen, die für mich nicht einfach zu lesen waren. Im Vordergrund steht immer das Aussehen der Mutter und wie es von ihrem Mann, der Schwiegermutter, den Menschen im Dorf und nicht zuletzt von ihrer Tochter bewertet wird. Was dieses unablässigen Bewerten des Körpergewichts auch mit dem Denken der Tochter macht und nicht zuletzt, wie der Vater sämtliche seiner Unzulänglichkeiten und Misserfolge dem (vermeintlichen) Übergewicht seiner Frau zuschreibt. Diese Menge an toxischen Beziehungen waren schon beim Lesen schwer auszuhalten, wie grausam muss es sein, wenn das die eigene Lebensrealität ist. 🥓 Ich würde gern sagen, dass sowas heute nicht mehr passiert. Weil wir Bodyshaming in diesem Ausmaß nicht zulassen würden. Weil wir nicht wegschauen würden, wenn uns solche toxischen Beziehungen begegnen. Weil das Patriarchat heute nicht mehr solche Macht besitzt. Ich würde es wirklich gern sagen, aber ich weiß es besser. Gerade deswegen sind solche Bücher so wichtig. Wichtig, um zu sensibilisieren und Aufmerksamkeit zu schaffen. Dieses Buch war zurecht für den Buchpreis 2022 nominiert. Ich kann es absolut empfehlen.

Über Bodyshaming, toxische Beziehungen und das Patriarchat
4

Wow, dieses Buch hat mir einiges abverlangt. Ich hätte gerne mehr ins Innere der Eltern geschaut, um die Beweggründe für deren Handeln besser verstehen zu können. Der Blick durch die Kinderaugen auf das Unglück der Mutter hat mir fast das Herz zerissen. Wirklich empfehlenswert

4

sehr berührende geschichte die mich an vielen stellen extrem wütend gemacht hat.

5

Lesehighlight, das nachhallt

"In dem Kammerspiel mit Namen 'Familie' wird das Kind nicht selten zum Blitzableiter der Kräfte, denen die Frau im Patriarchat unterworfen ist." S. 113. Ich schließe mich den zahllosen begeisterten Stimmen voll und ganz an. Aus guten Gründen hat Daniela Dröscher es mit "Lügen über meine Mutter" auf die Shortlist des Buchpreises geschafft. Für mich war es zweifellos ein Jahreshighlight. "Die wenigsten Mädchen wollen so aussehen wie ihre Mutter. Das ist eine verständliche Abgrenzung In meinem Fall steckt eine komplizierte Distanznahme dahinter. Früh hat sich in meinen kindlichen Blick der Blick meines Vaters eingeschrieben. Lange Zeit habe ich seinen Blick mitgesehen, ob ich wollte oder nicht. Ich musste lernen, ihn aktiv zu verweigern." S. 61. Elas Mutter ist in den Augen ihres Mannes zu dick. Das Gewicht ist das vorherrschende Thema in diesem zu Hause, aus dem die Figur Ela ihre Kindheit erzählt. Der Vater, dem seine Frau und vor allem deren Körper unangenehm ist, die unbezahlte Arbeit, die die Mutter Tag für Tag leistet, damit der Alltag überhaupt funktionieren kann, wie sie sich darüber beinahe selbst aufgibt und immer wieder hinten anstellt und vor allem, was das mit Ela macht, mit ihrem Blick auf die Eltern, auf (weibliche) Körper und auf sich selbst - davon erzählt Dröschers Roman eindringlich, authentisch und ohne Umwege. Normalerweise bin ich kein großer Fan von kindlichen Perspektiven. Sie wirken oft gestelzt und holprig. In Ela konnte ich mich jedoch ab der ersten Seite voll und ganz einfühlen. Selten hat mich eine Romanfigur so wütend gemacht, wie Elas Vater und ich wollte Elas Mutter unzählige Male schütteln und anflehen, zu gehen. Die Dynamik einer unglücklichen Paar- und ungesunden Familienkonstellation bringt die Autorin auf jeder einzelnen Seite auf den Punkt. Daniela Dröscher ist ein Meisterwerk gelungen. Einziger Kritikpunkt: Menschen, die den gleichen Zwang haben wie ich, werden eine Menge Druck- und Flüchtigkeitsfehler finden. Ich stolpere über so etwas leider, was meinen Lesefluss stört. Da diese aber in Folgeauflagen hoffentlich getilgt werden, bleibt ein 5-Sterne-Buch zurück, das lange nachhallt. Selbst gekauft!

Lesehighlight, das nachhallt
4

kanns irgendwie nicht wirklich in Worte fassen, hat negative Gefühle in mir ausgelöst aber auf ne gute Art und definitiv nachdenklich gestimmt. it hit home, wenn auch anders als erwartet

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