Dunkelgrün fast schwarz
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Moritz und Raffael waren schon als Dreijährige beste Freunde. Doch dann taucht eines Tages eine Neue in der Schule auf: Johanna. Vom ersten Augenblick an sind beide von ihr fasziniert. Eigentlich ist klar, wer die Zuneigung des Mädchens gewinnen wird. Schon immer war Raffael der Selbstbewusste, der mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz nur der Mitläufer. Doch Johanna spielt ihr eigenes Spiel – bis die Freundschaft der beiden Jungen zerbricht. Jetzt, 16 Jahre später, steht Raffael plötzlich vor Moritz‘ Tür. Und auf einmal scheint die Vergangenheit wieder da zu sein, die Erinnerung an ihre Jugend und an all das, was zwischen ihnen kaputtgegangen ist – und an Johanna, die immer noch zwischen ihnen steht.
Book Information
Author Description
Mareike Fallwickl, 1983 in Hallein bei Salzburg geboren, ist Schriftstellerin, Lektorin und Kolumnistin. Sie vermittelt Literatur auf diversen Plattformen und Bühnen und regt ihre zahlreichen Fans zum Lesen an. Ihr literarisches Debüt »Dunkelgrün fast schwarz« wurde 2018 für den Österreichischen Buchpreis sowie als Lieblingsbuch der Buchhändler nominiert. »Das Licht ist hier viel heller« ist ihr zweiter Roman.
Posts
Wie kann es sein, dass ein Buch so gut aufgebaut ist, dass ich nur so durch die Seiten fliege und dann dieses Ende :( Nein, das Ende war jetzt keine große Enttäuschung und vielleicht bin ich etwas zu kritisch, aber nach all den intensiven, spannenden und rauen Themen war es mir zu glatt und zu rund. Moritz wird in ein paar Wochen zum ersten Mal Vater und gerade als er abends im Bett liegt, Kristins Bauch streichelt und über die Geburt nachdenkt, klingelt es an der Tür. Es ist sein bester Freund Raffael, der mit einem Koffer vor Moritz´ Tür steht und das, nachdem sie sich 16 Jahre nicht gesehen haben. Plötzlich kommt die Vergangenheit hoch und die war nicht immer einfach und die Erinnerungen an Johanna werden geweckt. Es war mein erstes Buch von Mareike Fallwickel und wird bestimmt nicht mein letztes sein („Die Wut, die bleibt“ steht hier schon bereit), denn erzählen kann sie. Auch wenn für meinen Geschmack der Schreibstil an der einen und anderen Stelle etwas hakt, lässt es sich trotzdem flüssig lesen. Spannung, Plot, Figuren und die verschiedenen Erzählperspektiven waren wirklich genial, abwechslungsreich und authentisch. Erzählt wird nicht nur die Geschichte der 3 Freund*innen, sondern auch von Marie Moritz´ Mutter, die einzige Figur, die in der Ich-form geschrieben ist. Vielleicht war ich ihr deswegen anfangs näher als den anderen, was sich im Verlauf der Geschichte aber auch verändert hat. Sprünge in der Zeit und zwischen den Figuren machen die Geschichte spannender. Kurzweilig und sehr fesselnd. Von mir eine Empfehlung und erzählt mir gerne, wie es euch mit dem Ende ging. :) S.105 „Der Alkohol schwemmt die Wurzeln fort, die ihn so fest halten. Wenn Ging und Whiskey durch sein Blut jagen, bleibt kein Platz mehr für das Unbeherrschbare, das ihn sonderbar macht und hilflos. Sobald Moritz betrunken ist, haben die Dinge und die Menschen und die Lichter keine Grenzen.“ S.141 „Raffaels Charme ist wie warmes Wasser, durch das er sich ohne Anstrengung bewegt, das ihn umfließt wie ein natürliches Element.“ S.167 „Sie hatte sich nie geritzt und würde auch nicht damit anfangen, weil jeder es sehen konnte. Wenn du ein Ritzer bist, ziehst du einmal deinen Pulli aus, die schmalen Narben werden sichtbar, und alle wissen Bescheid, alle. […]Ihre Narben sollte niemand sehen können.“
——-„Da bist du ja wieder“ sagt das Warten, „ich wusste, du würdest zu mir zurückkommen.“ Das Warten war nie weit fort, jeden Tag konnte es so weit sein, dass Jo ihm über den Weg lief, denn das Warten gehörte zu Raf, wie sein Lächeln, das Brustkörbe aufschneiden kann.——- -WowWowWow für diese Formulierung- das war so oft mein Gedanke während des Lesens. Und auch, wenn mich der Verlauf der Geschichte nicht vollends begeistert hat, so hat es auf jeden Fall der Schreibstil der Autorin. Athmospährisch dicht wird einem hier einiges an Neurodivergenz geboten- durch die verschiedenen Perspektiven wurde einiges an Spannung aufgebaut…die finalen Seiten konnten mich dann leider nicht überzeugen. Aber, trotzdem gibt es eine Leseempfehlung von mir, einfach weil die Erzählkunst auf ganz hohem Niveau begeistert.
Freund oder Feind?
Dunkelgrün fast schwarz hat mich schnell in den Bann gezogen. Ich hatte schon viel Gutes über das Buch und die Autorin gehört und war sehr gespannt. Die Geschichte von Moritz und Raffael wird auf mehreren Zeitebenen erzählt und durch die Perspektive von Marie, Moritz Mutter, und Freundin Johanna ergänzt. Man weiß relativ schnell, dass etwas Schlimmes die Freundschaft der beiden Jungen zerrissen hat. Was es genau ist, erfährt man Stück für Stück im Laufe der Geschichte. Der Schreibstil ist emotional, zugleich roh und schön. Es ist wahrscheinlich bewusst so gewählt, aber ich habe Raffael so gehasst, dass ich mindestens einen Stern dafür abziehen muss.
Ein Coming-of-age Roman mit subtiler Patriarchatskritik
Kontrolle, Beherrschung und Manipulation, Abhängigkeit und Unterwerfung – all diese Worte treffen in diesem Roman ausnahmsweise mal nicht auf eine heteronormative Beziehung zu, sondern auf die Freundschaft zwischen zwei Cis-Männern: Moritz und Raffael. Der schüchterne, ängstliche, sensible und neurodivergente Moritz (er nimmt andere Menschen in einer farbigen Aura wahr) trifft im Alter von drei Jahren auf den selbstbewussten, unerschrockenen und herrschsüchtigen Raffael. Sie werden vermeintlich beste Freunde, doch der Roman stellt immer wieder die Frage, was Freundschaft eigentlich bedeutet und ausmacht. Die beiden Jungs können nicht miteinander aber auch nicht ohneeinander. Moritz verehrt Raffael für seinen Mut und seine Lässigkeit. Gleichzeitig fürchtet er ihn, wie alle Kinder im Dorf, aufgrund seiner sadistischen Ader und seiner gewaltvollen Dominanz. Als pubertierende Teenager, rebellisch und voller Hormone, tritt ein Mädchen, welches neu auf der Schule ist, zwischen sie. Moritz verliebt sich leidenschaftlich in Johanna und sie werden ein Paar – was ihn wundert, denn eigentlich steht er doch immer im Schatten von Raffael, dem Frauenheld. Erst 16 Jahre später als Erwachsene, treffen diese drei Menschen wieder aufeinander, und im Rückblick fügen sich dann für die Leser*innen auch viele lose Fäden zusammen. Eigentlich handelt es sich bei DUNKELGRÜN FAST SCHWARZ nicht um einen explizit feministischen Roman. Ich kann in der Geschichte zwar feministische Erzählmotive erkennen, aber in erster Linie handelt es sich um einen Coming-of-Age-Roman. Einen sehr intensiven, guten und literarisch wertvollen Coming-of-Age-Roman. Mareike Fallwickl nutzt verschiedene Erzählperspektiven und Zeitebenen, um die Geschichte dieser beiden jungen Männer und der später stattfindenden Dreiecksbeziehung zu erzählen. Sie tut dies sehr geschickt und der Roman hat verdientermaßen auch viele Auszeichnungen erhalten. Das Buch entwickelt eine Sogwirkung, es ist spannend und bedrückend gleichermaßen. Denn die Geschichte zeigt, wie stark das Konstrukt von Männlichkeit bereits das Leben von kleinen Jungs beeinflusst und beeinträchtigt. Moritz ist der typische „verweichlichte“ Junge, eigentlich das gefundene Opfer auf dem Schulhof. Er ist musisch begabt, malt und zeichnet gerne und gut, interessiert sich für Kunst und Kunstgeschichte und mag es, ruhig und in Frieden zu leben. Zu seinem Glück (oder Unglück?) ist der stärkste Raufbold sein bester Freund und damit Beschützer. Raffael bewahrt ihn zwar vor dem Mobbing durch die anderen Kinder, aber nicht vor seinen eigenen psychischen und physischen Grausamkeiten. Raffael entwickelt sich immer mehr zu einem „typischen“ Mann, der aufgrund physischer Stärke und internalisierter Überlegenheit aufgrund seines Geschlechts, skrupellos andere Menschen zu seinem Vorteil manipuliert und ausnutzt. Neben den beiden Protagonisten des Romans gibt es auch noch die Mütter derselben. Zwei sehr unterschiedliche Frauen, die aber jede auf ihre Weise in den Zwängen des Patriarchats gefangen lebt. Beide wurden ungewollt schwanger, was ihre Lebenspläne zerstört und zu einer unglücklichen Ehe geführt hat. Sie kämpfen mit den typischen Problemen von fast allen Frauen, die ohne intellektuelle oder kulturelle Ansprache mit Haushalt und kleinen Kindern alleingelassen sind. Sie wurden zwar, aufgrund des Kindes, geheiratet, doch danach sich selbst überlassen, da ihnen die gesellschaftliche Rolle der Care-Arbeit zufällt. Erschöpfung, Schlafmangel, Geschwisterstreit, Einsamkeit und Langeweile zehren an ihren Nerven. Und verhindern, dass sie genug Kraft haben, um die kleinen Jungs zu feministischeren Männern zu erziehen. Ich habe das Buch gelesen, weil es demnächst in meinem Buchclub Die Leserinnen besprochen werden soll. Ich habe es auch gelesen, weil es der Debütroman von Mareike Fallwickel ist und ich tatsächlich bisher noch keinen Roman von ihr gelesen habe, nur ihre Erzählungen und Essays. Jetzt bin ich gespannt, wenn ich ihre anderen Romane in der Reihenfolge des Erscheinens lese, wie ihre feministische Perspektive im Lauf der Zeit immer deutlicher in Erscheinung tritt. Hier wird sie sehr subtil verarbeitet und kann auch leicht überlesen werden. Es war außerdem fast schon befremdlich für mich, nochmal einen Roman zu lesen, der zwei männliche Protagonisten hat. Mir bleibt nur noch, über die fast schon als typisch „femme fatale“ konstruierte Figur von Johanna zu schreiben. Sie drängt sich in die Freundschaft von Moritz und Raffael. Und sie zerstört diese. Sie ist Opfer und Täterin zugleich und lebt später einen Albtraum von einer toxischen Beziehung zu einem narzisstischen Menschen. Auch sie ist gefangen in einem Herrschaftssystem, welches Mädchen und Frauen wie sie („leicht zu haben“; hoher Body-Count, ein Erscheinungsbild und Auftreten, welches nicht den stereotypen Vorstellungen entspricht, usw.) bestraft. Sie scheint frei und unangepasst zu sein, bezahlt aber einen hohen Preis. Alle Hauptcharaktere des Romans sind durchweg unsympathisch oder, wie Moritz, stattdessen nervig und bemitleidenswert. Aber dadurch, dass Mareike Fallwickel fast alle als Kinder oder junge Erwachsene einführt und ich als Leserin erfahre, warum sie sich so entwickelt haben, konnte ich das gut aushalten und Verständnis entwickeln. Der Roman beginnt in den 80er Jahren und spielt in der Kleinstadt Hallein, im Salzburger Land, Österreich. Dort, wo auch Mareike Fallwickel geboren und aufgewachsen ist. Ich kann mich gut an die klaustrophobisch engen Verhältnisse in einem Dorf und an die soziale Kontrolle in dieser Zeit erinnern. Diese Atmosphäre fängt sie gut ein und der Roman ist letztendlich fast ein Zeitzeugnis für die Auswirkungen des Patriarchats. Ich bin jetzt sehr gespannt auf ihre anderen Romane!
Mein Jahreshighlight!
Ich habe die Bücher von Mareike Fallwickl dieses Jahr entdeckt und werde früher oder später jedes ihrer Bücher gelesen haben. „Dunkelgrün fast schwarz“ handelt von einer toxischen Freundschaft zwischen Raffael „Raff“ und Moritz „Motz“, die seit Kindheitstagen unzertrennlich sind. In mehreren Zeitsprüngen und POVs lernt man, dass diese Unzertrennlichkeit auf eklige Art und Weise von Raffael erarbeitet wird, der sich als extremer Narzisst herausstellt. Die Sprache, die benutzt wird, ist mal wieder ungeschönt und echt und so vieles, was in diesen Buch passiert macht einen so sauer. Dieses Buch sollte jede*r gelesen haben. 🫶🏼
Der Teufel ist blond und blauäugig
Und sein bester Freund ahnungslos - gefühlt machtlos in diese toxische Beziehung verstrickt. Ich hatte bei dem Klappentext und auch beim Buchcover ehrlich gesagt etwas ganz anderes erwartet. Zum Beispiel hat mich die düstere Atmosphäre und die anteilige Grausamkeit des Buches doch sehr (positiv) überrascht. Aber eigentlich hätte ich wissen müssen, dass Mareike Fallwickel eher eine Autorin ist, die einen kalt dazu zwingt den Blick nicht abzuwenden - die Realität zu akzeptieren. Das war bei "Und alle so still" auch schon so. Trotzdem haben mich die Zustände um die Charaktere oft sehr bedrückt. Man möchte die Figuren gerne schütteln, ohrfeigen oder aufmuntern und weiß dass selbst das aussichtslos wäre. Die Story ist voll mit gewollten Ecken, Kanten und Rissen... Darum war ich über das doch recht plumpe und geleckte Ende doch sehr verwundert. Allerdings ist es auch ein echter Balanceakt, einen zufriedenstellenden Abschluss zu formulieren und für einen Debütroman kann sich das Gesamtpaket wirklich mehr als sehen lassen.
„Irgendwann wirst du erkennen, dass manche Menschen nur leuchten, indem sie andre ins Dunkle schubsen.“
Zwei beste Freunde, der eine, Moritz, blauäugig und herzensgut, der andere, Raffael, cool, furchtlos und somit der Anführer. Moritz, ein talentierter Junge, der mehr sieht als andere, vertraut trotzdem blind seinem Freund Raf, obwohl ihm das mehrmals zum Verhängnis wird. Als Johanna in die Freundesgruppe kommt, werden sie ein unzertrennliches Dreierteam, welches sich von einem auf den nächsten Moment, scheinbar grundlos zerschlägt. 16 Jahre später, steht Raf ohne Vorwarnung vor Moritz Tür. Ein fesselndes Buch über toxische Freundschaften, was sich super leicht lesen lässt und trotzdem in seinem Schreibstil besonders ist. Einen halben Punkt Abzug gibt es weil ich statt dem gewählten Ende gerne noch viel mehr über die drei Freunde erfahren hätte.
Selten hat mich ein Roman so in seinen Bann gezogen. Die Beschreibung, wie unglaublich böse und manipulativ ein Mensch sein kann ist der Autorin auf eine Art und Weise gelungen, die einen fast erschlägt. Aber auch Moritz, Johanna und Marie sind so dargestellt, dass man begreift, wie es sein kann dieses Netz aus Lügen und Betrug nicht erkannt zu haben. Sprachgewaltig, eindrucksvoll und fesselnd ! Unbedingte Leseempfehlung !
"Irgendwann wirst du erkennen, dass manche Menschen nur leuchten, indem sie andere ins Dunkle schubsen." (S. 302) Dass ich so kurz vor Jahresende noch einen echten Kracher in die Finger kriege - damit war zu rechnen, wenn Fallwickl auf dem Cover steht. Aber dass es so kracht - uff! Dieses Buch ist ein Sog, die Atmosphäre so dicht und packend, mit Charakteren, die ich schütteln, umarmen oder schlagen möchte. Es ist eines dieser Bücher, von denen ich mir wünschte, sie würden nicht enden. Von der Handlung selbst will ich gar nicht viel verraten. Es geht um eine Freundschaft, die im Kindesalter beginnt und nach dem Abitur dramatisch auseinander geht. Doch es geht vor allem um die vielen verschiedenen Ebenen der Gegensätze, von denen die Geschichte lebt. Gegensätze, die sich anziehen und Anziehungskräfte, die toxisch und zerstörerisch sind - die wechselseitige Dynamik von Macht und Abhängigkeit. Es geht um Moritz, einen lieben, unsicheren Jungen, um seinen besten Freund Raffael, der so charismatisch wie manipulativ ist und um Johanna, deren Bedürftigkeit bei beiden Jungs auf fruchtbaren Boden fällt. Doch die Früchte, die diese Dreiecksbeziehung trägt, sind bitter und haben für alle Beteiligten fatale Folgen. Vor meinem inneren Auge malt die Autorin mir einen giftgrün leuchtenden Raffael. Eine Faszination geht von ihm aus, die bei näherer Betrachtung tiefschwarze Flecken trägt. Manipulativ, toxisch, sadistisch - vom ersten Moment an, fallen mir nur bösartige Eigenschaften für diesen Charakter ein. Aber es braucht auch immer Menschen, die die Nähe eines solchen Narzissten suchen. "Dunkelgrün fast schwarz" ist ein Debüt, das sich gewaschen hat. Wie kann so etwas ein Erstlingswerk sein?! So viele Schichten, Erzählperspektiven und Themen, die zu einem dichten Geflecht werden, das einen greift, zuschnürt und von der ersten Seite bis zum großen Showdown nicht loslässt. Die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen halten die Spannung dauerhaft auf hohem Level. Toxische Beziehungen, Schuld, Vergebung, aber auch Mutterschaft und zerplatzte Träume finden ihren Platz in diesem außergewöhnlichen Roman. Haben es zwei ihrer Bücher doch schon auf die Theaterbühne geschafft, wäre es nur konsequent, wenn dieses Werk seinen Weg auf die Leinwand fände. Diese Geschichte ist prädestiniert für großes Kino - atmosphärisch, packend und voller emotionaler Wucht. Warum also nicht mal ein Film, Mareike?!
Bedrückend authentisch
Mein erstes Buch der Autorin und direkt ein Volltreffer. Sie wird in der feministischen Buchbubble ja sehr gefeiert und ich dachte, ich fange einfach mal mit dem Debüt an. Da ist zum Einen der fantastische Schreibstil, der tief eindringt und zupackt, einen vor sich her treibt und einen starken Sog auslöst; an den richtigen Stellen aber auch innehält und echte Weisheit offenbart. (Anmerkung: ich mochte als an Sprachvarianten interessierter Mensch auch den österreichischen Slang sehr gern 😁) Dann die Beziehungen unter den Charakteren und wie das, was "schiefläuft", was sich falsch und verzweifelt anfühlt, die tiefe Einsamkeit, im Endeffekt auf partriarchale Strukturen zurückzuführen ist. Wie tief das sitzt und wie es sich über die Generationen hinweg auswirkt. Es werden gar nicht alle Fragen abschließend geklärt, aber das müssen sie auch gar nicht, da das Buch trotzdem wirkt. Ich fand es großartig und freue mich schon auf die weiteren Bücher der Autorin (wenn ich mich von diesem erholt habe 😅).
Über Selbstzerstörung, Selbstaufgabe und eine grenzüberschreitende Freundschaft. realitätsnah und sprachgewaltig!
Drei sind einer zu viel? Der Debütroman „Dunkelgrün fast schwarz“ von Mareike Fallwickl erschien 2018 im Frankfurter Verlagsanstalt Verlag. Auf knapp 480 Seiten thematisiert sie Themen wie Freundschaft, Abhängigkeit, erste Liebe und wie schnell die Grenze zwischen Hingabe und Selbstaufgabe verschwimmen kann. Es war ist mein erstes Buch der Autorin, obwohl ich ihr schon länger auf Instagram folge. Genau deshalb hatte ich bestimmte Erwartungen: eine moderne, feministische Stimme, schwere Themen und das alles in ihrer unverwechselbaren Sprache. Dass mich der Roman dann sofort packen würde, hatte ich trotzdem nicht erwartet. Im Zentrum steht die Freundschaft zwischen Moritz, Raffael und Johanna. Die Geschichte springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Jugend und späterem Wiedersehen. Parallel dazu wird die Geschichte von Moritz Mutter Marie erzählt. Gerade die Lebensrealitäten der weiblichen Figuren werden dabei so eindringlich erzählt, dass man sie lange im Gedächtnis behält. Erzählt werden die Kapitel wechselnd aus der Perspektive von Moritz, Johanna und Marie, wodurch die Figuren eine besondere emotionale Tiefe bekommen. Raffael dagegen bleibt einem beim Lesen immer etwas fremd und wirkt fast geheimnisvoll. Was mich schon nach wenigen Seiten komplett abgeholt hat, war die Sprache. Mareike Fallwickl schreibt ungeschönt und legt den Finger direkt in die Wunde. „Irgendwann wirst du erkennen, dass manche Menschen nur leuchten, indem sie andere ins Dunkle schubsen.“ Manche Sätze wirken beiläufig und bleiben einem trotzdem im Kopf. „Die Stille ist wie Gelee, das in die Ohren rinnt und sie verschließt.“ Dazu kommen die österreichischen Begriffe und regionalen Eigenheiten, die den Roman realistisch wirken lassen. Die Sprache trägt die isolierte Atmosphäre des Bergdorfs, die Enge und Schwere, die über der ganzen Geschichte liegt. Besonders beeindruckt hat mich aber die Darstellung der widersprüchlichen Freundschaft zwischen den Figuren. Beim Lesen war ich gleichzeitig wütend, verzweifelt und fassungslos. Warum reagiert Moritz so spät? Warum hilft Marie nicht konsequenter? Warum lässt Johanna sich so behandeln? Diese Fragen haben mich permanent begleitet – und genau darin liegt für mich die Stärke des Romans. Er zwingt einen dazu, über die eigenen Grenzen nachzudenken. Darüber, was man selbst in Freundschaften oder Beziehungen entschuldigt, relativiert oder viel zu lange hinnimmt, obwohl längst klar ist, dass etwas zerstörerisch geworden ist und einem nur noch wehtut. Dabei hilft auch, dass sich der Roman auf wenige zentrale Figuren konzentriert. So bekommen alle ihre Charaktere den Raum, den sie brauchen, um greifbar zu wirken. Selbst Nebenfiguren, wie Raffaels Mutter, hinterlassen Spuren. Man merkt außerdem in jedem Detail, dass die Autorin die beschriebene Gegend kennt und liebt. Trotz meiner Begeisterung hatte ich zwei Kritikpunkte. Zunächst die Länge des Romans. Mit knapp 500 Seiten fühlt sich die Geschichte an einigen Stellen sehr lang an und ich glaube, dass man auch mit hundert Seiten weniger denselben emotionalen Effekt hätte erzielen können. Manche Passagen ziehen sich etwas und ich habe bemerkt, dass ich nicht mehr jedes Wort aufmerksam gelesen habe. Das Ende hat mich leider ebenfalls zwiegespalten zurückgelassen. Die Aussprache zwischen den Figuren wirkte klischeehafter als der restliche Roman. Nach all der emotionalen Härte fühlt sich das Ende fast zu versöhnlich an, auf jeden Fall weniger mutig. Vielleicht hat die Autorin Moritz auch nur ein rundes Ende nach all‘ seinem Schmerz gegönnt. Aber auch Raffaels plötzliche Wandlung gegenüber Johanna habe ich nur schwer schlucken können. Dunkelgrün fast schwarz ist ein eindringlicher Roman über toxische Dynamiken, Selbstzerstörung, Sehnsucht und die Frage, warum Menschen so oft bei denen bleiben, die ihnen wehtun. Vor allem aber ist es ein sprachlich beeindruckender Roman. Ich gebe 4,5 von 5 Sternen. Definitiv nicht mein letztes Buch von Mareike Fallwickl.

Toller Schreibstil
Die Geschichte ist ganz süß, was ich aber am besten an dem Buch finde ist der Stil. Die Autorin schreibt so detailreich und ausführlich wie ich es bisher noch nicht gelesen habe. Manchmal reicht es fast an ein Gedicht ran so poetisch ist es. Das trifft aber auch den Kern des Buchs und das Talent eines der Hauptfiguren, Menschen als Farben wahrzunehmen. Wie eine Art Aura die sonst keiner sieht. Ich mag es weil es so besonders ist.
Es haut mich um
Mein zweites Fallwickl Buch und definitiv nicht mein letztes. Es ist unglaublich wie sie es schafft Gefühle so anschaulich zu beschreiben. Diese Geschichte ist der absolute Wahnsinn. Ich konnte es nicht mehr weg legen, weil ich unbedingt wissen musste wie es weitergeht. Gang große Leseempfehlung!
Ein sehr fesselnder Schreibstil, der mich nicht losgelassen hat. Die Geschichte über eine toxische Freundschaft hat mich irgendwie bewegt. Ich hatte selbst auch schon mit solchen narzisstischen Charakteren zu tun und mir kamen manche Situationen so bekannt vor. Es hat mich gleichzeitig aber auch so wütend gemacht! Also alles in allem einfach eine sehr gelungene, bewegende und fesselnde Geschichte.
Dunkelgrün fast perfekt
Mareike Fallwickl ist einer meiner Lieblingsautorinnen, weil ihr Schreibstil absolut meinen Geschmack trifft. Ich könnte ihre Bücher am liebsten am Stück lesen. Hier hat mich die Story wieder wirklich mitgerissen. Ich fand die Zeitsprünge toll, die das ganze Bild der Dreiecksbeziehung mehr und mehr vervollständigt haben. Aber ich hatte mehr erwartet, die vielen Andeutungen an die Düsterness von Raf - ich dachte, da kommt noch viel mehr, auch in der Beziehung mit Johanna. Hier sind es nur Andeutungen, da hätte ich mir etwas tiefere Erzählungen aus dem Leben der beiden gewünscht. Auch das Ende war mir etwas zu lau. Trotzdem: alles in allem wieder ein tolles Buch einer großartigen Autorin, mit etwas Luft nach oben.
"Irgendwann wirst du erkennen, dass manche Menschen nur leuchten, indem sie andere ins Dunkle schubsen."
Was für eine Geschichte! Die Erzählung ist so vielfältig, die Autorin hat einen ganz lebendigen und gefühlvollen Schreibstil. Ich finde die Darstellung eines Narzissten ist ihr wirklich gut gelungen und ich habe Raffael und seine Art wirklich gehasst. Insgesamt fand ich tatsächlich keinen Charakter wirklich gut, weil ich mich irgendwann gefragt habe, wieso denn alle einfach "mitlaufen" und nichts dagegen tun. Aber ich denke, genau das war das Ziel. Hilflosigkeit zu verspüren, weil man irgendwie nicht anders kann. Das einzige was mich an dem Buch gestört hat, war das Ende - ich hätte mir für Johanna mehr erwünscht. Und die (mMn unnötig) expliziten Sexszenen zwischendrin haben mich rausgerissen (zum Glück waren es wenige), weil ich es irgendwie unpassend fand. Ansonsten aber wirklich ein sehr gelungenes Buch mit einem ganz tollen Schreibstil, der sich wahnsinnig schnell liest. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!
"Dunkelgrün fast schwarz" beginnt sehr interessant: Auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven wird eine Dreiecksbeziehung mit fatalen Folgen beschrieben. Bei mir machte sich allerdings irgendwann Ernüchterung breit. Zunächst stören mich die unnötig expliziten Sexszenen, die mM nach lediglich der Provokation dienen, zudem verpuffte sich bei mir bei zunehmender Lesezeit die Spannung, da die Auflösung dann doch recht banal ist. Das Ende hat mir schließlich gar nicht mehr gefallen, da es nicht zum Ton des restlichen Romans passt. Schade..
Mein zweites Buch der Autorin und eine Sache hat sich in mir nochmal verfestigt. Ich mag ihren Umgang mit Sprache sehr und auch die sprachlichen Bilder, die sie zeichnet. Aber inhaltlich war bin ich scheinbar immer an einem Punkt angelangt, an dem mich das Buch zumindest teilweise verliert. So auch hier. In diesem Buch erkläre ich mir dies vor allem dadurch, dass ich manche Handlungen von Figuren einfach nicht mehr nachvollziehen wollte bzw. konnte. Dies hat in mir an vielen Stellen eine gewisse Frustration ausgelöst. Manches wirkte mir einfach zu konstruiert. Trotzdem wollte ich wissen, wie die Autorin das Buch zu Ende führt, da ich das Gefühl hatte, es wird auf einen Großen knall hingearbeitet, wenn es zur Begegnung der 3 Hauptfiguren kommt. Dieser kam meines Erachtens nicht. Bzw. fiel so lau aus, dass ich ihn als solchen nicht wahrgenommen habe. Ich glaube, es wäre hier einfach mehr dringewesen.
Eines meiner Lieblingsbücher und einzigartig geschrieben
Wow, was für ein tolles Buch! Was für tolle, schillernde Charaktere. Und was für eine beeindruckende Geschichte über Kindheit und Jugend und wie manipulativ manche Menschen sein können. Ein absolut tolles Debüt von Mareike. Ich liebe ja schon immer solche Personen-Wechsel (z.b. in Thrillern), aber so packend und schön habe ich es bisher nie erlebt. Unbedingt lesen! Ich liebe dieses Buch!
Das Buch handelt von der toxischen Beziehung der Jugendfreunde Moritz, Raffael und Johanna in verschiedenen Zeitebenen. Der Großteil der Geschichte findet in der Gegenwart im Jahr 2017 statt, es gibt zahlreiche Sprünge in die Jahre 1986, 1997, 2000, 2001, 2013 etc. Zudem werden die Kapitel jeweils aus verschiedenen Perspektiven erzählt, und zwar von Moritz, Johanna und - nicht etwa Raffael - sondern Marie, Moritz' Mutter. Die Kapitel von Moritz und Johanna werden in der dritten Person erzählt, die von Marie in der ersten, was ich etwas irritierend fand. Die Geschichte hatte tatsächlich eine gewisse Sogwirkung, da klar war, dass irgendetwas Schreckliches passiert sein musste, was ihre - vermeintliche - Freundschaft zerstört hat und was dazu führte, dass sie sich aus den Augen verloren. Das Ende war für mich dann doch etwas mau. Den Schreibstil von Mareike Fallwickl mochte ich sehr, er ist sehr lyrisch-poetisch, die Story konnte für mich nur nicht ganz mithalten, vielleicht waren es auch einfach zu viele Szenen, in denen missbräuchliche ausbeuterische Beziehungen dargestellt wurden, ohne dass es wirkliche Sympathieträger gab. Für mich am Ende eine 3,5.
Ein so intelligenter und spannender Schmöker
So viele Themen: Männer und Frauen, Macht und Sex, Freundschaft und Liebe, Mauern und Freiheit... Gefühle ohne Ende. Ultra spannendt: die Synästhesie der Hauptfigur Motz, die Entwicklung der narzisstischen Züge von Raf und die berührenden Darstellungen der Opferrollen verschiedener ProtagonistInnen, insbesondere Johanna, sowie ihre Entstehung in der Kindheit. Absolute Empfehlung! Durchgehend spannend. Durchgehend eine wunderschöne Sprache, die mich so viele Post-Its verkleben ließ. 💚🖤

Die Geschichte von Raffael und Moritz. Ein fantastisch geschriebenes Buch über eine vergiftete Freundschaft, das mich komplett eingesogen hat. Mir fiel es schwer das Buch aus den Händen zu legen und es hat viele Emotionen in mir hochgeholt. Ich fand es total spannend, dass man durch die wiederkehrenden Zeitsprünge einen umfassenden Einblick in das Leben der Protagonisten erhalten hat wodurch die Tragweite dieser Freundschaft deutlich wurde. Auch spannend fand ich, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird, wir Raffael aber nur durch die Augen der anderen kennenlernen. Insgesamt ein tolles Buch!
Das Licht und die Dunkelheit
Klappentext: "Moritz und Raffael waren schon als Dreijährige beste Freunde. Doch dann taucht eines Tages eine Neue in der Schule auf: Johanna. Vom ersten Augenblick an sind beide von ihr fasziniert. Eigentlich ist klar, wer die Zuneigung des Mädchens gewinnen wird. Schon immer war Raffael der Selbstbewusste, der mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz nur der Mitläufer. Doch Johanna spielt ihr eigenes Spiel – bis die Freundschaft der beiden Jungen zerbricht. Jetzt, 16 Jahre später, steht Raffael plötzlich vor Moritz‘ Tür. Und auf einmal scheint die Vergangenheit wieder da zu sein, die Erinnerung an ihre Jugend und an all das, was zwischen ihnen kaputtgegangen ist – und an Johanna, die immer noch zwischen ihnen steht." Dieses Buch habe ich wegen einer Leserrunde gelesen, zu der ich es dann leider nicht mehr geschafft habe. Meine Motivation war groß. Ich habe somit nicht nach dem Cover Ausschau gehalten. Es ist sehr passend, drei Freunde erfreuen sich am Leben, vor und unter ihnen der Abgrund ohne Ende. Der Name des Buches verwirrt ein bisschen, aber wenn man sich eingelesen hat, versteht man ihn auch. Die Hauptcharaktere sind sehr lebhaft beschrieben, ihr Verhalten, ihre Denkweise. Wobei sich der Leser die Denkweise in nur drei von denen hineinlesen kann. Marie, die liebevolle Mutter mit all ihren Ängsten und Sorgen. Moritz, das liebevolle Kind in dem Talente schlummern. Das Kind, das das Leben in Farben sieht. Nicht nur das Leben, sondern auch die Gefühle und Geschehnisse. Und Johanna, die nicht ganz dunkel ist, die aber das Licht in ihr durch das tragisch Erlebte begraben möchte. In die Gefühle und Gedanken von Rafael, kann der Leser nicht hineinsehen und somit bleibt die Dunkelheit mysteriös und zum Teil unbegründet. Das Buch ist in einer sehr gepflegten angenehmen Sprache geschrieben. Durch den ständigen Sichtwechsel zwischen den Protagonisten und den Zeitzonen ist das Lesen eine Art Abenteuer. Allerdings ein Abenteuer ohne Hoch- und Tiefpunkte, bzw. ohne jegliche Spannung. Hin und wieder sieht sich der Leser in manchen Gedanken oder Gefühlen, es berührt ihn und bringt ihn zum Nachdenken über sich selbst und über das Leben. Dunkelgrün fast schwarz zeigt uns teilweise die Abgründe der menschlichen Seelen und Hilflosigkeit denen zu entkommen. Es ist ein Buch über die Dunkelheit und das Licht. Die Dunkelheit, hungrig nach Licht, möchte es in sich aufnehmen und zerstört es dadurch. Es ist absolut keine leichte Lektüre und ich würde es nicht denjenigen empfehlen, die einen lustigen, spannenden Roman lesen wollen. Aber es ist immer noch eine Art "Ode an das Leben".
Sinnesrauschen!
Mein erstes, nicht letztes Buch von Mareike Fallwickl. Mehr als Coming of Age, mehr als Familieroman und trotzdem von allem reichlich. Erzählt wird die Geschichte von Jo, Raf und Motz aus drei Perspektiven, darunter auch aus der Sicht eines Synesthätikers: Für Moritz (Motz) besitzen Menschen Farbspektren, Töne klingen nicht nur, sondern schmecken auch. Das macht ihn empfindsam, überfordert ihn, ebenso wie seine Freundschaft zum kalten Raf(fael) und seine erste Liebe zu der trauernden Jo(hanna). Richtig gut erzählt Mareike Fallwickl auch die Geschichten junger Mütter, darunter Moritz‘ Mutter Marie, die mehr oder weniger unfreiwillig in ihre Rollen geraten und sich mangels Anerkennung oder dem, was sonst ein erfülltes Leben ausmacht, in Affären oder manische Zustände flüchten. Sprachlich erfüllt und („trotzdem“) richtig spannende Handlung.
Kurzmeinung: Dieses Buch löst jede Menge Emotionen aus von Wut bis Empörung. Die Autorin kann Beziehungen wirklich lebensecht beschreiben, Chapeau!
Toxische Freundschaften Dieses Debüt der österreichischen Autorin Mareike Fallwickl lag schon viel zu lange ungelesen im Regal, und ich bin froh es jetzt endlich gelesen zu haben. Es handelt sich grob gesagt um eine toxische Freundschaftsgeschichte. Moritz und Raffael lernen sich schon mit drei Jahren kennen, als sich ihre Mütter zufällig auf dem Spielplatz des Dorfes begegnen. Charakterlich könnten die beiden Jungen unterschiedlicher nicht sein, aber das ist es wahrscheinlich auch, was sie vom Beginn ihrer Freundschaft an zueinander zieht. Moritz ist der liebe, freundliche und schüchterne Junge, der sich von dem eher draufgängerischen Raffael , der gerne bestimmt, was gemacht wird, mitziehen lässt. Als im Teenageralter Johanna noch dazustößt , sind weitere Konflikte vorprogrammiert. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, der von Moritz, der von Johanna und zusätzlich noch aus der Sicht von Marie, der Mutter von Moritz. Der Roman beginnt im Jahr 2017, in dem Moritz kurz davor ist selber Vater zu werden und sein Kindheitsfreund ,zu dem er seit 16 Jahren keinen Kontakt mehr hat, plötzlich und unerwartet auf der Matte steht. Moritz‘s Frau ist nur mäßig begeistert und regelrecht sauer, als Raffael gar nicht wieder gehen will. Stück für Stück dröselt Mareike Fallwickl ein kompliziertes Beziehungsgeflecht aus Manipulation und Machtspielchen auseinander, dem Moritz schon als kleiner Junge nicht entkommen konnte. Wir springen zwischen den Jahren und den Protagonisten hin und her und nach und nach wird das Bild wie ein Puzzle vervollständigt. Das macht die Autorin wirklich toll. Sie benutzt eine sehr bildhafte, flüssige Sprache. Manchmal wird es auch etwas derb, was an den Stellen aber auch passt. Die Spannung hält sie konstant hoch. Moritz ist ein sehr feinfühliger und sensibler Mensch, der eine außergewöhnliche Begabung hat. Er kann nicht nur wunderbar zeichnen und mit wenigen Pinselstrichen die Gefühle von Menschen auf das Papier bringen, er erfasst sein Gegenüber auch in Farbtönen. Diese Idee der Autorin fand ich klasse und diese farbliche Wahrnehmung fließt dann auch immer bei dem Erzählstrang von Moritz mit ein. Das erklärt im Übrigen auch den Buchtitel. Das Buch lässt die eigenen Gefühle hochkochen. Ich war empört und wütend, traurig und fassungslos. Ich konnte als Mutter so gut Marie‘s Ohnmacht nachfühlen, die merkt, dass diese Freundschaft nicht gut ist für ihren Sohn und doch machtlos dagegen ist. Mich konnte das Buch wirklich begeistern. Ich fand es spannend, sehr emotional und die Figuren absolut authentisch. Es war ein literarischer Pageturner mit Psychthrillerflair ohne ein Thriller zu sein. Ganz toll! Ich habe es supergern gelesen und frage mich, warum ich solange damit gewartet habe.
Was für ein atmosphärischer Roman!
Ich hatte am Anfang ein wenig Mühe, in das Buch zu finden, aber dann hat es mich richtig gepackt! Es ist das dritte Buch von Mareike Fallwickl, und ich möchte noch hundert weitere lesen. Die Freundschaft zwischen Raffael und Moritz ist geprägt von Machtmissbrauch und Gewalt. Trotzdem ist das Band zwischen den beiden Männern stark, geknüpft aus den gemeinsamen Jahren der Kindheit und Jugend. Auf verschiedenen Zeitebenen zeichnet Fallwickl die Geschichte von zwei Familien und der großen Unmöglichkeit, voneinander loszukommen.
Ein Buch über das Leben und seine Gegensätze
Ich habe einen Moment gebraucht, um in die Geschichte rein zu kommen. Spätestens ab der Hälfte, wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe über die Geschichte nachgedacht, wenn ich nicht gelesen habe. Für mich handelt das Buch von den Gegensätzen des Lebens. Grenzen setzen und Nähe zulassen; loslassen und Festhalten; Kontrolle und Vertrauen; Treue und Freiheit. Nicht zuletzt geht es auch darum, wie viel Macht ein Mensch einem anderen Menschen über sich gibt und wie man sich aus negativen Beziehungen löst.
Alle Emotionen durchlebt, die man haben kann.
Wieder einmal hat die Autorin es geschafft, mich schnell in die Welt der Protagonist:innen eintauchen zu lassen und das Gefühl zu vermitteln, man wäre Teil dieser Geschichte. War es unfassbare Wut oder doch eher Mitleid, was mich während des Hörens fast die ganze Zeit begleitet hat? Vermutlich irgendwie beides. Für mich war es eine bewegende Geschichte über toxische „Freundschaften“, den eigenen Selbstwert, Abhängigkeiten und Einsamkeit.
Wow 😯
Ich konnte dieses Buch nicht mehr weg legen. Der Schreibstil ist toll, das Thema ist Wahnsinn und hat mich komplett angesaugt. Diese ganzen Perspektiv- und Personenwechsel waren super eingesetzt und an genau den richtigen Stellen, um die Spannung permanent aufrecht zu halten. Absolute Leseempfehlung.
Die 'alte Generation' die den Mund nicht aufmacht sieht zu wie das eigene Kind ins offene Messer läuft.
Es ist alles etwas verzwickt , man switcht zwischen den Jahren hin und her , was manchmal etwas verwirrend ist. Die Abgründe von Raf und Johanna hätten mich irgendwie noch mehr interessiert , als das was man herauskriegen konnte. Die Sicht aus Raffael hätte ich gern häufig dazu gelesen. Man kann es gut lesen, es liest sich flüssig und die Umgebung ist gut dargestellt. Es holt mich aber nicht zu 100% ab
Tolle Schreibweise, aber flache Figuren
Den Schreib- und Erzählstil mochte ich sehr gerne, weswegen ich wahrscheinlich auch nochmal zu einem Buch der Autorin greifen werde. Sie schafft es eine tolle Atmosphäre zu kreieren und sorgt dafür, dass man in der Geschichte versinken will. Die Geschichte konnte mich aber leider nicht abholen. Die Figuren haben für mich häufig nicht nachvollziehbar gehandelt, die Beziehungen zwischen den Figuren waren oft sehr platt. Insgesamt gab es für meinen Geschmack zu klischeehaft. Das Ende kam für mich auch viel zu plötzlich und war unlogisch. Außerdem sind mir zu viele Enden offen geblieben. Ich hatte mir leider mehr erhofft.
Konnte mich nicht fesseln, darum Abbruch bei 25%. Musste mich schon bis dahin motivieren und vermutlich zieht die Geschichte im Verlauf noch an. Aber bis hierher fand ich es langweilig und mehr auf die Form bedacht also, als ob die Autorin hat schön schreiben wollen (und das ist ja auch wichtig, dass es gut geschrieben ist, aber die Mühe dahinter will man beim Lesen ja nicht sehen) und mich haben die Figuren und deren Beziehung nicht interessiert. Es war als würden sie zwar beschrieben, aber dann nichts damit gemacht. Jedenfalls, will ich mehr Bücher lesen, die mich begeistern und dieses tut es nicht. Darum: Abbruch.
Description
Moritz und Raffael waren schon als Dreijährige beste Freunde. Doch dann taucht eines Tages eine Neue in der Schule auf: Johanna. Vom ersten Augenblick an sind beide von ihr fasziniert. Eigentlich ist klar, wer die Zuneigung des Mädchens gewinnen wird. Schon immer war Raffael der Selbstbewusste, der mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz nur der Mitläufer. Doch Johanna spielt ihr eigenes Spiel – bis die Freundschaft der beiden Jungen zerbricht. Jetzt, 16 Jahre später, steht Raffael plötzlich vor Moritz‘ Tür. Und auf einmal scheint die Vergangenheit wieder da zu sein, die Erinnerung an ihre Jugend und an all das, was zwischen ihnen kaputtgegangen ist – und an Johanna, die immer noch zwischen ihnen steht.
Book Information
Author Description
Mareike Fallwickl, 1983 in Hallein bei Salzburg geboren, ist Schriftstellerin, Lektorin und Kolumnistin. Sie vermittelt Literatur auf diversen Plattformen und Bühnen und regt ihre zahlreichen Fans zum Lesen an. Ihr literarisches Debüt »Dunkelgrün fast schwarz« wurde 2018 für den Österreichischen Buchpreis sowie als Lieblingsbuch der Buchhändler nominiert. »Das Licht ist hier viel heller« ist ihr zweiter Roman.
Posts
Wie kann es sein, dass ein Buch so gut aufgebaut ist, dass ich nur so durch die Seiten fliege und dann dieses Ende :( Nein, das Ende war jetzt keine große Enttäuschung und vielleicht bin ich etwas zu kritisch, aber nach all den intensiven, spannenden und rauen Themen war es mir zu glatt und zu rund. Moritz wird in ein paar Wochen zum ersten Mal Vater und gerade als er abends im Bett liegt, Kristins Bauch streichelt und über die Geburt nachdenkt, klingelt es an der Tür. Es ist sein bester Freund Raffael, der mit einem Koffer vor Moritz´ Tür steht und das, nachdem sie sich 16 Jahre nicht gesehen haben. Plötzlich kommt die Vergangenheit hoch und die war nicht immer einfach und die Erinnerungen an Johanna werden geweckt. Es war mein erstes Buch von Mareike Fallwickel und wird bestimmt nicht mein letztes sein („Die Wut, die bleibt“ steht hier schon bereit), denn erzählen kann sie. Auch wenn für meinen Geschmack der Schreibstil an der einen und anderen Stelle etwas hakt, lässt es sich trotzdem flüssig lesen. Spannung, Plot, Figuren und die verschiedenen Erzählperspektiven waren wirklich genial, abwechslungsreich und authentisch. Erzählt wird nicht nur die Geschichte der 3 Freund*innen, sondern auch von Marie Moritz´ Mutter, die einzige Figur, die in der Ich-form geschrieben ist. Vielleicht war ich ihr deswegen anfangs näher als den anderen, was sich im Verlauf der Geschichte aber auch verändert hat. Sprünge in der Zeit und zwischen den Figuren machen die Geschichte spannender. Kurzweilig und sehr fesselnd. Von mir eine Empfehlung und erzählt mir gerne, wie es euch mit dem Ende ging. :) S.105 „Der Alkohol schwemmt die Wurzeln fort, die ihn so fest halten. Wenn Ging und Whiskey durch sein Blut jagen, bleibt kein Platz mehr für das Unbeherrschbare, das ihn sonderbar macht und hilflos. Sobald Moritz betrunken ist, haben die Dinge und die Menschen und die Lichter keine Grenzen.“ S.141 „Raffaels Charme ist wie warmes Wasser, durch das er sich ohne Anstrengung bewegt, das ihn umfließt wie ein natürliches Element.“ S.167 „Sie hatte sich nie geritzt und würde auch nicht damit anfangen, weil jeder es sehen konnte. Wenn du ein Ritzer bist, ziehst du einmal deinen Pulli aus, die schmalen Narben werden sichtbar, und alle wissen Bescheid, alle. […]Ihre Narben sollte niemand sehen können.“
——-„Da bist du ja wieder“ sagt das Warten, „ich wusste, du würdest zu mir zurückkommen.“ Das Warten war nie weit fort, jeden Tag konnte es so weit sein, dass Jo ihm über den Weg lief, denn das Warten gehörte zu Raf, wie sein Lächeln, das Brustkörbe aufschneiden kann.——- -WowWowWow für diese Formulierung- das war so oft mein Gedanke während des Lesens. Und auch, wenn mich der Verlauf der Geschichte nicht vollends begeistert hat, so hat es auf jeden Fall der Schreibstil der Autorin. Athmospährisch dicht wird einem hier einiges an Neurodivergenz geboten- durch die verschiedenen Perspektiven wurde einiges an Spannung aufgebaut…die finalen Seiten konnten mich dann leider nicht überzeugen. Aber, trotzdem gibt es eine Leseempfehlung von mir, einfach weil die Erzählkunst auf ganz hohem Niveau begeistert.
Freund oder Feind?
Dunkelgrün fast schwarz hat mich schnell in den Bann gezogen. Ich hatte schon viel Gutes über das Buch und die Autorin gehört und war sehr gespannt. Die Geschichte von Moritz und Raffael wird auf mehreren Zeitebenen erzählt und durch die Perspektive von Marie, Moritz Mutter, und Freundin Johanna ergänzt. Man weiß relativ schnell, dass etwas Schlimmes die Freundschaft der beiden Jungen zerrissen hat. Was es genau ist, erfährt man Stück für Stück im Laufe der Geschichte. Der Schreibstil ist emotional, zugleich roh und schön. Es ist wahrscheinlich bewusst so gewählt, aber ich habe Raffael so gehasst, dass ich mindestens einen Stern dafür abziehen muss.
Ein Coming-of-age Roman mit subtiler Patriarchatskritik
Kontrolle, Beherrschung und Manipulation, Abhängigkeit und Unterwerfung – all diese Worte treffen in diesem Roman ausnahmsweise mal nicht auf eine heteronormative Beziehung zu, sondern auf die Freundschaft zwischen zwei Cis-Männern: Moritz und Raffael. Der schüchterne, ängstliche, sensible und neurodivergente Moritz (er nimmt andere Menschen in einer farbigen Aura wahr) trifft im Alter von drei Jahren auf den selbstbewussten, unerschrockenen und herrschsüchtigen Raffael. Sie werden vermeintlich beste Freunde, doch der Roman stellt immer wieder die Frage, was Freundschaft eigentlich bedeutet und ausmacht. Die beiden Jungs können nicht miteinander aber auch nicht ohneeinander. Moritz verehrt Raffael für seinen Mut und seine Lässigkeit. Gleichzeitig fürchtet er ihn, wie alle Kinder im Dorf, aufgrund seiner sadistischen Ader und seiner gewaltvollen Dominanz. Als pubertierende Teenager, rebellisch und voller Hormone, tritt ein Mädchen, welches neu auf der Schule ist, zwischen sie. Moritz verliebt sich leidenschaftlich in Johanna und sie werden ein Paar – was ihn wundert, denn eigentlich steht er doch immer im Schatten von Raffael, dem Frauenheld. Erst 16 Jahre später als Erwachsene, treffen diese drei Menschen wieder aufeinander, und im Rückblick fügen sich dann für die Leser*innen auch viele lose Fäden zusammen. Eigentlich handelt es sich bei DUNKELGRÜN FAST SCHWARZ nicht um einen explizit feministischen Roman. Ich kann in der Geschichte zwar feministische Erzählmotive erkennen, aber in erster Linie handelt es sich um einen Coming-of-Age-Roman. Einen sehr intensiven, guten und literarisch wertvollen Coming-of-Age-Roman. Mareike Fallwickl nutzt verschiedene Erzählperspektiven und Zeitebenen, um die Geschichte dieser beiden jungen Männer und der später stattfindenden Dreiecksbeziehung zu erzählen. Sie tut dies sehr geschickt und der Roman hat verdientermaßen auch viele Auszeichnungen erhalten. Das Buch entwickelt eine Sogwirkung, es ist spannend und bedrückend gleichermaßen. Denn die Geschichte zeigt, wie stark das Konstrukt von Männlichkeit bereits das Leben von kleinen Jungs beeinflusst und beeinträchtigt. Moritz ist der typische „verweichlichte“ Junge, eigentlich das gefundene Opfer auf dem Schulhof. Er ist musisch begabt, malt und zeichnet gerne und gut, interessiert sich für Kunst und Kunstgeschichte und mag es, ruhig und in Frieden zu leben. Zu seinem Glück (oder Unglück?) ist der stärkste Raufbold sein bester Freund und damit Beschützer. Raffael bewahrt ihn zwar vor dem Mobbing durch die anderen Kinder, aber nicht vor seinen eigenen psychischen und physischen Grausamkeiten. Raffael entwickelt sich immer mehr zu einem „typischen“ Mann, der aufgrund physischer Stärke und internalisierter Überlegenheit aufgrund seines Geschlechts, skrupellos andere Menschen zu seinem Vorteil manipuliert und ausnutzt. Neben den beiden Protagonisten des Romans gibt es auch noch die Mütter derselben. Zwei sehr unterschiedliche Frauen, die aber jede auf ihre Weise in den Zwängen des Patriarchats gefangen lebt. Beide wurden ungewollt schwanger, was ihre Lebenspläne zerstört und zu einer unglücklichen Ehe geführt hat. Sie kämpfen mit den typischen Problemen von fast allen Frauen, die ohne intellektuelle oder kulturelle Ansprache mit Haushalt und kleinen Kindern alleingelassen sind. Sie wurden zwar, aufgrund des Kindes, geheiratet, doch danach sich selbst überlassen, da ihnen die gesellschaftliche Rolle der Care-Arbeit zufällt. Erschöpfung, Schlafmangel, Geschwisterstreit, Einsamkeit und Langeweile zehren an ihren Nerven. Und verhindern, dass sie genug Kraft haben, um die kleinen Jungs zu feministischeren Männern zu erziehen. Ich habe das Buch gelesen, weil es demnächst in meinem Buchclub Die Leserinnen besprochen werden soll. Ich habe es auch gelesen, weil es der Debütroman von Mareike Fallwickel ist und ich tatsächlich bisher noch keinen Roman von ihr gelesen habe, nur ihre Erzählungen und Essays. Jetzt bin ich gespannt, wenn ich ihre anderen Romane in der Reihenfolge des Erscheinens lese, wie ihre feministische Perspektive im Lauf der Zeit immer deutlicher in Erscheinung tritt. Hier wird sie sehr subtil verarbeitet und kann auch leicht überlesen werden. Es war außerdem fast schon befremdlich für mich, nochmal einen Roman zu lesen, der zwei männliche Protagonisten hat. Mir bleibt nur noch, über die fast schon als typisch „femme fatale“ konstruierte Figur von Johanna zu schreiben. Sie drängt sich in die Freundschaft von Moritz und Raffael. Und sie zerstört diese. Sie ist Opfer und Täterin zugleich und lebt später einen Albtraum von einer toxischen Beziehung zu einem narzisstischen Menschen. Auch sie ist gefangen in einem Herrschaftssystem, welches Mädchen und Frauen wie sie („leicht zu haben“; hoher Body-Count, ein Erscheinungsbild und Auftreten, welches nicht den stereotypen Vorstellungen entspricht, usw.) bestraft. Sie scheint frei und unangepasst zu sein, bezahlt aber einen hohen Preis. Alle Hauptcharaktere des Romans sind durchweg unsympathisch oder, wie Moritz, stattdessen nervig und bemitleidenswert. Aber dadurch, dass Mareike Fallwickel fast alle als Kinder oder junge Erwachsene einführt und ich als Leserin erfahre, warum sie sich so entwickelt haben, konnte ich das gut aushalten und Verständnis entwickeln. Der Roman beginnt in den 80er Jahren und spielt in der Kleinstadt Hallein, im Salzburger Land, Österreich. Dort, wo auch Mareike Fallwickel geboren und aufgewachsen ist. Ich kann mich gut an die klaustrophobisch engen Verhältnisse in einem Dorf und an die soziale Kontrolle in dieser Zeit erinnern. Diese Atmosphäre fängt sie gut ein und der Roman ist letztendlich fast ein Zeitzeugnis für die Auswirkungen des Patriarchats. Ich bin jetzt sehr gespannt auf ihre anderen Romane!
Mein Jahreshighlight!
Ich habe die Bücher von Mareike Fallwickl dieses Jahr entdeckt und werde früher oder später jedes ihrer Bücher gelesen haben. „Dunkelgrün fast schwarz“ handelt von einer toxischen Freundschaft zwischen Raffael „Raff“ und Moritz „Motz“, die seit Kindheitstagen unzertrennlich sind. In mehreren Zeitsprüngen und POVs lernt man, dass diese Unzertrennlichkeit auf eklige Art und Weise von Raffael erarbeitet wird, der sich als extremer Narzisst herausstellt. Die Sprache, die benutzt wird, ist mal wieder ungeschönt und echt und so vieles, was in diesen Buch passiert macht einen so sauer. Dieses Buch sollte jede*r gelesen haben. 🫶🏼
Der Teufel ist blond und blauäugig
Und sein bester Freund ahnungslos - gefühlt machtlos in diese toxische Beziehung verstrickt. Ich hatte bei dem Klappentext und auch beim Buchcover ehrlich gesagt etwas ganz anderes erwartet. Zum Beispiel hat mich die düstere Atmosphäre und die anteilige Grausamkeit des Buches doch sehr (positiv) überrascht. Aber eigentlich hätte ich wissen müssen, dass Mareike Fallwickel eher eine Autorin ist, die einen kalt dazu zwingt den Blick nicht abzuwenden - die Realität zu akzeptieren. Das war bei "Und alle so still" auch schon so. Trotzdem haben mich die Zustände um die Charaktere oft sehr bedrückt. Man möchte die Figuren gerne schütteln, ohrfeigen oder aufmuntern und weiß dass selbst das aussichtslos wäre. Die Story ist voll mit gewollten Ecken, Kanten und Rissen... Darum war ich über das doch recht plumpe und geleckte Ende doch sehr verwundert. Allerdings ist es auch ein echter Balanceakt, einen zufriedenstellenden Abschluss zu formulieren und für einen Debütroman kann sich das Gesamtpaket wirklich mehr als sehen lassen.
„Irgendwann wirst du erkennen, dass manche Menschen nur leuchten, indem sie andre ins Dunkle schubsen.“
Zwei beste Freunde, der eine, Moritz, blauäugig und herzensgut, der andere, Raffael, cool, furchtlos und somit der Anführer. Moritz, ein talentierter Junge, der mehr sieht als andere, vertraut trotzdem blind seinem Freund Raf, obwohl ihm das mehrmals zum Verhängnis wird. Als Johanna in die Freundesgruppe kommt, werden sie ein unzertrennliches Dreierteam, welches sich von einem auf den nächsten Moment, scheinbar grundlos zerschlägt. 16 Jahre später, steht Raf ohne Vorwarnung vor Moritz Tür. Ein fesselndes Buch über toxische Freundschaften, was sich super leicht lesen lässt und trotzdem in seinem Schreibstil besonders ist. Einen halben Punkt Abzug gibt es weil ich statt dem gewählten Ende gerne noch viel mehr über die drei Freunde erfahren hätte.
Selten hat mich ein Roman so in seinen Bann gezogen. Die Beschreibung, wie unglaublich böse und manipulativ ein Mensch sein kann ist der Autorin auf eine Art und Weise gelungen, die einen fast erschlägt. Aber auch Moritz, Johanna und Marie sind so dargestellt, dass man begreift, wie es sein kann dieses Netz aus Lügen und Betrug nicht erkannt zu haben. Sprachgewaltig, eindrucksvoll und fesselnd ! Unbedingte Leseempfehlung !
"Irgendwann wirst du erkennen, dass manche Menschen nur leuchten, indem sie andere ins Dunkle schubsen." (S. 302) Dass ich so kurz vor Jahresende noch einen echten Kracher in die Finger kriege - damit war zu rechnen, wenn Fallwickl auf dem Cover steht. Aber dass es so kracht - uff! Dieses Buch ist ein Sog, die Atmosphäre so dicht und packend, mit Charakteren, die ich schütteln, umarmen oder schlagen möchte. Es ist eines dieser Bücher, von denen ich mir wünschte, sie würden nicht enden. Von der Handlung selbst will ich gar nicht viel verraten. Es geht um eine Freundschaft, die im Kindesalter beginnt und nach dem Abitur dramatisch auseinander geht. Doch es geht vor allem um die vielen verschiedenen Ebenen der Gegensätze, von denen die Geschichte lebt. Gegensätze, die sich anziehen und Anziehungskräfte, die toxisch und zerstörerisch sind - die wechselseitige Dynamik von Macht und Abhängigkeit. Es geht um Moritz, einen lieben, unsicheren Jungen, um seinen besten Freund Raffael, der so charismatisch wie manipulativ ist und um Johanna, deren Bedürftigkeit bei beiden Jungs auf fruchtbaren Boden fällt. Doch die Früchte, die diese Dreiecksbeziehung trägt, sind bitter und haben für alle Beteiligten fatale Folgen. Vor meinem inneren Auge malt die Autorin mir einen giftgrün leuchtenden Raffael. Eine Faszination geht von ihm aus, die bei näherer Betrachtung tiefschwarze Flecken trägt. Manipulativ, toxisch, sadistisch - vom ersten Moment an, fallen mir nur bösartige Eigenschaften für diesen Charakter ein. Aber es braucht auch immer Menschen, die die Nähe eines solchen Narzissten suchen. "Dunkelgrün fast schwarz" ist ein Debüt, das sich gewaschen hat. Wie kann so etwas ein Erstlingswerk sein?! So viele Schichten, Erzählperspektiven und Themen, die zu einem dichten Geflecht werden, das einen greift, zuschnürt und von der ersten Seite bis zum großen Showdown nicht loslässt. Die wechselnden Perspektiven und Zeitebenen halten die Spannung dauerhaft auf hohem Level. Toxische Beziehungen, Schuld, Vergebung, aber auch Mutterschaft und zerplatzte Träume finden ihren Platz in diesem außergewöhnlichen Roman. Haben es zwei ihrer Bücher doch schon auf die Theaterbühne geschafft, wäre es nur konsequent, wenn dieses Werk seinen Weg auf die Leinwand fände. Diese Geschichte ist prädestiniert für großes Kino - atmosphärisch, packend und voller emotionaler Wucht. Warum also nicht mal ein Film, Mareike?!
Bedrückend authentisch
Mein erstes Buch der Autorin und direkt ein Volltreffer. Sie wird in der feministischen Buchbubble ja sehr gefeiert und ich dachte, ich fange einfach mal mit dem Debüt an. Da ist zum Einen der fantastische Schreibstil, der tief eindringt und zupackt, einen vor sich her treibt und einen starken Sog auslöst; an den richtigen Stellen aber auch innehält und echte Weisheit offenbart. (Anmerkung: ich mochte als an Sprachvarianten interessierter Mensch auch den österreichischen Slang sehr gern 😁) Dann die Beziehungen unter den Charakteren und wie das, was "schiefläuft", was sich falsch und verzweifelt anfühlt, die tiefe Einsamkeit, im Endeffekt auf partriarchale Strukturen zurückzuführen ist. Wie tief das sitzt und wie es sich über die Generationen hinweg auswirkt. Es werden gar nicht alle Fragen abschließend geklärt, aber das müssen sie auch gar nicht, da das Buch trotzdem wirkt. Ich fand es großartig und freue mich schon auf die weiteren Bücher der Autorin (wenn ich mich von diesem erholt habe 😅).
Über Selbstzerstörung, Selbstaufgabe und eine grenzüberschreitende Freundschaft. realitätsnah und sprachgewaltig!
Drei sind einer zu viel? Der Debütroman „Dunkelgrün fast schwarz“ von Mareike Fallwickl erschien 2018 im Frankfurter Verlagsanstalt Verlag. Auf knapp 480 Seiten thematisiert sie Themen wie Freundschaft, Abhängigkeit, erste Liebe und wie schnell die Grenze zwischen Hingabe und Selbstaufgabe verschwimmen kann. Es war ist mein erstes Buch der Autorin, obwohl ich ihr schon länger auf Instagram folge. Genau deshalb hatte ich bestimmte Erwartungen: eine moderne, feministische Stimme, schwere Themen und das alles in ihrer unverwechselbaren Sprache. Dass mich der Roman dann sofort packen würde, hatte ich trotzdem nicht erwartet. Im Zentrum steht die Freundschaft zwischen Moritz, Raffael und Johanna. Die Geschichte springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Jugend und späterem Wiedersehen. Parallel dazu wird die Geschichte von Moritz Mutter Marie erzählt. Gerade die Lebensrealitäten der weiblichen Figuren werden dabei so eindringlich erzählt, dass man sie lange im Gedächtnis behält. Erzählt werden die Kapitel wechselnd aus der Perspektive von Moritz, Johanna und Marie, wodurch die Figuren eine besondere emotionale Tiefe bekommen. Raffael dagegen bleibt einem beim Lesen immer etwas fremd und wirkt fast geheimnisvoll. Was mich schon nach wenigen Seiten komplett abgeholt hat, war die Sprache. Mareike Fallwickl schreibt ungeschönt und legt den Finger direkt in die Wunde. „Irgendwann wirst du erkennen, dass manche Menschen nur leuchten, indem sie andere ins Dunkle schubsen.“ Manche Sätze wirken beiläufig und bleiben einem trotzdem im Kopf. „Die Stille ist wie Gelee, das in die Ohren rinnt und sie verschließt.“ Dazu kommen die österreichischen Begriffe und regionalen Eigenheiten, die den Roman realistisch wirken lassen. Die Sprache trägt die isolierte Atmosphäre des Bergdorfs, die Enge und Schwere, die über der ganzen Geschichte liegt. Besonders beeindruckt hat mich aber die Darstellung der widersprüchlichen Freundschaft zwischen den Figuren. Beim Lesen war ich gleichzeitig wütend, verzweifelt und fassungslos. Warum reagiert Moritz so spät? Warum hilft Marie nicht konsequenter? Warum lässt Johanna sich so behandeln? Diese Fragen haben mich permanent begleitet – und genau darin liegt für mich die Stärke des Romans. Er zwingt einen dazu, über die eigenen Grenzen nachzudenken. Darüber, was man selbst in Freundschaften oder Beziehungen entschuldigt, relativiert oder viel zu lange hinnimmt, obwohl längst klar ist, dass etwas zerstörerisch geworden ist und einem nur noch wehtut. Dabei hilft auch, dass sich der Roman auf wenige zentrale Figuren konzentriert. So bekommen alle ihre Charaktere den Raum, den sie brauchen, um greifbar zu wirken. Selbst Nebenfiguren, wie Raffaels Mutter, hinterlassen Spuren. Man merkt außerdem in jedem Detail, dass die Autorin die beschriebene Gegend kennt und liebt. Trotz meiner Begeisterung hatte ich zwei Kritikpunkte. Zunächst die Länge des Romans. Mit knapp 500 Seiten fühlt sich die Geschichte an einigen Stellen sehr lang an und ich glaube, dass man auch mit hundert Seiten weniger denselben emotionalen Effekt hätte erzielen können. Manche Passagen ziehen sich etwas und ich habe bemerkt, dass ich nicht mehr jedes Wort aufmerksam gelesen habe. Das Ende hat mich leider ebenfalls zwiegespalten zurückgelassen. Die Aussprache zwischen den Figuren wirkte klischeehafter als der restliche Roman. Nach all der emotionalen Härte fühlt sich das Ende fast zu versöhnlich an, auf jeden Fall weniger mutig. Vielleicht hat die Autorin Moritz auch nur ein rundes Ende nach all‘ seinem Schmerz gegönnt. Aber auch Raffaels plötzliche Wandlung gegenüber Johanna habe ich nur schwer schlucken können. Dunkelgrün fast schwarz ist ein eindringlicher Roman über toxische Dynamiken, Selbstzerstörung, Sehnsucht und die Frage, warum Menschen so oft bei denen bleiben, die ihnen wehtun. Vor allem aber ist es ein sprachlich beeindruckender Roman. Ich gebe 4,5 von 5 Sternen. Definitiv nicht mein letztes Buch von Mareike Fallwickl.

Toller Schreibstil
Die Geschichte ist ganz süß, was ich aber am besten an dem Buch finde ist der Stil. Die Autorin schreibt so detailreich und ausführlich wie ich es bisher noch nicht gelesen habe. Manchmal reicht es fast an ein Gedicht ran so poetisch ist es. Das trifft aber auch den Kern des Buchs und das Talent eines der Hauptfiguren, Menschen als Farben wahrzunehmen. Wie eine Art Aura die sonst keiner sieht. Ich mag es weil es so besonders ist.
Es haut mich um
Mein zweites Fallwickl Buch und definitiv nicht mein letztes. Es ist unglaublich wie sie es schafft Gefühle so anschaulich zu beschreiben. Diese Geschichte ist der absolute Wahnsinn. Ich konnte es nicht mehr weg legen, weil ich unbedingt wissen musste wie es weitergeht. Gang große Leseempfehlung!
Ein sehr fesselnder Schreibstil, der mich nicht losgelassen hat. Die Geschichte über eine toxische Freundschaft hat mich irgendwie bewegt. Ich hatte selbst auch schon mit solchen narzisstischen Charakteren zu tun und mir kamen manche Situationen so bekannt vor. Es hat mich gleichzeitig aber auch so wütend gemacht! Also alles in allem einfach eine sehr gelungene, bewegende und fesselnde Geschichte.
Dunkelgrün fast perfekt
Mareike Fallwickl ist einer meiner Lieblingsautorinnen, weil ihr Schreibstil absolut meinen Geschmack trifft. Ich könnte ihre Bücher am liebsten am Stück lesen. Hier hat mich die Story wieder wirklich mitgerissen. Ich fand die Zeitsprünge toll, die das ganze Bild der Dreiecksbeziehung mehr und mehr vervollständigt haben. Aber ich hatte mehr erwartet, die vielen Andeutungen an die Düsterness von Raf - ich dachte, da kommt noch viel mehr, auch in der Beziehung mit Johanna. Hier sind es nur Andeutungen, da hätte ich mir etwas tiefere Erzählungen aus dem Leben der beiden gewünscht. Auch das Ende war mir etwas zu lau. Trotzdem: alles in allem wieder ein tolles Buch einer großartigen Autorin, mit etwas Luft nach oben.
"Irgendwann wirst du erkennen, dass manche Menschen nur leuchten, indem sie andere ins Dunkle schubsen."
Was für eine Geschichte! Die Erzählung ist so vielfältig, die Autorin hat einen ganz lebendigen und gefühlvollen Schreibstil. Ich finde die Darstellung eines Narzissten ist ihr wirklich gut gelungen und ich habe Raffael und seine Art wirklich gehasst. Insgesamt fand ich tatsächlich keinen Charakter wirklich gut, weil ich mich irgendwann gefragt habe, wieso denn alle einfach "mitlaufen" und nichts dagegen tun. Aber ich denke, genau das war das Ziel. Hilflosigkeit zu verspüren, weil man irgendwie nicht anders kann. Das einzige was mich an dem Buch gestört hat, war das Ende - ich hätte mir für Johanna mehr erwünscht. Und die (mMn unnötig) expliziten Sexszenen zwischendrin haben mich rausgerissen (zum Glück waren es wenige), weil ich es irgendwie unpassend fand. Ansonsten aber wirklich ein sehr gelungenes Buch mit einem ganz tollen Schreibstil, der sich wahnsinnig schnell liest. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!
"Dunkelgrün fast schwarz" beginnt sehr interessant: Auf mehreren Zeitebenen und aus verschiedenen Perspektiven wird eine Dreiecksbeziehung mit fatalen Folgen beschrieben. Bei mir machte sich allerdings irgendwann Ernüchterung breit. Zunächst stören mich die unnötig expliziten Sexszenen, die mM nach lediglich der Provokation dienen, zudem verpuffte sich bei mir bei zunehmender Lesezeit die Spannung, da die Auflösung dann doch recht banal ist. Das Ende hat mir schließlich gar nicht mehr gefallen, da es nicht zum Ton des restlichen Romans passt. Schade..
Mein zweites Buch der Autorin und eine Sache hat sich in mir nochmal verfestigt. Ich mag ihren Umgang mit Sprache sehr und auch die sprachlichen Bilder, die sie zeichnet. Aber inhaltlich war bin ich scheinbar immer an einem Punkt angelangt, an dem mich das Buch zumindest teilweise verliert. So auch hier. In diesem Buch erkläre ich mir dies vor allem dadurch, dass ich manche Handlungen von Figuren einfach nicht mehr nachvollziehen wollte bzw. konnte. Dies hat in mir an vielen Stellen eine gewisse Frustration ausgelöst. Manches wirkte mir einfach zu konstruiert. Trotzdem wollte ich wissen, wie die Autorin das Buch zu Ende führt, da ich das Gefühl hatte, es wird auf einen Großen knall hingearbeitet, wenn es zur Begegnung der 3 Hauptfiguren kommt. Dieser kam meines Erachtens nicht. Bzw. fiel so lau aus, dass ich ihn als solchen nicht wahrgenommen habe. Ich glaube, es wäre hier einfach mehr dringewesen.
Eines meiner Lieblingsbücher und einzigartig geschrieben
Wow, was für ein tolles Buch! Was für tolle, schillernde Charaktere. Und was für eine beeindruckende Geschichte über Kindheit und Jugend und wie manipulativ manche Menschen sein können. Ein absolut tolles Debüt von Mareike. Ich liebe ja schon immer solche Personen-Wechsel (z.b. in Thrillern), aber so packend und schön habe ich es bisher nie erlebt. Unbedingt lesen! Ich liebe dieses Buch!
Das Buch handelt von der toxischen Beziehung der Jugendfreunde Moritz, Raffael und Johanna in verschiedenen Zeitebenen. Der Großteil der Geschichte findet in der Gegenwart im Jahr 2017 statt, es gibt zahlreiche Sprünge in die Jahre 1986, 1997, 2000, 2001, 2013 etc. Zudem werden die Kapitel jeweils aus verschiedenen Perspektiven erzählt, und zwar von Moritz, Johanna und - nicht etwa Raffael - sondern Marie, Moritz' Mutter. Die Kapitel von Moritz und Johanna werden in der dritten Person erzählt, die von Marie in der ersten, was ich etwas irritierend fand. Die Geschichte hatte tatsächlich eine gewisse Sogwirkung, da klar war, dass irgendetwas Schreckliches passiert sein musste, was ihre - vermeintliche - Freundschaft zerstört hat und was dazu führte, dass sie sich aus den Augen verloren. Das Ende war für mich dann doch etwas mau. Den Schreibstil von Mareike Fallwickl mochte ich sehr, er ist sehr lyrisch-poetisch, die Story konnte für mich nur nicht ganz mithalten, vielleicht waren es auch einfach zu viele Szenen, in denen missbräuchliche ausbeuterische Beziehungen dargestellt wurden, ohne dass es wirkliche Sympathieträger gab. Für mich am Ende eine 3,5.
Ein so intelligenter und spannender Schmöker
So viele Themen: Männer und Frauen, Macht und Sex, Freundschaft und Liebe, Mauern und Freiheit... Gefühle ohne Ende. Ultra spannendt: die Synästhesie der Hauptfigur Motz, die Entwicklung der narzisstischen Züge von Raf und die berührenden Darstellungen der Opferrollen verschiedener ProtagonistInnen, insbesondere Johanna, sowie ihre Entstehung in der Kindheit. Absolute Empfehlung! Durchgehend spannend. Durchgehend eine wunderschöne Sprache, die mich so viele Post-Its verkleben ließ. 💚🖤

Die Geschichte von Raffael und Moritz. Ein fantastisch geschriebenes Buch über eine vergiftete Freundschaft, das mich komplett eingesogen hat. Mir fiel es schwer das Buch aus den Händen zu legen und es hat viele Emotionen in mir hochgeholt. Ich fand es total spannend, dass man durch die wiederkehrenden Zeitsprünge einen umfassenden Einblick in das Leben der Protagonisten erhalten hat wodurch die Tragweite dieser Freundschaft deutlich wurde. Auch spannend fand ich, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird, wir Raffael aber nur durch die Augen der anderen kennenlernen. Insgesamt ein tolles Buch!
Das Licht und die Dunkelheit
Klappentext: "Moritz und Raffael waren schon als Dreijährige beste Freunde. Doch dann taucht eines Tages eine Neue in der Schule auf: Johanna. Vom ersten Augenblick an sind beide von ihr fasziniert. Eigentlich ist klar, wer die Zuneigung des Mädchens gewinnen wird. Schon immer war Raffael der Selbstbewusste, der mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz nur der Mitläufer. Doch Johanna spielt ihr eigenes Spiel – bis die Freundschaft der beiden Jungen zerbricht. Jetzt, 16 Jahre später, steht Raffael plötzlich vor Moritz‘ Tür. Und auf einmal scheint die Vergangenheit wieder da zu sein, die Erinnerung an ihre Jugend und an all das, was zwischen ihnen kaputtgegangen ist – und an Johanna, die immer noch zwischen ihnen steht." Dieses Buch habe ich wegen einer Leserrunde gelesen, zu der ich es dann leider nicht mehr geschafft habe. Meine Motivation war groß. Ich habe somit nicht nach dem Cover Ausschau gehalten. Es ist sehr passend, drei Freunde erfreuen sich am Leben, vor und unter ihnen der Abgrund ohne Ende. Der Name des Buches verwirrt ein bisschen, aber wenn man sich eingelesen hat, versteht man ihn auch. Die Hauptcharaktere sind sehr lebhaft beschrieben, ihr Verhalten, ihre Denkweise. Wobei sich der Leser die Denkweise in nur drei von denen hineinlesen kann. Marie, die liebevolle Mutter mit all ihren Ängsten und Sorgen. Moritz, das liebevolle Kind in dem Talente schlummern. Das Kind, das das Leben in Farben sieht. Nicht nur das Leben, sondern auch die Gefühle und Geschehnisse. Und Johanna, die nicht ganz dunkel ist, die aber das Licht in ihr durch das tragisch Erlebte begraben möchte. In die Gefühle und Gedanken von Rafael, kann der Leser nicht hineinsehen und somit bleibt die Dunkelheit mysteriös und zum Teil unbegründet. Das Buch ist in einer sehr gepflegten angenehmen Sprache geschrieben. Durch den ständigen Sichtwechsel zwischen den Protagonisten und den Zeitzonen ist das Lesen eine Art Abenteuer. Allerdings ein Abenteuer ohne Hoch- und Tiefpunkte, bzw. ohne jegliche Spannung. Hin und wieder sieht sich der Leser in manchen Gedanken oder Gefühlen, es berührt ihn und bringt ihn zum Nachdenken über sich selbst und über das Leben. Dunkelgrün fast schwarz zeigt uns teilweise die Abgründe der menschlichen Seelen und Hilflosigkeit denen zu entkommen. Es ist ein Buch über die Dunkelheit und das Licht. Die Dunkelheit, hungrig nach Licht, möchte es in sich aufnehmen und zerstört es dadurch. Es ist absolut keine leichte Lektüre und ich würde es nicht denjenigen empfehlen, die einen lustigen, spannenden Roman lesen wollen. Aber es ist immer noch eine Art "Ode an das Leben".
Sinnesrauschen!
Mein erstes, nicht letztes Buch von Mareike Fallwickl. Mehr als Coming of Age, mehr als Familieroman und trotzdem von allem reichlich. Erzählt wird die Geschichte von Jo, Raf und Motz aus drei Perspektiven, darunter auch aus der Sicht eines Synesthätikers: Für Moritz (Motz) besitzen Menschen Farbspektren, Töne klingen nicht nur, sondern schmecken auch. Das macht ihn empfindsam, überfordert ihn, ebenso wie seine Freundschaft zum kalten Raf(fael) und seine erste Liebe zu der trauernden Jo(hanna). Richtig gut erzählt Mareike Fallwickl auch die Geschichten junger Mütter, darunter Moritz‘ Mutter Marie, die mehr oder weniger unfreiwillig in ihre Rollen geraten und sich mangels Anerkennung oder dem, was sonst ein erfülltes Leben ausmacht, in Affären oder manische Zustände flüchten. Sprachlich erfüllt und („trotzdem“) richtig spannende Handlung.
Kurzmeinung: Dieses Buch löst jede Menge Emotionen aus von Wut bis Empörung. Die Autorin kann Beziehungen wirklich lebensecht beschreiben, Chapeau!
Toxische Freundschaften Dieses Debüt der österreichischen Autorin Mareike Fallwickl lag schon viel zu lange ungelesen im Regal, und ich bin froh es jetzt endlich gelesen zu haben. Es handelt sich grob gesagt um eine toxische Freundschaftsgeschichte. Moritz und Raffael lernen sich schon mit drei Jahren kennen, als sich ihre Mütter zufällig auf dem Spielplatz des Dorfes begegnen. Charakterlich könnten die beiden Jungen unterschiedlicher nicht sein, aber das ist es wahrscheinlich auch, was sie vom Beginn ihrer Freundschaft an zueinander zieht. Moritz ist der liebe, freundliche und schüchterne Junge, der sich von dem eher draufgängerischen Raffael , der gerne bestimmt, was gemacht wird, mitziehen lässt. Als im Teenageralter Johanna noch dazustößt , sind weitere Konflikte vorprogrammiert. Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, der von Moritz, der von Johanna und zusätzlich noch aus der Sicht von Marie, der Mutter von Moritz. Der Roman beginnt im Jahr 2017, in dem Moritz kurz davor ist selber Vater zu werden und sein Kindheitsfreund ,zu dem er seit 16 Jahren keinen Kontakt mehr hat, plötzlich und unerwartet auf der Matte steht. Moritz‘s Frau ist nur mäßig begeistert und regelrecht sauer, als Raffael gar nicht wieder gehen will. Stück für Stück dröselt Mareike Fallwickl ein kompliziertes Beziehungsgeflecht aus Manipulation und Machtspielchen auseinander, dem Moritz schon als kleiner Junge nicht entkommen konnte. Wir springen zwischen den Jahren und den Protagonisten hin und her und nach und nach wird das Bild wie ein Puzzle vervollständigt. Das macht die Autorin wirklich toll. Sie benutzt eine sehr bildhafte, flüssige Sprache. Manchmal wird es auch etwas derb, was an den Stellen aber auch passt. Die Spannung hält sie konstant hoch. Moritz ist ein sehr feinfühliger und sensibler Mensch, der eine außergewöhnliche Begabung hat. Er kann nicht nur wunderbar zeichnen und mit wenigen Pinselstrichen die Gefühle von Menschen auf das Papier bringen, er erfasst sein Gegenüber auch in Farbtönen. Diese Idee der Autorin fand ich klasse und diese farbliche Wahrnehmung fließt dann auch immer bei dem Erzählstrang von Moritz mit ein. Das erklärt im Übrigen auch den Buchtitel. Das Buch lässt die eigenen Gefühle hochkochen. Ich war empört und wütend, traurig und fassungslos. Ich konnte als Mutter so gut Marie‘s Ohnmacht nachfühlen, die merkt, dass diese Freundschaft nicht gut ist für ihren Sohn und doch machtlos dagegen ist. Mich konnte das Buch wirklich begeistern. Ich fand es spannend, sehr emotional und die Figuren absolut authentisch. Es war ein literarischer Pageturner mit Psychthrillerflair ohne ein Thriller zu sein. Ganz toll! Ich habe es supergern gelesen und frage mich, warum ich solange damit gewartet habe.
Was für ein atmosphärischer Roman!
Ich hatte am Anfang ein wenig Mühe, in das Buch zu finden, aber dann hat es mich richtig gepackt! Es ist das dritte Buch von Mareike Fallwickl, und ich möchte noch hundert weitere lesen. Die Freundschaft zwischen Raffael und Moritz ist geprägt von Machtmissbrauch und Gewalt. Trotzdem ist das Band zwischen den beiden Männern stark, geknüpft aus den gemeinsamen Jahren der Kindheit und Jugend. Auf verschiedenen Zeitebenen zeichnet Fallwickl die Geschichte von zwei Familien und der großen Unmöglichkeit, voneinander loszukommen.
Ein Buch über das Leben und seine Gegensätze
Ich habe einen Moment gebraucht, um in die Geschichte rein zu kommen. Spätestens ab der Hälfte, wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe über die Geschichte nachgedacht, wenn ich nicht gelesen habe. Für mich handelt das Buch von den Gegensätzen des Lebens. Grenzen setzen und Nähe zulassen; loslassen und Festhalten; Kontrolle und Vertrauen; Treue und Freiheit. Nicht zuletzt geht es auch darum, wie viel Macht ein Mensch einem anderen Menschen über sich gibt und wie man sich aus negativen Beziehungen löst.
Alle Emotionen durchlebt, die man haben kann.
Wieder einmal hat die Autorin es geschafft, mich schnell in die Welt der Protagonist:innen eintauchen zu lassen und das Gefühl zu vermitteln, man wäre Teil dieser Geschichte. War es unfassbare Wut oder doch eher Mitleid, was mich während des Hörens fast die ganze Zeit begleitet hat? Vermutlich irgendwie beides. Für mich war es eine bewegende Geschichte über toxische „Freundschaften“, den eigenen Selbstwert, Abhängigkeiten und Einsamkeit.
Wow 😯
Ich konnte dieses Buch nicht mehr weg legen. Der Schreibstil ist toll, das Thema ist Wahnsinn und hat mich komplett angesaugt. Diese ganzen Perspektiv- und Personenwechsel waren super eingesetzt und an genau den richtigen Stellen, um die Spannung permanent aufrecht zu halten. Absolute Leseempfehlung.
Die 'alte Generation' die den Mund nicht aufmacht sieht zu wie das eigene Kind ins offene Messer läuft.
Es ist alles etwas verzwickt , man switcht zwischen den Jahren hin und her , was manchmal etwas verwirrend ist. Die Abgründe von Raf und Johanna hätten mich irgendwie noch mehr interessiert , als das was man herauskriegen konnte. Die Sicht aus Raffael hätte ich gern häufig dazu gelesen. Man kann es gut lesen, es liest sich flüssig und die Umgebung ist gut dargestellt. Es holt mich aber nicht zu 100% ab
Tolle Schreibweise, aber flache Figuren
Den Schreib- und Erzählstil mochte ich sehr gerne, weswegen ich wahrscheinlich auch nochmal zu einem Buch der Autorin greifen werde. Sie schafft es eine tolle Atmosphäre zu kreieren und sorgt dafür, dass man in der Geschichte versinken will. Die Geschichte konnte mich aber leider nicht abholen. Die Figuren haben für mich häufig nicht nachvollziehbar gehandelt, die Beziehungen zwischen den Figuren waren oft sehr platt. Insgesamt gab es für meinen Geschmack zu klischeehaft. Das Ende kam für mich auch viel zu plötzlich und war unlogisch. Außerdem sind mir zu viele Enden offen geblieben. Ich hatte mir leider mehr erhofft.
Konnte mich nicht fesseln, darum Abbruch bei 25%. Musste mich schon bis dahin motivieren und vermutlich zieht die Geschichte im Verlauf noch an. Aber bis hierher fand ich es langweilig und mehr auf die Form bedacht also, als ob die Autorin hat schön schreiben wollen (und das ist ja auch wichtig, dass es gut geschrieben ist, aber die Mühe dahinter will man beim Lesen ja nicht sehen) und mich haben die Figuren und deren Beziehung nicht interessiert. Es war als würden sie zwar beschrieben, aber dann nichts damit gemacht. Jedenfalls, will ich mehr Bücher lesen, die mich begeistern und dieses tut es nicht. Darum: Abbruch.






















































