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Intensiv und emotional in Schrift und Form. Frisch über sein Liebesleben mit Fetzen aus Tagebuch und Erinnerungen …
… und das auf so wenig Seiten. Wie eine Extraktion aus einem so mannigfaltigen Leben. Der Schreibstil, bekannt gewöhnungsbedürftig, wirkt so (F)risch, so anders, so klug, denn der Autor reiht nahezu wahllos Anekdoten aus seinem Leben aneinander. Das geht schnell, hin und her wie kreuz und quer, bis man langsam dahinter kommt, dass es so garnicht wahllos ist. Eher vergleicht der Autor Geschehnisse und Beziehungen aus seinem Leben miteinander. Er versucht, mit seiner Bericht-ähnlichen Erzählung Parallelen zu finden. Auf ein Ergebnis zu kommen, eine Bilanz zu ziehen. Er zeigt auf kluge Weise, wie sein Charakter, sein Denken über Partnerschaft und seine Beziehung zur Liebe ist. Das kommt anfangs sehr klobig und wirr herüber, aber die Genialität und die Emotionen dahinter, erkennt man ganz allmählich im Leseverlauf. Man lernt hier einen sehr selbstkritischen und vom Leben überrumpelten Max Frisch kennen. Auch die kritische Haltung seinem literarischen Schaffen gegenüber ist überraschend ehrlich und menschlich. Leitthema ist eine Wochendend-Romanze. Eine kurze Romanze ganz ohne Verpflichtungen, Druck und Zukunft. Während dieser Zeit kommt er ins Sinnieren und Erinnern. Die erste Hälfte des Buches ist recht schwerfällig zu lesen, aber ab der zweiten hat man sich an Form und Sprache gewöhnt und es wird dann richtig gut. Vor allem gefielen mir seine Erzählungen aus der Beziehung mit der Dichterin Ingeborg Bachmann, welche tragisch unerfüllt und von Eifersucht überschattet war. Man merkt, dass ihr frühes Ableben, einen grossen Einfluss auf seine späteren Beziehungen hatte. Auf seine geschiedene Ehe mit Marianne Frisch zieht er selbstkritisch Bilanz, bereut und trauert dieser Zeit doch als wahre grosse Liebe nach. Ein wirklich gutes und ehrliches Werk in einem sonderbaren Schreibstil.

Jan 29, 2026
Intensiv und emotional in Schrift und Form. Frisch über sein Liebesleben mit Fetzen aus Tagebuch und Erinnerungen …
… und das auf so wenig Seiten. Wie eine Extraktion aus einem so mannigfaltigen Leben. Der Schreibstil, bekannt gewöhnungsbedürftig, wirkt so (F)risch, so anders, so klug, denn der Autor reiht nahezu wahllos Anekdoten aus seinem Leben aneinander. Das geht schnell, hin und her wie kreuz und quer, bis man langsam dahinter kommt, dass es so garnicht wahllos ist. Eher vergleicht der Autor Geschehnisse und Beziehungen aus seinem Leben miteinander. Er versucht, mit seiner Bericht-ähnlichen Erzählung Parallelen zu finden. Auf ein Ergebnis zu kommen, eine Bilanz zu ziehen. Er zeigt auf kluge Weise, wie sein Charakter, sein Denken über Partnerschaft und seine Beziehung zur Liebe ist. Das kommt anfangs sehr klobig und wirr herüber, aber die Genialität und die Emotionen dahinter, erkennt man ganz allmählich im Leseverlauf. Man lernt hier einen sehr selbstkritischen und vom Leben überrumpelten Max Frisch kennen. Auch die kritische Haltung seinem literarischen Schaffen gegenüber ist überraschend ehrlich und menschlich. Leitthema ist eine Wochendend-Romanze. Eine kurze Romanze ganz ohne Verpflichtungen, Druck und Zukunft. Während dieser Zeit kommt er ins Sinnieren und Erinnern. Die erste Hälfte des Buches ist recht schwerfällig zu lesen, aber ab der zweiten hat man sich an Form und Sprache gewöhnt und es wird dann richtig gut. Vor allem gefielen mir seine Erzählungen aus der Beziehung mit der Dichterin Ingeborg Bachmann, welche tragisch unerfüllt und von Eifersucht überschattet war. Man merkt, dass ihr frühes Ableben, einen grossen Einfluss auf seine späteren Beziehungen hatte. Auf seine geschiedene Ehe mit Marianne Frisch zieht er selbstkritisch Bilanz, bereut und trauert dieser Zeit doch als wahre grosse Liebe nach. Ein wirklich gutes und ehrliches Werk in einem sonderbaren Schreibstil.
Jan 29, 2026







