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Romane

Solar

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Über das Buch

Michael Beard ist Physiker – und Frauenheld. Er hat den Nobelpreis erhalten, doch ist er alles andere als nobel: Im Beruf ruht er sich auf seinen Lorbeeren aus, privat hält es ihn auf Dauer bei keiner Frau. Bis die geniale Idee eines Rivalen für Zündstoff in seinem Leben sorgt. In ›Solar‹ geht es nicht nur um Sonnen-, sondern auch um kriminelle Energie.

Editionen (5)

ISBN9783257241747
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum26.06.12
Seitenzahl416

Rezensionen & Bewertungen

43 Bewertungen

10 Rezensionen

3,4

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  • marzipanhirsch
    marzipanhirsch

    122 Follower

    4,0

    Michael Beard ist Mitte 50, Physiknobelpreisträger, übergewichtig und ein Frauenheld, der sein Privatleben nicht im Griff hat. 5 Ehen hat er schon in den Sand gesetzt und trotz aller möglicher Symptome macht er einen Bogen um seinen Arzt. Beruflich war er überzeugt und begeistert von Windenergie, hat ein entsprechendes Institut gegründet um den Klimawandel mit Hilfe von Windenergie verzögern zu können. Aber eigentlich ist sein wissenschaftliches Feuer schon lange erloschen und Michael Beard versucht sich irgendwie durchs Leben zu lavieren und dabei möglichst viel zu genießen. Exzessives Essen, Alkohol, Sex. Sein junger wissenschaftlicher Mitarbeiter hingegen ist ein begeisterter Forscher, der überzeugt davon ist, dass Sonnenenergie der Weg sei, den die Menschheit braucht. Sein junger Mitarbeiter ist aber auch in die Frau von Prof Beard verliebt und eines Tages geschieht ein Unfall.... Das Buch ist witzig, es ist spannend (hat auch Krimi-Anteile), man lernt viel über die Anfänge der Nutzung der Solarenergie und bekommt eine Vorstellung davon, welche unterschiedlichen Interessen jeder neuen Entwicklung im Weg stehen. Am meisten aber mochte ich wieder (wie immer bei Ian McEwan) die Beschreibung der Charaktere. Es ist vielleicht nicht sein bestes Buch, aber ein sehr gutes ist es allemal!

    6. Aug. 2025

  • lesekosmos
    lesekosmos

    51 Follower

    5,0

    Der Prototyp

    Nicht, dass ich ein Anhänger irgendwelcher Kategorisierungen wäre. Nein, im Gegenteil. Schon immer empfinde ich diese zwanghafte Penetranz der Verlage, jedem Buch einen Genre-Stempel aufzudrücken, eher als Ausdruck ihrer eigenen anachronistischen Rigidität. Aber bei Ian McEwans „Solar“ fragt man sich dann doch schon mal, was ist das eigentlich? Obwohl der Autor sich profunde Kenntnisse in Wind- und Solarenergie erworben hat und diese auch zielsicher und kompetent einfliessen lässt, ist es sicher kein Sachbuch. Es geht um ein (Liebes)Paar, eine Schwangerschaft und um fünf gescheiterte Ehen, aber es ist sicher kein Liebesroman. Es geht um einen Frauenheld mit einigen amourösen Eskapaden, aber ein erotischer Roman ist es auch nicht. Obwohl das Ableben eines Protagonisten durch stumpfe Gewalteinwirkung mit Todesfolge eine zentrale Rolle spielt, ist es sicher kein Kriminalroman. Ich verzichte auf weitere Analogien. Eigentlich geht es in erster Linie um Michael Beard. Er ist die zentrale Romanfigur, um die sich die gesamte Handlung rankt und die McEwan mit erzählerischer Leichtigkeit und viel Humor aufbaut. Aber dennoch reisst der Autor diesem hochgelobten Physiker Beard als stereotypem Inbegriff eines karrieresüchtigen Akademikers - stellvertretend für alle (vor allem männliche) Vertreter seiner Gattung - die schnöde Maske der Ehrenhaftigkeit vom Gesicht. Einmal in seinem Leben hat er eine wissenschaftlich herausragende Leistung vollbracht und zehrt den Rest seines Lebens vom Beard-Einstein-Theorem. Weil das Nobelpreis-Komitee in Schweden sich nicht zwischen zwei anderen Kandidaten entscheiden konnte, wurde Beard der Preis sozusagen als Notlösung verliehen, was als unaufhaltsamer Karriere-Impuls für den Rest des Lebens genügte. Einladungen zu Kongressen aller Art waren garantiert, hoch dotierte Vorträge waren willkommen, die Zugehörigkeiten zu Expertengremien schier unüberschaubar. Wie so viele reale promovierte und habilitierte Akademiker nutzt die Romanfigur Beard das Prestige, um als evolutionäres Alpha-Tier in rascher Folge wahllose und flüchtige Bekanntschaften in seinem weiblichen Umfeld zu erobern, scheinbar als Zeichen seiner maskulinen Größe, aber de facto eigentlich zur immer wiederkehrenden Therapie seines schwachen Selbstwertgefühls. Und als sich die Chance ergibt, schmückt man sich skrupellos mit fremden Lorbeeren. Willkommen im Sumpf der Krokodile. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass der Literaturwissenschaftler Ian McEwan dank seines universitären Lebenslaufs und ganz viel literarischem Talent nicht nur einen absolut lesenswerten Schreibstil hat, sondern - wie auch der Rezensent - mit den soziologischen Verhaltensweisen in akademischen Kreisen bestens vertraut ist. Somit ist „Solar“ am ehesten zeitgenössische Literatur mit einem ganz hervorragenden Stil und mit vielen gesellschaftlichen Einblicken, präsentiert am Prototyp Michel Beard, einem Wissenschaftler, Menschen und Mann.

    15. Apr. 2026

  • buchweiser
    buchweiser

    18 Follower

    3,0

    Sexuell unbefriedigter Physiker stolpert durchs Leben. Nicht schlecht, aber ziemlich öde. Klappentext ließ auf mehr hoffen.

    1. Juni 2024

3 von 10 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Ian McEwan

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg ›Abbitte‹ ist jeder seiner Romane ein Bestseller, viele sind verfilmt, zuletzt ›Am Strand‹ (mit Saoirse Ronan) und ›Kindeswohl‹ (mit Emma Thompson). Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts, der American Academy of Arts and Sciences und Träger der Goethe-Medaille.

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