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Romane

Kindeswohl

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Über das Buch

Scheidungen, Sorgerecht, Fragen des Kindeswohls – das ist das Spezialgebiet der Richterin Fiona Maye. In ihrer eigenen, kinderlosen Ehe ist sie seit über dreißig Jahren glücklich. Bis zu dem Tag, als ihr Mann ihr einen schockierenden Vorschlag unterbreitet und ihr ein dringlicher Gerichtsfall vorgelegt wird, in dem es für einen 17-jährigen Jungen um Leben und Tod geht.

Editionen (4)

ISBN9783257243772
VerlagDiogenes
Erscheinungsdatum24.08.16
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

223 Bewertungen

37 Rezensionen

3,9

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  • liberlesen
    liberlesen

    192 Follower

    4,0

    Gerichtsfall, Ethik, Leben einer Juristin, Workaholic, Glaube, Moral, individuelle Freiheit, Leseempfehlung.

    „Religionen, moralische Prinzipien, auch ihre eigenen, waren wie Gipfel in einem dichtgefügten Gebirgszug, aus großer Entfernung gesehen: keiner eindeutig höher, wichtiger, wahrer als die anderen. Wie sollte man da urteilen.“ Meine Meinung: "Kindeswohl" präsentiert einen fesselnden Gerichtsfall, in dem ein junger Mann (kurz vor seinem 18. Lebensjahr) und seine Familie aufgrund seines Glaubens als Zeuge Jehovas eine lebensrettende Bluttransfusion ablehnt, obwohl sie laut ärztlicher Aussage dringend erforderlich ist. Das Buch bietet nicht nur einen Einblick in das Leben einer Juristin und die damit verbundenen Herausforderungen, sondern wirft auch die zentrale Frage auf, inwieweit man in das Leben eines Menschen eingreifen darf und ob Glaubensüberzeugungen über das Wohl eines Einzelnen gestellt werden können. Besonders faszinierend ist die Darstellung der unterschiedlichen Denkweisen, die durch die frühkindliche Prägung mit dem Glauben entstehen. Es regt dazu an, über die Konzepte von Richtig und Falsch sowie deren Relativität nachzudenken. Obwohl diese Thematik ansprechend behandelt wird, könnte das Buch meiner Meinung nach noch mehr in die Tiefe gehen und möglicherweise die Perspektive des Patienten näher beleuchten. Die kurzen Einblicke in sein Innenleben durch Briefe und Gedichte sind zwar ansprechend, könnten aber ausführlicher sein. Trotz seiner Kürze lässt sich das Buch schnell lesen. Allerdings könnte die Gestaltung der Seiten verbessert werden, da der Mangel an Absätzen den Lesefluss störte. Das überraschende Ende rundet die Geschichte jedoch gelungen ab. Fazit: Insgesamt ist "Kindeswohl" ein Buch, das zum Nachdenken anregt und lange in Erinnerung bleibt. Obwohl es an einigen Stellen noch Potenzial für mehr Tiefe gibt, empfehle ich es dennoch als lesenswerte Lektüre.

    Gerichtsfall, Ethik, Leben einer Juristin, Workaholic, Glaube, Moral, individuelle Freiheit, Leseempfehlung.

    30. März 2024

  • fundstueckno13
    fundstueckno13

    74 Follower

    3,5

    Lesenswertes bewährtes Buch von Ian McEwan über eine Richterin und ein von ihr zu fällendes Urteil zu einer Bluttransfusion bei einem Jugendlichen, der zu den Zeugen Jehovas gehört und den Auswirkungen danach. Hätte meiner Meinung nach noch etwas mehr in die Tiefe gehen können, war aber sehr interessant, die Richterin bei ihren schwierigen Anforderungen zu begleiten und einen Einblick zu bekommen in den Berufsalltag.

    8. Feb. 2026

  • buch_elfin
    buch_elfin

    204 Follower

    5,0

    Ein Emotionales Buch

    Ian McEwans "Kindeswohl" ist ein fesselnder Roman über die Richterin Fiona Maye, die vor einer extrem schwierigen Entscheidung steht: Soll sie gegen den Willen gläubiger Eltern eine lebensnotwendige Bluttransfusion für ihren Sohn Adam anordnen? McEwan erzählt diese Geschichte mit seinem gewohnt beeindruckenden Schreibstil, der die inneren Konflikte der Figuren intensiv spürbar macht. Im Zentrum steht die Frage nach dem Kindeswohl und wie dieses mit religiösen Überzeugungen kollidiert. Der Roman beleuchtet auf sensible Weise, wie Fiona zwischen ihrer professionellen Verantwortung und ihren eigenen emotionalen Reaktionen hin- und hergerissen ist. Die Begegnung mit dem jungen Adam und seine Lebensfreude berühren sie tief und stellen ihre rationale Denkweise auf die Probe. "Kindeswohl" ist mehr als nur ein Justizdrama. Es ist eine tiefgründige Auseinandersetzung mit Themen wie Liebe, Glaube, die Macht von Entscheidungen und deren oft unvorhersehbare Folgen. McEwan vermeidet Schwarz-Weiß-Malerei und zeigt die Komplexität der Situation auf eindringliche Weise. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und noch lange im Gedächtnis bleibt. Wer tiefgründige Geschichten mit starken Charakteren und wichtigen ethischen Fragen schätzt, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

    Ein Emotionales Buch

    4. Mai 2025

3 von 37 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Ian McEwan

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg ›Abbitte‹ ist jeder seiner Romane ein Bestseller, viele sind verfilmt, zuletzt ›Am Strand‹ (mit Saoirse Ronan) und ›Kindeswohl‹ (mit Emma Thompson). Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts, der American Academy of Arts and Sciences und Träger der Goethe-Medaille.

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